Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 80 (12.10.1926)
- Date
- 1926-10-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 80 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 571 ' Konferenz des HapoSUlaziir Am Sonnabend, den 25. September, abends, hat die Konferenz des Hapoel I lazair in Petach Tikwah begonnen, an der gegen 100 Delegierte und gegen 1000 Gäste, die aus dem ganzen Lande herbeigeströmt sind, teilnahmen. Aut der Tagesordnung stellen: Eröffnungsrede (Sprinzak), Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees (Arlosoroff), Kolonisation (Eliescr Joffe und Schkolnik). die Arbeit in den Kolonien (Lewiatow und Luft), dis Wirtschaftsinstitutionen (Kaplan), ewerkschaltliche Organisierung (Efter), die Arbeiterin (Ada ischmann), Kulturarbeit (Chanoch), die Lage im Zionismus und im Jisclniw (Sprinzak), die politische Lage im Lande (A. Katzncison), die Munizipaiitätspolitik (Twersky), Sozialismus und Klasseuka^pf in der palästinensischen Wirklichkeit (Arlosoroff), die Lage der Hitachduth (Schürer), Zeitung und Bücherherausgabe (Lttfban), organisatorische Fragen (West). Genauere Berichte über die Beratungen liegen noch nicht vor. Die Konferenz tagt in der Baracke des vor kurzem organisierten neuen ״Kibuz Hakwuzoth“ auf den Namen A. D. Gordon. Dieser Kibuz stellt eine neue Vereinigung der kleinen Kwuzoth dar, die in dieser Form aut einem’ zusammcnhätigcnden Bodenkomplex als ״kleine Kwuzoth“ zur Ansiedlung gelangen sollen und so die Vorteile der ״großen Kwuzoth“ ohne deren Nachteile erstreben. (Ziko.) Der KoigreS der Völkerbnndllge■ Der in Salzburg tagende Kongreß der internationalen Union der Völkerbundligen beriet über den Entwurf eines Minderheitsschutzverfahrens, Der Entwurf enthält 41 Artikel und sieht vor, daß der Präsident des Völkerbundes das Recht erhalten soll, ein Ratskomitee, bestehend aus drei Personen zu bilden; dieses Komitee soll nun den jeweiligen Referenten für die auf der Tagesordnung stehenden Minoritätsangelegenheiten ernennen. Das Recht der Minderheitsnationen, dem Völkerbund Petitionen zu überreichen, dürfe keiner Beschränkung unterliegen; den Petitionären sei es jedoch verwehrt, Vorschläge mit Bezug auf Aenderung von Staatsgrenzen zu unterbreiten. Sollte der Präsident die Entgegennahme einer Petition verweigern, so steht den Petitionären das Appellationsrecht an den Rat zu. Der Rat bestimmt auch über die Form des Beweisverfahrens und kann nötigenfalls auch eine spezielle Kommission zur Durchführung des Verfahrens von sich aus ernennen. Das Verfahren darf nicht länger als sechs Monate in Anspruch nehmen. Sobald die angestrebte freundschaftliche Regelung zwischen den einzelnen Parteien erfolglos bleibt, kann der Rat eine Entscheidung treffen, gegen die nicht mehr appelliert werden kann. Weigert sich eine Partei, die Entscheidung anzuerkennen, so ist der Rat berechtigt, zweckentsprechende Mittel zur Durchsetzung seines Willens zu ergreifen. fn der Miriderheitskommission fand eine längere Diskussion über die Frage der Staatenlosigkeit auf Grund der Friedensverträge statt. Es wurde ein von N a p i e rf (England) angebrachter Vorschlag angenommen, wonach ein internationaler Gerichtshof zur Entscheidung der Frage der Staatenlosigkeit ins Leben gerufen werden solle. Die von der jüdisehen Minderheit in Bulgarien vorgebrachte Frage der obligatorischen Sonntagsruhe in Saloniki wurde aut die Tagesordnung der nächste״ Sitzung der Mindcrheitskomtnisston gesetzt. Zu dieser Frage ergriff der Wiener Oberrabbiner Prof. Dr. C ha j es das Wort. .fa י ir. ■ulke 11 Win and Prag ך ־“׳~ Oer neue ,Direktor des Kcrc'n Hajesfod, ׳Herr Br. Arthur na n t k e , weilte in den-letzten Tagen in Wien und hielt mit führenden Persönlichkeiten und mit dem Präsidium des österreichischen Keren Hajessod Besprechungen ab. Unter den! Eindruck der Vorträge Hantkes haben zahlreiche Keren Hajessod-Zeichner außer ihrer Jahresleistung größere Sonderbefrage• zur Verfügung gestellt. Dr. Hantkc ist sodann nach rag abgereisf Ende Oktober wird Herr Dr. Hantke nach Palästina übersiedeln. Heine Nachrichten In der Ca me gi e Hall wurde vor einigen Tagen eine vom Amerikanischen Jüdischen Kongreß und dem Ainerikanisehen Jüdischen Committee arrangierte T rauerfeicr für Israel Za ng will abgehalten, der mehr als 3000 Personen beiwohnten. Als erster Redner sprach der bekannte Philana la- Straus. Oer Literaturkritiker, Professor Robert Mods, würdigte die schriftstellerische Persönlichkeit Zangwills, woraufhin Louis M a r s h a 11 Zangwill als Dichter und Mann der Tat feierte. Zum Schluß sprach Dr. Stephen S. Wise über Zangwills nationale Arbeit und seinen großen Wahrheitsmut im innerjüdisclien und außerjüdischen Kampfe. Die jüdische Goldschmidt-Schule in Konstantinopel durfte zu Beginn des neuen Schuljahres nicht wieder eröffnet werden, da die Schulbehörde sie in die Liste der fremdsprachlichen Schulen gestellt hat, die vor einiger Zeit verboten worden sind. In der Begründung wird ausgeführt, es seien die Bedingungen des türkischen Leiters der Schule nicht erfüllt worden. Ein Telegramm aus Bombay meldet das Ableben von Sir Sassoon David, dem Begründer und Präsidenten der Bank von Indien. Im Jahre 1909 war David Mitglied des Rates des Vizekönigs, 191! wurde er in den Baronstand erhoben. 1905 war er Sheriff von Bombay, 1921 und 1922 Präsident des Magistrats von Bombay. Dr. Bernhard Kahn, der Leiter der europäischen Arbeit des Joint Distribution Committee, ist in New York eingetroffen und hat den Pressevertretern eine Schilderung der Notlage der Juden in Europa gegeben. _ Der geplante Besuch der britischen Mitteimeerflotte im palästinensischen Gewässer ist rückgängig gemacht worden. Statt dessen hat das Kriegsschiff ״Royal Öak“ am 5. Oktober den Hafen von Jaffa angelaufen. Offiziere und Mannschaften des Kriegsschiffes statteten der jüdischen Stadt Tel-Awiw einen Besuch ab und besichtigten die OricntaiLsStellung und die verschiedenen öffentlichen Institutionen. Der siebente arabische Kongreß Palästinas, der im September stattfinden sollte, mußte wieder abgesagt werden, weil zwischen den streitenden arabischen Parteien keine Einigung zustande kam. Am 5. Oktober wurde die Große Synagoge von P u 11 a w a dem jüdischen Arbeiterklub zwecks Schaffung von kulturellen Einrichtungen in dem Gebäude übergeben. Der ersten in der Synagoge abgehaltenen Klubversammhing wohnten etwa 1000 Personen bei. Wie die palästinensischen Z.itunge;! berichten, wurde die Rückkehr des High Cotnmissionar Lord Plumer, der seine Ferien in Italien verbracht hat, für den 6. Oktober erwartet. Albert Hyamson, der Leiter des Ei;1 Wanderungsamtes der Palästinaregierung, besuchte in den letzten Tagen mehrere große Städte in Rumänien, sowie einige Ortschaften im Norden der Bukowina, wo Siedlungen jüdischer Bauern bestehen. Dann trat er die Rückreise nach Palästina an. 1 ■ WT 1 « Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 13, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37 830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Mittwoch, den 13. Oktober abends 8-Vs Uhr Gruppe Ost und Nord in den Unionssälen, Greifswalder Str. 222, > Herr Pr. Kauder: ״Revisionistische Politik“. Donnerstag, den 14. Oktober abends S!/2 Uhr im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, Sitzung der Vertreterversammlung der B. Z. V. Tagesordnung: 1. Demission des 1. Vorsitzenden der B. Z.V., 2. Neuwahl des 1. Vorsitzenden der B. Z. V., 3. Referat Dr. Kollenscher über: ״Gemeindearbeit, Jüdische Volkspartei lind Z. V. f. D., 4. Keren Hajessod-Arbeit in Deutschland. Aas de■ Berliner Theatern Theater am Nollendorfplatz: Gastspiel des Moskauer hebräischen Künstlertheaters Habimah: bis 12. Dy buk; ab 13. Der Golem. Städtische Oper: 12., 16. Oktober: Eurvanthe; 13. Rigaletio; 14. Die Jüdin; 15. Tristan und Isolde; 17. Die Entführung aus dem Serail; 18, Otto von Theophano. .- Staatliches Schauspielhaus: 12. Amphitryon; 13., 15. Die Räuber; 14, 17. Jugend; 16. Nathan der Weise; 18. Peer G*ynt. — Schiller- Theater: 13., 15., 18. Die Welt, in der man sich langweilt; 12., 11. Peer Gynt; 16,, 17. Soldaten. — Deutsches Theater: Peripherie. — Kammerspiele: bis 15. Androklus und der Löwe; ab 16. Der gefällige Thierrv. — Die Komödie: Die Gefangene. — Theater in der Könlggrätzer Straße: Mrs. Cheneys Ende. — Die Tribüne: Die Wildente. — Lessing- Theater: Mensch und Uebermensch. — Theater am Bülowplatz (Volksbühne): Lysistrata. — Deutsches Künstlertheater: Das große Abenteuer. — Theater am Schiffbauerdämm (Volksbühne): Das Grabmal des unbekannten Soldaten. Montag, den 18. Oktober abends 8 Uhr Keren Hajessod, im Blüthner-Saal, Lützowstr. 76 Herr Prof. Dr. Franz Oppenheimer, Frankfurt, a. M.: ‘ ״Kritisches und Positives zum Palästinawerk.“ Karten 2,— und 1,— M., für Studenten und Mitglieder der Jugendorganisation 0,50 M. Montag, den 25. Oktober abends 8ג/י Uhr Gruppe West-Charlottenburg, im Schubertsaal, Bülowstr. 104, Herr Leo Motzkin, Präsident des zion. Aktions-Comites: ״Die Minoritätenfrage in der internationalen Politik.“ Das Büro des Landesverbandes der Zionisten-Revisionisten in Deutschland, sowie das Büro der Ortsgruppe Berlin befinden sich in der Lietzenburger Str. 8a. Sprechstunden: täglich außer Sonnabend und Sonntag von 12-2 Uhr. Brief aas Duisburg Am 16. v. Mts. fand hier ein Abend statt, an dem Herr Kurt Löwenstein ein Referat hielt über Jugend- und Erziehungsfragen im deutschen Zionismus. Der Redner ging aus von der Behauptung, daß das Erziehungsproblem ohne wesentliche Unterschiede für die Jugend und das Alter gelte, weil Zionismus als kulturelle Bewegung überhaupt eminent pädagogische Aufgaben habe. Diese Aufgaben erblickt der Redner in der Ueberwindung von Elementen der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart, des Ghettos und der Assimilation. Das Ghetto sei zu überwinden durch körperliche Gesundung und Entfaltung aller seelischen, nicht nur der intellektuellen Kräfte, ferner im besonderen durch Erschließung neuer Berufe, die eine normale Lebensführung ermöglichen. Zur Bekämpfung der Assimilation forderte der Referent eine Verfertigung der gesellschaftlichen Bindung in jüdischen Kreisen. Ein״ allgemein geistige Schulung mit dem Ziele einer Verlegung d ■ geistigen Schwerpunkts habe bei der! Mets! Asömilicrten auf fern Hege politischer Analyse, bei weniger Assimilierten am dem Weg der bewußten Anknüpfung w ■׳V nsrioaale Ttadit ד. זזי׳<> das Historisch-Gegebene ru e.׳־ ־.*:>'־>. Die speziell naitc to 1• . י urig habe sich '׳'Wh' der ׳ Vorst!ilübg Palästinas tti'Asrbn ,er«., auch׳ die allgemeine humanisti che Erziehung habe tin t :■ ’׳:ifitcei; an die palästinensische Wirtlichkeit st.ittzufinden. Zi fordern sei <1;- Schaffung eines auf Paktstoia gerichteten W er.s 111 poli :,,Acer und in beruß 1<־l er H ״rocht. flinru ♦■st* als Aufgabe ihr Aneignung der sper s . h een inh .ny-idemem(,׳, dir Gedank1. ״ Sc- 1ü ■•.■,5 ״־.<•׳?riaiis.iiua, IN.•11 ,ahsmus. der hc&raischen Kultur. Do./ •ve,,..ngt ciiieiV.d׳! ־ •׳ .*> ־ in Europa eine ]׳alästit.gaentrische At>.. '.ihre gescoaurti werde, zur Vorbe-eitung auf das Einie'm.1, m Palästina und im Hinblick auf die nationale Auswirkung auf das Galuth. Als Ziel für das Galuth stellt der Redner das Bild einer ״inhaltlich" fixierten, d. h. an den politischen und kulturellen Aufgaben des Zionismus orientierten zionistischen Gesellschaft auf. In der Diskussion wandte sich zunächst Herr Dr. Epstein gegen eine gewaltsame Abkehr von aller IntcIIcktualität in der Erziehung und zeigte an einem Beispiel aus der Geschichte der deutsch-zionistischen Jugendbewegung (Jerubaal) die Gefahr romantischer Tendenzen. Auch die Proklamierung einer Wendüng zur Tradition hielt er nicht für unbedenklich. Herr Ledermann, der nächste Redner, hatte grundsätzliche Bedenken gegen die pädagogischen Prinzipien des Referenten. Mit dem Hinweis auf die Methoden moderner Pädagogik wandte er sich entschieden gegen die Forderung einer Tendenzerziehung nach vorgeschriebenen Zielen. Vor allem sei es auch unmöglich, ein Erziehungsprogramm auf negative Forderungen, auf ein ״Aberziehen" einzustellen. Der Gedanke einer hutnanistischen Erziehung mit dem Blick auf die Zustände des heutigen Palästina erscheine gleichfalls untauglich. Der letzte Redner, Herr Schnurmather, wandte sich gegen die Grundthese des Referats, die Gleichstellung von zionistischer Erziehungsarbeit im allgemeinen mit zionistischer Jugendarbeit. Mit dem meisten Gesagten sei er einverstanden, doch scheine ihm, daß die eigentliche Jugendarbeit ganz wesentlich dabei zu kurz gekommen wäre. Es sei unmöglich, Jugenderziehung lediglich vom Gesichtspunkt politisch-kultureller horderungcu und außerdem nur nach den Methoden einer Massenerziehung zu betrachten. Die Vorstellung eines neuen jüdischen Menschen sei mit einer bestimmten Auffassung des Zionismus (Renaissancebewegung) untrennbar verknüpft, und diesem humanistischen Gedanken werde die Betrachtungsweise des Referenten nicht gerecht. Die vielleicht mehr technischen Fragen der eigentliehen Jugendarbeit, die jedoch im Vordergründe des aktuellen Interesses stünden, seien vollends gar nicht berührt worden. Mit einem Schlußwort des Referenten, ir dem er sich gegenüber den verschiedenen Angriffen der Diskussionstedner zu rechtfertigen und einzelne Mißverständnisse aufzuklären suchte, schloß der interessante und an Anreg-1.* gen reiche Abend. L. K. Castspiel des moskauer kOnstierlscheit Theaters ״HeMmair im הבימה Theater am Nollendorfplatz Mittwoch, den 13. Oktober abends V,8 Uhr: Premiere ״Der GoSent“ von <3. Lewlk. Vermischtes Emil Ludwig wird Dienstag, den 12. Oktober, im Blüthner-Saal über ״Bismarck und die deutsche Republik“, und am Donnerstag, den 14. Oktober über ״Meine Reise in Sowjet-Rußland“, sprechen. Konzert. Die ״Gesellschaft der Freunde jüd i s c h e r Musik“ veranstaltet am Mittwoch, den 20. Oktober, abends 8,30 Uhr ein Konzert jüdischer Musik in den Räumen der. Juwal-Verlagsgesellschaft, Lietzenburger Str. 8a. Es wirken mit die Pianistin Alice Jacob-Loewenson und die Sängerin Rahel Jermolnikoff. Das Programm enthält Ur- und Erstaufführungen der Kiavierwerke von Alman, Achron, Ernest Bloch und Joel Engel, wie auch Lieder von Darius Milhaud und Moses Schalit. Das jüdische Volksbildung»- und Unterhaltungsheim (Toynbeehalle) der Berliner Logen U. O. B. B., Gipsstr. 12a eröffnet am Sonnabend, den 16. Oktober 1926, das Wintersemestcr. Die Institution, die seit mehr als 20 Jahren segensreich gewirkt hat, sieht ihre Aufgabe in der Verbreitung von Volksbildung. Sie sammelt an jedem Mittwoch und Sonnabend die arme jüdische Bevölkerung des Zentrums zu gemütlichen Abenden, an denen außer geistigen Genüssen in Form bildender Vorträge und guter Musik auch Erfrischungen gereicht werden. Das diesjährige Semester wird durch einen Vortrag des bekannten Wirtschaftspolitikers, Herrn Direktor G. Bach über ״Amerikanische Verhältnisse“ eingcleitet. Der Vortrag beginnt um 8 Uhr, das Heim wird um 7 Ohr geöffnet. _ Das Wohlfahrt»- und Jugendamt der jüdischen Gemeinde veranstaltet zum Besten seiner gemeinnützigen Tätigkeit drei Vorführungen des jüdischen Kulturfilms ״Ein Freitag-Abend“, der anläßlich seiner Uraufführung eine überaus große Anerkennung sowohl seitens des Publikums wie auch insbesondere der Behörden, der Tages- und Fachpresse gefunden hat. Die Veranstaltungen, zu der auch Jugendliche Zutritt haben, finden am Donnerstag, den 14. Oktober, abends 8 Uhr, in der Berufsschule, Berlin, Grünthaler Straße 5, am Sonntag, den 17. Oktober, vormittags U Uhr, im Luisentheater, Reichenberger Straße 34, am Sonntag, den 2-1. Oktober, vormittags 12 I Ihr, in der Alhambra, Kurfürstendämm 68, statt. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden sucht zum 1. Januar des kommenden Jahres einen Geschäftsführer -bzw. eine Geschäftsführerin, da sich■• Dr. Jakob Sega!!• ׳<׳;<.: bekannte Statistiker, der seit Begründung der Organisation die Geschäftsführung iiinc-haffe. infolge Anwachsens seiner ärztliehen Tätigkeit genötigt gesehen hat, sein Amt niedernilegen. Die Ansteliungshedmgungen, sowie die Anfordenmge ׳, die an den Geschäftsführer gestellt werden, sind ans dem i nseratenteil dieser Nummer zu ersehen. Gelsenkircheil. Am i/!.־nstag, den 28. September, fand eine Orfsgruppen-Versammlung statt, in der Herr Kurt Löwenstein und Frl. Weiß-Duisburg über ״Volk und Sprache“ referierten. Im Anschluß an die Referate wurde eine hebräische Sprachschule gegründet, zu der bereits 40 Anmeldungen vorliegen. Tödlicher Unfall eines blinden Kantors. Am Freitag, den 23. Tischri /1. Oktober (Simchat- Thora), abends gegen 1 Uhr, wurde der blinde Kantor Isidor Eichenbaum auf dem Weg aus der Synagoge in der Alten Schönhauser Straße von einem Autoomnibus überfahren; mit ihm sein Führer, der Hand :׳Ismann Jonas Greif, beide in der Linienstraße 215 wohnhalt. Eichenbaum wurde von dem schweren Wagen an Brust, Kopf und Rippen so schwer verletzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung im Virchow-Krankenhaus verstarb. Greif, der sehr schwere Verletzungen an Brust und Hals erlitt, kam in das Friedrichshain-Krankcnhaui und schwebt in Lebensgefahr, tichenbaum war schon in früher Jugend erblindet, trug alle Gebete und Gesänge aus dem freien Gedächtnis vor; er war aus Wien und erst 39 Jahre alt. Sport Frankfurt a. M. Am Samstag, den 16. Oktober 1926, veranstaltet der jüdische Turn- und Sportverein ״Bar-Kochba“, Frankfurt a. M., in der Frankturt-Loge, Eschcrsheimer Landstraffe, seinen diesjährigen Ball. Sportklub Hakoah, Wiesbaden. Hakoahs erste Mannschaft konnte auch das letzte Spiel der Vorrunde siegreich gestalten und führt nunmehr ohne Punktvcrfust mit zwei Punkten Vorsprung. Der diessonntägüche Gegner war Kastei 06, der mit 0:3 der Hakoah Sieg und Punkte überlassen mußte. Warnung. Wir erhalten folgende Zuschrift: Ein junger Mann, der sehr elegant gekleidet und von den gewandtesten Manieren sich als Porträtmaler Dr. I vo von T amarsky vorstellt, sich Vorschüsse auf Bilder geben läßt, bald beh.iuptet, selbst lungenkrank zu sein, bald wieder für seine lungenkranke Frau und zwei Kinder vorstellig wird, hat eine ganze Reiht hiesiger Genieindemitgliedcr derart für sich einzunehmen gewußt, daß sie ihm größere Beträge gegeben haben. Alle seine Angaben sind unwahr. Welches sein wirklicher Name ist, konnte endgültig noch nicht festgcstellt weiden. Sein Paß lautet auf den Namen Mathias Schuhberg geb. 15. 9. 1900 in Phiiipfoch (Tschechoslowakei), ausgewiesen am 4. August 1920 aus Paris. Dringend ersuchen wir, keinem Bittsteller irgend etwas zu gewähren, ohne sich vorher mit uns, bzw. den uns angeschlossenen Organisationen in Verbin düng gesetzt zu haben. Gerade in jüngster Zeit mehren sich die Fälle, daß die Unwürdigsten am meisten verstehen, Gelder für sich zu sammeln, die heute den dringendslen Interessen und den vielen Würdigen und schwer Notleidenden entzogen werden. Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege Frankfurt a. M., Lange- Straße 30, I.