Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 76-77 (29.9.1926)
- Date
- 1926-09-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,40 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, MeinekestraQe 10, Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. Auslandsabonnements werden in der WShrung der einzelnes Linder berechnet Anzeigen - Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165*—70. Anzeigenpreis: 8gespalLNonpjtfeil!ezeile 030G.-M Stellengesuche 0,25 G.-M. Anzeigenschluß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165 - 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreichs PosUparkaasenamt Wien, Konto Nr. 156 030. Für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 59 410. Für Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190 708. Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 76/77 | Berlin, 29. IX. 1926 כ״א תשרי׳ חרס״ז | xxxl Jahrg. Dar Zionismus •rstrebl für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstitte in Palästina. ״Baseler Programm.“ Die Kompefenzen der Mandatskommission Wie aus Genf berichtet wird, ist. es am 21. September in der sechsten Kommission der Völkerbunds- Versammlungzu einem scharfen Zusammenstoß zwischen Nansen und dem französischen Vertreter de Jouvenel gekommen. Als Nansen in seinem Bericht über die Tätigkeit der Mandatskommission dafür eintrat, daß die Kommission das Recht erhalten müsse, Berichte und Anträge zu prüfen, die ihr über die Zustände und Verhälinisse in den einzelnen Mandatsgebieten zugehen, und Lord Oecil diese Auffassung unterstützte, fragte de Jouvenel in außerordentlich scharfer Form, was diese Auffassung der Kompetenzen der Mandatskommission für Folgen haben werde. Nansen könne damit höchstens Verwirrung in der Völkerbundsversammlung und Anarchie in den Beratungen der Mandatskonunission erzielen. Wenn jetzt Nansen noch einmal die Dinge vor der Völkerbundsversammlung aufrühren wolle, könne er dadurch nur neue Konflikte schaffen. De Jouvenel erwähnte dann eine syrische Petition, die dreimal in verschiedener Form von dem gleichen Manne beim Völkerbund eingereicht worden sei, ohne daß die Mandatskommission sich auch nur darum gekümmert hätte, wer eigentlich der Unterzeichner war. Es nabe sich dann hr.rausgestellt, daß die Petition von einem Manne stammte, der nicht einmal Syrer war und der nur den Ehrgeiz hatte, König von Syrien werden zu wollen. Die Revolte in Syrien sei infolge der Verhandlungen der Mandatskommission, rief de Jouvenel wütend aus, nur verlängert worden. Der unerhört heftige Ton des französischen Delegierten rief den Vizepräsidenten der Mandatskommission van Rees (Holland) auf den Plan, der ebenfalls sehr scharf, aber viel ruhiger als der französische Redner antwortete. Er erklärte, es nicht hinnchmen zu können, daß Herr de Jouvenel seine vermeintlichen Erfahrungcii als Beweis gegen die Mandatskommission anführe. Er müsse feststellen, daß die Kritik de Jouvenels an der Mandatskommission ganz unberechtigt sei. Die Mandatskommission, erklärte van Rees, habe nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht zu kritisieren, und sie müsse auch Petitionen prüfen, selbst wenn sie von einer anderen Seite als von Einwohnern der Mandatsgebiete stammen. Sonst wäre der ״anze Sinn ihrer Arbeiten ins Gegenteil verkehrt. Es sei ihm durchaus klar geworden, daß de Jouvenel weder Petitionen noch Nachforschungen gern sehe, aber die Mandatskommission könne nur objektiv und nach bestem Wissen und Gewissen ihrer Mitglieder arbeiten, wenn sie ihre Pflichten erfüllen wolle. * -׳״■״äsי ־»־ *־>'*’״ *״•״־. y'f'fי;.:״ :"י'5< - ׳ Dies ist das zweitemal, daß während dieser Völkerbundstagung die Mandatsfrage zum Gegenstand heftiger Auseinandersetzung gemacht wurde. Wir haben in der letzten Nummer über das merkwürdige Problem gesprochen, daß durch die Meinungsverschiedenheiten über das Wesen der Mandate entstanden ist: Die Mandatarmächte betrachten sich als souveräne Herren der Mandatargebiete und möchten die Mandatskommission möglichst bagatellisieren, während die kleinen Nationen, besonders die nordischen, auf wirklicher Kontrolle der Verwaltung durch die Mandatskommission bestehen. Wenn Jouvenel sagte, ״ohne Mandatskommission“ wäre der Aufstand in Syrien längst beendet, so kann er nur meinen ״ohne Mandat“; d. h. wenn Frankreich Kolonialherr und nicht Mandatar wäre, so hätte es den Aufstand ohne innere Hemmungen niederschlagen können, und auch die Syrer und Drusen hätten wohl früher die Hoffnung aufgegeben, während sie sich heute immer wieder auf den Mandattext berufen. Der Mandatsbegriff als neue, an die Idee des Völkerbundes gebundene Konstruktion ist in einer Krise, und die nächste Entwicklung wird lehren, nach welcher Seite hin er ausgebildet wird. Wie notwendig es wäre, daß die Mandatskommission nicht nur von der Mandatarmacht, sondern auch von anderen Seiten Informationen erhält, zeigt ihr letzter Bericht über Palästina. Wir haben schon am 8. d. M. an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß manche Urteile der Mandatskommission auf irrigen Annahmen basiert sind. Als krasses Beispiel haben wir die Gendarmeriefrage angeführt. Der Berichferstatter der Mandatskommission erklärt die jüdischen Beschwerdcn für unberechtigt, da die Mandatarmacht die Juden nicht benachteiligt habe und von den 475 westjordanischen Soldaten des neuen Grenzkorps 100 Juden seien. Dies trifft aber nicht zu. Wohl hatte die Regierung erklärt, sie wolle 100 Juden aufnehmen, faktisch aber wurden nach allen Berichten (offizielle Angaben sind trotz allen Bemühungen nicht zu bekommen) nur ca. 30 Juden aufgenommen. Da man nicht annehmen kann, daß England falsche Angaben gemacht hat, muß hier ein Mißverständnis auf seiten der Mandatskommission vorliegen, die offenbar die Mitteilung, die Regierung habe 100 Juden einstellen wollen, dahin mißverstanden hat, daß dies tatsächlich ausgeführt worden sei. Hätte die Mandatskommission von einer akkreditierten jüdischen Stelle, etwa der Jewish Agency, korrespondierende Informationen eingeholt, dann wäre dieses Mißverständnis nicht möglich gewesen. So aber ist es Tat- Sache, daß in einem offiziellen Dokument des Völkerbundes falsche Angaben stehen. Wir glauben, daß dies nicht in der Ordnung ist, und daß England es als Ehrenpflicht betrachten wird, diese falschen Angaben zu korrigieren. Nicht nur Frankreich, sondern auch England sieht die Aspirationen der Mandatskommission nicht mit freundliehen Augen. Zwar hat in der Sitzung, über die oben berichtet wird, Lord Cecil, einer der aufrichtigsten Anhänger der Völkerbunds-Idee mit ihren Konsequenzen, der Erweiterung der Kompetenz der Mandatskommission das Wort geredet, aber Chambcrlain hat ganz andere Töne angeschlagen. Es ist interessant, daß die ״Time s“, die am 25. d. M. eine Art Bilanz der letzten Völkerbundstagung zieht, dieses Auftreten Chamberlains als einen Passivposten cinstellt, wie überhaupt das Blatt die Position Englands in Genf diesmal recht ungünstig beurteilt. Das Blatt schreibt: ״Traurig zu sagen, daß einer der stärksten Eindrücke in der diesjährigen Völkerversammlung die ungünstige Wirkung der Politik der britischen Delegation oder vielmehr einzelner ihrer Akte gewesen ist. Es genügt zwei oder drei zu erwähnen. Der eine, der am meisten Kritik hervorrief, ist der in der Versammlung von Lord Cecil gestellte Antrag, ein Komitee zu ernennen, welches die Kompetenzen des Völkerbundes im Einklang mit der Präambel und den Artikeln 3 und 4 des Paktes bestimmen soll. Der Zweck des Antrages war, eine Verdunkelung der ursprünglichen Ziele des Völkerbundes und eine Beeinträchtigung der nationalen Souveränität zu verhüten... Der zweite Zwischenfall, der ungünstige Beurteilung fand, war Sir Austen Chamberlains scharfer Tadel der Tätigkeit der Permanenten Mandatskommission, 1־.M«, 4ea־Ö||jsil!g» privilegierten Stellung dfer Qroßinlfflte Im VßlkerbüM. Dan der Hauptdelegierte Großbritanniens und ein ständiges Mitglied des Rates seine Stimme gegen einen der repräsentativen Organe des Völkerbundes erhob, verletzte ihre Gefühle... Es wird angenommen, daß Großbritannien aus egoistischen Gründen die Arbeit des Völkerbundes obstruieren will. Es müßte leicht sein, diesen Eindruck zu vermeiden. 'Aufk 1 ä r u n g ist erforderlich. Die britische Politik bezüglich der Entwicklung des Völkerbundes basiert auf der Maxime, daß es nicht klug ist, ein Kind rennen zu lassen, bevor es gehen kann. Von diesem Gedanken ausgehend, will es Pläne und Vorschläge verhtndernj welche zu weitgehend sind, und deren zu erwartendes Mißlingen den Völkerbund diskreditieren würde. Diese Theorie gefällt vielleicht nicht allen Mitgliedern des Völkerbundes, von denen einige voll enthusiastischer Ideen für die Entwicklung seiner Tätigkeit sind; aber sie würde wenigstens verstanden werden.“ Das Blatt bedauert sodann, daß die britische Politik in Genf niemals genügend vorbereitet war und daß man nicht versucht hat, den fremden Nationen, die die britische Nationalität nicht verstehen, rechtzeitig die Motive zu erklären. Jeder Schritt der britischen Delegation müsse zuvor sorgfältig studiert werden. ״Wäre dies geschehen, dann wäre der peinlicne Eindruck der Bemerkungen Sir Austen Chamberlains über die Mandatskommission vermieden worden.“ Dieses Urteil der ״Times“ ist für uns auch darum äußerst interessant, weil es uns zeigt, welche Schwierigkeiten sich im Rahmen des Völkerbundes der gegenseitigen Aussprache der verschiedenen Völkervertreter, die eine verschiedene ״Mentalität“ mitbringen, entgegenstellen. Wir meinen oft, daß nur bei uns, die wir keine politische Tradition haben, diese Schwierigkeiten gegenseitiger Verständigung auftauchen. Nun führt eine Macht wie England ihre Schlappe darauf zurück, daß sie diesem Gedanken nicht genug Rechnung getragen hat. Hand in Hand mit der Entwicklung des allgemeinen Bewußtseins, daß es bei einer Zusammenarbeit vor allem auch darauf ankomme, die Position und Denkungsart des Partners zu verstehen, wird auch unsere politische Arbeit und unsere politische Situation verbessert werden. Das Rothenberg-Projekt gesichert London, 27. September. (J. T. A.) Das Londoner Büro der Palestine Electric Corporation Ltd. gab heute eine von Pinchas Ruthenberg Unterzeichnete Mitteilung heraus, welche lautet: ״Die Finanzierung der Hydro-Elektrizititswerke ist abgeschlossen.“ Hierzu erfährt die J. T. A., daß das zur Durchführung der hydro-elektrischen Werke an den Gefällen des Jordan notwendige Kapital endgültig gesichert und ein großer Teil des Kapitals bereits in bar eingezahlt worden ist. Das Qesamtkapital, das für die Betriebe der Palestine Electro Corporation Ltd., einschließlich der Werke in Jaffa, Haifa und Tiberias, gezeichnet wurde, beträgt 950 000 Pfund. — ln der nächsten Woche wird sich Herr Ruthenberg von London, wo er gegenwärtig weilt, nach Palästina begeben, wo dann die Vorarbeiten für den Bau der Jordan-Werke beginnen werden. Zu Beginn des Jahres 1927 werden die Arbeiten schon in vollem Gange sein und etwa 1000—1500 Arbeiter beschäftigen. Der frühere Vizekönig von Indien, Marquis of R e a d i n g, Sir Alfred Mond, Sir Hugo Hirst und James de Rothschild haben die Zustimmung zu ihrer Wahl in den Aufsichtsrat der Palestine Electric Corporation Ltd. gegeben. Das preußische Jadengeselz Der von dem Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden eingesetzte Ausschuß für den Entwurf eines Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Juden in Preußen tritt am 3. Oktober d. Js. in Berlin unter dem Vorsitz Justizrat Makowers zu einer Sitzung zusammen. In dieser Sitzung soll der Entwurf fertiggestellt werden. Er wird nach weiterer Verabredung im Rat sodann dem Verbandstag bei seiner nächsten Tagung vorgelegt werden. Nachdem die Wahlen zum Wohlfahrtsausschüsse des Landesverbandes nunmehr erfolgt sind, soll dieser Ausschuß zum 17. Oktober d. Js. zu einer Sitzung nach Berlin einberufen werde״ Das nächste Stadium Bei der letzten Sitzung des Aktions-Gomitds wurde die Erkenntnis ausgesprochen, daß unsere Arbeit in Palästina heute in ein neues Stadium ein getreten ist: Die verflossene Periode, die im Zeichen der fünfjährigen sondierenden, experimentierenden und aufbauenden Tätigkeit des Keren Hajessod stand, war eine Vorbereitu 11 gszeit, die nunmehr abgeschlossen ist. In dieser Zeit wurde eine Fülle von Erfahrungen auf allen Gebieten gesammelt. Erfahrungen kosten Lehrgeld, und es ist durchaus normal, daß in der verflossenen Zeit viel Geld aufgewandt werden mußte, um zunächst5 einmal diese praktischen und psychologischen Voraus- Setzungen des Aufbaus zu schaffen. Nicht nur die nationalen Gelder des Keren Hajessod, auch die privaten Gelder vieler Unternehmungen haben dazu dienen müssen, den Weg für die kommende Arbeit und für spätere Erfolge zu ebnen. Die sentimentale Beziehung jedes einzelnen Zionisten zu dem Aufbauwerk und zu jeder kleinen dort beginnenden Unternehmung sowie zu jedem daran beteiligten Menschen bringt es mit sich, daß einzelne Mißerfolge unser Mitgefühl in hohem Maße finden, ohne daß wir stets bedenken, daß noch niemals ein solches Unternehmen wie die schnelle wirtschaftliche Entwicklung eines bis dahin verwahrlosten Landes, dessen natürliche Bedingungen zum Teil noch unerforscht sind, ohne große Investitionen und Verluste möglich gewesen ist. Und in Palästina geht es nicht nur um den Aufbau eines Landes, sondern Hand in Hand damit um die Genesung eines naturentwöhnten, durch die Enge jahrhundertelangen Stadtlebens angekränkelten Volkes. Auch eine solche Genesung erfordert Heilungskosten. Dias jüdische Volk hat für diese Situation Verständnis gehabt und hat die Mittel für die Anfänge der Arbeit in Palästina bereitgestellt. Es war jedoch zu wenig Geld, um die ursprünglich sehr groß entworfenen Pläne durchzuführem Die fünf Jahre habe«! ,, Absellui^Ä־' ^®roiÄ1»i|sperliii<,r'1 gelplilMfi7' so darf das nur so verstanden werden, daß die bisher bestehenden Betriebe, an denen bereits erprobt wurde, was möglich und was unmöglich ist, selbständig gemacht werden. Denn nur wenn die Wirtschaften selbsterhaltend sind, und ihre Rentabilität erwiesen haben, kann auf der Basis des bisher Geleisteten weitergebaut werden. Wird dieser Abschluß nicht erfolgen, dann wäre es ein Fehler, mit neuen Arbeiten zu beginnen, die nicht nur das Schicksal der früheren teilen, sondern auch deren Beendigung verhindern würden. Es muß daher eindeutig klar sein, was unter Abschluß der Vorbereitungsperiode gemeint ist. Es handelt sich nicht um ein propagandistisches Schlagwort, wie man in manchen Lagern anzunehmen geneigt ist, sondern um eine wirkliche Umstellung der Aufbauarbeit. Wir haben das schon vor längerer Zeit so ausgedrückt, daß wir sagten, es müsse ein klarer Unterschied gemacht werden zwischen nationaler Okkupation, die ihre eigenen Methoden und auch ihre eigene Psychologie hat, einerseits, und wirklicher Ansiedlung, die nach den Gesetzen der Wirtschaftlichkeit erfolgen muß, andererseits. Wir sind uns dessen bewußt, daß bei der Eigenart unseres Werkes eine scharfe zeitliche Trennung der beiden Vorgänge nicht immer durchzuführen ist, und daß auch in Zukunft immer wieder Pläne zu verwirklichen sein werden, die zunächst im Geiste nationaler Okkupation in Angriff genommen werden muß. Aber trotz dieser Schwierigkeit geht es heilte darum, die am Aufbauwerke Beteiligten zur Erkenntnis des einschneidenden Unterschiedes zwischen Okkupation und Ansiedlung zu bringen. Dies ist eine der Voraussetzungen, vielleicht die wichtigste Voraussetzung zur Lösung der heutigen Krise. Darum halten wir es für bedauerlich, wenn z. B. ein angesehener und geistvoller hebräischer Schriftsteiler anläßlich einer Besprechung des Buches von Felix Pinner iii der palästinensischen Arbeiterzeitung ״Dawar“ gegen die Forderung der Wirtschaftlichkeit dadurch polemisiert, daß er die Problematik des Begriffes der Volkswirtschaft und der sich jeweils den nationalen Interessen anpassenden Wirtschaftspolitik der Staaten erörtert und daraus den Schluß zieht, man könne keine allgemeinen Wirtschaftsgesetze aufstellen. Es ist hier nicht der Ort, über dieses Problem ausführlich zu sprechen; aber auch wer anerkennt, daß die in dem Aufsatz angeführten Beispiele zum großen Teil richtig sind, muß bedauern, daß durch diese Darstellung in dem gegebenen Zusammenhang bei den Arbeitern, die die Träger der Siedlungsarbeit sind, der Eindruck erweckt wird, als ob sie sich über alle Gebote der Wirt- Schädlichkeit himvegseizen könnten, weil andere, z. B. nationale Motive, ausschlaggebend sind. Das aber ist ,höchst unpädagog'sch. Denn hier handelt es sich nicht