Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 73 (17.9.1926)
- Date
- 1926-09-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Wrocław 3× ep/1002369
- David Koigen 1× ep/1023297
- Elberfeld 1× ep/1047889
- Erich Cohn 1× ep/1004405
- Ernst Simon 1× ep/1009494
- Fritz Kahn 1× ep/1009829
- Ismar Freund 1× ep/1014002
- Jacob Lestschinsky 1× ep/1009233
- James Simon 1× ep/1011066
- Lazarus Goldschmidt 1× ep/1023674
- Legnica 1× ep/1045053
- Lübeck 1× ep/1048008
- Nahum Goldmann 1× ep/1009262
- Paul Nathan 1× ep/1023795
- Plauen 1× ep/1045447
- Robert Weltsch 1× ep/1000026
- Siegfried Moses 1× ep/1009280
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Nr. 73 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 525 D10 nächste Nnnuaer der ״Jüd. Rundschau“ erscheint am 22. September als Sufekoth-Doppelnummer. ■t———————^■—a Verständigung herbeizuführen. Diese Vcrständigutigsversuche sind, wie wir erfahren, gescheitert. Das Israelitische Familienblatt (Hamburg) berichtet dazu: Auf-Einladung des Rabbiners t)r. Baeck fand am 12. dieses Monats eine Besprechung der Vertreter der verschiedenen innerhalb der Gemeinde wirkenden Parteien statt. Das Ziel der Besprechung war die Beseitigung der unerfreulichen Zustände innerhalb der Berliner Gemeinde. Auf seiten der nichtliberalen Parteien besteht die Auffassung, daß die Anbahnung von Verhandlungen erschwert wird durch die persönlich •gehässige Kampfesweise des Organs der Liberalen Vereinigung für Deutschland. Es wird darauf hingewiesen, daß das genannte Mitteilungsblatt, da es auf einen größeren Leserkreis keine Rücksicht zu nehmen braucht, seine Polemiken hauptsächlich nach der persönlichen Seite abstellt. Wenn auch diesen polemischen Spitzen eine sachliche Bedeutung nicht zukommt, erschweren sie doch rein psychologisch die Iler- Stellung vertrauensvoller Beziehungen zwischen den Vertretern der einzelnen Richtungen. HaYschali Eine hebräische Frauen-Zeitschrift in Palas t in a*). In steigendem Maße konzentriert sich die hebräisch-literarische Produktion in Palästina. Während wir gegenwärtig schmerzerfüllt einen Niedergang der hebräischen Literatur in den Ländern der Diaspora erleben, erblüht in Palästina fruchtbares Schaffen auf den verschiedenen Gebieten unseres nationalen Schrifttums: Dichtung und Wissenschaft, Kunst- und Musikkritik, Pädagogik und Publizistik. Die Werke und Journale, die wir von dort bekommen, erfreuen uns doppelt — durch den gediegenen Inhalt und die geschmackvolle Ausstattung. Vor mir liegen die ersten drei Hefte der Frauen- Zeitschrift ״Haischach“ aus Jerusalem. Ein prächtig ausgestattetes Organ. Mit Sorgfalt, Liebe und Verständnis redigiert. Jedes Heft zeugt von dem Ernst und Eifer, mit dem die Herausgeberinnen an ihre Aufgabe herangetreten sind: durch die neue Zeitschrift den Zusammenschluß der jüdischen Frauen in Palästina aus allen Parteien und Lagern zu gemeinsamer kultureller und sozialer Arbci,t im Dienste des nationalen Aufbaus zu fördern. Bislang ist auch die jüdische Frauenweit Palästinas, gemäß der sozialen Differenzierung, in verschiedene Gruppierungen gespalten. Wie in anderen Ländern, herrscht auch dort eine gewisse Kluft zwischen der ״proletarischen“ und der ״bürgerlichen“ Frauenbewegung. Von der Erkenntnis geleitet, daß die Partei- und Klasseninteressen den nationalen Erfordernissen des Aufbaus unterzuordnen sind, will der ״Verband jüdischer Frauen in Erez* Israel“ diese Gegensätze überbrücken und eine einheitliche Phalanx der Frauen zu positiver Mitarbeit am Werke des Aufbaus herstellen. Diesem Zwecke dient auch ihr neues Organ. Es befaßt sich vornehmlich mit den die Frauen besonders berührenden praktischen Problemen des Aufbaus. So behandelt u. a. Cilly Rosenblüth ״Die fachliehe Vorbildung der Chaluzoth“; Dr. Emanuel Cohn ״Die Fürsorge für schwangere Frauen und Säuglinge in Erez- Israel durch die Hadassah“; Gerda Arlosoroff-Goldberg ״Zur Frage der Arbeiterin in Palästina“; Helene * Wan n ah 'Thron ״Öte ־־Frau in 'der jMlIstlneRSteter י Gesell* schaff“; Dr. R 4 n e 1 Lewin ״Säuglingsheime"; Lea Seliger ,,Unsere Pflichten unseren Kindern gegenüber“; Dr. Grüntelder ״Bemerkungen über Säuglingspflege“. Der Ton der einzelnen Abhandlungen ist mehr auf das Sachliche, Konkrete eingestellt, wie überhaupt die palästinensische Publizistik sich nicht in abstrakten Regionen, sich durch ihre lebensvollen Impulse auszeichnet. ln Palästina ist jüdische Wirklichkeit. Aus dem werdenden, sich entfaltenden Leben gehen die aktuellen Probleme hervor, die in sachkundiger Weise ihre Behandlung finden. Man erörtert Dinge, mit denen man wirklich vertraut ist. Jeder Autor kennt sein Spezialgebiet. Dies zeigt auch die Zeitschrift ״Haischah“, die sich freihält von Phraseologie und platten Allgemeinheiten. Wir wünschen dem neuen Organ eine lange, gedeihliche Existenz und Verbreitung auch in Deutschland. Insbesondere sei es hier den nationalen Frauenkreisen empfohlen, die in ihm ein Spiegelbild von den Kämpfen und Leistungen ihrer Schwestern in Erez-Israel finden. Und diejenigen nationaljüdischen Frauen, die noch nicht soweit im Hebräischen sind, sollten es schon deshalb fleißig weiterlernen — um die ״Haischah“ lesen zu können. Josef Lin. 75. Geburtstag von Dr. James Simon. Am 17. September vollendet Dr. James Simon, Präsident des Hilfsvereins der Deutschen Juden und Mitglied des Conseil der Jewish Colonization Association (1. C. A.), sein 75. Lebensjahr. Vor fünfundzwanzig Jahren begründete James Simon in Gemeinschaft mit einigen jüngeren Persönlichkeiten wie Dr. Paul Nathan u. a. den Hilfsverein der Deutschen Juden, der zu einer für die Judenheit der ganzen Welt wichtigen Körperschaft der jüdischen sozialen und kulturellen Hilfe geworden ist. Auch als Mitglied des I. C. A.-Conseil übt der Jubilar einen starken Einfluß auf die jüdische soziale Fürsorge in der ganzen Welt aus. Die Jüdische Volkspartei veranstaltet auf vielfachen Wunsch am Sonntag, den 19. September, abend 71/ג Uhr, im großen Saal des Brüdervereinshauses, Kurfürstenstr. 115/16, eine einmalige Wiederholung der Revue ״Ende Jud, alles Jud“, Durch diese Veranstaltung soll vor allem all denen Gelegenheit gegeben werden, sich die Revue anzusehen, die auf dem Sonimerfest im Ulap keinen Eintritt zur Aufführung hatten. Unbenutzte Karten vom Sommerfest werden im Büro der Jüd. Volkspartei, Monbijouplatz 1, kostenlos gegen Karten für den 19. umgetauscht. Im Anschluß an die Revueaufführung findet Tanz statt. Eintrittskarten für numerierte Plätze zum Preise von 3 und 2 Mk. inkl, Tanz und Steuer und für unnumerierte Plätze zu 1 Mk. sind zu haben im Büro der Votkspartei, Monbijouplatz 1, in der Berliner Zionist. Vereinigung, Mcinekcstraße 10, in den jüdischen Buchhandlungen, bei A. Wertheim und Bote & Bock. Briefkasten der Redaktion a. p., Köln.. Ihre Zuschrift, daß einer Ihrer Bekannten, ein enragierfer AsTmilant aus dem Fall Schlesinger bloß mit Befriedigung geschlossen hat, daß ein prononziert jüdischer Name kein Beweis für die Zugehörigkeit zum Judentum ist, betrifft, wir wollen es hoffen, nur eine Ausnahme. Charakteristisch bleibt aber diese Aeußerung Ihres Bekannten für jeden 7all. *) Herausgegeben vom Verband jüdischer Frauen in Erez- -,sraei und der Zionistischen Frauenorganisation ״Hadassah“ n Amerika. Zionistische Frauenarbeit Anläßlich des Delegiertentages ln Erfurt fand eine besondere, sehr gut verlaufene Frauensitzung statt, an der zionistische Frauen aus verschiedenen Orten, des Reiches teilnahmen. Frau Dr. Gertrud Zadik, Berlin, die als Delegierte der Ortsgruppe Berlin des ״Bundes Zionistischer Frauen“ an der allgemeinen Tagung teilnahm, referierte über die Notwendigkeit zionistischer Frauenarbeit und betonte insbesondere, wie wichtig gerade in der jetzigen Situation des Zionismus die Mitarbeit der zionistischen Frauen sei. Fräulein Regina Schächter, Berlin, sprach über die Arbeit und die Arbeitsmethoden des Bundes Zionistischer Frauen; Frau Anna Levy, Berlin, über die des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina; Frau Dr. Edith Hirsch, Halberstadt, die Vertreterin des Bundes Zionistischer Frauen im Vorstand des ״Jüdischen Frauenbundes“, über die Beziehungen des Bundes zum Jüdischen Frauenbund. Die an die Berichte anknüpfende lebhafte Diskussion, die infolge der gleichzeitig stattfindenden Verhandlungen des Delegiertentages vorzeitig abgebrochen werden mußte, zeigte das lebhafte Interesse samtlicher Teilnehmerinnen an den Fragen zionistischer Frauenarbeit. * Im Hause von Frau Dr. Jacobsohn, Erfurt, fand eine Zusammenkunft der zionistischen Frauen Erfurts statt. Die im Anschluß an einen Vortrag von Frau Dr. Zadik, Berlin, über ״Palästinensische Frauenproblcme“ cinsetzcnde ausführliche Aussprache führte zu einer Reorganisierung der Erfurter Frauengruppe, deren Leitung Frau Dr. Li pp mann, Erfurt, übernommen hat. * ln der vergangenen Woche fand im Hause von Frau Dr. Zadik,' Berlin, eine Zusammenkunft der zionistischen Frauen Neuköllns statt, die nach einer Aussprache über die Notwendigkeit zionistischer Frauenarbeit zu einem Zusammen- Schluß der Zionistinnen der dortigen Gegend zu einer Frauenarbeitsgmppe Süd führte, ln Aussicht genommen ist neben praktischer zionistischer Arbeit eine Aussnrache über ״Jüdische Arbeit in Erez-Israel“ im Anschluß an Referate. Die Gruppe wird 1!tägig tagen, die nächste Zusammenkunft findet am Monta־״, den 19. September, abends J׳s9 Uhr, im Hause von Frau Dr. Zadik, Neukölln, Kaiser-Friedrich-Straße 13, statt. Interessierte Gesimiungsgenossinnen Werden um ihre Teilnähme gebeten. Die übrigen in Berlin im Vorjahre gebildeten Arbeitsmeinschaftcn (in Charlottenburg, Westen, Nordwesten, Schöneberg, Norden) werden gleichfalls unmittelbar nach den Feiertagen wieder mit ihrer Arbeit in regelmäßigen Zusammenkünften beginnen. Gesinnungsgenossinnen, die an diesen Zusammenkiinften teilzunehmen oder nähere Auskunft wünschen, werden um freundliche Meldung an das Sekretariat für Frauenarbeit, Meinekestraße 10, gebeten. Sekretariat für Frauenarbeit. Es besteht die Absicht, in Halensee/Charlottenburg, Gegend Paulsborner Straße, einen hebräischen Kindergarten einzurichten. Eine Anzahl von Anmeldungen liegen bereits vor; Kinder können noch aufgenommen werden. Wir bitten evtl, um umgehende Anmeldungen. Ferner soll der im vorigen Jahre im Nordwesten gegründete hebräisehe Montessorikinderpfarten, der den Sommer über geschlossen war, nunmehr wieder eröffnet werden. Auch für diesen Kindergarten werden Anmeldungen noch entgegengenommen. Nähere Auskunft erteilt das Sekretariat für Frauenarbeite Berlin, Meinekestr. 10. Delegierten - Liste des Delegierfentages in Erfurt Dr. Adler, Freiburg; Alexander Adler, Wandsbek; R.-A. Aronheim, Frankfurt a. O.; Dr. Elieser Ascher, Berlin; Dr. Martin Auerbach, Hamburg; Max Bacher, Berlin; Dr. Albert Baer, Berlin; Dr. J. Bamberger, Nürnberg; Hans Baum, Leipzig; Harrv Bein, Nürnberg; Dr. Hans Bloch, Berlin; Kurt Blumenfeid, Berlin; David Bravmann, Hannover; Edmund van Cleef, Hamburg; R.-A. Erich Cohn, Berlin; R.-A. Dr. M. Cohn, Magdeburg; Dr. Walter Czapski, Berlin; R.-A. Dr. Deutschmann, Oppeln; Dr. Dresel, Stettin; Dr. Harry Epstein, Duisburg; Dr. Walter Erhard, Berlin; Trude Falk, Magdeburg!; J. Feuerring, Berlin; Benjamin Fischei, Hannover; Dr. Foerder, Berlin; Justizrat Dr. E. Frankel, München; R.-A. Dr. Frankel, Beuthen; Hugo Frankel, Berlin; Dipl.-Landwirt Zwi Ginsburg, Erfurt; Dr. Nahum Goldmann, Berlin; Dipl.-lng. Nathan Grünstein, Frankfurt a. M.; Dr. Arthur Hantkc, Berlin; Dr. Felix Harry, Wiesbaden; Walter Heilbrunn,Berlin; Dr. Ernst Heppner, Hamburg; Fritz. Herz, Wiesbaden; Otto Hilb, Mannheim; Jose! Hirsch, Halberstadt; R.-A. Hermann Hirsch, Halberstadt; Dr. Sally Hirsch, Halberstadt; Dr. Holzer, Chemnitz; Dr. Hurwitz, Berlin; Adolf Israelski, Leipzig; Willy Jacobsohn, Königsberg; Frl. Channa Jurmann, Köln a. Rn.; Zwi Kanel, Wiesbaden; Dr. Siegfried Kanowitz, Berlin; Alfred Katz, Bamberg; Dr. Kauder, Berlin; Paul Kaufmann, Aachen; Dipl.-lng. Kaufmann, Frankfurt; Herz Kaufmann, Wiesbaden; Isaak Klausner, Bochum; Dr. Ludwig Klein, Erfurt; Max J. Kober, Berlin; Adolf Koch, Essen; R.-A. Dr. Kollenscher, Berlin; R.-A. Kugelmann, Cassel; Dr. Alfred Landsberg, Wiesbaden; Martin Ledermann, Duisburg; Lehrfreund, Leipzig; R.-A. Dr. Leiewer, Berlin-Schöneberg; Rabbiner Dr. Harry Levy, Berlin; Richard Lichtheim, Berlin; Dr. Rud. Liebstädter, Nürnberg; Kurt Löwenstein, Duisburg; Dr. Löbenstein, Leipzig; Bernhard Lustig, München; Dr. Jos. Marcus, Breslau; Dr. Franz Mayer, Frankfurt a. M,; Oscar Mammer, Leipzig; Dr. Max Mayer, München; S. Mechlowiiz, Oberhausen; Arthur Metzger, Mainz; R.-A. Meyer, Lübeck; R.-A. Erich Michaelis, Hamburg; J. Milewsky, Plauen; Dr. Fritz Millner, Berlin; James Moses, Magdeburg; Dr. Siegfried Moses, Zwickau; R.-A, Nemann, Halle; Gottfried Neumann, Leipzig; Dr. Noack, Gotha; Dr. Noßbaum, Zwickau; Dr. Nußbaum, Nürnberg; Frl. Acnne Pomeranz, Köln; Dr. Pomeranz, Elberfeld; Willy Preiß, Berlin; Landgerichtsrat Arthur Rau, Berlin; Frl. Lilly Rheinberg, Dortmund; Dr. Egon Rosenberg, Berlin; Dr. Martin Rosenblüth, Berlin; Walter Roth, Berlin; Dr. Rudolf Samuel, Breslau; Willi Samuel, Frankfurt a. M.; Dr. Sichel, Chemnitz; Fritz Silbermann, Liegnitz; Dr. Ernst Simon, Frankfurt a. M.; Dr. Soloweitschik, Berlin; Hans Spanier, Dortmund; Dr. Paul Sulzberger, Berlin; Dr. Hugo Schachtel, Breslau; Sehapiro, Frankfurt; Gerson Schein er, Hamburg; Dr. Simon Schereschewsky, Berlin; Dr. Schlochauer, Erfurt; Dr. Justus Schloß, Frankfurt a. M.; Dr. Schloßberg, Königsberg; Hermann Schocken, Dresden; Frau Lilly Schönfeldt, Cöthen; Dr. Schramm, Gotha; Dr. Schwarz, Beflin; Chiel Schwarzbart, Beuthen; Frl. L. Stein, Hannover; Dr. H. Strauß, Hamburg; Dr. Willy Strauß-Reich, Cottbus; Ing. Tschernoff, Dresden; L. Tumpowski, Leipzig; Manfred ullmann, Erfurt; Moses Waldmann, Berlin; Siegfried Weitzmann, Berlin; Alfred Wertheim, Osnabrück; Dr. Robert Weltsch, Berühr Dr. Wolfheim, Erfurt; Jakob Wolff, Frankfurt a. M.; Max Wolisteiner, Berlin; Dr. Woskin, Leipzig; Frau Dr. Zadik, Berlin. Eingesandt Erklärung. Der in der Nr. 34 und 35 der ״Jüdisch-Liberalen Zeitung" veröffentlichte Angriff des Herrn Lazarus Goldschmidt gegen das vor sieben Jahren erschienene Buch ״Haskalah“ von Dr. Josef M e i s 1 gibt den Unterzeichneten Anlaß zu folgender Erklärung; Im Interesse der Reinheit der literarischen Sitten erheben wir gegen den Ton dieser Kritik mit aller Entschiedenheit Einspruch. Wenn auch eine strenge sachliche Kritik nur erwünscht sein kann, so verstößt es doch gegen die Würde der Wissenschaft, wenn Irrtiimer eines Autors in dieser Weise zur Herabsetzung seiner ganzen Gelehrtenarbcit benutzt werden. Moses Auerbach, E. Banetli, I. Bergmann, S. Bernfeld, S. Dubnow, I. Eibogen, Ismar Freund, J. Lestschinsky, Fritz Kahn, D. Koigen, F. Schneersohn, M. Soloweitschik, li, Torczyner, Gottli. Weil, M. Wiener, M. Wischnitzcr, J.Wohlgcmuth. Vortrag von Dr. Olsvanger: ״Die goldene Kette“. Dei Keren Hajessod veranstaltete am 5. d. M. einen literarischen Abend. Dr. Olsvanger sprach über das Drama von Pcrez ״Die goldene Kette“. Der Vortragende führte aus, wie gerade dieses Drama eine Symbolisierung des jüdischen Volkstums ist, wo es sich wie im Osten erhalten hat. Die Rebbefamilie des Dramas spiegelt in ihren Hauptvertretern die verschiedenen Phasen seiner letzten Entwicklung. Da ist der Urahn Sehelamo, der wahre Chossid, voll reiner Gottseeligkeit und heiliger Menschenliebe; da ist sein Sohn Pinchas, bei dem die Frömmigkeit schon zu einer finsteren Formel erstarrt ist, während seines Sohnes Mosche, nur noch ein Abglanz einstiger Größe, Jüdischkeit leere Phrase geworden ist. Ein typisch Degenerierter ist dieser Mosche, zu schwach, um die ,,goldene Kette“, die ihn mit den Ahnen verbindet, zu unterbrechen, aber auch zu schwach, um sie fortzuführen. Schon kann er seine Tochter nicht mehr dem Volkstum erhalten. Sie verlobt sich mit Dr. Bergmann, dessen Name und Titel schon ein Protest gegen Familie und Milieu bedeuten. Zwei Welten stoßen da zusammen: Als der Großvater, der düstere Pinchas, von dem Einbruch dieses Outsiders in seiner Familie hört, verflucht er ihn und frohlockt, als des Doktors Haus in Flammen aufgeht, worauf der Doktor nur die trockene Antwort hat: ״len bin versichert.“ — Lea geht, als Frau Bergmann, fort — fort in die fremde Welt, zu dem fremden Volk. — — Nach Jahren kehrt sie zurück, eine gebrochene, totgeweihte Frau, aber der größte Schmerz ihres Lebens ist, daß ihr Kind blind ist. Und diese Tragödie Leas, so erläutert Dr. Olsvanger, ist die Tragödie aller ostjüdischen Frauen — vielleicht auch die der westjüdischen. Denn jede Mutter, die sich nicht ihrem Kinde in ihrer wahren Gestalt zeigt, kann von ihrem Kinde nicht erkannt, nicht gesehen werden; jede Mutter, die ihr Volkstum verleugnet, und versucht, sich mit den Füttern einer fremden Kultur zu behängen, hat die ״goldene Kette“, die sie mit den Ahnen verknüpft, zerrissen und ihr Kind geschädigt. Lea ist im Russentum aufgegangen, doch aus der Kultur dieses Volkes konnte sie nicht die Kraft schöpfen, die einst ihrem Ahnen die Heiligen Bücher gespendet haben. Aber auch zurück kann sie nicht mehr, denn das Judentum ist schwach geworden, es fehlt ihm die heilige Kraft, mit der es Schelamo erfüllt hat, es kann die junge, aufstrebende Generation nicht mehr fesseln — so muß Lea sterben. Aber Unzählige stehen gleich ihr an der Schwelle des ״Ehemals“, zu dem sie nicht mehr zurück können, denn es gibt nirgends ein ״zurück“ für den Lebenstüchtigen. Für ihn heißt es Neuland suchen, und dieses Neuland ist Palästina. Der Geist,des gotterfüllten Schelamo ist im Galuth erstorben, aber im Gelobten Land wird er wieder auferstehen. Dort wird das Kind wieder sehend werden. Und allen den unzähligen Leas, die in Ost und West ratlos vor den verschlossenen Pforten einer abgeschlossenen Vergangenheit stehen, werden im Neuen Land ihren Kindern ein neues Licht entzünden. m. n. Hebräische Lehrustalt der Jüdischen Gemeinde zn Berlin בית מדרש לעברית של קהלה היהודים בברליו. Große Hamburger Straße 27. Die Hebräische Lehranstalt eröffnet im Wintersemester 1926/1927 ihr XVII. Semester. Für Erwachsene werden neue Anfängerklassen eingerichtet. Fortgeschrittene können in einer der bestehenden Klassen Aufnahme finden. Für die Einführung in Mischna und Talmud soll ein neuer Kursus begründet werden. Auch für Schüler im Alter von elf bis vierzehn Jahren ist die Einrichtung von Klassen im Zentrum una westen vorgesehen. Das Schulgeld auf allen Stuten beträgt monatlich zxvei Mark, für Schüler und Studenten eine Mark. Unterrichtsstunden: morgens, nachmittags oder abends, nach Wunsch der Beteiligten. Beginn des Unterrichts in sämtlichen Anfängerklassen: Dienstag, den 12. Oktober, 7 Uhr abends, in der Großen Hamburger Straße 27, Anmeldungen nimmt der Leiter der Hebräischen Lehranstalt, Herr N. Berggrün, im Schullokal in seiner Sprechzeit — Montag und Donnerstag, 6 Uhr abends — entgegen. Während der Ferien sind Anmeldungen schriftlich an folgende Adresse zu richten:!N. Berggri'in, Wilmersdorf, Prinzregentenstraße 94 (Telephon: Uhland 6985, nachmittags 2 bis 3 Uhr). Hebräische Sprachschule, Dresden. Das Wintersemester beginnt am Montag, den 4. Oktober 1926. Neben den bestehenden Kursen für Vorgeschrittene verschiedener Stufen wird ein neuer Anfängerkursus eingerichtet. Meldungen erbitten wir rechtzeitig an die Herren Leo Anschel, Blochmannstr. 29 II.; Aminadav Grynberg, Gluckstr. 4; Edgar Kaufmann, Arnstädtstr. 10, Tel. 33 893; Büro Scestr. 7 11., Tel. 11701. Hebräische Sprachkurse der K. Z. V., Köln. Der Unterrieht für Anfänger und Fortgeschrittene beginnt nunmehr nur zweimal im Jahre und zwar am 1. Oktober und am I. April. Die erste Besprechung zu den Kursen findet am Montag, den 4. Oktober, abends 8 Uhr, statt. Der Unterricht beginnt mich in derselben Woche. Näheres durch das Zion. Sekretariat, Brandenburger :־•Habe 14, Rhkl. 9332. Helm des Jüdischen Frauenbundes in Wyk auf Föhr für tuberkulös gefährdete Kinder und weibliche _ Jugendliche. Es ist dem Jüdischen Frauenbund gelungen, in Wyk auf Föhr ein Haus zu erwerben, das in ganzjährigem Betrieb 35 bis 40 Kindern und weiblichen Jugendlichen Aufenthalt gewähren kann. Das Haus befindet sich in günstigster Lage des Südstrandes, ist ein neuerer Bau mit hygienisch einwandfreien Schlafräumen in zwei Stockwerken, reichlichen Tagesräumen und Glaslicgehalle. Durch einige bauliche Veränderungen — Anlage von Zentralheizung, mehr Bade- und Waschräumcn — wird das Heim, das am 1. November d. J. übernommen werden kann, zum Frühjahr nächsten Jahres seine Pforten öffnen können.