Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 61 (6.8.1926)
- Date
- 1926-08-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 444 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 81 Monieren/ de* Verbandes ״ORT“ Vom 8. bi- 10. August findet in Berlin (Logenhaus, .\leisistr. ׳111 (1י!. Allgemein(• Koiifeien/ des Verbandes ״Ort“ Die I •ige.-oidiinng der Konferenz umfaiit u. a. folgende Bunktc: Belicht über die Tätigkeit der Zentralverwaltung — l>r. I.. R ז a in s o 11 , Beru hte der Landesorganisationen über die Tätigkeit des ,,Ort‘׳ in Rußland, Polen, Rumänien, Lit׳;I, 1 etil.111,i, Wc-teuron.i und Amerika, ein Referat über ,,Wesen mul Ausbau u11-e!er Organisation“' Von I)r, A, Sin- ״ a I o \v s k v und \'o:tra״e über ,,Arbeitsplan auf dem Oebiete de- Bi ■rufsbildinigsw ׳esens‘‘ von Ing. L. trcnkcl, über die uurhsfeu Aufgaben auf dem tiebiete der Landwirtschaft'•' um!hot'. B. Brut/kus und über ,,Kredithilfe in Bonn von Werkzeugen und Rohstoffen" von Prof. S. I r a 11 k f 11 1 f. Der OR!-Verband verfolgt überall; wichtige und drin- ״ende Zdcle des jüdischen Volkslebens. Was bei anderen Völkern -laatli'Tn■ ()!׳.;׳;aui-1;11io 1!en. ausgestattet mit einer Fülle von Math! und Mithin zur 1 )iirchfiiluung bringen, müssen bei den Juden auf freier Mitgliedschaft und freiwilligen B,in,reu aufgeh.inte Verbände leisten. Diese Arbeit wird durch die Verteilung der Juden auf verschiedene Länder mit difbuenter p.)!irischer Linsteilung gegen die Juden ei helilieb ersehwert. Du׳ Truden/ des OR T, (1rodtiktivierung des jüdischen Volke-, i-t beste, großzügige, über den ein- /einen Richtungen im ndi ■elieti Volke stellende Volkspolitik. Daranerklärt sich die Tatsache, dal'i im ORT Vertreter aber politischen S• batticrimiveu einträchtig nebeneinander arbeiten. Du׳•-׳; l Tt'־ taml iegt aber auch dem ORT im Interesse sein-; vei dien •t vollen Werkes die Verpflichtung; auf, überparteilich zu bleib!1t und alle Kriifte zur Förderung seiner Ziele zu vereinigen. Das wird dem ORT um so leichter fallen, als er in höherem Malle als andere allgeinein-jtidische Zweekverbämle nicht nur für die jüdischen Massen, sondern im Linvenieltmen mit ilmen und als Altsdruck ihres Willens arbeitet. Lin sichtbarer Beweis dafür ist der Umstand, daß an der bevorstehenden Berliner Tagung nicht Notabein, sondern wirkliche Volksvertreter aus vielen Ländern teilnehirien werden. Wir freuen uns, dall viele aktive und eifrige Mitarbeiter des ORT erprobte Zionisten sind und dadurch lebendig beweisen, welche innige Anteilnähme bei den zionistischen Juden für die Bestrebungen des ORT vorhanden ist. Wir begrüßen die am 8. d. M. beginnende Konferenz des ORT und wünschen ihr besten Erfolg. Dem Bericht, der der III. Konferenz des ״Ort“ vorgelegt werden wird, entnehmen wir folgende Einzelheiten: Die Durchführung• der Ver׳bandszicic, Verbreitung von Handwerk und Landwirtschaft unter den Juden erfolgte in der Berichtsperiode 1923 bis 1926 in folgenden Formen: 1. Gewährung von Krediten an jüdische Handwerker in Form von Werkzeugen und Rohstoffen: 2. Kredithilfe an jüdische Landwirte durch Beistellung von Saatgut, lebendem und totem Inventar sowie von Baumaterialicn ttnd 3. Ausbildung von Lehrlingen und Erwachsenen in Fachschulen und Lehrwerkstätten. In der Berichtsperiode unterstützte der ״Ort“ durch.Kredite 1800 Handwerkcrfaniiiien, 3500 Landwirte und erteilte an 5600 Lehrlinge Fachunterricht in seinen Anstalten. in der Berichtsperiode wurde eine selbständige Organisation des Verbandes ausgebaut und aus eigenen Mitteln eine Summe von 800 000 Dollar für Verbandszwecke ausgegeben. Diese Summe entspricht dem Fünffachen jenes Betrages, den der ״Ort“ in der Zeit von 1020 bis 1923 aufzubringen vermochte. In dieser Summe sind die Beiträge anderer jüdischer Organisationen, wie Joint usw., nicht, enthalten. Während der Konferenz wird im Logenhaus, Kleiststr. 9, eine Ausstellung von kartographischen und photographischen Darstellungen der Arbeiten des ,,Ort“-Verbandes zu sehen sein. Eine Ausstellung von Originalmustern der in den ״Ort“- Schulen hergestellten Produkte mußte mit Rücksicht auf die technischen Schwierigkeiten des Transportes dieser Produkte aus den verschiedenen Ländern, wo der ״Ort“ seine Anstalten erhält, unterbleiben. Der wirtschaftliche Zusammenbruch der Ostfoden Das Juliheft des ״Weltwirtschaftlichen Archivs“ bringt eine größere Abhandlung über die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Ostjuden nach dem Kriege, in der der Verfasser, Jakob Lestschi nsky, die Wandlungen im Wirtschaftsleben der Juden in Rußland, Polen, Litauen und Lettland skizziert. Die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen die ostjüdischen Massen ihren Existenzkampf in den Nachkriegsjahren führen müssen, charakterisiert Lcstschinsky folgendermaßen: 1. Infolge des Staaten- und Bürgerkrieges, der Zerrüttung der Landwirtschaft, des Ausfalles oder Rückganges der Agrarausfuhr ist die Aufnahmefähigkeit der bäuerlichen Massen für städtische Erzeugnisse stark gesunken. 2. Die Zerrüttung der Industrie hat der Nachfrage nach städtischen Erzeugnissen noch mehr Einhalt geboten. 3. Das Steuer- System ist überall zugunsten des Bauerntums abgeändert worden und belastet insbesondere das städtische Element. 4. Das im Verhältnis zur Vorkriegszeit kulturell und politisch stark vorgeschrittene Bauerntum hat durch ein verzwdgtes Genossenschaftswesen, eine Art ökonomischen Selbstschutzes, aufgebaut. Ungefähr eine Million Juden lebte vor dem Kriege im Ansiedlungsrayon vom Agrarproduktenhandel. Diese Masse wurde infolge der Veränderung in der osteuropäischen Wirtschaftsstruktur an den Bettelstab gebracht. In ihrem wirtschaftlichen und sozialen Gesundungsprozeß sind die Ostjudea auf Jahrzehnte zurückgeworfen worden. Der Prozentsatz der werktätigen Elemente ist gesunken; der ungesunde Kleinhandel nimmt zu. So oblagen z. B. unter den Juden in Lettland im Jahre 1897 35,4°,״ dem Handel״ im Jahre 1920 schon 50°/o, im Jahre 1923 53,6°/0. Dagegen ist der Prozentsatz der in der Industrie beschäftigten Juden von 45,2% im Jahre 1897 auf 32,40/o im Jahre 1920 gesunken. In Litauen waren im Jahre 1S97 30,90/0 der Juden im Handel, im Jahre 1923 schon 400,״, in der Industrie aber im Jahre 1897 38״/#, jetzt nur 33%. Unter den Juden in Weißrußland sind 60% Handels- und Luftmenschen, bloß 7% leben von Lohnarbeit und nur 20% vom Handwerk. In der Ukraine leben vom Handel 54% der Juden, von Lohnarbeit 6,3%, vom Handwerk nur 18%. Die jüdische Arbeiterklasse hat überall halte wirtschaftliche Schläge erlitten, die sie dazu gezwungen haben, viele schwererrungene Positionen aufzugeben. Unter den jüdischen Arbeitern in Osteuropa herrscht eine schon konstante Arbeitslosigkeit. 30% aller jüdischen Schneider in der Ukraine und Weißrußland sind monatelang arbeitslos. Die Arbeitergeneration der Vorkriegszeit ist fast väiiig verschwunden. Ein großer Teil ist zu Händlern geworden. Sehr traurig ist die Lage des jüdischen H a n d w e r k s. Lestschinsky vergleicht dabei die Ergebnisse der von ihm im Jahre 1914 in Wilna durchgeführten Betriebszählung mit den Ergebnissen der J o i n t ’ sehen Betriebszählung im Jahre 1921 und kommt zum Schluß, daß die Zahl der jüdischen Werkstätten in Wilna um 32%, die Zahl der Werkstätten XXI. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung fttr Deutschland in Erfurt Im ״Kaisersaal“ vom 22.-24. August 1926. Aus den Wahlvorschriften Die Wahlen zürn Delegiertentag finden in den Tagen vom 8. bis 15. August einschließlich statt. Das passive Wahlrecht zum Dclegiertentag steht nur solchen Angehörigen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zu, die ihre Maasserpflicht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt haben. Der Wahlpriifungsausschtiß ist berechtigt, von jedem Delegierten eine schriftliche Bestätigung des Keren Hajessod zu verlangen, und verpflichtet, die Anerkennung des Mandates zu versagen, falls die Oberste Vertrauenskommission des Keren Hajessod Einspruch erhebt. Niemand darf sein Wahlrecht doppelt (in der Ortsgruppe und einer Sonderorgaiiisation) ausüben. Das Wahlrecht zum Delegiertentag steht nur den Ortsgruppen zu, die mindestens drei Monate vor Einberufung des Delegiertentages bestanden haben und vom Landesvorstand bestätigt sind. Jede Ortsgruppe von mindestens 25 Mitgliedern wählt einen Delegierten, Ortsgruppen von mehr als 75 Mitgliedern wählen zwei Delegierte, Ortsgruppen von mehr als 100 Mitgliedern wählen für jedes weitere Hundert Mitglieder einen weiteren Delegierten, wobei überschießende 50 Mitglieder einem vollen Liundcrt gleich gerechnet werden. Es wählen demnach Ortsgruppen von 25— 75 Mitgliedern I Delegierten, Ortsgruppen von 76—125 Mitgliedern 2 Delegierte, Ortsgruppen von 126—225 Mitgliedern Delegierte, Ortsgruppen von 226—325 Mitgliedern 4 Delegierte usw. Als Mitglieder der Ortsgruppe werden hierbei nur diejenigen Zionisten gerechnet, für die der Schekel für das Jahr 5686 und der Zionistensteuer-Beitrag bzw. Landesbeitrag für das Jahr 1925 und für die erste Hälfte des Jahres 1926 in bar an die Zionistische Vereinigung für Deutschland vor Beginn der Wahlen überwiesen ist. Unterbringung, Alle Gesinnungsgenossen, die die Absicht haben, am Delcgiertentag teilzunehmen, werden dringend gebeten, dies jetzt sofort llcrrn Dr. Schlochauer, Erfurt, Anger 51, rnitzuteilen. Es stellen Zimmer in Hotels 1. Ranges M. 6 und M. 7,20 inkl. Bedienung, Hotels II. Ranges M. 3,70 bis M. 4,60, inkl. Bedienung, Hotels III. Ranges M. 2 bis M. 2,50 inkl. Bedienung, Privatquartiere M. 2 bis M. 3 mit Frühstück zur Verfügung. Bei allen Bestellungen ist die Aufenthaltsdauer aufzueben und auch rnitzuteilen, ob Zimmer mit einem oder zwei etten gewünscht werden. Nur bei allen denjenigen Delegicrtentagsbesuchern, die rechtzeitig Quartiere bei der oben angegebenen Adresse bestellen, kann Garantie für eine wunschgemäße Unterbringung übernommen werden. Dies gilt insbesondere für die Besteller von E i n z e I z i m - mern, die nur in beschränktem Umfange vorhanden sind. Empfangsabend, Am Sonnabend, den 21. August, abends, findet ein zwangloses Zusammensein aller Delegiertentagsbesucher in den Gesellschaftsräumen des Hotels Kossenhaschen, gegenüber den! Bahnhof, statt. Gesellschaftsfahrten. Den Delegiertentagsbesuchern wird Gelegenheit zu billigen Gesellschaftsfahrten durch Thüringen und dem Harz geboten. Näheres wird noch bekanntgegeben werden. Eintrittskarten. Es werden Eintrittskarten für Zuhörer ausgegeben, und zwar Karten für die ganze Tagung zum Preise von 2,50 M., für die Eröffnungssitzung zum Preise von 1,50 M., für die folgenden Tage zum Preise von 0,75 M. Bestellungen unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages und eine; Freikuverts werden schriftlich an die Z. V. f. D. erbeten. Jugendliche erhalten Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für die ganze Tagung durch Vermittlung der Jugendverbände oder bei der Z. V. f. D. mit Lohnarbeitern 11m 42,3%, die Zahl der Lohnarbeiter um 63,7% und die der Lehrlinge um 92,7% zurückgegangen sind. Auch in den großen Fabriken in Polen machen die jüdischen Arbeiter einen viel geringeren Prozentsatz als vor dem Kriege aus. ln S o w j e t r u ß 1 a 11 d bilden die jüdischen Arbeiter in den großen Fabriken nur einen geringen Prozcntsat z. Ein sicherer und rationeller Weg zur Verhütung einer weiteren Degradation und Degeneration der Ostjuden kann mir in der Richtung der wirtschaftlichen und sozialen Gesundung der Wirtsvölker gefunden werden. Vor allem in der freien Entwicklung der Industrie, des Handels und des Verkehrs. Kleine Nachrichten Wir erhalten soeben die erste Nummer einer neuen Zeitschrift ״L’Avenir Illustre“, die in Casablanca (Französisch- Marokko) erscheint. Der Herausgeber der Zeitschrift ist unser Gesinnungsgenosse J. Thursz. Die Zeitschrift, die außerordentlich geschickt redigiert ist, wird hoffentlich dazu beitragen, das marokkanische Judentum in höherem Maße als bisher mit dem Wcltjudcntum zu verbinden und auch für die Arbeit in Palästina zu interessieren. Wie uns mitgeteilt wird, wurde in Genf eine Organisation mit Namen ״Für den allumfassenden Friede n“ gegründet, die die Absicht verfolgt, nicht nur die Nationen, sondern auch die Religionen, Gemeinschaften, sowie die wissenschaftliehen und ethischen Gesellschaften der Völker des Ostens und Westen zu gemeinsamem Handeln zu vereinigen. Man beabsichtigt, von Zeit zu Zeit Konferenzen cin/uberiiten. Die Adresse der Vereinigung lautet: Madame Meycr-Stolte, 3. Chemin de l’Escalade, Geneve. Der Kongreß der zionistischen Studentenschaft ganz Rumäniens, der am i. d. M. in Czernowitz eröffnet werden sollte, wurde von der politischen Polizei verboten mit der Begründung, daß eine Bewilligung des Innenministeriums nicht eiugeholt worden sei. Das europäische Hauptbüro der amerikanischen Emigrantenschutzgeselischaft Ilias ist vor kurzem von Warschau nach Berlin verlegt worden. Aus Anlaß der Ucberführung des Büros nach Berlin veranstaltete der E m i g - direct einen Empfangsabend. Palästina - Wlrtschallsnacbrlchten Nr. 2 der vorzüglichen neuen Zeitschrift ״Palestin e and Near East Economic Magazine“ ist erschienen. Aus dem Inhalt erwähnen wir eine Abhandlung von Kaplanski über ״Landwirtschaftliche Kolonisation“, ein Aufsatz von Ing. Bcrditschcwski über die ״Produktion von Syropen aus Zucker“, ein. Artikel von Ing. Henriques, welcher längere Jahre im indischen Ministerium für ()öffentliche Arbeiten das Dezernat der Bewässerung geleitet hat und von der Zionistischen Exckutive nach Palästina eingeladen wurde, um diese Frage hier zu studieren, über ״Bewässerung“, sowie ein Artikel von M. Dizengoff über die Entwicklung von Tei-Awiw“. Ferner ist in dieser Nummer reiches informationsmaterial in Fragen des Städtebaues, der Landwirtschaft und des Handels enthalten u. v. a. Die Adresse der Zeitschrift ist: Tei-Awiw, P. O. B. 21. In Nr. 11/12 der Zeitschrift ״M i s e 11 a r w ’ T a a s i a“ sind die Ergebnisse der Untersuchung, welche vom Komitee zur Förderung der einheimischen Industrie vorgenommen worden ist und an welcher die Redaktion beteiligt ist, veröffetitlicht worden. Außerdem sind in dieser Ausgabe sämtliche palästinensischen Industrieunternehmungen verzeichnet. Ferner ist der neueste Zolltarif für Palästina mit sämtlichen Ergänzungen und Veränderungen bekanntgegeben. Der Preis für die Einzelnummer beträgt 1 sh. Die Adresse der Redaktion ist: Tei-Awiw, P. O. B. 21. Einem Artikel in der letzten Nummer von ״Mischar Wetaassiah“, die ganz, der palästinensischen Industrie gewidmet ist, entnehmen wir über die jüdische Industrie in Palästina folgende Zahlenangabcn: im Jahre 1926 gibt es in Palästina S73 jüdische industrielle Unternehmungen. An erster Stelle stellen die Fabriken für Herstellung■ von Nahrungsmitteln (222; 25011), an zweiter Stelle die Werke für Fabrikation von Maschinen, für Holzbearbeitung und die Druckereien (12,5°/״), es folgen die Textilunternehmungen (110/0), Fabriken für Baumaterial (9,30/0), Lederfabriken (90/0), ehemischen Werke (6,20״) und Zigarettenfabriken (20/״). Die meisten industriellen Unternehmungen befinden sich in Tel- Awiw und Jaffa. A:1 zweiter Stelle kommt Jerusalem, Haifa erst an dritter Stelle. (Ziko) in letzter Zeit hat eine große Nachfrage für die von der ״Lodz in“ hergestclltcn Strümpfe, die eine sehr gute Ware auf den .Markt bringt, eingesetzt. In Tei-Awiw sollen dem• nächst zwei neue Strumpfwerkstätten eröffnet werden, eine von M. Fried mann & Co., der in seinem eigenen Bau bereits die Maschinen montiert hat und nur erstklassige Seiden- Strümpfe herzustellen beabsichtigt, und die zweite von Herrn Braun aus Lodz, einem der Gründer der ״Lodzia“, der ebenfalls bereits die nötigen Maschinen erworben hat und jetzt die Produktion aufnimmt. (Ziko.) Jerusalem, 22. Juni. (J.T. A.) Dem soeben herausgegebenen Bericht der Paiestine Salt Company Ltd. ist zu entnehmen, daß die Gesellschaft im Jahre 1925 4794 Tonnen Salz (gegen 3457 Tonnen im Jahre 1924) verkauft hat. Der Preis fiel auf £E. 71/צ per Tonne gegen £E. 10 per Tonne im Jahre 1924. Der Gewinn im Jahre 1925 belief sich auf £E. 3,783; wegen der großen Abgaben ergab sich jedoch immerhin ein Fehlbetrag von £E. 222. Am 3. Juli fand in Jerusalem die zweite Jahrcsvrrsammlung des Solel-Bonch statt. Die der Versammlung vorgelegte und von ihr bestätigte Bilanz des Solei Boneh für 1925 schließt mit einem Reingewinn von £E. 3086, nach Abschreibung von £E. 5082, ab. Die Versammlung beschloß, 10»/o des Reingewinns statutengemäß der Chewrath Haowdim zu überweisen, weitere 10% zur Er- Idchterung der Arbeitslosigkeit und den Rest für den Reservefonds zu verwenden. (Ziko) Das ״Commercial Bulletin“ teilt den palästinensischen Seifenproduzenten mit, daß sich ihnen auf der Kolonie Kenya (Ostafrika, Uganda) evtl, ein Absatzmarkt bietet, da dort Mangel an Seife herrscht. (Ziko.) Veraischfes Der Vortrag Dr. Arlosoroff über ״Genf und London“ ist auf Sonnabend, den 7. d. M., abends 8י/> Uhr, in den Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr, 10, verlegt worden. Gesucht werden Stellen für: a) kaufm. Persona!, inännliehe und weibliche Kräfte, für Büro und Verkauf. Es sind hochqualifizierte Kräfte mit langjährigen Zeugnissen und guten Referenzen vorgemerkt. Tüchtige Stenotypistinnen mit perfekten Sprachkenntnissen können jederzeit zugewiesen werden, desgleichen Anfängerinnen. Nachweisungen von sabbatfreien Stellen wären sehr erwünscht, b) Hauspersonal, Hausdamen, Wirtschafterinnen in trauenlosen Haushalten, für Kiudergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen, in Heimen und Kindergärten, c) Ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen, d) Erwerbsmöglichkciten für Werkstudentinnen und Studenten, e) Für Lehriinge in der Kürschnerei, Schneiderei, Schlosserei, Elektrotechnik, in der Herren- und Damenschneiderei, möglichst in Betrieben, die am Sabbat geschlossen halten, für kaufmännisehe und handwerkliche Lehrlinge in kleinen Städten mit Kost und Logis, f) Für Lehrmädchen in der Schneiderei, Putzmacherci, im Frisierfach, ferner kaufmännische Lehrstellen in Betrieben, die am Sabbat geschlossen halten, g) Erwünscht wäre: Zuweisung von leichter Heimarbeit für ältere Frauen und Frauen, die nicht außer dem Hause tätig sein können. Meldungen an: Jüdischer Arbeitsnachweis, Berlin N 24, Auguststr. 17. Tel.: Norden 7085 bis 7087 und 9130. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 6. August, abends, in den Synagogen mit altem Ritus: 7% Uhr, in den Syn. mit neuem Ritus 7 Uhr. Sonnabend, den 7. August, morgens (Neumondweihe) Alte Syn.: 81/2 Uhr, übrige Syn. mit altem Ritus: 9 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: Frühgottesdienst 71/2 Uhr, Hauptgottesdienst 10 Uhr. Predigten: Alte Syn.: Dr. Petuchowski; Syn. Kaiserstr.: Dr. Loewenthal, Synagoge Pestalozzistr.: Dr. Emil Levy, Syn. Fasanenstr.: Dr. Wiener. Sabbatausgang: 8,39 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen abends in allen Syn. bis 12. August: 7J/2 Uhr; ab 15. Aug.: 7 Uhr; morgens: Syn. mit altem Ritus außer Syn. Pestalozzistraße: 61/2 Uhr; Syn. Pestalozzistr. und Syn. mit neuem Ritus: 7 Uhr. Synagoge ״Der Friedenstempel“, Berlin-Halensee, Markgraf-Älbrecht-Straßc 11/12. Hauptgottesdienst: Freitag abends 7 Uhr (Probepredigt). Sonnabend vormittags 10 Uhr (Neumondsweihe); Mincha 8,05 Uhr, Sabbatausgang 8,39 Uhr. Wochentagsgottesdienst: täglich morgens 7 Uhr, abends 7,30 Uhr. Synagoge ״Adass Jeschurun“, Clauseuitzstr. 4 (am Kurfiirstendamin). Gottesdienst am Schabboss ,.Reeh“ Freitag abends: 7'; Uhr, Sonnabend morgens: 91/2 Uhr. Neumondweihe (Rausch-Chaudesch-Benschen) Sonnabend abends (Minche) 8 Uhr. Schabbossausgang: 8,39 Uhr. Beginn der Plätzevermietung Sonntag, den 8. August, vormittags 11 bis 1 Uhr, wochentags nachmittag 5—7 Uhr dortselbst. Wir weisen darauf hin, daß in Haifa die Firma E. Steimazky den Verkauf unserer ״Jüdischen Rundschau“ übernommen hat