Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 55 (16.7.1926)
- Date
- 1926-07-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,30 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, MeinekestraSe 10. Ericheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. AtttlftndsaboGnetteaU werden in der Wahrsag der einzelnen Länder berechnet ^Nummer 55 | Berlin, 16. VII. 1926 Anzeigen - Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70, Anzeigenpreis: 8ge*palt.Nonpar«iUe*eile 0,50 G.-M, Stelleageiuche 0,25 G.-M. Anzeigen* «־bloß: Dienstag und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165-70, Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392• Für Oesterreich; PostsparkasseaaiBt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei; rostsparkassenamt Prag, Konto Nr. 59 4!0. Für Polen; Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190 708, Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Der Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich - rechtlich gesicherten Helmstitte In Pallstlna. ״Baseler Programm.‘« Der jüdische Reiehsverband? Von Rechtsanwalt Dr. Max Kollo 11 scher, Berlin. Herr Dr. Kollcnscher sendet uns von seiner Urlaubsrcisc den nachstehenden Artikel. Er hat, da verreist, den Aufsatz Dr. Sandlers in der vorigen Nummer der ״J. R.“ noch nicht zu Gesicht bekommen. Obwohl nun verständlicherweise für die Leser des Auf, satzes Dr. Sandlers der vorliegende Aufsatz manche Wiederholungen bringt, glauben wir doch mit Rücksicht auf die am 18. d. Nits, stattfindende Sitzung der Kornmission, der jüdischen ()Öffentlichkeit auch die Meinung eines so prominenten Sachverständigen wie Dr, Rollen, scher vermitteln zu sollen. Red. Soll wirklich die große Hoffnung der deutschen Juden, die nach einem lebensvollen Ringen von Jahrzehnten auf der Tagung des Deutschen Israelitischen Gemeindebundes im Januar 1921 ihren Ausdruck in der Verfassung einer Gesamt• Organisation gefunden hat, am 18, Juli 1926 in Erfüllung gehen? Soll jetzt der Wunsch der deutschen Juden nach Einheit und Freiheit, nach Unabhängigkeit und Geschlossenheit zur Wahrheit werden? Wird der Reichsverband gegründet, der sich aus demokratischen Wahlen seine Organe schafft, der die Gesamt Vertretung aller in Deutschland lebenden Juden darstellt, der entschlossen und berechtig! ist, das deutsche Judentum innerlich zu festigen und zu kräftigen, cs nach außen mit Würde und Entschiedenheit zu vertreten und auch sein Führer und Vertreter in allen gesamtjüdischen Fragen zu sein, im Klal Israel die deutsche Landsmannschaft zu verkörpern? Man braucht diese Fragen nur auf uzwerfen, um sie leider sofort verneinen zu müssen. Dr. Neumeyer (München) empfiehlt in Nr. 26 des ״Hamburger Isr. Familienblattes“ den geplanten Verband und dessen Satzungsentwurf dem Wohlwollen der jüdischen Öffentlichkeit. Eine Aufklärung der jüdischen OÖffentlichkeit ist allerdings geboten. Leider ist in den fünf Jahren, die seit dem großen und erhabenden Tage verflossen sind, an dem das deutsche Judentum einmütig eine wahrhafte Gesamtorganisation verlangt hat, die große Münze allzu sehr in Kleingeld umgewechselt worden. Spezialisten auf dem Ge• biete der Gesetzesmacherei und der Geheimdiplomatic haben sich der Frage und ihrer Lösung bemächtigt und haben die Judenschaft selbst zum bloßen Objekt ihrer Projekte gemacht. In letzter Stunde noch muß die deutsche Juiknschaft auf• aktuellsten Interesses zu rücken und eine Lösung zu erzwingen, die der Größe der^Mine und Hoftnungen von 19il entspricht. Es ist bezeichnend, daß der ״Jüdische Reiehsverband“, wie er am 18. Juli gegründet werden soll, bayerischer Herkunft ist, Neurncyer bezeichnet sich mit Recht als seinen Vater, und alle diejenigen, die an den vorbereitenden Besprechungen mitgewirkt haben, wissen, daß die bayerischen Juden, insbesondere der bayerische Landesverband, Anregungen gegeben, Vorbereitungen getroffen haben und in allen bisherigen parlamentarischen Verhandlungen den Entwurf durclizupcitschen bemüht waren. Der preußische Landesverband hat die Zügel völlig aus der Hand gleiten lassen. Er hat zugeben müssen, daß er sich in dieser ganzen entscheidenden Frage auf den bayerischen Kollegen verlassen hat. Der Hinweis hierauf geschieht nicht aus preußischem Partikularismus heraus, der mir völlig femliegt, sondern ist nötig, weil sich, so bedauerlich es ist, die Verhältnisse nun einmal so gestaltet haben, daß die bayerischen Juden innerhalb der deutschen Judenheit die gleiche Rolle zu spielen wünschen, wie Bayern im Reiche. Die Kund• gebung des Münchener Rabbinats zur Frage der Fürstenentschädigung, die Einladung der bayerischen Prinzen zur Enthüllung des Ehrenmales für gefallene Krieger unter Ablehnung einer gleichen Einladung an das Reichsbanner zeigen deutlich, wohin der Kurs geht. Bayern will die Führung haben, um im antidemokratischen Sinne zu führen. Bayern will das Reservat seines Landesverbandes in nichts schmälern lassen und darüber hinaus noch die Führung im Reichsverbande an sich reißen, um dadurch die Sicherheit zu erlangen, daß der Reichsverband nicht einmal die ״bayerischen Belange" beein- Bussen könnte. Tatsächlich hat sich denn auch in der Hauptsache nur Bayern für diese Art von Reichsverband eingesetzt. Wenn Neumeyer etwas anderes sagt, so irrt er. Preußen, dessen Abstimmung entscheidend sein wird, hat bisher noch nicht gesprochen. Die Landesversammlung wird erst im Oktober bei ihrer nächsten Tagung sich mit der Sache befassen können. Erwägt man, daß in der liberalen Partei die Ansichten durchaus geteilt sind, daß aber alle übrigen Parteien gegen die Lösung der Gesamtorganisationsfrage auf Grund einer undemokratischen bayerischen Hegemonie sind, so ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Ablehnung zu rechnen. Ohne die Landesversammlung kann kein preußischer Verbandsb'eschluß zustande kommen. Die Ansicht des engeren Rates, der bisher allein gehört worden ist, ist vollständig unerheblich. Der große Rat, der zur Mitwirkung berufen ist, hat bisher noch keine Stellung genommen. Eine große Anzahl von Vertretern anderer Landesverbände haben ausdrücklich erklärt, daß sie der Gründung des Reichsverbandes auf dem Umwege über die Landesverbände nur deshalb' zustimmen, weil sie glauben, daß nach der Haftung des bayerischen Verbandes eine andere Lösung unmöglich sei. Diese Verbände werden zu der Mühe der eigenen Meinung zurückkehren, wenn der preußische Verband gesprochen oder das deutsche Judentum unmittelbar seinen Willen erklärt haben wird. Am 18. Juli wird in keinem Fall das letzte Wort ge spiochc». Noch immer besteht der Deutsche Israelitische Gemeindebund, und noch immer ist er Träger des Mandats, das ihm die gesamte deutsche Judenheit im Januar 1921 zur Schaffung der Reichsorganisation der gesamten Judenheit Deutschlands als Körperschaft des öffentlichen Rechts im Sinne des Art. 137 der Reichs Verfassung erteilt hat. Die Versuche des D. I. G. B., dieses Mandat restlos zur Ausführung zu bringen, sind durchaus gescheitert; sic wären sicher schon weiter gediehen, wenn nicht die Kreise, die es jetzt plötzlich mit dem Daehverbandc als Reichsorganisation so eilig haben. Schwierigkeiten in den Weg gelegt hätten. Sie werden sich vor der jüdischen Oeffentlichkeit von dem Verdachte nicht reinigen können, das große Einigungswerk von 1921 zerstört zu haben. Was hat sie dazu veranlaßt, und was veranlaßt auf der anderen Seite uns dazu, den Plan von 1921 — die Reichs Organisation durch den D, I.G.B. — nicht aufzugeben! Neumeyer gibt über einige Gründe selbst .Aufschluß. Einen Verband, der durch allgemeine Wahlen zustande kommt, wünschen die Befürworter des ,,Jüdischen Rekhsverbandes“ nicht. Es soll mit ihnen nicht darüber gestritten werden, ob im deutschen Judentum eine gewisse Wahlmüdigkeit vorhanden ist. Die liberalen Freunde des Neumeyerschen Projektes in Berlin können dieser Meinung olfenbar nicht sein, denn sonst würden sie nicht durch den Wablprotest eine neue Berliner Gemeinde wähl herbeizuführen sich bemühen. Wie dem aber auch sei. mit dem rein praktischen Argument einer zeitweiligen Wahlmüdigkeit kann man das unitarische, demokratische Prinzip, das nun einmal Wahlen verlangt, nicht beseitigen. Der D. I. G. B. hält an dem Grundsatz der allgemeinen, gleichen Verhältniswahl fest, wenn er aucli seinerseits zur Vermeidung von wiederholten Wahlen nichts dagegen cinzuwenden hat, daß die Wahlen zu den Landesverbänden mit denen zur Reichs- Organisation zeitlich verbunden werden können. Herr Neu meyer und Genossen aber wollen Union-Demokrattic, ihre ״Reichstagung“, die alle drei Jahre einmal zusammentreten soll, hat die in Bayern offenbar heut noch sehr beliebte Organisationsform des alten preußischen Herrenhauses zum Vorbilde. Die Herren in Bayern halten diese Form für ,,gefühlsmäßig vorbereitet". Sie haben damit das jüdische Gefühl ebenso verkannt wie die Vorbereitungen, die von den deutschen Judenheiten seit langem betrieben werden. Mündlich ist man noch deutlicher gewesen als schriftlich und hat unumwunden anerkannt, daß die ganze Reichstagung nur Fassade und Staffage sei, weil man der jüdischen Oeffentlichkeit auch noch den Schein vorzuenthalten, doch nicht wagte. Die Judenheit aber läßt sich durch das Wort nicht verblüffen. Sie , sieht die Absicht und sie wird verstimmt. Das Notabeinsystem iMfittfr Echtheit und Reinheit soll wkddr •hwgeet§1!t' w«<ittg|V; - Herren aus dem engeren Rate Preußens zu folgen bereit. Von einer auffallenden Bescheidenheit sind Herr Neumeyer und seine Freunde in der Frage der Erlangung des Charakters als Körperschaft des' öffentlichen Rechtes für ihr Produkt. In dieser Beziehung gereicht es mir persönlich zunächst zur Genugtuung, daß Neumeyer dem Art, 137, Abs. 5, der Reichsverfassung, jetzt die Auslegung gibt, die ich ihm stets gegeben habe, indem er sagt, daß der Verband ipso jure mit seiner Gründung das Recht als Körperschaft des öffentliehen Rechts erlangt. Es bleibt sehr seltsam, daß die preußisehen Freunde Ncumeyers diese Auffassung stets entschieden bekämpft hatten, als ich daraus für den D. I.G.B. und seine Verfassung von 1921 die gleichen Schlüsse zog. Langst wäre es möglich gewesen, den D. I. G. B. als Gesamtorganisation arbeiten zu lassen, wenn die gleichen Herren, die sich jetzt meiner Auffassung angeschlossen haben, ihrer Durchführungvor 5 Jahren nicht die allergrößten Schwierigkeiten in den Weg gelegt hätten. Aber freilich, Bauer, das war ganz etwas anderes. Damals die wahrhaft demokratische Gesamt- Organisation, der jüdische Klal, den man. aber nicht wollte — jetzt ein Zerrbild einer Organisation, die Sanktionierung der Herrschaft einer Oligarchie unter bayerischer Führung I So hat man damals den D. I. G. B. nicht arbeiten lassen wollen, weil man nicht häufig und nicht deutlich genug betonen konnte, daß der Wert der Gesamtorganisation gerade in der Anerkennung durch die zuständigen Staatsbehörden läge; jetzt plötzlich soll die innerjüdische Autorität genügen, ohne daß auf die Sanktionierung durch das Reich Wert gelegt wird! Sapienti sat. Legt man auf die Anerkennung durch das Reich Wert, so wird der D. I. G. B. mit seiner Verfassung von 1921 diese Anerkennung leichter und schneller erhalten als der Neurncyer Verband von 1926. Legt inan aller auf diese Anerkennung keinen Wert, so ist vollends nicht einzusehen, weshalb die Geschichte der Arbeit der Gesamtorganisation mit einer Mißachtung des in Begeisterung gefaßten Be- Schlusses der deutschen Judenheit von 1921 beginnen muß. Ist die Lösung des Organisationsproblems des 1). I. G. B. die gegebene, weil die deutsche Judenheit sich dafür entschieden hat, weil sie die einzige jüdische und demokratische ist. weil alle Schwierigkeiten in der Durchführung geringer sind, so kommt noch hinzu, daß nur durch diese Lösung die auch von Neumeyer gerühmten sozialen Einrichtungen und Wohlfahrtsanstalten des D. I.G.B. ohne weiteres der Gesamtorganisation zufallen, während der Weg über den Dachverband von vornherein zwei zentrale Organisationen nebeneinander dulden müßte. Ob es dem Dachverbande gelingen wird, alle nicht zu einem Landesverbände gehörenden Gemeinden zu vereinigen, muß sehr stark bezweifelt werden; der D. I. G. B. aber umfaßt bereits die Gesamtheit der Gemeinden. Schließlieh sei, ohne daß in diesem Zusammenhänge auf Einzelheiten eingegangen werden soll, hervorzuheben, daß auch nach Zuständigkeit und finanzieller Basierung der Dachverband der Landesorganisationen zu einer ewigen Abhängigkeit von den Landesverbänden verurteilt ist. Wirtschaftlich bleibt er der Kostgänger der Landesverbände, geistig offenbar nur der Kostgänger des bayerischen Landesverbandes. ID«! Juden in Deutschland wird ein Danaer-Geschenk angeboten: sie werden den Mut haben, es abzulehncn. Zionistische Universitätspolitik Die in London zusammentretende A. - U. - Sitzung wird unter vielen Agenden auch die Beschlußfassung über die künftige Organisation der U niversität vorfinden. Die öffentliche zionistische Meinung hat sich mit den Fragen der Universität sehr wenig beschäftigt. Vor dem Kriege kämpften die Träger der kulturellen Bestrebungen in unserem Lager regelmäßig um einen Platz für die Kulturarbeit in der Tagesordnung des Kongresses und mußten sich immer damit zufrieden geben, daß die kulturellen Fragen an letzte Stelle gerückt wurden. Seit dem Kriege sind Kulturfragen ganz aus den Beratungen der höchsten zionistischen Instanzen verschwunden. Auch die Universität hat nur als Objekt der Propaganda in der zionistischen Presse und Meinung eine Rolle gespielt. Eineinhalb Jahre sind verflossen, seit Lord Balfour die Universität eröffnet hat. Während dieser Zeit ist goite Arbeit geleistet worden. Wir haben heute ein chemisches-, biochemisches- und mikrobiologisches Institut; das orientalische Institut hat eine Anzahl ständiger Dozenten für arabische und islamische Kultur, das judaistischc Institut hat nunmehr 7 Professoren und 130zenten, hatte bereits zweimal Gastprofessoren aus Amerika und hat soeben einen imposanten Band als Resultat der Studien seiner Mitglieder herausgebracht. Die Bibliothek hat im Jahre 1925 26 000 Bände neu eingereiht und wächst im Tempo einer großen europäischen Bibliothek, die von ihr herausgegebene bibliographische Vierteljahrsschrift ״Kiriath Sefer“ erringt sich die Achtung der Fachmänner. Alles in allem: Ein gutes Stück Arbeit in kurzer Zeit. 9, til1.־! *■־-•%;x ' Was der Universität fehlt, ist die Regelung der äußeren organisatorischen Fragen. Sie ist noch nicht, was ihr Name besagt: Universitas — Einheit eines Ganzen. Ihre Teile sind von verschiedenen Körperschaften geschaffen und patronisiert, welche noch nicht organisch yersclwfetejii ‘stad;,EMI- Kompetenz- und figga|«tp§y#» hältnisse der einzelnen beteiligten noch nicht abgegrenzt; die Universität ist zwar de facto ein Körper für sich, aber noch nicht de jure. Vor allem ist das Verhältnis der zionistischen Organisation zu den anderen Körperschaften, welche die Universität finanzieren, noch nicht klar bestimmt. Das Problem, das sich da vor der Universität aufrollt ist dasselbe, das die zionistische Organisation als Ganzes seit Jahren beschäftigt: die Mitarbeit der Nichtzionisten und die Verteilung der Rechte und Pflichten zwischen Zionisten und Nichtzionisten. 1♦ ‘T״::. ./ ך & Im Sommer des vergangenen Jahres ging Dr. Magn e s, der schon vorher einflußreiche amerikanische Kreise für den Gedanken der Universität gewonnen hatte und die ersten Fonds für das judaistische Institut aufbrachte, nach Amerika. Es gelang ihm, unter dem starken Eindrücke, welchen die Eröffnung der Universität durch Balfour, Samuel und Weiztnanu in der ganzen Welt gemacht hatte, große Fonds in Amerika aufz.11bringen. Die Basis seiner Tätigkeit war hierbei ein Vertrag, der vor seiner Abreise in Tel-Awiw zustande gekommen war, in welchem die Zionistische Organisation ihren ganzen Besitz in den Instituten (chemisches Institut, Bibliothek) der Universität ahtrat. Diese von Dr. Weizmann getroffene Vereinbarung wurde aber vom A.-C. und Kongreß nicht genehmigt. Sie war in Eile zustande gekommen, die Rechte der Zionistischen Organisation waren nicht genügend gewahrt und es ist be- ״reiflich, daß das A.-C. eine Vereinbarung nicht billigte, welche den Einfluß der Zionistischen Organisation auf die höchste gelehrte Körperschaft des Landes nicht genügend sicherte. Der hierdurch geschaffene außergesetzliche Zustand war der Universität zweifellos von großem Nachteil, denn es gab nun keine Instanz, welche als die Vertretung der Universität gegenüber den Behörden, den Geldgebern, gegenüber den Lehrpersonen und Beamten auftreten konnte; im Grunde war niemand da, der die rechtliche Verantwortung für die Fortführung der Arbeit tragen konnte. Ein Andauern dieses Provisoriums wäre ein schwerer Schlag für die Entwicklung der Universität. So wird das A.-C. wiederum vor der prinzipiellen Entscheidung stehen: Zusammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten. Die Politik der Zusammenarbeit, welche Weizmann seit vielen Jahren vertritt, besteht im Bereiche der Universität ihre erste Probe. Es war gute Weizmannsche Politik, wenn Weizmann von den amerikanischen Geldgebern Geld für die Universität nahm, es wird gute Weizmannsche Politik sein, wenn eine Verfassung zustande kommt, deren Grundzüge zwischen Dr. Weizmann und Dr. Magnes schon vereinbart sein sollen, und welche eine Zusammenstellung des obersten Rates der Universität auf der Basis von fifty-fifty vorsieht, wobei unter den von den Nichtzionisten zu wählenden