Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 47 (18.6.1926)
- Date
- 1926-06-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 348 JUEDISCH E RUNDSCHAU Nr. 47 4. Dementsprechend darf der religiöse Liberalismus nicht in einem prinzipiellen Kampf gegen die jüdisch-nationale Bewegung stehen. Er wird jede Ausartung des Nationalismus bekämpfen (aber nicht nur des jüdischen), er wird sich jeder unnötigen Politisierung jüdischer Lebensfragen widersetzen, er muß aber auch erkennen, daß Politik im besten Sinne Realisierung von Ideen heißt. Er darf die Zukunft der nationalen Idee und des Palästinaaufbaus nicht denen anvertrauen, die religiös indifferent sind (damit meine ich nicht alle Zionisten), sondern muß mit dem politischen Sachwalter der nationalen Idee der zionistischen Bewegung Zusammenarbeiten, um in ihr und mit ihr seine besonderen Forderungen zu verwirklichen. V«m FraieiUngreu in Paris Paris, 13. Juni. (J. T. A.) Der Bund jüdischer Frauen unterbreitete dem in Paris abgehaltenen zehnten Kongreß für Frauenstimmrecht eine Denkschrift, in welcher u. a. ausgeführt wird: ,,Wir sind überzeugt, daß jede Abrüstung für die Herbeiführung des Friedens so lange unwirksam bleiben müsse, als in den Herzen die Waffen des konfessionellen und Rassenhasses Zurückbleiben. Unter den Feinden einer moralischen Abrüstung steht der Antisemitismus zweifellos an erster Stelle. Wir fühlen uns verpflichtet, die Aufmerksamkeit des Kongresses ganz besonders auf den Schul- und Universitätsantisemitismus zu lenken, der von derselben Jugend geführt wird, die zur Realisierung des Friedens aufgerufen werden soll. Der Antisemitismus bildet ein ernstes Hindernis für jede Pazifizicrungsbestrebung und jeden Versuch, eine moralische Abrüstung zu erzielen.״ Der Bund jüdischer Frauen ersuchte den Frauenkongreß, sich mit diesem schwerwiegenden Problem im Sinne des Friedensgedankens ernstlich zu befassen. In einer Zuschrift des Sekretariats des Frauenkonresses wurde der jüdische Frauenbund nunmehr verständigt, aß die in der Denkschrift zum Ausdruck gebrachten Wünsche eine der Resolutionen des Kongresses bilden. Zetre Zion 18 Aiaenhü New York, 4. Juni. (J. T. A.) Dem auf der 6. Jahreskonferenz der Zeire Zion in Amerika erstatteten Bericht ist zu entnehmen, daß die Landesorganisation 50 Ortsgruppen mit 2000 Mitgliedern zählt. kleine Nachrichten London, 15. Juni. (J. T. A.) Dem Bericht der Reichs- Wirtschaftskommission ist zu entnehmen, daß in Jahre 1024 jeder britische Einwohner 100 Aepfel, 70 Orangen und 30 Bananen verzehrt hat. Von den 70 Orangen stammten 57 aus Spanien, 7 aus Palästina, 3 aus Südafrika und 1 aus den Vereinigten Staaten. Die Laudessammelstelle des Keren Kaveineth für Erez Israel hat mit der Herausgabe einer neuen hebräischen Zeitschritt ״Hanoar Wc -Haare z“ begonnen, die die Interessen der jüdischen Jugendbewegung fördern soll. Rabbi M e i r - B e r 1 i 11 ist von Ne w York :1:141 Jerusalem gekommen. Er beabsichtigt, ständig in Jerusalem zu bleiben, wo er das Amt eines der drei Mitglieder des Hauptbüros der Misrachi-Weltorganisation bekleiden wird. hie ״Uabimah“ ia Budapest nicht zogeiassen In Budapest war ein Gastspiel der hebräischen ״Habimah“, «fl« ■®!h Wien so stürmischen Beifalf gefunden natte, vorgesehen.' Knapp vor dem Eintreffen der Trunpe verbot die ungarische Regierung die hebräischen Aufführungen der ״Habimah“ mit der Begründung, daß die Mitglieder der Truppe russische Juden seien. — Verbot und Begründung passen ganz" in den Stil der ungarischen Regierungsmethoden. Berlin, 16. Juni. (J.T. A.) Die bekannte junge Sangerin Frau Lia S wet, die früher an der Triccter Oper wirkte, wurde von der Intendantur des Opernhauses in Beuthcn für das Fach des ersten Koloratursoprans engagiert. Eingesandt Bellt der hebräischen layespresse im Galuth! Eine betrübliche Nachricht meldet aus Warschau, daß die hebräische Tageszeitung ״H a j o m“ ihr Erscheinen ein gestellt hat. Diese Nachricht bedeutete keine Ucberraschung. Es war kein Geheimnis, daß der ״llajom" einen schweren Existenzkampf zu führen hatte, der nur durch die aufopfernde Selbstlosigkeit und Hingabe einiger Idealisten ermöglicht wurde. Wiederholt wurde die Zeitung schon totgesagt. Und doch berührt die neueste Kunde, von der Unterbrechung ihres Erscheinens schmerzlich. Die einzige hebräische Tageszeitung in der Diaspora ist nicht mehr? Kann das gesamte außerpalästinensische Judentum nicht ein• mal eine hebräische Tageszeitung am Leben erhalten? Ist das der Erfolg unserer jahrzehntelangen hebräischen Kr ziehungs- und Kulturarbeit, der hebräischen Schulen, Sprach vereine, Konferenzen, Kultnrorganisationen? Man wird versuchen, den Zusammenbruch der hebräisi iu 11 Presse in Osteuropa auf wirtschaftliche laktorc״, auf die schwere Ökonomist he Kr Ui.י namentlich in Polen, zurück zuführen. Gewiß wirken dir. schwierigen Zcitverhältnissc hierbei mit. Die wirtschaftliche Lage der Juden in Polen, dem Zentrum der ostjüdischen Presse, ist katastrophal. Diese Notlage hat es jedoch nicht verhindert, daß dort mehrere große jüdische Tageszeitungen erscheinen und eine weite Verbreitung finden? Und macht nicht auch die verhältnismäßig kleine neujiidischc Gemeinschaft in Palcstina gegenwärtig eine ökonomische Krise durch — und doch erscheinen dort regelmäßig drei große hebräische Tageszeitungen (״Ilaarcz", ״Dawar“ und ״Doar Hajom") neben einer stattlichen Reihe hebräischer Wochen und Monatsschriften. Partei- und Fachblätter (die neueste Bereicherung der hebräischen Presse in Palästina ist die prachtvoll ausgestattete Frauenzeitschrift ״Haischah‘', die. eine besondere Würdigung verdient). Müssen wir, luden des Galuth, uns nicht vor der palästinensischen Judcnheit schämen, daß wir unserer einzigen hebräischen Tagestribüne keine Existenzmöglichkeit bieten? Das Gefühl der Beschämung sei uns aber Ansporn zur Tat! Ein Komitee namhafter Persönlichkeiten in Warschau, darunter Prof. M. Balabaw, Abg. J. Grün bäum. Abg. Farbstein, M. Feldstein und D r. Klumel, ruft die hebräischen Kreise zur Sammlung von Abonnenten für den ״flajom“ auf. 3000 Abonnenten sind erforderlich, um das Wiedererscheinen und die Existenz des Blattes zu gewährleisten. Damit werden auch die hebräischen Kreise und Anhänger des Hebräischen in Deutschland vor eine dringliehe Aufgabe gestellt: eine Abonnentensammlungsaktion fÜT den ״Hajom“ zu organisieren und durchzuführen. Die Erhaltung einer hebräischen Tages-!י r e s s e im Galuth ist eine natio n ,1! e E h r e n - :’flicht für uns! Josef Lin, Berlin. Wir können die Aufforderung des Herrn Lin nur auf das wärmst« befürworten. Red, d. Jüd. Rundschau. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto Nr. 37830 Berlin NW 7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Montag, den 21. Juni abends 81» Uhr. Gruppe des XII. Bezirks, im Cafe Bohne, Steglitz, Albrechtstr. 127. Lichtbildervortrag Herr Ascbell, Palästina: ״Die Araberfrage und die Anpassung der Juden an die Verhältnisse des Landes.” Poale Zion, Jeden Sonnabend abends 8 Uhr im Heim, Linienstraße 159, III. Jeden Sonnabend nachmittags 5>/* Uhr Zeire Misrachi, 1m Misrachi-Büro, .Monbijouplatz 1. Jüdischer Geschichtskursus. Leiter: stud. phil. Flescher. Hapoel-Haza'fr. jeden Donnerstag abends 8V2 Uhr Zusammensein Versammlungsort wird jeweilig bekanntgegeben. Landesverband der Zionisten-Revisionisten befindet sich in der Lietzenburger Straße 8a. Sprechstunden von 1 bis 3 Uhr. Dort befindet sich auch das Büro der Berliner Zionistischen- Revisionistischen Vereinigung. Zionisteasteuer vom i. Jaiinar Ms zam 15. Juni 1926 Ort Zahlung Halbjahres- Kontiagent Rückstände Aachen 88,— 200,— 112,— Allenstein 96,— 200,- 104,- Aschaffenburg 107,— 200,- 93,- Bamberg 48,— 200,— 152,— Berlin 13 076,— 16000,- 2 924,— Beuthen 300,— 1 200,— 900,— Bielefeld 56 — 200,— 144,— Bochum 101,— 200,— 99,- Bonn 69,— 200,— 131,— Bremen 157 — 300,- 143,— Breslau 1 339 — 2 000,— 661,— Breslau (Misr.) 100 — 100,— — Bruchsal 35,— 100,— 65,— Cassel 401,— 800,— 399,— Chemnitz 385,- 500,- 115,- Cöthen 116,- 150,— 34,— Cottbus — 100,— 100,— Darmstadt, 86,- 150,— 64,- Dessau 200,— 200,— — Deutsch-Eylau 40,— 100,— 60,— Dortmund 197,— 250,- 53,— Dresden 262 — 500,— 238,— Duisburg 321,— 600,— 279,— Duisburg/Ruhrort 34,— 100,- 600,- 66,— Düsseldorf 330,— 270,— Elberfeld 322- 600,— 278,— Emden 89,— 100,— 11,— Erfurt 200,- 300,— 100,— Essen 220 — 400,— 180,- Eydtkuhnen 36 — 100,— 64,— Frankfurt/M. 2 000,— 3 000,— 1 000,— Franbfurt.'O. 137,— 200,— 63,- Freiburg 62,— 100 — 38,— Fulda 37,- 100,- 63,- Gelsenkirchen 27,— 100,- 73,- Gießen u. Unig. 171,— 300,- 129,— Gleiwitz 74- 300,- 226,— Görlitz 88,- 120,— 32,— Gotha 67,- 100,- 33,— Halberstadt 1 054,— 1000,- — Halle 177,- 300,- 123,— Ilamborn 64,- 200,— 136,- Hamburg 1 780 — 3 000,— 1 220,- Hamburg (Mi; 666,- 800,- 134,- Hameln 19,-!00,- 81,- Hamm 59,- 200,- 141,— Hannover 277,— 400,-- 123,— Heidelberg 164,- 200,— 36,— Heilbronn 70,— 150,— 80,— Hindenburg 80,- 80 — — Insterburg 116- 150,- 34,— Ka rlsruhe 267,— ״,400 133,— Kiel 87,— 200.-- 113,- Königsberg 400,- 1 200,- 800,- Köln;Rh. ' 505,— 1 200,— 095.— Konstanz 96,— 100,- 4,— i.andsbrrg 96 — 150,— 54,— Leipzig 511,— 2 000,— 1 459,- 1 .iegnitz 144- 144,— — Lübeck — 250,— 250,- Mannhei וי 375,— 400,- 25,- Magdeburg 316,— 600,- 254,— Mainz 172,— 200,. 23,— München 590,— 800,- 210,- München,' G1 a d ba c h 30.— 50,- 20,— Münster 72,- 120,- 48,— Nordhausen 175,- 200,- 25,- Nürnberg 988,— 1 200,— 212,— Oberhausen 32,- 100,- 68!- Oppeln 240,. 240,— — Osnabrück 322,— 400,- 78,- Pfalz (Bcz. 72,- 200,-- 128,— Pforzheim 61,- 100,- 39,- Plauen 150,— 200,-- 30,— Ratibor IGO,— 200,- 100,- Saarbrüe::•־•. — 100,— 100,- Schönkra' 46,- 120, 74,- Stettin 86,— 200,- 114,- Stolp 160,- 200,- 40,— Stuttgai- 160,- 200,— 40.— Trier 180,- ־,400 320,- Wanne 48,— 50, 2,- Wiesfaa : 423,— 600,- 177,- Worms 74,- 150,- 76,- Würzburg 65,— 100,— 35,— Zwickau 253 — 300,- 47,- Einzelne Zionisten 3064,— 3 200,- 136,— lb dev׳''-A!T Kontingente gingen ein: Beuthcn 50,—, C'lc.i!!'0-- « " uhu-, Duis >urg ff. III. und IV. Ou.ir tal!!'MX--. Dü., sc darf 100,--, F rankt u.t/M. 400,-, Halle 900,—, Hamburg 1690,—, Königsberg 100,- —, Nordhausen ׳־־.300 Vermischtes ״Ort.“ Am 21. d. M. findet 8 Uhr abends im Logenhaus, Kleiststr. 10, die Generalversammlung der Gesellschaft ״Ort“, Abt. Deutschland, E. V., statt. Aus der reichhaltigen Tagesordnung seien besonders erwähnt ein Vortrag von Dr. A. Singalowsky über das Thema: ״Gegenwärtiger Stand der Tätigkeit des ,Orf-Verbandes in verschiedenen Ländern“, ferner die Neuwahl des Vorstandes und die Wahl der Delegierten zu dem im Juli dieses Jahres stattfindenden allgemeinen ״Ort“- Verbandstag. Die Generalversammlung des Jüdischen Genesungsheims Lehnitz e, V. findet nicht, wie angegeben, am 27. Juni 1926, sondern am 4. Juli 1926 um 12 U h r im Genesungsheim Lehn i t z statt. Der jüdische Jugendbund Hamburg legt zur Wahrung seiner Neutralität Wert auf die Feststellung, daß der in Nr. 35 der J. R. erwähnte Vortrag unseres Gesinnungsgenossen D r. Victor (Wandsbek) keine zionistische Veranstaltung im Rahmen der Ijahraktion gewesen war. K. J. V. 1.) Wir können einem Tierarzt eine glänzende Niederlassungsmöglichkeit in Süddeutschland nachweisen. 2.) Wir suchen dringend für Juristen Vertretungen, Hilfsarbeiterstellen, Niederlassungsmöglichkeiten oder Stellungen in größeren Betrieben. 3.) Wir suchen für Ärzte Vertretungen ab Ende Juni. Oie Zukunft des llaleh-Tales Ueber dieses Thema sprach am Mittwoch, den 16. Juni, in der Gruppe West der B. Z. V. Herr Josef Braslawski aus Palästina. Der Vortragende, ein gründlicher Kenner Palästinas, Wanderlehrer der Histadruth, schilderte an Hand von zahlreichen Lichtbildern die Orographie des Huleh-Tales,' die verschiedenen Typen der im Hulch-Tal wofmenden Sekten und gab einen Ueberblick über die Rolle dieses im Norden Palästinas gelegenen wasserreichsten Tales Palästinas im Laufe der letzten zwei Jahrtausende. Herr Braslawski vermittelte den Zuhörern eine Fülle folkloristischen und historischen Materials. Er gab der Ucberzeugung Ausdruck, daß man ähnlich wie bei der Trockenlegung der Kabara-Sürnpfe bei der Entsumpfung des Huleh-Tales auf verschiedene historische Funde stoßen werde. Lehrreich waren insbesondere die eingestreuten Bemerkungen Braslavvskis über jene fellachischen Juden in Palästina, die offenbar Abkömmlinge von jüdischen Bauern Palästinas sind, die seit Jahrtausenden ununterbrochen im Lande leben. Es wäre zu wünschen, daß auch andere Ortsgruppen die Anwesenheit Braslawskis, der in Deutschland ein Jahr lang zu Studienzwecken zu bleiben gedenkt, ausnützen und ihn für Vorträge gewinnen. Die Ortsgrnppeo Braunschweig. Am Montag, den 31. Mai sprach in der Wohnung des Herrn Bankdirektor Alfred Levy vor einem Kreise geladener Gäste Herr Dr. Alfred Klee-Berlin über ״Fragen der jüdischen Renaissance“. Durch einen außerordentlich treffenden Vergleich mit den verschiedensten Galuthepochen zeigt er, daß es in unserer Macht steht, ob das gegenwärtige Galuth zum Leben oder zum Tode führen werde. Dem Vortrage folgte eine lebhafte Debatte, die davon Zeugnis ablegte, daß die Worte des Vortragenden ihren Eindruck nicht verfehlt hatten. Am Mittwoch, den 2. Juni, sprach Herr Dr. Klee ferner in einer öffentlichen Versammlung des Bar Kochba über '״Die Lage des jüdischen Volkes“. Es ist freudig zu begrüßen, daß eine derartige Versammlung zum erstenmal in größerem Maße von Westjuden besucht war, die hierdurch offenkundig ihr Interesse für den Zionismus bezeugten. Auch dieser Vortrag fand stürmischen Beifall bei den zahlreich Erschienenen. Mainz. Die Ijahraktion wurde am 29. April mit einem Vortrage des Herrn Dr. Landsberg-Wiesbaden über ״Zionismus und Gegenwart“ eröffnet. Der Referent ging in seinen Ausführungen bis auf die Tiefe des Problems ein, deren Sachlichkeit von der gut besuchten Versammlung durch großen Beifall gewürdigt und ohne Diskussion aufgenominell wurde. Am 2. Mai sprach Herr Dr. Arnold Zweig über die Aktuelle Frage im Judentum vor einem engeren Kreise von Nichtzionisten in der Privatwohnung des Herrn Dr. Drey. Den Abschluß der Aktion bildete die öffentliehe Versammlung am 9. Mai, in welcher Herr Lazarus Barth, Berlin, über ״Altes, neues und jungesjudent u m“ sprach. Das Referat verfehlte seinen Eindruck auf die Anwesenden, besonders auf die Orthodoxenzuhörer, nicht. Die Zahl der Erschienenen (etwa 200) beweist das Interesse, das diesem Vortrage entgegengebracht wurde. M. B. ilrieikasten der Redaktion Literarische Welt. Da ist Ihnen ein schöner Lapsus passiert. Sie bringen unter der Rubrik ״Deutsche Autoren im Ausland” folgende Neuerscheinung: ״Jesus of Nazareth, by Joseph Klausner, translated by Herbert Danby (Allen & Union)״. — Dieser Joseph Klausner ist aber kein deutscher Autor, sondern sein Buch erschien vor vier Jahren in Jeru- Salem in hebräischer Sprache und wurde vom Jerusalemer Kanonikus Danby ins Englische übertragen. Es erzeugte sogar wegen seiner mutigen Behandlung der Jesusfrage eine Art jüdischen Kirchenstreit. Klausner schrieb niemals deutsch, er lebte vor seiner Uebersiedlung nach Jerusalem (wo er jetzt an der hebr. Universität doziert) in Odessa. Gilt auch in Ihren Ohren ein jüdischer Name eo ipso als ״deutsch” —? S. L., Kudowa. Sic haben vollständig recht; es ist Pflicht aller jüdischen Sommergäste, auch wenn diese nicht rituell leben, mit Rücksicht auf den in vielen Kurorten herrschenden Antisemitismus jüdischen Hotels und Pensionen den Vorzug zu geben, um so mehr, als Nichtjuden niemals bei einem Juden Unterkunft suchen. J. N., Magdeburg. Wir danken Ihnen für die Mitteilung und nehmen zur Kenntnis, daß das in unserer Zeitung geschilderte Benehmen des Rechtsanwalts Maaß bei ihm Methode zu sein scheint. Es ist erfreulich, daß auch in dem von Ihnen erwähnten Fall das Gericht Herrn Maaß eine Abfuhr erteilte. Jüdische Gemeinde. Freitag, den 18. Juni 1926 abends, in den Synagogen mit altem Ritus: 71/2 Uhr; in den Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr. Sonnabend, den 19. Juni 1926 morgens: Alte Synagoge: 8/: Uhr; die übrigen Synagogen mit altem Ritus: 9 Uhr: Synagoge mit neuem Ritus: Frühgottesdienst: 74/ Uhr; Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigten: Syn. Münchener Str.: Dr. Arthur Levy (Schrift); Syn. Lützowstraße: Dr. Wiener; Syn. Fasanenstr.: Dr. Bergmann; Syn. Levetzowstr.: Dr. Lewkowitz. Jugendgottesdienst: 4 Uhr: Syn, Rykestr.: Dr. Weyl; 4 Uhr: Syn. Kalserstr.: Dr. Loewenthal; 4 Uhr: Syn. Pestalozzistr.: Dr. Emil Levv; 4>/3 Uhr: Syn. Münchener Str.: Dr. Arthur Levy. Sabbat-Ausgang: 9,33 Uhr. Gottesdienst an dm Wochentagen: abends in allen Synagogen: 71/2 Uhr; morgens: Synagogen mit altem Ritus außer Syn. Pestalozzistr.: 61,2 Uhr; Syn. Pestalozzistr. und Synagogen mit neuem Ritus: 7 Uhr.