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Jüdische Rundschau · 1926-06-11 · Heft 45 (11.6.1926) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 45 (11.6.1926)
Date
1926-06-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Efmekmmmcr 0,90 Ooldmark UDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag Berlin W 15, Meinckestraße 10. Eneheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, vierteljährlich 5,25 Goldmark. Auslandsabnusemeots werden m der Wihnmg der einzelne» Linder berechnet. Nummer 45 Berlin, 11. VL 1926 Anzeigen - Verwaltung Jidische Rmdscka«G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. An2ei}|enp7ci*!8gespaitNo11p«reilleze11e0,50G. M, Stelleag«sueheQ>25G.-M. AaztigeBicUali Dienstag und Freitag aachraittag 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165- 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. I739J. Für Oesterrekbi Postsparknsscnamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tadbachoslowakeii Po«tSparkassen *«st Prag, Konto Nr. 59 410. Für Polen: Postsparkaaaenaait Warschau, Konto Nr. 190708. Redakt io nsschluG Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ט סיוד. חרפ״ו J^X»CLJa|hrg. Dar Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung elnor Affantllch rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm.‘1 Das Memorandum an die Mandatskommission Dem Vernehmen nach soll die Lage in Palästina von der Ständigen Mandatskommission bei ihrer neunten Sitzung mi [uni 1926 beraten werden. Das vorliegende Memorandum ist hauptsächlichst dazu bestimmt, jene Information auf den heutigen Stand zu ergänzen, welche die Zionistische Organisation die Ehre hatte, der Kommission bei Gelegenheit ihrer Siebenten Sitzung im Oktober 1923 vorzulegen. Doch dürfte es für die Kommission wünschenswert sein, daß die statistischen Angaben ein volles Jahr und nicht eine will־ kürlich herausgegriffene Periode von einigen Monaten umfassen. Demgemäß beziehen sich ‘die Statistiken hauptsächliehst auf das Jahr 1925, obgleich neue Ziffern, soweit verfügbar, hinzugefügt wurden. Da das vorjährige Memorandum zum Teil dieselben Gegenstände behandelte, war ein gewisses Maß von Ueberschneidung unvermeidbar, doch wurde alles daran gesetzt, um Wiederholungen auf ein Mindestmaß herabzudrücken. Einwanderung.1) 1. Die Zahl der von der Palästina-Regierung als Einwanderer registrierten Juden im Jahre 1925 belief sich auf 33 801 gegenüber 12856 im Jahre 1924 und 7 421 im Jahre!923. Die Auswanderungsziffern für 1925 zeigen eine Summe von 2151 jüdischen Ausreisenden, davon 666 Vorkriegseinwohner und 1 485 rückwandemde Emigranten. Somit ergab sich eine jüdische Nettoeinwanderung von 31650 Personen im Jahre 1925. Dies ist weitaus die höchste bisher in einem Jahre festgestellte Ziffer und 11m fünfzig Prozent mehr als die gesamte Nettoeinwanderung in den drei Jahren 1922, 1923 und 192•!. Der Hauptstrom der jüdischen Wanderung, der früher nach Nord- und Südamerika ging, wird jetzt sichtlich nach Palästina abgelenkt. 2. fm ersten Vierteljahr des Jahres 1926 kamen etwa 5 500 jüdische Einwanderer, während die Zahl der Ausreisen mit Einschluß sowohl der Vorkriegseinwohner als auch der rückwandernden Emigranten etwa 500 betrug. Diese Ziffern sind provisorisch und dürften noch Richtigstellungen erfahren. Die Gesamtzahl der Juden, die sich seit der britischen Besetzung bis zum 31. März 1926 in Palästina angesiedelt hat, beläuft sich auf annährend 83 000, ungeachtet der etwa 5000 Einwohner, die nach dem Kriege in ihre Wohnsitze *1*Mck״!rrtf*T M׳«■•* ASrttg der festgesieWten AuspefSetr *jwoW von Vorkriegseinwwhnem, als auch von rüekwandernden Emigranten ist die gesamte Nettoeinwanderung (,ausschließlich der rückwandernden Einwohner) während der erwähnten Periode ungefähr 71 W)0. Die jüdische Bevölkerung von Palästina wurde zu Ende 1925 von der Zionistischen Organisation auf 138000 geschätzt, gegenüber 55 000 zur Zeit des Waffen- Stillstandes. Palästina hat heute einen größeren Anteil jiidischer Einwohner als irgendein anderes Land. 3. Die 33 801 jüdischen Einwanderer des Jahres 1925 bestanden aus 30 621 Aschkenasim und 3 180 Sefardim, hauptsächlich aus den ßalkanstaaten, Marokko, Jemen, Kurdistan und Persien. Die hauptsächlichsten Ursprungländer waren die folgenden: Polen I6083 Rußland und Ukraine 6 718 Rumänien 2! 56 Litauen 1 717 Deutschland 063 Türkei 719 Bulgarien 773 Jemen (inklusive Aden) "79 Vereinigte Staaten 570 Lettland '69 Österreich 25׳ Griechenland!ס¬ T schechoslowakei לי 1 Grobritannien 137 Frankreich m Irak 113 Andere Länder SOI 4. Unter den Einwanderern befanden sich 6193 Familien mit 19 740 Mitgliedern oder 58 Prozent aller Ankömmlinge. Die Einteilung nach Geschlecht und Familienstand war die folgende: Ledig Verheiratet aber ohne Begleitung von Familienmitgliedern Verheiratet und in Begleitung von Familienmitgliedern Summe Männer. 6 848 1776 5 302 13026 Frauen. 4 866 771 6026 11 662 Summe. 11 704 2 647 11327 25 578 Sinder. — — 8 223 Summe. 11704 2 547 11.327 33 801 5. Die Einteilung nach Kategorien war die folgende: Kategorie Zahl Prozent 3ersonen mit unabhängigen Mitteln und )hre Angehörigen . . , . » ■ ־ , 11791 34.9 Enabhängige Verwandte von Einwohnern Palästinas 6 717 16.9 Personen mit bestimmten Zusagen wegen Beschäftigung und ihre Angehörigen . 16 161 47 8 Personen mit religiöser Beschäftigung . 129 04 Summe .... 33801 100.0 *) Siche Abs. 1 des dem Generalsekretär des Völkerbundes ״!r Information der Ständigen Mandatskommission im Oktober 1925 überreichten Memorandums. 6. Im Jahre 1925 bestand wie im Jahre 1921 ein bcträchtlicher Teil der jüdischen Einwanderung aus Personen, die zu der sogenannten Kategorie der ״Einwanderer mit unabhängigen Mitteln“ gehörten. Es sind dies Einwanderer, dfe zugelassen werden, nicht um offene Plätze auf dem Arbeitsmarkt auszufüllen, sondern auf Grund des Besitzes eines vorgeschriebenen Kapitalbetrages, der in der Regel mindestens 500 ägypt. Pfund beträgt. Einwanderer dieses Typus nebst ihren Angehörigen bildeten 35 Prozent der Gesamteinwanderung 1m Jahre 1925 und 41 Prozent im Jahre 1924, gegenüber 13 Prozent für 1923 und 17 Prozent für 1922. Die folgenden Ziffern geben eine Vorstellung von dem Maßstab, in welchem in der letzten Zeit von seiten privater Personen Kapital ins Land gebracht wurde. In den ersten sechs Monaten des Jahres 1925 gab es 7050 Einwanderer der Kategorie mit unabhängigen Mitteln. Darunter waren 2149, über deren Mittel die Zionistische Organisation nicht informiert ist. De übrigen 4911 Einwanderer, worunter 1630 Fami- Iienväter waren, gaben Erklärungen ab, wonach sie eine Gesamtsumme von 948 620 ägypt. Pfund oder annährend 193 ägypt. Pfund pro Kopf im Besitz hatten. Darunter waren 478 Familien mit mehr als je 500 ägypt. Pfund und 103 wohlhabende Familien mit einem durchschnittlichen Kapital von 1650 ägypt. Pfund. Nimmt man an, daß unter den übrigen 2149 Einwanderern Familienväter im gleichen Verhältnis waren, also etwa 700, und daß jeder von diesen nur das übliche Minimum von 500 ägypt. Pfund besaß, so muß sich das in sechs Monaten durch Einwanderer dieser Kategorie nach Palästina gebrachte Kapital insgesamt auf etwa 1 300 000 ägypt. Pfund belaufen haben. Im ganzen Jahre, wenn man ein Sinken des Durchschnitts in dieser Einwanderungsklasse im letzten Vierteljahr berücksichtigt, kann der Gesamtbetrag privaten Kapitals, der im Jahre 1925 so nach Palästina gebracht wurde, sehr vorsichtig auf eine Summe von etwa 2000000 ägypt. Pfund geschätzt werden. 7. Es ist wichtig, zu beachten, daß, wahrend der Anteil von Einwanderern mit unabhängigen Mitteln während der beiden letzten Jahre beträchtlich gestiegen ist, kein entsprechender Rückgang in dem Anteil der Einwanderer eingetreten ist, die als manuelle Arbeiter zur Ausfüllung freier Plätze auf dem Arbeitsmarkt hereinkommen. Die Einwanderer ■״ *ie#« Vytuji ״ n# ihr« .4A»4*eMÄit1 ,,fwtdeif**-1» JWta#, J$58; nahezu # Prozent der'Gesamtzahl gegenüber 42' Prozent für 1924 , 59 Prozent für 1923 und 40 Prozent für 1922. Anderer- Seite zeigte sich ein ständiges Sinken in dem Anteil derjenigen Einwanderer, die als abhängige Angehörige von palästinensischen Einwanderern kommen und die 16,9 Prozent der Gesamtzahl im Jahre 1925 bildeten und 17 Prozent im Jahre 1924, gegenüber 26 Prozent für 1923 und 41 Prozent für 1922. Es ist also der Fall cingetretcn, daß der früher von der weniger produktiven Klasse der abhängigen Familicnangehörigen eingenommene Platz von Einwanderer eingenommen wurde, die in jedem Fall wenigstens einen bescheidenen Betrag an Kapital mitbringrn und in vielen Fällen etwas noch Wichtigeres, nämlich Unternehmungsgeist und industrielle oder kommerzielle Erfahrung. 8. Die Einwanderung der Kategorie mit unabhängigen Mitteln erreichte ihren Höhepunkt im Sommer 1925. Im Herbst zeigte sich ein deutlicher Rückgang, und die Monatssumme der Einwanderer dieses Typus (einschließlich ihrer Angehörigen) sank allmählich von 1258 im August auf 590 im Oktober und 278 im Dezember; Dieser Rückgang ist zum großen Teil auf zwei Hauptursachen zurückzuführen. Einerseits spiegelt er die schweren Verluste jüdischen Kapitals infolge der sich vertiefenden Wirtschaftskrise in Polen, aus welchem Land ein großer Teil der Einwanderer in der Regel herkommt. Andererseits spiegelt er aber auch die Wirksamkeit der im Sommer 1925 in Kraft gesetzten neuen Einwanderungsbcstimmungen wieder, die festsetzen, daß Zulassungsges'uchc von Personen mit unabhängigen Mitteln in jedem Einzelfall erst nach Jerusalem geleitet werden müssen. Diese Vorschrift gilt sogar für Polen, w:o die Palästina-Regierung durch einen dem britischen Konsulat in Warschau attachiertcn Palästina- Einwanderungsbeamten direkt vertreten ist. Der lange Zeitraum, der, besonders in der ersten Zeit, zwischen der Einreichung eines Gesuches nach Jerusalem und dem Einlangen der Erledigung eintrat, hatte eine entmutigende Wirkung auf Auswanderungslustige, die viele Wochen in einem Schwebezustand gehalten wurden. Inzwischen wurden die Aktiva, die sie realisiert hätten, wenn sie nach Palästina gereist wären, immer mehr entwertet, sowohl wegen der Handelsdepression als auch wegen des ungünstigen Kurses der polnischen Währung. Dem Vernehmen nach werden jetzt von der Palästina-Regierung Schritte eingeleitet, um diese Gesuche mit größerer Beschleunigung zu erledigen. 9. Die Verlangsamung der Einwanderung dieser Kategorie traf mit einem zeitweisen Stillstand der ungewöhnlich guten Wirtschaftslage zusammen, die die ersten drei Viertel des Jahres 1925 bezeichnet hatte. Im letzten Vierteljahr zeigten sich Symptome von Geldknappheit, die sich in Kreditein- Schränkungen mit ungünstiger Rückwirkung auf den Arbeitsmarkt ausdrückte. Der Stand der Beschäftigung wurde auch durch die Unterbrechung der Bautätigkeit infolge der starken Winterregen ungünstig beeinflußt. Die Zahl der jüdischen Arbeitslosen erreichte ihren höchsten Punkt im Januar 1926, wo sie während einiger Wochen auf den Stand von ungefähr 4600 stieg. Bis Mitte April hatte sich diese Ziffer auf etwa 3000 gesenkt und der Arbeitsmarkt zeigte Merkmale einer Besserung. Es wurde vermieden, daß irgendein Arbeitsloser öffentliche Mittel belastete, und die Zionistische Palästina- Exekutive, zusammen mit der Stadtvertretung von Tel-Awiw und anderen jüdischen öffentlichen Körperschaften, ergriff energische Maßnahmen, um die Lage zu bessern, insbesondere nüttds der Inangriffnahme wichtiger und notwendiger Arbeiten, deren Durchführung noch nicht unmittelbar dringend war. Es ist wichtig, festzustellen, daß die Ziffern der Arbeitslosigkeit zu Ende Februar nicht erheblich höher waren als zu Ende November des vorhergehenden Jahres, obgleich in der Zwischenzeit mehr als 8000 jüdische Einwanderer a!!gekommen waren, «in jöoßer Tdl davon manuelle **beiter. 10. Während alles getan wird, um die Ankömmlinge in enger Uebercinstimmung mit der Lage auf dein Arbeitsmarkt cinzuordneu, kann ein vollständiges Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in jedem gegebenen Zeitpunkt nicht vollständig gewährleistet werden, wenn es sich um starke Gruppen von Einwanderern handelt, die von einer großen Zahl weit entlegener Länder nach Palästina kommen. Andererseits muß aber, wenn man auch mit einem gewissen Maß von Ebbe und Flut zu rechnen hat, doch bemerkt werden, daß trotz dem sehr vergrößerten Umfang der Einwanderung keine längere Periode von Arbeitslosigkeit in irgend In•■ träclitiichem Maßstab eingetreten ist. Es ist auch zu berücksichtigen, daß die plötzliche, wenn auch vorübergehende Krediteinengung zu Ende des Jahres 1925 keinerlei heftige Krise herbeigeführt hat, die fast unvermeidlich gewesen wäre, wenn es wirklich ein beträchtliches UebermaS spekulativer Geschäftstätigkeit gegeben hätte. Der Wirtschaftsbau wurde auf eine ernste Probe gestellt und die Tatsache, daß er den Sturm ausgehalten hat, ohne ernsten Schaden zu leiden, ist wohl ein Beweis dafür, daß er in den Grundlagen gesund ist. 11. Die Memoranden, welche die Zionistische Organisation der Ständigen Mandatskommission im Jahre 1924 (Absatz V) und im Jahre 1925 (Absatz I) zu übermitteln die Ehre hatte, enthalten genaue Information, die hier nicht wiederholt werden muß, hinsichtlich des von der Zionistischen Organisation und den ihr angeschlossenen Körperschaften geschaffenen Apparates für die Auswahl und Vorbildung von Einwanderern in ihren Ursprungsländern und für ihre Aufnahme und weitere Ausbildung in Palästina. Im Laufe des Jahres 1925 wurden weitere zionistische Einwanderungsbeamte in Teheran und Helsingfors bestellt. Einzelheiten über diese Bestellungen wurden auf üblichem Wege der Mandata!־macht übermittelt, die den in Betracht kommenden britischen Paßbehörden Kenntnis gab. 11. Landwirtschaftliche Kolonisation*). 12. Während des Jahres 1925 wurde der Umfang des jüdischen Bodenbesitzes in Palästina von 900000 Dunam auf 1 100 000 Dunam**) vergrößert, wovon der überwiegende Großteil in ländlichen Bezirken liegt. 185000 Dunam, davon 140000 Dunam in der Ebene Esdraelon und im Tate Jetre# *Indf^fentup ״cle$,;Jiyisiteii|IKionalfo11ds, der haunfeächlichvÜn Lande5w׳eftangsi«stitulfo« "der ' ‘ZloütÄchta urgiii•'' sation, und unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes. 13. Aller im Jahre 1925 für jüdische Kolonisationszwecke zur Verfügung gestellte Boden wurde durch Kauf auf dem offenen Markte erworben, da es dfe Palästina-Regierung nicht möglich gefunden hat, in der Berichtszeit irgend etwas zu tun, um jenem Teile von Artikel 1 des Palästinamandates praktische Geltung zu verschaffen, der vorsieht: ״die Verwaltung Palästinas ... soll in Zusammenarbeit mit der in Artikel 4 erwähnten Jewish Agency die geschlossene Ansiedlung von Juden auf dem Lande einschließlich von für öffentliche Zwecke nicht erforderlichen Staats- und Brachländereien fördern.“ 11. Die Zionistische Organisation als Jewish Agency hat nunmehr ein formelles Gesuch an die Mandatarmacht gerichtet, um eine Möglichkeit zu erhalten, auf Grund angemessener Bedingungen diejenigen Staatsländereien in den Bezirken Reisan und Semach zu übernehmen, welche sich bei genauer Prüfung und nach Befriedigung aller Bedürfnisse der arabischen Bauern als für jüdische Ansicdlung verfügbar erweisen sollten. De Rechte dieser Bauern werden voll anerkannt und die Zionistische Organisation hat ausdrücklieh erklärt, daß es ihr fernliegt, sie beeinträchtigen zu wollen. Dem Vernehmen nach wird dieses Gesuch jetzt von den zuständigen Behörden geprüft. 15. Die Bodenpreise zeigen eine stetig steigende Tendenz gemäß dem Wachsen des Bedarfes und der Verringerung des Angebotes auf dem Markte. Wenn ein bestimmtes Gebiet angekauft und besiedelt ist, erhöht das von den Juden in die Entwicklung des Bodens gesteckte Geld den Marktwert der benachbarten Besitzungen. Daraus folgt, daß, je mehr Land die Juden kaufen und je mehr Verbesserungen sie durchfahren, desto höher das Niveau ist, auf welches sie tatsächlich gegen ihr eigenes Interesse die Preise steigern, so daß ein ständiger Strom arbeitslosen Vermögens- Zuwachses in die Taschen der Grundbesitzer fließt. Der Steigerung der Preise hätte in einem gewissen Maße Einhalt geboten werden können, wenn die Regierung in der Lage ge- 'wesen wäre, in der Form von Staaisländ^reien ״ eine andere Quelle des Angebotes zu schaffen. 111 Ermangelung dieser Hemmung steigen die Preise zu einer Höhe, bei -der die Anfangsauslagen landwirtschaftlicher Kolonisation immer drückender werden, mit dem Ergebnis, daß zahlreiche Einwanderer, die mit der Absicht nach Palästina kamen, ein neues Leben in der Landwirtschaft zu beginnen, bis zum heutigen Tag nicht in der Lage waren, dies zu tun. 16. Die Gesamtzahl der auf dem Lande lebenden Juden zu Ende 1923 wird von der Zionistischen Organisation auf 24 (M)0 geschätzt gegenüber einer amtlichen Schätzung von 23000 im Frühling 1925 und einer sichergestellten Ziffer von 15 000 zur Zeit der Volkszählung im Oktober 1922. Die *Gcsaintzahl der jüdischen Siedlungen zu Ende 1925 betrug hundert, darunter 41, die unter den Auspizien der Zionistisehen Organisation errichtet wurden. Die entsprechenden Ziffern zu Ende des Jahres 1924 waren 80 bzw. 35. Die Bodenfläche der jüdischen Pflanzungen (im Gegensatz zur Ackerbauflächc) wuchs während des Jahres 1925 von 75000 auf 97000 Dunam; die Hauptprodukte sind Orahgen, Zitronen. Mandeln, Wein und Oliven. Unter den besonderen Einwan• derertypen, denen in der letzten Zeit Hilfe bei der ländliehen Ansiedlung gewährt wurde, mögen zwei Gruppen sefar• discher Familien aus Bulgarien, Georgien und der Türket und eine Gruppe von chassidfechen (streng orthodoxen) Juden aus Polen unter Führung der Rabbis von Jablona und Kregenitz Erwähnung finden. *) Siehe Memorandum von 1936, Abschnitt U. **) 1 Dunam ״4* .=־ Hektar-

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