Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 42 (1.6.1926)
- Date
- 1926-06-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nf. 42 JIJEPISCHE RUNDSCHAU S«it« 311 Eingesandt lerales, Hebbrl und die Geschichte ״Ihr« Auffassung der Mariamne hat mir sehr wohlgetan. Besonders Ihre Bezeichnung der heiligen drei Könige als sprechender Wachsfiguren trifft ganz, meine Intention, die hier auf den Holzschnittstil ging.“ Friedrich Hebbel an. Bamberg (1850): * ״. . . . Wer nicht tief in das Wesen der Kunst geblickt hat, der könnte ausrufen: W a s w i 11 h i e r!1 o c h der Dichter, die Geschichte selbst hat diesmal sein Amt verrichtet. Das wäre nun allerdings ein Irrtum, aber die Geschichte hat liipr wirklich getan, was sie überhaupt tun kann, und c i 11 ordinärer Anekdote njäger, der in aller Naivitat ein Drama hervorzubringen glaubt, wenn er irgendein ihm aufgefallenes historisches Faktum szeniert und dialogisiert, dürfte schmählich wegkomm c u , wenn er sich an dieses wagen wollte. Es ist schon an und für sich, so wie es daliegt, durch die ihm an- und eingeborene Form über seine Region weit hinausgehoben . . . Friedrich Hebbel (״Ludovico“ IS 10). Daß in unserer entgötterten und religiös immer mehr verarmenden Zeit ein Götzendienst der seelischen Leere des modernen Menschen inneres Erfülltsein Vortäuschen muß, wird man nirgends besser gewahr als auf den Gebieten der Politik und der Literatur. Stammtischbrüder wie Hitler, Rhetoren wie Mussolini gelten geradezu als Religionsstifter und genießen, wenn auch zuweilen nur für Monate und Jahre, fast Heiligenverehrung. In Raserei gerät aber unser Bildungs- Philister, wenn irgendein obskures Individuum, bei dem nicht die Suggestion seines Namens — wer ist Albrccht Hellmann? — entschuldigend wirkt, es wagt, nicht an einen als ״groß“, ja sogar als ״klassisch“ abgestempejten Dichter zu •glauben. Wenn Alfred Kerr mal in der ״Neiieij Rundschau“ Maria die ,,Mutter der Heiland-Bochers“ nennt, zwinkern sich Juden und Christen vergnügt und verständnisvoll zu, denn man Ist doch über alte Vorurteile erhaben; Max Nordau wird es hingegen schon eher verübelt, wenn er die allerdings moderueren Götter Nietzsche, Ibsen, Maeterlinck mw, für Irrsinnige, Idioten und Degenerierte erklärt in seinem Buch ,,Entartung“; Friedrich Schiller wiederum (der an Sprachtmd Gedanker.niaclit turinhoch über Hebbel ragt) dar! wegen seiner schon zu penetränten Klassizität von jedem Gymnasiasten verhöhnt und verulkt werden. Setzt aber Albrecht Hellmann unter allen mögliehen Verwahrungen und Vorsichtsmaßregeln’') seinen Kopf als Prämie dafür aus, daß ihm Hebbels Dramen gestohlen werden sollen, so ist das noch zu wenig. Der Preis wird schon vorher gefordert♦* **)): ״Ich kenne zwar die Ansichten des Rezensenten nicht, aber ich mißbillige sie.“ Das Schicksal des Rczcnsenten, das ich voraussagte, wird also noch übertroffen; das Allerheiligste ist ja auch von ihm angetastet worden. Hilft von dritter Seite kann die Sache nur noch schlimmer machen. So wage ich kaum, als jüngsten Eideshelfer einen Artikel von Felix Stössinger in der ״Literarischen Welt“ zu zitieren, den Ich erst nach meinem Sakrileg zu Gesicht bekam, besonders da er noch viel weiter geht als ich: ״Haben wir nicht endlich genug von dieser Literatur für Blaustrümpfe? .... Sehen wir doch endlich ein, daß alle diese Probleme, um derentwillen Hebbel einer Blaustrumpfzeit ״so menschlich“ erschien, nicht Probleme des Weibes, sondern des Literaturweibes, «1er Literatrine sind .... W'ejl Hebbels Menschen der Sexus fehlt, werden die Schlachten seiner Geschlechter in ejner Lrphirn welT geschlagen, aber pcht jj|J tjertj wahr? halt gefährlichen Boden, a1|8 dem sie pej §trindbe|-g entstehe!!•“ Wenn Stössinger aber schließt: ״Die Substanz, aus der Hebbel ward, ist schlecht. Sie ist niederer Art und hat sich zur Reinheit nie emporgewandelt“ —- dann geht selbst mir Tempel- Schänder dieses Urteil zu weit. Ich wußte, daß ich keinen Helden- und Hebbelverehrer seiner Religion abspenstig machen werde. Daß meine Konfession infolge dieser von mir gefühlten und betonten Aussichtslosigkeit zu kijapp geriet, pekenne ich hingegen als meine Schild. Trotzdem brauchte ich wohl nicht iti diesem Satz ״Unmöglich dieses (persönliche Bekenntnis) hier näher zu begründen“ erst ein Wort zu sperren, um ihn damit dem Verständnis des Herrn Barth zu öffnen. Und ich muß ilun auch noch den Schmerz aiitun, daß das ״einzig Positive“ meiner Kritik: die bäurisch-burisch-wesselburisch geschickte Dramenführung Hebbels ebenfalls eine Lästerung ist. Ich meinte damit den bäurisch pfiffigen und bäurisch rohen Aufbau des Schauspiels, die knallenden, klobigen, klotzigen Ei, der Potz! — Theatereffekte dieses ״Seelen“־Dramas. ״Holzschnittstil“ eben, leider mir wesselburischer. Zuviel Superlative über den geschichtlichen Stoff, als ich ihn vor Hebbel in Schutz nahm? Was sagt aber Hebbel selbst? ״Ein ungeheures historisches Faktum, das einzig, wie kaum ein zweites, in den Jahrbüchern der Menschheit dasteht.“ Das Fragezeichen hinter dem von mir so genannten ״unerhörtesten Drama der W e 11 g e s c h i c h t c“ fehlt allerdings bei Hebbel, der weiter auch von ״einem Stoff zu einer erschütternden Tragödie ersten Ranges“ spricht. Aus diesem gewaltigen historischen Stoff, der an die Größe der Nibelungen-Sage heranreicht, wie auch Herodes an die Gestalt des Hagen fron je erinnert, sie an seelischem Gehalt und tragischem Schicksal aber noch weit übertrifft, wird bei Hebbel eine Tragödie dritten Ranges. Hießt der letzte Expressionist würde sich heute an einer solchen geschichtlichen und seelischen Wirklichkeit zu vergreifen wagen, wie Hebbel (unbewußt, durch den überspitzten Rationalismus seines kalten Verstandes verführt) sich vergriffen hat. Die für jeden, der die geschichtlichen Quellen kennt (wie viele sind das?) geradezu mit Händen zu greifende Tragödie der Entfremdung der Hasmonäerin von ihrem edomitischeu Mann, den sie früher in ärgster Not nicht verließ, den sie leidenschaftlich trotz allem liebt, der in unersättlichem, unerbittlich notwendigem Machtstreben aber ihre Familie ppij ihr Volk hinmordet, der gewaltige Konflikt zwischen Macht u n tj Liebe, die uns heute wie vor zweitausend Jahren nahegehende Tragik des aufdämmerntjen Bewußtseins von_ der blutsmäßigen, seelischen Fremdheit des fremdrassigen Mannes, trotz aller sexuellen Bindung, mit einem Wort, das Problem der Mischehe in seiner ersten und gewaltigsten Verkörperung, dazu der Gegensatz zwischen dem Emporkömmling und der Adligen aus schon fast legendärem Hcldcngeschlecht: was macht Hebbel daraus? Eine Diskussion in fünf Akten über den psychologischen Unter- Schied zwischen den Befehl des Herodes, Mariamne bei 1)er Nachricht seines Todes zu töten (was doch nur ein /eichen seiner großen Liebe ist, pur eines auf seine, dufmnde Art), und Marjamncs ohnehin für diesen Fall vorbändern 1 Bereitschaft, sich selbst den Tod zu geben. Mariamne wird zu einer tüftelnden, r|s0fmiere״df11 Jüdin, die es nicht einmal später im Ghetto gab, höchstens heute in den Salons des Kurfurstendamms, Herodes zum bedauernswerten Versuchskarnickel ihrer psycpolpgisiercndeii LJnternehmuugen, Titus zum Medium eines aiisgedachten Seelenexpcrimcnts, vor dessen absurder Abstraktheit einem bereits die Haare zu Berge stehen und das sich schon dem ״Nckomc an den Wänzen^-Stand- *) Jüdische Rundschau, Nr. 31 d, Jahre. **) Von Herrn Lazarus Barth, in Nr. 36. XXL Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung f&r Deutschland Der Landesvorstand hat beschlossen, den diesjährigen Delegiertentag in der Zeit vom 22. bis 21. August in Erfurt abzuhalten. Wahlvorschriften. Die für die Wahlen zum Delegiertentag festgesetzten Wahlvorschriften sind in Nr. Li der ״Jüdischen Rundschau“ von! 16. Februar veröffentlicht worden. Den Ortsgruppen stehen auf Wunsch Exemplare der Wahlordnung zur Verfügung. Infolge der Verschiebung des I )elegiertentagcs treten natürlich Veränderungen 111 den seinerzeit angegebenen Terrainen ein. Hiervon werden die 14, 15, 16, 17 und 18 d, e der Wahlordnung berührt. Diese Paragraphen lauten jetzt wie folgt: 14. Die Wahlen zum Dclegiertefitag finden in den Tagen vom 8. bis 15. August einschließlich statt. 15. Sämtliche wahlberechtigten Gruppe״ müssen ihre Mitgliederliste mit genauer Aaressepangabc der einzelnen Mitglieder bis zum 15. Juli an das Bureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland einschicken. Die QUItigkeit der Wahlen hängt davon ab, daß die oben erwähnten finanziellen Verpflichtungen vor Vornahme der Wahlen erfüllt sind. Die Gruppen müssen daher dafür sorgen, daß die Zionlstensteuer-ßciträge für das erste Halbjahr 1026 bis spätestens 30. Juli beim Bureau der Z. V.f. D. eingehen, und sie müssen bis *um gleichen Tage die Landesbeitrijge für 1925 und das erste Halbjahr 1926 für alle diejenigen Mitglieder in bar überweisen, deren Beitrag zur Zionistensteuer für 1925 und für das erste Halbjahr 1926 bis zu dem genannten Termin bei der Zentrale der Zionistische« Vereinigung für Deutschland mißt?!*gegangen ist. Der Wahlprüfungsausscliuß wird kein Mandat anefkennen, fijr das die finanziellen Voraussetzungen seiner Gültigkeit nicht gegeben sind.!6. i)ic Walilresultate müssen da!) Bureau der Ziimislischeu Vereinigung für Deutschland sofort nach Abschluß der Wahlen, spätestens jedoch bis zum 17. August entschließlieh, unter Einsendung eines sorgfältig ausgefülitcn und von drei Mitgliedern der Wahlleitung eigenhändig unterschriebenen Wahlprotokolls gemeldet werden. 17. Da die Mitglieder des Zentralkomitees als solche auf dem Delegiertentag Sitz ■— wenn auch kein Stimmrecht — habe»! da andererseits die zur Entsendung von Vertretern ins Zentralkomitee berechtigten Gruppen diese Vertreter wechseln können, haben die in Betracht kommenden Gruppen dem Bureau vor Beginn der Wahlen, d. h. spätestens 3(1. Juli, mjtzufejlen, ob personelle Veränderungen bezüglich ihrer Vertretung im Zentralkonrtee eingetreten sind. Das Präsidium der Zionistischen Vereinigung für Deutschfand wird hinsichtlich später einlaufender Meldungen beim Walilprüfungsaussphuß die Ungültigkeitserklärung beantragen, da eine nur zwecks Teilnahme am Delegiertentag erfolgende Nominierung iri das Zentralkomitee dem Sinn des Statuts widerspricht. )8. d) Dip Wahlvorschläge {in Ortsgruppen, wo laut Statut Verhältniswahlen stattfinden) müssen an die Oriswahlkommission bis spätestens 1. August eingereicht und von der Ortswablkommissien in der Reihenfolge ihres Eingangs bis späte- Steins 3. August jn ort|jj&licher Weise bekannt gemachten werden■׳ ׳ e) Die Verbindung von Wahlvorschlägen muß der Orts- Wahlkommission spätestens bis zum 4. August initgeteilt und von der Ortswahlkommission bis spätestens 6. August auf ortsüblichem Wege bekannt gegeben wenden. Alle übrigen Bestimmungen «ler Wahlordnung bleiben unverändert. Das Präsidium der Zionistiffben Vereinigung f&r Deutschland B1 u m e n f e 1 «J Rosenblüth Schwarz. ptmkt des bekannten Witzes nähert. ״Sprechende Wachsfiguren“, ״Holzschnitt-Stil“ — besser können affe Figuren des Hebbelsehen Stücks nicht charakterisiert werden. Tfebbei, der typisehe Rationalist, war viel zji klug, um nicht die dichterische Unzulänglichkeit seines Dramas trotz aller von ihm versuchten dialektischen Verschleierung diesem Stoff gegenüber zu ahnen. Die Angst davor, ״ein ordinärer Anekdotenjäger“ zu werden, hat ihn zu dem entgegengesetzten Extrem, der Psychplogaterci verleitet. Aus der geschichtlichen Tragödie ist das Trauerspiel eines intelligenten Gymnasiasten geworden. Das Stück ließ trotz des ungeheuren Faktums, auf weichem es beruht, das Publikum bei der Erstaufführung kalt und teihiahnilos. Ganz natürlich, denn alle Wirkung geht von den Motiven aus, und diese sind nirgends stießhaltig und ausreichend, ja, sie fehlen oft ganz und gar, und zuweilen deuten sie nach Norden*), und die Menschen wenden sich gegen Süden. Ueberail rohe Willkür und fliehe Lückenhaftigkeit! Ich habe die vorliegende ausführliche Kritik zur Rechtfertigung des Publikums geschrieben, dem m»u von einer gewissen Seite her den Geschmack für die Tragödie ab/.usprechen wagt, weil es Tragödien verwirft, dte keine sind; es will keihe Er«Jäpfe| essen, und die Blindpn sagen ihm nach, ps habe Trüffeln verschmäht1‘»). Albrecht H e 11 m a n n. ״MepOFfl!“» jüdisches FamiJienhjatt für Wissenschaft, Kugsj und Literatur, Juni/Juli 1026. Wien I/I, Postfach 16J (Preis des Jahresabonnements M. 12..-). In) Zusammenhänge mit der Düsseldorfer Ausstellung (״Gesolci“), auf welcher die FfygienederJuden mit einem eigenen Pavillon vertreten ist, hat die ״Menorah‘* ihr Doppelheft Juni/Juli 1026 dem Problem der sozialen Hygiene des Judentums gewiejmet. In einer Reihe von Aufsätzen von Rabb. Pr. Eschelbacher> Dr. Feist, Pr. Simon Dr. M U n t» 8 r, Dr. <1 u t ni a!1 n und Df. Studier wird das ganze Gehiet von biologischem, religiösem und ailgemeinkulturcHrm Standpunkt behandelt. Reiches n|uftratjom»Sftefi#l, U״® BildsteH«*!!( über die sozialhygienischen Bestrebungen Palästinas und literarische Beiträge schließen di® S0ndgfm1mm®r ab. *) Darum dürfte ich auch von ״norddeutscher Seelenpilpulisjik“ ”spreplien. •י) Dieser letzte Absatz ist wörtlich Friedrich Hebbels Kritik dgr Tragödie ״Ludovicß“’ von Massinger entnommen, dessen Stoff mit den von ״Herodes und Mariapie“ verwand! ist und das fteobel semem Drama — mit (Jffffbt gtgegjlwfsteljt. Auch die Sperrungen sind von ihm. HA \V/P I “T~ \ 7 W c: I_I v DEUT&C Dl BÄND KRE Pas Bar äiehba>lBter1aU*Mle Am Pfingstsonntag fand das Internationale Sportfest, des Jüdischen Turn- und Sportvereins ״Bar Koehba“ auf seinem neuen Sportplatz in Mariendorf statt und brachte den, trotz des am nächsten Tage stattfindenden Nuriiii-Sportfestes verhältnismäßig zahlreich erschienenen Zuschauern guten Sport und interessante Kämpfe. Bedauerlich ist mir, daß die Bcrtiner Juden durch ihr Nichterscheinen ihre Uninteressiertheit dokumentierten, anstatt den Verein, der als einziger auf diesein Gebiet jüdische Leistungen zeigt, tatkräftigt zu unterstützen. Auf eine kurze Ansprache des ersten Vorsitzenden, Julius Hirsch, und einige (ilückwunschworte des Vertreters Brandenhurgisciicr Atlethik-Vereiiie, der die Aktivität, die zur Schaffimg des Sportplatzes geführt hat, begrüßte und das Ansehen, das der Verein sich innerhalb der Berliner Sportwelt erobert hat, rühmend hervorhob, folgten gymnastische Vorführungen der Rar Kochbaner, die ungeteilten Beifall fanden. Während cs der Hakoafi-Wien nicht gelang, sich zur Geltung zu bringen, zeigte der finnische Juda Kat7. im 3000-m- Lauf wieder seine starke Ueberlegeiiheit. Im lQO-m-Lauf siegte erwartungsgemäß Wege, Leipzig, vor Hübner, D. S. im SOO-m-Lauf Otto cor Bertram, Brandenburg. Die 4'XlÖO-nt- Staffel brachte einen überlegenen Sieg des B. S. U. I. Mannschaft, während es dem Schlußmann des B. S. (',,, II. Mannschaft im Schltißspurt gelang, den II. Pfalz vor Hannover 96 zu belegen. 111t llochsprum; eie!׳ B. C. D.-Vereine siegte Meinhardt. ß. T. S. V. 1850, mit 1,65 m frei vor Kurz 1, B. K., 1,65 in berührt. Ganz überlegen zeigte sich der Bar Koehba in der 10 l-Kimdcnstaffel, die er nach sehr spannendem Verlauf vor Terest siegreich beenden konnte. Sehr erfreulich ist auch der Sieg von Rosenthal, B. K. 1010 11. Dem rührigen Verein, der hier wieder mal gezeigt hat, wie ernst es ihm mit der Arbeit an der körperlichen Ertüchtigung der jüdischen Jugend ist. ist zu wünschen, daß es ihm gelingt, die noch notwendigen Gelder zu mobilisieren, um die Balm, die noch sehr verbesserungsbedürftig ist, zu einer einwandfreien Kampf- und Ucbuugsstätte auszubaucn. Die genauen Ergebnisse sind folgende: 100-m־Lauf: 1. Wege-Leipzig, 1|,4 Sek.: 2. Hübner, D.S.C., 3 m; 3. Hübentbal-Hamiover, 2 in zurück. — 400-ni-Lauf; 1. Viktor, D. S. C., 53.8 Sek.; 2. Bredel, Adler, 5 m zur.; 3. Treumann, B. K., 15 m zur. -- S(lß-m-Lauf; 1. Otto-Leipzig 2 Min. 06,3 Sek.; 2. Bertram-Brandenburg S 111 zur.; 3. Sciicllhorn, S. C. C., 12 m zurück. — 3000-ni-Lauf: 1. Kat*-Fi1111la»1d, 9 Min. 17,9 Sek.; 2. Schumann, Postsportvgrrin, J20 m zur,: 3. Blödv-Wien 25 m zur. ~ 4 /lOO-m-Staffef: 1. Berliner S. C. I, 45,9 Sek.; 2. B. S. C. II, 12 in zur.; 3. Hannover 96, Brustbr. zur. — Kugelstoßen: 1. Weiß, B. S. (... 11.83 m; 2. Meinhardt, B. T. S.V., 11,70 m; 3. Fahl, Teutonia, 11,46 111. — Hochsprung für B. C. D.-Verei|1e: 1. Meinhardt, B, T. S. V. 1850, 1,653 m; 2. Kurz, B. K., 1,65 m; 3. Lange, Komet, 1,65 m. — 100-m- Jugend: 1. Rosenthal, B. K., 12,2 Sek.; 2. Hensch, B.S.C.; 3. Teile, S. C. C. - - 200-m-jugend: 1, Holz, Teutonia, 24.8 Sek.: 2. Kenze, Terest, 1 m zur. — 4xl00-m-Jugend- Staffel: 1. S. C. (.:. 47,1 Sek.: 2. Brandenburg 10 m zur.; 3. B. S. C., 1 111 zur. 10v:J0Q-m-Damenstaffel für B. C. D.*Ver־ eine: 1. Postsportverein 2 Min. 33,4 Sek.; 2, Bar Koehba I, J0 m zur.; 3, Bar Kophba II, 40 nt zur. — 1QX|;Rundensteffej für B. C. D.-Vereinc; 1. Bar Koehba; 2. Ter|M, 40 m zurück'. Sport Laut einem Funkspruch aus New York besiegte die Wiener Hakoah-Fußballmannschaft am Sonnabend den Brooklyngr Wandererklub, der mit zu den Besten der ganzen amerikanischen Soccerliga zählt, 6: 4. Die Zuschauerzahl erreichte die Rekordziffer von 25 000. Sonntag spielte Hakoah in Jersey City gegen den Newark-Klub 3:3. Eisenhoffer schoß für Hakoah sämtliche Tore, in der ersten Hälfte waren die Wiener vom Wind begünstigt, der aber nach dem Stellungs- Wechsel in einen Sturm ausartete und die besten Bemühungen der Wiener vereitelte. Hakoah hat nur noch am 20. Mai gegen ein Team der Vale Universität zu Ncwhaven und am 31. Mai gegen den Philadelphia-Klub gespielt. Am 2 Juni tritt die Mannschaft die Rückreise nach Europa an. Humor. Von der anläßlich des 50. Geburtstags Dr. Schachteis erschienenen Sondernummer der ״Jüdischen Zeitung“ sind Exemplare gegen Voreinsendung von 50 Pf. durch die Geschäftsstelle Breslau, Freiburger Str. 13, portafrei zu beziehen. Deafichlands Handel mit Pallstina Der Jerusalemer Korrespondent der ״Frankfurter Ze|- tung“ berichtet: ״ Deutschlands Handelsbeziehungen mit Palästina sind außerordentlich rege. Die Einfuhr aus Deutschland nach Palästina erreichte 1925 den Wert von 930439 £E, d. s. J2f/ä ״,'« der gesamten Einfuhr. Deutschland steht darin an dritter Stelle. Ihm gehen voran das Britische Reich mit 21 *'2 0/o der Einfuhr und das benachbarte Syrien mit ID. 0״׳. Auf Deutsch-!and folgen die Vereinigten Staaten wpn Nordamerika mit 91/2* Frankreich mit 71/, Aegypten mit 5י />, Italien mit 5, Rumänien mit I1 . Oesterreich mit 2 und die Tschechoslowakei mit D'0'״ י. Die Ausfuhr ans Palästina nach Deutschland ist verhältnismäßig gering. Sie beträgt mir 20 190 £E, oder 1(1׳/Vo der gesamten Ausfuhr Palästinas. Die Ausfuhr Palästinas geht vor allem nach Aegypten, 441/״», Syrien 120/0 2/י iinu England 34 0'״. Im Januar 1925 übertraf die Einfuhr aus Deutschland nach Palästina die aller anderen Länder^ mit Ausnahme Aegyptens. Ihr Gesamtwert betrug 77 491 Ül , davon für 71050 CE Fertigware. Die wichtigsten Posten in dieser Einfuhr bildeten Eisen- und Stahlwaren, von denen fii! 23 722 XE eiiigeführt wurden, d. s. 5077 XE mehr als in» gleichen Monate des Vorjahres. Dagegen zeigte die Einfuhr elektrischer Maschinen, Motor® und anderer Maschinen, mit 11 477 XE eine Abnahme gegen den Januar v J. Andere wichtige Einfuhrartikel aus Deutschland waren Zement für 7370 LE, Hauswirfechaftsgeräte, Wirkwaren, Porzellan, Bier und Grammophonplattrn. ־ Die Ausfuhr aus Palästina nach Dmite£Wand betrug im gleichen Monate 2922 £E, davon für 1610 £(f Nahrungsmittel und Tabak. Dieser Bericht ist besonders interessant für die Leute, die ihren ״Patriotismus“ flicht anders beweisen zu können meinen als daß sie gegen die Verwendung jüdischen Oeldes in Deutschland für Palästinazwccke protestieren. Denn cs ist wohl jedem klar, daß ohne jüdische Kolonisation die Handelsmögliclikeitcn Deutschlands in diesem Teil der Welt viel geringere wäre״. Also auch wenn mau überhaupt so kindlich argumentiert, so soll man wenigstens nicht fälsch argumattieren.