Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-05-18 · Heft 38-39 (18.5.1926) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 38-39 (18.5.1926)
Date
1926-05-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652820--18286-2676034
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seit• 296 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38/39 Hs Bar Koehba Iiternalioiale Katz (Finnland), Hakoah (Wien) am Start. Der jüdische Turn- und Sportverein ״Bar Koehba“, Berlin, veranstaltet am 23. Mai (Pfingstsonntag) auf seinem neuen Sportplatz in Martendorf, Chausseestr., Ecke Markgrafenstr., ein internationales Sportfest, das für die _Berliner Juden um so größeres Interesse hat, da der finnische Jude Katz, der Zweite im 3000-ni-Hindernislaufcn bei den olympischen Spielen 1024 und eine Mannschaft der Hakoah (Wien), des größten jüdischen Sportvereins, an den Start gehen. Auch aus dem Reiche und Berlin liegen zahlreiche Meldungen der besten deutschen Leichtathleten vor, so daß es zu spannenden Kämpfen kommen wird. Sämtliche Konkurrenzen sind außerordentlich stark besetzt, z. B. der 100-m-Lauf, der so gute Namen wie Westermann (Hannover), Hübner, Haltenhoff (D. S. C.), Wiese 1 (B. S. €.), Tu mm el (Brandenburg), Gebr. Kurz (B, K.) aufweist, hat 17 Nennungen erhalten. Der 400-m-Lauf mit Petersen (Hamburg), Viktor (D, S. C.), Helkrmann, Treumann vom Veranstalter und alle weiteren Konkurrenzen sind ähnlich gut besetzt. Katz startet in seiner Spczialstrecke, im 3000-m-Laitf. Eine 4 < 100-m-Staffe! vereinigt die Hakoah (Wien), den Hamburger Verein für Leichtathletik, den Hannov. Sportverein 98, eine Merseburger Mannschaft mit dem Schweizer 200-m-Meistcr Schluditer und den B. S. C. und Bar Koehba. Die stärksten Leider weisen jedoch die Tugendkonkurrenzen auf, von denen der 200-m-Lauf 1908/09 nicht weniger als 33 Läufer vereinigt. Hier werden neben den Jugendlichen des Veranstalters und der besten Berliner Vereine die Leipziger Bar Koclibaner um den Sieg ringen. Ein 100-m-Lauf für den Jahrgang 1910; 11, eine Damenstaffel und Konkurrenzen für die 73. C. D.-Vereinc vervollständigen das Programm. Der Beginn der Veranstaltung ist um 3 tihr. Der Sportpiatz ist bequem mit den Linien '25, 03, 100 und 52 (Dorfstraßc umsteigen), zu erreichen. Die Haltestelle befindet .sich direkt vor dem Platze. Einweihung des Sportplatzes Bar koehba Ein Zeichen der Entwicklung der jüdischen Turn- und Sportbewegung ist die Einweihung des neuen, großen, in Mariendorf bei Berlin gelegenen Turn- und Sportplatzes Bar- Koehba, zu der sich eine Reihe offizieller Persönlichkeiten und Freunde des jüdischen Sports zusammenfanden. Die Groß löge des Unabhängigen Ordens Bnei Brith vertrat der Vizegroß- Präsident Dr. Walter, für das Wohlfahrtsamt der Berliner Jüdischen Gemeinde erschien dessen Leiter Eugen Caspary. Das Rabbinat war durch Dr. Warschauer, der Schulvorstand durch Direktor Dr. Spanier, der Berliner Gemeindevorstand durch Kareski, die Repräsentanten Versammlung durch Prof. Dr. Loewe vertreten. Außerdem waren viele Hunderte von Zuschauern aus allen Kreisen der Berliner Bevölkerung anwesend. Die einleitenden Worte sprach der langjährige Leiter des Bar-Koehba, Herr Julius Hirsch, die offizielle Festrede hielt Rechtsanwalt Dr. Klee. Es folgten dann unter aufmerksamster Teilnahme der Zuschauer mit großer Präzision vorgeführte Freiübungen und eine Reihe turnerischer und sportlicher Veranstaltungen, die von dem Können und Wollen der jüdischen Turn- und Sportbewegung ein eindringliches Bild gaben. — Der dem Bar-Kocliba gehörige und von ihm eingerichtete Sportplatz wird, wie wir hören, auch anderen jüdischen Sportorganisationen zur Verfügung gestellt werden. Fraaeiknndgebong Die zionistische Frauenkundgebung stand im Zeichen der Wahl. Nach einem eindrucksvollen Auftakt durch Herrn Dr. Klee versprach es feierlich zu werden. ,,Wahl ist nicht nur Kampf der Zweckmäßigkeiten. Wald ist Stimmung, sogar Hochstimmung.“ Nachdem ein kurzer Zwischenfall überwunden war — hervorgerufen wurde er durch die Unruhe des späten Beginns —, las Else Lasker-Schüler ihre hebräischen Balladen, bei denen immer wieder das Wunder jeder großen Kunst geschieht, daß der Hörer neue Schön-!־leiten entdeckt. 111 den Balladen Josef in der Wüste, Abigail, Moses und Josua erstand palästinensische Bibellandschaft, das große Wandern und das große Ruhen. im politischen Teil der Kundgebung sprachen Frau Lina Wagner-Tauber, Frau Dr. Zadik und Frau Dr. Levy von den Aufgaben, die jede jüdische Frau im Gemeindeieben als unabweisbare Pflicht zu erfüllen hat. Frau Dr. Zadik erinnerte an die Zeiten, in denen die Frau sich das Stimmrecht erst erkämpfen mußte. 111 Palästina und hier wächst ein neues Geschlecht heran, mit dem die Mütter nicht die Fühlung verlieren dürfen. Mit Ueberlegung geübte Wahl hilft zum Aufbau. Frau Dr. Lew versuchte, der jüdischen Frau die Gemeindepflicht schmackhaft zu machen, indem sie von der Gemeindestube sprach. Dorthin trägt die jüdische Frau heute, was sie im eigensten Kreise von jeher ist. Frau Wagner-Tauber aber sprach vom lebendigen religiösen Judentum, tlas in der eigenen Sprache Zukunft bedeutet. R. M. Presseschau lieber ״S;1 u g 1 i 11 g s s c 11111 z in P a I ä s t i 11 a“ schrieb unser Berliner Gesinnungsgenosse Dr. Arthur Brünn (jetzt Tel-Awiw) einen ausführlichen Artikel im ״Briufh Haowed“, dem Organ der Krankenkasse, das sie!! speziell mit Fragen der öffentlichen Hygiene beschäftigt. Zur Mitarbeit auf dem Gebiete des Kimfcrschut/es — fiiliri der Verfasser aus — sind neben den philanthropischen Vereinen, die schon Erhebliches geleistet haben, in erster Linie die öffentlichen Institute wie ״Kupath Cholim“ und ״Uadassah"', die Stadtverwaltungen, die zionistische Exekutive und auch die englische Regierung verpflichtet. Bemerkenswert ist, daß die englische Regierung sich in einem Antwortschreiben auf ein Memorandum der A r n her zu dieser Arbeit bereit erklärt. Im einzelnen fordert der Verfasser: 1. Verbot der Frauenarbeit vor und nach der Schwangerschaft und Verbot der Kinderarbeit bei Kindern unter 1t Jahren, gemäß den Forderungen des Washingtoner Arbeitsabkonunens von 1910. 2. Aufklärung der Mutter, der oft die elementarsten Kenntnisse auf dem Gebiet der Säuglingspflege fehlen. 3. Volksküchen für Schwangere und Wöchnerinnen, wo den Frauen kräftiges Essen umsonst oder sehr billig gegeben wird, ähnlich den ״Cantines materueilcs“ in Paris. Ebenso Kinder-Volksküchen. 1. Die Gründung von Säuglingsheimen ist aus sozialen Gründen erforderlich. 5. Der wichtigste Pflnkt ist die Sorge für gute Kindermilch. Die Milch muß kontrolliert werden vom Augenblick des Melkens ab bis zur liebergäbe an die Mutter. Neben der gewöhnlichen Milch muß Sorge getragen werden zur Bereitstellung von Heilnahrung wie Buttermilch und Eiweißmilch, an denen in Palästina XXL Delegiertentag der Zlonistischeii Vereinigung für Deutschland Der Landesvorstarid hat beschlossen, den diesjährigen Delegiertentag in der Zeit vom '22. bis 2-1. August in Erfurt abzuhalten. Wahlvorschriften. Die für die Wahlen zum Delegiertentag festgesetzten Wahlvorschriften sind in Nr. 13 der ״Jüdischen Rund* schau“ vom 16. Februar veröffentlicht worden. Den Ortsgruppen stehen auf Wunsch Exemplare der Wahlordnung zur Verfügung. Infolge der Verschiebung des Delegiertentages treten natürlich Veränderungen in den seinerzeit angegebenen Terminen ein. Hiervon werden die §§ 14, 15, 16, 17 und 18 d, e der Wahlordnung berührt. Diese Paragraphen lauten jetzt wie folgt: II. Die Wahlen zum Delegiertentag finden in den Tagen vom 8. bis 15. August einschließlich statt. 15. Sämtliche wahlberechtigten Gruppen müssen ihre Mitgliederliste mit genauer Adressenangabe der einzelnen Mitglieder bis zum 15. Juli an das Bureau der Zionistischen Vereinigung für Deutschland einschicken. Die Gültigkeit der Wahlen hängt davon ab, daß die oben erwähnten finanziellen Verpflichtungen vor Vornahme der Wahlen erfüllt sind. Die Gruppen müssen daher dafür sorgen, daß die Zionistensteuer-Beiträge für das erste Halbjahr 1926 bis spätestens 30. Juli beim Bureau der Z. V.f. D. eingehen, und sie müssen bis zum gleichen Tage die Landesbeitrage für 1925 und das erste Halbjahr 1926 für alle diejenigen Mitglieder in bar überweisen, deren Beitrag zur Zionistensteuer für 1925 und für das erste Halbjahr 1926 bis zu dem genannten Termin bei der Zentrale der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nicht eingegangen Ist. Der Wahlprüfungsausschuß wird kein Mandat anerkennen, für das die finanziellen Voraussetzungen seiner Gültigkeit nicht gegeben sind. 16. Die Wahlresultate müssen dem Bureau der Zionistischeu Vereinigung für Deutschland sofort nach Abschluß der Wahlen, spätestens jedoch bis zum 17. August einschließlieh, unter Einsendung eines sorgfältig־ ausgefüllten und von drei Mitgliedern der Wählleitung eigenhändig unterschriebenen Wahlprotokolls gemeldet werden. . 17. Da die Mitglieder des Zentralkomitees als solche auf dem Delegiertentag Sitz — wenn auch kein Stimmrecht — haben, da andererseits die zur. Entsendung von Vertretern ins Zentralkomitee berechtigten Gruppen diese Vertreter wechseln können, haben die in Befracht kommenden Gruppen dem Bureau vor Beginn der Wahlen, d. 11. spätestens 30. Juli, mitzuteilen, ob personelle Veränderungen bezüglich ihrer Vertretung im Zentralkomitee eingetreten sind. Das Präsidium der Zionistischen Vereinigung für Deutsch-!and wird hinsichtlich später einlaufender Meldungen beim Wahlprüfungsausschuß die Ungültigkeitserklärung beantragen, da eine nur zwecks Teilnahme am Delegiertentag erfolgende Nominierung in das Zentralkomitee dem Sinn des Statuts widerspricht. 18. d) Die Wahlvorschläge (in Ortsgruppen, wo laut Statut Verhältniswahlen stattfinden) müssen an die Ortswahlkommission bis spätestens l. August eingereicht und von der Orts- Wahlkommission in der Reihenfolge ihres Eingangs bis spätestens 6. August in ortsüblicher Weise bekannt gemacht werden. e) Die Verbindung von Wahfvorsdilägen muß der Ortswahlkoinmission spätestens bis zum 10. August mitgeteilt und von der Orfswahlkommission bis spätestens 13. August auf ortsüblichem Wege bekannt gegeben werden. Alle übrigen Bestimmungen der Wahlordnung bleiben unverändert. Das Präsidium der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Blumenfeld Rosenblüth Schwarz. ein katastrophaler Mangel herrscht. Gefordert werden muß die Einrichtung von modernen Säuglingsniikhküchen. Zum Schluß fordert der Verfasser die Errichtung eines ״Jugendamt es“, das alle Arbeit zum Wohle des Säuglings und des Kindes umfaßt. 111 der Monatsschrift ״Vivos Vo c 0“ (Wcrkland), Verlag der Wcrkgemcinschaft, Leipzig, Heft 3, veröffentlicht Marie B u c 11 I a n d einen Artikel ״Zum Problem der jüdischen Sendung“, in welchem einige sehr kluge Bemerkungen über die Beziehungen von Judentum und Christentum neben einer gerechten Abschätzung auch der objektiven Judenfrage enthalten sind. — In derselben Nummer würdigt L. Marx die neue Bubersclie Bibelübersetzung als das Dokument einer Zeit, wo ״Juden sich ihres Judentums wieder besannen“. Iri Tel-Awiw wurde eine Federhalterfabrik, namens ״Kultur“, eröffnet. Es werden jetzt Versuche mit der Benut/ung von Eukalyptushölzern gemacht. (Ziko.) Das mufe das ZIEL eines jeden Keren- Kajemeth -Vertrauensmanns sein! Sorgen Sic für umgehende Nachleerung der Büchsen!1 Ihres Ortes! jft njjjl AngrabiBf von Kbiith-Sepker Einer Meldung des Woiffschen Telegraphen-Rüros Ist zu entnehmen, daß die vom theologischen Seminar der Xenia gemeinsam mit der amerikanischen Schule für Orientforschung in der alten kauaanidschen Königsstadt Kirjath-Sepher in Südpafäst! 11a vorgenommenen Ausgrabungen eine der vollständigsten und besterhaltenen altkaimanitischen und israelitischen Niederlassungen zutage gefördert liaben. Die Mauern sind 40 Fuß hoch und 10 bis 14 Fuß breit. Es sind komplizierte Toranlagen sowie Türme und Bogenpfeiler vorhanden. Ehe Ruinen lassen schließen, daß die Stadt in der Zeit zwischen 2000 und 600 v. Chr. erbaut wurde. Die Ruinen enthalten ein System von Gängen und Zimmern zur Aufbewahrung von ’ Korn- und Wasservorräten. Gedeikieier im Seholern •Aleiehem klab Den 10. Todestag seines namengebenden Dichters beging der Scholcm-AIeichcm-Klub festlich in der Aula der jüdischen Mädchenschule Kaiserstraße. Im Mittelpunkt des Abends stand die Gedenkrede Dr. Si n g a 1 o w s k y s. Seholem• Aleichems Werke, so führte er aus, sind Allgemeingut des Volkes. Was er schildert, ist der reale Alltag des Juden im Osten. Der Zweck der jüdischen Literatur vor ihm war ein sozialer. Die Literatur sollte dem Erzieher, Politiker und Parteimanne ein Hilfsmittel sein. Seholem Aleiehem aber tritt als Künstler ohne Tendenz auf. Zwei Eigenschaften sind es in der Haupt- Sache, die Seholem Aleichems Charakter ausmachen: das Träumerische, Phantasievolle und der Zweifel. Aus der Vermischung dieser beiden Elemente ist die Ironie, die oft sentimental klingt und auf bitterer Erfahrung beruht, zu erklären. Seholem Aleiehem hat sich besonders der Darstellung des kleinen Handwerkers, ״des Luftmenschen“, gewidmet. Auch das jüdische Kind, das jüdische Kinderlachen, hat er entdeckt. So ist Seholem Aleiehem der nationalste jüdische Dichter geworden. Der zweite Redner, L es tsc h i n s k y, fügte dem Gesamtbilde einige kleine Züge hinzu. Welch großer Beliebtheit sich der Dichter erfreute, wurde zuerst beim Tode Seholem Aleichems kund, als man fühlte, was man verloren, ln New York, wo Aleiehem starb, glich die Beerdigungsfeier, bei der der Redner anwesend war, einer riesigen Manifestation. Den christlichen Mitbürgern, die sich darüber sehr verwunderten, erklärte man, der ״jüdische Mark Twain“ sei gestorben. — Umrahmt wurden die beiden Reden in würdiger Weise von musikalischen und rezitatorischen Vorträgen. Frida Blumentha! behauptete sich in gewohnter Weise vortrefflich als Interpretin des toten Dichters, indem sie ״Der Sejger“ und ״Monolog einer aßen russischen Jüdin“ zu Gehör brachte. Die Duette und Sologesänge Leo Monossons und Frau Lea Swets, die jüdische Volkslieder in Bearbeitung von Engel mit Text von Seholem Aleiehem vortrugen, verliehen der Feier einen guten Ausklang. ״Kaddisch“, von dem sympathischen Tenor gesungen, verdient besonders Erwähnung. Die Gäste, die ihren Volksdichter zu ehren gekommen waren, unter ihnen die Tochter Seholem Aleichems, spendeten reichen Beifall. Ra. Li. Ans den Berliner Theatern Staatliches Schauspielhaus: 18., 21. Mcdea; 19. Die Journalisten; 2023 ״22 ״. Herodes und Mariamne; 24. Peer uynt, — Schillertheater: 1821 ״. Geschwister — Der zerbrochene Krug; 1924 ״23 ״22 ,.20 ״. Kyritz-Pyritz, — Städtische Oper: 1824 ״. Der Barbier von Sevilla; 19, Nußknacker-Suite — Tanz-Suite — Der große Krug — Die Opernprobe; 20. Rigoletto; 21. Lohengriii; 22. geschl. Vorstellung; 23. Margarethe. The1ter::,Vi14torja. —.Kap!ner|DjeleiWeek-|nd, — Die Komödie: Theater. — Theater In der Könlggratzer Straße: Dr. Schmidt. — Tribüne: Der Rubicon. — Lessing- Theater: bis 22. Der fröhliche Weinberg. — Theater am Bülowplatz (Volksbühne): 1824 ״20 ״. Faust; 19. Judith; 21., 2223 ״. Das trunkene Schiff. — Theater am Schiffbauerdamm (Volksbühne): Die Freier. — Deutsches Künstlertheater: bis 22. Ein Walzcrtraum; ab 23. Der fröhliche Weinberg. — Theater am Kurfürstendamm: Rebhuhn. — Renaissancetheater: Fräulein Julie. Vermischtes Jugendkundgebung in Essen. Am Himmelfahrtstage fand am Nachmittag in Essen eine jüdische Jugendkundgebung des Bezirks statt. Das Thema dieser Kundgebung lautete: ״Deutschlands jüdische Jugend und der Zionismus“. Es wurde in zwei Referaten von Herrn Dr. Siegfried Kanowitz, Berlin (״Jüdische Not, Jugendbewegung und ihre Probleme“) und Hermann Gradnauer, Ajn- Charod-Hameln (״Wir und die jüdische Wirklichkeit Paläsfinas“), behandelt. Die Kundgebung war von etwa 200 jungen Menschen aus den meisten Orten des Bezirks besucht. Leider mußte man auch hier wieder feststellen, daß nichtzionistische Kreise sich der Aussprache über die grundlegend«! Fragen jüdischen Jugendicbcns entzogen, indem sie entweder gar nicht erschienen, oder aber es vorzogen, sich nicht zu äußern. So war diese Kundgebung dadurch bemerkenswert, daß sie ein Zeichen für das lebendige Interesse der national-jüdischen Jugend an allen Fragen des jüdisehen Lebens und besonders Palästinas war und gleichzeitig die starke Entwicklung dieser Jugendbewegungen demonstrierte. ״Ose“. Das Berliner Komitee der Gesellschaft für ücsundheitsschutz der Juden, ״Ose“, organisiert, nach befried!- gender Erfahrung des vorigen Jahres, ein Tagesheim in Grunewald für 40 bis 50 Kinder im Alter von vier bis vierzehn Jahren. Die entsprechende Wahl der Kinder wird durch die Aerzte der Beratungsstelle des Berliner Komitees ״Ose“, Gormnnnstr. 29, aus den unbemittelten Schichten der jüdisehen Bevölkerung, insbesondere dtr Emigrierten aus Osteuropa, getroffen. Die Eröffnung des Tagesheimes ist auf den 1. Juni festgesetzt. Synagoge ״Adass Jeschurun“, Clausewitzstr. 4 (am Kurfürstendamm). Gottesdienst am Schowuauss: Dienstag abends: 8'׳, Uhr. Mittwoch morgens: 9'׳! Uhr (Predigt); abends: 8() Uhr. Donnerstag morgens: 0 ( Uhr (Predigt und Seelenfeier); abends: (Mincbe) 8!/1 Uhr; Festausgang: 8,55 Uhr. Freitag: Issra-Chakk. Beginn des Gottesdienstes am Schabboss ״Nossau“, Freitag abends: 7y״ Uhr. Sonnabend morgens: 9!/.. Uhr; abends: (Minche) 8י/י> Uhr. Schabbossausgang: 8,58 Uhr. Spendet anläßlich schawuofli fOr den Keren Kalemeth!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.