Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 37 (14.5.1926)
- Date
- 1926-05-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ebucbtammcr 0,30 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und» Verlag W 15, Meinekestraße 10. Erscheint iedeo Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark. Vierteljährlich 5,25 Goldmark. AB>l*nd«aham*e>*nU werden in der WibrunC der einrelneo Linder berechnet. Alummcr 37 | Berlin, 14. V. 1926 Anzeigen -V erwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin Wl 5, Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Anfeigoaprci«; S gt«pAlt»NempfcreilleteÜ« 0,50 G.*M Stellengesuche 0,25G.*M, AnzeigenicblaB: Di ea 511 g und Freiing eaebmiti ag 4 Uhr. Telephon: Bismarek 7165 — 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392• Ffir Oesterroieh: PiMteparkieseneint Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Pottsperk&saenamiPrsfe Konto Nr. SOdlO, 1 är Polen: Fostspärkeeseaamt Wersehea, Konto Nr. 100708. Redaktionischluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Der Zionismus erstrebt für da» jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm.** Wahlen in Berlin: 16. Mai Brecht die Herrschaft der ״Liberal«■“! Am Sonntag, den 16. Mai, gilt es, die liberale Alleinherrschüft in der Berliner jüdischen Gemeindestube zu brechen. Die Aussichten zur Erreichung dieses Zieles sind günstig. Alle jüdischen Parteien in Berlin, denen Judentum nicht nur eine Angelegenheit neben anderen gleichwertigen Interessen ist, sondern die das Judentum in den Vordergrund ihres Lebens stellen, sind der Herrschaft des verschwomtnenen, abgestandenen Liberalismus satt, der in siebzigjähriger Alleinherrschaft in der Jüdischen Gemeinde das Judentum verflachte und seiner lebendigen Inhalte beraubt hat. Allen jüdischen Männern und Frauen, die noch eine lebendig« Beziehung zum Judentum haben, ist cs nunmehr klar, daß die liberale Herrschaft im Judentum hoffnungslose Resignation und bedingungslose Assimilation gezüchtet hat. Der Liberalismus hat das jüdische Heim entjudet, die einst in Deutschland bestandenen blühenden Lehrhäuser verödet und zerstört und die jüdische Eigenart verwischt. Der Weg der liberalen Herrschaft führte vom lebendigen Judentum der einstigen jüdischen Gemeinden über die Entjudung von Heim, Lehrhaus und Synagoge zu einem großen Leichenfeld jüdischer Werte. Die rein deklamatorischen, aber niemals gelebten lehren der liberalen Wortführer haben nicht vermocht, den unaufhaltsamen Verfallsprozeß des deutschen Judentums auf- ™halten. Interesselosigkeit der überwältigenden Mehrheit des deutschen Judentums, völlige Entjudung der Jugend, Verfall des Wissens um Judentum und jüdische Lehre, - das sind die Früchte der liberalen Führung. I)ic einzigen Bundesgenossen des Liberalismus in den! jetzigen Wahlkampfe sind die Sonntagsjuden der jüdischen Reformgemeindc und die Anhänger des n a t i o - naldeutschen Max Naumann. Darum kann kein bewußter Jude am 16. Mai für die liberale Liste stimmen. Erst die jüdische Renaissance-Bewegung, die die lebendigen Kräfte der Judenheit in der ganzen Welt geeinigt hat und auf deren Anschauungen die Jüdische Volkspartei beruht, hat das Interesse für Juden und Judentum auch in öeut*ebl««d *mdigernfe». Der Zionismus Ist es, der die Juden dem Volke wieder gewonnen, der das jüdische Selbstbewufitsein gehoben und der das jüdische Volk zur Selbsthilfe erzogen hat. Der Zionismus hat das jüdische Volk nach zweitausendjährigem Exil wieder zum aktiven Faktor im Völkerleben gemacht. Er hat die hebräische Sprache zu neuem Leben erweckt, er hat den im Volksdienst Stehenden das verschwundene Gefühl der Würde und Freudigkeit wiedergegeben. Er hat mit dauernd steigendem Erfolge die Berufs- Umschichtung der jüdischen Jugend angebahnt und eine umfassende körperliche Regenerationsbewegung durch Pflege von Turnen und Sport unter der jüdischen Jugend hervorgebracht. Er hat dem jüdischen Volk Gegenwartsinhalt und Zukunftshoffnung gegeben. Liberalismus ist sterbende Vergangenheit, bewußtes positives Judentum ist lebendige Gegenwart und frohe Zukunft. Wer seinem Leben jüdischen Inhalt und seinen Kindern Ziel und Zukunft geben will, der muß sich für die jüdidische Renaissancebewegung und demgemäß am 16. Mai für die Jüdische Volk spart ei entscheiden. * Die liberalen Gegner der Jüdischen Volkspartei führen als ihr stärkstes Argument gegen das Pro■ gramm der Zionisten und der mit diesen! vereinigten Gruppe!) an, daß die Volkspartci die jüdische Gemeinde in Benin von ihrer eigentlichen der religiösen Aufgabe ablenkf :1 und zu einem politischen Instrument machen will. Die paläsUoensiscben Araber an den Völkerbund Wie die Pal. Tel.-Ag. erfährt, hat die Exekutive des Palästi- ■ensisch-Arahischen Kongresses für die Juni-Tagung der Ständigen Mandatskommission des Völkerbundes ein Memorandum vorbereitet. Darin wird auf Artikel 22 des Völkerbunds- Statutes Bezug genommen und dieser Artikel so ausgelegt, daß »us ihm die Unabhängigkeit Palästinas resultiert; ferner wird auf Artikel 3 des Palästinamandats hingewiesen, der für Palästina eine lokale Autonomie vorsieht. Artikel 22 des Völkerhundsvertrages besagt, daß. wenn gewisse Gemeinwesen, die früher dem türkischen Reiche angehörten, eine Entwicklungsstufe erreichen, auf welcher ihre Existenz 11s unabhängige Nation anerkannt werden könnte, sie bis zu fern Zeitpunkt, da sie allein stehen können, dem administratlvrri Rat und der Unterstützung der Mandatsmacht untersichen. Bei der Wahl der Mandatsmach! müssen die Wünscht־ fieser Gemeinwesen in die Wagschale fallen, in dem Memo- ׳andum der arabischen Exekutive wird nun erklärt, daß Palättlna die gewünschte höhere Entwicklungsstufe bereits *ereicht hat, dennoch aber als eine der Kolonie» der Manlatsmacht verwaltet wird. Das Memorandum interpretiert lann Artikel 3 des Palästln;:»andates, wonach die Mandatsnacht nach Maßgabe der Verhältnisse die Einsetzung einer okaleo Autonomie zu fördern hat; und führt dem« Es wird von den Liberalen auf die leider weitverbreitete, durch die bisherige liberale Herrschaft verschuldete Gleichgfiltigkeit und Unmformiertheit der jüdischen Wähler spekuliert und ein Gegensatz zwischen Volks - und Religionsgemeinde hergestellt. Wie steht es nun in Wahrheit? Kann man denn jüdische Religion vom jüdischen Volke und das jüdische Volk von der jüdischen Religion lösen? Ist denn die jüdische Religion in Analogie zu einem anderen Bekenntnis zu setzen, dem Anhänger aus verschiedenen Völkern angehören können? Ist es nicht eine Verdrehung der Tatsachen und eine Verkennung und Mißachtung viertausendjähriger Erfahrung, wenn man jüdisches Volk und jüdische Religion als zwei gesonderte Begriffe nebeneinander stellt und diese Begriffe gegeneinander ausspielt? Ist nicht jede jüdische Religionsgemeinde zugleich die Organisation der jüdischen Volksgemeinschaft? Ist nicht die jüdische Volksgemeinde zu gleicher Zeit auch jüdische Religionsgemeinschaft? Es kann keine ausschließliche Religionsgemeinde, es kann auch nicht eine ausschließliche Volksgemeinde geben. Beide Begriffe sind innig miteinander verbunden. Das hat übrigens im Leben kein Jude, dein Judentum Richtschnur für sein Handeln ist, jemals bezweifelt. Seit jeher haben sich die jüdischen Kultusgemeinden, Religionsgemeinden oder Synagogengemeinden, einerlei, wie sie sich genannt haben, mit Angelegenheiten befaßt, die außerhalb der rein religiösen Interessen liegen. Immer haben sich die jüdischen Gemeinden mit sozialer Fürsorge, mit Fragen der Erziehung, mit Fragen der jüdisehen Wissenschaft, mit allen Angelegenheiten beschäftigt, die die gesamte Judenheit betreffen. Judentum Ist während der langen Leidenszeit der Diaspora für seine Anhänger nicht nur Bekenntnis, sondern stets auch Lebensform gewesen, in der alle Aeußerungen des jüdischen Lebens Raum gefunden haben. Erziehung und Bildung ist bei Juden Teil der Religion, soziale Fürsorge und Ve^antwortlfchkeitsgefühl in allen Angelegen!!eiten für <He jüdische Gemeinschaft stets religiöse Selbstverständlichkeit gewesen. Kncsseth Jisroel heißt nicht nur jüdische Glaubensgemeinschaft, sondern auch jüdische Gesamtheit. Jüdische Volksgemdnde ist keine Vorstufe für eine angeblich von den Zionisten in Deutschland verlangte nationale Autonomie. Noch soll sie Verwaltungsorgan für allgemeinstaatliche Angelegenheiten in bezug auf die Juden werden. Sie soll lediglich ein Instrument zur Regelung der besonderen jüdischen Bedürfnisse sein. Wer das Judentum in allen seinen Erscheinungsformen bejaht, wem jüdische Interessen, welcher Art sie immer auch seien, wichtig sind, wer wünscht, daß alle Glieder der jüdisehen Gemeinschaft gleicherweise tätigen Anteil an allen Aufgaben der jüdischen Gemeinde nehmen, wer die Erhaltung der jüdischen Art und die Zukunft de;־ jüdischen Gemeinschaft sicherstellen will, wer sich zur Einheit des Judentums, ungeachtet der bestehenden verschiedenen religiösen Schattierungen bekennt, wer der Ansicht ist, daß zur Leitung der jüdischen Geschäfte nur diejenigen jüdischen Männer und Frau?n berufen sind, denen Judentum und jüdische Fragen ihre wichtigsten Lebensinteressen sind, der muß verlangen, daß die Jüdische Volkspartei die Sachwalterin aller die Juden betreffenden Interessen und Forderungen werde. Es ist ein unehrliches Spiel, wenn man versucht, einen Keil Avisehen die Begriffe Volks- und Religionsgemeinde zu treiben. Nur die Synthese beider Begriffe entspricht den Tatsachen und ist ein Spiegelbild der Bedürfnisse der jüdischen Gemeinschaft. gegenüber an, daß Palästina in der Zeit vor dem Kriege mehr Privilegien einer Selbstverwaltung als gegenwärtig genoß. Die Exekutive fordert eine Wiederherstellung der alten Privilegien, laut welchem die arabische Mehrheit der Bevölkerutig in den autonomen Institutionen vorherrschend zu sein hat. Großer Erfolg Sokofows 1■ Südafrika Kapstadt, 7. Mai. (J.T. A.) Auf dem Bankett, das zu Ehren der Delegierten des Keren Hajcssod-Hatipt- Büros, Nahum So ko low und Dr. M. H indes, gegeben wurde, sind int Verlauf von 30 Minuten 10 500 Pfund aufgebracht worden. Beteiligt waren im ganzen 50 Spender, von denen vier je 1000 Pfund einzahlten. Der Palästina •Drive New York, 7. Mal (J. T. A.) Auf der Sitzung der Direktor« der Vereinigten Palästina-Kampagne zur Aufbringütig von fünf Millionen Dollar wurde mitgeteilt, daß <2־<י Millionen Doilar bereits in bar e i!1 ״ r g ,1 n g e n sind. Laut den Verpflichtungen soll im Monat Mai noch eine Million Dollar bar eingezahlt werden. Das fünffache Ziel Von Dr. Siegmund Kazneison. Man erinnert sich wohl noch an den Versuch zionistischer Kreise, nach dem jungtürkischen Umsturz das Baseler Pro- ״ramm zu revidieren und cs den veränderten Verhältnissen anzupassen, ferner an die Eröffnungsrede Max Nordaus beim Hamburger Kongreß (1000), in der er sich heftig gegen diesen (echten) ״Revisionismus“ wandte. Seitdem durch die Bslfour- Deklaration und das diese einschließende Palästina-Mandat nicht nur das Prinzip, sondern auch der Wortlaut des Baseler Programms seine völkerrechtliche Anerkennung gefunden hat, hat die Entwicklung der Tatsachen, leider aber nicht die der zionistischen Ideologie, zu einer deutlicheren Interpretation dieses bloßen Rahmenprogramms geführt. Selbst in so wichtigen Teilfragen aus dem großen Gesamtproblcm, wie der Araberfrage, hat sich die Zionistische Organisation von den tatsächlichen Verhältnissen führen lassen und den einmal eingeschlagenen Weg erst später durch Kongreßbeschlüsse sanktioniert, ohne vorher den Versuch zur Klärung in den eigenen Reihen zu unternehmen. So hat sich die Vemachlässigung dessen, was man als die .,Theorie des Zionismus“ bezeichnen kann, nicht nur durch das Ausbleiben der notwendigen Impulse in der zionistischen Arbeit gerächt, die fehlende zionistische Erkenntnis und der Mangel an autoritativen programmatischen Entscheidungen durch Kongreß bzw. Exekutive haben auch in der politischen Arbeit schweren Schaden angerichtet. Es hat wenig Zweck, nachträglich die Frage zu erörfern, ob der alten Judenstaat-Ideologie, die niemals zionistisch, sondern auch bei Herz! p r ä zionistisch war, wie sie von Zangwill und anderen vertreten wurde, nicht früher und erfolgreicher hätte entgegengetreten werden sollen, bevor Zangwill in seiner bekannten Rede auf dem amerikanisch-jüdisch« Kongreß in die Lage kam, den Abfall vom ״wahren“ zionistisehen Endziel und den ״Verrat“ Englands an diesem zu konstruieren. Noch jetzt, nach Jahren, empfindet man es aber als geradezu erschreckend und sieht einen traurigen Beweis für die ideelle Apathie der Bewegung darin, daß die Organisation eine so einschneidende Interpretation ihres Programms, wie es das Ctuirchillsche Weißbuch vom Jahre 1922 ist, nicht nur so ruhig, sondern auch mit so wenigen Erörterungen und Diskussionen hingenommen hat. Also selbst die eigene gflstige ,Umstellung fiel der, Organisation in diesen Jahren zu schwer und sic ließ sich nicht nur das Oesetz ihres Handelns, sondern auch die Maxime ihres Glaub«s von außenher diktieren. Herbert Samuel, der wohl zionistisch empfindende Jude, aber zweifellos neutral handelnde englische Politiker, und nicht ein geistiger Führer der zionistischen Bewegung, hat den entscheidend« Beitrag der letzten Jahre zur zionistischen Ideologie geliefert. Mit Ausnahme der unentwegten Schar der ״Revisionisten“, die anscheinend den Sinn für Tatsächliches verloren haben und sich kaum jemals vor! diesem werden belehren lassen, wird wohl jeder ruhig Denkende und klar Sehende heute zugeben, daß die Annahme der Churchill-Samuelschen Interpretation der Balfour-Deklaration sich praktisch als ein ebensolches Glück für den Aufbau des Landes erwiesen hat, wie die politische Intransigcnz der Araber, die in Inhalt und Methode durchaus der unserer Revisionisten gleicht, als für die arabischen Aspirationen unheilvoll, (ln Parenthese; es bedürfte nicht dieser Empirie, um das Vertrauen in die außenpolitische Führung Weizmanns zu starken, der das Weißbuch annahm, trotzdem es gerade ihm besonders schwer gefallen sein mußte, da es von ihm geradezu eine ideologische ״Kapitulation“ forderte und sich ganz ausdrücklich gegen seine eigene frühere Auffassung richtete. Die Instinktsicherheit, die über eine sehr einfache ״Radikalität־‘ und Prinzipienfestigkeit der Gesinnung hinaus das Erreichbare und Mögliche abzuschätzen und daraus die unver- ״leidlichen Konsequenzen zu ziehen weiß, hat er ja auch bei anderen Gelegenheiten zu bewähren verstanden, lieberdies zeigt auch dieses Beispiel wieder mit großer Eindringlichkeit, wie schwierig es für nicht-englisches, kontinentales Denken ist, politische Entscheidungen in England zu beurteilen, und daß infolgedessen auf außenpolitischem Gebiet fast alle Kritik und Erörterung weiterer Kreise der Organisation bloße Kannegießerei bleiben muß.) Diese sachliche Einschätzung der Samuclschcu Politik darf aber nicht die Härte und Schwere des Urteils darüber mildern, daß eine solche neue Richtung der zionistischen Ideologie nicht von uns selbst ausging, sondern uns von anderen aufgedrängt wurde. Noch schlimmer ist es aber, daß diese Richtungsänderung von der breiten Masse der Zionisten und vielleicht auch von vielen Persönlichkeiten, die man sonst als füllrendc zu bezeichnen das Recht hätte, eigentlich fast gar nicht bemerkt worden,ist. Formell deutete sich die neue programmatische Linie der Bewegung schon in dem wechselnden Schwergewicht an, das bisher auf der Politik lag und jetzt auf der Kolonisationsarbeit liegt. Parallelerscheinungen dazu waren die Zuriickdrangung der reinen nationalen Politik in der Diaspora und das stärkere Hcrvortrefeu eines ״Palästinismus“, obzwar auch hier es sicli zumeist nichI tun eine innere Ent- Wicklung, sondern um eine äußere Notwendigkeit infolge der fast überall zu konstatierenden Erfolglosigkeit der Landespolitik handelte, ferner die Inauguricrung der Agencv-Politik, durch welche der Versuch gemacht wurde, die Position des Palästina- Aufbaues bzw. dessen Tempo möglichst zu verstärken, selbst auf die Gefahr einer Verletzung der, ideellen Unbedingtheit und Reinheit der sogenannten ״zionistischen Tradition“ oder dessen, was man dafür hielt. Nach Jahren kolonisatorischer Passivität und nur politischer Aktivität, die sicherlich den auf uns entfallenden Schuldenantril an der damaligen Ent- Wicklung der Dinge in Palästina darstellten, zeigte das Weißbuch den Ernst der Lage, und ließ erkennen, daß darum nun auch wirklich ernst gemacht werden müsse. Mit der An-