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Jüdische Rundschau · 1926-04-13 · Heft 28 (13.4.1926) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 28 (13.4.1926)
Date
1926-04-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr . 28 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 2» Andenken daran, daß Haman harascha mit allen Oojira im Schilfmeer ertrunken ist“. Das kommt daher, daß unsere Feste keinen volkstümlichen Charakter bekommen haben; die Armut unserer Kinderfeste ist mir nie so klar geworden, als anläßlich einer chatnischalvaßar-bisclnvath-Fcicr in Jerusalem. Ich habe au diesem großen Kinderausflug zum erstenmal teilnehmen können, sah zum erstenmal die Versammlung aller hebräischen Schulkinder im Hofe der LSmmelschule — und auch ich wurde von dem Anblick überwältigt. Jubel der großen Zuschauermenge, Absingen lauter, heldenmütiger Lieder beim Abmarsch. Der Weg führte nach ״Bejt hakerem“, war weit, staubig und sonnig. Die große Anstrengung nahm einen kleinen Teil der Stimmung weg. ln Bejt hakerem kamen wenig Kinder dazu, Bäume zu pflanzen, welches der cigeniliehe Sinn des Frühlingsfestes ist. Man führte Spiele auf, welche den Ehrgeiz nach großer Körperkraft zu wecken hatten, aber auch nur wenige Kinder beschäftigten -- die Masse der Kinder hatte nichts ak die Cicste des Auszugs und die obligaten ״guten Sachen“. Ein so einfaches Fest, welches keinen Anlaß zu großen Reden bietet, versteht man bei uns nicht zu arrangieren. Wo der Intellekt nicht die Hauptsache ist — stehen wir da und wissen nichts anzufangen. Und doch müßten wir endlich aufhören mit diesem System. Wir müßten die historischen Züge unserer Feste einer Alierklassc aufsparen, von der man schon bewußtes Denken erwarten darf, und mit der ein Lehrer, der vernünftige Ansichten hat, über Probleme der Rassenunterschiede usw. sprechen kann. Dann könnte man natürlich viel gutes für die Zukunft des Landes tun, welche so sehr abhängt von dem guten Einvernehmen zwischen der Heranwachsenden jüdischen und arabischen Jugend. Ich denke, wir müssen im Lande einen allgemeinen Lehrerverband gründen, welcher Aussprachen von arabischen und jüdischen Lehrern ermöglicht und eine Einheitlichkeit auf dem Gebiete der nationalen Erziehung herbeiführt. Von der hebräisch» Universität Das Präsidial-Komitec der Hebräischen Universität zu Jerusalem teilt mit, daß folgende Herren zu .Mitgliedern des Board of Governors der Universität ernannt worden sind und die Ernennung angenommen haben: Oherrabbiner Prof. Dr. H. P. Chajes (Wien), Prof. Dr. S. Freud (Wien), Prof. J. lladaraard (Paris), Oberrabbiner 1. H. Hertz (London), Sir Herbert S(amue! (London). Statistik der Emigratiea aas Polen Aus Polen sind in der Zeit von April bis Dezember 1925 in überseeische Länder 30332 Personen ausgewandert, davon nach Palästina 13 668, nach Argentinien 8611, nach den Vereinigten Staate.» 3719, nach Kanada 2106, nach Brasilien 1339 und nach anderen Ländern 8S9. Zurückgewandert nach Polen sind aus überseeischen Ländern in diesem Zeitraum 4101 Personen, davon aus Palästina 368. Wie man sieht, ist die Rückwanderung aus Palästina im Verhältnis zur Auswanderung eine geraden! verschwindende, noch nicht einmal 2 c׳׳* *.. liguig der MuukrlKitei'Exekutive In Dresden hat auf 6.* und 7. April eine Tagung der Exekutive stattgefunden, die von der Konferenz der Minderheitsvölkgr in Gent im Oktober v. J. gewäHt worden ist. Den Vorsitz führte der ehemalige Vorsitzende der Genfer Konferenz, Abg. Dr. Wi 1 f a n - Triest {ein Slovene). Die Deutschen waren durch Dr. S ch i c m a 11 n- Riga, die Polen durch Dr, Kaszmarck, die Ungarn durch Herrn Flach hart, die Juden durch Herrn Leo Motzkln vertreten. In der Konferenz wurde vielfach über die Situation der Minderheiten in den einzelnen Ländern gesprochen und vor allem die Einberufung des Minderheitskongresses im kommenden Herbst durchberaten. Ucbcr Zeit und Ort des Kongresses wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Abaahmc der jüdisch» Bevölkerung in Deutschland Die Ergebnisse der Volks- und Berufszählung vom 16. Juni 1925 liegen vorerst nur aus wenigen deutschen Ländern vor. Die aus Bayern, Württemberg, Hessen, Schaumburg-Lippc und Baden vorliegenden Ziffern weisen einen nicht unbeträchtlichen Rückgang des jüdischen Bevölkerungsteils gegenüber der Volkszählung im Jahre 1910 auf. ln dein kleinen Scliaumburg- Lippe beträgt die Abnahme der Israeliten 21,7 «/o, es gibt dort heute gegen 1910 50 Israeliten weniger, ln Bayern verminderten sich die Juden — wie schon einmal testgestellt — gegenüber 1910 um 5920 auf eine jetzige ücsaintanzahl von 491-15.. Die Abnahme in Württemberg beträgt 1155 bei gegenwärtig 10 827 in Württemberg lebenden Juden, ln Hessen vollzog sich eine starke Abnahme von Id,2 ״/# oder 3562 Juden, bei einer Gesamtzahl von jetzt 20 401. — ln Baden gab cs 1925 nahezu 2000 Juden weniger als 1910, d. s. 7,7 «b. Laut dem neuen Ergebnis sind von 103 Einwohnern 1 °/0 israelitisch, 1925 waren cs 1,2 »;»• Hierbei ist zu bemerken, daß gerade Baden durch die Ausweisungen vieler elsässischcr Juden manchen Zuwachs erhalten hat. Zu einem großen Teil ist der Rückgang des jüdischen Bevölkerungsteus auf die Verluste im Kriege zurückzuführen; cs ist aber zu bemerken, daß in keinem Lande ein Rückgang des evangelischen oder des katholischen Bevölkerungsteils trotz Kriegsverluste stattgefunden hat, cs müssen deshalb für die auffällige Verminderimg der Israeliten auch andere Ursachen vorhegen. J.T. A. meldet: Zwischen Herrn Julius Berger und Herrn Vladimir Jabotinsky, die zur Zeit beide in Arnerika sind, ist ein Abkommen getroffen worden, demzufolge Jabotinsky einen P a I ä s t i n a f 11 m für den Keren Kajemeth schreiben wird. Herr Jabotinsky wird zu diesem Zweck mehrere Wochen in Palästina verbringen. Sport Aus Wien wird berichtet: Aus zweitägigem Ringen der besten Mannschaften Wiens ging die Elf des Jüdischen Sportklubs ״Hakoah“ als Sieger hervor und errang zu vielen anderen Siegestrophäen auch den diesjährigen Üster-Pokal. Hakoah gewann gegen ״Amateure“ 1:0 und gegen ״Rapid“ 4:3. Vorher hatten die von Hakoah besiegten Mannschaften über andere Gruppen, so z. B. über ״Slovan“ den Sieg davongetragen. Den Spielen wohnten mehr als 30000 Zuschauer bei. Hakoah hat sich im Fußballspiel nach Ansicht der Sportfachleute wieder einmal als Kampfmannschaft allerersten Ranges erwiesen. — Auch im Hockeyspiel hat Hakoah gegen W. A. C., Allround und den Arminen den Silberpokal errungen. Am 6. April trat die 1 lakoah-Mannschaft die Reise nach Amerika an. Auf dem Bahnhof hatten sich etwa 3000 Personen eingefunden, um von den Hakoahnern Abschied zu nehmen. Ansprachen hielten der Vizepräsident des Jüdischen Vereins Desza Herbst, Gemeinderat Dr, Plaschkes u, v. a. Ergebnisse and Möglichkeiten Die nachfolgende Statistik ist interessant und lehrreich. Sic zeigt, daß auf einem Gebiete unserer Arbeit, das relativ noch am leichtesten zu bewältigen ist, ungeheure Möglichkeiten und verhältnismäßig geringe Erfolge vorhanden sind. Das Prinzip der Massen- Sammlung des Keren Kajemeth mit Hilfe der Büchse ist, wie sich immer deutlicher ergibt, ein außerordentlieh glückliches. Schon jetzt ergeben die Büchsen in Deutschland monatlich einen sehr erheblichen Betrag. Die Büchscnsamnilung kann unabhängig sein von Konjunkturschwankungen und verspricht eine laufende Rente mit zwangsläufigen Einnahmen. Beachten Sie bitte in der Statistik die Ergebnisse der Orte Aachen, Chemnitz, Danzig, Dessau, Dresden, Königsberg, Koitbus und Liegnitz. Dort ist cs nicht nur gelungen, das Ziel unserer Büchsenaufstellungs- Aktion, nämlich die Verteilung von Büchsen bei mindestens Va der jüdischen Familien eines jeden Ortes durclmisetzen, sondern auch durch regelmäßige und wyiUrobus cdUn duckten Alarfe- Wenn Sie diese Forderung erfüllen, dann wird Ihre Büchse bei der fetzigen Leerung Mk. 5.- ergeben. Verlangen Sie, dafj ihre Büchse sofort geleert wird, damit Sie teilnehmen können an der Ausschreibung der PalfkifnareUen, die in der ersten Nummer der ״Keren Kajemeth• Mitteilungen" bekannt gemacht wurde. H systematische Leerung sowohl absolut wie durchschnittlich große Beträge zu erzielen. Vergleichen Sie mit diesen Zahlen diejenigen der anderen Orte, und Sie werden mit uns darüber übereinstimmen, daß das Gesamtbüchsenergebnis allein in diesen Orten über 100 Familien, die nicht einmal 1/3 der durch den Keren Kajemeth in Deutschland erfaßten Orte bilden, mindestens verdreifacht werden kann. Würde es sich nicht doch lohnen, daß auch Sie für die Durchführung der Büchsenleerung, die jetzt in allen Orten stattfinden soll, und deren Ergebnis sicherlich durch die Ausschreibung der Gratisreisen in den ״Keren Kajcmeth-Mitteilungen“ gefördert wird, auch in ihrem Ort sorgen, und zwar in der Weise, daß wirklich jeder einzelne Bfichseuinhaber so lange besucht und so lange ermahnt wird, bis auch seine Büchse einen entsprechenden Inhalt hat? Die Parole 5״ Pfennig täglich in die Büchse“ zeigt, welch ungeheure Summen durch zahlreiche kleine Spenden zu erzielen sind. Eine halbe Million Mark könnten die Büchsen in Deutschland allein ergeben, wenn jeder Einzelne dieser Parole folgen würde. Diese Zahl ist nur durch das persönliche Beispiel zu erreichen. Wenn Sie wirklich 5 Pfg. täglich geben, wenn Sie bei jeder Gesellschaft mit der Büchse sammeln, wenn Sie Ihre Kinder dazu erziehen, 5 Pfg, täglich für Palästina herzugeben, dann werden wir auch in Deutschland unser mische Lehranstalt der Mischen Gemeinde zu BeriH { Grofce Hamburper S'rafce 27 XVI. Semester. Der Unterrldi! tn *amtlichen Klassen für Fortgeschrittene wird am Dienstag, den 13 April 1926 wieder aufgenommen. *egtan de* Unterricht* tn den neuen Anfängerklasten: Donnerstag, den IS. April 192Ö, 7 Uhr abend*. N Bergsrün. Prins-Regenten-Stra&e 94 Telephon: Uhlend 6985. ff » Ziel erreichen und jährlich mindestens $ Miffioo für das wichtigste Erfordernis des Palästina-Aufbaus, für die Erwerbung des palästinensischen Bodens, zur Ver* iigung stellen können. Ort ZtU der jüdi«ch«1 >u FemUlen teeete&lcB Jflefc»« Seit AfisaU &t«bok Aachen 520 163 ר 483,20 Allenstein ISO 25 123,— Aschaffcnburg 300 35 - _ ויי■* Augsburg 250 25 6 15,75 Aurich 105? , Baden-Baden 165 23 14 31,- Bamberg 314 100 38!18,96 Berlin 110000 7500 5657 13545,97 Beuthen 1100 145 220 529,35 Bielefeld 440 20 Bochum 450 30 24 122/33 Bonn 360 60 52 123*34 Brandenburg 120 30־ 7 84 f— Braunschweiß 400 60 08 206,10 Bremen 380 > 7 198,30 Breslau 7000 750 y 1776,05 Bruchsal 250 35 _ Cassel 1000 165 7 495,99 Chemnitz 1037 330 86 ו¬ 1505,80 Crefeld 318 67 -: 103,57 Danzig 2000 150 470 1505,39 Darmstadt 500 73 81 175,— Dessau 102 31 12 198,18 Dt. Krone 105 11 8 28*— Dortmund 1800 210 D6 338,08 Dresden 1200 380 571 1739,47 Duisburg 300 70 31 180,— Duisburg-Ruhrort 100? 15 05,מ Düsseldorf 3500 240 ׳■; 441,60 Eisenach 167 10? 18,- Elberfeld-Barmen 1310 193 45 220,12 Emden 200 59 43 102,87 Erfurt 370 101 SO 273,— Eschwegc 152 16 —. _ Eissen 1700 230? ׳i 542,50 Frankfurt a. M. 10000 2000 y 14«,01 Frankfurt a. O. 210 26 7 120,95 Freiburg 400 96 77 297,17 Friedberg 220 30 — Fulda 250 60 62 98,92 Fürth 1140 0 51 134,19 Gelsenkirchen 180 71 7 181,— Gießen 150 20 's 30,80 Gleiwitz 550 43? 76,30 Glogau 165 7 7 52/17 Göppingen Görlitz 140 150 40 19 79 53,50 Göttingen 175? 23r~ Hagen i. W. 150 3! 13 ״-*53 Halbcrstadt 300 6'1 21 09,100 Halle 400 48 118 361,31 Hamborn 200? 22 84*— Hamburg 7000 1316 1090 3151,10 Hamm 220? ~~ — Hanau 180 160 — — Hannover 1500 377? 773*30 Heidelberg 350 50 38 100,50 Heilbronn •* 356 . 160? 174,— Hildesheini '220 ' 19 8 30,- Hindenburg 350 30 •ד 45,35 Bad Homburg 128 30 —» Kaiserslautern 250? — Karlsruhe 1200 140? 449,- Kiel 170 38? 46,49 Kissingcn 106 10 — — Koblenz SO 40? 73,- Köln 7000 700? 1526,63 Königsberg 1200 400 405 1273,94 Konstanz 120 60 57 169,— Kottbus 180 38 51 222,22 Landau 300 y — -׳■- Landsberg 110 ki 4 48,20 Leipzig 4057!780 p 1910,04 Liegt! itz 260 37 48 341,56 Lübeck 150 50 30 112,82 Ludwigshafen 300 150 כ־ 70,76 Magdeburg 750 56 '3 12,82 70,70 Mainz 1200 130 IS Mannheim 3000 400 992,50 Meiningen 140 20 35 122,— Mülheim/Ruhr 223 19 34 169,54 München 4000 500 273 1278,43 Münchcn-Gladb. 306 40 27 165,- Münster 200 ׳■' — 70,- Nordhausen 170 ::0 y Nürnberg 5000? 1320,29 Oberhausen 100 2 i — — Offenbach 650 30 ^ל 100,- Oppeln 180 23 ׳ל 90,68 Pforzheim 330 83 1 12,- Pirmasens 121 7 — Plauen '253 54 30 164,28 Recklinghausen 100 21 133,— Regensburg 175 ר ־— Rostock 110 23 6 32,55 Saarbrücken 750 65? 135,88 Saarlouis 125 V — Schneidemühl 215 20 13 49,- Schönlanke 120 15 — Schweinfurt 156 V «*•- Stettin 800? 183,50 Stolp Stuttgart 140 1500 1551 ן ל! f 0 322,35 294,79 Tilsit 200; . 0 I 223,05 Trier 320 02 108,50 Ulm 250 50 .8 135,— Wcsermünde-Lehc 210 - 20 •1 33*20 Wiesbaden 800!09 c׳> 415,45 Worms 540 65 33 168,45 Würzburg 170 63 84 279,67 Zwickau 100 40 20 63,05 Die bekannte hebräische Buchhandlung M. Gonzd in Berlin kann Anfang dieses Monats auf ein zwanzig• jährige® Bestehen zurückblicken. Die Buchhandlung, deren Inhaber seit mehr als ein Vierteljahrhundert in Mitte des jüdischen literarischen und öffentlichen Lebens in Berlin steht und langjähriger Mitarbeiter zahlreicher hebräische! Zeitschriften ist, war seinerzeit die erste, die neben ein• schlägige Judaica und Hcbraica moderne hebräische und jiddische Literatur in Westeuropa herausbrachte. Auch aul dem Gebiete des hebräischen Verlagswesens betätigte sich die Buchhandlung mit achtenswertem Erfolg

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