Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 24-25 (26.3.1926)
- Date
- 1926-03-26
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2652785-2652809--18170-2675907- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr 24 25 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 101 —— WELTV DEUT&C KREIS Die )Qdisehen Sportvereloe ln Deutschland Von Alfred Cahn, Köln. Das Problem, das uns heute wieder beschäftigt, ist so alt wie die jüdische Turn- und Sportbewegung überhaupt, ln der richtigen Erkenntnis, daß eine jüdische Sportbewegung nur unter Voranstdlung nationaler Ziele Existenzberechtigung hat, wurden vor 25 Jahren die ersten Sportvereine gegründet Das Erziehungsprogramm war in der Praxis recht einfach. Man bemühte sich, die Mitglieder zu bewußten Juden zu erziehen und den Beweis zu erbringen, daß auch das ״Volk der Händler und Schnorrer“ zu gleichen Kraftleistungen fähig sei wie die christliche Umwelt. Die Zeit brachte es mit sich, daß die eigentliche Tendenz mehr und mehr vergrößert wurde, cs wurden keine Forderungen an den Einzelnen gestellt; man war damit zufrieden, wenn ein- bis zweimal jährlich gelegentlich eines Makkabäer- oder Purimfestes ein Zusammenhang mit der Geschichte des jüdischen Volkes konstruiert wurde. H n und wieder auch prallten die Gegensätze zwischen den Nationaljuden — die Bezeichnung Zion st wurde seltener angewandt — und den anderen philo-nationaljüdischen Mitgliedern härter auf- •inander. Man nahm den nationaijüdlschen Charakter der Turnvereine nicht allzu ernst und die cs ernst damit meinten, glaubten eines Tages aus der Masse der Indifferenten leicht feste Anhänger des Nationaliudentums zu gewinnen. Dann kam der Krieg und dessen Ende brachte mit dem Aufschwung der allgemeinen Sportbewegung auch ein Anwachsen des jüdischen Sports, a. h. des Sports unter Juden. Mit dem Erstarken der Vereine traten auch Gegensätze schärfer zu Tage. Der Zionismus war durch die Balfourdeklaration in das Stadium der Verwirklichung getreten, dis Bekenntnis zum Nationaljudentum wurde folgerichtig in ein Bckennt-ls zum Zionismus umgewandclt und jetzt zeigten sich die Fehler der jahrelangen Laxheit in den jüdischen Fragen und dem Bekenntnls zur eigentlichen Tendenz. Mitglieder, an die ernstlich niemals zionist sehe Forderungen gestellt waren, wehrten rieh mit dem Recht langjähriger Vereinszugehörigkeit gegen die Neuerungen, die nichts weiter waren als die etwas konsequenter aufgefaßten Forderungen nach Erfüllung nationaler Pflichten. Die wirklich zielbewußten Zionisten besaßen nicht die Tatkraft, ihren Idealen zum Durchbruch zu verhelfen, zumal vielfach persönliche Freundschaftsbande sie mit diesen zionistisch indifferenten Mitgliedern verband. Dort wo man energischer an die Aufgaben heranging, erwiesen sich Trennungen not- Wendig. Entweder gingen die Zionisten und ließen die Verwaltung der Vereine in den Händen der anderen oder umgekehrt. Es gab aber noch eine drifte Möglichkeit — keine der beiden Gruppen ging, sondern nach dem Gesetz der Trägheit oder auch der Anhänglichkeit blieb alles wie es war —, die heiklen Punkte wurden vorsichtig umgangen. Das ist der Zustand, der heute noch auf viele Vereine zutrifft. Wir stehen dadurch vor der Tatsache, daß diejenigen Makkabivereine, die sich nicht eindeutig auf bestimmte Z;ele eingestellt haben, die schlechtesten in jeder Beziehung sind. im letzten Jahre entstanden eine Reihe neuer Sportstruppen, teilweise initiiert von dem für seine Existenzerechtigung immer mehr fürchtenden Frontbund, andernteils als Sportgruppen der neutralen jüdischen Jugendvereine gegründet. Soweit diese ״neutral-jüdischen“ Vereine die alldteuwenden. Dort aber, und das trifft erfahrungsgemäß vielfach zu, wo nur Wert auf sportliche Ertüchtigung und Erzielung von Höchstleistungen gelegt wird, müssen wir — und damit kommen wir zum Kernproblem unserer Ausführungen —■ diesen neutral-jüdischen, aber sinngemäß angewandt auch den zionistischen Turn- und Sportvereinen die Existenzberechtigung absprechen. Es gibt weder zionistisches Turnen noch Sport, weder zionistischen noch jüdischen 100 Meter-Lauf noch Schwimmen, wie es ebensowenig deutsches Turnen oder Sport gibt. (Wohl kennen wir Turnen nach in Deutschland oder Schweden üblichen Methoden.) Aber cs gibt Turnen und Sport unter Juden bzw. Zionisten, d. h. unter gleichfühlenden und gleichdenkenden Menschen, Menschen mit gleichen Idealen und realen Zielen, die nach planmäßigen Methoden Erziehung*־ arbeit treiben wollen und die körperliche Ertüchtigung der Jugend als einen Teil der Gesamtaufgabe ansehen. Nie kann una darf der Sport alleiniger Zweck eines jüdischen Vereins sein, ein solcher Verein verliert das Recht, sich jüdisch zu nennen; er kann genau so gut Nichtjuden aufnehmen und seine Mitglieder können sich sportlich mindestens ebensogut in den anderen nichtjüdischen Vereinen betätigen. Der Zusammenschluß in einem rein jüdischen Verein ist ein Bekennfnis zum jüdischen Volke und dieses Bekenntnis zwingt uns in jedem Falle eine Stellungnahme zu jüdischen Fragen auf, cs muß konsequent gehandelt zum bewußten Judentum führen. Eine sonderbare Begründung, die aber auch einen bedauer• liehen Mangel an Verständnis für die inneren Zusammenhänge zeigt, leistete sich kürzlich der Vorsitzende eines jüdischneutralen Turnvereins: ״Wir sind neutral, weil wir uns um die geistige und politische Einstellung unserer Mitglieder nicht kümmern, sondem nur Soort treiben.“ Und auf die Frage, ob das nicht jeder Jude auch in nichtiüdischen Verr'nen haben könne, und dazu brauche man eigentlich keinen jüdischen Verein, sagte er: ״Wenn es unter den Juden nur gute Sportler und Turner gäbe, allerdings, aber leider gäbe es unter uns sehr viele Schwache, und um den anderen nicht die Körperschwäcbc der Juden zu zeigen, müsse man vorläufig sich in jüdischen Vereinen zusammenschließen.“ Wir wollen zum besten der An-!länger des jüdisch-neutralen Sportes anuehmen, daß sie sich diese Begründung nicht zu eigen machen. Es muß uns die jüdische Jugend leid tun, die bei solchen Ansichten eines Führers vergessen wird, daß sie die Zukunftshoffnung des jüdischen Volkes ist. Und damit kommen wir zur Jugendfrage überhaupt. Wenn wir zu der Erkenntnis gekommen sind, daß es Aufgabe der jüdischen Sportvereine sein muß, die körperliche und geistige Ertüchtigung der jüdischen Jugend zu pflegen, dann kommen wir zu dem Schluß, daß nur die Jugend Trägerin der Makkabiidee sein kann und muß und wir müssen anstreben, ein Teil der großen jüdischen Jugendbewegung zu werden; im engsten Zusammenhang mit den bereits bestehenden jüdischen Jugendbünden. Die Jugend hat das Vorrecht und ist die Trägerin der Arbeit, die Eltern, soweit sie überhaupt aktiv sind, scheiden aus der inneren Arbeit aus und übernehmen allenfalls die beratende Stimme. Die Arterienverkalkung, die wir heute bei vielen alten Vereinen sehen, ist nur eine Folge davon, daß entweder die Pflege und Heranziehung des Nachwuchses versäumt wurde oder einige Köwedifi׳zer ei'e^Qchtlg darüber wachen, daß ״יידז sie für unentbehrlich hält. Wir kommen nochmal: z״ unserem Kernproblem zurück, fn Verkennung der erzieherischen Aufgabe der jüdischen Turn- und Sportvereine haben wir die Methoden de־׳ deutschen Vereine übernommen und betreiben die Neuaufnahmen von Mitgliedern, insbesondere Erwachsenen, von dem alleinigen Gesichtspunkte ihrer sportlichen Tüchtigkeit. Menschliche, auch moralische Qualitäten rücken in den Hintergrund, krassester Vcreinsegoismus, die Sucht nach dem Sieg um jeden Preis, nach öffentlichen Erfolgen, erzeuge eine üble Atmosphäre untairen Sportes. Aus dem Kampf um die Ehre des Sieges an sich ist der Kampf um den materiellen Wert des Sieges geworden; wertvolle Bezahlung in mehr oder weniger offener Form verwischen den Wert der sportlichen Erziehung. Alles was über das Maß der notwendigen körperlichen Ausbildung hinaasgeht ist von Uebel. Nicht Erziehung zu Höchstleistungen — zum Kanonentum — ist unser Bestreben, sondern die körperliche und geistige Ertüchtigung der Massen der jüdisehen fugend, der Ztikunftshoffmmg des jüdischen Volkes —• Volkssport im wahrsten Sinne des Wortes. Anßstfllnng Abtl Para Der bekannte palästinensische Maler Abel P a ה n, der schon in Budapest und Wien mit großem Erfolg hei Publikum und Presse Ausstellungen veranstaltet hat, wird in den nächsten Wochen in Berlin in der Galerie Schulte, Unter den Linden 73, ausstellen. Abel Pann ist zweifellos einer der begabtesten Maler des heutigen Palästina, er war auch fm Bezalel als Leiter der Kunstschule tätig. Besonderen Ruf hat sich Pann als Illustrator der Bibel gemacht. Seine Zeichnungen zur Bibel erregten and! bei den früheren Aus- Stellungen berechtigtes Aufsehen. Die Berliner Ausstellung umfaßt 300 Bilder zur Bibel sowie palästinensische Landschalten. Vermischtes Ludwig Hardt wiederholt seinen Heine- Abend Mittwoch, am 31. März, im Kündwcrth-Scharwcnka- Saal. — Sonntag, am 23. März, spricht er, ebendort, heitere Dichtungen und Schauspieler-..Porträts“; Karfreitag gibt er einen Abend unter dem Titel •״Westöstlich“. (Karten bei Bote & Bock und Wertheim.) Berlin. Am Donnerstag, den 1. April, abends 8!/י Uhr, findet im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2/4, die Generalversammlung der Gruppe der Zionisten ans dem Osten statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes: Samuel Mais lisch. 2. Die zukünftige Tätigkeit unserer Grunpe: Oskar Wulf, 3. Die Wahlen zum Detegiertentag in Erfurt, 4. Ergänzungswahlen in den Vorstand, 5. Eventualia. Konzert Kammersängar Joseph Schwarz. Kammersänger Joseph Schwarz, welcher soeben von seiner ameriksnisehen und englischen Tournee die ihm außergewöhnliche Triumphe einbeachte, zuröckgekehrt W, gibt am 2. April ln der Philharmonie seinen einzigen Lieder- und Arienabend von biblischen und klassischen Gesängen. Konzert. Am 16. April, 8'/* Uhr, findet in den Sälen des Logenhauses. Joachimsthaler Str. 13, ein Konzert-Ball statt, dessen Erlös zugunsten der zionistischen politischen Gefangenen und Verbannten in Räte-Rußland bestimmt ist. Programm des Konzertes: Tschaikowsky, ausgeführt durch die T rio-Vereinigung Leonid Kreutzer; Sprechchor (deutsch): Lieder von Oretschaninoff. Mussorgski u. a., aus* geführt durch Polon sky; russische und deutsche Lieder; Baiettauffiihrung. Nach Schluß des Konzertes — Tanz. Möge das Programm und der Zweck der Veranstaltung ein zahlreiches Publikum herbeilocken. Kartell Jüdischer Verbindungen. Am Mittwoch, den 7! * <Apfif21|*־bendS 4«8יי UWfJ RIutWM '*öeS״K.־f.'V!, Kürfßrstenstr. 150, ein Interner Abend des Beriiner Kartells statt, zu dem alle Aktiven und alten Herren eingeladen sind. Thema: ״Die gegenwärtige politische Lage im deutschen Zio nismus“. Referenten: Bbr. Martin Rosenblüth und Bbr, Karl 01 a s e r. Erfahrene Lehrerin, die hebräisch, jiddisch, polnisch und deutsch beherrscht, Absolventin des Wiener jiHischen Päda״or1ums mit mehrjähriger Praxis, sucht Stelle an einer jüdischen Schule bzw. auch als Hauslehrerin in Deutschland oder im Ausland. Nähere Auskunft erteilt die Redaktion der ,Jüdischen Rundschau“, an die alle Anfragen zu richten sind. Hebräische Lehranstalt der .indischen Gemeinde zu Berlin. Große Hamburger Str. 27. XVI. Semester. Am Anfang des Sommersemesters werden an der Hebräischen Lehranstalt neue Klassen für Anfänger und Fortgeschrittene, für Schüler und Erwachsene eingerichtet. Der Unterricht kann entsprechend den Wünschen der Beteiligten in den frühen Morgenstunden oder nachmittags, resp. abends ab^ehalten werden. Anfänger, die für einen Morgenkursus rm Zentrum oder Westen Interesse haben, werden ersucht, sich umgehend mit dem Unterzeichneten in Verbindung zu setzen. Für den bestehenden Kursus für Mi-chna und Oemara (Vortragssprache hebräisch) werden noch Neuanmeldungen entgegengenomfneh. Für das Sommersemester ist eine Arbeit*- gemeinsehaft für Bibel gebildet worden, die wöchent'Ich zweimal je zwei Stunden Psalmen oder die kleinen Propheten lesen wird. N. Berggrün, Wilmersdorf, Prinzregentenstr. 94, Telephon Uhland 6985. Das neue Semester fn תר״וד תירה ״כ נ ם ח י ש ר א ל״ כיליו der Ta!mud-Tora ״Knesset-fsroel“, Linlenstr. 19, beginnt Sonntag, den 11. April (27. Nissan), 10 Uhr vormittags. Einschreibungen neuer Schüler finden statt Freitag, 2 April, und Sonntag, 4. April, von 10—12 Uhr, außerdem Mittwoch, den 7., Donnerstag, den 8. Aorif, nachmittags von 4-6 Uhr, in den Räumen der Talmud-Tora. Die Srhu'c umfaßt sieben Vormittags- und achf Nachmittagsklassen. Neben den allgemeinen Lehrfächern wird Bibel, Talmud, SchuUhan-Aru׳'h und Hebräisch unterrichtet. Für schulentlassene JugcndH-he werden an diesem Semester Fortbnd1m׳«k11rsc in jü׳-,ir־׳hcn Fächern fn erweitertem Umfange elngcrl ־hfet. Alles Nähere Ist Im Sekretariat der Talmud-Tora, Linicnstr. 19, zu erfahren. Jüdisch - theologisches Seminar, Brcs'aa. Im Sommersemester 1926 werden folgende Vorlesungen und Hebungen gehalten werden: Herr Prof. De. Michael Outtmann; 1. Talmud sfat. Baba Mezia Abschn. IV 11, V (24 ff.), A; 2. Talmud Pcsaehim Absehn. 11 u. III (21 ff.), B; Paiasflnarclse der Bfliflsenlnhalier Die erste Nummer der ״Keren Kajemeth-Mitteilungen" enthält eine Jeden Büdiaenfnhaber interessierende sehr wichtige Mitteilung über die nächste Büchsenleertmg, die von allen Vertrauensleuten des Keren Kajemeth in Deutschland unmittelbar nach Pessach vorgenommen wird. 3. Dezisoren: Jore Dea, Terefoth 15 0., A; 4. Kalenderkünde. Herr Dozent Dr. isaak Heinemann: 1. Einführung in die Kabbala; 2. Lektüre aus dem More in Ibn Tibbons Uehersetzung; 3. Homiletische Hebungen; 4. Talmud (Bcrachot, letzte Abschn. u, leichte Sugjot), R; 5. Hebräische Grammatik; 6. Talmudische Ucbungen für Anfänger, C. Herr Dozent Dr. Albert Lewkowitz: 1. Die rcligionsphilosophische Bedeutung der Phänomenologie; 2. Die geschiel!thclic Entwicklung des Christentums; '3. Die Klassiker der Pädagogik; 4. Uebungen zu Przywara: Gottgeheimnis der Welt; 5. Hebungen zu James: Die religiöse Erfahrung in ihrer Mannigfaltigkeit. Herr Dozent Dr. Israel A. Rabin: 1. Bibcltxcgcsc: a) Ezechiel, A, b) die Bücher Samuelis, C u. B, c) Ihn Esra, A; 2. Die Geschichte der Juden in Babylonien in d. talm. u. gaonäischen Zeit; 3. Die hebräische Dichtung in Spanien im 11. 11. 12. Jahrh.; 4. a) Jeruschalmi Rosch haschana, A, b) Sehewuot III ff., (B, Fortgcschritt.). Beginn des Sommersemesters 25. April 1926. Alle Anfragen sind an das Dozentcnkollegiurn des jüdisch-theologischen Scminars (Fracrickelsche Stiftung), Breslau, Wailstr. 14, zu richten. | Gesucht werden Stellen für: Kontoristinnen, Steno- | typistinnen, Buchhalterinnen — besonders ältere —, An- > fängerinnen, möglichst in am Sabbat geschlossenen Betrieben, 1 Hausdamen, Wirtschafterinnen in frauenlos.cn Haushalten, Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen in Heimen und Familien, ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen, für Lehrlirige in der Kürschnerei, Schneiderei, Schlosserei, Elektro* technik, ferner für Lehrlinge in der Herren- und Damen- Schneiderei, möglichst in am Sabbat geschlossenen Betrieben, kaufmännische Lehrlinge in kleinen Städten mit Kost und Logis, einige Fürsorgezöglinge in handwerklichen Betrieben (Schneide!/.:!, Schlosserei, Malerwerkstatt), Klempnerei in kleineren Städten mit Kost und Logis. — Gesucht werden ferner: Zu Ostern d. J.: für eine Anzahl Waisenkinder handwerklichc Lehrstellen mit Kost und Logis in kleineren Orten Deutschlands, Lehrmädchen in der Schneiderei, Putz* macherci, im Friseurfach, ferner: Bürostellen, Lehrstellen für Lagcristinncn, möglichst in am Sabbat geschlossenen Betrieben. Ferner werden gesucht zu Ostern d. J.: Lehr• stellen in Haushalten mit vielen Kindern, in der Schneiderei, Putzmacherei. Meldungen an: Jüdischer Arbeitsnachweis, Berlin N 21, Auguststr. 17, Tel.: Norden 7085—87 und 9130. Jüdischer Ruder-Club ״ivria“. Dienstag, den 23. Mäm Heimabend bei Dr. A. Schindler, Schönhauser Allee 168. Letzte Besprechung der Ostertour. Donnerstag, 25. Mirzt 9 Uhr Kastenrudern bei Sand, Bahnhof Tiergarten. Sonn* tag, 23. März: 10 Uhr boofsferiig Friedrichshagen. Alle Dispense aufgehoben. Sämtliche Mannschaften, die au der Osterfahrt teilnehmen, fahren am 28. März die Boote nach Neumühle, deswegen müssen die Mannschaften in derselben Besetzung wie zur Osterfahrt bereits am 2$. März um 10 Uhr bootsfertig sein. Freitag, 2. bis 5. April: Oster■ fahrt! Neumühle, Wendisch-Buchholz, Beeskow׳ Fürstenwalde, Friedrichshagen. Hermann Salmonson, Schöneberg, Akazienstr. 7a. Stephan 9137. Frankfurt a. M. Auf die Initiative des Vereins Montefiore EL V., bildete sich in Frankfurt a. M. da־ Jüdische Jugendring. In ihm haben sich fast sämtliche jüdischen Jugend- Organisationen der verschiedensten Richtungen zusammengeschlossen zu gemeinsamer Arbeit und repräsentativen Vertretung. _ Jüdische Gemeinde. Freitag, den 26. März, abends In allen Synagogen 6*4 Uhr. Sonnabend, den 27. März, raorg., Syn. mit altem Ritus 9 Uhr; Syn. mit neuem Ritus: Frühgottesdienst 7*4 Uhr, Hauptgottesdienst 10 Uhr. Schrift* 4»kl«rang:’Syn. mBaomW W:: DK Arthur Levy. "predigt: Syn. Fasanen*{!.: Dr. Bergmann. Jugendgottesdienst: 4*/* Uhr Svn. Münchener Str.: Dr. Arthur Levy. Sabbat-Ausgang: 7,11 Uhr. Gottesdienst an den Wochentagen abends in allen Syn. bis 15. April: 61/2 Uhr; morgens: Syn. mit altem Ritus außer Syn. Pestalozzistr. bis 23. März: 7 Uhr; vom 29. März ab: 6*4 Uhr; Syn. Pestalozzistr. und Syn. mit neuem Ritus vom 29. März ab: 7 Uhr. Synagoge ״Adass Jeschunin“, Clausewitzstr. 4. am Kur• fürstendamm. Beginn des Gottesdienstes am Schabboss ״Zaw“, Freitag, abends 6*4 Uhr, Sonnabend, morgens 9»/» Uhr (Schabboss Hagodaul), Sonnabend abends (Minche) 6% Uhr, Sabbatausgang 7,11 Uhr. Beginn des Gottesdienstes am Peflach: Montag, morgens (Ereff-Peßach) 7*/» Uhr, (Sijum), Montag, abends 6*4 Uhr. Dienstag, morgens 9י j Uhr (Tal-Benschen), Dienstag, abends 6-4י Uhr Beginn der Sefiras. Mittwoch, morgens 9t! Uhr. An beiden Tagen Predigt: Dr. Krayn. Mittwoch, abends (Minche) 6% Uhr. Festausgang 7,18 Uhr. Synagoge .,Der Friedenstempel*', Berlln-Halensee, Markgraf-Albrecht-Str. 11/12. Hauptgottesdienst: Freitag, abends 6>/f Uhr (Predigt). Sonnabend, vormittags 10 Uhr (Schrifterklärung). Mincha: 7 Uhr, Sabbatausgang: 7,11 Uhr. Wochentagsgottesdienst: täglich morgens 7/4 Uhr. abends 6*4 Uhr. Pcßach-Festgottesdienst: Montag, abends 6*4 Uhr, Dienstag, vormittags 9*4 Uhr (Predigt), abends 64י Uhr, Mittwoch, vormittags 10 Uhr, abends 7 Uhr. Die Ortsgruppen Essen. Im Rahmen der diesjährigen Winterveranstaltungen der hiesigen Ortsgruppe, welche in ihrer Gesamtheit einer grundlegenden Auseinandersetzung mit den jüdischen Gegenwartsproblemen darstehen sollen, sprach am 16. März Herr Moses W a 1 d in a n n über .,Krimprojekt, Centralverein und Palästina“. Die umfassenden, klugen und großenteils originellen Ausführungen fanden lebhaftes Interesse und biideten die Grundlage einer längeren Aussprache. Danzig. Die seit einem Jahr bestehende Ortsgruppe des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina hatte am 4; Februar Fräulein Dr. Scheuer zu einem Vorträge gewonnen. Das Thema lautete: ..Frauenarbeit in Palästina“. Fräulein Dr. Scheuer gab Bericht über die verschiedcnen Zweige der Tätigkeit des Verbandes. Die zahlreich Erschienenen folgten mit großem Interesse ihren fesselnden Ausführungen. Es meldeten sich einige neue Mitglieder. Auf Anregung von Frl. Dr. Scheuer wurde beschlossen, in kurzen Abständen Zusammenkünfte zu veranstalten, bei denen Re* ferate gehalten und Berichte aus Palästina verlesen werden sollen. — Am 7. d. M. hatten wir die Freude, Frau Anitta M ü 11 c r - C ahen aus Wien in einem speziellen Vortrag für Frauen, dem fast 200 Zuhörer beiwohnten, begrüßen zu können, ln ihrer bekannten packenden Weise sprach Frau Müller-Cohen über die Notwendigkeit der Arbeit der jüdischen Frau zur Verinnerlichung des jüdischen Familienlebens und über ihre Pflicht zu* Mithilfe an der jüdischen sozialen Arbeit Es müsse ein Zentrum für alle jüdischen Frauenorganisationen geschaffen werden, das neben der lokalen Arbeit vor allen Dingen an den allgemeinen jüdischen Kulturaufgaben der Frau, besonders in Palästina, Anteil nehmen soll, [)er Erfolg des Vortrages Von Frau Möller-Cohen besteht in der sich täglich vergrößernden Mitgliederzahl des Kulturverbandes und in dem regen Interesse der Frauen an seiner Arbeit. Die Ortsgruppe Danzig konnte im Jahre 1925 der Zentrale 60 Pfutia überweisen.