Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 22 (19.3.1926)
- Date
- 1926-03-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Fflr üeaterreieb• P0stsparkasi«marat Wien, Konto Nr. 156030, Für Tschechoslowakei Postsparkasseoamt Prag. Konto Nr. 59 410. Für Polen : PosUp ar ktasen amt Warschau, Konto Nr. 190708. RedaktionsSchluB Sonntag und Mittwoch nachmittag. ד׳ ניסן, חי־פ״ר XXXI. Jahr״. Per »cnisimi« erstrebt für 8a» 1flJI»<h> Volk ein Schäftung einer öffentlich > rechtlich gesicherten Heimstätte ln PalSstlna. ״Baseler Programm.»« Die Konferenz der pointsdien Zionisten ־ qonntag, den 14. d. M., nachmittags, wurde in War• schau die zweite Konferenz der vereinigten Zionisten ganz Polens eröffnet. Es erschienen ungefähr 250 Delegierte aus allen Teilen der polnischen Republik. Die offizielle Oruppe ״Eth I i w n ot 11“ ״verfügt über 82, die oppositionelle (Orünbaum-)Gruppe ״Ai Hämischmar“ über 58, die Revisionisten über 6 Mandate, vväh• rend sich die ostgalizisehen Delegierten zu einem besonderen Block vereinigt haben. Die Eröffnung. Der Präsident der zionistischen Landesexekutive, Leon tevite, eröffnete die Konferenz mit eiuer Ansprache, in der er ungefähr sagte: Wir sind in einer Zeit der schweren Krisis auf der ganzen Linie: Krisis in Palästina, Krisis in den führenden Instanzen des Zionismus und Krisis in der Organisation Polens. Die erste Konferenz, die vor einem Jahre stattfand, hat den Zusammenschluß der vier zionistischen Landeskomitees herbeigeführt, eine vollständige Einigung ist das aber nicht geworden. Dies ist der Grund, daß der Oberrat nicht jene Autorität besitzt, die zur Herbeiführung einer klaren Situation notwendig ist. Die zweite Konferenz muß das vollenden, was die erste begonnen hat. Der Redner schilderte dann die Lage im jüdischen Parlamentskiu׳b und gab Bericht über das Abkommen mit der Regierung. Dieses Abkommen hat zu großen Meinungsverschiedenheiten Anlaß gegeben. Eine Möglichkeit, sich zu verständigen, ist vorhanden, aber Disziplin ist notwendig, um die Hegemonie der Zionistischen Organisation im jüdischen öffentlichen Leben zu erhalten. Präsident Levite begrüßte sodann den Delegierten der Weltexekutive, Dr. Arthur Hantke, dem die Versammlung eine spontane Ovation bereitete. Er teilt mit, daß 10 Referate auf der Tagesordnung stehen. In das Präsidium werden gewählt: Dr. Klumel, Dr. Tannenbawn, Dr. Schwarzhart, Berger und Levite, ferner als Vertreter der Revisionisten Dr. Jakob Kahn. Herr Dr. Hantke begrüßt sodann die Konferenz im Namen der zionistischen Exekutive und weist darauf hin, daß Polen eines der größten zionistischen Zentren ist, und daß aus diesem Lände die größte Zahl Chaluzim nach Palästina ie polnische Judenheit ist eine der stärksten Säulen ..״. ״,,,.... ........ ...... XSiwf*! . n halten und sich Ihrer Verantwortung bewußt sein wird, da der Aufbau Palästinas die erste und heiligste Pflicht der Judenheit dieser Zeit ist Referat über Landespolitik. Als erster Referent sprach Abg. Dr. H a r t g I a ß, der Präsident des Jüdischen Klubs־ über die politische Lage und die Richtlinien der zionistischen Politik in Polen. Die Reibungen innerhalb der zionistischen Führung haben der zionistischen Sache viel Schaden gebracht. Von dieser Konferenz muß eine Klärung kommen. Die Regierung Polens, die in den früheren Jahren eine offene Politik der Ausstoßung der Juden geführt hat, ist angesichts des Protestes in der ganzen Welt zu einer neuen Taktik übergegangen: zu Ökonomischen Verfolgungen. Juden dürfen keinen Anteil am staatlichen Leben haben, jedoch müssen sie die ganze Steuerlast tragen. Der Welt gegenüber wurde behauptet, daß die Juden im Lande vollkommen gleichberechtigt sind. Von der Regierung ging auch der Oedanke des Abkommens aus. Dabei suchte die Regierung die Meinungs- Verschiedenheiten unter den jüdischen Gruppen ausumutzen. Als gleichberechtigte Bürger des Landes dürfen wir es nicht zulassen, daß die Regierung Kompensationen fordert, wenn sie uns unser Recht läßt. Der Jüdische Klub kann nicht voraus bestimmen, ob er im Sejm mit den rechten oder den linken Gruppen gehen soll. Beide Gruppen freiben eine antisemitische Politik. Diejenigen jüdischen Politiker, die das Abkommen mit der Regierung schlossen, waren guten Willens. Die Regiefun״ aber war es, die als Kompensation für die den jüdischen Soldaten gegebene Erlaubnis, sich für das eigene Geld rituell zu beköstigen, sich herausnimmt, den jüdischen Geist in den Schulen zu ertöten. Festzusteilen ist, daß sich die Beziehungen zwischen der polnischen und der* jüdischen Bevölkerung gebessert haben. Die Debatte. ln der Nachraittagssitzung wird die Diskussion über das Referat Hartglaß eröffnet. Als erster Redner ergreift das Wort Senator Dr. Braude, der die Politik Grünbaums und seiner Gruppe scharf kritisierte. Das Abkommen mit der Regierung nabe dazu beigetragen, daß die Stimmung gegen die Juden im allgemeinen eine bessere geworden ist. Will man die Politik der Opposition um jeden Preis wieder beginnen; so stößt man die Juden in den Sumpf zurück, aus dem sie zum Teil befreit worden sind. Er appelliert an die Versammlung, auf dem Boden der polnisch-jüdischen Verständigung zu verbleiben. Dr. Gottlieb versucht in längeren Ausführungen die Standpunkte der beiden streitenden Gruppen auf dem Felde der jüdischen Politik in Polen einander näher zu bringen.' Man mußte mit der Regierung Grabski verhandeln, die beschlossen hat, eine Friedensoffensive gegenüber den Juden zu beginnen. Jeder Wahrheitsliebende muß anerkennen, daß die Politik der Regierung gegenüber den Juden seit dem Abkommen freundlicher geworden ist. Tatsache ist aber auch, daß die Regierung ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen ist. Dr. Weiß (Slonim) führte aus, es sei ein Fenier gewesen, daß das Präsidium des Klubs seinerzeit als Preis für das Abkommen jene vielumstrittene Deklaration erlassen hat; was die Regierung in dem Abkommen versprochen hat, ist sie uns als Bürgern Polens schuldig. Den gleichen Standpunkt nimmt Dr, Seidenmann (Lublin) an. Dr. Fe 1 db 1 um (Krakau) verurteilt scharf den aufreibenden inneren Kampf in der Zionlstischen Organisation, der eine Vernachlässigung der praktischen zionistischen Arbeit zur Folge hat. Abg. Eisenstadt verteidigt das Abkommen, durch welches verhindert wurde, daß 30000 jüdische Konzessionäre brotlos gemacht werden. Als der Redner die Ausschließung urünbautns aus den zionistischen Reihen fordert, entsteht ein Proteststurm, der sich nur allmählich legt. Abg. Rosenblatt verteidigt die Politik Grünbaums und Hartglaß, die vorausgesehen naben, daß es der Regierung mit dem Abkommen nicht ernst sei. Der Wilnaer Abgeordnete Dr. Wygodski tadelt den Abschluß des Abkommens mit einer Regierung der Reaktion. Neiger (Westgalizien) wünscht, daß sich die Konferenz mehr der verzweifelten Wirtschaftsläge zuwendet. Abg. Schreiber verteidigt das Abkommen, während Grawicki die Politik Grünbaums verteidigt, Senator L e w i n sagt, das Abkommen mit der Regierung hat die jüdischen Massen demoralisiert und die Kampffront gebrochen. Abg. Dr. Thon verteidigt in längeren Ausführungen die Politik derjenigen, die jede Gelegenheit ergreifen, um mit Regierung und Gesellschaft zu einem Einvernehmen zu kommen. 1ie Opposition gegen das Abkommen innerhalb des Klubs und der jüdischen Oeffentlichkeit hat es mit sich gebracht, daß die Wirkung des Abkommens abgeschwächt worden ist. ln der Geschichte des jüdischen Kampfes um die Emanzipation stellt der Abschluß des Abkommens einen Triumph dar. Der Abgrund, der zwischen der polnischen und der jüdischen Ge- Seilschaft aufgetan war, wurde geschlossen. Um 2 Uhr nachts nimmt der frühere Vorsitzende des Jüdischen Kiubs, Dr. Leon Reich, das Wort. Er setzt die Gründe auseinander, die die Mehrheit des Klubs zum Abschluß des Abkommens bewogen haben und zählt die Erleichterungen aut, die das Abkommen für das jüdische Volk mit sich gebracht haben. Zu der Regierung und der polnischen Gesellschaff führen uns mehr gerade Wege als zu den anderen Minderheiten, zwischen denen und uns große soziale und poiitische Interessen stehen. Der ukrainische Hauptrat hält nach wie vor an seinem Beschluß fest, daß eine Zusammenarbeit mit den anderen Minderheiten, so auch mit den Juden, nur möglich ist auf Grund der Anerkennung der Unabhängigkeit der Ukraine und des sozialen Programms der Ukrainer. Das ist auch der Standpunkt der ukrainischen Sozialisten. Ich erkläre, sagt Dr. Reich, daß hunderttausend Zionisten (in Ostgalizienf hinter mir stehen. Nach Dr. Reich hielt Abg. L>r. J. Grünbaum eine mit großer Aufmerksamkeit angehörte Rede, in welcher er die Politik der Anhänger der Verständigung mit der Regierung schart ~ ‘ ‘י ' f#.l§(|fde«':W# •»« AJpjjiig. Is polnische Staatsbürger, mÜsSi'wÄr'׳־uns® RSM: erhalten, Von größter Wichtigkeit für die Existenz sind die ökonomisehen Fragen. Wer kann sagen, daß die Bestrebungen aller polnischen Parteien, den jüdischen Mittelstand zu vernichten und an seine Stelle einen polnischen Mittelstand treten zu lassen, abgeschwächt worden sind? Solange solche Bestr.:bungen bestehen, müssen wir in Kampffront bleiben. Als Zionisten müssen wir für die Gleichberechtigung alter Minderheiten eiutreten. Wir haben zwei Wege vor uns: entweder wir lassen uns als Werkzeug gegen die Minderheiten gebrauchen, oder wir gehen mit den Minderheiten, ich empfehle euch, den zweiten Weg zu gehen. (Starker Beifall.) in?!€ Kescälüsse Das beherrschende Faktum der Konferenz war der bereits der ersten Sitzung gestellte Antrag der Grünbaum- Gruppe, den Vertrag der polnisch-jüdischen Verständigung (״Ugoda“) zu veröffentlichen. Diesem Antra״ widersetzte sich die Gruppe des Abg. Di־. Reich. Der Präsident der Konferenz, Herr Levite, erklärte, der Antrag werde dim Permanenzausschuß überwiesen. Darauf entstand ein außerordentlicher Tumult, da Grünbaum sofortige Ab- Stimmung forderte. Levite stellte darauf die Vertrauensfrage des Präsidiums und erhielt 102 Stimmen gegen 63 Stimmen der Gruppe Al Haguschmar. Damit war die Ent- Scheidung des Präsidenten, den Antrag der Permanenz- Kommission zu übergeben, gebilligt, und die erste Sitzung konnte um 4 Uhr früh geschlossen werden. An den darauf folgenden Tagen spielten sich schwere Kämpfe imPerma 11 en zausschuß ab. Die Anhänger einer soforrtgen Veröffentlichung des Paktes erlangten die Oberhand, urid'Dr. Reich erklärte darauf, er werde mit seinem galizischen Anhang die Konferenz verlassen, Mvas bedeutet hätte, daß die Konferenz gesprengt ist und die Vereinigung der zionistischen Verbände 'acr vier'polnischen Provinzen gescheitert ist. Es gelang jedoch nach großen Bemühungen, einen Ausgleich zu finden. Die Schlußsitzung der Konferenz begann Montag um 11 Uhr abends und dauerte bis Dienstag 7 Uhr früh. Immer wieder wurden Pausen gemacht, bis das Kompromiß gefunden war. Um 6 Uhr früh gelangten die politischen Resolutionen zur Annahme. Die Resolution über die Veröffentlichung der ״Ugoda“ wird mit allen Stimmen bei Stimmenthaltung' der Gruppe Al Hamischmar angenommen.! Zum Schluß gelangte noch eine Resolution bezüglich der Durchführung der Monat Ijar-Aktion zur Annahme, alle übrigen Anträge werden dem Oberrat als Material überwiesen. Sodann schließt Herr Levite bei hellem Tageslicht die Konferenz. Die politische Resolution billigt in ihrem ersten Teil den Inhalt der vom Abgeordneten Hartglaß im Sejm- Klub abgegebenen Deklaration und spricht ihm das Vertrauen aus. Sodann nimmt die Resolution gegen die antijüdische Politik der polnischen Regierung auf ökonomischem und kulturellem Gebiet Stellung. Die Konferenz stellt fest, daß trotz der großen Anstrengungen des früheren Präsidenten des Sejm-Klubs, Dr. Reich, die Regierung ihre im Pakt vom 4. Juli 1925 übernommenen Verpflichtungen nicht durchgeführt hat. Mit Rücksicht darauf fordert die Konferenz die zionistischen Mitgl'eder des Sejm- Klubs auf, darauf hinzuwirken, daß der Klub zur gegenwärtigen polnischen Regierung in Opposition tritt. Die Konferenz fordert die zionistischen Mitglieder des Sejm-Klubs auf, innerhalb des Klubs die nötigen Schritte zu unternehmen, damit die Ugoäa veröffentlicht wird; der Termin söll nach einer Verständigung mit dem Präsidenten des Oberrate bestimmt werden- Rundschau Die Frage der Gendarmerie - Keine Demagogie! - Was ist mit der Anleihe? - Bessere Aussichten für das Budget RW, Berlin, 17. Märt Die Frage der palästinensischen Gendarmerie steht noch immer im Vordergründe des politischen Inter* esses. Wie wir bereits gemeldet haben, wurde das erste Zirkular, das von der Bildung eines Grenzkorps ״unter Ausschluß von Juden“ sprach, bereits annulliert und in der neuen Verfügung der Regierung ist von dem Ausschluß der Juden nicht mehr die Rede. Dies ist eine formelle Wiedergutmachung, aber noch keine sachliehe Aenderung. ln welcher Gestalt das Projekt tatsich• lieh zur Durchführung kommen wird, steht noch nicht fest. Der Kolonialminister Amery hat Im englischen Unterhaus erklärt, die Regierung korrespondiere über diese Frage noch mit Lord Plumer. Gerüchtweise ver• lautet sogar, daß den Juden der Eintritt in das Gren*- korps doch freigestellt werden wird. Angesichts dieser Sachlage und bei der Kompliziertheit des Problems ist eine nüchterne Betrachtung am Plalze, und es ist der Sache nicht förderlich, wenn Stimmungsmomente hier• bei die Oberhand gewinnen. Wir haben bereits ausgesprochen, daß wir die Maß• nähme der Regierung nicht nur für einen schweren Fehler halten, sondern auch für eine Kränkung des Judentums, gegen die ein scharfer Protest berechtigt ist. Unser palästinensischer Korrespondent hat in der vorigen Nummer sehr treffend nachgewiesen, daß es sich hier um eine militärische Maßregel des Oberkommissärs handelt, für die wahrscheinlich strategische und außerpalästinensische Gesichtspunkte ausschlaggebend sind. Der Feldmarschall Lord Plumer ist der Statthalter des englischen Weltreichs im Vorderen Orient und der militärische Sachverständige, der für seifig Tilgt» Y$T^twp;rtfidj Ist Wir sind nicht;kop- 1ז1י''Ttönnen fellgJldt trasere ־ Gefühle vom‘ i&titfpm Palästinas und der jüdischen Interessen zum Ausdruck bringen, und wir glauben, daß diese Sentiments immerhin auch Faktoren von Bedeutung sind. Die Stimmung der Bevölkerung ist ein Imponderabiie, das nicht bagatellisiert werden darf. Wir können nicht annehmen, daß die englische Politik dahin strebt, die Juden zu veibittern und in die Haltung der unzufriedenen Opposition zu drängen. Vielleicht hat die Regierung nicht gewußt, welcher Alarm durch ihre Haltung entstehen wird Wir betrachten die offizielle Statuierung von zweierlei Recht für die Nationen des Landes als Ungeheuerlichkeit. Nicht nur die palästinensischen Juden, sondern die gesamte Judenheit erwartet, daß das Ver• bot der Aufnahme von Juden unverzüglich aufgehoben wird. Auch dann wird noch ein peinliches Gefühl zurückbleiben, daß so etwas möglich war. Die Jewish Agency wird die Regierung darüber unterrichten müssen, welche Wirkungen derartige Entgleisungen der Regierung hervorrufen. Es ist keine Frage, daß hier eine Verletzung der jüdischen Gleichberechtigung vorliegt. Aber es geht um eine Frage des Rechtes, nicht um eine Frage der Sicherheit. Einspruch muß dagegen erhoben werden, wenn die Revisionisten und die ihnen nahestehenden Kreise eine Panik erzeugen wollen, indem sie die Sache so darzustellen versuchen, als ob es sich um eine Gefährdung der Sicherheit der Juden handelte. Lord Plumer hat ausdrücklich die Garantie für Ruhe und Sicherheit im Lande übernommen. Den Juden, die der nunmehr aufgelösten Elite-Gendarmerie angehörten, wurde freigestellt, in die Landespolizei einzutreten. Die Landespolizei, deren alleinige Aufgäbe die Aufrechterhaltung der Ruhe im Lande ist, würde auf diese Weise einen relativ starken Zufluß jüdischer Kräfte erhalten. Die neugeschaffenen arabischen Grenzkorps, aus denen Juden ausgeschlossen wurden, sollen nicht im Lande, sondern zur Grenz- Sicherung verwendet werden. Ein arabisches Blatt schreibt sogar als Antwort auf die Proteste der Juden, die Araber hätten mehr Anlaß zur Besorgnis, da ja das jüdische Element in der Landespolizei verstärkt wird, während die arabischen Abteilungen in entlegenen Gegenden postiert werden. Dies ist natürlich eine lächerliche Verzerrung, aber nicht weniger absurd sind manche Aeußerungen im jüdischen Lager. Nun ist allerdings der Eintritt in die Landespolizei für die ehemaligen jüdischen Gendarmen nicht nur eine Capitis deminutio, sondern auch eine bedeutende materielle Verschlechterung. Die Bedingungen in der Landespolizei sind viel unangenehmer als bei der Elite-Gendarmerie. Aber da wir in der Tat das größte Interesse daran haben, das jüdische Element in derjenigen Truppe, die die Ruhe und Ordnung im Lande zu sichern hat, zu