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Jüdische Rundschau · 1926-03-16 · Heft 21 (16.3.1926) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 21 (16.3.1926)
Date
1926-03-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0£S Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion and Verlag W 15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark. AttftaLndsabonaaKumts werden in der Währung der etnzeioeo Linder berechnet Anzeigen •Verwaltung Jüdische Rundschau G»mfb.B»» Bert« W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bisdi&rck 7165—70. A4u«ig#Bpf®iiJSge*p*tt,Neop1r#iilezeB« 0,30 G.-M. $tcU«ag1»S€h*Ö«23£>.*M. Anieitfeoschlufl: OientU« und H r* 11» ß o«ch mi * I *S 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165—70- Postscheckkonto: Berlin Nr. 17393« p&r Otatcrrtida: P0»t*parka«8ena.n1t Wien, Konto Nr. 156030, För T*checho1lowikii ׳. Post»p&rkas*eaaj&i PrtjL Konto Nr. 59410. Für P©lso: Poibsparkiasesarat Wirtebau. Konto Nr. 190TÖ6. RedaktionsschluO Sonntag und Mittwoch n&cbmitltg. Nummer 21 | Berlin, 16. III. 1926 א' ניסן׳ חי־פ״ו | xxxi. Jahrg. Oer Zionismus erstrebt für das indische Volta die Schaffung einer Öffentlich - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Prbgramim* Einwanderung und In den letzten Monaten hat die Einwanderungnach Palastina nicht nachgelassen, aber sie hat ihren Charakter wiederum verändert. Es sind in den vier ersten Monaten dieses Jahres mehr Personen eingewandert, als in den vier entsprechenden Monaten (Oktober bis Januar) des vorigen Jahres. Aber die Zusammensetzung der Einwanderung hat sich verschoben. Während im vorigen Jahr die Zai.l der bemitteften Einwanderer überwog, jener Personen, die mit einem Kapital von 500 Pfund oder mehr, insbesondere aus Ost- und Mitteleuropa, nach Palästina kamen und wohl für ihre definitive Ansiedlung auf Kredithilfe des Keren Hajessod, nicht aber für ihren ersten Aufenthalt auf Unterstützung des Keren Hajessod rechneten, überwiegt in den letzten Mo• Beaten die Zahl der mittellosen Einwanderer, die auf Grund der Zertifikate der Zionistischen Organisation die Einwanderungserlaubnis erhalten. Diese Einwanderung junger, kräftiger, arbeitsfreudiger Menschen ist auf das Entscliiederiste «1 begrüßen. Aber sie stellt den Keren Hajessod vor große Anforderungen. In den Monaten Oktober bis Januar sind neben Einwanderern anderer Kategorien 1 27 5 söge• nannte Kapitalisten und 7t 40• Arbeiter eingewandert. Dies war die Ursache dafür, daß die. Ein- Wänderungsabteilung der Zionistischen Organisation, für die für das laufende Jahr ein Budget von 39 OOP Pfund aus Keren Hajessod-Mitteln bestimmt war, in diesem Drittel eines Jahres bereits 25000 Pfund ausgegeben hat, also zwei Drittel des gesamten Betrages. So wird der Keren Hajessod genötigt sein, in diesem Jahr, wie im vergangenen, einen größeren Betrag für Einwanderung |Ur Verfügung zu stellen, als im Budget vorausgesehen war. Dies fällt dem Keren Hajessod in diesem Jahre aber schwerer als Im vergangenen, denn während er, im vergangenen Jahre das, Budget voll und ganz decken konnte, konnte er in diesem Jahre das freilich bedeutend erhöhte Budget in den ersten vier Monaten nur ungefähr zu zwei Dritteln decken. Eine solche Tatsache muß insbesondere im Falle einer erhöhten Einwanderung von arbeitenden Elementen ungünstig auf die Lage des Arbeitsmarktes im Lande zurückwirken. - In Palästina herrscht daher auch jetzt Arbcitslosigkeit bei einem Teil der Arbeiterschaft. Freilich erreicht diese Arbeitslosigkeit bei weitem n»ohi Jenes verhängnisvolle vor־ drei and;, •vor., zwei ,Jahre«, ßm■ zeugt ffi die .-X0.n$0lkliMut»|f,- <&, di#; .JMÜ«lif1־liPrtlAa#t;.Tt1 'Pilastina* in den letzten zwei Jahren erfahren hat. Die Zahl der Arbeitslosen . beträgt in Palästina derzeit an 3700 Personen, darunter auch eine Anzahl Mädchen. Das Arbeits-Departement der Zionistischen Organisation hat nun mit •Hilfe der Mittel, die t|ef Keren Hajessod zur Verfügung stellt, eine Reihe von Aktionen eingeleitet, um dieser Arbeitslosigkeit abzuhelfen, und der Erfolg dieser Aktionen wird sich hoffentlich in Bälde fühlbar machen. Freilich müßte auch das Budget des Arbeite- Departements zu diesem Zweck über das im August festgesetzte Ausmaß erhöht werden, und eine Erhöhung um 5000 Pfund ist auch bereite autorisiert worden. Die wichtigsten dieser Maßnahmen betreffen den Ausbau der jüdischen Städte und Stadtteile mit Hilfe des Keren Hajessod. So beabsichtigt die Stadtgemeinde T e 1 - A w i w, wo sich die Arbeltslosigkeit am stärksten fühlbar macht, für den Betrag von 22000 £ Straßen in den neuen Stadtvierteln zu bauen, Pinchas Kohl bei C0I. Syraes Jerusalem, 12. März 0. T. A.) Der Chefsekretär der Palästinaregierung, Colonel Symes, empfing den vor kurzem hier eingetroffenen Präsidenten der Weltorganisation Agudas Jisroel, Dr. Pinchas Kohn, und erörterte mit ihm die Frage der Organisation der jüdischen Gemeinden in Palästina auf Grund der Gemeindeordnung. Wie der Pal. Tel.-Ag. mit,geteilt wird, hat Colonel Symes in seinem Gespräch mit Dr. Pinchas Kohn erklärt, die Palästinaregierung bestehe auf einer einheitlichen Organisation der jüdischen Gemeinschaft, jedoch werden die Anhänger der Agudas Jisroel-Bewegung das Recht behalten, eine eigene Gemeindeinstitution privaten Charakters zu bilden und in die offizielle Gemeinde nicht einzutreten. In einem Gespräch mit dem Vertreter der Pal. Tel.-Ag. sagte Dr. Pinchas Kohn, die Agudas Jisroel hege keine ge- Sonderten politischen oder wirtschaftlichen Ambitionen. Einzig 1uf den Gebieten von Religion und Erziehung wolle sie unabhängig sein. Sobald den Anhängern der Agudas Jisroel ihre Unabhängigkeit auf religiösem und erzieherischem Gebiete gesichert ist, könne in politischen Belangen ein gemeinsames Vorgehen unter einem vereinigten Komitee möglich «׳erden. In unserer Konferenz mit Dr. Weizmann in Wien, setzte der Agudah-Führer fort, haben wir diesbezüglich konkrete Vor- Schläge gemacht; bis jetzt aber haben wir von der zionistischen Exekutive keine Antwort auf unsere Vorschläge erhalten. Sobaid In der Frage der jüdischen Gemeindeordnung ein Ueber- Mnkommen erzielt ist, wird es leicht sein, in allen anderen Fragen zu einem Abkommen zwischen Zionisten und Agudisten «1 gelangen. Warschau, 10. März. (J,T. A.). Gestern, a* Schlußtag der Registrierung von Passah-Touristen fü'r Palästina, hat »Ich der erste und einzige jüdische Tourist «hjtragen fassen, während im vorigen Jahre mehr •als 5000 Touristen aus Polen zum Passahfest Bich Palästina reisten. Ursache ist die ungeheuere wirtschaftliche Katastrophe, Arbeitsbeschaffung die von der Stadt angekauft wurden mul sich nördlich bis zum Jordanfluß hinziehen'und mit deren Bebauung bald begonnen werden soll. Der Keren Hajessod stellt der Stadt Tel-Awiw zu diesen Arbeiten, bei denen mehrere Hunderte Arbeitsloser beschäftigt sein werden, cuen Kredit von 5000 € zur Verfügung der zu 5J-'ä ס׳י׳ verzinslich im Laufe der nächsten drei Jahre zurückgezahlt werden soll. ■Ebenso beabsichtigt die Stadt Tel-Awiw, in den schön bestehenden Straßen die Bürgersteige auszubessern und schmücken zu lassen. Diese Arbeit, bei der #0 Arbeitslose Beschäftigung finden sollen, wird einen Betrag von 3003 £ erfordern, wozu der Keren Hajessod 750 £ beisteuert Wichtig ist auch die Erschließung der neuen Vorstadfsiedlung Ramath Qan, die mitwegs zwischen Tel-Awiw und Petach Ttkwah liegt. Das System der Verbindungsstraßen dieser Siedlung soll ausgebaut "«■erden, wobei 150 Arbeiter beschäftigt sein werden. Der Keren Hajessod stellt zu diesem Zweck 1500 £ zur Verfügung, nachdem er schon im vorigen Jahr den gleichen Betrag füp ähnliche Zwecke zur Verfügung gestellt hat. Von etwas geringerem Umfang sind die öffentlichen Arbeiten, die für die I jüdischen Stadtviertel Haifas eplant werden. Das größt« dieser Viertel ist Hadar Haarme!, wo heute bereits 170 Häuser stehen. Hadar Hakarmel wird jetzt, nachdem es bereite Im November 4500 davon 1500. £ vom Keren Hajessod (für Straßehbauten), verwendet hat, 7500 £ für. öffentliche Arbeiten ausgeben, davon 3000 £ für Straßen und 4500 £ fff# die Errichtung öffentlicher Gebäude, eines Volkshauses und einer Markthalle: dafür erhält es vom Keren Hajessod ein Darlehen von 2500 £, das mit einer Verzinsung von 54י e/0 in 4 Jahren rückzahlbar ist. Auch die Achusah Sir Herbert Samuel bei Haifa erhält vom Keren Hajessod zu den gleichen Bedingungen ein Darlehen für Straßenbau. Von Bedeutung ist auch ' die Entwicklung der heuen Stadt Afuleh, wo die American Zion Commonwealth Gesellschaft die Arbeiten fördert, wo aber in der letzten Zeit auch Arbeitslosigkeit «!«״*treten ist. Zur Durchführung von Ameliorationsarbeiten in Afuleh hat der Keren Hajessod der Zion Commonwealth ein in 4 Jahren rückzahlbares Darlebt«' von- 3Mb $ *»wihriH-lbeh»#• ויו#. und eine jüdische ZühdhölÄbrik, eine jüdische Brauerei um eine Gerberei־ bestehen.; ■'י יי‘ י י;«״ ך Daneben hat dhs: Arbeits-Departement auch den im vorigen Jahr so erfolgreich begonnenen Versuch, jüdische Arbeiter . . in den alten Kolonien zu beschäftigen, fortgesetzt. Eine größere Anzahl Arbeiteloser wurde mit Hilfe von Darlehen des Keren Hajessod im Betrage von 5500 £ aus den Städten in die alten Kolonien gebracht, wo sie auf verschiedene Weise Arbeit gefunden haben. Die Darlehen des Kc!en Hajessod wurden zur Errichttmg von Baracken und zum Ankauf von Zugtieren und Geräten benutzt. So wird in Palästina die Arbeitslosigkeit mit den verächiedensten Mitteln bekärnnfh so daß Raum bleibt für eine stets neue Einwanderung arbeitender Elemente. Voraussetzung freilich ist, daß der Keren Hajessod seine Ueberweisungen nach Palästina in der erforderlichen Höhe ausführen kann, die sogar die im Budget festgesetzte hohe Summe von 50 000 £ monatlich übersteigt. (Ziko.) C -V. und Keren Hajessod Berlin, 15. März. Durch seinen Beschluß über die Ablehnung da• Keren Hajessod hat der Centralverein deutscher Staats* bürger jüdischen Glaubens, der seine Hauptversamm* hing vorige Woche in Berlin abhielt, bewiesen, daß er kleinliche Parteipolitik über den großen Gedanken der jüdischen Einheit und der jüdischen Zukunft stellt. Es ist nicht unsere Aufgabe, zu analysieren, welchen Motiven diese Ablehnung entspringt. Es genügt fest* zmtdlen, daß in der Zeit nach dem Kriege, als die Dinge im Flusse waren und neue soziale und politische Konstellationen heraufzuziehen schiene!!, der Centralver* ein sich nicht so sicher gefühlt hat wie heute In der Zeit der Reaktion, die natürlich auch der jüdischen Reaktion günstig ist. Damals hat der Centralverein nicht nur anläßlich der Friedensverhandlungen das Postulat einer nationalen Heimstätte für das jüdisch«! Volk in Palästina anerkannt und genau verstanden, wie unmöglich er sich durch eine Ablehnung machen würde; er hat auch das Palästina-Werk nicht anzu* greifen gewagt und seine prominentesten Führer nahmen zumindest eine schwankende Haltung ein, da die־ besten von ihnen wohl erkannten, daß ihre jüdische Pflicht sie zur aktiven Mitwirkung beim Aufbau der jüdischen Heimstätte beruft. Heute hat man sich, wie von allen Nachwirkungen der Revolution, so auch von den inneren Erschütterungen in bezug auf die Judenfrage wieder freigemacht. Unangefochtenheit und Un* gestörtheit ist wieder das Hauptziel geworden und mit der Bekämpfung des Zionismus erreicht man zwei Zwecke: erstens weist man den Feind ab, der einem durch Hinweis auf die Verlogenheit, Unhaltbarkeit und Menschenunwürdigkeit der heutigen jüdischen Situation das seelische Gleichgewicht raubt, und zweitens wendet man die Gefahr einer neu herauldrängenden jüdischen Das orientalische Institut In Jerusalem Im Monat März werden in der Orientalischen Abteilu n g der Universität Jerusalem die ersten Vorlesungen abgehaltcn werden, und zwar zunächst für Fortgeschrittene. Prof. Horowitz aus Frankfurt a. AL, der Leiter der Abteilung, wird mit den Studenten innerhalb vier Wochen täglich folgende Vorlesungen halten: 1. Zwei Schriften des Dschahas; 2. Einige Kapitel aus der Geschichte der!Mysterienlehre im Islam. Prof. Horowitz wird auch: ein Seminar leiten. An diesen Vorlesungen, wie auch am Seminar können sich nur Hörer beteiligen, die über eine ausgedehnte Kenntnis der arabischen Sprache verfügen. Für die zweite Vorlesung ist ferner die Kenntnis der persischen Spräche erforderlich. Aufhebung der palSitiieisisehei Expnri-Zdlle Oberkommissar Lord PluipUnterzeichnete eine Ver- Ordnung, wonach alle Ausfuhrzölle für Waren, mit Ausnähme der Zölle für Tabak und Antiquitäten, aufgehoben werden. Für die industrielle Entwicklung Palästinas ist diese Verordnung von größter Wichtigkeit. Schon Sir Herbert Samuel hat im Jahre 1924■ dem Londoner Kolonialamt einen diesbezüglichen Entwurf unterbreitet. Im Jahre 1920 wurden aus Palästina Waren im Werte von 1 361GOO £ ausgeführt. Im Jahre 1921 Betraf die Exportziffer 1499000 Pfund, 1922 1 542000 Pfund, 1923 1 789000 Pfund, 1924 2 059 931 Pfund. In allen <jUe§ep Jahren hat die Einfuhr die Ausfuhr bei weitem überstregep. Vor einiger Zeit übergab der Obersekretär der Paljistlparcgierung der Öffentlichkeit eine Mitteilung, in dir gesagt wurde, wenn z. B. Palästina jährlich für fünf Millionen Pfund Waren einführt und für nur zwei Millionen Pfund au#führt, so bedeutet dies keinesweg?, daß das Land dem Ruin zusteuert; im Gegenteil, der Im1*־,rt Palästinas, der meist Maschinen und andere Gegenstinde zui Entwicklung d«$ Lätjdes betrifft, bedeute eine Bereicherung, rieht eine Verarmung des Landes. öle. Palästina-Idee ist eine der stärksten Stützen der verbindenden Kraft, die das Judentum nach seiner Loslösung vpm Heimatboden durch zwei Jahrtausende zusammengehalten hat. fest in unserem Zeitalter der Entartung des Judentums vermochte der Abfall von Palästina größeren Umfang anzimehmen. Es ist aber keine Ehre für eine jüdische Organisation, wenn dieser Abfall sich zu proklamaforischen Beschlüssen verdichtet. Es geht hier um Fragen, die nicht durch die Mitte! der Vereinstechnik zu lösen sind. Der Jude, dessen jüdisches Herz nicht versteinert ist, wird immer wieder die alte Sehnsucht der Väter empfinden und er wird den Ruf der Brüder hören, die ihn zu gemeinsamem Werke rufen. Der Jude, dessen Seeie lebendig und empfänglich ist, wird das wachsende Werk eines grandiosen jüdischen Aufbaus, wie es seit zwei Jahrtausenden nicht da war, mit Stolz betrachten, und mit brennender Scham erkennen, was es heißt, hier abseits zu stehen. Unserer Generation ist es vergönnt, mit einer Sache anzufangen, deren geschichtliche Aus- Wirkungen wir nicht abzusehen vermögen. Es ist nicht jeder, der statutarisch deutsche Gesinnung verbürgt, ein Goethe, der, wenn er dabei ist, erkennt, wann und wo eine neue Epoche der Weltgeschichte anhebt. Die Haltung des Centralvereins ist für das deutsche Judentum nicht charakteristisch. Es gibt eine ganze Reihe prominenter jüdischer Persönlichkeiten, die nicht Zionisten sind, aber dennoch innerlich frei genug sind, um eine jüdische Sache unvoreingenommen nach ihrem wahren Wesen zu würdigen. Am 4. März haben in Berlin eine Anzahl solcher Persönlichkeiten zur Öffentlichkeit gesprochen. Die Worte, die dort gesagt wurden, sind eindeutig, klar und ehrlich; sic sind aber auch logisch und ethisch so zwingend, daß es unbegreiflich erscheint, wie sich Nichtzionisfen den dort dargelegten Gedanken und Tatsachen entziehen können. Wir hoffen, daß diese Kundgebung, die ein Ereignis ersten Ranges darstellte, trotz aller Tot- Schweigeversuche der Gegner hinausdringen wird in alle Häuser, wo Juden wohnen, und dort als ernste Mahnung zur Mitarbeit, zu tätiger Hilfe wirken wird. Diese Kundgebung ist die beste Antwort auf den Beschluß des Centralvereins. Auch Persönlichkeiten, die im Centralvcrein eine hervorragende Rolle spielen, haben bei der Keren Hajessod-Kundgebung das Wort ergriffen und ihren Standpunkt dargelegt; eine sachliehe Auseinandersetzung mit ihnen ist auch auf der C.-V.-Tagung nicht erfolgt, dagegen hat man Persönlichkeiten, die sich am 4. März mit aller Entschiedenheit für den Keren Hajessod ausgesprochen haben, am 7. März in ihrer Abwesenheit in den Haupt- Vorstand des C.-V neu gewählt, obwohl den Führern des C.-V. doch unbedingt diese Kundgebung zugunsten des Keren Hajessod bekannt war.

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