Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXI (1926)
- Issue
- Heft 19 (9.3.1926)
- Date
- 1926-03-09
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 143 Pumpernickel und die fttdisehe Schale Wer ist Pumpernickel? — Was, ihr kennt Pumpernickel nicht? Dann rat ich euch, rasch seine Bekanntschaft zu machen; aber nicht nur wenn er schwarz und kräftig im Brotkorb liegt, sondern und vor allem, wenn er braun und nicht minder kräftig in eurem Büchcrladen liegt. Josef Winkler hat das Buch geschrieben; ein Mann, der im ״Irrgarten Gottes“ und im ״Chiliastischen Pilgerzug“ den Zusammenstürz der Menschheit jahrelang so mit durchlitten hatte, daß er sich endlich im ״Tollen Bömberg“ von Herzen freilachen mußte über die ״schauerliche dumme Komödie, die Welt heißt". Welches löbliche Geschäft er in seinem neuen Buche, eben dem erwähnten Pumpernickel, in gedämpfteren Tönen fortsetzt*). Aber trotz dieser Löblichkeit würde uns dieser Prachtkerl hier wohl nichts zu sagen haben, wenn nicht ... ja, wenn nicht kürzlich durch alle Berliner jüdischen Zeitungen je nach ihrer Schattierung bald ausführlicher, bald minder ausführlich der Bericht über die Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde vom «24. Januar 1926 gewandert wäre, in welcher um die Frage der jüdischen Schule wieder einmal von den altbewährten Kämpen mit den altbewährten Waffen gestritten wurde. Wie kommen die Rüben in den Sack? - Das sollt ihr gleich hören. Unter den absonderlichen westfälischen Jugendcrinncrurigen, die den Inhalt des Pumpernickel-Buches bilden, ist ein Kapitel, das heißt schlicht und recht ״Das Judenbegräbnis“. Gar nichts Außergewöhnliches, gar nichts Erdichtetes; nur eine einfach erzählte Erinnerung aus der Kindheit des Verfassers. Aber gerade weil sie so durchschnittlich ist, daß mancher Leser dieser Zeilen sagen wird ״weiter nichts? so was kam bei uns alle Nasen lang vor!“ geht sie uns hier an. Da war in einem westfälischen Heimatdorfe der alte Jude gestorben — ״ich glaube, er hieß der Geldjude, weil er fabelhafte Rcichtümer besitzen sollte“. W'ic dies Ereignis den kleinen Jungen in der ״Gemeinschaftsschule“ mitgcteilt wird, das möchte ich hier wörtlich anführen: .... Da bemerkte zu unserer Verwunderung Lehrer Lohmann in der Geographiestunde: ״Wenn heute nachmittag der Jude begraben wird, habt ihr euch anständig zu betragen!“ Mir ging ein unbekanntes Grusein übers Herz, ich ahnte dunkel ein Beispielloses. Und als der Lehrer die fragenden Gesichter sah, setzte er hinzu: ״Besonders alles Geschrei ist zu vermeiden, auch das Schmeißen mit Gegenständen — bedenkt, daß auch der Jude ein Mensch ist Mir wurde noch unheimlicher zumute; ich hatte noch nie daran gezweifelt, daß die Juden Menschen wären. Und da geschah das Furchtbare, daß die ganze Klasse sich wie auf Kommando nach Emil Grünfeld umwandte, der totenweiß in seiner Schulbank saß. Zum ersten Mal im Leben tat sich jene unsägliche Kluft zwischen Mensch und Mensch unter uns auf. Emil Grünfeld fing plötzlich laut zu weinen an, und der Lehrer, der sich nicht zu helfen wußte, gab ihm mit dem Stock einen pfeifenden Hieb über die Schulter und schrie: ״Laß das doch, dummer Junge, dich meinte icli ja gar nicht!“ Der Unterricht ging fort. Warum diese anspruchslose Schulerzählung hier angeführt #w,orde«-s,isl|■ ליו׳- ..«?atelteh ■picht Absicht *ier'eirei«fteh,׳'^er:uafriichtftaren>;״Mltteilungen-«desjVerelns zur Abwehr des Antisemitismus“. Auch nicht, um de« armen Emil Grünfeld zu bemitleiden; jüdische Jungen haben schon Schlimmeres erduldet. Auch läge dazu nicht einmal ein Anlaß vor; denn der Lehrer Lohmann ist zwar ungeschickt, aber gewiß kein ״Antisemit“; und Winkler ist es nicht; und die Geistlichkeit seines Heimatdorfes ist cs auch nicht, denn sic tritt, wie hernach erzählt wird, später dafür ein, daß der Judensarg ohne Behelligung fortgetragen werden konnte und zähmt die rohen Späße, den Tumult und das Pfeifen, mit dem die Schuljungen den Sarg erwarten. — Aber der Geist der jetzt bestehenden ״Gemeinschaftsschule“ in Stadt und Land spricht sich mit ungewollter und deshalb um so beweiskräftigerer Deutlichkeit in dieser Episode aus; dämm ist sie lehrreich für uns. Denn man bilde sich nicht ein, daß es in Stadtschulen viel ״lichtvoller“ zugeht; vielleicht hätten die Judenprügel dort gefehlt. Man lese auch weiter, wie das Erzählte auf den christlichen Schüler Winkler gewirkt hat; denkt er über die Juden nach? denkt er über die Ungcrcchtigkeit des Lehrers nach? Kaum. Freilich ״wird er nachdenklichcr und entdeckt mehr Häßliches als er vordem gewahrt“; aber diese Nachdenklichkeit ist doch vom Standpunkte des Juden aus ein wenig teuer erkauft, wie ich meine. Denn der geprügelte Emil Grünfeld — wie mag sich wohl in seinem Bubenkopfe das Ereignis abspielen? Nicht wahr, Herr Professor? Er wird durch diesen ״pfeifenden Hieb“ gleich wie durch einen Ritterschlag ״gestählt zu späterer Selbstbehauptung inmitten nichtjüdischer Umwelt? — Nicht wahr, Herr Justizrat? So Emil GriJnfeld ein Ostjude ist, so wird ״seine Assimiliemng dadurch wesentlich gefördert“? Aus Pumpernickel, so erzählt derselbe Josef Winkler, habe Gott der Herr am Anfang den ersten Menschen erschaffen. Wenn er recht haben sollte, so waren offenbar bei dieser neuen Schöpfungsgeschichte einige altbackene Pumpernickel dabei, aus denen die alten Herren vorsorglich geschaffen wurden: außen und innen hart, nichts zu vergessen und nichts mehr zu lernen fähig .... Bertha Badt-Strauß. Jüdische Weltfinm? Unter diesem Titel hat der temperamentvolle Schriftsteiler Richard Lcwinsohn (aus der ״Weltbühne“ als ״Morus“ bekannt) im Verlage Hoffmann & Campe, Berlin- Hamburg, eine Broschüre herausgegeben, die die bekannten antisemitische״ Theorien von dem Streben nach jüdischer Weltherrschaft, deren Hauptinstrument das internationale Kapital sei, einer kritischen Betrachtung unterzieht. Nun ist dies nicht gerade eine angenehme und anregende Beschäftigung und es tut einem fast leid, einen so geisweichen Schriftsteller um einen so kläglichen Gegenstand bemüht zu sehen; denn Apologetik ist nicht seine Sache. Aber Lcwinsohn, dessen Werk über die ״Umschichtung der europäischen Vermögen“ ihn als genauen Kenner der Wirtschaftsgeschichte nach dem Krieg gezeigt hat, bringt zum Nachweis der Tatsache, wie wenig Juden an den maßgebenden Kapital-Transaktionen und an den Kriegsgewinnen beteiligt waren, wie gering ihr Einfluß auf Entstehung und Fortgang des Krieges war, eine *) J. Winkler, Pumpernickel (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart). Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Mcinekesfr. 10. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonfo Nr. 37830 Berlin NW7. Kassenverwaltung der B. Z. V. Mittwoch, den 10. März, abends 8'4 Uhr Berliner Zionistische Vereinigung, im grollen Saal der Svnagoge, Fasanenstr. 79/80. Diskussionsabeiid (Propagandaveranstaltung) Leitung: Richard Lichtlieim. Abends 8״/י Uhr Bund zionistischer Frauen-Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, im Verwaltungsgebäude der Jüd. Gemeinde, Rosenstraße 2/4. Frau Anitta Müller-Cohen, Wien: ״Meine Erfahrungen in Amerika.“ Zur Deckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 50 Pf. erhoben. Donnerstag, den 11. März abends 8!4 Uhr Hapoöi-Hazair, im Jüdischen Volksheim, Dragonerstr. 22, Chawer Tanchum aus Palästina: Bericht über die Arbeit im litauischen Hcchaluz. Gäste willkommen. ביה הועד העברי, ברכיו ביום החמישי בשבוע זה. 11 מר<1 בשעה 8 וחצי. ירצה בבית הועד העברי ידאזענשמר. 24) ד.ד״ר י. ג שמחוני עי הנושא: התנועות המשיחיות בישראל. אורחים דצוים. Sonnabend, den 13. März abends 84י Uhr Gruppe der Zionisten aus dem Osten, im Verwaltungsgebäude der Jüd. Gemeinde, Rosenstraße 21. Herr Dr. Jul. Brutzkus: ״Die wirtschaftliche Entwicklung in Palästina. Fortschritte und Rückschläge.“ Sonntag, den 14. März, vorm. 11 ג/י Uhr, im Theater des Westens Purim-Aufführung der Jüd.-nat. Frauenvereinigung, ״Max und Moritz in Persien־‘, Purimspiel für Groß und Klein von Lina Wagner-Tauber. Die Aufführung findet zugunsten der jüdischen Kinder- und Jugendheime Ahawa und des jüdischen Volksheims statt. Karten zum Preise von 1 bis 3 M. (Logensitze 5 M.) erhältlich bei Bote und Bock, Taueritzienstraße, an der Theaterkassc des K. d. W.. in der Buchhandlung Glücksmann, Aiexanderstr. 37a. Frau Lena Bernstein, Augustastr. 62, Tel. Noüendorf 5337, und in der B. Z. V., Meinekestr. 10, Bismarck 7165 70. Abends 7 Uhr Misrachi-Ortsgruppe, Berlin, in der Philharmonie, Bernburger Straße. Konzert- und Gesellschaftsabend unter Mitwirkung erster Künstler. Näheres siehe redaktionelle Notiz. um iw‘.—'''■■11:11111 1.1 i.h.iii 1 1» ■11— j» 1, ■ ■1 1.1■« n! ■ .. ....I 1 Montag, den 15. März, abends 8ג/י Uhr im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10. Sitzung der Vertreterversammlung der B. Z. V. Tagesordnung: 1. Gemeindearbeit, Referent: Dr. Sandler; 2. Schularbeit, Referent: Studienrat Hammerstein; 3. Beschlußfassung über den Antrag Dr. Hans Bioch, betreffend die Haltung der Jüdischen Rundschau; 4. Eventualia. Die Sitzung ist für Mitglieder der B. Z.V. öffentlich, »1 Abends 8(4 Uhr Gruppe West, im Cafe Telschow, Joachimsthaler Str. 1 (Zoo). Lichtbildervortrag Dr. Siegfr. Lehmann: ״Produktive Berufs- Umschichtung im Ostjudentum und Palästina-Aufbau.“ Abends 8(» Uhr Gruppe des XII. Bezirks, im Cafe Bohne, Steglitz, Albrechtstr. 127 (am Bhf. Steglitz), Zusammensein. Abends Sr! Uhr Jugendgruppe Süd, in den Räumen des Schomrc Hadaß, Neukölln, Jägerstr, 72 p. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes (Referent: Erich Kiewe); 2. Entlastung des Vorstandes; 3. Unsere zukünftige Arbeit (Referent: James Benderski); 4. Aussprache zu Punkt 3; 5. Neuwahlen; 6. Diverses. Gruppe Ost. Jeden Mittwoch abends 8ג/י Uhr Zusammensein im Wohlfahrtsamt der Jüd. Gemeinde, Meyerbeerstr. S, pt. Hapoel-HazaTr, Jeden Donnerstag abends 8<; Uhr Zusammensein Versammlungsort wird jeweilig bekanntgegeben. Sekretariat des ZeTre Misrachi. Sprechstunden täglich von 8—10 Uhr abends im Misrachi- Zentralbüro, Monbijouplatz 1. Jeden Freitag, abends 8 Uhr, im Misrachi-Zentralbüro, Monbijouplatz 1. Jüdischer Geschichtskursus. Leiter: stud. phil. rlescher. Füße von Material, das außerordentlich interessant ist und Einblicke gewährt in die Zusammenhänge, die sonst dem naiven Betrachter verborgen bleiben. Insbesondere werden auch die Kriegs- und Innationsgewinne gewisser Nichtjuden untersucht und gezeigt, wer die Nutznießer des Krieges und seiner Folgen waren, und wie viele ״Patrioten“ sich unverhülit vom jEigennütz leitai ließen. So z. B. wird ein Brief von Stinnes an das Auswärtige Amt aus dem Jahre 1917 wiedergegeben, wo dieser entschieden gegen einen Sonderfrieden mit Italien eintritt usw. — Wie weit die Broschüre den Antisemitismus zu bekämpfen vermag, ist allerdings fraglieh; wir sind zu skeptisch in bezug auf Wirkung apologetischer Literatur, der Antisemitismus ist eine Psychose, die nur mit viel radikaleren und realeren Mitteln geheilt werden kann. VereiasBachrtehtcn Berliner Zionistische Vereinigung. Am Mittwoch, der 10, März, abends 8(4 Uhr, findet im Sitzungssaal der Synagoge Fasanenstr. 79/80, ein Ausspracheabend mit Nichtzionisten statt, bei dem Herr Richard L i c 111!1 e 1 m das einleitende Referat halten wird. Hapoßi Hazai'r, Berlin. Am Donnerstag, den 11. d. Mts abends 8'/* Uhr, spricht Chawer Tanchum aus Palästin•: im Jüdischen Volksheim, Dragonerstr. 22, über die Arbeit im litauischen Hechaluz, Gäste willkommen. Berlin. Der Bund zionistischer Frauen und der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina veranstalten am Mittwoch, den 10. d. M., abends 8*4 Uhr, im Gemeindehaus, Rosenstr. 2/4, einen Vortrag von Frau Anitta Müller- Cohen, Wien, die über das Thema ״Meine Erfahrungen in Amerika“ referieren wird. Konzert- und Gescilschaftsabend der Misrachi-Ortsgruppe Berlin. Der von der Misrachi-Ortsgruppe Berlin am Sonntag, dem 14. März, in der Philharmonie veranstaltete Konzert- und Gesellscliaftsabcnd verspricht nach den getroffenen Vorbereitungen einen glänzenden Verlauf zu nehmen. Die Leitung der Vorarbeiten liegt in den Händen ertahrendster Festarrangeure. Für den Konzertteil haben sieh freundlicher« weise Künstler vom Range des Pianisten Joseph Schwarz, des Konzertmeisters Tossy Spiwakowski, der Konzert- Sängerin Frau R. E r m o I n i k o f f zur Verfügung gestellt, ferner Herr Gad Shelaso (Staat!. Schauspielhaus). Für den anschließenden Gescilschaftsabend ist eine erstklassige Ballkapelle verpflichtet worden. — Die Tombola des Abends dürfte an Reichhaltigkeit und Wert der zur Verlosung kommenden Gegenstände das übliche Maß gleichartiger Veranstaltungen weit übertreffen. Hieraus seien nur erwähnt: als Hauptgewinn eine Freifahrt nach Palästina, gestiftet vom Paiestine Lloyd, und eine Freifahrt nach Westerland, gcstiftet von der Hamburg-Amerika-Linic, Silberwaren der Firmen Max Beatus, Julius Busse und Willy Neisser, Berlin, Schokoladen und Konfektpackungen der Firmen Riquet & Co., Feodora und Stellwerk. Wertvolle Bücher der Firmen Ewer, Klal-Verlag, Jüdischer Verlag und Welt-Verlag. Puppen- und Spielwaren der Firmen Bernhard Keilich, E. W. Matthes, Berlin. Liköre der Firmen Bardinet, Kantorowicz, Lüdicke St Heiler und Levkowicz; Zigaretten der Firmen: Haus Neuerburg und S. Lublincr; Kaffee- und Tccpackungen der Firma A. Zuntz set. Ww.; eine Schreibmaschine; ein photographischer Apparat; ein Fahrrad. Eine große Anzahl weiterer Spenden erster Firmen sind bereits avisiert und jede Post bringt neue Zusagen. Das eigene Buffet wird von den ersten Stadtkü'chen beliefert. Die Nachfrage nach Eintrittskarten hat stark eingesetzt, und es empfiehlt sich für jeden, sich umgehend mit Karten zu versorgen. Diese sind zu haben bei: Bote & Bock, Leipziger Straße, Theaterkassen A. Wertheim, B. Z.V.. Meinekestr. 10, (Tel.: Bismarck 7165/7170), Misrachi-Bü’ro, Monbijouplatz 1 (Tel.: Norden 1159). Berliner jüdische Gemeinde. Donnerstag, den 11. März, 6(2 Uhr abends, findet im Sitzungssaal der Jüdischen Gemcindc, Oranienburger Straße 30II, eine Plenarsitzung de! Rcpräsentantenversammlung statt. Auf der Tages- Ordnung steht u. a. die Anfrage der Fraktion der Jüdischen Volkspartei betreffend das Ergebnis der Münchener Konferenz zur Schaffung eines Reichsverbandes Jüdischer Gemeinden; weiter die Anfrage der Jüdischen Volkspartei betreffend die gegenüber dem Prediger Dr. Rosenthal von der Reformgemeinde zu ergreifenden Maßnahmen wegen seiner die ostjüdische Bevölkerung schmähenden Angriffe. ״ Auf der •Tagesordnung stehen Mel' :sonst •׳noch Üit'״״Reihe besonders interessanter Punkte, so Fragen der Bekämpfung der Austrittsbewegung, der Herausgabe einer deutschen Bibel- Übersetzung, Bericht über Verhandlungen wegen Uebernahme des Lehrlingsheims Pankow und über den Ausbau der jüdischen Grundschule, Linienstraße. Die Sitzung ist, wie immer, öffentlich. Freie Jüdische Volkshochschule. Der zweite Vortrag von Herrn San.-Rat Dr. Lachmann über die Entwicklungsmöglichkeiten und Entwicklungstendenzen 1m heutigen Palästina, mit Lichtbildern, findet am Donnerstag, den ll, März, abends 8 Uhr, Synagoge Fasanenstraße, statt. Jüdisch-Nationale Frauenvereinigung (Ortsgruppe Berlin des Bundes Zionistischer Frauen). Am Sonntag, aen 14, März, vormittags 11(4 Uhr, findet im Theater des Westens eine Purim-Kindervorstellung der Jüdisch-Natkmalen Frauen Vereinigung zugtmsten des Kinderheims Ahawa und des Jüdischen Volksheims statt. Zur Aufführung gelangt ״Max und Moritz in Persien“, Purimspei für Groß und Klein, von Lina Wagner-Tauber. Eintrittskarten zum Preise von 1 bis 3 M. (Logensitze 5 M.) sind bei Bote & Bock,« Tauentzienstraße, an der Theaterkasse des K.d.W., bei Frau Lena Bernstein, Augustastr. 62, Tel. Nollendorf 5387 und in der Berliner Zionistischen Vereinigung zu haben. Telephonische Billetbestellungen werden entgegengenommen (Tel.: Bismarck 7165-7167). Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde, Berüii N 24, Große Hamburger Straße 27. Am Anfang des Sommersemesters werden neue Klassen für Anfänger und Fortgeschrittene, für Erwachsene und Schüler eingerichtet. Der Unterricht kann entsprechend den Wünschen der Beteiligten in den frühen Morgenstunden oder nachmittags resp. abends abgehalten werden. Für Vereine (Jugendbünde und sonstige Organisationen) werden auf Wunsch bei gc-!lügender Beteiligung besondere Klassen eingerichtet. Das monatliche Schulgeld beträgt 2 Mark, für Studenten und Schüler 1 Mark. Anmeldungen sind umgehend schriftlich an die Hebräische Lehranstalt oder an den Leiter der Anstalt zu richten. Sprechzeit des Leiters: Dienstag und Donnerstag 9 Uhr abends, MittWodi und Sonnabend 9(4 Uhr abends in der Hebräischen Lehranstalt. Beginn des Unterrichts in den neuen Anfängerklassen Donnerstag, den 15. April, 7 Uhr abends. N. Berggrün, Berlin-Wilmersdorf, Prinzregentenstr. 94, Tel.: Uhland 6985, Gesucht werden Stellen für: Kontoristinnen, Stenoty pistinnen, Buchhalterinnen, besonders ältere, Anfängerinnen, möglichst in am Sabbath geschlossenen Betrieben, Hausdamen, Wirtschafterinnen in frauenlosen Haushalten, für Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen in Heimen und Familien, ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen, für Lehrlinge in der Kürschnerei, Schneiderei, Schlosserei, Elektrotechnik, ferner für Lehrlinge in der Herren- und Damenschneiderei, möglichst in am Sabbath geschlossenen Betrieben, kaufmännische Lehrlinge in kleinen Städten mit Kost und Logis, einige Fürsorgezöglinge in handwerklichen Betrieben (Schneiderei, Schlosserei, Maler- Werkstatt), Klempnerei in kleineren Städten mit Kost und Logis. Gesucht werden ferner zu Ostern d, J.: für eine Anzahl Waisenkinder handwerkliche Lehrstellen mit Kost und Logis in kleineren Orten Deutschlands, Lehrmädchen in der Schneiderei, Putzmacherei, Friseurin-Lehrstellen, Bürolehrstellen, Lehrstellen für Lageristinnen, möglichst in am Sabbath geschlossenen Betrieben. Ferner weiden gesucht zu Ostern d. Lehrstellen in Haushalten mit vielen Kindern, in der Schneiderei, Putzmacherei. Meldungen an: Jüdischer Arbeitsnachweis, Berlin N24. Auguststr, 17, Tel.: Norden 7085-7087 und 9130. Wie uns aus Zojapot telegraphiert wird, verschied dort am 7. d. M. der Bibliograph Jakob Ben-Jakob aus iWfln*.