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Jüdische Rundschau · 1926-03-02 · Heft 17 (2.3.1926) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 17 (2.3.1926)
Date
1926-03-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0*30 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag W 15, Meinekestraße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark, Viertel)Shrlich 5,25 Goldmark. AA!91*ndnbos8«mtt!t> werden In der Wähninä der titmlseo Linder berechnet Anzeigen -V erwaltang Jüdische Rundschau G.nnb.H., Berlin W15. Meinekestr. 10 Telephon: Amt Bismarck 7165—70. Aateigtapreia; S gespaltJNoftpareiüezeQe 0,50 G.*R. Sielksgeraehe 0,25G.*jVL Anzeigenschluß1 Dienstag und Neitmg nachmittag 4 Uhr. Telephon: Bismark7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich: PosUparkaaaenamt Wien, Konto Nr. 1560301, Für Tschechostowakel 1 Postiparkasseniimt Prag, Konto Nr. 59410. Für Polen : Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr, 190708, Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 17 | Berlin, 2. ID. 1926 ™ איי- תרס'ז_1 XXXI. J^g. Der Zionismus erstrebt für das indische Volk die Scheffimg einer dffentllcli rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.' Neuer Kurs im amerikanischen Zionismus Revision der Agency-PoMk? New York, 24. Februar. (J. T. A.) Mr. Louis Lipsky, der Vorsitzende der Zionistischen Organisation Amerikas und Mitglied der zionistischen Weltexekutive, hielt gestern in einer Sitzung der Exekutive der Zionistischen Organisation Anterikas eine Ansprache über die gegenwärtige Lage in der zionistlschen Bewegung und führte dabei aus, daß der Einfluß der amerikanischen Zionisten im Wachsen ist und daß mit ihnen als mit einem entscheidenden Faktor in der Bewegung zu rechnen ist. Die Lage innerhalb der Bewegung sowohl in den Ländern der Diaspora als auch in Palästina ist eine solche, daß die amerikanischen Zionisten in der Aufbringung der Fonds und in geistiger wie administrativer Beziehung an die Front treten müssen. Dies ist das Gebot der Stunde. Die Exekutive in London und in Jerusalem erwarten einen Zufluß von Kräften durch Auswertung der Energie und der Erfahrung der amerikanischen Zionisten. Zum erstenmal fn der Geschichte des amerikanischen Zionismus tritt an diesen die Pflicht zur Führung heran. Leider haben sich hier keine Fiihrerpersönlichkeiten herausgebildet, weil alle Kräfte den Bemühungen für Aufbringung der Gelder gewidmet waren, so daß das Studium der Probleme der Bewegung und des Aufbaues Palästinas vernachlässigt wurde. Herr Lipsky erörterte sodann den Beschluß der zionistisehen Exekutive, wonach das Hauptbüro des Keren Haje ss0d demnächst nach Jerusalem zu überführen sei. Er ging dann zur Erörterung des Planes der Erweiterung der Jewish Agency über und führte aus, cs herrschen heute nicht mehr dieselben Vorbedingungen wie vor drei Jahren, als mit den Verhandlungen betreffs der Erweiterung der Jewish Agency begonnen wurde. Wie die Lage heute ist, müssen die Bedingungen betreffs der Erweiterung der Jewish Agency durch Heran* Ziehung von Nichtzionisten ii®fi#älS«fe wipi ordentlichen Sitzung, die innerhalb der nächsten zwei Wochen abgehalten wird, eingehend erörtern. Im Verlaufe der Sitzung der amerikanischen Exekutive wurde auch über die Bestrebungen der Agudas Jisroel, einen amerikanischen Zweig zu errichten und hier die Methoden der Zionistischen Organisation in der Geldaufbringung naehzuahmen, gesprochen. An der Debatte beteiligten sich Nahum So ko low und Oh. N. Bialik. Das Verwaltungskomitee der Zionistischen Organisation Amerikas wurde bevollmächtigt, die in dieser Sache notwendigen Schritte zu unternehmen. Das Verwaltungskomitee legte der Sitzung den Plan der Errichtung eines Palästina-Wanderbüros vor, und zwar in Verbindung mit dem jüdisch-amerikanischen Einwanderer-Schutzverband Hias. Dieses Büro soll die besondere Aufgabe haben, eine Verbindung zwischen europäischen Juden und deren amerikanischen Verwandten in der Weise zu schaffen, daß die Amerikaner ihren Verwandten in Europa materiell zu einer Ansiedlung in Palästina verhelfen. Mr. Joseph Barondess teilte mit, daß das zionistische Komitee und Hias sich in dieser Frage bereits einig geworden sind. Ueber diesen Plan entspann sich eine längere Diskussion. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit an das Verwaltungs- Komitee zu weiterer Behandlung zurückzuleiten. Die Erklärung Lipskys verdient zweifellos die größte Aufmerksamkeit auch diesseits des Ozeans, obwohl endgültige Schlüsse erst gezogen werden können, wenn der Text der Rede und der Bericht über die Verhandlungen der Exekutlve vorliegt. (Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß die ״Landesexekutive“ der Zionistischen Organisation Amerikas eine umfangreiche Körperschaft ist, die etwa unserem Zentralkomitee in Deutschland entspricht. Was w i r ״Exekutive“ nennen, heißt in Amerika ״Administrations-Komitee“ oder einfach Administration, d. h. die eigentliche aus etwa zehn Mensehen bestehende Leitung. Eine Sitzung der Exekutive ist also dort bereits eine größere Tagung, die aus dem ganzen Lande beschickt wird.) Herr Lipsky kehrte aus Europa offenbar mit dem bedrückenden Gefühle zurück, daß die ökonomische Lage Mittel- und Osteuropas auch das zionistische Leben daselbst hart beeinträchtig* und daß die Einnahmen der Palästina-Fonds aus diesen Ländern in diesem Jahre niedriger statt höher sein werden. Die Last des vom Kongreß erhöhten Budgets liegt also ganz und gar auf Amerika. Das Schicksal der jüdischen Aufbaüarbeit in Palästina liegt in den Händen des amerikanischen Judentums. Wir hier auf dem alten Kontinent wissen diese Situation voll zu würdigen, und war verstehen, daß die Arnerikdner die auf ihnen ruhende Verantwortung in immer höherem Maße auch zu formeller Verantwortung beruft. Die Bemerkung Lipskys, daß Amerika die Führer* schaff übernehmen müsse, wird zweifellos den Enthuslasmus der in hartem Kampfe stehenden amerikanischen Freunde erhöhen. Von besonderem Interesse für uns sind die Bemerkungen über die Jewish Agency. Die Agency war in ihrem bisherigen Stadium vor allem eine amerikanische An* gelegenheit. Wir kontinentale Zionisten, die Anhänger der Erweiterung der Agency waren, haben das Problem stets als ein rein praktisches unter dem Aspekt der amerikanischen Verhältnisse betrachtet. Die Möglichkeit, durch eine Verpflichtung der palästinafreundlichen, aber zionistisch nicht organiskrtea einflußreichen Kreise des amerikanischen Judentums, im Rahmen der Agency für Palästina mitzuarbeiten, größere Mittel für den Aufbau zu gewinnen, schien uns angesichts der ungeheuren Aufgabe unbedingt erstrebenswert. Durch die Entwicklung der Verhältnisse, die wir hier bereits wiederholt charakterisiert haben, hat sich die Stimmung in Amerika geändert. Die zionistischen Massen fühlen sich im Stich gelassen, weil die Notabeln-Kreise des Joint unter völliger Ignorierung der von ihnen für Palästina bereits übernommenen Verpflichtung sich völlig auf eine andere Aktion konzentrierten. Die bisherigen Verhandlungen mit der Marshallgruppe waren von Dr. Weizmann mit Unterstützung der amerikanischen Zionisten geführt worden. Weizmann nun hatte seit einem Jahre nicht die Möglichkeit, persönlich in die Verhandlungen einzugreifen, und auch nach dem Kongreß, der die Erweiterung der Agency definitiv beschlossen hat, konnte Weizmann nicht nach Amerika fahren. Nach zwölfjähriger angespanntester Tätigkeit mußte der Führer auf strenges Gebot der Aerzfe sich Schonung auferlegen und die Reise verschieben. Vielleicht hätte sein Eingreifen die Entwicklung ändern können. Wie die Dinge heute liegen, scheint eine Revision der Stellung der amerikanischen Zionisten in dieser Frage bevorzustehen. Allerdings wurde erst kürzlich von einem hervorragenden amerikanischen Zionisten in einem wichtigen, ״Die amerikanische Szene“ überschriebenen Artikel in dem Londoner Zentralorgan ״The New Judaea“ dargelegt, daß die Amerikaner sich in solchen Fragen von opportunistischen Gesichtspunkten leiten lassen und daß es in Amerika gang und gebe sei, eine Parole für eine Zeit auszugeben, und sobald sie unpassend geworden ist, fallen zu lassen, um sie bei günstiger Gelegenheit wieder aufzunehmen. Manche meinen, daß der Kampf gegen die Marshallgruppe anläßlich des Krimprojektes uns der Agency nicht entrückt, sondern vielleicht naher gebracht hat. in diesen amerikanischen Angelegenheiten ist Zurückhaltung in der Beurteilung geboten. Würde das Agency-Projekt von den Amerikanern fallen gelassen, dann würde sich auch innerhalb des zionistischen Köjf- ,;,greffesj?:eit״־ aber •*•״״!־יד ד\׳יי י׳״י- «He V״״', ־•״de'Fr׳, ►״״.V.►* m.׳»£ nidiif Äüfliu Palästinas allmählich von der; Hetzjagd des Keren Hajessod unabhängig zu machen und auf stabilere Grundlagen zu stellen. R. W. Keren Halessod-Tiisui« in Amerika Unter dem Vorsitz von Morris Rothenberg fand in New York die dritte Jahresversammlung der Delegierten der amerikanischen Keren Hajessod-Zeichner statt. Es erschienen 300 Delegierte, die etwa 75000 Zeichner vertraten. Morris Rothenberg eröffnete die Tagung mit einer Ansprache, in der er einen Ueberblick über die bisherige Keren Hajessod- Arbeit in Amerika gab u. a. mitteilte, daß in den letzten fünf Jahren in den Vereinigten Staaten 15 Millionen Dollar für Palästina gesammelt worden sind, davon hat allein der Keren Hajessod 10 Millionen Dollar aufgebracht. Die Tagung wurde dann von. Nahum Sokolow, Bialik und Dr. Schmarjah Lewin begrüßt. Es sprachen noch Dr. Stephen S. W1 s c, und der Schatzmeister des amerikanischen Keren Hajessod, Hermann Conheim. Emanuel Neumann teilte mit, daß von den fünf Millionen Dollar, deren Aufbringung sich die vereinigte Aktion zum Ziele gesetzt hatte, 2800 000 Dollar bereits gesammelt wurden, Das Bemerkenswerte an diesem Erfolg ist, daß die Summe ganz und gar ohne Beiträge der reichen Juden Amerikas zustande gebracht wurde; die reichen Juden hätten sich absichtlich ferngehalten. Um so mehr, schloß Neumann, müssen sich die Zionisten Amerikas darüber klar werden, daß die Verantwortung für den Aufbau ganz allein auf ihren Schultern ruht und daß die Beiträge dementsprechend erhöht werden müßten. Dr. Stephen S. W i s e wiederholte diesen Appell, indem er sagte, nunmehr seien sich die Zionisten darüber klar, daß die gesamte Last und die Verantwortung für die Aufbringung des Fonds auf ihnen allein ruht. * Eine große Massenversammlung hatte Williamsburg, das an diesem Abend seine Gesamtquote von 40000 Dollar aufbrachte. Harlem und Yorkville konnten 55 000 Dollar verzeichnen. Jndge Mack versprach, sich mit aller Hingäbe der Aufbringung der Quote Yorkvilles von 50000 Dollar zu widmen. Am 14. Februar sollte er auf einem Bankett die Kampagne von Miami eröffnen, dessen Kontingent 150 000 Dollar ist, ebenso die 85 000-Dollar-Kampagne von Tampa. Akron hat von seiner 15000-Dollar-Quote bereits 12500 Dollar aufgebracht und einen 10 000-Dollar-Scheck dem Hauptbüro bereits überwiesen. Die Halbjahresversammlung der Chicagoer Agudath Hakhiloth, in der 49 Synagogen vertreten sind, hat einstimmig das Chicagoer Kontingent von 500 000 Dollar für den United Palestine Appeal angenommen und ein Komitee gewählt, das mit dem Chicagoer Kampagne- Komitee Zusammenarbeiten soll. Baltimore hat beschlossen, Bialik einzuladen und ihm zu Ehren einen großartigen Empfang zu veranstalten. Man beabsichtigt, diesen Empfang zu einer der größten Demonstrationen Baltimores auszugestaltcn. Der Präsident der amerikanischen Misrachi-Organisation, Rabbi Meir Berlin, sowie der Vizepräsident, Rabbi Levinthal, haben einen Aufruf erlassen, in dem sie alle orthodoxen Juden Amerikas Zur Förderung des United Palestine Appeal auffordem. (Ziko.) Der Präsident der Union rumänischer Juden, Dr. W. Filde rin ann, trat eine Reise in das Ausland an, um die Oeffentlichkeit über die wirkliche Lage der Juden in Rumänien aufzuklären. In unseren Tagen Von Felix Rosen bl üth. Das zionistische Zcntralorgan ״Haolam“ (London) veröffentlicht folgenden Leitartikel als Betrachtung rum ,,Monat der Zionistischen Organisation‘'. Will man die Richtung zeichnen, die die Organisation«- Politik des Zionismus in den letzten Jahren eingeschlagen hat, so läßt sie sich durch Wegemarken flüchtig etwa so festlegen: Konzentration aller ideellen und materiellen Energien auf das Palästina-Aufbauwerk, Beruhigung der Außen front durch Befriedigung des politischen Parteikampfes zwischen Zionisten und N i c h t zi o n i s t e n. Das war die Richtung, — und säe war durch zwei Faktoren bestimmt. Einmal durch den gewaltigen Eindruck der lebendigen palästinensischen Tat auf das zionistische Denken und Empfinden. Gegenüber der Wahrhaftigkeit und Fülle des palästinensischen Geschehens verblaßten die Inhalte des zionistischen Galutherlebens. Sie verloren an Gewicht und rückten auf den zweiten Platz. Wesentlicher aber als dieses ungewollte Resultat einer natürlichen Entwicklung war ein Anderes. Die Konzentration auf Palästina war Ausfluß der Notwendigkeit und des Willens, den Bau des nationalen Heims noch in dieser Generation, wenn nicht durchzuführen, so doch wenigstens in unzerstörbaren Fundamenten sicher zu verankern. Die zionistische Bewegung hatte sich vor dem Kriege die Frage der Zeit und des Tempos nie gestellt und nie zu stellen brauchen. Ihre gläubige Zuversicht und Zielgewißheit beruhte vielmehr gerade auf der zeitlichen Unbegrenztheit ihrer Aspekte. Doch schneller als erwartet sah sich der Zionismus der Aufgabe gegenüber, sich in der Wirklichkeit praktisch zu bewähren, und diese Konfrontierung mit der Realität verkürzte sofort die zeitlichen Maßstäbe. Aufdleser Generation ruht die Aufgabe. Das war der große Gedanke der neuen Epoche und ihrer FiBirung! Diesen» Gedanken wurden alle Maßnahmen untergeordnet und eingeordnet. Der Primat der Palästinaarbeit verdrängte die zio» nistischen Galuthaufgaben nicht, erkannte sie vielmehr als wichtig an, aber Landespolitik und selbst Kulturpolitik rangierten nach ihrem unmittelbaren Wert für die Lösung der Aufgabe dieser Generation. Ein kühnes Vorstürmen und Mil■ Gitaollstfffl Enmrien In eine,, di« palisttiesiy. lichkeit, mit der er alles zionistische Leben beherrschte, ist ein Symbol der Epoche, daß Blalik als Propagandist des Keren Hajessod über das Meer rast, um den amerikanischen Juden von Palästina zu sprechen. Die Beruhigung der äußeren Front, die Beilegung der politischen Parteikämpfe zwischen Zionisten und Nicht Zionisten war nur eine Folge dieser Konzentration aller Energien auf Kolonisation und Aufbau. Wenn in dieser Generation die entscheidende Tat des Zionismus vollbracht werden sollte, so war der geistige Gewinn eines politischen Kampfes mit der älteren Generation der Nichtzionisten weniger wesentlich als der praktische Nutzen ihrer Hilfe am Siedlungswerk. Die Neutralisierung der Keren Hajessod — durch Verwendung seiner Mittel ausschließlich für Zwecke der Kolonisation und durch konstitutionelle Sicherung neutraler Leitungsorgane — sollte Frieden, Sympathien und Unterstützung schaffen, die Erweiterung der Jewish Agency das Bündnis besiegeln. — Freilich konnte die Friedensliebe der Zionisten nie größer sein als die der anderen. Niemand konnte bisher und sollte in Zukunft daran zweifeln, daß die Zionisten jede Störung, jeden unlauteren Wettbewerb, jeden Angriff nach allen Regeln bester, unvergessener Fechterschule parieren würden. Auch alle anderen organisations- und finanzpolitischen Vorschläge dieser Epoche gingen davon aus, daß in diesen Jahren des Aufbaus nach Möglichkeit Frieden gehalten werden sollte. Diejenigen, die die Neutralisierung des Keren Hajessod bekämpften, versicherten, daß man sogar für einen rein zionistischen Fonds nichtzionistische Beiträge werben und gewinnen werde: die setzten gewiß voraus, daß die Luft nicht vom Lärm erregter Parteikämpfe erfüllt wäre. Audi die Weltkongreßidee meinte eine inhaltlich begrenzte Verständigung über praktische Palästinafragen. Verschiedene Anleiheprojekte rechneten imd rechnen damit, daß jüdische Gemeinden und Körperschaften im Galuth die Haftung für Rückzahlung oder Verzinsung der Palästina-Anleihe übernehmen würden. Kurz, wer immer das Ziel eines größeren Zionismus, des beschleunigten Aufbaus, der Lösung der historischen Aufgabe des Zionismus in einer begrenzten, knappen Zeit vor Augen hatte, dachte in irgendeiner ״Form an eine Verständigung mit mögliehst weiten Kreisen der m'chfzionistischen Judenneit, — an eine Verständigung über Palästina. rt, Welche Form einer solchen extensiven Politik man iirtmar wählte oder wählen wird, in jedem Falle steht man vor dem gleichen Dilemma: Das praktische Bedürfnis nach Extensivität gerät in Konflikt mit dem der zionistischen Bewegung eingeborenen und historisch überlieferten Drang nach ideeller Intensität. Zwangsläufig äußert sich dieser Konflikt in periodisehen Krisen. Der ״Monat der Zionistischen Organisation“ ist die Einleitung einer Epoche, in welcher der schon immer als notwendig erkannte Versuch zu einem relativen Ausgleich dieser Spannung (denn nur ein relativer Ausgleich ist in der Weit der Tatsachen erreichbar), ernst und nachhaltig unternommen werden soll. Dies also und nichts anderes meint der Aufruf der Exekutive, wenn er sagt: ״Es ist an der Zeit, daß wir uns auf uns selbst und auf die Quellen unserer Kraft besinnen.“ Eine disziplinierte, einheitliche, starke Organisation ist die Grundlage jeder zionistischen Politik, und insbesondere einer palistinozentrisehen. Die Organisation hat durch die Intensivierung der Palästinaarbeit, ein Verdienst vor allem des Keren Hajessod, vieles gewonnen. Das Leben des Galuth- Zionisten wurde bereichert durch die revolutionäre Idee und Tat des Palästinamaasscrs. Die Idee der persönlichen Verpflichtung zur zionistischen Tat nahm auch in der Chaluziuth und in der noch rückständigen aber im Vergleich zu früheren Perioden fortgeschrittenen Hebraisferung der Jugend leibhafte

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