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Jüdische Rundschau · 1926-02-23 · Heft 15 (23.2.1926) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 15 (23.2.1926)
Date
1926-02-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Einzelnummer 0£5 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag W 15, Melnekestraße 10. Encheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark. &8rt*»d»abomM»«Bli werden ln der Wihning der «iaielnen Länder berechnet Nummer 15 | Berlin, 23. II. 1926 Anzeigen -V erwaltung Jfidiache Rundschau G.m-b.H., Berlin W15, Meinekestr, 10 Telephon! Amt Bismarck 7165—70, Anrel|*aprci«!8gc*p»M^M1p«r*il!e»eUe OpO G.-M. Stell«! ewche 0.25G.-M. A1ueig«t1sci11aßj Dleostag und Freit •g aacbmitt ag 411br. Telephon: Bismark 7165- 70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Fflr Österreich: PosUparkaszentmt Wien» Konto Nr. 156030. Für Tsebtcbotlowakei; rostsparkaaseoamt Prag, Konto Nr.59 410, Für Polen? Posteparktsseaamt Warachaa, Konto Nr, 190 708, RedaktionsschluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. אדר« תרפ״ו l xxxi. Jahrg!" Per Zioniamus eretrebl für das JOdtith• Volk Oie Schäftung einer dffewtllch. rechtlich!•»Hherten Melmetatl« ln PalSstina. ״Baseler Programm.** Die Lage in den Mandatsländern Frankreich in Syrien Die Verhandlungen zwischen dem französischen über* Kommissar für Syrien de Jouvcnel und dem türkischen Außenminister Ruchby-Bei haben zur Unterzeichnung eines ihrkisch-französischen N e x! t r a 1 i t ä t s - und Freundschai'tsvcr.trages geführt. In diesem Vertrag wurden geregelt: der gegenwärtige Grcnzvcrlauf zwischen Syrien und der Türkei, Zoll- und Eisenbahnverkehr, Grenzpolizei und Unterdrückung von Bandenübcrfällcn auf beiden Seiten der Grenze. Den Türken wurde die Bahnstation Pavas und der an der Grenze verlaufende Teil der Bä gd a d -1? a h n abgetreten. * Uic Mandatskommission des Völkerbundes, die seit Mit ז• noch in Rom tagt, verhandelt immer noch unter Ausschluß der Oeffentlichkcit. Der alleinige Gegenstand der bisherigen Sitzungen, das syrische Mandatsgebiet Frankreich, scheint so heikel zu sein, daß man es dem Luftzug der Oeffent- Wchkcit nicht gern aussetzen will. Wenigstens heißt cs, daß nuch kein offizielles Protokoll über den Verlauf der Sitzungen bekanntgegeben werden wird, da der französische Vertreter d c C a i x seinen Standpunkt durchgesetzt habe, daß die Sitzungsberichte lediglich als Material für den Völkerbund 71! gelten hätten. Daraus wird wiederum geschlossen, daß die Kommission an dem ihr vorgelegten französischen Maudatsbericht Kritik geübt habe. Die Abordnung aus Syrien, die seil Beginn der Tagung ihr Hauptquartier im Hptcl Savoy aufgeschlagen und von dort eine nicht ungeschickte Kampagne für ihre Wünsche, deren hauptsächlichster natürlich die volle Unabhäpgigkeit Syriens ist, in Szene gesetzt hat, hat den Versuch gemacht, der Mandatskommission eine Denkschrift zu überreichen. Da nach den Statuten des Völkerbundes eine direkte Eingabe von Mandantenvölkern an den Völkerbund nicht zulässig ist, erreichen die Syrer ihren Zweck nicht, doch sind die Klagen, Beschwerden und Wünsche der Syrer durch ^!öfljAffichWjgen^yon Itrterviews mit dep Führer der Ab- 1.1״׳■׳""J. יייו-ז'- .u״ ,trr .M.mid״:-- kbpnifsslo» kaum'׳ummaftti Daat/gelfrt b&sondeis die Beschwerde darüber, daß Frankreich auf Kosten Syriens sich der Freundschaft der Türkei durch Landabtretung versichert und so Syrien seines natürlichen Bundesgenossen beraubt. Der Bericht an die Maidaiskommission Nunmehr ist der von Frankreich an die Mandatskommissio» erstattete Bericht veröffentlicht worden. Wenn es in Damaskus zum Aufstande kam, sei dies lediglich schuld von Agitatoren gewesen. Trotzdem hätten die Franzosen die Rebellen möglichst zu schonen gesucht, indem sic, auch um die Häuser nicht zu beschädigen, in die Luft schossen. Allerdings habe es hierbei auf arabischer Seite 150 Tote gegeben. Doch auch 14 Franzosen seien getötet und 37 verwundet worden, 10 seien vermißt. Ohne Einschreiten der französischen Trüppen wäre auch die Westseite des Libanon in den Aufruhr Inneingerissen worden. Uebrgcns sei die Lage in Syrien heute weit besser. Die Ordnung im Libanon sei hergestellt, und in Damaskus herrsche trotz des Abzugs eines Teils der christlichen Bevölkerung wieder normales Leben. Außerhalb des Dsdiebel-Drus gehe es nur noch Banden, die zwar plündern, aber keine Erfolge zu erringen vermögen. De Jouvenel sei bereit, Gnade walten zu lassen und arbeite vor allem au der Schaffung eines Verfassungsregimes. Die größten Schwierigkeiten kämen von der panarabischcn Pro p a g :111 d a , welche die ׳1 ין a k - tisch unmögliche syrische Einheit anstrebe. Der Bericht schließt, indem er die hohen Verdienste Frankreichs um die Hebung von Syriens Ackerbau, Industrie und 1 lande! hervorhebt. Die Denkschrift des syrischen Komitees Die syrische Delegation verbreitet eine Denkschrift über die französische Herrschaft in Syrien. Die Denkschrift enthält unter anderem die Erklärungen dreier franzosenfreund־ lieber und im französischen Dienst stehender hoher syrischer Beamter. Es sind das üsclieiül Bei, Vorsitzender der Oberkommissiou beim französischen Generalstab, Fcyz.i Bei, der Mutcssarif (Präfekt) von «Hania, endlich Nansirn Bei, Gonvcrncur von Gebcdani. Diese drei Beamten protestieren feierlich gegen die ohne vorherige Ansage und selbst ohne Vorwand erfolgte brutale Zerstörung von Medaya am 15. Dezember 1923. Die Denkschrift weist auf französische Vertuschungsversiiche .und sagt, Frankreich setze allen U n a b 11 ä n g i g k e i t s b c s t r c b u n g e n der Syrer schroffe Abweisung entgegen. Es lehne selbst die besehe!- densten Wünsche nach einer Verfassung ab, obschon die Ansprüche der syrischen Patrioten mit der Mission, die Frankreich angeblich vom Völkerbund erhielt, nicht anvereinbar seien. Im Sinne des Völkerbundspakts habe Frankreich lediglich die Aufgabe, den Syrern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, nicht sie zu bedrucken und national zu zersplittern. Die nationale Einheit aber sei, was die Syrer vor allem verlangen. Gewissermaßen zur Bekräftigung dieser Darstellung wird in Rom ein Telegramm verbreitet, wonach in Damaskus ein neues Massaker stattgefunden habe, _ wobei zehn Kinder erschossen worden seien. Eine Bestätigung dieser Meldung, die eine Tendenzmeldung sein kann, Hegt nicht vor. Nach Meldungen aus Beirut haben am 18. Februar kleine Gefechte zwischen französischen Truppen und aufständischen Drusen in der Gegend von Rachaya stattgefunden. Die Drosen sollen schwere Verhärte erlitten haben. Eine andere französische Kolonne Kt Midlich von Damaskus angegriffen worden und hat ebenfalls dem Feinde schwere Verluste beigebracht. Die Franzosen hatten vier Tote und drei Vermißte. Da die Aufständischen die Schicnen der Hcdschasbahn in der Nähe von Damaskus aufgerissen hatten, ist der nach Palästina hestimmte Zug entgleist. Die Wagen fingen Feuer, wobei drei Reisende verbrannten. Ebenso ist die Eisenbahiilinie Damaskus.-Rayak von den Rebellen unterbrochen worden. Der irakvertrag angenommen Der Vertrag Englands mit dem Irak, der 11.1h englische Mandat tun 25 Jahre verlängert, ist im englischen Unterhaus mit 260 gegen 116 Stimmen (der Arbeiterpartei) angenommen worden. Am Schluß der Irakdebatte erklärte C h a m b e r I a i n , daß nun, wo die Mossulgrenze festgesetzt sei (da nach Annahme des Irakvertrages die Voraussetzung des Völkerbundentscheids in der Mossulfrage erfüllt ist), die englische Regierung Mittel zu finden hoffe, diese Entscheidung für die Türkei annehmbar zu machen. Das PaläsUaa-Mandal London, 19. Februar. (J.T.A.) Die Gesellschaft für den nahen und mittleren Osten führte ■in ihrer Generalversammlung eine Diskussion über das Mandatssystem im mittleren Osten durch. Hauptsächlich wurde über die Frage diskutiert, wann Großbritannien in der Lage sein würde, das Pa- 1 äs t i 11 a m a n d at nieder zu legen und die Verwaltung des Landes einer Regierung der Ortsbevölkerung zu übergeben, Mr. H. Wilson Harris, ein liberaler Abgeordneter, führte aus, das Palästinamandat unterscheide sich von den übrigen ״A“- Mandaten (Syrien und Irak) dadurch, daß cs die Bestimmungen über die Errichtung eines jüdischen N a t i o 11 a 1 h e i 111 s enthält. Dies sei die eine Gefahr im Fall der Räumung. Die andere Gefahr besteht: darin, daß die Bevölkerung nicht homogen ist. Sogar die arabische Bevölkerung bildet kein geeinigtes Element. Es ist deshalb anzunehmen, daß die Zeit, da Großbritannien das Palästinamandat niederlegen könnte, noch sch. t׳׳fprn ist. '׳ ־ ■י ״■ ׳;, TfÄfAsiiÄyÄy-si-ÄFirfif-..bei-dpu yöfflsn.sl:0»1fc««,.: von Versailles' Leiter der Seltlön Mittel-Ost der eitgifecftttif׳ Friedensdelegation war, führte aus, man könne der Regierung keinen Vorwurf machen, daß sie die Mandate über Palästina und den Irak übernommen habe: sic war dazu tfedriingt worden. In der Kriegszeit herrschte bei den verschiedenen Mächten die Tendenz vor, die Sympathien der Juden als Gesamtheit m gewinnen, obwohl die Juden in jedem Lande gegenüber ihren Regierungen loyal waren. Die Deutschen sucht e 11 als die ersten die jüdische Propaganda in ihren Dienst zu stellen. Amerikanisch-jüdische Journalisten wurden nach Polen geladen, wo man ihnen den Ruin des jüdischen Lebens unter der Zarenherrschaft zeigte. Die Juden der ganzen Welt waren gegen den Zarismus. Großbritannien bemühte sich deshalb, die Juden für die Alliierten zu gewinnen, indem es mit den Zionisten verhandelte. Dies führte dazu, daß Großbritannien das A4 a 11 - dat über Palästina erhielt, obwohl es besser gewesen wäre, wenn Palästina und Syrien unter einem Mandat, am besten unter einem amerikanischen, vereinigt geblieben wären. So aber wurde arabisches Land getrennt. Um so mehr sind die Araber gegen ein jüdisches Eindringen in Palästina zwecks Schaffung eines Nationalheims gestimmt. Dies ist die Ur- Sache, daß Palästina unter dem britischen Mandat nicht sehr glücklich ist. •(Prof. Tovuhee hat jüngst auch im ״Manchester Guardi an“ über das Mandatssystem geschrieben und den Standpnnkf vertreten, die A-Mandatc müßten abgebaut werden. — A. d. R.j i)r. Weizatanns Reiseplä! f Seitens der Zionistischen Executive wird der J. T. A. mitgeteilt, daß sich W eiznt ann im Verlauf des Monats März nach Palästina begibt*. Auf der Rückreise von Palästina wird Di. Wemnann eine Tour durch mehrere Länder Europas im Zusammenhang mit der Ijar-Kampagne der Zionistischen Organisation machen. Im Herbst d. J. wird sich [);־. Weizmann zu einem längeren Aufenthalt nach den Vereiuigtcn Staaten begeben, um die vereinigte pa- Jästinensische Aktion zwecks Aufbringung von fünf Millionen Dollar zu unterstützen. Die Gemeiitienrdinng in Falistina Jerusalem, 18. Februar. (J. T. A.) Das o f f i - zielle Regierungs-Bulletin veröffentlicht soeben eine allgemeine Verordnung betreffend die religi- Ösen Gemeinden in Palästina. Auf Grund d'escr allgcmeinen Verordnung־ ist der Obcrkom m issa r bovolD mächtig{, zu gegebener Zeit die Position der jüdisehen Gemeinden in Palästina durch eine spezielle Verordnung zu regeln. In der allgemeinen Verordnung ist vorgesehen, daß die religiösen Gemeinden juridische Personen sind umfBcstcuerungsrccht haben. Ihre Funktionen sind aber auf rein religiöse Angelegenheiten beschränkt. ♦ Premierminister Baldwin erklärte autoritativ gegenüber anders lautenden Mitteilungen, daß die englische Regierung dem früheren König Hussein von Hedschas keinerlei Subsidien zahlt. Ursachen und Wirkungen Z11111 politische n Kampf 1 m polnischen Z i o 11 i s m!1 s, (Von unserem polnischen Korrespondenten.)!>. Warschau, 15, Februar. Du: letzten politischen Ereignisse im jüdischen Sejmklub und insbesondere innerhalb der zionistischen Sejmfraktion, deren 1111 mittel b r! r c Ursache die Mcimmgsvcrschtedeitheit über die .Methode der zionistischen Landespolitik - wir bereits ausführlich an dieser Steile R.“ v, S. Januar d, J.) geschildert haben, haben für die zionistische Bewegung in und a n ß e r 11 a 1 b Polens weitgehendste Bedeutung. Sie sind wichtige Symptome der heutigen Situation in der zahlenmäßig stärksten zionistischen Landesorgauisation, decken viele Zusammenhänge auf, die sonst der breiten zionistischen Oeffentlichkcit in der Weltbewegung unverständlich wären. So mancher politische Schachzug in der letzten Zeit (z. B. auf dem XIV. Kongresse) und wahrscheinlich auch in der nächsten Zukunft wird auf diese Vorkommnisse in Polen zurtickzufuhrett sein. Deswegen soll hier nachstehend von diesem innerzionistischen Hintergrund der letzten Ereignisse im Volke, von ihren tieferen Ursachen und Auswirkungen gesprochen werden. Zu allererst einige Feststellungen. Die jüdische Massen- Siedlung in Polen, ihre rechtliche und faktische Unterdrückung, ihr pulsierendes nationales Leben sowie die hier seit jeher vorherrschende Auffassung des Zionismus als der Bcfreiungsbewegung des jüdischen Volkes überall und in jeder Beziehung, haben es mit sich gebracht, daß 1m ganzen zionistischen Lager in Polen, von rechts bis links, mit Ausnähme der ״Hitachduth“ (wo die Meinungen darüber geteilt sind), die Notwendigkeit einer aktiven zionistischen Landes- Politik vorbehaltlos anerkannt wird. Die Forderungen nach Arbeitseinteilung, zeitlicher Zurückdrängung dieses Gebietes ändern an der prinzipiellen Stellungnahme gar nichts. Von einer Spaltung in den zionistischen Reihen infolge prinzipieller Meinungsverschiedenheit in dieser Frage, wie /. B. in Oesterreich, ist in!*ölen gar keine Rede Die Differenzen in de: Beurteilung der M «* i. 1t c» d c des politischen Kampfes gehen aber >!.! weit, daß sic. pllptiüeft' #«n nistischen Bewegung von beiden Seite» als gezogen werden und schließlich Temperament und persinlfche. Ambitionen und Aspirationen zionistischer Führer die Ganzheit der Zionistischen Organisation zu sprengen drohen. Zur, vollständigen Beurteilung dieser Vorgänge genügen aber die der zionistischen Oeffentlichkcit z. B. vom letzten Kongresse bekannten ״Oricntierungstafcln“ gar nicht. Das Kräftespiel ist in diesem Kampfe ein ganz anderes. Die größte Differenzierung zeigt die ״Allgemeine“ Zionistische Organisation, ein Beweis mehr für die Verschiedcnartigk«! der ihr angeschlossenen Elemente. Da ist zunächst die Mehrheitsgruppc ״Et Liwnot“ und die Minderheitsgruppe ,״Al Hamischmar‘• (polnischer Teil der Vereinigung der radikalen Zionisten). Beide Gruppen treten als solche nur in Kongreßpolen und den Randgebieten auf. ln Fragen der L a 11 d Fs po 1 i t i k erfolgte aber eine vollständige Umg r 11 p p i c r u 11 g. Auf beiden Seiten gibt cs Anhänger und (icgiier der sogenannten ״U g o d a" - P o 1 i t i k. Die Mehrheit der ״Et Liwnot‘' und die .Mehrheit des ״AI Hamischmar“ gehören zur Opposition unter /״gestandener oder nichtzugcstaiidcner Führung des Abg. Grünbau 111. Und da. wie gesagt, beide Gruppen Organisationen nur Kongteßpolcn repräsentieren, ergibt sich daraus, daß die überwiegende Mehrheit der Zionisten Kongreßpolens und der Randgebiete sich für eine energische kompromißlose Politik zwecks Erlangung politischer und nationaler Rechte entschieden haben. Diese Stellungnahme entspricht ganz, und gar der Tradition, politischen Schulung und im gewesenen Rußland cingewurzelten Begriffen von! Wesen zionistischer Politik und Taktik. 111 diesem letzteren Sinne kann man von einer fast ciuheitliehen ״Al Hamisc.hmar“-Re\veg»!1g in K'ongrcßpoleii sprechen, wenn man die Opposition als ״auf der Wacht•'• reinzionisiischer Prinzipien in der Handelspolitik stehende Giuppc betrachten will. Diese Tatsachen werden nicht ohne NX׳ irkung in 1cm zionistischen Fragen in der Weltbewegung Weihen. Die Gcrlichte über eine gewisse Annäherung der sich bis vor kurzem stark befehdenden Gruppen ״Et Liwnot'• und ״Al Harnischmar“ verstummen nicht. ,Manche objekthe Erscheinungen sprechen dafür. Die ״Agency-'-Frage hat zurzeit an Schärfe vieles verloren (die Ereignisse i!1 Amerika werden sehr eitrig verfolgt und man besitzt hier die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen . . Die:, üiki das Schwinden ihr mit der .gierten“ Alijah noch vor .Monaten verbundenen Hoffinnigen haben dem Kampfe beider Parteien die Spitze abgebrochen. Dazu kommt die Annäherung auf innerpolitischem Gebiete. Ahes dies macht die Annahme glaubhaft.^ daß wir vielleicht vor Veränderungen stehen, die für die Weltorganisation von nicht zu unterschätzender Bedeut״״״ waren, wenn auch die Gerüchte von bereits erfolgten Nhnschungeii vorsichtig aufzunchmcn sind. Um weiters die geschaffene Situation in Polen zu verstehen, muß erinnert werden, daß bei den letzten Syjmwahlen infolge der Wahlabslincnz der ukrainischen Bevölkerung in Ostgali/icn, dieser Teil Polens verhältnismäßig ״n111׳ jüdische Abgeordnete (fast lauter Zionisten) in den Sejm sandte, als ihm nach der Zahl der dortigen jüdischen Bevölkerung zukäme. Im jüdischen ״Kolo“ war also von Anfang an die Fraktion der ostgaliz.ischen Zionisten (allgem. Zionisten und Misrachi; die ״Hitachduth“ verwarf sofort das territoriale

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