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Jüdische Rundschau · 1926-02-19 · Heft 14 (19.2.1926) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 14 (19.2.1926)
Date
1926-02-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Eimetnwnmer OJO Goldm&rft* JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion and Vertag W 15, Mel&ekestraß• 10. Eracbeint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark. Au«1*nd»1t>onn*n1«n!» «rerdtn in der WUmm! der eiot einen Linder berechnet Nummer t4 | Berlin, 19. II. 1926 Anzeigen -Verwaltung Jüdische Rundschau G.m.b.IL, Berlin W15, Mehiehcstr.lO Telephon! Amt Bismarck 7165—70. A11z«g«tpreU: S geepelLNeepareflleeeOa 0,30 G^M. Stell «ngenieHe 0,Z3G.eM. AaeeigenecUaS! Dieaetei! and Freitag aeebmittag 4 Ubr. Telephon s Bismark 7165 —70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oeetarratehs Poettparkaeeeaut Wien, Kenia Nr. 150030. Für Techecbeaieirakei: Peeteparkaeeenaat Prag, Kants Nr. 59410. Für Pnlan: Paateparkaeeenaait Wareehaa. Koni® Nr, 190TW, Redaktion •Schluß Sonntag nad Mittwoch nachmittag. אדר« תרפ«ו ,n | xxxi. Jahrg. Dar Zionismus •rstrobl für das Jüdisch# Volk dl• Schaffun■ olnor öffantllch - rechtlich goslchorton Nalmstatta In PalSstlna. ״Basolar Programm.** Die Beschlüsse der Landarbeiter Die hier eingelangle palästinensische Presse veröffentlicht spaltenlange Berichte über die Konferenz der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft, über die auch unser Korrespondent an anderer Stelle berichtet. Der Bericht über die Schlußsitzung in welcher über die wichtigsten Fragen, näm*!ich die Gesellschaft ״Mir“ und die Verträge zwischen Siedlern und Kolonisationsbehörde Beschlüsse gefaßt wurden, ist in diesen Blättern noch nicht enthalten. Doch wurden bereits in der vorletzten Sitzung eine Reihe von bemerkenswerten Beschlüssen gefaßt, die der Erwähnung verdienen. In bezug auf die Kolonisation wurde eine Rcsolution angenommen, welche die Bedeutung der Ansiedlung arbeitender Elemente für die Verwirklichung des Zionismus würdigt und sich an die jüdischen Arbeiter der ganzen Welt wendet, der Arbeiterkolonisation zu Hilfe zu kommen, insbesondere durch Schaffung eines Fonds. Die Konferenz fordert die ökonomische Fundierung der bestehenden Wirtschäften und die Erweiterung des Kolonisationswerkes; sie begrüßt mit Freude die Zuwendung eines Teiles des Mittelstandes zur Landwirtschaft auf Basis der Eigenarbeit, und sendet ihren brüderlichen Gruß insbesondere den chassidischen Siedlungen. In einer weiteren Resolution wird gefordert, daß die Neubesiedlung von Grundstücken durch Arbeiter nur unter Mit- Wirkung des Merkas Chaklai (des ausführenden Organes der Landarbeiterorganisation) erfolgen dürfe. Die Konferenz begrüßt ferner den Beschluß der American Zion Commonwealth, auf einen Teil ihrer Böden in Dschidro zugunsten des Nationalfonds zwecks Begründung einer vorstädtischen Arbeitersiedlung zu verzichten. In bezug auf die Politik des Nationalfonds fordert die Konferenz u. a., daß der N. F. in Zukunft auch von Juden Boden erwerben möge, wenn dieser für die Entwicklung der bereits bestehenden N. F.-Siedlungen nötig sei. Die Konferenz erklärt, daß die Arbeiterschaft bereit ist, den N. F. in seiner Sammeltätigkeit zu unterstützen. Eine Debatte entspann sich über den Antrag des Delcgierten des Gdud Awodah, Mosche Schapiro, wonach die Arbeit in den Pflanzungskolonien nach den Grundsätzen des Klassenkampf cs erfolgen solle. Der Antrag wurde zunächst mit 29 gegen 16 Stimmen angenommen. Darauf tb Wi Ikansky im Namen des Hapoe 1 Hazair die klärung ab, daß seine Freunde diesen Beschluß nicht anerkennen können, und ihn weder für notwendig noch für nützlich halten. Zwi Jchuda protestierte dagegen, daß die, Konferenz poljljscbe Beschluss® faßt und dadurch ׳ W Rolle,' dar ־ unparauäi&e Fon!» slmticner Landarbeiter zu sein, auf gibt. Nach einer Unterbrechung der Sitzung erklärte Llkind im Namen des Permancnzausscliusses, daß die Frage des Klassen Kampfes von der Tages- Ordnung der Konferenz'abgesetzt werden soll. Diese Erklärung des Permanenzausschusses wird mit allen gegen 10 Stimmen zur Kenntnis genommen. Damit ist der vorhergehende Beschluß aufgehoben. Ein wichtiger Beschluß betrifft ferner die Frage, ob die Lohnarbeit in den Kolonien von einem Departement des Merkas Chaklai geleitet werden soll oder ob die neue Institution einer Unternehmerkooperative innerhalb des Merkas gebildet werden soll, die als solche die Arbeiten übernimmt. Bei der Abstimmung erhielt diese zweite Form die Mehrheit von 30 gegen 24 Stimmen. Auch dieser Be- Schluß wird, wenn er durchgeführt wird, einschneidende Aenderungen in der Organisation der Arbeit in den Kolonien zur Folge haben. Gegenüber der Regierung stellte die Konferenz eine Reihe von Forderungen auf, darunter die Abschaffung des Oscher und die Einführung einer progressiven Steuer, eine im Einklang mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft stehende Steuerpolitik, ferner die Ueberlassung von unbebauten Staatsländereien an jüdische Arbeiter, die Erfüllung des Versprechens der Regierung, die demobilisierten Leg ionäre auf Regierungsboden anzusiedeln, ferner fordert die Konferenz eine moderne Arbeiterschutzgesetzg e b u n g. Die Konferenz protestiert dagegen, daß die Regierung Staatsländercien an Elemente vergeben hat, die dieselben zu Spekulationszwecken verwendeten (dies ist offenbar eine Anspielung auf die Böden von Beth Schan, die an die dort wohnenden Araber vergeben wurden, welche jedoch, da sie zuvie! Boden haben, davon gar keinen Gebrauch machen können und einen Teil den Juden zum Verkauf angeboten haben). Der Merkas wird aufgefordert, die Anerkennung von zusammenhängenden jüdischen Arbeitersiedlungen als selbständigen Munizipalitäten bzw< Dorfgemeinden durchzusetzen. Die Konferenz beschäftigte sich auch eingehend mit den Zuständen in der Konsumgenossenschaft Hamaschbir, die scharf kritisiert wurde. Sie fordert die Einberufung einer Konferenz des Maschbir uitd setzt eine Kommission ein, um dies durchzuführen. Aus den übrigen Beschlüssen heben wir noch eine Resolution hervor, die die beschleunigte Durchführung der dringend notwendigen zentralen Schule im Eoek J esreel fordert. Die Ziojilitpche Exekutive wird aufgefordert, das vom Kongreß bestilossw« 'Budget für diese Sache zur Verfügung zu stellen. Die werdende Selbstverwaltung Das Problem Tel-Awiw steht noch immer im Mittelpunkte der aktuellen palästinensischen Situation. Nicht nur, weil die Stadt Tel-Awiw etwa ein Drittel der palästinensischen Judenheit umfaßt, nicht nur, weil hier ein eigentümliches, keinen Präzedenzfall aufweisendes ökonomisches Problem vorliegt, sondern vor allem darum, weil hier zum erstenmal das Judentum Gelegenheit hat, in einem relativ großen gesellschaftlichen Gebilde Selbst- Verwaltung auszuüben und gewissermaßen eine Probe seiner staatsbildenden und administrativen Fähigkeiten abzulegen. Die ökonomische Lage Tel-Awiws Ist durch die Verringerung des Kapitalzuflusses von außen infolge der Verminderung der bemittelten Einwanderung aus Polen schwierig geworden. Auch hat sich nach einer gewissen Bewährungsfrist nunmehr die Lebensfähigkeit oder -Unfähigkeit mancher Gründungen der vierten Alijah erwiesen, und das Mißlingen verschiedener Versuche hat eine vorübergehende Depression bewirkt, wie es nicht anders möglich ist, und wie es überall in der Welt in ähnlicher Situation der Fall ist. Leider Ist die Neigung zu Uebertreibungen und zu sensationellen Berichten hier sehr groß, auch ist Palästina ein innerjüdisches politisches Kampfobjekt, und diesem Umstand haben wir es zu danken, daß man sich in der Propaganda gern dieses oder jenes Argumentes bedient, ohne gewissenhaft nach der Wahrheit zu forschen. So haben wir in der letzten Zeit auch in der deutschen Presse Berichte gelesen, die sich pessimistisch über ״Die Stadt im Sande“ äußerten, und das ״Hamburger Israelitische Familienblatt“ versieht eitlen derartigen Bericht sogar mit dem schreienden Titel ״Tel-Awiw vor Bern Ruin“, der wahrscheinlich gar nicht vom Autor des Artikels stammt, der vielmehr selbst erwähnt, daß durch kleine organisatorische Maßnahmen die momentane Krise beseitigt werden könnte. Solche Uebertreibungen sind schädlich, aber die soviel erörterte Schließung der Seidenfabrik von Delfiner, auf die man große Hoffnungen gesetzt hatte, zeigt, daß #s Problem sehr ernst liegt Dem! nicht die Frage, wie momentan der Arbeitefosigkeit abzuhelfen wäre, ist von zentraler Bedeutung, vielmehr die Frage der Schaffung einer Produktion, die für die Zukunft die gesunde Grundlage der Existenz einer so schnell wachsenden Menschenansammlung bilden soll. Tel-Awiw kann nicht davon leben und kann sich nicht darauf verlassen, daß neue Einwanderung«- ströme immer wieder Geld mitbringen werden, dieses Geld für Lebensbedürfnisse wie Wohnung (Bauwesen), Lebensmittel ״usw. verausgaben werden, es muß vielmehr Güter produzieren, die einen natürlichen Zustrom von Geld in die Stadt erzeugen. Gewiß kann auch der Handel einen Teil der Bevölkerung ernähren, aber ohne eine prosperierende 1׳ iustrie kann die Stadt nicht datierhalt existieren. Interessant ist in dieser Beziehung auch das Beispiel Delfiner gerade darum, weil es denen recht zu geben scheint, die nicht auf eine exportierende Großindustrie, sondern auf eine für den inneren Markt und die nächsten Nachbargebiete arbeitende Mittel- und Kleinindustrie den Nachdruck legen. Wir haben an dieser Stelle stets betont, daß nach unserer Meinung nicht nur aus nationalen, sondern auch aus ökonomischen Gründen das Hauptgewicht unserer Kolonisationstätigkeit in der landwirtschaftlichen Ansiedlung liegen muß. Wir haben dem übermäßig schnellen Wachstum der Städte niemals mit allzu großem Optimismus gehuldigt und sind daher berechtigt, jetzt mit um so größerem Nachdruck vor unbegründetem Pessimismus zu warnen. Wie in vielen Dingen, werden vir auch in der städtischen Kolonisation aus der Erfahrung noch viel lernen müssen. Ohne eine große Anpassungsfähigkeit, die ja unser Volk besitzt, kann die palästinensische Aufbauarbeit überhaupt nicht von statten gehen. Das ökonomische Problem Tel-Awiws ist also schwicrig, die Entwicklung wird sich jedoch, mit mehr oder weniger Erschütterungen ihren Weg bahnen. Sie wird um so leichter sein, je schneller auch die dörfische Siedlung im Lande wächst. Aber parallel mit der Aufgabe des wirtschaftlichen Aufbaus geht die Notwendigkeit der Verwaltung des wachsenden kommunalen Organismus. Je schwieriger die wirtschaftlichen Fragen, desto zielbewußter sollte die Verwaltung sein. Leider sind aber auch auf diesem Gebiete große Hindernisse zu überwinden. Wir Juden haben noch keine Erfahrung und keine Tradition in der Selbstverwaltung. Wir sind stark individualistisch veranlagt, und es ist keine einfache Sache, im neuen Heimlande das Staatsgefüh! zu erzeugen, das eine selbstverständliche Eingliederung in die Gemein- Schaft zur Folge hat. Ohnedies ist das auf diesem Gebiete Geleistete und die Tendenz zur Selbstdisziplinierung, besonders in einzelnen Teilen des Jischuw, bewunderoswert. Aber die Reibungen zwischen den verschiedenen Klassen der Bevölkerung sind bei uns ebenso stark wie bd anderen Völkern, Weite Kreise fassen heute Die Mandalikommissioi tagt in Rom Am 16. <L M. begann in Rom die außerordentliche Session der Mandatskommission des Völkerbundes unter dem Vorsitz des Marchese Theodoli. Auf der Tages- Ordnung steht als einziger Punkt die Prüfung des Berichts der französischen Regierung über die Verwaltung der Mandatsgebiete Syrien und Libanon. Dieser Bericht sollte der Kommission während ihrer Oktobertagung vorgelegt werden; die französische ,Regierung hatte jedodi erklärt, sie sei wegen der Unruhen in Syrien nicht in der Lage, den Bericht zu erstatten. Daraufhin beschloß die Kommission, die Prüfung des Berichts auf die jetzt beginnende Session zu verschieben. Me Kommission soll dem Rat ein Gutachten erstatten. Die Sitzungen sind vertraulich. Der Leiter des Büros der zionistischen Weltexecutive in Qenf, Herr Dr. Victor Jacobson, ist aus Anlaß der Tagung der Mandatskommission in Rom eingetroffen. Eine Abordnung des syrisch-palästinensischen Komitees ist in Rom eingetroffen und hat der Mandats- Kommission eine Petition überreicht, in der gefordert wird, daß die Franzosen das Mandat über Syrien niederlegen. Jßä!/״Petit Journal“ gibt die Mitteilung de Jouvenels wieder, wonach die Mandatskommission nicht nur ein Expose ־aBSflrclie Ereignisse des Jahres 1925 und die gegenwärtige Lage in Syrien, sondern auch über die Richtlinien für die Zukunft einer Untersuchung unterriehen wird. Diese Richtlinien sehen folgendes vor: t. Die kleinen Staaten Syriens sollen Autonomie erhalten. 2. Sie schließen unter sich einen gegenseitigen Garantie- und Sicherheit®־ vertrag auf dreißig Jahre, dessen Anwendung dem unilmschränkten Schiedsspruch Frankreichs unterwerfen ist. ״Jüdischer Bund" Das Attentat auf Vaszonyi beleuchtet wieder grell die Lage der Golasjuden, Wir stimmen mit Vaszonyi, der ein igher Ässimilationsjude ist, gewiß in vielen Dingen nicht aber jeder Objektive muß anerkennen, daß er sich fe um restlose Aufklärung der völkischen Geldfälsch ungen lihtilig und patriotisch verhalten hat. Denn die Sorge um die fc fein heit des Vaterlandes ist doch wohl besserer Patffctjs mus als eine verdächtige Vorsicht aus ״Staatsrücksichten“. vfszc tnji hat seinen Lohn erhalten. Es erging ihm wie manchen jüdii A Politikern anderer Länder, die in gerechter Empörung übert jaifc herrschenden Zustände sich zu Vorkämpfern einer ttZSspnm Politik machen, ohne zu erkennen, daß man sie zurückstößt; ja daß ihr Judentum geradezu belastend wirkt für die aachc, der sie dienen wollen. Und das ״Jüdischer Hund!“, mit dein die Attentäter in Budapest auf Vaszonyi einschlugen, «L ein stärkeres Argument als alle Gründe der Ethik ilfol Vernunft. Wir in Deutschland kennen diese Musik zur i9epügÄ Und alle gerechte Entrüstung über derartige Bubendarf uns nicht hindern, die Dinge zu sehen, wie sie lind; dK Golus-Tragik zu erkennen und daraus Konsequenzen a» ו3ג Der Empfang Bialiks in Amerika New York, 12. Februar. (J.T.A.) Dem Dichter Chaim Nachman Bialik, der am 11. d. M. in Gesellschaft seiner Gattin, Dr. Schmarjah Lewins und Louis Llpskis an Bord der ״Mauretania“ hier eintraf, wurde ein großartiger Empfang bereitet. Vertreter der Stadtverwaltung von New York und eine Anzahl führender jüdischer Persönlichkeiten Amerikas erwarteten den Dichter an der Quarantänestation. An Bord der Yacht des Bürgermeisters von New York fuhr die Ge- Seilschaft an Land. An der Landungsstelle erwarteten einige tausend Zog- Iinge der hebräischen Schulen, führende Mitglieaer der Zionistischen Organisation, sowie Vertreter anderer jüdischer Organisationen den Dichter. Die Kinder stimmten bei seiner Ankunft hebräische Lieder an. Am 11. Februar abends fand aus Anlaß der Ankunft Bialiks im Mecca Temple, wo vor einigen Wochen die Vereinigte palästinensische Kampagne eröffnet wurde, ein Massenmeeting statt. Mehr als 4000 Zuhörer waren anwesend. Bialik sprach mehr als zwei Stunden. Seine Rede war ein flammender Appell an die amerikanische tudenheit, den Aufbau Palästinas in die Hand zu nehmen. ie amerikanische Judenheit, sagte der Dichter, hat breite und starke Schultern; sie muß und wird die Last des Palästinaaufbaues solange tragen müssen, bis die Judenheit Europas wieder in der Lage sein wird, ihren Teil zu übernehmen. Wenn die Juden in der Durchführung des Wiederaufbaues Palästinas scheitern sollten, so wird dies zu dem Haß, der nun schon das Schicksal der Juden ist, noch die Verachtung hinzugesellen, Und keine Nation der Welt hat je Verachtung überlebt. Bialik sprach sich entschieden gegen den Plan der jüdischen Kolonisation in Rußland aus. Er sagte, das jüdische Volk könne nur durch den Aufbau Palästinas gerettet werden. Der Jude trägt Erez-lsrael im Herzen; Palästina nimmt im jüdischen Leben den Ehrenplatz ein. Die Diaspora hingegen führt das jüdische Volk immer weiter der Vernichtung zu. Die Rede Bialiks wurde mit Begeisterung und Jubel aufgenommen. Die Ovation dauerte länger als 10 Minuten. Es sprachen nachher noch Louis Lipsky, der den Vorsitz führte, ferner Nahdm Sokolow, Richter Julian W. Mack, Abraham G o 1 d b e r g, der bekannte Dichter Jehoasoh (S. Blumgarten) und Dr. Schmarjah Lewin. Die briflsefee Geidarmerle io Paläsliaa Jerusalem, 15. Februar. (J.T.A.) Heute wurde hier offiziell mitgeteilt, daß die britische Gendarmerie in Palästina, die einen Teil der britischen Heeresmacht bildete, demobilisiert wird. Die Steife dieser Schutztruppe wird eine palästinensische Gendarmerie übernehmen, die der Lokalregierung unterstellt ist Um die Aufgabe des Schutzes des Landes erfüllen zu können, wird die lokale palästinensische Gendarmerie durchgreifend reorganisiert werden. Juden werden in größerer Zahl in die Landesgendarmerie eintreten. Ferner wird mitgeteilt daß zwecks Bewachung der Grenze zwischen Palästina und Transjordanien ein Grenzwathkorps aus Arabern und Tscherkessen gebildet wird. Auf palästinensischer Seite werden Araber, auf transjordanischer Seite Tscherkessen den Grenzwachtdknst ausüben.

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