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Jüdische Rundschau · 1926-02-09 · Heft 11 (9.2.1926) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 11 (9.2.1926)
Date
1926-02-09
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 88 JUEDISCH E RUNDSCHAU י •־־ ZfonisDiBs 114 Uberalisnus O ruppe W e s t - C 11;1 r I o 11 e nbur״ der B. Z, V. Am Dienstag, den 10. Februar, abends 8J'״ Uhr, findet im großen Saal der Synagoge Fasanenstr. 79,SO, ein Vortragsabencl statt, an dem Herr Rabbiner Dr. W i e n e r (Stettin) über das Thema: ״Per Charakter der jüdischen Frömmigkeit“ sprechen wird. Dieser Abend soll im wesentlichen der Klärung des Verhältnisses der religiös-liberalen Richtung zum Zionismus gewidmet sein. Er gewinnt dadurch eine ganz besondere Bedeutung, dafi Vertreter beider Gruppen an der Erörterung teilnehmen. 411s der Berliner jttdisehe# Gemeinde ln der Repräsentanten Versammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde haben die Herren Rechtsanwalt Dr. Klee, M. Le v it und Professor Dr, Heinrich Loewe namens der Fraktion der Jüdischen V olksp artet folgende Interpellation eingebracht: ,,Nach stenographischen Aufzeichnungen (vergl. Blätter für Erziehung und Unterricht des Israelitischen Familien- Wattes vom 28. Januar 192h, Seite 15) hat der Prediger der Berliner Reforingemeinde, Dr. Karl Rosenthal, in Duisburg in öffentlicher jüdischer Versammlung folgende Ausführungen gemacht: ,,Ich sehe nidit in jedem Ostjuden einen Lumpen und Betrüger. — Durch den überaus starken Zuzug von Ostjuden (wir dürfen das hier gestehen, wo wir unter uns sind) ist eine gewisse Atmosphäre von Unsauberkeit und Unreinlichkeit in das deutsche Judentum hineingekommen. Wir wollen unsere Jugend nicht einem Milieu überantwortet wissen, in dem dieses Element eines Tages von ausschlaggebender Bedcutung sein könnte“. Wir sehen davon ab, daß diese Aeußerungen in erschreckendem Maße einen Grad von Lieblosigkeit und mangelndcm Gerechtigkeitsgefühl zeigen, der sonst erfreulicherweise bei jüdischen Religionslehrern sich niemals gefunden hat. Wir sehen ferner davon ab, daß diese Bemerkungen eine Herabwürdigung des auch . und zwar seit vielen Jahren — an der Reform-Gemeinde tätigen, aus Slonim im früheren Russisch-Polen stammenden Prediger Dr. Jelski bebedeuten. Durch diese Ausführungen hat aber der Redner Zehntausende Berliner Jüdische Gemeinde-Mitglieder, die Ostjuden sind oder von ostjüdischen Eltern stammen, aufs schwerste verleumdet, und zwar in Ausdrücken, die an die gröblichsten antisemitischen Verunglimpfungen anklingen. Der Redner bezieht Gehalt von der Berliner Jüdischen Gemeinde, er ist als Religionskhrcr innerhalb derselben tätig. Wir fragen den Gemcindevorstand an, welche Schritte er zu unternehmen gedenkt, um die- Ehre und Würde der indischen Gemeinde und ihrer Mitglieder in ihrer Gesamteit zu wahren und darüber hinaus zu verhindern, daß 05tjüdische Kinder einem Lehrer anvertraut werden, der ihre Eltern beschimpft und überhaupt, daß jüdische Kinder in diesem Geist der Intoleranz erzogen werden, der jeder jüdischreligiösen Auffassung Hohn spricht.“ Diese Interpellation der Fraktion der Jüdischen Volks- Partei wird in der nächsten Repräsentanteu-Haiiptvcrsamnilung behandelt werden. In den ,,Blättern für Erziehung und Unterricht“ kommt Lehrer M. S t e i n h a r d - Magdeburg auf die Rosenthalschen Ausführungen mit folgender! 'Worten zurück: ״Die Aeußerungen Rosenthals über' unsere osfjüdischen dafi ich sie hieltenocnmal ' wiederholen möchte. An einer Stelle hat Rosenthal gesagt: ״Auel! wir wollen unsere Kinder religiös erziehen, aber im Geiste der Toleranz, im Geiste Lessings, Mendelssohns.“ Er mag es mir verzeihen: ln seinen Aeußerungen über die Ostjuden ist vom Geiste Lessings und Mendelssohns sehr wenig zu bemerken, aber sehr viel von dem Geiste Mittlers, Diniers, Wuiles, Knüppel-Kunzes und wie sonst die Koryphäen der deutschen Judenhasser heißen. Sie hätten sich 'kaum anders Ausdrücken können.“ Aus 4em Landesverband der (Mischen Gemeinden Nachdem die Kepräscutantenvcrsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde beschlossen hat, für die von der Berliner Jüdischen Gemeinde in den Großen Rat des Landesverbandes der jüdischen Gemeindet! Preußens gewühlten Ratsmitglieder Stellvertreter zu bestellen, hat nunmehr der Berliner Gemeinde- Vorstand eine Vorlage an die Repräsentanten Versammlung gelangen lassen, in der er die Wahl von Stellvertretenden Mitgliedern des Großen Rates vorschlägt. Für die Liberale Partei werden die Herren Justizrat Bernhard Breslauer und Studiendirektor Dr. Gut mann vorgeschlagen. Ftir die Fraktion der Jüdischen Volkspartei sind die Herren Rechtsanwalt Gronemann und Landtagsabgeordneter Ministerialrat Dr. Badt in Aussicht genommen. Für die Konservative Arbeitsgemeinschaft schlägt .der Gemcindevorstand die Herren James Goldschmidt und Magistratsrat Dr. N e um a n n vor. Gruppe Nord der B. Z. V. Das Arbcitsprogramm der Gruppe, die Mitglieder in den Geist der einzelnen Richtungen im Zionismus — Revisionismus, radikaler Zionismus, ,\\isradii, Poale-Zion usw. -- einzuführen, wurde systematisch weiter erledigt. Am 27. Januar sprach Dr. Werner Bloch über ״Die innerpolitische Lage im Zionismus“, in weitem Rahmen das Gebiet des allgemeinen Zionismus und seine Aufgaben erörternd, eine starke Zuhörerschaft fesselnd. Auel! hier trat wieder die moderne Arbeiterbewegung, — wie überall, so and! in Palästina — als ein Faktor in Erscheinung, der in der Diskussion manchen Widerspruch und manche Wünsche und Forderungen auslöste, mit dem man aber als Tatsache rechnen mußte. Wir versprechen 11ns daher von dem Abend, an dem die Poale-Zion durch Herrn Lockrer — am M. Februar — ihr Programm vertreten wird, eine lebhafte Teilnahme. Am 3. Februar entwickelte vor einer überfüllten Vej•- Sammlung Dr. S o I o w e i t s c 11 i k die Bestrebungen der radikaleu Zionisten. ״Der radikale Zionismus, das ist der Zionismus. Er ist radikal im Konservatismus“. Um diesen Kernpunkt der Auffassung -- nicht des Programms — der radikalen Zionisten herum entwarf er ein Bild von der Entwicklung des Zionismus. Mit dem ״heroischen“ Zimiisnius Herzls beginnend, der ״mit der Uhr in derk Hand auf Erfolge wartete“’, kam er zur Assimilation und Bekämpfung derselben. Nach dem letzten großen Kriege, in dem alles jüdische Leben erlahmte . das Jüdische verschwand unter dem Staatsbürgertum - war man in dem Irrglauben, es gäbe keine Assimilation mein־, und so gab es auch keinen Kampf dagegen. Die Zionistische Organisation erschlaffe, die Arbeit in und au den jüdischen Massen war träge. Und so kamen wir - den Gedanken verlierend, daß mir durch das jüdische Volk im Zionismus selbst eine Renaissance herbeigeführt werden könnte־, nicht durch Burgfrieden, Kooperationeu u. a. in. mit Nichtzionisten auf den Weg zur Jewish Agency. Die Stellung der radikalen Zionisten dazu, ihre Ablehnung, ist bekannt. Interessant war noch die Abpcnzimg der Auffassungen zwischen Revisionisten und radikalen Zionisten: hier: Eroberung und Beherrschung Palästinas durch clas^ Recht, dort durch .Macht. Doch könnten beide ein ganz Stück Wegs Zusammengehen, wie auch mit anderen Rötungen im Zionismus, Berlin. Gruppe des XII. Bezirks der B. Z. V. Die Voranstaltungen der Gruppe des XII. Bezirks finden regelmäßig jeden ersten und dritten Montag im Monat im Cafe Bohne, Steglitz, Albrechtstr, 127 (am Bahnhöf Steglitz) statt. .. Wir־ machen die Mitglieder der Gruppe des Xltf•• Bezirks ganz be« sonders auf diese Gruppenabende aufmerksam. Maccabl ringt. Die jüngste Abteilung des Jüdischen Box-Club Maccabi E. V., die Schwerathletik-Abteilung, veranstaltet in ihrer Trainingshalle, der Turnhalle der Mädchenschule, Kaiserstr. 29/30, ihren zweiten Werbeabend am Donnerstag, den 18. Februar, an dem die Fortschritte dieser Abteilung im Heben, Ringen und Expanderziehen gezeigt werden sollen, Beginn präzise 8 Uhr. Eintritt unentgeltlich. Nr. I! Ans den Berliner Theatern Staatl. Opernhaus: 9. Februar: Tusca; 10. Schatzgräber; 11. Cavalleria rusticana — Bajaz/i; 12, Hoffmanns Erzähhingen; 13. Mignon; H, Carmen; 13. Madame Butterfly. — Oper am Königsplatz: 0. Zigeunerbaron; 10. Boheme; 11. Rigoletto; 12. 'Die lustigen Weiber; 13. Ritter Blaubart; 14. Zar uikI Zimmerinatm; 15. Cosi tan tutie. .Staatl. Schauspielhaus: 12. Ostpolzug; 9., 14. Im weißen Rößl; 10. Peer Gynt; H. Romeo und Julia; 13. Faust; 15. Candida. — Schillcrtheater: 12., 1!., 15. Wallensteins Läget — Piccolomini; 9. Minna von Barnhelm; 10. Maria Stuart; 11. Jugend; 13. Kapitän Bradbounds Bekehrung. . Städtische Oper: 9. Die Brautwahl; 10. Der fliegende Holländer; 11., 14. Elektra; 12. Mignon; 13. Don Pasqualc; 13. Die Zauberflötc. — Deutsches Theater: J uarez und Maximilian. — Kammerspiele: Die letzte Geliebte. -- Die Komödie: Gesellschaft; Nacht- Vorstellung; Der blaue Vogel; 14. (UV) Uhr vorn!.) Wasif und Aldi. — Theater in dar Kßniggrützer Straße: 912 ״., 15. Exzesse; 10., 11., 13.. 14. Einen Jux will er sich machen. — Komödienhaus: Der Garten Eden. — Tribüne: Die neuen Herren. -- Lessing-Theater: Kronprinzessin Luise. — Kleines Theater: Dybuk. — Volksbühne: 10., 11. Don Quichote; 12., 13,, M., 15. Der Kaufmann von Venedig; 9. Wer weint 11m Juckenack. — Deutsches Künstlertheater: Paganini. —- Theater am Kurfürstendamm: Die Nacht der Nächte. — Theater am Schiffbauerdamm: Der fröhliche Weinberg. — Wallner-Theater: Kolportage. — Residenztheater: Die Durchgängcrin. — Renaissancetheater: Sturmnacht. — Nelsontheater: Negerrevue. . Herrnfeldthcater: Familie Schmock - - Klabriaspartie. Breslau. Die neuen Statuten der Gemeinde haben ihre endgültige Genehmigung erhalten, obwohl sie in mehreren Punkten vom Judcngesetz vor! 1817־ abweichen (Frauen-Wahlrecht, 5jährige Wahlperiode für alle Mitglieder der Vertreter- Versammlung, Vergrößerung des Gemeinde-Vorstandes usw.). Die Genehmigung erfolgte, nachdem der Minister sein Ein- Verständnis erklärt hatte. — In der ersten Sitzung der neuen Gemeindevertreter-Versammlung erfolgte nur die Bürowahl. In das Büro der Versammlung wurden drei Liberale und zwei Zionisten (R. M. Jacobsohn und Frau Dr. Fuchs-Hes) gewählt. Die Konservativen gaben als Protest dagegen, daß die Liberalen ihnen den von ihnen beanspruchten Posten des 1. Stellvertreters des Vorsitzenden nicht zugestanden, weiße Zettel ab. d. Duisburg. Vorstand und Repräsentanz der jüdischen Gemeinde beschlossen einstimmig, den preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden zu bitten, für die Errichtung einer jüdisch-pädagogischen Akademie einzutreten. ■— 111 einem öffentlichen, von den jüdischen Gemeinden Duisburg und Ruhrort veranstalteten Vortrag sprach Martin B11 b e r über: ,,Mensch und Gott in der Urzeit“. Kaplan Fahsel spricht am Montag, den 13. Februar, abends 8 Uhr, in der Singakademie über Psychologieder Leidenschaften. Für die kunstgewerblichen Handfertigkeitskurse (Weben, Korbflechten, Bast- und Perlenarbeit) und die Mal-, Zeichen- und M o d e 11 i e r k u r s e bei Frau Eva Lachs, staatlich geprüfter Zeichenlehrerin, werden noch Kinder gesticht. Unterricht wöchentlich zwei Stunden. Preis monatlich 8 M. ~ Wohnung: Uhlandstr. 19311; Telephon: Steinplatz 12691. M.—1. ..... .....«ty» raiasiina - erundionds (Heren Haimo t u. Berlin W15, Meinekestrafie 10. Bankkonto : Darmstädter und National bank, Depos.-Kasse 59, Kurfttretendamm 52. Postscheckkonto: Berlin Nr. 104 951, J Redakt jeden! monat Aasiandfi Dar 21 Sti Str lieh: ״He der heu mit eine gesprocl: Welt, v wohnten des ital: für die drück heit.; einen Sc und ge diese kl Slowakei das eine sich am Minderh man Vö rechte F links.) Schwäch nehmen, seinem Schule i Wir über di selbst 1 a nd, mir veri gegenüb Minderh d e u t s c voller wisse'! d eti4s*< Bravo.) genug s etwa irj sollten Ziel s turellen fremden r €>r«4e fiOfflpen? IIr. Ifayo StüSBA« ד Vr Verlobt״ Krefeld Lnater^ach ׳Hogfcfta? Istaxnentaifitr. H 1. Zt Botin am Rhein &rouprm*«nitr. 6. Kräftiger Siammh&lt o r angokommen Walter Daniel und Frau Aenne ״•■•I). Lerner J s V Wiesbaden, den I. 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