Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1926-01-19 · Heft 5 (19.1.1926) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXI (1926)
Issue
Heft 5 (19.1.1926)
Date
1926-01-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2652785-2652790--17993-2675711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Einzelnummer 0,25 Goldmark JÜDISCHE RUNDSCHAU Redaktion und Verlag W 15, MeinekestraOe 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugtpreia bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark. Vierteljährlich 5,25 Goldmark. 40i'andsab0üneraents werden!ם der Wthrootf der eiozetnea Lteder berechnet Mummet 5 | Berlin, t9. L 1926 Anzeigen - V erwal tung Jfidische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Meinekestr.10 Telephon: Amt Bismarck 7165— 70. Ansdijgnftfirni•! 8 g«*p»U.N onpar«Ul«x«iJe 0,50 G.-M. Stellengesuche 0.25G.-M, AaxelgnntckliiAi Dteaeteg und Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon: Bismark 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oc«t*rreicb: Fostsparkatsenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Postsparkassen»™! Prag, Konto Nr. 5941a Für Polen: Postsparkassen«!!!! Warschau. Konto Nr.!90708» Rcdaktionsschluß Sonntatf und Mittwoch nachmittag. ד, שבט. תיפ״י | xxxi.jahrg. per Zionismus erstrebt für das indische Wollt 41• Schaffung einer effantllch rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.** Die Tagung der Assefath Haniwcharim Jerusalem, 12. Januar (J. T. A.) Die neugewählte Assefath Haniwcharim wurde am Montag, den 11. Januar eröffnet. Das Programm der ersten Session der neugewählten Versammlung umfaßt Fragen der Organisation der palästinenstechen Juden, Einwanderung, Arbeitsregelung, Regelung der Beziehungen zu der Zionistischen Exekutive, Erziehung und Budget. Unmittelbar vor Zusammentritt der Versammlung wurden die endgültigen Resultate der Deputiertenwahlen bekanntgegeben. Es wurden 201 Deputierte gewählt. Abgegeben wurden 33 8-15 Stimmen, d. s. 52,3 °/0 der in die Listen eingetragenen Wähler. Zieht man die in dieser Zahl nicht berücksichtigten Jemeniten-Wähler mit ein, so ergibt sich, daß 58 ״/o aller Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben haben. Die 201 Mandate verteilen sich auf die einzelnen Parteien und Gruppen wie folgt: Achduth Haowodah (Poale Ziön) 8834 Stimmen, 51 Sitze; Hapoel Hazair (Hitachduth) 5337 Stimmen, 54 Sitze. (Die beiden führenden Arbeiterparteien verfügen also insgesamt über 84 Sitze.) Arbeiterklasse (Kommunisten) 1028 Stimmen, 6 Sitze; Torah w’Awodah (Misrachi - Arbeiter) 055 Stimmen, 0 Sitze; Achduth Habonim (Verein. Misrachi- Arbeit) 696 Stimmen, 4 Sitze; Sephardim und Orientgemeinden 2598 Stimmen, 19 Sitze; Zionisten-Revisionisten 2489 Stimmen, 15 Sitze; Verein für Frauenrecht 2000 Stimmen, 13 Sitze;BIockderLandwirte 1988 Stimmen, 9 Sitze; Demokratische Union 1252 Stimmen, 9 Sitze; Misrachi und Jungmisrachi 1005 Stimmen, 7 Sitze; Zentrum 923 Stimmen, 6 Sitze; Union nationaler Bürger 883 Stimmen, 6 Sitze; Vierte Alijah (polnische Einwanderer) 630 Stimmen, vier Sitze; Unabhängige 550 Stimmen, 2 Sitze; Safed- Stadtliste 332 Stimmen, 2 Sitze; Verein der Landwirte Untergaliläas 222 Stimmen, 1 Sitz; J u n g m i s - rachi von T c 1 - A w i w 200 Stimmen, 1 Sitz; LandwirtschaftszentrumvonRischon-le-Zion184 Stimmen, t Sitz; Handwerker-Union 177 Stimmen, 1 Sitz; RanibamHill-Gruppe 162 Stimmen, 1 Sitz; Union dcrMisrachi-Bauern 159 Stimmen, 1 Sitz; Volksverein der Frauen 159 Stimmen, 1 Sitz; Einwohner von Bnei Bt*Je- 44$.׳׳,;Stippen» 1 Sitep-fl*Äf:§.i;a.«,11,e׳ Jude»; 134 Stimmen, 1 Sitz. V. Die erste Sitzung Der Eröffnungssitzung wohnten im Saale und auf den!Tribünen zahlreiche Gäste bei. Im Namen der Palästina- Regierung begrüßten der Assistent des Obersekretärs Mr. Max Nurok, im Namen des Gouverneurs des Süddistrikts Mr Krischewski, im Namen der zionistischen Exekutive Colonel F. H. Kisch die Versammlung. Es wurde ein Präsidium gewählt, welches sich aus Vertreten! aller größeren Fraktionen zusammensetzt. Es besteht aus den Herren Dizengoff, Mcyuchas, Rosoff, Kaplansky, Rabbi Fi sch man 11, Eisen berg, S p r i n z a k und Lwowitsch. Ussischkin, der als Präsident vorgeschlagen wurde, bat, von seiner Wahl ab- Zusehen. Herr Rosoff lehnte ebenfalls die Wahl ins Präsidium ab, wo dann an seine Stelle für die Fraktion der Zionisten-Revisionisten Advokat W e i 11 s c h a 1 trat. Ferner wurde ein Vertreter der Yemeniten in das Präsidium gewählt. Herr David Y e 11 i n eröffnete die Session mit einer Anspräche, in der er zunächst seiner Freude Ausdruck gab, daß sich die palästinensische Judenheit in der Frage des Frauen- Stimmrechts geeinigt habe. Dank dieser Einigung sei der Zusammeiitritt der Assefath Haniwcharim möglich geworden. Herr Yellin teilte mit, daß die Regierung bereit sei, die Assefath Haniwcharim und den Waad Leumi anzuerkennen, wenn diese Institution von der palästinensischen Judenheit selbst anerkannt und im Sinne der Bestimmungen des Palästina-Mandates wirken werde. Yellin schloß mit der Erklärung, er hoffe, daß das britische Kolonienministerium bald der Gemeindeordnung ihre Zustimmung erteilen werde. Yellin teilte in seiner Rede mit, daß er mit der Regierung verhandelt habe, damit Juden in entsprechendem Verhältnis in den Aemtern, bei der Polizei und bei den öffentlichen Arbeiten Verwendung finden. Der Waad Leumi stellt jetzt den Zensus der jüdischen Bevölkerung zusammen. Er ist bemüht, für das jüdische Schulwesen größere Subventionen bei der Regierung durchzusetzen, sowie Milderungen des Emigrationsgesetzes. Colonel Kisch begrüßte alsdann namens der zionistischen Exekutive die Assefath Haniwcharim. Schriftliche und telegraphische Begrüßungen langten ferner ein von Lord (Murner, von Colonel Sy in es, Sir Ronald Storrs, vom Bürgermeister von Jerusalem Naschaschibi, Dr. Weizmann, Achad Haam, Bialik u. a. Herr Ussischkin hielt darauf eine große Rede, in der er erklärte, daß die Juden in den Golusländem die Forderung erheben, daß Palästina politisch derart organisiert sei, daß die Nichtjuden Minoritäten rechte genießen. Wenn diese Forderung nicht durchgeführt wird, dann wird es unmöglieh sein, von den Juden der Diaspora jene großen Opfer m verlangen, die für den Aufbau Palästinas notwendig sind. Die zweite Sitzung Zu Beginn der zweiten Sitzung, die ain 12. Januar stattfand, wurden Begrüßungsschreiben vom Präsidenten der Zionistischen Organisation Dr. Chaim W c i z m a n n , vom Bürgermeister Jerusalems Nashashlbi und vom Leiter des Unternehtsdepartements der Regierung verlesen. Hierauf erstattete Herr Glikson, Herausgeber der Tageszeitung ״Haarez“, Bericht über die Beziehungen zwischen den jüdischen Siedlungen in Palästina und der zionistischen Exekutive. Er forderte, daß zwei Vertreter des J i s c 1111 w in di e zionistische Exekutive ein treten. Ihm folgte als Redner der Führer der Achduth Haawodah Ben Gurion, der ein mit großer Aufmerksamkeit angehörtes Referat über die autonome Organisation des Jischuw hielt. An sein Referat schloß sich eine eingehende Diskussion. Im Verlauf dieser Diskussion kam es zu stürmischen Auscinandersetzungen, als der Redner der kommunistischeu Sechsmännerfraktion gegen die britische Regierung, das Mandat und die Palästina-Verwaltung scharf laszog und die Versammlung aufforderte, gegen das kapitalistische und imperialistische Regime im Lande einen Kampf zu beginnen. Einzig und allein in Sowjetrußland — so führte der kommunistische Redner aus — wurde das Problem der Nationalitäteu richtig gelöst. Eine wahre Autonomie sei unter einem kapitalistischen Regime unmöglich. Wir Arbeiter, sagte er, haben mit der übrigen Judenheit nichts Gemeinsames, wir haben in Gemeinschaft mit der internationalen Arbeiterschaft den Kampf gegen Kapitalismus und Imperialismus zu führen. Die Deputierten der Rechten und des Zentrums unterbrachen den Redner fortwährend durch Protestrufe und hinderten ihn schließlich am Weiterreden; er mußte die Tribüne verlassen. Aus dem Saale wurde ihm zugerufen: ״Geh nach Moskau, Tschekist!“ Danach gingen die Berntungen ruhig weiter. Mit einem Referat Dr. Arlosoroffs (Hitachduth) über ״Immigration und Arbeit“ wurde der zweite Sitzungstag beendet. Die dritte Sitzung Jerusalem, 14. Januar (J. T. A.) ln der heutigen Sitzung der Assefath Haniwcharim erstattete Dr. M o s s i n s o n Bericht über das E r z i e h u n g s w e s e n. Sein Bericht gipfelte in der Forderung, daß die Leitung des Erziehungswesens auch weiterhin in den Händen der zionistischen Exekutive verbleibe und nicht dem Jischuw übergeben werde. In def Diskussion über dieses Referat forderte die Schauspielerin Mmc. C.ohan-Bernstein, daß der ästhetischen Er- Ziehung besondere Aufmerksamkeit zugewendet werde. (Mtne. Hauptrolle in <&¥’ vom Fttlirliscfen Theatef aüfgefÜhrtOn Legende ״Belsazar“ gespielt und wurde von der Berliner Kritik einmütig gelobt.) Ein Redner der Misrachi-Fraktion trat den Ausführungen der Vorrednerin entgegen und forderte, daß das Hauptgewicht auf die religiöse Erziehung gelegt werde. Zu stürmischen Protesten der Versammlung gab abermals das Auftreten eines kommunistischen Redners Anlaß, der das zionistische Schulwesen hemmungslos kritisierte und behauptete, es erziehe die Kinder zum Rassenhaß. Der Redner wurde aufgefordert, seine Behauptungen zurückzuziehen. Als er sich weigerte, wurde er durch die Versammlung am Weiterreden gehindert und mußte die Tribüne verlasse״. Die Londoner ״J e w i s h Time s“ berichtet am 15. Januar aus Jerusalem: Die politische Rede, welche Herr Ussischkin in der Assefath Haniwcharim hielt, erregte in ganz Palästina das größte Aufsehen. Das Präsidium der Assefath Haniwcharim gab sofort nach der Rede Ussischkins eine Erklärung ab, daß Ussischkin lediglich seine persönliehe Meinung zum Ausdruck gebracht habe. Die Stsatsländerfkn in Palästina Wie wir Seinerzeit mitgeteilt haben, hat das Mitglied des Unterhauses J. H. Thomas gelegentlich einer Anfrage von Oberstleutnant J. M. Ken worth y bezüglich der Staats- und Brachländereien in Palästina, die laut Artikel 6 des Mandates jüdischen Einwanderern zur Besiedelung gegeben werden sollten, seinerseits folgende Frage gestellt: ״Wollen die Herren daran denken, daß bei Verteilung des in Palästina verfügbaren Landes die Juden vor den Arabern nicht zu bevorzugen seien, sondern daß allen die gleiche Behandlang zuteil werden müsse?“ Das englische Zionistenorgan ״Zionist Review“ teilt hierzu mit: In Anbetracht dessen, daß Mr. J. H. Thomas Kolonienminister der Arbeiter-Regierung gewesen ist, hat der Vorsitzende des politischen Komitees der englischen Zionisten- Föderation an Mr. Thomas einen Brief gerichtet, in welchem seine Aufmerksamkeit zunächst auf die Tatsache gelenkt wurde, daß die jüdischen Ansprüche auf Zuteilung von Staats- und Brachland auf Artikel 6 des Palästina-Mandats basiert und daß aus der Forderung der Juden keineswegs geschlossen werden kann, daß jemand die Entrechtung der arabischen Bevölkerung wünscht. Darauf erwiderte Mr. J. H. Thomas mit folgenden Zeilen: ״Es tut mir leid, daß meine Erklärung im Unterhause falschen Deutungen ausgesetzt war. Sie wissen, daß ich im Kolonialamt und außerhalb desselben stets mich auf den Standpunkt der Balfour -Deklaration g c - stellt habe. Mit meiner Anfrage im Unterhaus wollte ich bloß klarmachen, daß eine Balance erhalten werden muß, weil, wie ich und wie Sie wissen, in jeder Annahme, als ob den Juden irgendwie eine ungebührliche Bevorzugung zuteil wird, eine Gefahr liegt.“ Der erste neue Bürger Palästinas. Aut Grund der 1 neuen Naturalisationsbestimmungen wird jetzt in Palästina | die Einbürgerung durchgeführt. Das Einbürgerungszertifikat ן Nr. I hat Ing. Ruteaberg erhalten. (Ziko.) Rundschau Zar Assefath Haniwcharim - Probleme der!and• wirtschaftlichen Arbeiter - Die Lage in Syrien — Lipsky in London - Die Reform in Amerika RW. Berlin, 18. Januar. Die Assefath Niwcharim, die Delegiertenversammlang der palästinensischen Juden, ist nunmehr nach jahrelangen Vorbereitungen eröffnet worden. Die Ziffern, die jetzt erst über die Wahlbeteiligung veröffentlicht werden, zeigen, daß nur ungefähr 50 Prozent der Wahlberechtigteil ihr Wahlrecht ausgeübt haben. Es ist nicht zu leug־- nep, daß dies ein kleiner Prozentsatz ist, geringer als in den meisten anderen Ländern. Die Gründe dieser schwachen Wahlbeteiligung sind wohl zu suchen einerseits in der Struktur des Jischuw, dessen alter Bestand politisch unerzogen und uninteressiert ist und zum Teil auch von der Gegenagitation der Aguda mit ihren Bannflüchen eingcschüchtert war, andererseits aber dürfte man nicht fehlgehen, wenn man daraus schließt, daß das Interesse für die ganze Veranstaltung geringer geworden ist, als es ursprünglich war. Dazu mögen viele Umstände beigetragen haben. In erster Linie wirken sich wohl auch in Palästina die Stimmungen aus, die in der letzten Zeit überhaupt zu einer geringeren Bewertung der formalen Demokratie geführt haben. Selbst ein Mann wie Lloyd George, ein unbestrittener Demokrat, äußerte sich diese Woche auf Grund seiner Europareise äußerst skeptisch über den europäischen Palamentarismus, der sogar in den größten Ländern, wie Deutschland und Frankreich, sich als impotent erwiesen habe, die wichtigsten Problerne des Volkes zu lösen. Diese Krise des Parlametv tarismus, vor der die Augen zu verschließen ein großer Fehler wäre, wirkt sich auch innerhalb der zionistischen Welt aus. Der Zionistenkongreß ist ein Beweis dafür, und wir fürchten, daß die Assefath Niwcharim ein wel« wie Deutschland und Frankreich] sind nur durch Konzentrierung der Kräfte der Natfot! «bi Opferbereitschaft der einzelnen Volksgruppen zu lösen, nicht aber durch endlose Parteizersplitterung und Vorteilshascherei im Parlamentsspiel, Noch mehr ist unsere, die zionistische Aufgabe, heute ein Werk realer schöpferischer Kräfte, Kräfte des Lebens, das äußerste Konzentration und den Verzicht auf das minderwichtige, auf das geringere oder nur persönliche Interesse erfordert. Diese Äufgab| könnte durch eine Art Repräsentativ- Versammlung zwar nicht gelöst, aber doch sehr gefördert werden, wenn von ihr Opferwilligkeit und geistige Impulse ausströmen. Ein Blick jedoch auf die Gruppierung der Assefath Niwcharim zeigt schon, daß wir hier einer fast lächerlichen Parteizersplitterung gegenüberstehen, ln einer verhältnismäßig so kleinen Gemeinschaft bringt keine Gnippe es über sich, um der großen nationalen Aufgaben willen spezielle und höchst partielle Interessen zurückzustellen. Wirklich regierungsfähig ist aber, das beweist das Beispiel Englands, nur ein Parlamentarismus, der trotz aller Differenzierung eine große nationale Gruppierung aufweist. Abgesehen jedoch von diesem allgemeinen Unbehagen einer entarteten: oder vielleicht noch unerzogenen Demokratie, mag die Interesselosigkeit der Wählerschaft noch durch ein zweites Moment zu erklären sein: die Assefath Niwcharim hat heute keine rechten konkreten Aufgaben, sie ist im wesentlichen eine demonstrative Veranstaltung, deren Wert wir nicht herabsctzci» wollen, da auch diese offene Aussprache der Vertreter des Jischuw ein wichtiges Element staatsbürgerlicher Erziehung ist; aber die Ver- Sammlung verfügt über keine Macht und keine Mittel, so daß sie im wesentlichen nur ratgebende Funktionen ausüben kann. Dies empfindet wohl ein Teil der Wählerschaff als ungenügend, da es in der heutigen schwierigen Lage vor allem auf Tate 11 ankommt und auf energischeu Zugriff. Die Assefath Niwcharim jedoch lehnt es sogar ab, die Verwaltung des Schulwesens zu übernehmen, obwohl die Subvention des Keren Hajessod ihr unvermindert nach Budgetbeschluß zugute kommen sollte. Es soll an dieser Stelle nicht entschieden werden, ob die Uebcrnahme des Schulwesens durch den Jischuw wünschenswert wäre, aber vom Standpunkt der Assefath Niwcharim aus müßte sie doch wohl bejaht werden. Dagegen hält man es offenbar für gut, die Assefath Niwcharim als Tribüne für demonstrative politische Reden zu benutzen. Es wird gemeldet, daß eine Rede Ussischkins zu großer Erregung Anlaß gegeben hat, sogar zu offizieller Desavouierung. Wir wollen uns darüber des Urteils enthalten, solange nur kurze telegraphische Berichte vorliegen und nicht klar ist, was Ussischkin eigentlich gesagt hat. Wir fürchten jedoch, daß seine Rede in der Tat ein Akt höchster politischer .Weltfremdheit gewesen ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.