Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 95 (18.11.1924)
- Date
- 1924-11-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Telephon! Bismarck 3165—70. l’osUcheckkontö; Berlin Nr. 17392, . [׳'ilrO.il.o.lth! I’1״lip«rt1.1i.n»mt Wien, Konto Nr. ISS OM / FarTich'cko.lirw.Uii 101l«|)ftrnft1tet1ftm( I r9& Koni״ Mr. 410 / f ür 2*019111 PöeiiptrkfttiCQftml WftfmVtftt! Nr, 190 7fA. — ' RednkUonMcliluO Sonntafl und Mittwoch nachmittag. — ״ ...rw ».*- 1 r u » , . XXIX. jabre• 0n ':rrsrmxszr .6@9tl@r Programm.*• א׳ כפלו׳ חיס״ה /ץי-׳ח^אר־־ן 7׳7r׳r tual ’1'**»aJ j *׳«*.-*i ן*^׳י ז yץ■׳ ä iwiJ L# L1M dCTn^o^ösüccisfcca üec*eSraiosn!g füs• DCC:SCCS2SGKÜaraCu'**«3^nKiG2CBmE5GB• i« ר,7ייס n n. P». H Ph H ״׳ח pikt hm •»־ «•# iy •»* * k»**׳ ־־ k'"«i!4^, ' Tagesordnung: Sonntac, den 28. Dezember 1924. vormittag* 10 Uhr Eröffnungs-Sitzung 1. Ansprache des Vorsitzenden. .יי 2. Begrüßungen. ' . ' ’. :3. Wahl des Büros.. . . , 4. öencralbcricht des Vorsitzenden iib^r die :Arbeit des vergangenen .Jahres. : 5. Aussprache. ׳ Sonntng Abend Aussprache über die Wahlen zuin Preußischen Landesverband. (Nur für Delegierte.) - Montag, dm 29. Dezember 1924 1. Notwendige Reformen der zionistischen ׳WeKorganisaiion. (Der Referent wird noch bekanntgcgcbcri.) 2. Aussprache. - ׳ Montag Nachmittag Paliistina und der deutsche Zionismus. (Der Referent wird noch bekanntgegeben,) Montag Abend Der Chnluz-Gcdanke in der Z.V. f.D. Ref,: Dr. Werner '- : Bloch. . . . . '־ Dienstag, den 80■ Dezember 1924 1. Aussprache. 2. Anträge. 3. Wahlen. . ׳; Die wichtigsten Wihlbesti nunungen: ■I. Alle Ortsgruppen müssen ■neue Mitgliederlisten mit genauen Adressennngafccn spätestens bis rum 1. Dezember. 1024 an das Büro der Z. V. f. D. einsenden. 2. Vor der Annahme der Wahlen müssen die Gruppen die Landesbeiträge an die Z.V.f.D. (Postscheckkonto Berlin 8091) abgeführt haben. 3. Alle Dclegiertenwahlen müssen spätestens bis rum 21. Dezember dem Büro der Z.V.f.D. gemeldet 'werden. Unterkunft und Verpflegung. Es kann damit gerechnet werden, «laß Zimmer voraussichtlich schon von 2 M. an, inkl. ritueller Verpflegung für & M. täglich zu haben sein werden.' — Nähere Mitteilungen hierüber werden noch rechtzeitig veröffentlicht werden. Für die Unterkunft und Verpflegung von Jugendlichen wird in besonders günstiger Weise gesorgt werden. Alle Wünsche bezüglich Wohnung, Verpflegung usw. sind an die Zionistische Ortsgruppe Wiesbaden z. H. von Herrn Rechtsanwalt Dr. Harry, Wiesbaden, Große Burg- Straße 2, unter Beifügung einer Freikarte zu richten. Eintrittskarten. Es werden Eintrittskarten für Zuhörer ausgegeben und zwar für die Eröffnungssitzung . , M. 2,— für■ die folgenden Tage . . , M. 1,— Bestellungen unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages und eines Frcicouvcrts werden schnellstens an die Z. V. f! D. erbe en. pie Zusendung der Karlen wird rechtzeitig nach fcrligstcllung erfolgen. Dclcgicrtcntags-Mandate. Zur Uebcrna'ime von Mandaten von Gruppen, die nicht In d:r Lage sind, c gene Vertreter narb Wiesbaden zu entsenden, haben sich bereit erklärt: Adolf Pollak-Bcrlin, David Hamburger-Frankfurt a. M. Anträge. Antrag des Landesvor&tandes auf Statutenänderung. (Zur Beschlußfassung ZweidriUcImajorität erforderlich): Ergänzung von § 8 des Statutes: Das passive Wahlrecht zum Ockgiericniag, Zentral- Komitee, Lnmlcsvorsland oJer zu sonstigen Aemtern Innerhalb der Z.V. f. D., steht nur solchen Angehörigen der f• V. f. D. zu. die ihre Maasserpflicht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt haben. .100 Chaluzim aas Deutschland Der deutsche Landesverband des ״Hechaluz״ teilt uns mit: ln den nächsten Tagen fahren aus Deutschland 100 G.aluzim nach Palästina. Sie sind von den dortigen Stellen *ür Tnhakarbciten angefordert worden. 65 dieser Chaluzim sind gdcride I and.»!״i er, die übrigen an ,schwere Arbeiten rttt'ö.snte Handwerker und Arbeiter. 81 von den 100 Chaluzim ji'id organisierte Chawerim des deutschen Hcchaluz. Alle '?bin sich verpflichtet, sich für die von.der Histadrut gc-!orderte» Tabakarbeilen zur Verfügung zu stellen und werden 111 gc schlosseren organisierten Gruppen nach Palästina fahren,' *nr dort sofort die Arbeit aufzunebmen. Die üöypaisdic .Krise — Yölkcrbondsrat in Rom — Eine xwcinationalc Arbcikror^anisölion? — Edwin Montogu , RW, Ikrlln, 26. November. Die Vorgänge in Aegypten sind das bei weitem bedcutungsvolislc Ereignis .der letzten Woche. Jedem Leser der englischen Note mußte sofort die überraschendc'Achnlichkeit mit der verhängnisvollen Not« des fjrafen Berchtold an Serbien auffallen, und cs ist kein Wunder, daß ein Teil'der Presse aller Länder diesen Vergleich zieht. Schon diese 'Gedanken-Assoziation aber läßt es begreiflich erscheinen, daß dieser politische Schrill große Beunruhigung und Befürchtungen für die Zukunft hervorgerufen hat. Es Ist lieute noch unmöglich, die Konsequenzen zu übersehen, und man muß nur Hoffen, daß eine Beilegung des akuten Konfliktes, gcfingen wird. Freilich liegt der Konflikt tiefer als der unmittelbare Anlaß erkennen läßt. Die konservative Regierturg hat offenbar das Bedürfnis, gegenüber den auflösenden Tendenzen innerhalb des britischen Weltreichs dembnstrativ eine starke Hand 211 zeigen. Die Schwicrigkeiten des britischen' Imperiums lassen dies begreiflieh erscheinen. Aber trotzdem ist cs höchst Zweifel- Iiaft, ob durch diese.Methode mehr als Augenblickserfolge erzielt werden können. Die britische Geschichte Ist zu voll von lehrreichen Beispielen, daß nationale Bcwcgungen, die einmal ein gewisses Stadium erreicht haben, nichtmehr mit Gewalt zu unterdrücken sind. Die gcrechte Empörung über die Ermordung eines hochstchcnden Repräsentanten des britischen Staates mag die engfische Regierung veranlaßt haben, die Erfahrungen von Irl,and usw. zurückzudrängen. Aber ob England den begonnenen Kampf wirklich mit allen Konsequenzen zu Ende führen will, bleibt noch, abzuwarten. Der ״Daily Herald“, das Blatt der Arbeiterpartei, macht darauf aufmerksam, daß der euglisdie Schrill nicht nur eine Brüskienuig des Völkerbundes bedeutet, sondern gewissermaßen eine Eröffnung de«> Kampfes zwischen England und den Völkern' des'Oripnts, welcher unglückselige folgen .haben muß. , Diese Ereignisse sind für ums von größter Bedeutung, da die Lage in Aegypten nicht ohne Einfluß auf Pafast in 3 bleiben kann. Die Freunde einer ״Politik der starken Hand“, die cs auch in unserer! Reihen gibt, werden vielleicht Genugtuung darüber empfinden, daß England durch diesen Konflikt dazu gebracht werden muß, den Wert Palästinas für die Verteidigung des Suez-Kanals höher cinzuscMtz.cn. Auch wird man sich aus ähnlichen Geilankengängen heraus eine Einschüchtenmg der palästinensischen Araber, die bisher mit Eng-!and spielen zu können glaubten, versprechen. Unserer Meinung nach wäre cs. jedoch verfehlt, diese Momente höher zu stellen als die Gefahr, daß durch das Vorgehen Englands die unterirdische ' revolutionäre Strömung im ganzen Orient und die Solidarität der arabischen und islamischen Welt sehr gestärkt werden wird. Durch Unterdrückung ist eine .nationale Befreiungsbewegung noch niemals vernichtet worden. England hat das verstanden, und es hat sowohl Zaghlul als auch Gandhi nach kurzer Zeit aus dem Gefängnis befreit Es wollte keine Märtyrer machen. Wir glauben, daß auch diesmal England, nachdem sich die Wogen der gerechten Erregung gelegt haben, 'zu seiner alten Methode zurückkebren wird. Aus der Note Chainbcrlains wird wahrscheinlich kein Weltkrieg entstehen, denn die objektiven Verhältnisse liegen .mders als vor zehn Jahren; aber das Problem eines Ausgleichs mit der ׳ erwachenden orientalischen Welt wird Europa noch lange in Atem halten. Es ist ein Problem, das vor allem mit geistigen Waffen gelöst werden muß. Vielleicht wird die Geschichte cs fügen, daß wir Juden an der Lösung dieses schwierigsten und fundamentalen Problems des nächsten Jahrhunderts, das die Welt in Brand zu stecken geeignet ist, nach unseren bescheidenen Kräften etwas mitwlrkcn. Der Wille und die geistige Haftung dazu müßten jedenfalls schon heute bei uns vorhanden sein, ־ t Die Tagesordnung des Völkerbundrates, der am 8. Dezember ln Rom, Zusammentritt, ist noch nicht veröffentlicht. Eine Anzahl der bedeutendsten Probleme dürfte die Sitzung beschäftigen, wie׳ Genfer Protokoll, Abrüstungskonferenz,: vielleicht auch — wenigstens inoffiziell — der ägyptische Zwischenfall. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß auch die p.alästinafrngc zur Erörtcrung gelangen wird.’ Unsere Gegner sind eifrig' am Werke, um gegen die völkerrechtlich festgelcglen Be- Stimmungen des Mandates einen Angriff zu führen. Eine ׳ italienisch-katholische Körperschaft, deren Legitimation nicht klar ist, entfaltet in der letzten ׳ Zeit eine sehr energische antlzionistischc Tätigkeit, und auch der lateinischc Patriarch von Jerusalem, Monsignore Barlassim) beabsichtigt, wie wir an anderer Stelle melden, zu der Konferenz nach Rom zu fahren. Die katholische Kampngne gegen den Zionismus, die cs nicht einmal verschmäht, sich so lächerlicher Argumente wie der angeb־ liehen Beleidigung der Christenheit durch den dummen Witz eines Feuilleton-Redakteurs des ״Doar Hnjom“ zu bedienen, arbeitet bekanntlich mit Argarmenten, deren Wahrheitstreue der christlichen Gesinnung ihrer Ver* breiter nicht gerade Ehre •macht. Ob diese beharrliche Agitation direkte politische, Früchte zeitigt, ist schwer zu beurteilen. Doch ist immerhin zu befürchten,.daß ge* wisse katholische Staatsmänner davon nicht unhccinflußt bleiben. Von besonderer Wichtigkeit ist die Stellung! Italiens und cs wäre zweifellos — gerade auch mit Rücksicht auf die Konstellation in der ägyptischen Frage. — von großem Nachteil, wenn etwa der italienische Ver* treter dem Standpunkt der genannten katholischen Gruppe entgegenkommen wollte. Auf diese Gefahren weist Sc* nator Dr. Ringel in seinem Aufsatz, den wir in der heutigen Nummer zu veröffentlichen das Vergnügen haben, mit Recht hin. Die von Ringel geforderte poll* tische Arbeit, die bisher nur in ganz geringem Umfang und jedenfalls ohne System geführt wurde, ist sicherlich eine Notwendigkeit. Wir begrüßen cs darum auch mit besonderer Genugtuung, daß die zionistische Exekutive beschlossen hat, ein Büro in Genf clnzurichten, mit dessen Leitung wohl kaum eine geeignetere Persönlich* keit betraut werden konnte, als der den Lesern unserer Zeitung wohlbekannte Dr. Viktor Jacobson. Wir hoffen, daß mit der Schaffung dieses Büros der Anfang; einer systematischen Arbeit gemacht ist, denn wir können mls nicht darauf verlassen, daß Dr. Weizsnann oder ein anderer zionistischer Führer immer im letzten Moment mit Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit die politisch^ Wirkung ersetzt, die variier durch systematische Arbeit erzielt Werden sollte. Dr. Weizntann begibt sich gleich« falls nach Rom, vielleicht auch noch andere politische Repräsentanten des Zionismus. Wir müssen hoffen, daß cs gelingen wird, bei maßgebenden Personen den pein* liehen Eindruck gutrumachcn, den der auffallend kühle Bericht der Mandatskommission erzeugt hat. Dieset Bericht, mit dem wir uns schon auseinandergesetzt haben, läßt zweifellos die Grundsätze einer fairen Befrach* fungsweise vermissen. Das kurze, sachlich nicht be* gründete Urteil über die Disqualifikation unserer Ein* Wanderer für manuelle Arbeit deutet darauf hin, daß der Verfasser des Berichtes nicht frei war von unterirdl* sehen tendenziösen Einflüssen, denn weder aus dem vor* gelegten Bericht der englischen Administration, noch aus den genauen mündlichen Angaben des High Com* missioners Herbert Samuel, am allerwenigsten aus dem mit Ziffern belegten Bericht der Jewish Agency konnte der Berichterstatter auch nur den leisesten Anhaltspunkt für eine derartige Einschätzung gewinnen, wenn er n'cht gemachte Angaben durch. Weglassung des Nachsatzes geradezu in ihr logisches Gegenteil verkehren wollte. Da aber die Kommission keineswegs die Möglichkeit: eines Lokal-Augenscheines hatte, so ist es ein Rätsel, woher sie ihre Unterlagen geschöpft hat. Es wird wohl notwendig sein, diese Frage zu untersuchen. Jedenfalls aber wird es ein nunmehr für die ganze zionistische Welt verständliches Postulat sein, daß die politische Arbeit des Zionismus nicht auf Besuche im Colonial Offi;e be* schränkt bleiben kau». Der Mangel an Mitteln und Kräften mag zu die>ent Zustand geführt haben. Daß er nicht weiter besteht, ist eine Lebensfrage für uns. Der — an anderer Stelle gemeldete — Vorschlag der palästinensischen Eiscnbahnergcwerkscbaft an die Allgemeine - Arbeiterorganisation, das Wort ״jüdisch“ aus ihrem Namen zu streichen, bringt eine Frage ins Roßen, die keineswegs bloß die Arbeiterschaft interessiert, sottdem von grpßcr allgemeiner Bedeutung ist. Bekanntlich ist die Arbeiterorganisation so nufgebaut, daß sic In einzclne nach Gewerbsgattungen cingetciUc Unterverbände gewerkschaftlicher Art zerfällt, z. B. landwirtschaftlicher Arbeiterverband, Bauarbeiterverband, Eisenbahnerverband usw. Von allen diesen Gruppen hat lediglich der Eisenbahnerverband bisher eine Reibe arabischer Mitglieder.. Das liegt -daran, daß der Großteil der ara* bischen Arbeiter anderer Kategorien noch nicht die Intclligenzstufe erreicht hat, die die Voraussetzung einer gewerkschaftlichen Organisierung bi’det. Die Frage der gemeinsamen .Organisierung der Arbeiter beider Natbnaii* täten ist schon mehrfach in Palästina zur Diskussion gestellt worden, jedoch hat sich die jüdisch« ArbcUer*