Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 94 (25.11.1924)
- Date
- 1924-11-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sc'le 074 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr, 04 Dculrchlnixli Studium. Manchester, als Tcxiilplat/, die Schwei/, als Zentrum der grollten Uhrenum'] Schokoladenfabriken, Aegypten, als Platz der Zigarettenfabriken etc. sind Beweise dafür, daß iiuhisii'ien i;1 Ländern geschaffen werdet), obwohl die Rollst.'»!((• von draußen lioranicn. Holland ist nicht ‘das Land der Di,1m,inten geworden, weil sic in Holland wachsen, sonder:; durch eine־ Reil;.־ von Ursachen, teils historische», teils zufälligen, :lieht /um wenigsten durch Zielbewußtsein. Es gibt jetzt in II,oll,and die besten Schleifer der Welt, Juden sind häutig dabei beschäftigt. Weshalb können wir mit der Zeit nicht etwas Achnlichcs schaffen? Man spricht von einer Entwicklung der Industrie, von einer organischen Entwicklung. 0,111/ schön. Aber wenn sich etwas entwickeln soll, müssen wir' die Keime dazu geben, müssen wir die Dinge doch stuJicrcn, müssen wir die großen Perspektiven doch begreifen, die mit einer solchen Sache verhiiiuiets sind. Mit einem Worte; wir müssen eine Industrie- Ideologie haben, müssen auf diesem Gebiete ,arbeiten, dann werden wir schöne Erfolge verzeichnen können. & gibt in Palästina viele, sehr viele Artikel, die in Industriell verwandelt werden können, die auf unseren Zauberstah warten. Wir haben bis jetzt nicht:׳, dafür getan, nicht einmal eins von diesen Dingen begonnen. Wir haben nicht vor! unseren Nachbars!.idten gelernt, trotz unserer guten Köpfe. Es mag genügen, als Beispiel dafür den Libanon anruführeii. Libanon hat eine große Scidcnindustric geschaffen. Wir haben bis jetzt nach dreißig Jahren noch nicht einmal die Seidenraupen aufgezogen. Wir haben sie Jahre hindurch gespeist und sic sind verhungert. Das ist auch ein Resultat des Mangels an Industrie-Ideologie. Wir hah.cn trotz unserer mediziuischcn Fähigkeiten nichts aus unseren Kräutern gemacht; wir haben sie nicht einmal studiert, obwohl sogar schon in der Bibel auf den Reichtum an Kräutern in Palästina hingewiesen wird. Warum ist das vernachlässigt worden? Wiederum aus ,Mangel au Industrie-Ideologie. Es ist natürlich nicht meine Aufgabe, hier alles nachm• rechnen und ich hin überzeugt, daß Pedanten und Krittler gleich finden werden, daß dieser oder jener Punkt für unser Land nicht mit den angeführten Ländern über,־instimmt und sie werden triumphierend sagen: Nicht wissenschaftlich! Ich schreibe hier aber nicht, um als Wissenschaftler zu paradieren. Ich weiß nur eins und darum geht cs: daß wir die Wissenschaft nicht benutzt haben, um unser Land zu studieren und alle Möglichkeiten zu erforschen, daß wir nicht unsere Techniker, unsere Wissenschaftler, unsere Aufbaucr gerufen haben, daß sic studieren sollen. AiK^lt dessen gelten wir herum, ringen die Hände und sagen, ״cs ist ein armes Land, ein kleines Land, ׳nicht viel daraus zu machen“ und wollen doch unter solchen Umständen Begeisterung unter den Juden wecken und ein JUdenheim bauen. Meine Forderung geht deshalb dahin, daß wir unsere Grenzen ausbreiten und sie basieren sollen auf dem Verständnis der Logik unserer tragischen Zeit. Wie es jetzt ist, sind wir in der Enge, stehen vor einer eisernen Wand und die Ruhe in der Bewegung kann nicht einmal ein Herz, das sich nach Erfüllung sehnt, befriedigen. Hier aber sind Losungen gegeben, die sich in der Hand von Wissenschaft, Studium, Untersuchung und Einschließung aller fruchtbaren und denkenden Elemente unseres Volkes, beschwingt von der großen Not unserer Massen, vor denen die ganze Welt jetzt Tür und Tor geschlossen hat, zu einem positiven Programm auswachscn und die uns endlich in das Freie führen und uns Freiheit in dem Lande geben können. ßse neue Palästina ־ Crganisslfoa In Berlin hat, wie die Jta meldet, am 10. November abends «ine Versammlung stattgefunden, in der die Gründung einer .Organisation für die Besiedelung Palästinas beschlossen Wurde. Die Redner des Abends waren Rabbiner Dr. Wilhelm I-evy, Rabbiner Dr. Esra Munk, sowie Herr Davis Trietsch, der das kolonisatorische Programm der neue 11 Organisation entwickelte. Der Vorsitzende, Herr Isak Haiper n, führte i:1 seiner Eröffnungsrede aus, cs sei hier ein neutraler B״dc!1 geschaffen, auf dem Angehörige der verschiedensten Parteien und Auffassungen im Judentum zusammcnarhciteii konnten, um der Palästina-Bewegung einen Jreuon Anstoß zu gehen. Das Programm der Gesellschaft geht dahin, jedem — auch dem Aermsten — eine Chance für die Ansiedlung in Ercz-'srucI zu geben. Beider Zuweisung von Land wird auf die alte jüdische Form des Loses zurückgegriffen. Dic^Organisation heißt demgemäß ״Nachlath GoriTA!Wöchentliche Zahlungen von 1, 3, 5, 10 Mark oder mehr be- Tcchligcn zur Mitgliedschaft Das Los bestimmt mir die Reihenfolge, in der jeder zu einer Heimstätte in Palästina gelangen soll Die Heimstätten haben einen Wert von 300 engl. Pfunst und umfassen Bauplatz (Haus, nebst vorbereitetem Ifa11R״artc11, Boden für Milchwirtschaft, Geflügelzucht u. dgl), 1Außerdem sorgt die Organisation für die erforderlichen all• gemeinen Einrichtungen sozialer und wirtschaftlicher Art. PalasS'ma-ZißarcSlcn in Amerika Wir haben seinerzeit berichtet, daß zwecks Förderung des palästinensischen Tabakbaues außer den Fabriken in Palästina auch in Amerika eine Fabrik gegründet werden soll, di» aus Palästina importierten Tabak zu Zigaretten verarbeiten wird. An der Spitze dieses Unternehmens steht der hekannte Berliner Tabaksindnstricllc Lu bl in er, Gencraldirck• tor der Mal-Kah-Zigarettenfabrik. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, sauf die Maschinen für diese Fabrik in 1Amerika aus Deutschland bereits nach New York versandt worden. Auch die Maschinen für die ebenfalls von Herrn ׳Lublincr in Tc 1 - A w i w errichtete Fabrik sind bereits abgegangen, Für den. Konsum in Zcntraleuropa soll eine Zißarcttcnnicdcrlage in Berlin errichtet werden, evtl, soll auch noch in Danzig eine weitere Fabrik für die Verarbeitung palästinensischer Tabake gegründet werden. Die Wirlscuailslsjje der Juden 111 Osteuropa Die ״Gesellschaft für jüdische Emigration und Kolon!• fation“ veranstaltet eine Vortragsreihe über die akuten jüdischen Probleme. Im Rahmen dieses Zyklus sprach vor einigen Tagen der bekannte jüdische Statistiker Herr Jacob Lcs * 7-ynski vor einer Zuhörerschalt, die sich aus den־ mar- Kan testen Vertretern der jüdischen Intelligenz in Berlin zu- Sammensetzte, über die Wirtschaftslage der Juden in Osteurop.1, au der Hand von statistischen Belegen, leszyn&ki sicht die Haupttragfklie des Judentums darin, daß seine ökonomischen Interessen in einen scharfen Gegensatz zu den sozialökonomischen Bedürfnissen in den osteuropäischen Ländern geraten sind. In allen diesen ländern ist in der Nachkricgs- Seit «Iris Bauerntum die tonamrebendc wirtschaftliche Macht ge wo!den. Es diktiert die Wirtschaftspolitik dieser Länder Und hemmt ziclbcwußt die Entwicklung der Industrien; diese Die Herren Dr. V/cismamn und Dr. Fastwol haben ihre Teilnahme bestimmt, zugesagt. Die wicht 'guten Wfihlbcstimmuugcii: 1. Allo Ortsgruppen nnmen neue Mitgliederlisten mit genauen Adressen ־ Angaben spätestens bk »um 1. Dc2 0r״bor 1524 an das Büro der Z. V. f. D. ein• gesandt haben. 2. Vor dar Vornahme der Wahlen müssen die Gruppen die Landcr.heiträge an die Z. V. f. P. (Postscheckkonto Berlin 8091) abgeführt haben. 3. Alle Delcgicrtenwahlcn müssen spätestens bis zum 21. Dezember dem Büro der Z.V.f.D. gemeldet werden. Es werden EintrlLielcartoa für Zuhörer ausgegeben und zwar für die Eröffnungssitzung & Mk. 2.־— für dio folgenden Tage h Mit. 1.— Bestellungen werden schnellstens an dio Z.V.f. D. erbeten. Zur Übernahme von Boleglortcxif * Mandaten haben sieb bereit erklärt: Adolf Poltak - Berlin» David Hamburger-Frankfurt a. M. Alle Wünsche bczügl. Unterkunft, Verpflegung־ usw. sind an die Zionistische Ortsgruppe Wiesbaden z. H, v. Herrn Kc;:E2fisociAvc,34 D2*« Häe»s*s17״ XTJ2cs2>acSQS3t CrcEe CörrjstraQa 3 zu richten. ilnfrag fc% tänteorstsnilci au? StafoMäntag, (Zur Beschlußfassung Zweidriüelraajorltat erforderlich); ErgEnrung von § 8 dos Statutes! Das passive Wahlrecht zum Delegicrtentag, Zentralkomitce, Landesvorstand oder xu sonstigen Aemtern innerhalb der Z.V.f.D., steht nur solchen Angehörigen der Z. V. f. D. zu, die ihre Masscrpflicht gegenüber dem Keren Kajessod erfüllt haben. lieben nur die Aufgabe, den Inland?markt zu befriedigen. Die Kaufkraft sinkt, die Industricbevölkciung wandert zur Agrarwirtschaft ah. All das hat die ökonomische Basis der jüdischen Bevölkerung stark eingeengt, die vermittierischen Funktionen zwischen Stadt und Dorf, zwischen innerem und ircmdcni Markt sind entbehrlich geworden. In Lettland z. B. haben sich im Jahre IS37 nur •13 «'0 «Icr Bevölkerung mit Agrarwirtschaft beschäftigt, 1920 schon 80 0/0. Jm Jahre 1807 waren in der Industrie 2t «,0׳ der Gesamtbevölkening tätig, im Jahre 1920 nur 7 «>• Das hat auf der anderen Seite zur Felge, daß von der jüdischen Bevölkerung im ׳ Jahre 1297 35 <Y,1 «lein Handel oblagen, im Jahre 1920 schon 5-1 «/<>. Das Beispiel Lettlands gilt für die anderen osteuropäischen Staaten. In Rußland sind mehr 013 CO״;״ der jüdischen Bevölkerung im kleinen Handel tätig. Lcs/ynski stellt einen katastrophalen wirtschaftlichen Zusammenbrurh der russischen Judcnlielt fest. Die arbeitslosen jüdischen Fabrikarbeiter gehen zu sogenannter ״RttibcnarbcU" über. Die jüdische Arbeiterjugend findet keine Arbeitsgelegen• heit. Das osteuropäische Judentum fst in seiner sozialen Entwicklung um drei bis vier Jahrzehnte zurückgeworfen worden. Das Referat Leszyuskis hintcrlicß einen starken Eindruck auf die Zuhörer. KonardJ der jüdischen Jagend Italiens Livorno. (J. T. A.) Dieser Tage wurde hier eine ge• meins.ame Konferenz der jüdischen Jugend vereine und der jüdischen Kulturorganisationcn in Italien abgebaltcn. Es wurde ein Brief Prof. Weizmanns verlesen und mit großem Beifall aufgeiiornmcii. Darauf winde die ״Hatikwah“ gesungen. Die italienischen jüdischen״ Gemeinden batten Verfreier geschickt. Anwesend waren der Präsident der Vereinigung der jüdischen Gemeinden Italiens und mehrere Ober• rabbir.er aus den wichtigsten Städten. Es wurde ein Huldigungstclcgramm an den König gesandt. Nach den Dislaissioneu über das Schulwesen wurde ein Telegramm an den Untcrrichtsininister gesandt, in welchem seine Aufmerksamkeil auf die geistigen Bedürfnisse der jüdischen Schuljugend ״denkt wurde, sowie darauf, daß die heutige Schule mehr denn je von katholischem Geiste durchtränkt Ist. Das Juihlslisclic faclitat Der Oberrabbiner von England Dr. J. H. Hertz, der Oberrabbi 11er von Frankreich Israel Levi und der Oberrabbincr von Wien Prof. Dr. Ch .1 j e8, werden sich im kommenden Frühjahr gemeinsam nach Palästina begeben, um der Eröffnung des InstiUitcs für Jüdische Studien an der Je• rusalcmer hebräischen Universität beizitwohnen. Das Komitee des Instituts setzt sielt aus 20 Mitgliedern zusammen; fünf sind aus England, fünf aus Amerika, fünf aus Frankreich und fünf aus Deutschland und Oesterreich. PnüisSinardse polnischer Psrlamcsfarier Warschau. (J. T. A.) Eine Anzahl Mitglieder des pol- .,,:,dien Sejms und Senats, Juden und N i c 111 i 11 d c n , wird im kommenden Frühjahr eine Reise nach Palästina unternehmen, um die Entwicklung der jüdischen Kolonisation zu studieren und die Möglichkeiten einer Einwanderung aus Polen nach Palästina zu prüfen. Herr Dr. Alfred Landsberg ist vor vierzehn Tagen von seiner Paläslinarcibc zurückgekelirt und hat die Leitung der Geschäfte der Z.V.f.D, wieder übernommen. Ein Jüdischer Ute! von Groß-New York New York. (J. T. A.) In Groß-Ntw York haben sie!, am 17. November Vcrtreler von 20;) jüdischen Organisationen die dem Amerikanir.ch-Ju lisjhen KaigrcB angehören, m einet Konferenz ztis.inunengehmdrn, in welcher besah!״*,:,a! wurde einen New Yorker Zweig des Amerika 11 Kch-Ju.li־.::hm IConi grosses in der l-'orin eines'jüdischen Rates von ‘Groß-NtwYork zu blgdcn. Man beriet auf der Konferenz ferner, über das Problem der Einwanderung; von Flüchtlingen, über die Tätig, keit der Ku-Klux-Klan, sowie über Maßnahmen gegen den Antisemitismus. Ferner stand auf dem Programm: Die Verfolgung der Zionisten und der jüdischen Religion in S o w j r t R u ß I a n d , die Tätigkeit des Joint Distribution Committee in Verbindung mit dem Problem der Ansiedlung von Jude« in der Krim, sowie die Frage eines jüdisch-nationalen Gcmoiiischaftsfondi in den Vereinigten Staaten. Der Präsident des Amerikanisch-Iüdischcn Kongresses, Dr. Stephen S. W i s c, sowie der Vize-Präsident Joscplj Baron des« nahmen nn den Beratungen teil und hielten Referate. Fs wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die Verfolgung des Zionismus und der jüdischen Re. ligion in Rußland protestiert wird. D2s Zwingssonnlagsraltegcscte in Wasen Kowno. (]■ T. A.) In der Sitzung des litauischen Sejm vom 13. November wurde das Gesetz über die Sonntagsruhe in dritter Lesung angenommen, so daß das Gesetz nunmehr in Kraft ist. Laut diesem Gesetz ist an den Sonntagen und christlichen Feiertagen jede Art Handel und Gewerbe streng verboten. Nur i n bezug auf den Unterschied in jüdischen Schulen an den Sonntagen wurde eine Erleichterung gewährt. Die fuden Litauens sind genötigt, nunmehr zwei Tage in der Woche zu feiern. Wie nachträglich gemeldet wird, hat die jüdische Protestaktion gegen das Sonntagsruhegesetz, das atn Tage vorher in allen litauischen Städten stattgefunden hat, einen ungemein eindrucksvollen Verlauf genommen. In allen Synagogen wurden Ar,da«htc11 abirefialien. Sämtliche Gcschäftslckalc waren geschlossen. Die Polizei iiatic volle Bereitschaft. Oegen mehrere jüdische Kaufleute wurde von der Polizei in Ver• Bindung mit der Protestaktion eine Untersuchung eingeleite•». Auch ln der Redaktion der Kownoer Tageszeitung ״)Wische Stimme“ Wurde eine Untersuchung durchgetührt. Ais der!üiiscften Well Einstein lihrcnpriishlant des Wcltvcrbandes jüdischer Studenten. Prof. Dr. Albert Einstein hat dem Ansuchen der Exekutive des Wcltvcrbandes der jüdische Sntudenten• Schaft, die Stelle des Ehrenpräsidenten des Wcltvcrbandes zu übernehmen, zsigestimini. Eine Reihe von prominenten Persönlichkeiten des Judentums wird nunmehr um den Ein• tritt in das Ehrenpräsidium ersucht werden. Ueberführung Schcinklns nach Palästina. Am 12. No. vember sind in New York die sterblichen Ueberreste des in Chicago so tragisch verunglückten N. Schcinkin nach Palästina verschifft worden. Reise David Browns nach Palästina. Mr. David Brown der erfolgreiche Leiter der Joint-Aklkmcn wie auch der vorjährigen Keren Hnjessed-Kampagne in Amerika, der bevvährteste Drive-Fachmann in Amerika, soll sich laut ״Doar Hajom“ dieser Tage wiederum nach Palästina begehen, um diedortigen Verhältnisse erneut zu studieren und nach neuen Möglichkeiten Ausschau zu halten. Eröffnung einer Handelsschule in Jerusalem. Auf Orund der Privatinitiative des Herrn S. Schur wurde mit Hilfe und unter Aufsicht des Erziehungs-Departements der Zio■ nistischcn Organisation eine Handelsschule in Jerusalem er• öffnet. In die erste Klasse haben s eh 65 Schäfer «itige• schrieben, so daß von Anfang an zwei Parallelklassen eröffnet werden mußten. Die Palästina-Siedlung der polnischen Juden. Anfang November ist Herr Freud, einer der Führer der Warschaus! Zionisten, in Palästina ein getroffen, wo er zwei Monate zu bleiben gedenkt, uni dort als besonderer Abgesandter de! Juden in Polen zusammen mit Herrn Tennenbaum die Vorbereitungen für die Erbauung einer neuen Siedlung auf dem Boden Dschcbclia, südlich von Jaffa, der 500 jüdischen Familien aus Polen ■und der Vereinigung Bajit w’gan in Jaffa gehört, in die Wege zu leiten. Die Anstellung der Saloniklcr Fischer. Wie der .,Doar Hajern“ berichtet, bat die zionistische Exekutive den T.ikziw (Budget) für die Anuedlung der Fischer aus Saloniki in Palästina bewilligt. Die Zionistische Organisation in Saloniki sei telegraphisch ersuch; worden, für die Ucbcrsiedlung der Fischer — cs bandelt sieh hierbei vorläufig um ungefähr 15 Familien — nach Palästina Sorge zu tragen. Eine aufsehenerregende Ausgrabung in Palästina. Der Mitarbeiter Professor Maealisters bei den Ausgrabungen in Palästina, Rabbiner I. Garrow Duncan, hat, als er die Ausgrabungen bei der Davidstadt am Berge Opliel fortsetzte, einen ״salomonischen Turm“ von •10 ruß Hö!1e_ent* deckt. Der Turm, der zwei Bastionen hat, gewährt einen überraschend schönen Anblick. Er ist mit Plastiken im davidischen Siii verziert. Die Entdeckung hat in ganz Palästina großes Aufsehen erregt. Touristen aus allen Teilen Palästinas eilen herbei, um den Turm m betrachten. Die Regierung hat sofort Maßnahmen ergriffen, den Turm als nationales Denkmal zu erhalten. Pa!S:»H3a*Stc;Iteardse Der Verband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas in Wien beabsichtigt im Februar 1925 eine Studienreise nach Palästina durchzuführen. An der Reise sollen außer Ingenieuren, Architekten und Chemikern, auch jene industriellen und kaufmännischen Kreise tcilnehmon, welche an dem Aufbau der jüdischen Heimat Interesse haben und die Gelegenheit benützen wollen, un1 neue Verbindungen im Orient aiuuknünfcn. Diese Gelegen• heit wird um so günstiger sein, als außerhalb des offizielle« Programms auch für genügend freie Zeit Vorsorge getroffen wird. An der Reise nimmt ein genauer Kenner des Landes teil, welcher seit011 während der Seefahrt aufklärendc Vortrüge über Land und Leute halten wird. Die Tcilnclimcrzabl wird im Minimum 30 Personen be• tragen und wird nicht höher sein als im Maximum 60 Per• sonen, um jedem Teilnehmer die volle Möglichkeit '״סי Besichtigungen zu gewähret!. Die Reise wird im wesentlichen in Palästina in! Automobil zurückgclegt. fn erster Linie können nur jene Anmeldungen berücksichfigt wenden, welche bei der Reiscleitung bis Ende Nö־ vember schriftlich cinlaufcn. Alle .™gemeldeten Personen erhalten von dieser weiter genaue Informationen. Anmeldungen _ gehen schriftlich an: Architekt Ing• H. SobeUohn» »Wien, 111, Rechte Bahngasse 12.