Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 88 (4.11.1924)
- Date
- 1924-11-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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m12k n״״n1srn r— 0 U./J ■!׳.י ך fpgg 3ד«35״ו Rcdnkllon und Verlag W J5, MclnckealraOa 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag, Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark. Vierteljährlich 5,25 Goldmark. Aual*n<i»abom!ec1n1t■ *•rden In der WUirmitf dar •iezalnna Ltader betacltnal. Numnicr 88 | Berlin! 4. XI. 1924 ftKmanBEBtt׳s^:3:^׳ns3KKz£׳zfarrEa׳zi. 7^zr■ ^.דד.1«יי«יזי«ד־5רמעגמ5ד: Par Zionismus arsirebt für des JUdlsch« Volk dlo ד־־ r.:ך r ■־־־ ־■n r ר־ r~1 r־~\ n 1-v /—־ i;; ...יי»»;!,!,{ f! : \ : j J \ f ' V; I ' . u :;! 1 ■ ■, j : 1 ־' .[’■ 1 1 ' 1 ך׳ i Ifi d i J '׳׳ 3 -י' I. J V a,.J Anzet ilca-Vcnvaltunfi: Jüdische Rundschau G. m. b, I!,, Berlin W15, MclnekestraOo 10, — Telephon! Amt Bismarck 7165—70 An**! ßtnprai* 1 ftg*1nAlt,N6npf 0,30Goldm«rlu KMI•«״ {*••urh• 0.15 Goldmtrk« i ür hcHrIl*ohe Anroljfan \QQ% Aufschlag. AnrtijjcnaclilufJi J) I * n 11 * v׳ und F r i t •t aarhmill»^ 4 Uhr, Schaflun«! einer ÜÜcntllch י• rechtlich cosleliarlen llelmstütlo / w Iclcphon! Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für 0(.Urtel׳■],lro«l«p1tk»״CT.ml Wien, Konto Nr.IMOM / FllrTוe)mhnזוow•lו•iו I0illp.rk.11en.ini Erl*, Konto Nr. 59 410 / Ftlr Pot««•. P0«t.p״k1״«B״nt W.fttluu Nr, |7«׳M, ~ RedaktionssehluB Sonntag und Mittwocli nachmlttatf. '«dK]fe:״״,T*TrT,3r'״I ״IS2“ ITT ז׳ מרחשון׳ תרס״ה sKcsrs*rx®5raB*asser In Palästina. XXIX. Jahre. nBea&tacssssnssaai!,Basaler Programm•** Vor dem WaMea zwirn Le5ndIcove1־IpG1n1d Das Echo der Centralvercins ״?arole Die jüdische Ocffcntlichkcit Deutschlands beginnt sich in ntnchinendcn Mn Oe mit den Wahle» /um preußischen Landesverband der Jüdischen Oenieindcn 711 beschäftigen, Im Mihclpunkt des Interesses stellt die K a nt p f p a r o 1 c des Ccnt rn 1 v e rc i!1 8 gegen die Zionisten. ln weitesten Kreisen der deutschen Jmicnheit scheint cs Unverstandlieh zu sein, daß der Centralvcrcin den scp.iristisdicn ParteifanatismiR soweit getrieben hat, gerade in diesem Moment eine derartige Herausforderung eines bedeutenden Teiles des deutschen Judentums zu unternehmen. Auch innerhalb des Centralvercuins wächst nach vorliegenden Berichten der Unwillc und die Unzufriedenheit mit diesem Diktat der Berliner Leitung. Die Centralvcrcinlcr aus der Provinz wissen wahrschciniich viel besser als die Herren am grünen Tisch im Berliner Büro, daß die Zionisten einen wesentlichen Bestandteil des deutschen Judentums bilden und ihre Mitarbeit in allen allgemeinen jüdischen Angelegenheiten höchst wiinschenswert ist. Ehen tobt der Wahlkampf für Reichstag und Landtag, »ml wie immer in solchen Zeiten überschwemmt eine 5 c b tu u t 7 w c 11 c d e s A n t i s e in i t i s m u s das ganze Land. Der Antisemitismus macht keinen Unterschied zwischen Juden mul Juden. Ihm gegenüber wäre jüdische Solidarität das Selbstverständliche. Der Versuch, dem AntLcmidsimis gewissermaßen einen Teil des Judentums als Opfer hinzuwcrlcu, indem mnn sich selbst zwar als vaierlamlstrcue ״deutsche Juden“, die Zionisten aber als eine Art Vertätet• hc/eichnef, wird nicht gelingen. Der Antisemitismus wird sich zwar der ihm von jüdischer Seite gelieferten Argumente gern bedienen, sowie ja die Dcutschnationalcn am liehst«) die Schriften des Herrn Naumann zitieren, aber er wird in der Anwendung keinen Unterschied machen, und der Hieb wird auf die ״deutschen Juden“, von denen er an;geht, zurück־fallen. Noch niemals hat sich die Methode der Bekiuitpfting des Antisemitismus durch Preisgabe eines Teiles der Juden, seien es nun die Ostjuden oder die Zionisten oder sonst jemand, bewährt. Denn ob die Centralvcrcinlcr wollen oder nicht, das Judentum ist eine Einheit, und wenn schon leider nicht eine Einheit des Fuhlens, so doch eine Einheit des Schicksals, besonders für seine Feinde. Die einzige wimligc Art der Bekämpfung des Antiscmiti.Mnu* ist das aufrechte Bekenntnis zur jüdischen Eigenart, die allerdings die deutschen Juden von ihren deutschen. Mitbürgern unterscheidet, sie darum aber nicht deklassiert. Wir erklären offen, und jeder ehrliche Deutsche wird cs \vrsichen, daß sich aus unserer jüdischen Eigenart Verpfiiehtungen gegenüber dem Judentum und jüdische Smidcriutcressen ergeben, die keineswegs mit unseren Pflichten gegen• über dem Staat kollidieren, aber uns doqh eine eigene Sphäre jüdischer Betätigung schaffen. Durch eine öffentliche Diskiissiou unserer jüdischen Probleme, durch den Versuch der Wiederherstellung eines lebendigen Judentums, daß sich in seinem nationalen Zentrum vor den Augen der ganzen Welt produktiv entfaltet, wird das Judentum das Spukhafte vorbereu, das cs heute in den Augen vieler Nichtjudcu hat. Der Zionismus hat als eine der größten Neuerungen die Oeffentlichkdt des jüdischen Lebens geschaffen. I>ic Zionisten- Kongresse sind jedermann zugänglich, Palästina wird von allen Christen besucht, und jeder anständige Nichtjudc wird Achtung empfinden müssen vor dem Versuch, das eigene V-olk aus dein Sumpf zu ziehen, Ein Beispiel dafür war der Deutsche Vt'olfpaug Schumann, der im ״Kunstwart“ über seine Eindrücke vom Zinnislenkongrefl berichtete. Aber auch Centralvcrcin und ״Liberales Judentum“ ent• pfiiidcu ja deutlich, daß die gegenwärtige jüdische Lage unhaltbar ist und eine Belebung des Judentums nottut. in ,einer Versammlung ln Dresden, in der auch Gesinnung?.• genossen der Wahlparole des Centralvcrcin■■? sehr wirk• *•un cntgcgentrafcn, sagte der Vorsitzende des C. V., Herr JtKfitzrat ßroduitz, cs müsse jeder ״nachdenkcn“, wie «r seinen Kindern jüdisches Leben geben könne. Wir begrüßen dieses Nachdenken, denn wir wissen, weh in cs führen muß, wenn es wirklich vorausscfzungsloscs ehrliches Nachdenken ist. Bei der Hauptversammlung der ״Vereinigung für das liberale Judentum“, die vorigen Sonntag in Berlin slattfaud, *fand im Mittelpunkt des Interesses das Problem der lieber- Windung des 111 d i f f c r c n t i s m 1! s. Es ist die Tragik des Liberalismus, daß seine Anhänger wahrscheinlich zu neunzig Prozent zu den Indifferenten gehören, die sich deswegen de») Liberalismus anschlicßcn, weil er am wenigsten Pflichten und Unbee|11emlicl1k־citcn aufcrlcgt lind das Verbergen eie; Judentums erleichtert. Wir wissen, daß dies nicht im Wesen de•; Liberalismus liegt. Wir haben vor den wirklich religiösen Wortführern de״. Liberalismus nicht nur den Res!>ckt, den man ehrlicher Gesinnung entgegenbringt, sondern wir fühlen darüber hinaus in manchen Grimdmoliven des Llhcralismns eine enge Verwandschaft mit unserer Ideenwelt. Die Auflehnung gegen die Erstarrung und Veräußerlichung des Judentums, die Verneinung einer Glcichsetzmig von Ritualgesclz und Judentum, der Wille zur Erneuerung und Belebung מ1י jüdischen Geistes und zu einer Anknüpfung an die prophetischen Ideale, dies alles sind Elemente, die auch der zionistischen Gedankenwelt eignen. Die Tragik des Libera- Ifeinus ist jedoch, daß er meint, eine Teiloperation vollführen zu können. Der Liberalismus will die prophetischen Ideale erneuern und endet mit einer Reform des Kultus. Die rolge igt, daß er verwässert wird, und die Indifferenten sich in reinem Lager sammeln. Dies wird nie anders werden,!״••־lange nicht die Führer des Liberalismus begreifen, daß die Erneuerung de« Jixlenlnins nur eine totale sein kann oder überhaupt nicht sein wird. Die einzige Totallösuug der Juden frage ist eben der Zionismus. Aber der Höhepunkt־ «ler' tragischen Verwicklung liegt doch darin, daß die liberalen Juden von der Liberalen Vercinigung und vom Centralvcrcin in ihrer Haltung gegenüber dem Judentum gar nicht innerlich frei sind. Sic fürchten stets die Propaganda der noch weiter rechtsstehenden Juden, die den Patriotismus des Ccutralvcrciim ebenso verunglimpfen wie es der Centralvcrcin gegenüber den Zionisten tut. Schon schreibt Herr Naumann in seinem Blättchen, daß der Centralverein mit den Widerständen »einer eigenen ״jüdisch-naUoualcii" Elemente (!) zu kämpfen hat, und preist sich selbst den Wählern als die einzige Rettung vor der ״zionistischen Gefahr“ an. Solche Schreckmittel haben erfahrungsgemäß Erfolg. Das ״Hamburger Israelitische Fnmüicnblatt“ fragt etwas naiv, warum der Centralvcrcin nur die Zionisten geächtet hat, nicht aber die Namnanni.mcr. Es ist doch klar: dir Zionisten haben mit nichts zu droben und würden derartige Methoden auch verschmähen. Daß sic, wie das ״Hamburgor FamilicnblaU“ schreibt, ein Plus an Judentum haben, wo Naumann ein Plus nn Deutschtum hat, das macht doch keinen Eindruck, Denn eine Denunziation wegen Mangels an jüdischem ״Patriotismus״ hätte doch gar kein Forum, an das sie sich wenden könnte. Wir vertrauen auf den gesunden Sinn und aufrechten Charakter der deutschen Juden. Sic werden, wenn sic noch Achtung vor sich seihst haben, das Vcrstcckenspicl nicht mitmachen. —ei * Das ״I s r. Familien b 1 a 11", 1 latnhurg, wendet sich in seinem letzten Leitartikel dagegen, daß der C.-V. eine ein- *eilige Wahlparole gegen die Zionisten ausgegeben hat, dagegen das Zusammengehen mit den ״Nationaldcutschcn“ empfiehlt. Wenn man bei den Zionisten das Deutschtum nicht genügend gewahrt sieht, so müßte man bei den ..Natioiiaklentschen“ doch um das Judentum besorgt sein. Der Verfasser mißbilligt die vom C.-V. getriebene ״klein-. J i c i! c Z i o n i s t c n r i c c 11 c r e i“. Dasselbe Blatt meldet ferner: ״Verschiedene Landesverbände des Centralvcrcin* haben im Gegen«.uz zu■ der iimfiuidku Wahlparole Verhandlungen mit den Zioniseiu ciugclcltct. Auch in Kassel war man in «len führenden Kreisen des Ccntralvereins der Meinung, daß cs in heutiger Zeit besser sei, alle innerjüdischen Gegensätze vorläufig zttriickzustclleu. Man war einstimmig der Meinung, daß es möglich sein müsse, auch in Kassel eine Einheit?• liste auf/asteilen. Wie die dortige ״Jüdische Wochcnzcitung“ erfährt, sind die Aussichten, eine Einheitsliste zustande zu bringen, sehr gering, wenn nicht Aussichtslos. Die Ein- Wirkungen der Berliner Zentrale seien zu mächtig. ln einer am 2־). Oktober staltgchablcn Orncrnlvcrsamm• hing der Ortsgruppe Magdeburg des Ccntralvereins dcut* scher Staatsbürger jüdischen Glaubens wurde nach einem einleitenden Referat des Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Aterzhach, und längerer Debatte folgende von Lehrer Steinhardt cingebracltle Resolution mit großer Mehrheit angenommen: 1. Die Versammlung hält eine Verschiebung der Waiden um mindestens sechs Wochen für unorläßlicb. 2. Angesichts der durch die politischen Wahlen erforderlichen gemeinsamen Abwchrkämpfe richtet die Versammlung an den C.-V. das Ersuchen, mit allem Nachdruck eine Einigung der jfld i s c h e n Parteien zur Aufstellung gemeinsamer Listen für die Wahlen zum I.anelcsvcrbaud ltcrbcizufülimi.״ Dazu bemerkt «las ״F a m 11 i e n b I a 11": ״Diese Resolution wird in weiten Schichten der deutsehen Judenheit «lankbar begrüßt werden. Bereits vor drei Wochen (in Nr. •II) haben wir kurz, betont, «laß diese Kraftvergeudung eines jüdischen Wahlkampfes ׳zurzeit sinnlos Ist. Der Streit darüber, welche Richtung «icm echten Ring •- «las richtige Judentum und «las richtige Deutschtum b/w. die vollkommenste Synthese von Vaterland und Abstammung — besitzt, ist Im Moment ein grober Unfug, ja ein Verbrechen. Die Kräfte mu! . . . Gelder, die dieser Wahlkampf verschlingt, sind vorteilhafter angcwomlet zur Bekämpfung von Wulle mul Westarp. Mau erspare *ich jetz.t die Tüftelei von Wahlparolen, die «hieb so recht keinen he friedigen und nur den unheilvollen Riß vergrößern. Was sollen jetzt ZiildkamlMaturen iiikI Machtproben? Die deutRchnationalcn Wnhlffugbläftcr, «Ile, wie eben eins in Hamburg, von dein ״Gift" sprechen, mit «lern ״das Judentum unsere Vaterstadt durchsetzt hat“, kennen «loch auch keinen Unterschied zwischen natlonnldeiitschcn, nationaljüdischcn, liberalen und orthodoxen Juden." Kl ne Roiscliali fcilfütirs 7,nn! 2. November London (J.T,A.) Lord Ralf011 r hat im Hinblick auf den am Sopulag, den 2. November 1024, zum siebenten Maie sich jührenden Tag der Veröffentlichung der nach Ihm 1«. nannten Deklaration folgende Kundgebung an die am 3, Novemher zur Eröffnung der Keren Hajessod-Campagne in London tagende Versammlung gesandt: ״ich entbiete Ihnen meine herzlichstcn Glückwünsche zu den bisher durch die zionistische Bewegung erzielten Erfolgen und wünsche der Bewegung das Beste in ihrem weiteren Fort schrei len. Zweifellos sind noch Schwierigkeiten zu überwinden. Das ist nur natürlich. Aber diejenigen, die, wie auch ich, den festen Glauben au die Zukunft des Zionismus hegen, können aus der Vergangenheit Mut schöpfen,“ Der UmscliwiJifj in England Das Ergebnis der englischen Wahlen ist weniger qualitativ als quantitativ eine UÜberraschung. Niemand zweifelte,daß nach den Wahlen die Arbeiterrcgicrung von einer konservativen Regierung nbgclöst werden wird, aber selbst die mvcrsiditlichste» konservativen Organe glaubten nicht, daß die Mehrheit ihrer Partei groß genug sei« wird, tun sic von anderen Gruppen völlig unabhängig ZU machen. Der Ausfall der Wahlen wird aber zur Folge haben, daß für die nächsten Jahre mit einer stabilen konservativen Regierung in England zu rechnen ist Wenn nun audi die englischen Konservativen nicht mit den deutschen verglichen werden können, sondern —י mit Ausnahme des äußersten rechten Flügels — zura Teile sehr demokratische und fortschrittliche Staatsmünncr sind, so bedeutet ihr Sieg doch einen starken Ruck nach rechts und einen Schlag für die Sache des Weltfriedens. Allerdings wird die Pertode MaedonakLs^ der seine reichen Fähigkeiten und «las Prestige seine* Landes für die Herbeiführung eines bessern Zusammenlebens der Völker, für die Sicherung des Weltfriedens^ für Völkerbund und Abrüstung cinsetztc, nicht spurlos voriibergehen. Maodonald hat die von seinem Vorgänge* völlig verfahrene englische Außenpolitik wieder einge• renkt. Seine Tätigkeit hat, so sehr sie auch von dort mäditigen, mit einem Ungeheuern Apparat der Volks- Beeinflussung arbeitenden Gegnern während des Wahlkatnpfs entstellt wurde, in Millionen Herzen in und außerhalb Englands Widerhall gefunden. In England hat seine Partei einen Stimmcnzuwadis von einer Million gehabt. Zwar hat der durch den Bolschewistcnschredd aufgestörte Kleinbürger sich unter den Schutz derjenigen! geflüchtet, die Ordnung lind ,Wahrung der ״nationalen*4 Interessen versprachen, aber cs ist nicht anzunchmertj daß das englische Volk sich in Abenteuer nach de* andern Seite wird hincinjagen lassen. Das wissen aucH Baldwin und seine Freunde sehr genau, und sie werden! keine Politik der agressiven Reaktion treiben. Sic sind viel zu klug, unt nicht das Erbe der Macdonaldschert Friedensärbeit cinzustrcichcn. Englands nationale« Intet* * esse verlangt heute eine Beruhigung der .Weit. | Fiir die zionislischc Sache wird der Regierung*. Wechsel keine direkten Folgen haben. Ebensowenig! wie die Arbeiterrcgicrung trotz ihrer programmatischen Freundschaft für den Zionismus rinschneidende MaßU nahmen zu unsem Gunsten treffen konnte, ebensowenig! wird eine konservative Regierung etwas an dem bisherigen Kurs in Palästina ändern. Wir dürfen auch nicht vergossen, daß zwar das frühere Kabinett Baldwin mehrere Gegner des Zionismus umfaßte, das aber mächtige un«l angesehene Persönlichkeiten der konservativen Partei zu den wärmsten Freunden des Zionismus gehören. Vor, allein Baifour selbst, der jetzt wieder anläßlich des siebenten Jahrestages seiner Deklaration einem ztonistischcii Meeting in London eine herzliche Botschaft gesandt hat, aber auch Lord Roheit Cecil, Lord Milner, die beide das Schönste über den Zionismus gesagt haben, was je von Christen gesagt wurde, gehören zur konservativen Partei. Der frühere Unterstaatesekretär für die Kolonien im Kabinett Baldwin, Major Oniisby Gore, ist'Konservativer. Und wenn die Prophezeihungen richtig sind, die ein Teil der Presse jetzt schon ausstreut, so bestellt die Absicht, den zur konservativen Partei zuriickgckchrten Churchill in dein neuen Kabinett zum Kolonialminister zu inaelien. Obwohl gegen den Politiker Churchill viel ringewendet werden kann, so ist er doch der Kolonialminister des Kabinetts Lloy«i George gewesen und ist mit unserer Sache bereits seit langem persönlich vertraut. Es wäre also unrichtig^ wenn jemand aus •111״'־ Sturze der Arbeiterrcgicrung! direkte Nachteile für unsere Palästina-Sache erwartete. •Int Gegenteil, cs wird Leute geben, die damit rechnen, daß die Konservativen eine stärkere Hand in der Kolonial- Politik zeigen werden, daher auch den Arabern gegenüber mehl• Entschiedenheit beweisen werden. Nach den letzten Ereignissen im vorderen Orient Ist es klar g&. worden, daß die englische Kolonialpolitik sich in erliöhtcm Maße auf die jüdische Siedlung in Palästina stützen muß, nicht etwa um die Juden zu einem Bollwerk gegen die Araber zu machen, *— dazu würden siel! die Juden nicht hergeben, — sondern um die kulturbringende und vermittelnde Tätigkeit der Juden für die ruhige Entwicklung des ganzen Landes dienstbar zu machen.־ Das Memorandum, das die Zionistische Organlsation soeben dem Völkerbund vorgclcgt hat, und der Bcricirt, den voraussichtlich Dr. Wcizmanu nacl* seiner Rückkehr der Regierung in London über den Stand des Aufbauwerkes in Palästina erstatten wird, werden auf die neue Regierung ihren Eindruck nicht verfehlen. Sie wird daraus erfahren, daß die jüdische Aufbauarbeit der positivste Faktor in Palästina ist. Wir hatten schon ein Kabinett Baldwin, das sein Festhalten