Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 84-85 (24.10.1924)
- Date
- 1924-10-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit(1 600 JUüDISCHE RUNDSCHAU Nr 84 85 P י > , \ י f* <* , f ~ ». - , «׳W *״* rr\v? :.u \C- UeJe ln Jerusalem (], T. A.). IC* ׳asr״!cn1 l>r. Wei/mann fußte in einer am 11, Oktober, abends, gelegentlich seine!', öffentlichen Empfangs in Jerusalem gehaltenen Aiwprache in kur/e/1 Worten die Eindrücke zusammen, die er wahrend seines gegenwärtigen Aufenthalte* in Palästina gewonnen hat, Oie gemachten f ortschritt*.*, sagte er, sind, wenn auch nicht in der Q11antlt.it, t><! doch iu der Qualität befriedigend mul gehen Anlaß zu der I ioffnimg, daß die jüdische Arbeit In P.ilärtln.t der Vollkommenheit ciitgcgenarbciii't. i>as langsame Portschreiten unserer Arbeit,'fuhr i>r. Weizmann fort, trieb mich dazu, eine li c s c 111 c 11 n i g 11 11 g der Erweiterung der Je vis 11 Agency zu versuchen, damit ein schnelleres Tempo platzgreift. Oeini tmsere Zeit ist bcactiriinkl. Or. Wei/mauti warnte vor einer Immigration tinproduk,• tiver Elemente nach Palästina, Es ist natürlich, *laß ein Teil der lieimlosen Juden Palästina zustrebt, man muß sich gegen den Strom der G a 111111 - T y;י c n , die dem Land ihren Stempel au f«l rücken könnten, wehren. I)r. Weizmann erörterte sodann die Zukiiiiftsaspektc, die sieh aus der Erweiterung der Jewish Agcucv nach seiner Ueber/cuguii״ ergeben. Das Wachsen der jikli-־cUcw Siedlung in Palästina hängt von der Mitarbeit leistungsfähiger Kreise ah. Auch in politische 11 A 11 g e 1 e g c 11 h c i t c n w i r d die Jewish Agency ein wichtiger F a k t o r sein. Es ist nutzlos, sich mit politischen Fragen theorctisch zu quälen; die besten politischen Argumente sind die Dörfer und Kolonien P a 1 ä s t i 11 a s. Hie Jewish Agency wird ein Ansporn für die Keren ilajcssod- Arbeit sein und eine Vermehrung seines Kapitals herbeiführen. In gleichem Tempo wird die jiidRchc Arbeit wachsen. Dr. Weizmaim sagte, dir angeblichen Differenzen zwischen dem Keren H a j c s s o <1 u ml ci c r Privat- Initiative existieren mir in der Einbildung. Jeder Jude hat die Pfeiheit, das Land nu(bauen zu Sielten. Jedoch ohne' den Pionier-Fonds, der den Weg erst bahnt, die Kolonisation organisiert um! die notwendige Sicherheit schafft, ist auch die private Initiative gehemmt. Der Keren Hnjcssod hat durch *;eine energische Arbeit den Weg gebahnt, und mm hat «11011 *ins private Kapital viel größere Möglichkeiten als vordem. Vor zwei Jahren, sagte l)r. Weizmaim, während der groß,•11 politischen Krisis in der zionistischen Bewegung, ernannte die britische Regierung eine Kommission zwecks Erforschung zier Lage in Palästina. Das wichtigste Argument zu unseren (umstell war damals, *laß U׳> Million Dollar in Amerika durch den Koren llajessnd gesammelt worden sind. ״Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, daß das Wachstum des Keren llajessod heute der wichtigste Faktor in dem Aufbau des Landes ist und dies in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren auch bleiben wird.“ Nach Dr, Wei/mnnn sprach der den Vorsitz führende Colonel F. 11. Kisch hehr.' iiscli. In die Diskussion griffen ferner rin: Reines im Namen der jüdischen Arbeiterpartei, Prof. Pick für die Misrachi-Org.uiisafion und Dr. J. L. Magncs, der frühere Präsident der jüdischen Gemeinde Jn New York. Die Fahrt durch das Emde Die Korrespondenz der zionistischen Exekutive in Palä- Stina und des Nnfioiialfonds veröffentlicht eine zusammenfassende Darstellung *1er Reisen Dr. Wcizimiims Während seines Aufenthalts in Palästina, der wir folgende Einzelheit«» entnehmen: Dr. Weizmann verheb Tei-Awiw am 1. Ok- (ober und begab sich in Begleitung von Koloncl Kisch in» Auto zunächst nach Ttil-Kcrcm, wo er dem Dislrikts-Gouvcr« neur, Captain Reading, einen Besuch abstattele. Von dort fuhr er weiter nach E11 Charod, wo Dr. Ru pp in und Herr Octtingcr ihn erwarteten, Dr. Weizmaim und seine Begleitung fuhren zunächst nach Tel Josci, die Siedluii׳/ des Otlml Awodnh, wo sie von einer berittenen Ehrcnganle .!empfangen und nach B e t h Alfa begleitet wurden. 11׳ Bctii Alfa war die Gesellschaft zum Mittagessen zu Gast bei der unter dem Namen ״Kwuzah Chcf/ibah“ bekannten dcutsdicn-tsclieriioslownkischeii Gruppe. Nach Besichtigung der Wirtschaft dieser Gruppe begaben sich die Gäste zu der benachharlcn Gruppe, dem Kibbuz Har.clvomer Haznir, dessen!Vertreter gleichfalls die Situation und Bcdiirlnivsc der Wirtschaft darsteilien. Von Bctii Alfa kehrten die Gäste mit ■־'/* « , ״־, ,» ׳ V!; V י׳»» ׳- , 4; ' , | %״!>׳•״״»^ silier Begleitung, der sich eine Reibe berittener arabischer Polizisten yug1!־'.dlt hatten, ־zurück nach Tel Josef, wo die führenden Mitglieder '1er Siedlung eine gen am- Da!Stellung der Prinzipien des Gdud Awodah und der Wirtschaftslage gäben. Bei der Kwuzah G i w’a, einer kleinen kooperative!» Siedlung von 30 Familien, fand gleicbfalis eine Besprechung r.tati, wobei die Redner der Arbeiter sich gegen die Angriffe wandten, die in der letzten Zeit gegen das System der Kwuzah iintenionmii'n wird. Wei/mamt antwortete, daß die Ziot.isihdie Organisation die beste Koltmmtionsmethode noch 711 finden such; 11:1*1 daß sie die Kwuzah jedenfalls als eie Experiment von größter Bedeutung betrachtet, gegen das keine 1 lei Vorurteil besteht. ln K f a f J echcskiel, einem Moschaw Owdim von etwa 200 Seelen, wurden die Gäste im Schitlhnusc von der gesamten Bevölkerung begrüßt. Dr, Weizmann sagte in Beantwortung der Ansprache der Siedler, er verstünde wohl alle Schwierigkeilen mul wüßte die Tätigkeit der Lamlnrhcitcr, die niciit mir für s'ch, sondern für das ganze Volk arbeiten, wohl zu schützen. In En Charod, der größten genossenschaftlichen Sied* 11111g in Nuris, wurde Weizmaim von einem Mitglied des Merkas Chaklai, begrüßt. Der Redner erkannte die Leistungen *!cs Keren Hajesstxl an, verwies aber darauf, daß noch viel 711 bessern und zu vergrößern ist, bevor die Lage zufriedcnstdlcml sein kann. Dr. Weizmaim antwortete in einer längeren Rede, in der er darauf lünwics, daß die Führer der zionistischen Bewegung zwei Aufgaben haben: einer* seits die politischen Bedingungen für jüdische Arbeit zu seit,affen, andererseits die Mitte! zum Aufbau zu .־icsorgen, Die Siedlungen in Nuris müssen unbedingt ausgedehnt werden, aber *1,1/11 ist eine gewaltige Vergrößerung der Arbeit füi* Palästina unter den Juden des Galutli notwendig. ״Trotz allen Schwierigkeiten bin ich überzeugt, «laß Sie eine Reihe erfolgreicher jüdischer Wirtschaften schaffen werden, Ich meinerseits werde in einem Monat wieder ein Stück Arbeit beginnen, *laß nicht weniger schwer Ist als Ihre, nämlich atu־, den Herzen des jüdischen Volkes «lic Zweifel an der Möglichkeit eines Erfolges ln Palästina zu vertreiben. Ich hin lioffmitigsvoll, daß der XIV. Kongreß den Beginn der Austi'hrimg eines grüfterc» Programme« Mdeuteu wird, Inzwischen müssen Sie Weiterarbeiten wie Msher, wul daz.1t bei* tragen, in allen zionistischen Kreisen die Anschauung zu starken, daß die Landwirtschaft die Grundlage unserer Existenz ist,1‘ Dr. Weizmann und schic Begleiter verbrachten den Abend mit Besprechungen mit Vertretern der umliegenden Sied* hingen und verblieben über Nacht kt dem Zeltlager E11 Charod. Am nächsten Morgen fuhren sie nach Dag an iah B, wo gleichfalls <lla Wirtschaft besichtigt und die Lage besprochen wurde. Das Mittagsmahl wurde bi Daganinh A eingenommen, wo Joseph Baraz die Gäste empfing, und eine Besprechung «bgchnltcii wurde, Al» Dessert wurden die ersten Orangen der Saison serviert. 1 Herauf begab sich die Gesellschaft nach der Kwuzah Kinercth, wo 11. 0. der erste׳ Versuch eines Banancngartcna besichtigt wurde, dessen Ergebnisse zufricrknstclleiul •sind. In der Kolonie Kinercth wurde Weizmann von einer Gruppe von Kolonisten der benachbarten ’untcrgaliläischcn J.C.A.- Kolonien begrüßt. ׳ Dr. Weizmann fuhr sodann nach Tibcrias und tan 4 Uhr nachmittags wurde die neue Klcinsicdlcrgruppc in Chittin erreicht, wo Professor Pick und der Rabbi die Gäste erwarteten. Dr, Weizmann legte in dieser Misracht-Kolonle den Grundstein zu dem neuen vom NatbnaUonds zu errichtenden W.isserturm. Dr. Weizmann sagte ln seiner Ansprache, er betrachte «Ile Auskeilung orthodoxer Juden als Bauern für einen wichtigen Fortschritt, Die Arbeit an «1er Urbar■ niaclitmg unseres Landes ist der beste Weg, alle Teile «fcs Volkes zu vereinigen. Um sechs Uhr begab sieh die Gruppe nach N a h a Jal Und verbrachte «tort den Abend, ln dem Bctii Am wurde ein feierlicher Empfang veranstaltet, worauf eine interne Aus- Zur Vorgesclildäfe der Baüourdekta ration Aus Lord B e r t i e s Tagebuch. Ein Interessantes Kapitel über die zionistischen Verband* lungen vor der Bai km!׳-Deklaration briugt ein soeben ln der ״Morning Post“ erschienener Auszug an» den Tagebücher!« Lord Berti e’s, des früheren britischen Botschafters für Frankreich. Der Auszug, der vom 23. Januar Di 5 datiert ist, berichtet Über eine Unterredung, welche Lord llcriic au diesem Tage.mit Baron Edmond de Rothschild hatte, sowie ,,mit einem russischen in Manchester wohnhaften Glaubensgeiiosscn'1 Rothschilds. Offenbar ist mit dem letzteren Dr. W e i z m a!1 n gemeint. Die betreffende Tagebuchstellc lautet: ״Ldnwml de Rothschild kam heule morgen zu mir und schickte nachher auch einen russischen in Manliestcr wohnhaften Glaubensgenossen, um mit mir über einen Plan zu plauucrn, den ich eigentlich für absurd halte, obgleich ihn, wie man sagt, Orcy, Lloyd George, Samuel und OrCwc billigen. Man erwähnte aber nicht Lord Reading. Der Plan betrifft die Ausgestaltung Palästinas zu einem israelitischen Staat unter dem Protektorat Englands, Frankreichs oder Ruß- Lands, vorzugsweise Englands. Mail dachte nicht daran, daß Rußland «der Frankreich Einwendungen erheben könnten. Man «!teile sicli vor: die Christlichen Heiligen Stätten unter der Obhut der Juden, die zwischen den römisch-katholischen Priestern 11 nd *len griechisch-orthodoxen Popen einen Ausgleich schaffen, wo diese ständig miteinander im Kampfe liegen Und deshalb von *icn türkischen Soldaten iu den Sehranken gehalten werden müssen. Der Anreger des Planes würde bereit nein wenn nötig, die Aufsicht einem internationalen Rat zu überlassen —- und nicht allein das, sondern auch die Aufsicht über *Ins gesamte alte Jerusalem; mau würde nämlich in der Nahe ein neues aufbaue״. Frankreich hat auf Syrien ein Auge geworfen, aber es würde nicht angenehm sein, Frankreich oder Rußland an den Grenzen Aegyptens zu wissen. Was würden «icr üajwt, Italien und *las katholische Frankreich angesichts ihrer Abneigung gegen die Juden zu diesem Plan sagen? Vor einigen Jahren hat Chamberlain den Zionisten einen Teil Uganda« Angeboten, aber dies war ihnen nicht gut genug. Edmoiid <le Rothschild hat für die Seßliaftmachung der Juden in Palästina sehr viel Geld ausgegeben: Dl Ist sein Steckenpferd. Er will nicht sich selbst dorthin begeben, denn er ist Franzose geworden, wie er »ngt, aber Tausende seiner Brüder sehnen sicli aus materiellen und geistigen Gründen danach, ihre jetzigen Aufcnthalisländer zu verlassen und ln *Ins verlorene gelobte Land wieder zu ziehen. Ich sagte meinen beiden Besuchern, daß wir ein Protektorat über Palästina nicht haben wollen und daß Frankreich gegen ein Protektorat Rußlands und Rußland gegen ein Protektorat Frankreich» Ein- Spruch erlichen werden, indem «Ile römisch-katholische und die orthodoxe Kirche sich aufs äußerste dem Plan widersetzen würden, daß Jerusalem und die Heiligen Stätten unter einen israelitischen Staat kämen. Mein russischer Besucher sagte nur, *laß eine solche Lösung in 100, vielleicht schon In 40 Jahren zustamlckäinc; er hofft, daß ich Bin nicht für einen Träumer• halte! Die Juden seien das einzige Volk, welches Palästina durch Aufbau-Intensität kulturfällig machen könnte! Ich aller glaube, daß «licscr Plan wie so viele andere IJlä!1e, die vor dem Kriege geschmiedet wurden, soviel bedeutet, wie das Zählen der Küchlein, bevor Sie aus den Eiern geschlüpft sind.“ JMIsclie Wöllislaisjiie Ls scheint ein zufälliges Zusammentreffen zu sein, «laß fast gleichzeitig mit der neuen Jüdischen Staatsidee auch der Gedanke sich Bahn brach, die Kunde vom jüdischen Volke an! eine ganz neue und breite Grundlage m stellen. Gleichzeitig mit *hin politischen Zionismus wurde die jüdische -Volkskunde geboren. ... Das heißt: Man hat immer gewußt, «laß es ein jüdische*' Volk gibt. Man hat die Geschichte dieses Volkes dargcstellt, hat über seine Geschicke und seine Werke geschrieben, hat es bekämpft und verteidigt. Aber man hat «11c intime Volksseele dieses Stammes nicht belauscht, ia kaum etwas von ihr gewüiit. In dem Augenblicke aber, wo das grüße Erwachen durch «las jüdische Volk ging, wo man anting zu begreifen, daß dieses Volk ein Recht habe, unter den lebendigen Völkern bei Tages- I 1 teilt zu erscheinen und nicht mehr bloß als ein Nachtgespenst spräche mit dc!1 Führern der Siedlung stattfand. Dr, Wcimian« beglückwünschte die Siedler zu ihrem gewaltigen Fortschritt, der für die ganze Lage in Palästina symbolisch sei. U'Lr dürfen allerdings mit dem Erreichten nicht zufrieden *ein. Dr. Weizmann betonte «lic Notwendigkeit, eine 11,11111011^ zwischen lilmllkher?111*1 städtischer Entwicklung herzustelkn. Am nächsten Morgen Wurde Nabalnl besichtigt, insbe&ornkrc mich das großartige Drainage-Werk, dar. vom N. F. durch, geführt worden ist. Schließlich besuchte Weizmann die lau*], wirtschaftliche M.'Ulohenschule, wo die Leiterin, I ran Chann* Mcisel-Schochat, eine Darstellung der gegenwärtigen Lage der Schule gab, ’ Von Nnhnlal ging die Fahrt über Dschindschar, die Gruppen ״Zrifin“ und ״Markcnhof“ (aus Deutschland),die Dr, Weizmann verriclicrlen, daß ihre Arbeit gut fortsclireitct, Tel Adas, die Waiseiikolonic Alt-Balfmiria. Bei Tel Adas wurde von der neue» Kolonie transsylvanischcr Kleinsicdter ein besonders festlicher Empfang bereitet. Ein Triumphbogen war errichtet, und das ganze Dorf begleitete Dr, Weizmann zur Synagoge. Die Kolonisten sprachen den Wunsch aus, daß die Siedlung einen Lehrer erhält, was Weizmann der lkrücksi*I1ti;;m1g zu empfehlen versprach. In Balfouria wurde Weizmann von Ch, Passm.mn und Herrn Roscübiatt, den Vertretern des American Ziom Commonwealth, begrüßt und lernte mehrere amerikanische Familien kennen, «Ile als Siedler hicrlicrgckotnnicn waren. Die letzte Station der Tour war Merchawja. De Gäste nahmen das Mittagsmahl bei der Kwuzah ein und besiehtigten dann die Wirtschaft der Kwuzah, di: bereits ihr Budget aus eigenen Einnahmen deckt. Von Mcrcluwja kehrte Dr. Weizmann nach Haifa zurück. Auf «kr ganzen Reise war er überall Gegenstand herzlicher Ovationen gewesen. Weizmann und die Arbeiterschaft Von unserem palästinensischen Korrespondenten. h. b. Jerusalem, 15. Oktober 102-1. Heute verläßt Dr. W c i z m .ו n n Palästina nach einem kurzen Aufenthalt, der für ihn eine übermenschliche Arbeit, eine ununterbrochene Kette von Besprechungen, Besicht!* gütigen, Versammlungen bedeutet hat. Man kann sagen, dall diesmal nicht nur die Aulnalnne, welche Weizmann in Palästina gefunden hat, eine überaus herzliche war, sondern auch daß diese Herzlichkeit nicht nur der Person des Führers, vielmehr *einem Programm gegolten hat. Man kann sich dom Eindruck nicht verschließen, daß die Opposition gegen die Jewish Agency, welche iu Palästina besonders < stark war, weil man hier «och aus der Zeit der ״Administration“ vor 20 Jahren und aus der Zeit der Kämpfe gegen den ״Hilfsvercin“ sehr gut in Erinnerung hat, welche Gefahren eine Bevormundung durch Personen iu sich birgt, «lie den zionistischen Idealen fremd gegcnübcrstchen — daß diese Opposition nunmehr überwunden Ist. Man kann wohl sagen, daß von atten Kreisen und Parteien der palästinensischen Bevölkerung cs der Arbeiterschaft besonders schwer gefallen ist, sich hinter die Forderungen Wcizmanns mit ganzem Herzen zu steilen, gegen welche so viele Vor- Würfe von ״Notablenlicrrfichaft״ ,״Verletzung demokratischer, Prinzipien“ usw. erhoben worden waren. Pie Reise Wehmanns hat es zuwege gebracht, die palästinensische Arbeiter« schaft vollständig für die Notwendigkeit einer Erweiterung der Jewish Agency zu gewinnen und sic zu überzeugen, daß ein anderer Weg für die gerade von der Arbeiterschaft so sehr herbeigcselmte Intensivierung unserer Arbeit, den Kauf »ind «Ile Bearbeitung weiterer Bndcnftächcn und für die Errichtung der Sch’chunath Owdim nicht gegeben Ist. Df. Weizmann Ist diesmal von «1er Organisation der Arbeiter« schaft in deren Räumen offiziell empfangen und begrüßt avouier! und hatte eine ausführliche Aussprache über alte Probleme, welche die Arbeiterschaft bewegen. Insbesondere wurilc auch die Forderung nnfgcstelit, der jüdischen Arbcitcrschnft der Diaspora, vor allem Amerikas, und der Histndruth eine Vertretung ln der Jewish Agency zu sichern. Wenn man bedenkt, wie schwierig die Lage der verantwort« liehen Führer der Histadruth ist, wie sehr jedes positive der Oeschichtc herum zinpuken, erkannte man auch, daß dieses Volk eine Seele habe, die aus einem eigenen Stoffe gewebt ist. Man begann auf ihre feinsten Ziigc zu achten, und' hörte auf ihre Intimen Regungen. Sn wie die Nationalbestrebungen, die am Ende des 18. 1111*1 zu Beginn des 19. Jahrhunderts m Europa begannen, von der allgemeinen Volkskunde begleitet waren, so wie die Folklore im Gefolge des Wiedcrcrwachcns der nationalen und der europäischen fiomantik erstand, so ist «Ile jüdische Volkskunde eine bescheidene Zwillmgsschwester der jüdisch-nationalen Rice, die sich Im Zionismus ihr poli* tisclies Ideal und ihre neue Organisation geschaffen hat. In der kurzen Zeit zwischen «km Erscheinen von Theodor Ilcr/Is Jiidcustaat und der Einberufung des ersten Zionisten-• kongresses nacli München, der dam! in Basel stattfand, erging der cfate Aufruf, Sammlungen zur jüdischen Volkskttntic zu unternehmen, «lec bald zur Gründung der ״Gesellschaft für jüdische Volkskunde“ in Hamburg führte. Es ist kein Zufall, sondcru ganz, und gar in der Natur «ler IXuge begründet, daß ein Nalionaljude cs war, der diesen Aufruf erließ. Der bekannte Rabbiner l>r. Max ft r u n w a 1 d, der damals in I lambürg wirkte, wurde der Gründer dieser Gesellschaft und s'.eht seitdem in der vordersten Reihe der Forscher zur jüdischen, Volkskunde. Drei Jahre später konnte er daran gehen, das erste Heft der Mitteilungen dieser Gesellschaft herauszugeben. Und ietzt ist cs gerade ein viertel Jahrhundert, daß diese Zciteciiriit zum ersten Male erschienen ist. Wie der Geburt des politischen Zionismus schwere Wehen voraiigingcn, so halte die jüdische Volkskunde einen schweren Kampf tun ihre Existenz zu führen und so wie das Protokoll des ersten Kongresses schon lange vergriffen ist und neu gedruckt weiden inußle, wie «las Protokoll des vierten Kongresses eigentlich spurlos verschwunden ist, so ging es auch mit den ersten Helten der ״Mitteilungen", die überhaupt kaum noch erreichbar sind. Bibliotheken, die sie besitzen, rechnen sie zu ihre« Seltenheiten, die ja auch die neueste Zeit hervorbringt. Allmählich sind 66 solcher Hefte erschienen, die zuerst fast planlos eine Reihe von Arbeiten brachten, von «lenen einzelne kaum beachtet wurden und die irgend ein neücs, bisher nicht bearbeitetes Gehle( in Angriff nahmen. Man schritt dabei nicht auf den Spitzen der Kultur herum, sondern stieg hinunter׳ in die kleinen Geheimnisse der Volksseele und des häushenen Lebens, Bekanntlich hat w zionistische Bewegungen vor und auch neben dem modernen Zionismus gegeben. Ja, der ungarische Bel paf 111 a v״r H Kc: aus *dt iin Spt li e W< h«t »C rur Ort sch rtiä sie zio Fo SOI ein arl wil ist «Jet rut Pa Mi 11 e׳ zu Au ]äs zu! me au: SU Hi lit )ei Pr st« <le ne «ii< «Hi dit ha Di da u.t m w wi a! Id d{ di rt eit k 1 B« H to hi Li Li At Ja de eh Qt d! F Z d w li! k< C ei st u! ei V 11 VI ki S is li: D j£ b d d 2: t! d tt 6 d \1 c