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Jüdische Rundschau · 1924-09-23 · Heft 76 (23.9.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 76 (23.9.1924)
Date
1924-09-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr סד , 'Seite 54S 14■ T.le ,* 1Vi. .cid 62: Es ist im Auslände nicht genügend bekannt, daß wir liier in Palästina auch ein Amtsblatt haben, dessen Lektüre für das Studium der hiesigen Verhältnisse sehr wiciitijT ist. Die heutige UHieiai Gazette hatte ihren Vorläufer in den halboffi/iellen ״News from the Holy Land", die von der Heeresverwaltung des okkupierten Gebietes herausgegebe» wurden und in denen sehr wichtige Proklamationen und Vcr- Ordnungen ersciiiciien sind. Heute sind diese .״News“ vollkommen ausverkauft und jedes Exemplar gilt als Rarität. Auch die ersten Exemplare der ״Offieial (i.vetle", die nach der Einsetzung der' Zivilvcrwallimg zu erscheinen begann, sind heute nur schwer erhältlich. Diese ersten Nummern der Zeitung bestehen aus nur vier Seiten und machen ganz ,den Eindruck eines Blattes für den inneren Dienst in, den Departements. Vorne befinden sich die Regiertmgsvcrord- Tiungcn, in den Rest des Raumes teilen sieh die verschiedenen .Departements, doch findet man auch sonstige Nachrichten, z. B. Klagen darüber, daß die Jerusalemer Turmuhren zu ganz verschiedenen Zeiten schlagen und die Drohung, man ‘würde das Schlagen ganz cinstcllen, denn ... ״they conslilutc a public nuisance“ (sie erregen öffentliches Aergernis). Wahrscheinlich sind einige Beamte zu spät in den Dienst gekommen. Diese ersten Nummern waren im Handel nicht erhühüoh. Doch dann (l<L’0> begann eine Zeit reger gesetzgeberischer Tätigkeit, man erhoffte einen schnellen Aufschwung des Landes und auch das Amtsblatt begann sich dementsprechend zu vcr• großem. Wichtigen Gesetzen werden •au'4üUrlic!u• Motiv• berichte vorangesdiickt, aus denen man diese I loffmmgeit ersieht, Es erscheint das Gesetz gegen Landspekidation und wird nach einiger Zeit wieder abgeschwächt, cs erscheint ' das Gesetz über Stadlpläne, über Kreditbanken, Kooperativ- ־ Genossenschaften und viele andere mehr. Im ITühinhr D'Ji kam es zu dem Pogrom in Jaiia und die darauffolgenden •Untersuchungen, Einwanderungsbeschränkungen usw. prägen auch der offiziellen Zeitung deutlich ihren Stempel auf. Von vielen Dörfern wird erklärt, sic seien ״fomid 10 he in a disturbed state“ (in einem Zustand der Unruhe) und cs sei nötig, die Polizei dort zu vermehren. Der Kenner weiß, was das bedeutet. Entweder waren dort Unruhen, oder aber die ׳Bewohner gewährten Räubern Unterschlupf und Hilfe. Nach der Publi/icrung der Notiz in der offiziellen Zeitung erscheint ein Trupp von Polizisten in dem betreffenden Dorf und quartiert sich dort für ein paar Monate ein. Die Kosten des Unterhaltes werden von den Bewohnern getragen. Inzwischen untersuchen auch die Polizisten das Dorf und seine Umgehung nach Waffen. Solche ״Dragonnndcn“ sind das beste Mittel, der Bevölkerung abgelegener Ortschaften die Macht der Regierung zum Bewußtsein zu bringen, die sonst zu gerne vergessen wird. Außer Gesetzen und derartigen Notizen erscheinen aber noch andere Dinge in der offiziellen Zeitung. Die Regierung hat gestattet, den Namen zu ändern, wenn man eine gewisse Taxe zahlt. Die Juden maclicn davon Gebrauch, um ihre Namen zu hebraisiereu. Die Acnderungeu müssen in der offiziellen Zeitung veröffentlicht werden und es erscheinen seitenlange Listen, in denen man die alten und neuen Namen ,liest. Die aiten Namen sind nicht schön, aber auch die Uchcrsetzungcn sind nicht immer geschmackvoll, wenn sich der Betreffende zu sehr an das Original hält, z. B. die Ueberscizung von ״Ponierariz“ in ״Tapuach Saliav“. Dies ■scheint. 2u beweisen, daß die Juden an der •Geschmacklosigkeit. ihrer Namen aus der Zeit Joseph II. nicht ganz unschuldig waren. Ferner ■enthält die Zeitung Ernennungen!,von Beamten, Urlaube usw., Erteilung־ von' Lizenzen und Dercchiigiinpen, sowie auch weiterhin die Notizen der vcr- •üdiiedeiieii Departement», die bei uns die Stelle der Ministcrien vertreten. Auch Sondernummern ,des Amtsblattes gibt es: Solche Sondernummern waren die wichtige Companv Ordinance, das Gesetz über die Handels- und Aktiengesellschaften, ferner das palästinensische Staatsgrundgesetz, der ״Palestine .Order in Council 1922“, und auch die Proklamierung der Wahlen ״Car gesetzgebenden Versammlung, die ein so klägliches Ende fanden. Inzwischen wurde die Officinl Gazette äußerlich und Innerlich immer besser ausgestnttet, das ■Format wurde dem ■britischen Amtsblatt naehgemacht, so daß sie sich viel ansehnlicher präsentiert,, als etwa ,ein österreichisches Reichs- ■Gesetzblatt. Da wir in Palästina noch kein eigenes Staats- ■Wappen haben, trägt die offizielle Zeitung das britische ,Wappen. Sie erscheint regelmäßig alle vierzehn Tage, und •zwar in drei Ausgaben: englisch, hebräisch und arabisch. ׳Natürlich ist der englische Text das Original und die beiden anderen Ausgaben sind Uchcrsctzungen, schon weil die innere Amtssprache bei den Behörden englisch ist. Ferner müssen alle wichtigen Gesetze dem Kolonkdministeriimi in London zur Approbation vorgelegt werden. De jure haben alle drei 'Ausgaben die gleiche Authentizität, aber die Ucbcrsetzungcn sind oft derartig schlecht, dal» es unter Umständen geiährlieh .ist, sie zu benützen. Mir ist ein Fall bekannt, wo ein jüdischer Advokat im Vertrauen auf das Gesetz eine .Berufung einbrachte, die a limine ahgcwic-sen wurde. Im hebräischen Text war nämlich das Wort ״Io“ (nicht) vcr-;״essen und so die Unzulässigkeit einer Berufung ins ,Gegenteil verwandelt worden. Es handelt sich aber nicht nur um ״Nachlässigkeiten, die im «nglisdicn Text schließlich auch Vorkommen, sondern um wirkliche Schwierigkeiten. Wir haben zwar ein ausgebildctcs jüdisches Rechts!System, das sich vor!:einem anderen zu verstecken braucht, und daher auch eine Teiche hebräische, juristische Terminologie, aber die Begriffe decken sieb sehr oft nicht. Zum Beispiel ist dem jüdischen Recht die moderne europäische Tricriotomic Verbrechen,.Vergehen, Ucbertretungcn, die aus dem französischen ,Code . penal stammt, völlig fremd. Wir haben zwar viele Ausdrücke für Delikt oder UebeUat, aber cs bandelt sich darum, die erwähnte Abstufung fcstznsctzen. Da es mm mehrere Uebcrsctzcr gibt, die nicht immer gut zusammen arbeiten, kommt es vor, daß in dem einen Gesetz dasselhe hebräische Wort Verbrechen bedeutet, das in einem anderen Gesetz für Uebertrcümg verwendet wurde. Da cs sieh hier nicht um Wörter, sondern um Begriffe handelt, muß dies natürlich die größte Verwirrung herbeiführen, und cs bleibt nichts übrig als den englischen Text zu benützen. Da auch die arabische Übersetzung ähnliche Mängel atifwicist, denkt ■angeblich die Regierung daran, den englischen Text als den einzig authentischen zu erklären. Es kommt auch in der letzten Zeit vor, daß ganze englische Gesetze mit geringen Acnderungcn in Palästina rezipiert werden; diese Gesetze enthalten oft charakteristische Begriffe aus dem englischcn Rechtsleben, die sich gelegentlich nicht einmal in «ine andere europäische Sprache übersetzen lassen. Seitdem sich die •Unmöglichkeit herausgestcllt hat, in ■Palästina .eine gesetzgebende Körperschaft zu konstituieren, TUE DI SCH E RUNDSCHAU und das Land mit Hilfe eines ans Regk-rungsbcamtcn zusanimemrescl/teii Staats rate* absolutistisch regiert werden muß, wurde die Vorschrift er!a.,;111׳, von jedem Gesetz mindestens vier Wochen vor der Iukrai'lsel/ung einen Lutwurf in der ufii/ielLn Zeitung zu veröffentlichen, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, sich dazu zu äußern. Es werden daher regelmäßig diese Entwürfe publiziert, aber das Interesse der Bevölkerung ist äußerst gering. Nur aus den Kreisen der Advokaten usw. wird manchmal Kritik laut, und cs kommt vor, daß dieser Kritik Folge gegeben und ein geänderter I 111 wart nochmals veröffentlicht wird. Die Zeitung ist seit Beginn fortlaufend iiuiiinicriert und ein schwerer Mangel ist das völlige Fehlen eines Inhaltsverzeichnisses oder Registers. Jeder übermittele ec Ino GSScI'-wünccfto zu Rench!״Inschaoab nur durch den Goren Kajcnicth. Auf ■Wunsch erfolgt awseer dem Ausweis auch periGitlicln! Mitteilung an die üiückwuime'ieinpfiüiger. IJ *״י.יק ,»,,«ס 4״ w. w . — hi. .... W,.»1 u ul sendet eie umgehend an den Haren .LoJiDrocä Berlin, PoEtschockftonSo 2C £47. 11!;!:ץ׳ rr: t t־x>oc:<xxv>fxxxx'<?j000c»־>x;<xxj<jrxvxy<cKxrx*x«00cxxjyutx)c«ao00CXJ3iXxxjü0c0<'>׳• Die offizielle Zeitung enthält auch die Veröffentlichung der eingetragenen ,Handelsgesellschaften usw., außerdem die Sdnitzmarkeii. und da in der nnclmten Zeit ein Gesetz über La lenk׳ und Muster in Kraft treten wird, werden wohl auch diese in der ״Official Ga zette“ veröffentlicht werden, wofern nicht ein eigenes Organ dafür geschaffen wird. Im Amtsblatt werden ferner die Statistiken für Ein- und Ausfuhr, sowie der aiikominenden Schilfe, die Zahl der Ein- Wanderer und seit neuestem auch‘ der Auswanderer, nach Religionen geordnet, veröffentlicht. Allerdings wird vielfach bei!,־tuntet, daß die •Einwandcrerstathtik der Regierung nicht .verläßlich sei, die Einwanderung sc> *יי Wirklichkeit größer, ich halle jedoch diese Ansicht ■für falsch. Die Abweichungen dürften zum mindesten nicht bedeutend sein. Auch Wettbewerbe für off •11:liehe Arbeiten usw. sind im Amtsblatt ausgeschrieben, sowie auch die erteilten Aufträge. Line Prüfung dieser Rubrik ergibt, daß heute ■wenigstens die JikLii bei Erteilung von Aufträgen keine Vorzugsstellung zu genießen scheinen, sondern jJic Regierung die öflcntliehen Arbeiten offenbar nach dem Gesichtspunkt der billig.sicn Arbeit vergibt. Inwieweit der Bacliscbiscb und sonstige Umstände miivvirkcn, läßt sich für Außenstehende natürlich nicht feststclleii. Diese Aufzählung ors-liöpft nafiirlidi bei weitem nicht den Infinit der ״Officinl Gazeiie“, ,man findet noch Befehle, Verfügungen, amtliche ,ICimdmadiiingcn, Verzeichnisse der ansteckenden Krankheiten, Statistik der Regenmengen in den einzelnen Distrikten, sowie Gebtirfsstafistik und vieles andere mehr. Natürlich findet sich keine Spur von Belletristik oder Journalistik, und der Stil ist im Gegensatz zur ersten Zeit kurz und trocken, Aber der Kenner wird aus einer kleinen Notiz inanchmal viel herauslrscn können und so ein Bild des Lebens im Lande gewinnen. Dr. Victor Grünwald. PrcsscsflraEieii Die Anfang dieses Jahres über die große Auswanderung aus Palästina übermittelten •Zahlen haben seinerzeit bcrcchtigies Aufsehen erregt und sind vielfachem Unglauben heeepnet. Wie berechtigt die Anzweiflung der .Richtigkeit dieser Zahlen war, bezeugt folgender Artikel der Londoner ״Jewish World“: Am 15. Mai haben wir über die Mitteilung der palästinensischen Administration berichtet, .daß in den Monaten Februar und März 611 Immigranten beschlossen haben, Palästina zu verlassen, gegenüber bloß 760 Einwanderern. Wir bemerkten, daß in dieser Auswanderungszahl sicher auch die Touristen enthalten seien, die nach ihrer Besichtigung Palästinas wieder abreisten. Wir erhielten jedoch eine Bericht!- gütig, daß unsere Vermutung irrtümlich sei, nämlich ,daß die Auswnmientngszahl ,!«׳ine znriiekkehrenden Touristen enthalle. Aber schon bald danach gelangten wir denn doch zu der Uebcrzcugung. daß die Zahl der ״Immigranten“, die in dem betreffenden Monat ,Palästina verlassen haben ■sollen, tatsächlich Touristen entschließt, so wie wir cs anfänglich vcrmutet hatten. Die ,Zahlen ,der Ein- und Auswanderung hatten sich eben im Büro der Administration verwirrt, und die Angch'ge.nheit war so ruhen geblichen, ohne ,daß der Regierung irgendwelche Mitteilung über den Irrtum gemacht wurde, im folgenden Monat war der für diesen Irrtum — wenn cs überhaupt ein Irrtum War — verantwortliche Beamte natürlich in einiger Verlegenheit; er konnte den ״Irrtum“ nicht gut weiter fortsetzen und die Touristen wiederum als auswanderiide Immigranten müberedmen, andererseits wußte er, daß. wenn er die wirkliche Zahl angibt, man mit Fragen an ihn iierantreton würde über die Ursache der offenbar zutage trefemlcn Abnahme von einem Monat zum andern. Er kam deshalb auf die großartige Idee, überhaupt keine Zahlen zu senden in der Hoffnung, daß man cs nicht beachten würde. Man beachtete cs aher doch, die. vermißten Zahlen wurden verlangt, und die in die Enge getriebene Administration übermittelte nach Whiichnll eine vollkommen willkürliche Zahl von (wenn wir nicht irren) 500. Dies wurde aber in Palästina bekannt; man stellte Anfragen über Details des Reiseziels dieser 500, worauf nach vielem Hin und Her mitgcteilt wurde, daß 400 von ihnen nach Amerika reisten und der Rest nach verschiedenen anderen Ländern. Aber die Zahl der in (lern betreffenden Monat vom amerikanischen Konsulat erteilten Visa brachte die merkwürdige Tatsache ans Licht, daß statt der angegebenen 400 palästinensische» Amerika-Auswanderer nur vieren das Visum erteilt worden war. Jetzt gab es natürlich keine Ausflüchte mehr. Es bleibt nur noch " zu bemerken, daß zu diesem Zeitpunkt Herr Albert H. Hyamson, der für die Statistiken verantwortlich ist, gerade in Urlaub und abwesend von Jerusalem war, Uebcr die Moral der Tatsaehe ist kein Kommentar mehr nötig. Es ist ganz offenkundig, daß Beamte in der palästinensischen Administration tätig sind, die es auf alles nnkommen lassen, um die Zwecke, für die sie unter dem ,Mandat nngcsicllt sind, za verhindern; sie wissen gar nicht, wie cs oft der Fall mit einer derartigen Beamtenschaft ist, wie unredlich sie gegen ihre eigene Regierung handeln, und sind sich der Tragweite gar nicht •bewußt, wie sehr sic sie bestehlen, solange sie für ihre eigenen persönlichen Ansichten Propaganda‘ machen. Koiamintlsllsclic llcbcrtrelbnngcn Die jüdisch-kommunistischen Blätter in Rußland bringet, von Zeit zu Zeit Berichte über angebliche Erfolge der kommu. nistischen Propaganda in Palästina. Daß diese Renommist(;, reieu, die nur selten zur Kenntnis der palästinensischen Ar. beiterschaft gelangen, in den Tatsachen eine Widerlegung finden, braucht nicht ausführlich atiscinamiergescUt zu werden. So weiß der Minsker ״Wecker“ zu erzählen, daß in der letzten Zeit in Palästina eine geheime kommunistische Kon. ferenz statt gefunden habe, an der sich 10 1) ■legierte, darunter zum ersten Male auch Vertreter der arabischen Arbeiterschaft, beteiligten. Diese Konferenz soll bereits die dritte Konferenz der jüdischen Kommunisten in Palästina ge. wesen sein. Tatsächlich findet die kommunistische Agitation bei der palästinensischen Arbeiterschaft, die sich, wie all. scits fcstgestclit wird, durch einen ausgesprochenen Wirklichkeitssinn auszcichnct, fast gar keinen Anklang. I kK P. 1!s der!Ofllscheo Well P.rtz - Inratl Alexander Aaronsohn hat, wie aus Palästina gemeldet wird, den Vorsitz in der Organisation Biici Benjamin nieder• gelegt. Schon vor längerer Zeit ist Aaronsolm aus der Redaktion des ״Duar llajom“ ausgetreten, nach einem scharfen Konflikt mit Ben Awi, während beider Aufenthalt in Amerika. Bon Awi hat damals in den Zeitungen Aaronsohn vorgeworfen, daß dieser durch »eine erbitterte Gegnerschaft gegen die Zionistische Organisation den Aufbau Palästinas gefährde. Obwohl es nicht leicht ist, in das Dunkel der Beziehungen dieser Kreise Einblick zu gewinnen, scheint die obige Meldung darauf hinzuweisen, daß Aaronsohn nunmehr auch seinen Einfluß in der Organisation der Kolonistensöhne, die sich Bnci Benjamin nennt und bekanntlich die Rechte ״des eingeborenen palästinensischen Juden“ gegen• über den neuen Einwanderern betont, cingcbiißt hat. Theaterbau in Tcl-Awiw. linier dein Namen ״Chisaj o n“ ist eine Gesellschaft gegründet worden mit dem Zweck, in Tcl-Awiw ein Tlieatcrgcbämle für Dramen wie auch Opernauftühruugen zu errichten. Gründer sind der Stadtrat von Tel- Awiw, Clu N. Bialik, I. L. Gold borg, 1. Rosof*f und andere. Bidcnorwerb bulgarischer Juden. Nahe der Eisenbahn- Station Akko haben bulgarische Juden ein Terrain von 750 Dunam erworben. Es handelt siel» um guten Boden, der für die Kultur verschiedener landwirtschaftlicher Produkte geeignet ist. Die Käuicr beabsichtigen, sicli irn Laufe des Jahres mit ihren Familien anzusicdeln. Nach dem bestehenden!Plan dürfte ihre Anzahl 40 50 ׳ Familien betragen, die sich mit Gemüsebau, Geflügelzucht und der Anlage von Obstbäumen beschäftigen sollen. Für jede Familie ist eine Fläche von 15 Dunam vorgesehen. Man beabsichtigt, das in der Nähe vorhandene Wasser zur Durchführung einer intensiven Wirtschaft zu benutzen. Oeottrrcfth Einstein in Wien. Die ״Wiener Morgenzeitung" meldet: Wie wir erfahren, trifft Professor Albert Einstein in den nächsten Tage« in Wien ein, um hier in die Werbearbeit für den Keren Ilajessod unterstul/cnd ciiizugreifen. Einstein hat im Vorjahre eine Studienreise durch die jüdischen Kolonien unternommen, um sich über die Erfordernisse dieses großen nationalen, kulturellen und sozialen Werkes an Ort und Stelle ein Urteil zu bilden. Auf eine an ihn aus Oesterreich ergangene Einladung hat sich Professor Einstein bereit gefunden, nach Wien zu kommen und in den hiesigen jüdisehen Kreisen für das jüdische Aufbauwerk tätig zu sein. Verhandlungen mit dem ״Lloyd Triestino“. Prof. Pick, der in Wien einer feierlichen Sitzung des Pulästina-Amtcs .beiwohnte, reiste am 17. September nach Triest ab, um dort die Verhandlungen mit der Schiffahrtsgesellschaft ״Lloyd Triestino“ wegen Acnderung des bisherigen Vcrtrages_ über die Begünstigung für Palästina-Wanderer zu Ende zu führen. Prof. Pick hat sich in Triest zusammen mit Dr. Weizmann •und Colonel Kisch nach Palästina eingeschifft. Ruoaland Zweitausend Zionisten in einem Woche verhaftet. Die Londoner ״Jcwish Times“ berichtet aus Leningrad: ln der letzten Woche fanden in der Ukraine Revisionen und Vcrhafltmgcn statt, die sich vornehmlich gegen die Mitglieder der Zcirc-Zioii richteten. Auch in anderen Gegenden Rußlands wurden Verhaftungen voTgcnomincn, deren Zahl zweitausend übersteigt. Der Anlaß für diese neuen Verfolgungen ist die Beschuldigung der ״Jewscktia“, daß die Zionisten ln einem Aufrufe für die aufständischen Georgier eingetreten sind und die ״Jewsektia" nngeklagt haben, daß diese gegenüber dar jüdischen Bevölkerung ״kommunistischen Terror" ausübc. HmeriUa Herr F. Kadoorie in Chicago. Herr F. Kadoorie, der ,״Rothschild des Ostens“, der vor kurzem dem Keren 1 lajessod eine große Summe gespendet hat, ist in Begleitung seiner beiden Söhne, Lawrence und Horacc, in Chicago ein* getroffen; die Zionistische Organisation Amerikas bereitete den Gästen einen ehrenden Empfang. Herr Kadoorie hielt mit Chicagocr zionistischen Persönlichkeiten eine Beratung ab und teilte ihnen bei dieser Gelegenheit mit, daß er sich nicht damit begnügen wird, die Gartenstadt, die er jetzt in Palästina erbauen läßt, zu vollenden, sondern daß er ein größeres Kapital in Palästina investieren wird. Er sagte, das einzige Land, in welchem Juden ihr Kapital sicher und gewinnbringend anlegen können, sei jetzt Palästina. Der anßlo-anterlkartischc Vertrag über Palästina. In offiziellen Kreisen werden im Zusammenhang mit dem dieser Tage zum Abschluß kommenden Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien über die Glcichbcrechtigung der amerikanischen Bürger in Palästina gewisse Hoffnungen bezüglich der Entwicklung guter Wirtschaltsbezichungen mit Palästina gehegt. Es konnte bisher nicht testgestellt werden, ob der Vertrag irgendwie Bezug nimmt zur Frage des Jüdischen Naiionalhcims in Palästina. Vorläufig dan kein •Punkt des Abkommens der Octfentliclikcit ini(geteilt werden. Nur soviel wird bekannt, daß im Vertrag ausschließlich von den amerikanischen Rechten in Palästina die Rede ist. ןץ ך־י «p ץ־■",/ ■ ' '! ' י ן!*‘- i / W wrf Ui *~י fg - ־״6* V V—^*׳־• - ־׳׳/ ׳ =■׳": ׳ Ü J■״—, ך-» ר־ נ j 0 ץ %*"*־*^ ׳ ' J» ' \ J ״ J LU , ־'-חח י •w־ •!i iit י rt3 ■--- * i , 'e* 4J Li Ä

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