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Jüdische Rundschau · 1924-09-19 · Heft 75 (19.9.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 75 (19.9.1924)
Date
1924-09-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Matasacr 19 vv II t-Jj י^* <?a *׳ס,. * **io? »»41 •״:« t« r 3 •11• \äm ^*#י , ö.I ( 6 ~SUof n-f>!37<־־ י ו<0 ו*׳, V'Ip'-u:^4 Jj*lv J5k״*Wi..aW׳Iä I» 1׳*u Von Dr. Eli cs er Ascher Es ist eine bedriuerliclie Frsrhcintiug in den Diskussionen und Erörterungen der /iouisti:dien Ocffeiitlichkcit und ihrer Presse, daß jeder Vertreter einer Meinung das Recht der Ausschließlichkeit ihr seine Anschumin^en in Anspruch nimmt. Immer wieder scheu wir «us Organisation;-;- und Kokmisatiuns- Systemen gogeiuibergcslellt, die unter völliger Verneinung des bisher Gültigen und Geleisteten die eigene Besonderheit als den ausschließlich richtigen, neuen Wey unserer Arbeitsinethoden kennzeichnen. East nie vermag einer dieser Ueformer zu/ugeben, dali seine Vorstellungen auch vieles Rieh• tige enllmllen können, dali aber nicht notwendigerweise mit einem Versuch seiner Plane die gänzliche Bcdeutuugsiosigkeit alles anderen bisher Getanen auch bereits erwiesen ist. Wc'iin z. B. Dr. Soskin nach seinem vergeblichen Versuch, die aus absolut anderen vviiischnflhehrn und natürlichen Ikdingungcn übernommenen Prinzipien intensiver Wirtschaft auf die Methoden palästinensischer Kolonisation zu übertragen 1(Karlsbader Kongreil), sieh damit begnügt hatte, nur einen konkreten Versuch zur Verwirklichung seiner Plane z.u unternehmen, wogegen kein Mensch etwas haben kann, so könnte man zu diesem konkreten Versuch, den Dr, Soskin ja mit Hilfe einer eigens zu diesem Zwecke neu gegründeten Gesellschaff ebenfalls plant, Stellung nehmen, könnte sich bemühen, auf die .Schwierigkeiten dieses Versuches biiizuwciscn, vielleicht einige Anregungen für seine Durchführung geben. 'Leider nlier versucht Dr. Soskin von vornherein, dieses noch auzustellcmdc Experiment als die einzig geeignete Grundlage unserer Kolonisation überhaupt darzustclten und darüber hinans, zur besseren Begründ 1111g seiner Meinung, die bisherigen Methoden der Kolonisation als falsch, und das bisher Erreichte als schlecht und unbrauchbar hinziistcllen. Und hier 1111115, sollen nicht absolut falsche: Vorstellungen über die bisherigen Methoden der Kolonisation und ihre Erfolge erweckt werde.;, energisch Widerspruch erhoben werden. Wir halien also zunächst zu untersuchen, ob die Kritik, die Dr. Soskin gar so scharf an der bisherigen Kolonisationsarbeit übt, berechtigt ist. Wir werden sodann fcstzustellen bähen, ob ganz allgemein die Bedingungen Palästinas für eine Gcsamtkolonisation auf Grundlagen der Soskinscheii •Theorien und Vorschläge geeignet sind, um schließlich zu versuchen, zu dem in Angriff genommenen konkreten Projekt Soskins kritische und vielleicht anregende Bemerkungen zu machen. I. Nach der als selbstverständlich vorgenommenen Belinupfung, daß unsere Kolonisation bislang nach Systemen geführt wurde, die erfolglos sind, stellt Dr. Soskin fest, der Hauptfehler der Leiter unserer Koloiiisationsarbeit läge daran, daß sie die ^natürlichen Bedingungen des Landes nicht genügend berücksichtigt hätten. Gemeint ist damit das ״gesegnete Klima“, d. h. allein die ״immer strahlende, immer wärmende Sonne". Es ist richtig, daß hinsichtlich der Wärme Palästina Vorzüge genießt, die viele Länder, des Nordens nicht haben, wenn es sie auch mit großen Landstrecken der Erde teilt. Leider braucht jedoch die Pflanze neben der Wärme und dem ,Licht noch einige andere Produktionsfaktoren, die in Palästina nicht in solchem Ucbermaße zur Verfügung stehen. Zu diesen gehört zunächst das Wasser. Soskin stellt selbst fest, dali man während sieben!Monaten im Jahre den Pflanzen Wasser auf künstlichem .Wege zufiihren muß, nachdem er ׳ wenige Zeilen vorher von der ״Gunst“ des Klimas gesprochen fiat. In einem Lande, wo die Wasserziifnhr atd wenige •Monate ziisanimengedrängt ist, derart, daß die Pflanzenwelt gar nicht in der Lage ist, die ihr zugcfiihrtcn Wassermengen enifzuiielimen und zu verarbeiten, und diese ungenutzt ins Meer fließen oder versickern oder zum Schaden der Boden- •bc.irbcittmg zu einer Hebcrsdnvcinmtmg ganzer Felder führen, in einem Lande, wo eine außerordentlich starke Verdunstung herrscht, wo endlich die brennende Sonne im Sommer die Felder geradezu ausdörrt, kann man von einer Gunst der natürlichen Verhältnisse wohl kaum sprechen. Dazu kommt, daß als dritter natürlicher Produktions- ■iaktor neben Wärme und Wasser der Boden tritt. Die genauen Statistiken über die Bodenarten Palästinas, die wir insbesondere in dem ausgezeichneten Bericht des Agrikultur-Departements der palästinensischen Regierung finden, und die sowohl einen genauen Uebcrblick über die Bodenarten Palästinas im allgemeinen, wie auch ihre genaueste chemische, mechanische und physikalische Struktur gehen, weisen mit erschreckender Dcullichkeit darauf hin, daß von Natur aus wenige Böden die Eigenschaft spezifisch-intensiver Bodenarten in bezug auf ,'ihre chemisch-physikalisch« Beschaffenheit und ihren Nährstoffgchalt besitzen, wozu die Grundwasscrvcrhältuissc, entscheidend beeinflußt durch den Untergrund aus Kalkgcstcin, der weite Teile Palästinas durchzieht, das ihrige beitragen. Natürlich lassen sieh bei genügenden Aufwendungen auch unter diesen natürlichen Bedingungen gute Erfolge und hohe Ernteerträge erzielen, wie es Experimente unserer Versuchs- Station und noch mehr sehr sorgfältig nngestclltc Düngungsversuche eines deutschen Agronomen Keller beweisen; aber abgesehen davon, daß auch diesen Ertragssteigerungen n.itiirliehe Grenzen gesetzt sind, sind alles dies eben nur wissenschnftlichc Experimente, die nur unter ganz bestimmten wirtschaftiiebeii Voraussetzungen als Grundlagen einer rentablen Kolonisation benutzt werden können. Doch hierüber wird später noch gesprochen werden. Eins steht zum mindesten fest: Von einer Gunst der natürlichen Verhältnisse, die die Kolonisation auf Grundlage eines intensiven Landwirtschaftliehen Betriebes einseitig erfordern, kann in Palästina zunächst nicht die Rede sein. ln der Tat: Die Landwirtschaft der einheimischen arabischen Bevölkerung, sowie mich gerade die Teile unserer ]andwirtschaftlichen Kolonien, die auf ähnlichen Grundlagen, wie die arabische Landwirtschaft aufgebaut sind, tragen den Steinpcl einer extensiven Landwirtschaft. Es ist aber eine alte Erfahrmigstatsachc einer hisforiseb-philosophischcii Betrachtung der Landwirtschaft, daß auch in ihr die Gesetze der Auswahl des Passenden wirksam sind. Es ist auffällig, wie sieh in jedem L.-mtlc bestimmte Methoden landwirtschaftlicher Arbeit ncrausgcbildct haben, die in Uchereinstimmung mit seinen besonderen, natürlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Beriingungen Typen von Betriebssystemen schufen, die das Maximum des erreichbaren Erfolges gewährten. Immer noch sind diejenigen Landwirte, die unter neuen Bedingungen in neuen Ländern die Methoden anderer landwirtschaftlicher Gebiete mechanisch anwenden wollten, schmählich mißglückt. Gerade auch die Geschichte der Europäisierung asiatischer •Wirtschaften in Aegypten, in Armenien, im Turan, liefert treffliche Beispiele dafür; last not least haben in der Tat die Kolonisatoren Palästinas, die unbefangen Methoden europäischcr Landwirtschaft nach Palästina übertragen haben, außerordentliche Mißerfolge erzielt. Gerade die einheimische arabische Landwirtschaft mit ihren besonders bevorzugten Kulturartcn mit ihrem Feuchtwcchselsystcm und mit priraitlven arabischen Pflügen stellt ein instinktiv gefundenes System der ״Dry arming Kultur“ dar, die in entsprechenden Gebieten Amerikas als letztes Ergebnis wissenschaftlicher Forschung gefordert wird. Langsam hat sich, ia Palästina erst diese Erkenntnis diirchgcnmgcn. Und das ist nicht zuletzt das Verdienst der Arbeiterschaft Paläsliii.is, der Arbeiter von Nahalal mul Klar jeeheskiel, die auf Grund ihrer Erfahrung in der palästinensischen Landwirtschaft, bei der Schaffung ihrer neuer! Siedlungen von Prinzipiell aus gingen, die den Prinzipien der arabischen Landwirtschaft zunächst angeglichen waren. 11. lim die Richtigkeit seiner Kritik zu beweisen und sozusagen die bisherigen Methoden der Kolonisation ad absurdum zu führen, gibt Dr. Soskin einige Zahlcnbcispielc. Zunächst einmal nimmt er die. Kosten, au{ die jeder Siedler zu stehen kommt, auf 1500 Pfund au. Er bezieht sich dabei auf Zahlen aus den ersten Plänen des Moschnw Owdim. Es ist jedoch allgemein btkannt, dali diese Summe später schon im Voranschlag auf 1C00 Pfund reduziert worden ist. Es dürfte ,׳!her auch Dr. Soskin bekannt sein — ein Blick in die Berichte und Budgets der zionistischen Exekutive beweisen es — daß 111 der Tat die Siedler von Nahalal noch keine 71'10 Pfund für ihre Anxiedlimg erhalten haben, was den von Dr. Soskin angegebenen 000 Pfund der Vorkriegszeit unter Berücksichtigung der gestiegenen Invcntarprcisc schon fast glcidikonimt. Geradezu absurd mutet cs .aber an, wenn zum Beweis der Unrentabilität rier neuen Betriebe, zum Beweis auch ihrer Unmöglichkeit, Zinsen und Amortisation zu zahlen, ein Beispiel konstruiert wird, eine fiktive Betriebsform schaffen wird, wie sic in der Wirklichkeit nicht vorkommt. Allerdings, ein Betrieb von 100 Dtinnni, auf dem nur Weizen gebaut wird, der in seiner Gesamtheit verkauft werden muß, kann nicht mehr citibringen, als gerade zur Deckung der Zinsen und Amortisationen ausreich(. Eine solche Wirtschafts• form ist in der Tat ״eine ökonomische Unmöglichkeit". Aber sic besteht ja auch mir in der Vorstellung von Dr. Soskin. Er braucht diese Fiktion, um einen scheinbar Wissenschaftliehen, auf Zahlen gestutzten Beweis seiner Theorien zu gehen. Es ist nicht schwer, sich ein fiktives, auf absolut unwirklichen und unmöglichen Grundlagen beruhendes Wirtschaftssystem .־uifrubauen, um dann nachher die Unmöglichkeit dieses Systems zu beweisen. Man kann in der Landwirtschaft nicht mechanisch alle Erträge auf die Einheit Weizen bringen und berechnen, wieviel Pfund wird hei einem angenommenen Ernteergebnis und einem angenommenen Preise daraus herausgewirtschaftet werden. Der landwirtschaftliche Betrieb stellt ein organisches Ganzes dar, in dem jeder Wirtschaftszweig zum andern wechselseitige und komplizierte Zusammenhänge unterhält, so dal! man nicht einmal die Rentabilität des einen oder des amlern klar erweisen kann. Ein Vergleich der Wirtschaflsberichtc der ersten Jahre von Nahalal und Kfar Jeeheskiel mit dieser fiktiven Weizenwirtschaft lassen die Unhaltbarkeit dieses konstruierten Beweises klar erkennen. III. Das System der landwirtschaftlichen Kolonisation, zu dem man nicht auf Grund abstrakter Theorien, sondern nach einer vierzigjährigen Erfahrung allgemein im Lande gekommen ist. beruht auf den natürlichen Grundlagen jeder bäuerlichen Wirtschaft in einem neu zu erschließenden Lande, dem der Autarkie, der Selbstbefriedigung der primären Bednrfnisse im eigenen Betrieb. Es ist dabei interessant, festzustctSeu, daß gerade auch diese neuen Betriebe die ersten waren, die über den eigenen Bedarf an sämtlichen Produkten hinaus Ueberschüssc erzeugen, und die Gemüse und Milch in die umliegenden arabischen Dörfer verkaufen. Jede Komplettierung eines Betriebes wie die Forcierung einer bestimmlen Kuliurari kann nur das Ergebnis einer längeren Entwicklung und die Folge besonderer .natürlicher oder wirtschnfilichcr Bedingungen sein. Die deutschen Betriebe bei Jaffa, die Dr. Soskin als Beispiel und Vorbild an führt, haben auch erst mit Autarkie unter natürlicher Bevorzugung der Getreidekultur angefangen und erst, als sich die natürlichen Bedingungen wandelten, als der Boden nach jahrelanger Arbeit in gutem Renrbcitungsnistand und nach jahrelanger Düngung mit Nährstoffen angefüllt war, als die wirtschaftlichen Bediuguugcn durch das Entstehen eines starken und konstimkrüfflgcn Absatzmarktes in Tcf-Awi'w es erlaubten, gingen sic zur besonderen Pflege der Gemüsekultur und der Milch- Wirtschaft über. Denn dies ist das Entscheidende: neben den natürlichen Bedingungen, die für die größere oder gcfingere Leichtigkeit entscheidend sind, mit der intensive Kulturarten riiigefiihrt werden können, stehen die wirtschaftlichen Bedingungen, insbesondere die Absatz- und Verkehrsverhältiiisse, die für das Wirtschaftssystem, auf dem die Agrarkolonisation aufgebaut sein muß, den Ausschlag gehen. Es wird daher Aufgabe sein, im folgenden zu untersuchen, ob die wirtschaftlichen Bedingungen Palästinas, selbst abgesehen von den natürlichen Erschwerungen, heute bereits erlauben, das System der intensiven gärtnerischen Kleinbetriebe zur Grundlage unserer Kolonisationsarbcit zu machen. (Fortsetzung folgt.) n •jy *if ff ,'Die Lolme In der plüsSfcKsfcttea ZfprcU! Da sich seit längerer Zeit aus verschiedenen Gründen gerade in den Reihen der Zigarettcnlabrikanten eine starke Neigung zur Eröffnung von Betrieben in Palästina bemerkbar macht, dürfte eine Zusammenstellung der Löhne von Interesse sein, die in dieser Branche in Palästina gezahlt werden. Eine solche Berechnung wurde uns von palästinensischer Seite in anderem Zusammenhänge zur Verfügung gestellt. Sic bezieht sich auf einen kleinen Betrieb, der täglich ein Minimum von 100 kg Tabak verarbeitet; inwieweit die Ziffern zutreffen, können wir natürlich von hier aus nicht kontrollieren: 1 Arbeiter für das Schneiden des Tabaks 1 Hüiscnmacher 3 Packer 2 Mädchen für das Bekleben der Schachteln 1 Träger 1 Ersatzmann l Fachmann als Aufseher beim Sortieren des Tabaks 1 Mechaniker als Aufseher 1 Gehilfe für den Mechaniker 1 Aufseher für das Lager 1 Buchhalter; 1 Bürobe,•unter 1 Geschäftsführer zus, 2] Arbeiter Eine solche kleine Zigarettenfabrik, die tätlich mindestens!Oft kg Tabak verarbeitet, stellt aus diesem Quantum 128 000 Zigaretten täglich her =100־6 ־ Schachteln (je 20 Zig,•!reifen in einer Schachtel) zum Durchschnittspreise von U/2 P. die Schachte!. Somit stellt die Fabrik täglich Ware im Gesamtwerte von £ Q$,— her (11/2.6-100). Ich überlasse cs den Sachverständigen, noch genauere Kalkulationcu nt machen und naciutiptüfcii, ob dabei 'auch ■mit einem Profit zu rechnen ist. Meine Absicht ist nur, ein Bild über die Organisation des Kleinbetriebes in der Zigardtenfnhrikadon zu entwerfen, und die finanziellen Berechnungen, wie eventueller Profit und Betriebskapital, lagen außer dem Bereich Steiner Betrachtungen. Dieses Thema muß besonders behandelt werden, jedoch will mir scheinen, daß nur eine fiüphlijjc ■Betrachtung genügt 25.- 20.- ()0.- 40.- 20.- 20.- ־.גד " -.75 ״ -.50 ״ -.30 ״ -.50 ״ -30 ״ -100 ״ , § W5um das Unternehmen vorteilhaft erscheinen zu lassen, y. genügt schon, darauf hlnzuwdsen, daß bei einem Umsatz Voj £ 06.— täglich für Arbeitslöhne nur £ 6.05 ausgcgebt.11 * werden. Es sind schon aut nichtjüdischcr Seite verschiede»{ 1 Unternehmungen dieser Art entstanden, und cs wird auch j weiterer Arbeit geschritten. Man beobachte nur, was jenseits { der Judengassc geschieht — in Jerusalem, Haifa!«,w. _ j und man wird sich davon überzeugen müssen, daß andere f Leute durchaus nicht die Hände in den Schoß legen.! Ansiedlungslioslea einer Familie | Aut die Anfrage von Juden aus Lodz, ob 100 Dunam I für den Unterhalt einer fünfköpfigen Familie genügen, er. widerte die palästinensisch-zionistische Exekutive, daß diest Fläche im allgemeinen groß genug ist, und daß man bei Ansicdlung in der Nähe einer Stadt sogar mit weniger auskoinmt. Dieser Antwort ist ein Voranschlag beige[״’;;(; wonach — vom ßodenpreis abgesehen — £ 675 für die I Ansiedlung einer Familie erforderlich sind, ja auch nur £ 600, j wenn sich die Familie mit einer Hoizbaracke, wie sic in I den meisten Kleinsiedlungen des Keren I Lijcssod üblich ist j statt eines Steinhauses, zufrieden gibt. Die Exekutive tnu4 f in erster Linie den Erfordernissen der bestehenden Siedlungen . 5 entsprechen. Dies die Feststellung auf die weitere Frage,; ob die künftigen Siedler eine materielle Unterstützung des | Keren Hnjcssod erwarten können. Immerhin sei die Exc- | kutive bereit, nuch diesen Siedlern mit bescheidenen Summen 1 aiiszuhelfen. Man werde keinen Siedler in Stich lassen, der J Hilfe braucht, um sich dauernd mit dem Lande zu ver. [ binden. Der Unterstützungsbetrag läßt sich nicht im voraus bestimmen, da er von der besonderen Lage jedes Kolonisten abhängt. Dr.s Kolonisations-Department der Exekutive wird! jedenfalls mit seinem Rat den neuen Siedlern ebenso zur Verfügung stehen wie den schon ansässigen. 5 Einschließlich Kaufpreis des Bodens, der in einiger Entfernung von der Stadt um etwa £ 500 für 100 Dunam einj schließlich Amelioration zu haben wäre, erfordert also die 1 Ansiedlung einer Familie zirka £ 1000—1100. Die Zahlung j des Bodens kann aut Vier Jahre verteilt werden. f■ Die Wirksamkeit der Hypothekenbank. Mit Hilfe der Hypothekenbank der Zionistischen Organisation, in die der Keren Hnjcssod £ 50.000 investiert hat, wurden laut ״Palestine Correspondcncc" bisher in Palästina 301 Häuser erbaut, und zwar 225 in Tel-Awiw, 49 in Haifa und 32 ia Tibcrias. Diese Bauten bilden den Grundstock der ncuea jüdischen Stadtviertel Tcl-Nordau und Nordia in Tel-Awiw, Hadar HakanncI in Haifa und Kirjath S c 11 m u c i in Tibcrias. Die Bank, deren Hauptbüro sich in Tel-Awiw befindet, hat 306 Darlehen im Gesamtbeträge von £ 48.733 gewährt, die sich wie folgt verteilen: Jaffn-Tcl-Awiw Haifa Tibcrias Jerusalem 225 Darlehen im Gcsamtbctr. v. £ 32.630 0.324 £ ״ ״ ,, ״ 43 32 n tt ff ff £ 6.11Ö 1 « » >* n & Wie ersichtlich, hat die Hypothekenbank ihre Arbeit aul die jüdische Stadt Tel-Awiw konzentriert, wo eine Hochkonjunktur in der Bnubranchc herrscht, hingegen wen(״ Darleben in J e r 11 s a le m gegeben, das im großen ganzen der Palest ine Building Loan and Saving Coopera« tive Society überlassen bleiben konnte. Die Hypothekenbank beobachtete bei Gewährung von Kre• diten alle nötige Vorsicht. 40 «0 der Darlehcnsgesuche mußten mangels genügender Sicherheit oder wegen des begrenzten Betriebskapitals ab gewiesen werden; auf 559 Anträge entfielen nur 306 Dariehcnsbewilligungcn. Die Leiter der Hypothekenbank setzten sich mit aller Energie dafür ein, daß alle Rückzahlungen prompt cingchen. Baupläne der Jerusalemer Spar- und Darlehnskasse. Die Leitung der Jerusalemer fjalwa'ah Wcchissachon (Spar- und j Darkbtiskasse) hat den Beschluß gefaßt, ihren Mitgliedern | beim Hausbau zu helfen. Es besteht der Plan, ein großes J Terrain im Anschluß an eins der bestellenden neuen Viertel I zu erwerben und dort Drcizimmcrhäuser zu errichten, von denen jedes sich auf 500 £ stellen, soll. 25"/« der Kosten soll der Bauherr selbst aufbringen. Das übrige soll von der Halwa’ah Wcchissachon auf 18 Jahre gegen monatliche Ratenzahlung geliehen werden. Die. Leitung nimmt an, daß es ihr im ersten Jahre möglich sein wird, ׳ 43 Häuser zu beleihen. 1 Straßenbau auf dem Karmel. Demnächst beginnt der Bau einer 6 km langen und 6 nt breiten Straße zwischen den Liegenschaften der Paiestine Development Co., der American Real Estatc Co. und der rumänische« A c h u s a h auf dem Berge Karmel. Der Bau wird für die nächsten sechs Monate mindestens 200—250 Arbeiter cffordern. Die Bautätigkeit in Haifa. Eine afrikanische Gesell־ schaft zur Förderung der Bautätigkeit in Palästina hat für die Errichtung neuer Häuser in den neuen Wohnvierteln .Haifas £ 15000 Darlehen gewährt. Man nimmt an, daß in den nächsten Monaten mindestens 50 neue Häuser erbaut werden.; Die Bautätigkeit in Tel-Awiw ist noch in vollem Schwung. Es sind viele neue Häuser sowie eine neue Gartenstadt ״Ram a th Gan'‘ an der Straße nach Pctach Tikwah im Bau. Die elektrische Station In Haifa. Mit den Arbeiten zur Errichtung der Ruthenberg-Station für den Distrikt Haifa wurde bereits begonnen. Sic werden sechs Monate dauern und über 100 Personen beschäftigen. Die Kosten der Stationsbauten sollen sich auf £ 15000 belaufen. I Marnicladcfabrikatlon in Rischon und Slchron. Da große Weinvorräte in den Kellern von Rischon le Zion und Sichren Jakob unverkauft Zurückbleiben, beschloß j man, sich der Zubereitung von Marmelade und kon- I densiertem T raukensaft zuzuwenden. Ein Versuch I im Vorjahr erwies sich als erfolgreich. Es wurden 35 Tonne« I kondensierten Taubensafts erzeugt und nach europäischen, j besonder» englischen Märkten verschickt. Eine neue Vakuum- I Maschine, im Werte von £ 1.000, kam jetzt in den Kellern ן von Sichren zur Aufstellung. Fast die ganze diesjährige ן Ernte, außer einigen hundert K.intar Trauben, die für die J Zubereitung von Süßweinen bestimmt sind, wird für Jam und kondensierten Traubensaft verwertet.; Die Drainage der Kaharasümpfc. Die Drainagcarbclfc« bei den Kabarasümpfcn haben begonnen und werden voraus•; sichtlich fünf Jahre dauern. Während der nächsten sechs Monate finden 300 Personen dort Beschäftigung, Man wird hier während der ganzen Zeit mindestens 25—30 Aufseher und Zeichner benötigen. Die Tcl-Awlwcr Gerberei. Die Firma Lefkowltz In J Tel-Awiw hat den Lagerraum ihrer Gerberei fertig- J gestellt und mit dem Ankauf von Viehhäuten in der Une' gebung Jaffas begonnen. j Eine Schokoladenfabrik' ist von dem Warschauer Fabrl*! kauten £. Wagner in Tel-Awiw eröffnet worden. I

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