Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 73 (12.9.1924)
- Date
- 1924-09-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652664--16029-2675385- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
I Nsinasacr IS T,T '71׳ XJ2 r iU 1־ יד 4 e M :־/ י€־״ך ־ U/KJ J 4- 59 rtCji 14 j 1 **•% i •ץ״ lO'i/״״ r \ > '''***/.* »j)״— ^v■״* ף׳• |1 Iä K/ktf la^ ,,, 44 lk W ) i> * n 4 Eine Skizze von Dr. Kronstein (Schluß) 3. D a r 1 e 11 e n s b c d i n p u n g c 11. D a r I c g u n g. — Die Bclcili tingssummc vvij־<i nach demjenigen Betrage bemessen, (Sen der Immobilien• besitz des Unternehmens (cinschl. I n v c n t a r) im baue einer Veräußerung des Betriebes zwecks seiner Fortführtin״ erzielen würde,’und zwar macht die Beleihungssimunc 30 bis‘ 60 0',״ dieses Wertes aus. Innerhalb dieser Grenzen, wird der Bclcihungssaiz nach den Ertragsaussichten der Volkswirtschaftlichen Bedeutung des Unternehmens und den zu,;.,:;׳- liehen Sicherheiten vereinbart. Solange das Unternehmen ohne Ertrag arbeitet, darf die Mindcstnonn von 30 °/n nur ansnahmsweise überschritten werden und keineswegs hoher als 0/0 10׳ 6ein. Der Hypothekenzins ist gleich dem Pfandbriefzuts zuzüglich eines Betrages, der zur Deckung der BürgschnUsprämic, der Verwaltungskosten und der Bildung einer Reserve bestimmt ist. Die Bank ist ferner am Gewinn der Dar Ich nsnehmer beteiligt, und zwar im Verhältnis der Dnrlchnssumme zum U/s bis 2facl1cn Betrag des Eigciiknpitals. (Ist die Darlchenssummc 1000 Pfund und das Eigenkap1t.il 2000 Pfund, so bekommt die Bank V/ des Gewinnes.) Diese Gewinnbeteiligung ist aber nur insofern zahlbar, als sic den festen Zins über •teig!. Jeder Darlehensnehmer ist verpflichtet, seine Buchführung nach der Weisung der Bank cinzurichtcn, ihr E Di - sicht in seine Geschäftsbücher zu gewähren. ohne. Erlaubnis der Bank keine n i c h t i ü <1 i s c It e Arbeiter ciu/ustellen (es sei denn, daß cs uiibeumgt erforderlich ist) und seine Streitigkeiten mit den Arbeitern nur sch icdsgcrichtlich zu erledigen. Diese sozialen Verpflichtungen laufen noch zwei Jahre nach der Rückzahlung des Darlehens. Zur vorzeitigen Kündigung ist die Bank berechtigt, wenn ein erheblicher Verlust entsteht, oder drei Jahre hintereinander kein Gewinn erzielt wurde. Die Tilgung des Darlehens erfolgt allmählich in Form einer Annuität. Begründung. — a) Der Betrag. Das Darlehen hat zwei Höchstgrenzen, von denen die jeweils kleinere maßgebend ist: das Zehnfache des Aktienbesitzes und 30 bis 60 0/0 des Pfandbriefobjekte s. Diese Grenzen dürften einem gesunden Krcciitbediirfms genügen. Bet einer durchschnittlichen Bcleihungsnorm von 50 °/0 bekommt der Unternehmer die Hälfte des Anlagekapitals kreditiert, sodaß er nur die andere Hälfte sowie das Betriebskapital ztt beschaffen hat, wobei es ihm unbenommen bleibt, das letztere durch kurzfristige Kredite bei anderen Bankanstalten zu verstärken*). b) A n n u i t ä f. Außer dem Pfandbriefzins hat der Darlehensnehmer noch folgende Lasten zu tragen: Reservebeitrag, Bürgschaftsprämie, Vcrwaitungskostcn und Amortisation. Die ersten beiden Teile brauchen zusammen nicht mehr als 16 0/0 des Kapitals zu betragen. Denn nimmt man hiervon 3 fV0 als Bt'i r g s c 11 a f t sp r ä m i e an, so bleiben für die Reserve 7»/i des Kapitals jährlich; dann würde unter Berücksichtigung der Zinscszicsen in etwa zehn Jahren eine Reserve in Höhe des Aktienkapitals gebildet werden. Die Erhebung des Reservebeitrags ist deshalb notwendig, um die Rcscrvehildung von der Erzielung eines J a h r e s g c 'v i n n c s unabhängig zu machen. Die lö ft/0 vom Knmtnl bedeuten 1 ס/יי vom Pfandbriefumlauf (:!er ja das Zehnfache des Kapitals betr.-men soll), Da diese Rate von 1 <0/י durchaus tragbar ist, und da die Tilgung mit 1/3 p/0 jährlieh genügen würde, so könnte eine wesentliche Verteuerung des Kredites nur durch die Verwaltungskosten entstellen. Ueber ihre Höhe, die übrigens sehr von dem Umfange des Unternehmens abhangt, bin ich nicht in der Lage, «ine Schätzung abzugeben, da mir die einschlägigen Verhältnisse in Ercz-Israel und England bzw. Amerika unbekannt sind. Hier liegt jedenfalls der entscheidende Punkt: sind die Unternehmungen in Ercz* Israel in der Lage, einen Zins zu bezahlen, der die Verzinsung der Pfandbriefe um DA 0/0 ’(Rescrvcbcitrag, Bü rgs c h a f t s p r ä m i c, Tilgung) plus Vcrwaitungskostcn übersteigt? c) Dje Gewinnbetetligun g verfolgt verschiedene Zwecke: sic vergrößert die Interessengemeinschaft zwischen der Bank und ihren Kreditnehmern und sie erlaubt, die Pfandbriefe mit dem Anreiz der Losgewinne atiszustarten; ferner werden hierdurch die Lasten nach der Leist u!1 g s f ä h i gk c i t verteilt. O h n c die Gewinnbeteiligung müßte der Hypothekenzins entsprechend erhöht werden; mit der Gewinnbeteiligung sind aber die Beiträge der Kreditnehmer desto größer, je höher ihre Gewinne sind. Ferner wird die Gewinnbeteiligung der Bank im Zusammenhang mit dem Zwang zum Aktienbesitz den Unternehmer zur notwendiger. Zurückhaltung bei seinen Kreditanträgen veranlassen. Im übrigen ist die Gewinnbeteiligung vollständig gerecht, da ja das Bnnkkapital im Betriebe mitarheitet, also den Gewinn mitschafft; und wenn die Bank auch keinen Verlust trägt, so wird dieser Umstand dadurch berücksichtigt, daß bei Gewinn- Verteilung das Eigcnkapital des Unternehmers doppelt gerechnet wird. d) .Geschäftliches und soziale Bindungen dürften 1m vorgcschlagcnen Maße für jeden national denkenden und anständigen Kaufmann durchaus tragbar sein, umsomehr als sie in seinem Interesse liegen. Im übrigen ist der Darlehensnchmcr nicht dem Diktat der Bank ausgclicfert; die Berufung an ein Schiedsgericht steht ihm immer frei. 4. Verwaltung. Darlegung. — Das oberste Organ ist der Verwaltu ת gs rat, dessen Mitglieder je zur Hälfte von den Aktionären und von den Bürgen gewählt werden. Der Vorsitzende wird von der Zionistischen Organisation bzw. der Jewish Agency ernannt. Der Vorsitzende hat das Vetorecht gegenüber allen Beschlüssen des Vcrwaltungsratc«, die den Interessen der Pfandbriefbesitzer und dem Gescllschaftsvcrirag widersprechen; diese Konflikte werter» schicdsgc r i c 11111 c h erledigt. Der Vorsitzende hat ferner sämtliche Hypotheken unter seinem Verschluß, und das Inverkehrbringen neuer Pfandbriefe wird von ihm nur gegen Ucbcrgabc der entsprechenden Hypotheken gestattet. Die leitenden Beamten der Gesellschaft sind der Geschäftsführer und der Revisor, jener wird von der A k 11 o n u rg rt! p pe des Vcrwaltiingsratcs, dieser von den Burgen bestellt. Dem Revisor liegt. neben der Kontrolle der laufenden Geschäftsführung der Bank auch die Ucberwachung des Geschäftsganges der Darlehensrteh* 5זשי oh;..Revisor hat das Vetorecht gegen Maßnahmen der Geschäftsführung; die Entscheidung fällt dcrVcrwaltungsrat. Begründung. — Die eigenartige Stellung des VerwaltungsratsVorsitzenden erklärt sich aus folgenden Gründen: *) Der Höchstbetrag dieser Kredite wird allerdings durch die Erez-Isracl-Bank festgesetzt. a) Im Unterschied von den Aktionären und Bürgen sind die P f .1 ndb r i c f b e s i t z c r selbst nicht Ln der Lage, ihre Iniere.-.sen zu wahren; deshalb muß für sic ein Vertreter bcstellt werden. b) Dieser ist zugleich der unparteiische Leiter des aas zwei gleich starken Interessengruppen bestehenden obersten Organes der Bank. c) Die Ernennung des Vorsitzenden durch die J c W 1 s h A g c n c v macht ihn zur Stimme der V o 1 k s g c 5 a in t h c i t in der Leitung eines volkswirtschaftlich wichtigen Unternekmens. Der Posten eines Revisors und dessen Vetorecht ergibt sich daraus, daß die Bürgen, die ihren Wohnsitz meistens außer 11 alb Erez-Isracls haben, durch einen ständigen Ifeobachter i!1 der Geschäftsführung vertreten werden müssen, der die unangenehmen Uebcrraschnngcn nicht nur nachträglich zu entdecken, solidem rechtzeitig zu verhindern in der Lage ist. 5. Jahresergebnis. Barle״ u n ״. — a) Der Verlust wird zunächst durch Abschreibung von der Reserve und, wenn diese aufgebraucht, durch ’ E i n z a h 1 u n g der Aktionäre auf ihre 11.1 f t 1111 g s s n nun e gedeckt. Ist die Haftungr,summe durch diese Einzahlungen erschöpft, so sind die Bürgen bcrechtigl, die Liquidation der Bank zu beantragen. Hierdurch werden sämtliche Hypotheken spätestens in drei Jahren seit dem Liquidationsbcgiiiu fällig. b) 10 bis 20 ס/״ des G c w i n n e s werden der Reserve g 111 g ׳׳ s e 11 r i 0 Be 11; von dem Rest gehört ein Viertel den A k t i o 11 ä r c 11 mul drei Viertel weiden an die Pfandb r i c f bc s i t zc r ausgcsch-üttct. Die Dividende darf 7 «0 jährlich nicht übersteigen; sic wird zunächst nicht ausgczahlt, sondern den Aktionären so lange als eine verzinsliche Forderung gu'.gcschricbcn, bis di se den Betrag der llafuingssnmmc erreicht hat. Erst dann wird die Dividende bar ausgczahlt. Begründung. — Die Einziehung der Haftungssumme im Falle eines Jnlircsverltistes ist die Erfüllung der von den Aktionären übernommenen Verpflichtung. Da diese Einziehttng immerhin sehr lästig werden kann, so muß die Bank bcstrebt sein, durch Zuruckhalten der Dividende sich eine Deckung für die Haftungssnmmc zu beschaffen. Diese Deckungsart hat für die Aktionäre den Vorzug, daß sie ihrerseiis keine neuen Einzahlungen erfordert. Das Ganze mag sehr kompliziert erscheinen. Das fragliche Problem ist aber viel zu verwickelt; deshalb kann die beste Lösung nicht gleichzeitig die einfachste sein. Im übrigen wäre die Verwicklung nur dann ein Nachteil, falls durch die Geschäftsführung die Bank schwer• fällig werden würde. Das ist nicht der Fall; die meisten Bedingungen des Gcseilschaftsvcrtragcs haben mit dem tagliehen Betrieb nicht das Mindeste zu tun. Die Bedeutung der Bank geht daraus hervor, daß augenblicklich die Finanzierung des Aufbauwerkes hauptsächlich aus den Spenden bestritten wird, denen ziemlich enge Grenzen gesetzt sind, und deren Aufbringung mit betrachtliehen Spesen verbunden ist. Das U n t c r n c h'nt 0 rk a ו ס t a 1 wird nicht zuletzt durch mangelnde K rc d i t m ö g l i ch - keit .!!)gehalten. Wird dieses Hindernis beseitigt, so erhöht sich der Zufluß des Untcrnehmcrkapitals, folglich auch der Unternehmer pc r so nli chk c iten, und vor allem entsteht ein immer breiter werdender Strom des jüdischen und nichtjüdischen S p .1 r k ,1 p i t a 1 s. Berücksichtigt man noch, daß jede Kapitalmasse Lct normalen Verhältnissen sine Selbstwachs• tumslcndenz besitzt, so ist cs klar, daß eine Bank für lang• fristige Wirtschaft;.krediic in einigen Jahren die Kapitalversor• gung und das Kolonisationstcmpo derart steigern kann, wie mau es heute nicht träumen darf. jeder auf ihre Lösung hinzielcndc Schrift begrüßt wird (siehe Ilaarcz vom 19. August); und jede Verzögerung und Hinatisschicbung auf diesem Gebiete erfüllt die dortigen Juden mit Mißtrauen und mit Verzweiflung. Um eine wirklich große Sache zu schaffen, wurde die Gesellschaft ins Leben gerufen. Sie hofft auf weitestgehende Unterstützung aller Gesinnung*, genossen. Die Tatsache, daß alles, was unternommen wird, nur im Einverständnis mit den Waadtm geschehen soll, gibt die beste Gewähr, daß die Einheitlichkeit der jüdischen Siedjungen von der alten Jivlenstadt bis auf den Karmel hinauf gesichert sein wird. Wir erwarten also, daß auch die Exeku■ tlvc uns jede moralische und materielle Hilfe gewähren wird, um das gesteckte Ziel in kürzester Zeit zu erreichen. Juda Bornstein. ״L’asan Kalla“ Leben«• und .Tnril- Jult- Zu- Infi 01 lnd»x Sthra• 97,1 102,0 4,9 97,8 99,1 1,3 91,0 93,9 2,0 93,6 9S,3 ...2,7 üroftltan• Anziehen der Getreide und Mehlpretse Die Preisbewegung 18 Palasllaa im Juli Folgende Tabelle gibt den Großhandelsindex für Hcizmittcl im Juli 1024 wieder: Zahl dor b'obarhtot. Waran 1. Getreide und Fleisch 13 II. Andere Lebensmittel und Obst 31־ III. Hcizmittel u. Verschiedenes 1J_ Gesamtindex 58 Im Durchschnitt hat sich der Preisstand im dcl wiederum um 2,7 ס/י׳ gehoben und ist nunmehr nur um 1,3 «/o niedriger als voriges Jahr, und zwar hauptsächlich infolge der Steigerung von Getreide und Mehl, 80• wie auch der zeitweise leichten Veränderungen in Fleisch und Milchprodukten. Die Wcizenprcisc, die im Juni gesunken waren, haben sich Anfang Juli wieder erholt, blieben eine Zeitlang stabil, um sich darauf noch weiter zu erhöhen. Loko• mehl blieb in den ersten drei Wochen unverändert: darauf zog cs aber um PT. 15 per 100 kg-Sack an, während Auslands mehl auf die Bestätigung der Berichte über die schlechten Ernten in den Vereinigten Staaten, Kanada und Rußland hin sprunghaft in die Höhe ging. Die letzten Preise waren per ICO kg: Datum L^komohl Atmlaafiffmohl 3. Juli PT. 185 PT. 190 10. Juli 175 ״ 200 ״ 17. Juli 175 ״ 215 ״ 24. Juli 190 ״ 225 ״ 31. Juli ״ .. 230 Gesamtsteigerung PT. 15 oder 5 °/0 PT. 40 oder 21 «V» An die Gründung der Gesellschaft ״L’maan-Halfa" hat sich eine Presse-Polemik geknüpft, die uns voran• laßle, das Mitglied des Zentralkomitees der Z.V.f.D., Herrn Juda Bornstein, der seit % Jahr in Haifa wohnt und sich gegenwärtig vorübergehend in Deutschfand aufhält, zu bitten, die Ziele der Gesellschaft, an deren Gründung er führend beteiligt war, darzulcgen. Red. Unter diesem Namen wurde im Jahre 1924 eine Gescllschait ins Leben gerufen, die sich zur Aufgabe gestellt hat, alles zu. unternehmen, was der schnellen Entwicklung der Stadt Haifa und des Karmel dienen kann. Mannigfaltig sind die Gründe, die die Initiatoren bewogen haben, sich der Stadt Haifa anzunehmen. Haifa ist die senönstgejegene Stadt Palästinas, Endstation der Eisenbahnlinien Kairo-Haifa und Damaskus-Haifa, Haiiplhnfen des Landes, dessen Ban in nachstcr Zeit in Angriff genommen werden soll, Zentrum der jüdischen Kolonisation tn Galiläa; Haifa beherbergt die großen Fabrikbetriebe, wie Kescher, Schemen, Mühle von Rothsclukl usw. — und wird sich durch das Anwachsen der jüdischen Einwanderung im Lande voraussichtlich sehr schnell entwickeln. Wer die Verhältnisse in Haifa kennt, der weiß, wo die Schwierigkeiten der Entwicklung liegen. Sie lag in der vollkommenen Richtungslosigkcit bei der Erwerbung der dortigen jüdischen Sieolungsflächen, die dazu geführt’ hat, daß wir wohl jetzt bereits einige jüdische Viertel wie Hndar- 1 lakarmcl, Bat-Galini, Neweh-Schansian und kleinere haben, die jedoch in gar keinem Zusammenhang miteinander stellen. Jede Schchunah hat somit die diversen kommunalen Unkosten aufzubringen, was eine Belastung der einzelnen Mitglieder und eine Zersplitterung der Kräfte bedeutet. Wegen dieser Planlosigkeit bei der Wahl der zu bebauenden Böden ist cs so weit gekommen, daß einzelne und die zukunftrclchsten Viertel keine AtLsdelmungsinöglichkeit Italien, da der seinerzeit erworbene Bodenbesitz vollständig vergriffen Ist. Das hat dazu geführt, daß viele Juden Haifas gezwungen sind, teils in der alten arabischen Stadt, teils in der deutschen Kolonie zu wohnen. Speziell die Araber nützen diese Situation aus und fast täglich kommen neue arabische Häuser hinzu, wo Juden für teueren Mietzins schlechte Wohnungen beziehen. Nun liegen zwischen den einzelnen jüdischen Besitzungen bcdcutende Bodcnfläclicn, welche Arabern gehören. Im Interesse einer ruhigen, ungestörten Entwicklung des jüdischen Haifa ist cs notwendig, große Boden flächen in unseren Besitz zu bringen, um alle zerstreuten Siedlungen zu einer einzigen Stadt zu verbinden. Dazu ist et auch nötis», gute Verkchrsinöglieh- Leiten zu schaffen, die auch eine Voraussetzung eines schnellen Wachstums sind. Ferner kommt die Notwendigkeit einer Bau- und HypothekengescUschaft hinzu, uni das 'bauen zu verbilligen, beziehungsweise zu ermöglichen. — All diese. Aufgaben wie auch andere spezielle Unternehmungen, die mit dem Har-HakarnicI verbunden sind (Hotels, Erholungsheime (usw.), die für die Zukunft Haifas bzw. der jüdischen Touristik in Palästina von großer Bedeutung sind, können nur durchgeftilm werden, wenn sich ein Kreis von Menschen findet, der sich diesen Aufgaben widmen will. Wer in Haifa war und mit dem dortigen Jischuw in Berührung kam, der weiß, wie brennend all diese Fragen sind und wie freudig Die größere Stabilität des Inlandmchls hat natürlich zu einer gesteigerten Konsumtion darin geführt und damit zu einen» stärkeren Absatz der palästinensischen Mühlen. Auch der Brotpreis ist von dieser Steigerung etwas berührt worden. Gerste hatte die gleiche Tendenz wie Weizen und wurde am 31. Juli in Gaza mit PT. 83 verkauft gegenüber PT. 90 am 1. Juni und PT. 75 am 1. Juli. Auf dem H a i f .1 e r und j a f f a e r Markt stand D u r r h a nur in geringen Mengen zur Verfügung, wodurch der Preis eine Steigerung um 20 % erfuhr. Auch Kerscnnch und Erbsen zogen an; andere Gemüse und Reis dagegen blieb unverändert. Die Fleischpreise sind Infolge der besonderen Markt• Verhältnisse (über die der Bericht nichts Näheres sagt. — Die Red,) in Haifa scharf aufwärts gegangen, in Jerusalem dagegen nur wenig, in Gaza und Jaffa haben sie sich auf dem Junistand erhalten. Bemerkenswert ist die mit der Jahreszeit zusammen* hängende Knappheit an Milchprodukten. Eier und Milch haben sich nur leicht gehoben, Butter dagegen ist sehr knapp und teuer, bei einem Tagespreis von £E 22 gegenüber £E 16,5 einen Monat vorher. Tomaten, Zwiebeln und Gemüse kosten etwas mehr, frisches Obst ist jedoch reichlich und zu sehr niedrigen Preisen zu kaufen; so wurden Wassermelonen in Jaffa mit PT. 15 verkauft, Trauben in Gaza mit PT. 85, Feigen in Haifa mit PT. 78. Die Nachfrage nach getrockneten Früchten ist naturgemäß gering, nur wenig Abschlüsse finden zu ge• ringen Preisen statt. Wein, Mandeln und Tabak blieben unverändert. Die diesmalige Trauben ernte scheint hinter der vor* jährigen Ziffer zuriickzubleibcn. Wie die folgende Tabelle zeigt, wirkte sich ein Anziehen der Großhandelspreise, wenn auch nur in geringem Maße, bereits in der Entwicklung der Kleinhandelspreise aus. Za (+) 0*1 At>• »*hm* (—>!סן• g*nfib«r d«v Vormon»t '»/# 11,8 — »V׳ 11,6 — 0/י> 0,9 — -f 2,0 0/0 — 0,8 0/0 ס/״ 2,0 — -f• 0,8 0/0 Die geringe Preissenkung in Reis, Olivenöl und Zwie• beln wurde mehr als ausgeglichen durch die Steigerungen für Mehl, Rindfleisch und Milch, wodurch die Gcsamtaus• gaben sich um 7 Piaster erhöhten, und die Indexziffer um 0,8 0/0 stieg. Im Juli 1923 betrug der Index 72,6 0/0 und im Juli 1922 84,0״/«; in diesem Jahr sind die Preise also etwas teurer als itn vergangenen, aber um 9 ״> niedriger gegenüber dem Juli vor zwei Jahren. Zuaahme der Verlegung von Fabriken aus Lodz nach Palästina In letzter Zeit beginnen selbst n i c h t jüdische polnische Zeitungen von_ der immer zahlreicher werdenden Verlegung verschiedener industrieller Unternehmungen aus Polen nach Palästina Notiz zu nehmen. So schreibt der ״Glos Polski“ in Lodz: ״Hiesige Speditionsfirmen überführen größere Trans• portc industrieller Maschinen nach Palästina. Der Trans• portverkehr nach Palästina hat sich im Zusammenhang damit bedeutend verstärkt, zum Teil auch infolge der Aufhebung des Einfuhrzolles auf Maschinen durch die palästinen sischc Regierung^ Wie wir erfahren, liquidiert eine ganze Reiht von rabrikanteu ihre hiesigen Unternehmungen und überführt ihre Maschinen nach Palästina, um dort ihre Fabriken neu zu eröffnen. Die Transporte gehen nach Hamburg und von dort per Schiff nach Jaffa, da dieser Weg viel billiger ist als der über Rumänien und Konstantinopel/‘ P*° ״Hern10n־״Ztgarettonfabrlk, die, wie wir bereits meldeten, In Tcl-Avyiw von Jacob lialpcrin eröffnet werw"(,80! f^a 30—40 Leute beschäftigen. ״Mis’char Wcthassiah zufolge sollen in das Unternehmen £e 30 000 gesteckt werden, von denen £E 10000 bereits investiert wären. «inM* arnMnoheu 6 köpflg. FaroilU In<Ux Januar 1922 f.SK)der tv־UK«Ua Oftbrrmohnartikoi PT. 853 ס/» 100,0 Durchschnitt 1922 ,, 753 ס/״ 88,2 »* 653 ״ 1923 76,6 e/0 März 1924 638 ״ ס/״ 74,S April 1924 655 ״ 0׳,<׳ 76,8 Mai 1924 ,, 659 76,2 «/o luni 1924 633 ״ 0/״ 74,2 Juli 1924 610 ״ 75,0 0/0