Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1924)
- Date
- 1924-09-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2652595-2652663--16017-2675372- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Amman 1× ep/1044017
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
!ד״״׳ק ipun r; 1 ‘ 6. i i ד/ &a».r— r\ \ ד־ד f] / ׳1 ר׳ *sc Redaktion und Verlaß W 15, McinckcstrnOc 10. Erscheint jeden Dienatm' und Freitaf!. Bcztißsprcl» bei der Expedition monatlich 1,85 Goldinark, Vicrtcljilirlich 5,25 Goldmnrk. Au»l*nd•ייHonnemfnt» war1Un in der Wihrung der •Invclnen Linder berechn«!. י;ע;;);ו:מממ;מ—קעומן■ t^saaBwatasarawirT Nummer 72 1 Beritt», 9. IX. 1924 r 1 "׳ ־־ •״״*jp \ץ. > ן / ־ itfrtzfJrtfimmcr ~0,!i5 fihMmärrc 3 /1~׳ r־! er׳! \ 1 I ) V- יי *■*•Jl L, ...,*1 L-׳■ v ־ ע:: Anzeigen-V erwoHutvj.{: Jüditicho Rundschau G. m, b. II., Berlin W 15, Mcineke- *Irnlle 10. — Telephon 1 Anti Bismarck 7165 — 70 Atu»U1״np1«l* 1 R(j#»0iH.Nonp»r«H1(t»alle 0,30Goldmnrk. Süllen• geitidie 0,13 GnldmerV. Jr'Ur liebritUche Am«!ge(110G% AulicliUtf, t)i « * 1 f! g u n d K r 11 e g niebmlilig <4 Uhr ..— •— -־•—י־-״״־־<-•—״•■ . mIMK Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392, Kör Oe«! erreicht P01i*p8rk*«*en«mt Wien, Konto Nr.!'6030 ״* Für T1dtccho1tow«k«h Po«t»p»rk*M«n»mt 1 rag, Koni* Nr, 39110 / Für PoWw P©1t*08fk»1MO*ujt Warachau Nr. 190 708, Redahtiondiichliiß Sonnt«(! und Mittwoch nachmittag. — per ZlonirmuB erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer öffantlicit י׳ אלול׳ תרפ״ד עגממ-־ד׳י.: zzn.vsaxi rechtlich gaslcharten Holmstätta ln Palästina. XXIX. Jahr*, ״Basaler Programm." Aufbauarbeit des Keren Hajessod Der Julibericht.;(rälllfluitn der fl«an7.lfllen Position All r cm ei ne L n g c. Die im Monat Juli in Palästina mit Gehlem des Keren Hajessod ausgeführten Arbeiten hedeuten einen entschiedenen Schritt vorwärts in unserem Aulbmwerk. IX'r Keren Hajessod konnte nicht nur in diesem Monat einen das reguläre Palästina-Budget des laufenden Morats voll deckenden Betrag nach Palästina überweisen, 8011dem die Ueborwcisiing reichte außerdem auch noch aus, um die aiisslclieiiden Rückstände der vorhergegangenen Monate 1ת bestreiten. Das bat natürlich außerordentlich zur Kriiitigung der finanzielle 11 Position ,des Keren Hajessod in Pa- Iästina beigetrngen. Eine besonders erfreuliche Tatsache ist, daß fast alle dein Erziehungs-Departement schuldigen Rückstände nunmehr ausgeglichen sind; seit dem Monat März haben die Lehrer der zionistischen Schulen regelmäßig ihre Gehälter bekommen, wodurch der au! ihnen lastende Druck beträchtlich abgenommen hat. Der Monat Juli war außerdem gekennzeichnet durch die große Zahl der ins Land kommenden Immigranten; insgesamt 1772, davon 774 Männer, 464 Frauen und 416 Kinder. Aus Polen stammten 690, aus Rußland 307, aus Aden (Arabien) 81, aus Saloniki (Griechenland) 72, ,aus Bulgarien 68 und aus den Vereinigten Staaten von Amerika 32. Besonders bcmerkenswert ist die Zunahme der Einwanderung aus Rußland und Saloniki; seit 1919 betrug die größte monatliche Emwaiidcrungsziffer aus Rußland nach Palästina 107, und zwar mit der Noworossyjsk aus Odessa. Der größte Teil der neuen Einwanderer hatte erfreulicher* weize die Hilfe des Keren Hajessod nur bei der Landuig in Jaffa und bei der Passierung der Immigrationsbüros nötig, und beansprucht für die Niederlassung im Lande keine weitere finanziellen Unterstützungen; der Keren Hajessod verausgabte nur 250 £ in Form von kleinen Darlehen an neue Einwanderer für ihre Ansicdluug. Ebenso gute Nachrichten liegen über die allgemeine Arbcitslagc vor. Arbeitslosigkeit gibt es weder ln den Städten noch in den Kolonien, ja cs herrscht sogar einiger Mangel an Arbcilskräf.cn, um die Tabakcrnic so schnell wie möglich hereinzubekommen. Lsndwlrfsehaflliclie Kolonisiffon Für die Landwirtschaft hat der Keren Hajessod in diesem Jahre bereits £ 111 550 verausgabt. Der Erntestand , ist durchschnittlich. In manchen Orten, vor allem in der Umgegend von Tel Adas, war der Ertrag recht dürftig, im südlichen Palästina und in den anderen Kolonien des Emek dagegen war er über mittel. An den Stellen, wo sofort nach der Ernte des Jahres 1923 gedüngt und gepflügt worden war, war die Ernte am besten. Das Landwirtschaftliche Departement hat deshalb beschlossen, für Keren Hajessod-Gelder Zugtiere und die für den Ackerbau nötigen Maschinen bereits im Juli anzuschaffen, um schon jetzt für das Jahr 1925 den Boden zu bearbeiten. Durch einen Vorschuß des Keren Hajessod auf das Budget für das Jahr 1925 Ist dies ermöglicht worden. Die landwirtschaftliche Abteilung steht ferner auch in Unterhandlungen wegen einer großen Bestellung von Kunstdünger, um damit die Produktion der Siedlungen und die Einnahmen der Siedler zu steigern. Derzeit ist man mit Tabakpfliickcn und •trocknen besehäftigt. In En Charod und Tel Joseph sowie aucli in einigen Kolonien, wo mit Hilfe von Keren Hajessod-Darlcben größere Chaluzgruppen organisiert worden sind, sind verhältnismäßig große Terrains mit Tabak bebaut worden. In Judäa steht die Ernte gut und im Emek über Durchschnitt; nur in Galiläa konnte infolge der Tabakkrankheit nur eine Durchsclmittserntc erzielt werden. Durch die nunmehrige Zusammenarbeit der Departements für Landwirtschaft, Handel und Industrie, die vorn Keren Hajessod unterhalten werden, einerseits und der Vereinigung der landwirtschaftlichen Arbeiter andererseits wird in Zukunit der ungeregelte Absatz der landwirtschaftlichen Produkte vermieden werden. Mit dem ״Hamascitbir“, der die meisten Produkte der Siedlungen verkauft, werden augenblicklich Ver- Handlungen gepflogen. Es soll ein spezielles Departement für den Produktenverkauf organisiert werden, besonders für Gemüse, Geflügel, Eier und Milch. Ein besonderer Sachvcrständiger soll den Verkauf der Produkte übernehmen, Informalionen betreffs der Möglichkeiten für den lokalen Markt und die Märkte der Nachbarländer cinzichcn; er wird außerdem die Vorbereitungen der für einen systematischen Gemüsebau nötigen Ländereien besorgen, den Verkauf der Früchte, die 'die Siedlungen in diesem Jahr auf den Markt bringen und deren Ertrag rieb von Jahr zu Jahr steigert, organisieren, u. a. rn. Besonders die Gemüsezucht war dieses Jahr sehr erfolgreich, vor allem da, wo das Land bewässert werdet, konnte, sowie in den in der Nähe von Städten gelegenen Siedlungen. Auch die Geflügelzucht weist schöne Erfolge auf; so konnten im Berichtsmonat große Mengen Geflügel auf den Markt gebracht werden. Die für das Jahr 1924 geplanten Bauten sind nunmehr fertiggestclit. Mit Hilfe der vom Keren Hajessod zur Verfügung gestellten Mittel sind die folgenden Bauarbeiten ausgeführt worden: 25 Kiihstäiic in Nahalal, 15 Kuhställe in Kfar Jcchcskiel, 3 große Baracken in Kwuza Giva, 6 große Baracken in Bellt Alpha, 1 Scheune und Bara.U: als Lagerraum in der Mädchen- Siedlung Schcchunath Borochow, 1 Scheune und Hühnersteige in der Mädchenschule in Nahalal, 16 Ställe in Kfar Malal, 8 Ställe in der Koionic Merchawiah, 1 Stall in der Mädchen- Siedlung in Petach Tikwah, 1 Haus, 1 Stall und Hiihncrsteigc i» Dagania Beth, 6 Baracken in Kw11/.,1t!1 Jadjur, Wasserzisterneu in der Mädchensiedlung Petach Tikwah, l Stall und Zaun in Gan Schmuei,!0 Häuser für Jemeniten ln Rischonle-Zi-on, |7 St.'ilfc In Gedera, 6 Häuser, 13 Ställe in Kfar Uria, die Wasserversorgung der Miidclirnsiedlting in Kfar Uria, Reparation von Ställen und Gebäuden in Kfar Saba Und 180 Baracken in verschiedenen Siedlungen und Kolonien. _ Das alles bedeutet eine ansehnliche Leistung des Keren Hajessod während des laufenden Jahres. Derzeit werden die Pläne für die im nächsten Jahr mit Hilfe des Keren Hajessod zu errichtenden Gebäuden nusgearbeitet. Wie man hofft, wird im August eine Abmachung zur Unterzeichnung gelangen, die die Errichtung einer größeren Reihe von Gebäuden, in erster Reihe in Arbeiterkolönien und in der Kwuza Kirjath Anawim, vorsieht. Ein entschiedener Forlscliritt ist im Berichtsmonat auch auf dem Gebiete des Botlcnkaiifes zu verzeichnen. Die Pl.DC., an deren Aktienkapital der Keren Hajessod stark beteiligt ist, hat 16 000 Dunnm in der Gegend der Eisenbahnstation Afulc im Emek Jesreei gekauft. Die Hälfte dieses Gebietes übernimmt die American Zion Commonwealth zwecks Abrundung ihres Territoriums von Balfouria; die andere Hälfte ist für Privatverkäufe bestimmt. Auf diese Weise wird cs möglich werden, in Afulc eine jüdische Stadt nnztilegcn, die das Zentrum des ganzen jüdischen Landwirtschaftsdistrikts im Emek werden wird, der in der landwirtschaftlichen Kolonisation der letzten drei Jahre die stärkste Leistung des Keren Hajessod war. in Palästina und damit der Erschließung von neuen Arbeit»- möglichkeilen einen staikeii Impuls verleihen. Das Gesetz tritt in kurzem in Krait, und in der Zwischenzeit besteht für vornushlickemlc Fabrikanten die Möglichkeit, Maschinen ohne Zollabgabe zu importieren, obwohl noch eine Bank« garanlic gefordert wird. Ifrrbcrl Samuel bleibt Jerusalem (J. T. A,). Am 2. S.p'embcr wurde Wer amtlich mitgctcilt: Sir Herbert Samuel hat während seines Aufenthalts in London mit dem Kolonialamt ein Abkommen getroffen, wonach er seinen Posten ah Oberkommissar für Paläsllna weitere fünf Jahre — vom Zeitpunkt des Ablaufs seiner jetzigen vertraglichen Amtsperiode gerechnet — bc« kleiden wird. ־־ ־ ..— " ' VHUWJJI.,.11 •av WH IV.I «ZV IS ü 1■ III Kt, I am 3. September wieder in Jerusalem emgetroffen. Es ver• lautet, daß Herbert Samuel m etwa 11 Tagen wieder nach London reisen wird, um mit dem Kolonial,amt über die schwebende Palästina-Anleihe sowie über mehrere andere wichtige Fragen Vereinbarungen zu treffen. Dieser Aufenthalt des Oberkommissars in London wird etwa eine Woche dauern. Wie die Pal. Tel.-Agentur erfährt, ist die palästinensisch• jüdische Gemeinde-Verordnung von dem Kolonialamt noch icht ratifiziert worden. Slädllsclte Kolonisation nnd Arbeit Der K. H. ist in hohem Maße am Solei Boneh beteiligt. Mit Hilfe der vom K. H. begründeten und unterhaltenen Allgemeinen Hypothekenbank von Palästina ist cs ermöglicht worden, die Bautätigkeit, auf weichem Oebict der Solei Boneh die erste Stelle einnimmt, in ziemlichem Umfange auszuiibcn. Außerdem hat der Solei Boneh an der Ausbildung von jiidischcn Bauarbeitern mitgewirkt Der Keren Hajessod erwarb Vorzugsakten des Solei Boneh zum Nennwert von 8000 £. Auf diese Vorzugsaktien steht ein bestimmter Teil aus dem Gewinn des Solei Boneh bis zu einem Höchstwert von 6 0/0 zugute. Es ist zu hoffen, daß der Sold Boneh auf diese Weise in der Lage sein wird, seinen Betrieb auf eine ge- Kunde Grundlage zu stellen und sich zu einem glänzenden Bnmmferndmien zu entwickeln. Außer dieser Beteiligung au Aktienkanital wurde dem Solei Boneh noch ein Darlehen vom Keren Hajessod gewährt zwecks Ermöglichung der vollständigen Llniiidienmg seiner früheren Tätigkeit als Misrad Laawodoth Z.iburioth. Dieses Darlehen ist rückzahlbar in jährlichen Zahlungen von 2000 £. ■ Jm Juli sind mit Hilfe von K.H.-Gcldern die vcrschiedensten öffentlichen Arbeiten ausgeführt worden, wie z. B. Drainagearbeiten in Hadar Hakarmcl, dem neuen Viertel von Haifa, die Erbauung einer Kraftstation des Rutenbergwerks bei Haifa, an dessen Kapital der IC. H. in beträchtlicher Höhe beteihgt ist. im neuen Misrachl-Vicrtcl nördlich von Jerusalern wurden 10 Häuser gebaut, während gleichzeitig im Süden von Jerusalem eine andere Misrachl-Koloni;, Mcloor Chaim, mit 18 Häusern auf K. K. L.-Boden angelegt wird. J11 den Monaten Februar und März war neuerlich versucht worden, für den jüdischen Arbeiter in den alten Kolonien Beschäftigung zu erschaffen. Es wurde eine große genosscnschaftliciic Gruppe von 299 Arbeitern gebildet, die sich fiir Arbeiten in den Orangeplnntagcn von Petach Tikwah verpflichten sollte. Man halte damals geglaubt, daß eine große, genossenschaftlich nicht als Unternehmer auftretende Gruppe, wo einzelne Arbeiter nicht Unterkommen konnlcn, Erfolg haben würde. Seit dieser Zeit sind sechs Monate vergangen, tmd es scheint, obwohl die Zeit noch zu kurz ist, um über diese Gruppe ein endgültiges Urteil fällen zu könneu, daß die Sache wirklich von Ertoig gekrönt sein wird. Die dieser Grunpe angehftreuden Arbeiter haben Ocschäftigung bei den Privatkolonisien in Petach Tikwah bekommen und sie zur Zufriedenheit der Arbeitgeber ausgeiülirt. Die Zahl dieser Arbeiter ist bereits auf 250 nngcwacliscn; sic sind sämllich entschlossen, bei dieser Arbeit auszuharren. Die Gruppe verfügt über lebendes oder anderes Inventar, das ihr der Keren Hajessod beigcstellt hat. weswegen sic ln der Lage ist, den Farmern auch ihrerseits Bedingungen zu stellen und mit der arabischen Arbeit zu konkurrieren, was für den einzelnen Arbeiter viel schwieriger ist. Es müssen Jetzt angemessene Wohiigelegenheitcn in Petach Tikwah geschaffen werden, um diese Arbeiter noch fester in der Koionic zu verwurzeln. Für diesen Zweck soll aus Mitteln des K.H. ein Stück Boden gekauft werden, auf dem Baracken, Ställe usw. zu errichten sind. Der Erfolg der Arbeitertmppc hat neue Immigranten, die in den Weingärten und Pflanz,arbeiten ln Rechoboth Beschäftigung fanden, angeregt, sich auf ähnliche Weise zu organisieren. Das Arheils-D״parfement hat im Monat Juli 530 £ aus Geldern des K.H. dem blühenden Viertel Beth linkerem bei Jerusalem als Darlehen gewahrt für Zwecke der Straßennnlcgimg, bei welcher drei Monate hindurch 50 Arbeiter beschäftigt werden. Auch der Stcinbnich-Abteilung der Solei Boneh, die derzeit gegen 100 jüdische Steinhauer und Steinmetzon zu gelernten Arbeitern aushildet, wurde ein kleines Darlehen gewährt. Ungefähr 725 £ wurde an verschiedene Geschäftsfirmen ausgcliehcn, darunter 400 £ an die Bczalcl-Wcrkstätten für I Icrsiellung von Waren für den Palästina-Pavillon auf der Ausstellung in Wembley, sowie 200 £ für eine Weberei. 1 rn letzten Monat sind mehrere neue Industricuntcrnchmungcn in Tel Awiw eröffnet worden, u. a. eine Dochtfabrik, eine Baumwollgarnfabrik und eine Spiegclfabrik. Das in Aussicht genommene Gesetz der palästinensischen Regierung, das die Einfuhr aller Arten von Maschinen nach Palästina vom Imporlzoll befreit, wird der Gründung von neuen Industrien Im Angnsl 2670 Elawanderer Jerusalem (J. T.A.). Wie die ״Pal. Tel. Ag.״ er« fährt, sind während des Monats August 2670 Emigranten in Palästina cingctroffcn. Jm Juli betrug die Zahl der Emi* granten 1772, Im Juni 1795. Während des ganzen Jahres 1923 wanderten 7421 Personen ein; 1922 kamen 7844 Immi« granten ins Land. Seit der britischen Besetzung Palästinas, also seit 9. Dezember 1917 bis Ende des Jahres 1922 kamen 26 639 Juden nach Palästina. Erhöhung des llnlerrlchtsbadgets Am 2. September beschäftigte sich die Exekutive mit der Frage des Palästina-fkaigets. Der aus Palästina einge« troffene Colonci F. H. Kisch war bei der Beratung zu« gegen, Colonel Kisch teilte mit, Dr. Lurie hätte sich ein« verstanden erklärt, seine Tätigkeit als Unterrichts-Direktor fortzusetzeit, wenn ihm ein Budget von mindestens 60000 Pfund statt der bewilligten 58 000 Pfund zur Verfügung ge* stellt würde. Colonel Kisch sagte, der Zuschuß von 2000 Pfund sei absolut notwendig. Auf seine eigene Verantwortung bin hat er daher Herrn Dr. Lurie ermächtigt, das Schulprogramm für das nächste Jahr auf der Basis eines 60 000 Pfund« Budgets aufzubauen. Die Exekutive stellte fest, daß sie selbst keine Erhöhung des von dem Aktions-Comitö festgesetzten Budgets vornehmen könne; die palästinensische Exekutive solle jedoch alle möglichen Anstrengungen machen, die noch fehlenden 2000 Pfund in Palästina aufzubringen. Insbesondere wird auf die unzureichenden Beiträge der Orte Tel-Awiw! und Petach Tikwah hingewiesen. Sollte nicht die ganze Summe von 2000 Pfund in Palästina aufgebracht werden, so übernimmt die Exekutive die Verantwortung dafür, daß de» fehlende Betrag beschafft wird. tllne arabische Proklamation Eine am 31. August von der palästinensisch-arabischen Exekutive an die arabische Bevölkerung offiziell erlassene Pro« klnmation gibt bekannt, daß König Hussein von Hcdsciiaa die Unterzeichnung des Anglo-1 lcdschas-Vcrtragcs abgelehnt hat, weil der König auf die Forderung nach der Unabhängig• keit Palästinas niefit verzichten will. ״König Husseins Ge« sandtcr für London, Dr. Naji ei Assil" — «נ heißt es in der Proklamation weiter — ״ist bereits mit dem nochmals revidierten Vertragsentwurf ohne Unterschrift aus Mekka abge« reist. König Hussein hält an den Rechten der palästinensischen Araber fest. Wir danken ihm für die Wahrnehmung unserer Interessen/' Eia Emir verhallet Der Emir Machmud Fa cur ist in Safcd fcsfge* nommen und in das Gefängnis von Acre eingeliefcrt worden. Laut den in Amman, der Hauptstadt Transjordaniens, ange« stellten Nachforschungen war der Emir an dem kürzlich stattgefundenen Raubübcrfall an der syrischen Grenze beteiligt. * Mnsa Kazim Pascha, der Präsident der palästinensischarabischen Exekutive, richtete an den Oberkommissar von Palästina das folgende offene Schreiben: ״Wir protestieren gegen die GeiangenhaUung Salim Abdul Rachman«. von dessen Unschuld wir überzeugt sind, nnd weisen darauf hin, daß der des Mordes an Dr. Jacob de Haan verdächtige Jude freigclassen worden ist. Wir verlangen die sofortige Freilassung Salim Abdul Rachmans.“ Abdiu Rachman ist der Führer der mohammedanisch-christlichen Gesellschaft in Tu!« keram und Sohn des Bürgermeisters dieser Stadt. Eine hei ihm vorgenommene Untersuchung förderte Dokumente staats« feindlichen Charakters zutage, Ebenso ging hervor, daß Salim Abdul Rachman das Haupt einer Räuberbande war. Feiertage In Palästina Laut einer am 2. September bekanntgegebenen Verordnung werden in Palästina am Freitag,Sonnabend und Sonn« tag d. h. an den Ruhetagen der mohammedanischen, jüdischer» und christlichen Gemeinschaften, keine Zahlungen fällig. Das« selbe gilt auch für die anderen religiösen Feiertage der drei Religionen. Ingenieur Syrkin gestorben Die J.T. A. erhält aus New York die telegraphische Nachricht, daß dort am Sonnabend, den 6. September, Ingenieur N. Syrkin, einer der ersten Organisatoren der poalc-zionislischen Bewegung, gestorben ist. Syrkin hat sich namentlich in der ersten Zeit des zionistischen Sozialismus namhafte Verdienste erworben.