Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1924)
- Date
- 1924-09-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Das erhellt aus einem Ver• gleich der vorjährigen Quoten mit den diesjährigen: su*1 «!«ijtOirif• <rorju!»tg• ■V-nmlmtonnig (n H l»VS«ron<Wt) Ungarn •lf.3 5747 8Vj Tschechoslowakei 2073 14 357 14*, j Polen 6872 30977 3&V» Rumänien 631 7419 S'/j Jugoslawien 735 6 426 1 •, j/j Rußland 1792 24 405 »,/*ל Da aber gerade die Juden in diesen Ländern da» größte Kontingent der Auswanderer stellen, so richten sich diese Einwaiulcrungsbcschränkungsgesctzc im Grunde auch gegen die Juden des Ostens. Dabei ist aber gerade für die Juden Ungarns, Rumäniens und Rußlands — den am meisten in ihrer Quote herabgesetzten Ländern — die Auswanderung nach Amerika und die Vereinigung mit dort bereits ansüssigen glücklicheren Verwandten oder Freunden der letzte, der einzige Ausweg aus dem Elend und aus der auch hei den in diesen Ländern nach dem Kriege oder durch den Krieg geänderten Rcgicrungssystcmcn unausgesetzt andnuernden Verfolgung und Benachteiligung. Beides hat sich ja Im Laufe der Zeit gegenüber früheren Zeiten sogar noch verschlimmert. Fast scheint es, als ob sic nun fortan dazu verdammt seien, unter ihren unwürdigen Existenzbedingungen hoffnungslos weiter vegetieren zu müssen; denn abgesehen davon, daß schon die früheren Quoten dem Auswanderung«• bedürfnis nicht Genüge leisteten und daß die jetzigen Quoten überhaupt kaum noch der Rede wert sind, zählen in die Quoten Polens 1. B. noch solche Dmtsche, die im jetzt wieder polnisch gewordenen l*oscn geboren sind wie in die Quote der Tschechoslowakei solche Deutsch-Oesterreicher, deren Geburtsort in dem jetzigen Staat Tschecho- Slowakei liegt. Demi nach dem Geburtsort richtet sich fü׳■ die amerikanischen Behörden die Staatszugehörigkeit des Aus- Wanderers. Damit also vermindert sich die an sich schon unbedeutende Quote wiederum erheblich. Schon die frühere enge Begrenzung der Quoten hatte zur Felge, daß viele ostjüdische Familien, die seit Kriegsende von ihrem Heimatort aufgebrochen waren, um sich in einem deutschen Hafen cinzuschiffcn, Jahr um Jahr in den Beherbcrgungsliäuscrn der Schiffalirlslinien verbringen, wo sic darauf warten, daß es ihnen gelingen möge, innerhalb irgendeiner Quote nach Amerika zu gelangen. Dabei gehen oft noch die letzten Spargroschen der Unglücklichen darauf, wenn sic nicht genügend von ihren amerikanischen Verwandten unterstützt werden. Hinzu kommt, daß infolge der oben erwähnten staatlichen Zuteilung seitens der amerikarüsehen Behörden, die verschiedenen Mitglieder einer Familie, gemäß ihren verschiedenen Geburtsorten, häufig genug verschicdcncn Quoten zugcrcclmct wurden. Dann wurde entweder die Familie auscinandergcrisscn, oder die gesamte Familie mußte des Augenblickes harren, da sic gemeinsam die Fahrt autreten konnte. Jetzt gehören allerdings die minderjährigen Kinder zur Quote der Eltern, aber viele, die bis jetzt warteten, sind doch aufs neue in ihren Hoffnungen getrogen worden, da die enge Begrenzung der Quote auch in diesem Fiskaljahre die Ausreise verhindert. Dennoch wird eine Rückkehr in das ״Heimatland“, die einem Verzicht auf alle Zukunftshoffnungen gleich käme, nicht gewählt. Der Ausweg, der sich den Auswanderern bietet, ist die Aus- Wanderung nach Südamerika, die denn auch seit einiger Zeit immer mehr anscliwillt. Ca na da, das nur gelernten Landwirten mit begründeter Aussicht auf Anstellung oder selbständigen, im Besitz einer größeren Geldsumme befind- Heilen Landwirten die Einwanderung gestattet, kommt ebensowenig wie Milteiamerika mit seinen klimatisch wenig günstigen Bedingungen in größerem Umfang als neue Zuflucht*• stätle in Betracht. Tatsächlich hat cs sich in neuester Zeit immer mehr ergeben, daß ostjiidisehc Auswanderer, die sich in Südamerika ansässig gemacht haben, schon bald in der Lage sind, ihre Verwandten durch Ueberweisung von Frei• karten nachkommen zu lasscii oder ihnen durch ueberweisung von Geldbeträgen das Leben in der Heimat zu erleichtern Gerade diese Entwicklung aber läßt der Hoffnung Raum, daß die Vereinigten Staaten über kurz oder lang ihre strengen Bestimmungen. mildern werden. Denn ln absehbarer Zeit wird Südamerika durch seinen Reichtum an Arbeitskräften eine bedeutendere Konkurrenz als bisher für aic werden. Hi Jü;Jlscli-2rnbls\־"־־.:s VcnZ.^zi^ilzzt Anderthalb Jahre nach dem tragischen Maiangriff, als die Kolonisten von i'ethaeh Tikwali gezwungen waren, *ich gegen den Ucberfail durch die Beduinen zu verteidigen, fand, nach einem im ״Hanrez“ veröffentlichten Briefe, am letzten Tage des arabischen Frülilingsfcstci eine Zusammenkunft zwischen Juden au״, Potach Tikwali und Ambern statt. Die jüdischen Kolonisten kamen nicht mit Gewehren und Handgranaten, sondern mit verschiedenen Gaben: einem jungen Ochsen, Zucker, Kaffee und Tabak. Insgesamt begaben «Ich zwanzig Konferenz der Vertrauensleute des Keren Kajemeih in Deutschland in Leipzig, •at Sonntag, den 14• September 1934 7 ageiOrdnung! Vormittag: M. Ussischkin; ״Unoer Aufbauwerk“ In der Diskusaion vorgemerkt die Direktoren dea Keren Kajemeih Adolf Bochm. Dr. Artur ilantke, S. Schocken, Prof. Herrn. Struck, Prof. Werburg Nachmittag: Dr. Erhard: ״Die Arbeit des Keren Kajemeth in Deutschland“ ln der Diskussion vorgemerkt: Juliua Berger. Adolf Poliak Sämtliche Vertrauensleute, Vorstände der zionistischen Ortsgruppen, Organisationen usw. sind tingelnden. Die Vormittagstagiing, auf der sämtliche Problem« dci Palästina-Aufbaues besprochen werden sollen, tollte von allen Zionisten besucht werden. sind die Kinder eines Allah und wenn uns auch die Religion scheidet, 80 müssen unsere Herzen geeinigt sein. Wenn Ihre Führer und unsere Führer einträchtig Zusammenwirken wer• den, wie es heute geschieht, »0 wird die Sonne des Erfolges uns immerdar beschcincn.“ Schapiros ,arabische An• spräche, in der er erklärte, daß Juden und Araber Immer in Frieden und Freundschaft leben werder, wurde beifällig «ulgenommen und die Scheich« küßten zeremoniell seine Hände, als er seine Rede schloß. Die lEomnHMlsilselien Zenfralheltürdcu 0*0« die ״Jewseklla“ ln den führenden Kreisen der russischen kommunistischen Partei gibt *ich eine Unzufriedenheit mit der Tätigkeit der jüdischen Sektion kund, die oft den Unwillen der jüdischen Bevölkerung erregt, ohne auf größere positive Leistungen Hinweisen zu können. Wie der kigacr f. T. A.-Vertreter er• fährt, hat Sinowjew während der 13. Konferenz der russi« •eben kommunistischen Partei an die Führer der ״J e w « sektia“ die Frage gestellt, was diese eigentlich an positiver Arbeit leiste. Die Gefragten wurden verlegen und erwiderten; ״Wir verwirklichen den Plan eines jüdischen Territoriums in der Krim.“ 0r« -Tarnet Aus 4er Jlüsclen Welt Gäste aus Pethach Tikwah zu den Arabern, darunter Zw ben Gurion. der den Verlaut des Besuches folgender maßen beschreibt: ״Als wir das arabisciie Dorf erreichten, kamen uns die Bewohner in ihren farbigen Fcsttagsgcwändcrn entgegen. Wir wurden von den Dorfältesten und dem Leiter der Dorfparade zu dem Hause des Dorfoberhauptes geführt. Der Empfntigsraum war geschmückt und die Diele war zu Ehren der ״jehudischen“ Gäste mit verschiedenem Haus• gerate aufgelegt. A. Schaplro, einer der Helden beim Angriff auf Petach Tikwah, der von den Arabern wegen seines Mutes aufs höchste geschätzt wird, wurde viel herzlichcr als alle anderen begrüßt. Er mußte viele Küsse tauschen, was einen Beweis für die besondere Hochachtung der Araber für ihn darstclltc. Nachdem wir unsere Schuhe abgelegt, setzten wir uns mit gekreuzten Beinen zum Erfriscluingsnialil. Scheich» und Dorfälteste bedienten un«, und als wir uns dagegen sträubten, erfolgte in weitschweifiger Art die Antwort, daß so erlauchte Oiiste nur von den Aeltestcn bedient werden dürfen. Wahrend wir aßen, fand in den Dorfstraßen eine fröhliche Feier statt, Die Männer tanzten zur Flöte und die Frauen folgten Aufmerksam dem Tanze. Für diejenigen von uns, welche auf Kaschruth achten, waren hartgekochte Eier vorbereitet. Unsere Gastgeber aßen nicht. Das erinnerte uns an die biblische Ocschichtc von Abraham, der für seine drei Gäsfc ein Mahl bereitete, und ״vor ihnen stand“ solange sic aßen. Nach dem Bankett führten un* die Scheichs zum Grabmahl de* ״Propheten“ Juda, des Sohnes von Jacob, wo Ansprachen gehalten wurden. Das ganze Dorf folgte uns, daninter auch die Säuglinge in den Armen ihrer Mütter, Scheich Eli Di rin i, Lehrer und Seelsorger des Dorfes, war der ersie Sprecher. Ein Sturm *ton Beifall wurde laut, als er der Hoffnung Aus• druck gab, daß diese freundschaftlichen Beziehungen ״an• dauern werden zwischen unseren Kindern und unseren Kindes• kindern, und daß sie niemals eine Trübung erfahren werden“, lbn Musa Abu Kroko»ch, ein arabischer Student, sagte in blumenhafter Rede, daß Juden und Araber für Frieden und Eintracht Zusammenwirken müßten. ״Wenn wir tmn von diesem Vorsätze leiten lassen, wird keine Macht in der Welt imstande sein, uns zu schädigen. Wir In Palästina Die Konsumgenossenschaft Maschbir hat dieser Tage «uf dem Oelberg in Jerusalem für die beim Bau der Universität beschäftigten Arbeiter eine Küche eröffnet. Im ״Doar Ha Jom" vom 15. August teilt Alexander Aaronson mit, daß er aus der Leitung der SolcI-Gc* Seilschaft austrete. Er habe, wie er schreibt, auch in den letzten drei Jahren keinen politischen Einfluß auf die Publikationen der Solei (״Doar Hajoin" und ״Palcstinc Wcckly") menr genommen und lehne für weiterhin sowohl für die Aeuße« rungen der betreffenden Presse als auch für die Geschäft*« führung der Vcrlngsgcfcllschaft jede Verantwortung ab. Das Archiv des zur Zeit der Kcrcnsky-Regicrung gebildete« Jüdischen Nalionalrats in der Ukraine ist vor einigen Tage« von einer jüdischen Touristcn-Gesellschaft aus Polen nach Palästina gebracht und der Jüdischen Nntionalbihliothck über« geben worden. Das Archiv enthalt wichtige Aufzeichnungen über die Arbeit der jüdischen autonomen Institutionen in der ukrainischen Volksrepublik sowie über die seit 1918 In der Ukraine stattgefundenen Pogrome. P<ut*41U«4 Vor dem Hagener Schöffengericht fand am 23. Auguit die Verhandlung gegen vier Angeklagte statt, die Verwüstun« gen auf dem jüdischen Friedhof in Ha gen •Eilpe ang#• richtet hatten. Nach fünfstündiger Verhandlung verurteilte das Gericht den Fuhrmann Wilhelm de Haas zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, die übrigen Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von zwei, drei und vier Jahren verurteilt. out* wir nicht bloß in Jerusalem, sondern in Spanien, Afrika, Aegypten, Arabien, dem Osten, wo immer die Phönizier ihren Fuß hingesetzt hatten, Gemeinden von Juden. Und sie alle wurden zusammcngchaltcn durch die Bibel und das Lesen der Bibel. Jerusalem war von Anfang an nur dem Namen nach ihre Hauptstadt. Ihre wirkliche Hauptstadt war dieses Buch der Bücher. Dies ist eine neue Art von Dingen In der Geschichte. Es ist etwas, dessen Samen lange vorher ausgesät worden war, als die Sumtnerier und Aegypter Ihre Hieroglyphen in Schrift zu verwandeln begannen. Die Juden waren ein neues Ding. Ein Volk ohne König und bald auch ohne Tempel (denn wie wir bald erzählen müssen, wurde Jerusalem im Jahre 70 v. Chr. zerstört), das zu• *amrncngehalton und aus verschiedenartigen Elementen zu- *ammcngescliweißt wurde durch nichts als durch die Macht des geschriebenen Worte*. Und diese geistige Ziisammenschwclßung der Juden war , weder geplant, noch vorhergeschcn, noch vollzogen, weder von Priestern, noch von Staatsmännern. Nicht allein eine neue Art von Gemeinschaft, sondern eine neue Art Mensch tritt mit der Entwicklung der Juden in die Geschichte. In den Tagen Salomons *chicnen die Juden ein kleines Volk ganz wie andere kleine Völker jener Zeit zu werden, die *ich um Hof und Tempel zuiammenballtcn, regiert von der Weisheit der Priester und geführt vom Ehrgeiz der Könige. Aber alsbald trat, wie der Leser aus der Bibel fernen kann, diese neue Art Mensch, von der wir sprechen, der Prophet, in Erscheinung. Als Unruhen rings um die geteilten Hebräer sieh häuften, wächst die Wichtigkeit dieser Propheten. Was waren diese Propheten? Sic waren Männer des verschiedensten Ursprungs. Der Prophet Ezechiel stammte au* der * Priesterkaste und der Prophet Ammos trug den Ziegcnfcllmantel eines Schafhirten. Aber alle halten dieses gemeinsam, daß sie niemandem als dem Gott der Rechtlichk*lt Ergebenheit schuldeten und daß sie direkt zum Volke sprachen. Sie kamen ohne Erlaubnis oder Weihung. ״Nu« kam das Wort des Herrn zu mir“: das war ihre Formel. Sic waren intensiv politisch. Sie warnten das Volk vor Aegyp• teil, ״jenem gebrochenen Rohr“, oder vor Assyrien oder Babylon. Sie klagten die Trägheit der Priesterschaft oder die offenbaren Sünden des Königs an. Einige von ihnen wandten ihre Aufmerksamkeit dem zu, was wir heute soziale Reformen nennen würden. Die Reichen ״zermalmten die Angesichter der Armen"; die Ausschweifenden verzehrten der Kinder Brot, die Wohlhabenden befreundeten sich mit Glanz und Laster der Ausländer und ahmten sie nach und dies war dem Gotte Abrahams verhaßt, der das Land dafür gewißlich strafen werde. Diese donnernden Reden wurden nicdcrgcichriebcn, auf bewahrt und studiert. Sie gingen, wo immer die Juden hin• gingen, und wo immer sie hinkamen, verbreiteten sie einen religiösen Geist. Sie trugen den gemeinen Alant: hinauf über Priester und Tempel, über Hof und König und brachten ihn Angesicht zu Angesicht mit dem Gesetz der Rechtlichkeit. Das ist ihre erhabene Wichtigkeit in der Geschichte der Menschlich. In den großen Äußerungen Jesajas steigt die prophetische Stimme zu einem Gipfel glänzender Vorwegnähme und sieht voratissahiiend die ganze Erde vereinigt und in Frieden unter einem Gott. Hierin gipfelt das jüdische Prophetentum. Nicht alle Propheten sprechen in dieser Weise, und der verständige Leser der prophetischen Bücltcr wird in ihnen viel Haß finden, viel Vorurteil und viel, das ihn an jenes böse und dumme Zeug, die Propagandaüteritur der gegenwärtigen Zeit, erinnern wird. Nichtsdestoweniger sind es die hebräi• sehen Propheten der Periode während und nach der baby• ionischen Gefangenschaft, welche die Erscheinung einer neuen Macht in der Welt kennzeichnen, der Macht individuellen, ethischen Appells, eines Appells an das freie Oewissen der Menschheit gegen die fetischistischen Opfer und die 8k1a• vische Unterwerfung, die bisher unsere Rasse gezügelt und cingcspaimt hatten. Wie der J. T.-A. vom polnischen Ministerium des Atußere« mitgeteilt wird, ist der derzeitige polnische Konsul in Jerusalem, Herr Adamkewiez, zurückberufen worden. Herr Hubicki der jetzige polnische Generalkonsul in Tokio, ist zum Konsul in Jerusalem ernannt worden. D.1 das Tabakmonopol, welches von der Regierung 0 r« b 8 k I im Sejm durchgesetzt wurde, in Kraft getreten ist, hat der Fiskus die noch vor 70 Jahren in Lubli« begründete, dem jüdischen Fabrikanten Krasutzki gehö« rende Tabakfabrik in ihre Regie übernommen. Sämtliche in der Fabrik beschäftigten 150 Arbeiter wurde« entlassen. Seit dem Bestände der Fabrik waren dort jüdische Arbeiter beschäftigt. , Rv*1U*4 In Riga ist aus Moskau die Nachricht eingetroffen, daß neuerding* in Rußland zahlreiche Zionisten ver« haftet worden sind. Einzelheiten fehlen noch. 1 In Riga eingetroffene jüdische Persönlichkeiten aus Gru« sinien erzählen, daß in dieser Rate-Republik im Oegen» satz zu dem übrigen Rußland Schulen mit hebräisch cf Unterrichtssprache in legaler Form bestehen. Di» Schulen werden von einer dort bestehenden Gesellschaft ״T a r« b u t h“ beaufsichtigt. Wie bekannt, hat das Präsidium des Allukrainische« Exekutivkomitees der Sowjetregierung in einer unter der« Vorsitz Petrowskis abgehaltenen Versammlung eine Reso* lution angenommen, daß die Siedltuigsbewcgung unter den Juden weitgehend zu unterstützen sei. Der Text der Rest* lution lautet: ״ln der Erwägung, daß die ärmere jüdische Bevölkerung bis zur Oktober-Revolution von der ״zaristischen Regierung unterdrückt worden ist, keinerlei Rechte besaß und sielt keiner produktiven Arbeit widmen konnte; in weiterer Erwägung, daß alle nationalen Minderheiten des früheren zaristische» Rußlands cr*t nach Oktober 1917 gleichberechtigte Bürge־ der Föderation der sozialistischen Sowjetrepubliken gewordev. sind Und Gelegenheit erhielten, von ihrer Arbeit im Interesse des wirtschaftlichen Aulbaus der Republik den entsprechen, den Gebrauch zu machen: endlich in Erwägung, daß die Mehrheit der ärmeren jüdischen Bevölkerung, «iie!bisher von* privaten Kleinhandel und einer geringen induitrie lebte, nu» Gelegenheit nicht, sich in anderer weise zu betätigen, hat das Präsidium die Notwendigkeit anerkannt, der ärmere» jüdischen Bevölkerung eine der Zeit und den rationelle# Methoden entsprechende Gelegenheit zu landwirtschaftlicher Betätigung zu geben,“ In Verbindung damit wird beschlossen! 1. Der ärmerren jüdischen Bevölkerung, die sich für dl# landwirtschaftliche Arbeit eignet, ist Gelegenheit zu geben, sich in der Landwirtschaft zu beschäftige«, 2. Das Volkskommissariat für Landwirtschaft ist anzuweisen, für die ärmere jüdische Bevölkerung, die sich in der Land- Wirtschaft zu betätigen wünscht, genügend Land be• reltzustcllen. 3. In allen Oegerden, wo jüdische Land- Wirtschaftskolonien schon jetzt existieren, ist weiteres Lanl zu reservieren. 4. Die Kommission für nationale Minderbeiten ist anzuweWen, über die materielle Unterstützung derjenigen ärmeren Juden zu beraten, die in die für sie reservierten Kolonien wandern; ferner so schnell wie möglich dem Präsidium des allukrainischen Exekutivkomitees der Sowjetregierung einen Vorschlag zu unterbreiten, aus weichen Quellen eine solche materielle Stütze fließen soll. 5. Das Volkskommissariat für Landwirtschaft hat die Ueberführung der ärmeren jüdischen Bevölkerung in die Kolonien in Ueberclnstimmung mit der Kommission für nationale Minderheiten vorzunchmcn; die letztere hat insbesondere noch die Pflicht, für die firmere jüdische Bevölkerung, die sich der Landwirtschaft widmen will,. die entsprechenden Gesuche aufzuictie« und der Erledigung zuzuführen.