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Jüdische Rundschau · 1924-09-02 · Heft 70 (2.9.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 70 (2.9.1924)
Date
1924-09-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 502 jUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 70 ins der bisher stark periphere» Stellung in das k׳r gesamte» zionistische» Organisation stellt. Diese lu? i2״;032:״ cc3 lU.l-Uccr.zmz Von L>r. I kiiu N ,1 c 1 e r. Vom •1. bis 6. September tagt in Danzigdie 3. Moazah des Wclt*l lechaluz. Sie stellt am Lude einer ersten dezentralisiert durdigcführlen Organisierung aller in der Vorbereitung für Palästina stellenden Cliahizkiafte und wird die entscheidende Bedeutung haben, die verbindende Einheit über die orgauisatorische Zusammengehörigkeit hinaus die noch fehlende innere Einheitlichkeit in der Führung siirntliclier Aufgabengebiete licrziistcllcn. Zwar wurden schon auf früheren Konferenzen die Fragen der 1 Inchscliarali und Alijah prinzipiell und praktisch behandelt, es fehlte aber jenen Auseinandersetzungen ,noch das (lewkht der längeren Erfahrung, über die man erst am Ende einer nunmehr ungefähr dreijährigen Arbeit verfügt. Die Ergebnisse der Hachscharah, die Eignung *ler durch die letzte Alijah der Arbeiterschaft zur Verfügung gestellten Menschen, lassen Schlüsse auf die künftige Arbeit zu. ׳Außerdem wird für den 1 lechaluz von dieser Tagung aus der entscheidend notwendige Schritt getan werden müssen, der ihn aus Zentrum der gesamten zionistischen Org ׳Wandlung wird sich in erster Linie in der erfolgreichen Auscinandcrsctzuiig mit den zionistischen Jugeiuibümien aller Länder zeigen. Es kann dabei die Schwierigkeit des Cielirigens eines so umfassenden Werkes von vornherein nicht geleugnet werden. Sic wird sich vor allem um den ideologischen Teil gruppieren, der über Hachscharah und Er- Ziehung zur Clialuziutli liinausgclieml programmatisch sozialistischc Vorstellungen im Welt-1 lechaluz und seinen einzelnen Landesverbänden verankern will. Diese sozialistischen Kräfte gruppieren sieb tim die beiden stärksten ziomstisch-sozialistischcn Parteien der Poalc Zion und der Mitachdutli. Konfiiktstoffe sind in dieser Beziehung für den Hcchaluz bereits von Rullland aus hcrcingctragcii worden und werden tinum- 'Sanglicher Weise aut der Moazah zur Sprache kommen müssen. Im russischen Landesverband des llcelialuz ist der nichtkommunistischc Flügel, der sich um die Partei Hitachduth gruppier!, aus der Organisation ausgeschlossen worden. Noch hegt reichliches Dunkel über der Ucsamtaffairc und cs lallt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob letzten Endes niclü tiefere, noch .unbekannte Motive, diesem Ausschluß zu Grunde lagen. Auf jeden ball iiat dieser Streit aber schon genügt, in den verschiedensten Laiidesorganisationcii die Auseinandersetzung um Kwuzah und Moschaw Owdim leidenschaftlich atiflodcru tmd eine besondere Schärfe der parteilichen Gegensätzlich- Leiten atifkoininen zu lassen. Es ist die Auffassung des bei ,׳,weitem überwiegenden Teiles der deutschen Chuluzorgani- •sation, daß die Leitung des Weit-Verbandes ,auf jeden Fall mne irgendwie^gerichtete, politische Festlegung auf bestimmte sozialistische Kolonisations- und Gesellschaftsformen in dieser ,-Moazah zu vermeiden haben wird, dati der in Rußland ausgebrochene Konflikt nicht nur auf Rußland zu beschränken, ׳sondern auch dort durch Aufrichtung einer überparteilichen Landcsorgauisatiou zu beheben ist. Es ist zu erhoffen, daß 'durch die Anwesenheit führender Männer der Histadruth Hajroniim in der Form einer ״Kompetc11z‘‘-E11tschcidung dieser btreit sehr bald_zu einem allerseits befriedigendem Ende geführt wird. Dabei ist die Einstellung der Histadruth keineswegs [zweifelhaft. 111 der palästinensischen Wirklichkeit des Auftiaucs entwickeln sich die verschiedenen Siedlungen rcibungslos; und während die palästinensische Arbeiterschaft heute ryor dem außerordentlich komplizierten Problem stellt, die;int Weichbild sozialistischer Formung stehenden Betriebe ihrer iWirlaings- und Einfluß-Sphäre nicht entwachsen zu lassen, führen dieselben wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen in der Abstraktion theoretischer Auseinandersetzung' zu bc* deutlicher Splitterungsgefahr. Wie erwähnt, scheint die Ent- Scheidung der palästinensischen Arbeiterschaft hier nicht zweifelhaft und cs wäre nur zu begrüßen, wenn durch baldigste _ Vorwcgnahmc dieser Debatte der Gcsamtveriauf der sachlichen Arbeit der Moazah gesichert würde, ä Der deutsche Teil des Hcchaluz, der in seiner qualitativen atnd quantitativen Stärke seit der vorherigen Moazah in Karlsbad wesentlich gewachsen ist (gegenüber 300 organivierten Chaluzim und Chaluzotii im Sommer 1923 zirka iOQO Angehörige im August 1924), wird man auf dieser Tagung zum ,ersten Male, gestützt auf die gesammelte Erfahrung mit Waren Plänen tiir die Weiterfülmuig der Arbeit hervortreten. Die günstigen Ausbildungsmöglichkeitcn in Deutschland, die ׳enge Verknüpfung mit der zionistischen Landesorganisation, 'die Verankerung und Sicherung der Chaluzarbeit in einer 'starken, in ihre» Anschauungen differenzierten Jugendbcwc- ׳gung, tnigei! zu dieser Meinungsbildung wesentlich bei. Als zentrales Aufgabengebiet besteht nach wie vor die Hachscharah. Man hat über den Wert der Hachscharah viel gestritten, man hat insbesondere viel gestritten, ob die Hachscharah im Galuih der iii Palästina überhaupt vorzuziehen sei. Letzten Endes wurde diese Frage aber bisher stets von der Alijah her geregelt tmd begründet. ,Mangelhafte Alijah zwang 'zu erzieherischer und organisatorischer Zusammenfassung, "die notwendig zur ^Umschichtung schon im Galuth führen mußte; plötzliche Zuteilung von Zertifikaten schien alle Grundsätze einer Ausbildung wieder überrennen, z.u einer ,Vcberführung unausgebiideter Kräfte zwingen zu wollen. So sah man sich gezwungen, seine Forderungen an das fachliche Können nach der jedesmaligen neuen, oft mir Augenblicks- Situation zu revidieren, zu einem System der Hachscharah Konnte man auf diese Weise nicht kommen. Dabei sei eines vorweg genommen, daß auch nach unserer unverrückbaren Vorstellung jede Anforderung der Arbeiterschaft Palästinas .durch die Organisation des Hcchaluz befriedigt werden muß; unsere Kritik setzt aber dabei ein, daß man sich niemals > ausreichend die Voraussetzungen ihrer Möglichkeit überhaupt überlegt und geprüft hat. Stellt man auch jeder Hachscharah die Deckung der Alijah voraus, so muß mau räch darüber klar sein, daß ein reibungsloses Funktionieren dieses Ueberführungsprozesscs primitivste Grundlagen irgend eines Systems i.*1 der Alijah voraussetzt. Nur einer regulierten Alijah kann eine regulierte Hachscharah ungegliedert werden. Die Planlosigkeit der Zertifikatszuteilung trägt in sich das Prinzip der planlosen Ausbildung. Keine Chaluzorganisatioii im Galuth kann aber in der Lage sein, ständige Formationen von Chaluzim und Chaluzoth auf unbestimmten Abruf bereit zu halten. Sie kann sich eine solche Einteilung der zur Vcrfügung stehenden Kräfte einmal nicht leisten, weil sie wesent- V׳ ׳1• •!«ff, ״־־r liebe lin.' ::.׳idle Aiiforde/uiif;• ׳■ für Unterkunft, ventilier,,׳.״! ׳;nie Arbeit, erfordert, ,׳.;iererseits, v1; ״ der m;>- ־;lii'tt'iic Z11■.1:1ml thireh die U1,.,ev.i:ä1eit des Atu. ■»du:״, tinhc.liiigi leiden müßte. Ger.!:,׳. liivntir liege,! er,, kalte ErfaUrungeii aus der eigenen Arbeit vor. Es soll ganz davon gcsehu'iegcn sein, daß die plöt.'.iii'he, regellose Zuteilung von Zeitifikaten auch jede planmäßige־ üeldaufbrins'ung der l'alastinaamter für die Alijah unmöglich macht. Die größte Gefahr liegt liieiii! aber für «iie palästinensische Arbeiterschaft sclhä, die in dem entscheidenden Augenblicke, über die angeforderten Reserven so nicjl 11 verfügen kann. Es ist in diesem Zusammenhang nicht auf die Schilden der letzten Anforderung von Talnkaibeiteni cinziigeheii. Aus allem scheint es uns aber umtiiigäiiglich notwendig, ein bestimmtes Kontingent von Zertifikate» zu planmäßiger Verteilung \v׳ährcnil der einzelnen Monate innerhalb eines Arbeitsjahres zur Vciiügiing zu haben. Dabei ist die Zahl der monatlich vcrwendbaren Einreiseerlaubnisse grundsätzlich gleichgültig. Gc- Singt cs dem Welt-Hechaluz, dieses Prinzip als dringliche Forderung über die palästinensische Exekutive bei der Rcgiertmg durchzusctzeii und würden den einzelnen Landcsverbänden nach ihrer Stärke Zertifikate gesichert zur Verfügung stellen, so wäre auf dieser Regulierung der Alijah die zentrale 1 hdi.scliarah aufziibaiien. Daneben würden die außerregulären Zertifikate auf Grund plötzlicher Wirtschaftsänderung in erster Linie für die weniger intensive nicht im Zentrum der Ch.'ilu/orgamsalion stehende Ausbildung zu verwenden sein. Die reguläre Alijah würde im Prinzip die Uebcrslcditing fachlich nusgehiideter, zionistisch gut geschulter Arbeitepionierc durchzuführen haben, die außerordentliche Alijah würde im allgemeinen die Ablösung minder ausgebildetcr, zum Teil fachlich nicht spezialisierter, ungelernter Arbeiter bedeuten. Line solche Einteilung in ordentliche und auflcrordemlichc Alijah würde auch unsere Verantwortlichkeit den palästinensischen Instanzen gegenüber für die von uns vorgeschlagenen Chaluzim wesentlich klären. Eine solche Auffassimg’ von Alijah trägt in sich notwendig den Plan einer erweiterten Hachscharah. Dieser müßte sowohl die intensive handwerkliche und laiulwirlnchaftliclic Haclischarah in Siedhingen, Werkstätten, Bauernzentren und Lfiitcrnchmcrbetricbcn als auch die extensive Ausbildung in Landwirtschaft, Bergbau, Straßenbau, Asphaltarbcitcn, Steinbruch und Bauarbeiten umfassen. Die starre, inhaltliche Festlegung[ auf eine bcstimmte Ausbildungsform wäre hierbei nicht nötig, eine wesentliche Erweiterung und relative Verbilligung unserer Tätigkeit, ein Anwachsen der Chaluzorganisatioii, wäre möglieh. Eine Verteilung auf die verschiedene» innerhalb des Gesamtgebildes gegebenen Hachscliaratiformcn und Zweige wäre aaeli Alter, Neigung, Eignung und palästinensischem Erfordernis zweckmäßig ermöglicht. Die Hachscharah stellt in. erster Linie ihre Ansprüche an die dein Hcchaluz zur Verfügung stellenden Gelder. Im Zusammenhang der Moazah wird cs vor allem von Bedeutung sein, endgültig einmal zu klären, was ־zweckmäßig mit dem zur Verfügung stehenden Etat geschehen k.11111, wie die beim Welt-Hechaluz verfügbaren Mittel mit höchstem Effekt ver• wertet werden können. Es war bisher so, daß ohne genügen• den Plan man in erster Linie die Gelder dazu benutzte, die am lautesten vorgetragenen Forderungen zu befriedigen. Es muß auf dieser Moazah eindeutig und klar fcstgcstcllt werden, daß mit den zur Verfügung stehenden Geldern des Keren Hajcssod die gesamte Haclischarah nicht durchgeführt werden kann und nach unserer Auffassung auch nicht durchgeführt werden soll. Indem man das Unzureichende der vorhandenen zentralen Mittel einmal feststellt, muß mau weiterhin Statuten• mäßig testlcgcn, welche Verwendung die beim Welt-Hechaluz׳ verfügbare» Mittel finden sollen. Der deutsche ׳ Hedialuz vertritt mit Entsehiedenhelt-deu Standpunkt, daß diese Gelder mir dann wertvoll ausgenutzt sind, wenn sic dem größt- »!״glichen Teil der Gcsamtorgaiüsation zugute kommen. Die Vorbedingung für die umfassendste Auswirkung der dem Welthcchaluz zur Vertilgung stehenden Summe» scheint tms aber dann gegeben, wenn von vornherein die intensive, auf längerer Ausbildung aufgebaute Hachscharah aus dezentralisiert aufgebrachten Mitteln gespeist wird. Für eine derartige Regelung sprechen die verschiedensten Gründe. 1. genügen die dein Wclt-Hechaluz zur Verfügung gestellten Gelder auch nicht im entferntesten, um die bestehenden Siedlungen und Werkstätten zu finanzieren, ganz zu schweigen von der notwendigen Ncubcgriindung eigener Ausbildung(• Stätten in der Haclischarah; 2. kann die Zentrale der Weltorganisation niemals gc- »üpciidcu Einblick in die Richtigkeit der Bctriebsfülmuig haben, kann niemals verantwortlich für die planmäßige Vcr- Wendung der zur Verfügung gestellten Summen dem Keren Hajcssod gegenüber auitreten; 3. sind für diese Zwecke durch die zionistischen Landesverbände die notwendigen Mittel meistens leicht aufzubringen; wo das im Osten nicht der Fall sein sollte, arbeiten die verschiedensten jüdischen Organisationen, deren Aufgabe in der Produktivicruug und Umschichtung der Jugend liegt. Und tatsächlich ist ja auch das bk jetzt bestellende Netz von Ausbüduugsstütteii mehr oder weniger, auch im Osten so entstanden, cs fehlten nur die klaren, statutenmäßigen Abgrennmge» der Gcldvcrvvcrtung; •1. bedeutet die Verwendung des. Londoner Budgets für die intensive Havhscharnh die notwendige Vernachlässigung aller sonstigen Arbeitsgebiete der Weltzentragc. Nach unserer Auffassung soll das Budget des Welt hcchaluz vor allem für folgende Arbeitsgebiete verwendet werden: Organisation, Propaganda, Kulturarbeit, Informationen, Reisen und intensive Hachscharah in denjenigen Ländern, die auf Grund ihres eigenen Budgets den gesamten Aufgabenbereich nicht bewältige» können. Wir erwarten von einer solchen Arbeitsteilung der zur Verfügung stehenden Beträge eine Stabilisierung und Erweiterung des Mcrkas Olami, eine Verstärkung des Kontaktes zwischen den einzelnen Landes- Organisationen. Systematisierung der Alijah, der Hachscharah, der Finanzen auf Grund der gesammelten Erfahrung wird ein entscheidendes Teilgebiet der Moazah bilden. Auch in den Fragen der fugetulhewegung wird sich diese Moazah nicht auf theoretisch-dogmatische Anschauungen zu stellen habe». Es liegen hier gleichfalls Erfahrungen in fast allen Ländern vor, die die Möglichkeit zu klarer Forinulicumg des Verhältnisses der Jugendorganisationen zum Hcchaluz geben. ,Wesentlich für die Meinungsbildung wird die unmittelbar vorher staUfiiideude Konferenz der jüdische )11gv11<lorg.1;־tis,1ti011en sei1׳, deren Stellung zu den bc:,<j1nlr!f(s Erziehung gebieten der Chabi.vaih mui deren Bc/iebwi!;■;,1׳r palärtiiH.-ii'.ischcn Arbeite!,.d.,!ft mul damit auch zmn Ucvl1;.!״t nach bisheriger Fühlungnahme nicht zweifelhaft ist. Es j״ an dieser Steile nicht der Platz, auf die Probleme der Welt, jugeiirfkonfcrcnz ausführlicher cinzugchcn. Üb über das /,K> der Erziehung, die Chaluzruth, hinaus klare Aufgabengebiet.: überhaupt gesehen werden, ob insbesondere der I er!!■!:! für eine gemeinsame Er/iclurngskonfercnz der /ioni;ti;dio; JtH'cndbiinUe schon gekommen ist, scheint uns zwcifclhojt. Sicher erscheint uns nur, daß auch hier von politisch festgcU:;׳. teil Gruppen der Versuch einer Beeinflussung der L'ivichutigj. debatte gemacht werden wird, lins interessiert im Zusammen, hang der Moazah das Problem der alteren Chaluzim in den Jugendorganisationen und die Klärung ihrer Stellung zu;» 1 lechaluz. Dabei müssen zwei Grundsätze hir die I iihrung der Moazah und die Richtung der Auseinandersetzung im!־,, gebend sein: der 1 lechaluz darf sich nicht als die Münduii* der Jugendorganisationen betrachten, muß aber nnderseig jeden Abkapselung., versuch der in den Jugendbiimkn stehen• den Chaluzim entschieden unterbinden. Er dart diese Ab- Sperrung nicht in den einzelnen Landcsorganisationcn, ״ darf sie auch nicht in der etwaigen falschen Konsequenz der Wdtjugciidkonfcreuz zulassen. Hiermit soll gesagt sein, J daß die zentripetalen Kräfte der Jugendorganisationen vom J Hcchaluz begriffen werden, andererseits aber darüber hinaus j die einzelnenJChaluzkrcise innerhalb des Hcchaluz zur engeren, | ideologischen Fühlungnahme untereinander und zum gemein• { samen Einsatz für Palästina kommen müssen. Die in siel! [ gefestigten und einheitlich orientierten jugcmibüude geben ) sowohl in den Ostwie in den Westländern die stärkste Gewähr für eine ständig lebendig bleibende Sicdlungstutigkcit ln Paj lästina, sind die einzige Garantie, daß die Brücke zwischen dat f älteren Chaluzim und Poalim und den jüngeren in den Jugend- J bümlcn stehenden Menschen niemals zusammenbricht. Der | Hcchaluz aber, indem er diese Notwendigkeit erkennt, wird j seine besondere parallel gruppierte Aufgabe einer umfassendes 1 Palästinacrzieliung zu erfüllen haben. Dabei soll jede dog• i maiisclic, grundsätzliche Festlegung auf bestimmte, politische,! soziale, wirtschaftliche Erscheinungsformen unbedingt vcr- 1 mieden werden. Nur der Hcchaluz kann der Brennpunkt der verschiedenen am.Aufbau, a» der Stärkung der Arbeiterschaft durch persönlichsten Einsatz interessierten Kreise und ünippicrungen sein. Von der Fälligkeit der Jugendorganisationen ln ihrcin zionistischen Vorstcllungsbcrcich über den eigenen Bund hinaus in die Aufgaben der Gesamtführung und Gcsamtverantwortung für alle Teile zionistischer Arbeit zu wachsen, wird die Kraft des Hcchaluz und letzten Endes auch der JugcndhünJc selbst abhängeii. Moazah und Wdtjugcndkoniereiiz werden hier Wege zu weisen haben, die den Bestand der Jugendorganisationen sichern, den reiferen in der Hachsdiarah stehenden Menschen anderseits den inneren Anschluß an die Gesamtbewegung ermöglichen. Es sind vom Mcrkas Olami noch verschiedene in ihrer Wichtigkeit den hier angeschnittenen Fragen gegenüber zu• rückstchcndc Punkte in die Tagesordnung der Besprechung einbezogen worden. Es ist zu hoffen, daß man sich trotz der fcstgclcgtcn Tagesordnung auf die Aussprache der hier angeführte» wesentlichsten Fragen beschränkt, um nicht im allgemeinen Debattieren und in unfruchtbarer Oberflächlich* keit stecken zu bleiben. , Komitee für das arbeitende Erez-Israel Am 20. und 21. September 1924 findet die Versammlung des Komitees für das arbeitende Erez-Israel statt, in welcher über die Arbeit im nächsten Jahre beraten werden soll. An dieser Sitzung werdtn die Vertreter der Allgemeinen Arbeiter- Organisation Palästinas, der Hitachduth, der poale Zion, der linken Poale Zion, des Komvcrband, der Z. S. Zci're Zion, des Hcchaluz und des Dwor teilnchmen. An erster Stelle des Arbeitsplanes steht der Verkauf der Aktien der Arbeiter• Bank und Solclboneh, sowie Sammlungen für den Palästina• Arbeiterfonds in aiien Ländern. ,!Vachklange za de» Noveraberansscbreltnugen Vor dem großen Schöffengericht Berlin-Mitte fand nach wiederholter Vertagung am 28. August die Verhandlung gegen fünf Polizeibeanite statt, die während der Pogromausschrcitungen in der Grenadierstraße und Umgebung am 5. November v. J., statt den angegriffenen Juden bcizustchcn, mehrere Angehörige des Bundes jüdischer Frontsoldaten verhafteten tmd im (Jcfängnisliofc ■mißhandelten. Diesmal erschienen als Angeklagte fünf Polizeibeanite vor Gericht. Die Anklage richtete sich gegen den Polizeiunterwachtmeister Leo Mar• cinkcwitz, gegen den Polizeiunterwachtmcistcr Bunke, gegen den Oberwachtmeister Max Dom ei, gegen den Wacht• mcister Hans Schreiber, der jedoch krankheitshalber nicht erschienen ist, und gegen den Polizeiliauptmaiin Gotthard Dubbc. Als am 5. November der Sturm der aufgehetzten Menge gegen die jüdischen Geschäfte in der Grenadicrstrafie und Umgebung einsetzte, schickte der Frontbuud eine Streife aus, um den Angegriffenen bcizustchcn. Der Janhagel folgte dieser Streife, und so kam •cs zu Zusammenstößen, in deren Verlauf von unbekannter Seite ein Schuß abgegeben wurde, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der Schuß veranlaßte die Polizei, einzugreifen, und Lzr. Bernhard und seine Bcglciter, die die Streife bildeten, festzuuehmen. Sic wurden auf ein Auto geladen und nach der Alexander-Kaserne gebracht. Bei der Festnahme, dem Transport sowie bei der Abführung ins Vcmchmungszinimcr ist es zu schweren Mißhandlungeu gekommen, wobei dem Arzt Dr. Bernhard ein Mittclliandknochcn gebrochen wurde. Fenier wurden die Mit* glieder des Frontbundes auf dem Kasernenhofe sciiwer bc• leidigt. Die Körperverletzung wird den Wachtmeistern Marcirkewitz, Btinkc und Schreiber zur Last gelegt, während sich Hnuptmann Dubbc und der Oherwachtmeister Domci der Bc• leidigung schuldig gemacht haben sollen. Nach mehrstündiger Verhandlung wurde das Urteil verkündet: Untcrwachtmcistcr Bunke wurde zu drei Monaten Gefängnis verur* teilt, außerdem wurde ihm für drei Jahre das Recht ab• erkannt, ein öffentliches Amt zu bekleide». Oherwachtmeister Domei wurde zu einer Geldstrafe von 200 Mark ver* urteilt. Polizeihauptmann Dubbe und Unterwachtmeister Marcinkewilz wurden freigesprochen. Gegen den abwesenden Wachtmeister Schreiber wird in einem spateren Zeitpunkt vcr• handelt werden. *T3 * .* * ״ י* ״* ד "י ״״יי **י■ ייי י—I «. ,la. ך־״ף «Ln *-»■ ■■■»a. v*.N* **LJ W •ךייין j j *«, J# ״*/ %ךךץ ן^ VaA■«■»» - *Um J׳. JkwttUz ר *״»ä» V V. » ■/«־־*עדיי/ rK 9 ^>4■ ך־ן תיל]) J t/i I

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