Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 69 (29.8.1924)
- Date
- 1924-08-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ד־״-ן f—imsri r ןךי""" •"""ן —ן ך- -*—f ך ״ ר־ V: :7 ■i Q}J~ v: Rcdnktion und Verlag W 15, MoinckcslraOe 10. Erscheint f] jeden D'cnjtntf und I'rcitaft. Bezugspreis bei der Expedition I1 monatlich 1,8j Goldmark. Vierteljährlich 5,25 Goldrand(. ' A״11״d..bnnn«ra.nl. w.td<H1 In dar Wshrunj der «int.la.n Lind«! barachnat. (ajj*cs8as:SÄ3s3rr*31s»Er-:;rrs; *38טט*מ8»0דר«5פ* Nummer 69 gncixrti.-asa.s-ercs. Einzelnummer 0,30 Golrtmnrk N־־ ״־* \ יין ן—־■«"־«י־ן ך* L /.״ J-«•**׳«ן / / 3, ש נ L. .:1 1V s”c«r Berlin, 29. VIII. 1924 0©י Zionismus erstrebt für das Jlldlscha Volk tilo Anzeigen ־Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H,, Berlin W 15, Mclncke* siraßc 10. — Telephon 1 Amt Bismarck 7165—70 AotdjJenprelii NonpireilleziiU 0,30 (JoUJrourlt. SlelUnßesucho 0,15 Goliimirk. Für bel>rlll»che An/eiiZen!00% Auftcl1Uj|. Anreiz® hschtii!11 un!l F r II t tf fl eliml 11 a tf 4 Ub r. Schaffum»! einer ölfcmtllch - rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oeilerrelcb!P01t-park««rn1mtWit n,K jnto Nr, 1560M / FflrTirWtinalowakai• roilipirkMunamt!'(«£ Koni״ Nr. 59(10 t Für Polen! PoiUpafkaiitnaml Wartchfca Nr.!9070*% ^־^«^Rcdoktlonsschluß Sonnt«(? und Mittwoch nachmittag. — I כ״ט אס תיפ״ד XXIX. Jalirff. ״Baseler Programm.** Zur Zentral-־ C Zmn erstenmal Ln neuen Hause, zum zweitenmal in diesem Jahre begrüßen wir die Mitglieder des Zentralkomilccs des deutschen Zionismus in Berlin. Sic finden eine völlig veränderte Situation der Bewegung vor und wissen cs, denn ihnen ist der Verlauf der letzten Aktious- Comitö-Sit/ung in London bekannt. De Jewish Agency ist im Werden; am Ernst der amerikanischen Judenheit ist kein Zweifel mehr erlaubt, und die Exekutive hat p!cinpouvoir, zu verhandeln. Bis zum Delcgicrtc-ntag ist noch geraume Zeit; jetzt, auf dieser Tagung, hat der deutsche Zionismus erstmals Gclcgenhe t und überdies die Pflicht, zu dieser neuen Epoche des Zionismus und Palästinas Stellung zu nehmen. Nach der Zeit der reinen Idee und Der deutsche Zionismus und Palästina Von Dr. Fritz Löwenstein, Haifa. Wir gewähren nachstehenden Ausführungen Aufnähme, ohne uns zu verhehlen, daß manche" Beltauptungen nicht hätten verallgemeinert werden dürfen. Die Redaktion. Das letzte Jahr Ist für den deutschen Zionismus helifuiungnvoll geworden, weil die Gestaltung der Wirtschaftliehen Verhältnisse es unclt zehnjähriger Unterbrechung zum erstenmal wieder deutschen Zionisten gestattete, ln größerer Anzahl Palästina besuchsweise kennen zu lernen, und weil cs einer nicht zu kleinen Zahl von ihnen vergönnt war, sich im Lande festzusetzen. Trotz der inzwischen eingctrctcncn Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage darf mau hoffen, daß die Verbindung zwischen Palästina und dem deutschen Zionismus niemals wieder abreißen wird, daß in jedem Jahre eine Schar deutscher Zionisten besuchsweise oder dauernd in das Land kommen kann. Die nachfolgenden Zeilen bcabsichligen, von den subjektiven Eindrücken und Erfahrungen zu sprechen, die der Verfasser des Artikels im Laufe dieses Jahres im Zusammensein mit deutschen Zionisten in Palästina gemacht hat, und daraus praktische Schlüsse für die zionistische Arbeit in Deutschland zu ziehen. Dem Verfasser liegt weniger an einer Diskussion in der ' presse über die angeschnittenen Fragen, als an einer ernsten Auseinander-?etzung in allen interessierten Kreisen, vor allem in der Leitung der Z. V. f. D. und in den mit Hachseharah und Cli.iluziuth beschäftigten Organisationen. Es bedarf wohl keiner ausdrücklichen' Hervorhebung, daß wie bei allen generellen Konstatierungen Einzelausnaiimcii vorhanden sind, aber nichts beweisen. Unter Hachseharah verstellt man im deutschen Zionismus, vielleicht nicht in der Theorie, bestimmt aber in der Wirklichkeit, nur die fachliche Vorbereitung von Landwirten und Handwerkern für Palästina. Daß eine wirkliche Hachseharah sich darauf nicht bcscliranken darf, daß sie die Vorbereitung der ganzen Persönlichkeit in sich begreifen muß, wozu die Erlernung der hcbrähclien Sprache ebenfalls zu rechnen ist, kommt in der Arbeit nicht zum Ausdruck. Vielmehr geht map von der Annahme aus, die nach meiner Ansicht freilich nur eine Fiktion ist, daß die erzieherische Vorbereitung In den Jugendorganisationen in ausreichendem Maße geleistet wiid, während man die sprachliche Vorbereitung Institutionen wie den Sprachschulen überläßt. So kann heute von einem klaren umfassenden 1 Iacl:sch.1rah-Pregram1|1 und demgemäß von einer zielbcwußtcn Hachscharoh-Arbcit nicht die Rede sein. Die Folgen zeigen sich. Man muß im allgemeinen sagen, daß sowohl die Ein- Wanderer aus Deutschland, wie die Besucher sich in keiner Weise darüber klar sind wie weit ihre Ansprüche und Lebensgewr hnliciteu in Palästina unverändert aufrcchferhalicii Verden dürfen. Der deutsche Zionist glaubt im allgemeinen, für das Land ungewöhnlich gut qualifiziert zu sein. Als ein Dogma gilt zunächst, daß ein deutscher Zionist in seinem Fache weit besser ausgebildct ist als andere Juden, insbesondere die Juden des Ostens, von deren fachlicher Minder- Wertigkeit man allgemein überzeugt ist. Sodann mißversteht man die wahre Tatsache, daß der deutsche Zionismus organisatoriscli, propagandistisch und finanziell vieles geleistet hat, daliin, daß der einzelne deutsche Zionist, der ins Land kommt auf Orund seines angeblich besonders entwickelten Sinnes für Disziplin und Verantwortlichkeits- Refühl (man vergleiche die berühmte ״Staatsbürgerliche Erziehung‘‘ des K. J. V.), ein besonders wertvolles Mitglied des neuen Jischuw ist. Häufig genug habe ich die Meinung vertreten hören, daß die deutschen Zionisten im Lande gegen- Ober einer angeblich allgemeinen moralischen Korruption das moralisch einwandfreieste Element darstelltcn, daß sie fest Zusammenhalten und einen Kern der anständigen Elemente darstellen müssen. Es muß ,gesagt werden, daß die Wirklichkeit ln krassestem Widerspruch zu der Ucbcrheblichkeil dieser Ansichten steht. Zunächst das Wesentlichste: Mit verschwindenden Aus- ״ahmen kommen die deutschen Zionisten, gleichgültig, ob sic Touristen oder Einwanderer sind, gleichgültig, ob sie aus dem K.J. V., dem Blau-Weiß*) oder irgendeiner anderen Gruppe hervorgegangen sind, ohne eine Spur von *) Es muß hier, um gerecht zu sein, betont werden, daß vieles von dem Gesagten auf die dein Hapoel-Hazair und dem Brith Haolim nahestehenden — zahlenmäßig kleinen "* Kreise nicht zutriffD ־ -- ■ ... . ץךר״ןד vj ■f;*/X3k x \ יי-״ץ ך?*ויף »י,* ד׳\ Jätiä.ilÜ.kSL• m vULJ.Ü,^j der großen Politik bricht endlich die Epoche der Wirklichkeit nn, sachlich, entsagungsvoll, voller Arbeit und Krnftanspnninitig, aber mit dein Verantwortung:;- gefühl, welches der Wunsch nach festem Boden unter den Füßen verleiht. Wir veröffentlichen in dieser Nummer eine Reihe von Aufsätzen über Gegenstände, die die Tagung bcwegen werden, gewissermaßen als Beitrag zur Diskussion und zu ihrer Anregung, ohne uns überall sachlich mit ihnen zu identifizieren. Sie sollen die Versammlung zu den praktischen Aufgaben und aktiven Lösungen Ivnführeu, die sich als Pflicht der deutschen Zionisten aus der Lage ergehen müssen. hebräischen Kenntnissen in das Land. Die hebiäisclic Bewegung in Deutschland hat bisher so gut wie keine Erfolge gezeitigt oder aber diejenigen, <Jic die Sprache gelernt haben, gehen nicht nach Palästina, Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kann diese Unkenntnis überhaupt nicht kraß genug vorgcstellt werden. Ich hatte das nicht viel besser erwartet, überrascht und sehr schmerzlich berührt aber hat mich die Tatsache, daß ein sehr großer Teil gerade auch der Einwanderer und gerade mich der aus dem K. J.V. und dem Blau-Weiß kommenden jüngeren Generation diese Tatsache nicht als tief beschämend empfindet, mul wich nicht vom ersten Tage an bemüht, mit Aufbietung aller Energie die Sprache zu erlernen, sondern die ganze Forderung des Hebräischen überhaupt nicht versteht und sich ihr gegenüber gleichgültig verhält. So bitter cs ist, so muß es ausgesprochen werden, daß die Erkenntnis von der Unmöglichkeit eines jüdischen Palästina ohne Hebräisch bei deutschen Zionisten nicht vorausgesetzt werden kann. Icii könnte zahlreiche Beispiele r.nlühren, aber bei dem kleinen Kreise deutscher Zionisten besteht die Gefahr, daß sofort erkannt wird, um wen cs sich handelt. Ein Beispiel für viele: Ein jüngerer deutscher Zionist hat cs siel» in einem energischen, selbstverständlich deutschen Briefe an die A. P. C. verbeten, daß man ihm hebräische Briefe schreibe, da er diese Sprache nicht verstehe 1 Was über das Hebräische hier gesagt wurde, gilt für Touristen wie für Einwanderer. In engem Zusammenhänge damit steht ein zweites:. Die vollendete Unkenntnis aller Verhältnisse des Landes. Man male sich aus, welche Eindrücke ein deutscher Zionist aus Palästina mit nimmt, der kein Wort Hebräisch kann, und der in der Eisenbahn von Haifa Ins Einck sitzend den Namen En Chartx! eifrig memoriert, den er zu in erstenmal gehört hat und sich in aller Eile den Unterschied zwischen Kwnzah tmd Moschaw Owdim klar macken läßt 1 Aber viel schlimmer als solche Fälle, die man vielleicht, leider nicht ganz mit Recht, als Ausnahmen be/eidmen wird, sind Fälle von Menschen, die ein halbes oder ganzes Jahr in Palästina leben und heute weniger vom Lande wissen, als sic in Deutschland wußten. Die Presse ist hebräisch, die Versammlungen sind hebräisch, der innere Drang aber, cinzudringcn, zu hören was vergeht, ein ״Bürger des Landes“ zu werden, fehlt völlig, Menschen dieser Art bleiben Außenstehende und sind prädestiniert, dereinst zu jenen Verbitterten zu gehören, die wir alle unter älteren Palästinensern keimen, fliese Unkenntnis zeigt sich in allem; nicht aus bösem Willen, aber in völliger Ahnungslosigkeit hält man ein arabisches Dienstmädchen, kmift man importierte Ware, wo man Produkte jüdischer Arbeit kaufen könnte. Man weiß ja nicht einmal, daß cs eine ״Tozereth-haarez“• Bewegung gibt und was das heißt I lieber die fachliche Vorbildung der Deutschen im Lande will icii nicht viel sprechen. Darüber sollen sich Fachleute äußern, jeder für sein Fach. Unzweifelhaft gibt cs in besilmmten Berufen (A׳>rztcl) deutsche Zionisten, deren grüiulliehe Vorbildung ein Segen für das Land ist. Aber im ganzen sind wir den Nachweis unserer überlegenen Fachausbildung noch schuldig geblieben und manche Beispiele könnten gerade dafür angeführt werden, daß deutsche Zionisten, gerade wo sie in eigenen Gruppen arbeiteten, schwere Mißerfolge erlitten haben, die, wem! nicht ausschließlich, so doch wesentlieh mit mangelnder Fachausbildung Zusammenhängen. Mit der Leistung des Gdud oder des Hascliomcr Ilazai'r können die deutschen Zionisten auch qualitativ nicht konkurrieren. Diese Ergebnisse sind zum Teil auf Mängel zurückzufiilircu, die im Rahmen der zionistischen Arbeit in Deutschlarnl getilgt werden können. Aber es wäre falsch zu glauben, daß damit aller, zu erklären ist. Die entscheidende Tatsache scheint mir in bestimmten menschlichen Eigenschaften zu liegen, die fast allen deutschen Zionisten gemeinsam sind und an die wohl in erster Linie zu denken ist, wenn man im Lande spöttisch von ״Jecken“ spricht. Es Ist eine Schwerfälligkeif, Mangel an Elastizität und 'Anpassungsfähigkeit, vor allem aber eine ausgesprochene Bürgerlichkeit, wobei der Gegensatz nicht etwa im Sozialismus, sondern in Unbürgerlielikcit liegt. Die kleinsten Kleinigkeiten, daß man etwas anders ißt und trinkt, etwas schlechter wohnt, kein elektrisches Licht hat, Dinge, über die Juden aus anderen Ländern kaum ein Wort verlieren, werden als Opfer he- Ir.iehiet und empfunden, gerade auch von den städtischen Juden, die im Grunde nichts nusziir,leben haben. Man will nicht etwa hohe OehällcT verlangen, sondern behauptet, sieh mit dem Minimum begnügen zu können und zu wollen und behauptet das ganz ehrlich. Aber im selben Atemzuge hält maß die Skala der Gehälter in eleu Arbeiterorganisationen für unmöglich und hält es für ausgeschlossen, daß deutsche Zionisten dort arbeiten. Kein Wunder, daß unsere Menschen vielfach da versagen, wo wirklich von ernsten Opfern die Rede ist, Kampf mit der Malaria, Lehen unter primitivsten Bedingungen und schlechter Ernährung. Und doch sind alle Punkte unseres landwirtschaftlichen Jischuw unter solchen und schlimmeren Opfern erkauft worden. Nirgends spricht man soviel von ״A״Siedlung“ wie hei 1ms, als ob nicht Veteranen der Arbeit im Lande lebten, die Jahrzehnte aul Ansicdlttng warten 1 Man kommt aus seiner deutschen Gruppe und geht in eine deutsche Gruppe, In eine Kwtizah, die mir ans Deutschen bestellt oder wo wenigstens der größte Teil Deutsche sind oder hat in der Stadt mir deutschzionistischen Verkehr. So bleibt man im üblichen Milieu, spricht deutsch und ist dem wirklichen Leben■ des Landes lern wie je. Ohne einen Hauch von der Krad der aulbauenden Bewegung Iin Lande zu verspüren, ohne die Anrcgnngcii, die in Deutschland die zionistische Bewegung gab, wird man verbittert oder gleichgültig. Zionistische Oe« slnming und nationales Gefühl reichten aus, um nach Pa« lüsiiiia zu führen, nicht um zu Palästinensern zu werden. Erziehung zu Staatsbürgern mag noch angchcn, Erziehung zu grundlos eingebildeten Philistern haben wir sicherlich nie gewollt 1 Ich will versuchen, praktische Forderungen aufzustcllen! 1. Es müssen Grundsätze zur Vorbe reitung von Touristen auf Palästiuareisen ansgcarbcilct werden.!1(lieht von Ortsgruppen muß cs sein, dafür zu sorgen, daß Mcnsclirn, die nach Palästina reisen wollen, sich vorher jenes Maß von l.amJcskenntnls und Sprachkcnntnit aneignen, das sic allein befähigt, Nutzen aus ihrer Palästinareisc zu ziehen. 2. Die gesamte Hachseharah frage ist neu aufzurollcn, und zwar in drei Richtungen. Fachliche Vorblldung, wobei Wert darauf zu legen ist, daß z. B. die wichtige Frage, wie lange ein Landwirt ausgebildct werden seil, nicht von den zufälligen Bedürfnissen einer Kwtizah abhängig gemacht wird, sondern nach sachlichen und fachliehen Gesichtspunkten beurteilt wird. Die Erlernung des Hebräischen darf nicht länger ein Stielkind der Bcwegung bleiben. Ueberall außerhalb Deutschlands ist die Oialuzbcwcgung hebräisch tmd sind die Träger des Ged.inkens der Arbeit gleichzeitig die Träger der lebenden herrähcheii Sprache, Bei der Vergebung V011 Zertifikaten sollten diejenigen bevorzugt werden, die bei sonst gleichen Voraussetzungen die Sprache beherrschen. Endlich aber hat die Leitung der Hachseharah, d. 11. die Leitung des deutschen Zionismus, der Frage näherzutreten, ob und inwieweit die bestehenden■ Jugendorganisationen die Erziehung für Palästina durchführen können und wollen, ob nicht Lehrglitcr und 1 landwcrkcrgrtippen hier mitzuarbeiten haben, < 3. Mit allem Ernst sollte einmal die Frage erörtert werden, ob nicht im Interesse des Hmeimvacliscns unserer Menschen in das aiifbnucndc Palästina die Frage lands* mannschaftlicher Unternehmungen oder Unter« nehittnngcn von Teilen der Landsmannschaft anders zu be* wetten ist, als cs im allgemeinen geschieht. Man soll be* greifen, daß Galizier oder Rumänen viel unbedenklicher lands* mannschaftlhh kolonisieren können als etwa Deutsche. 4. Einer besonderen Besprechung bedürfte in diesem Zusammenhang unsere Jugendbewegung. Hier will ich mich begnügen zu konstatieren; ändern mögen cs die, die die Verantwortung für die zionistische Jugend in Deutschland tragen. Die Unterschiede zwischen IC J. V. und Blatt-Weiß Find weit weniger wichtige, als wir in Deutschland glauhjcii. Gemeinschaftlich ist den Angehörigen beider Verbände außer allem, was ich oben licrvorgchobcn habe, vor allem die durch ihren Bund vielfach — besonders stark freilich beim Blau- Weiß — gegebene Beschränkung des Gesichtskreises auf die Interessen des eigenen Bundes. Unter keinen Umständen dürfte eben ins Land gekommenen Chaluzim gestattet werden, sofort in eine deutsche Gruppe zu gelten und dort zu bleiben, Sic müßten ein bis zwei Jahre im Lande arbeiten, nicht nur, um Sprache und Laudesvcrlüiltnissc kennen zu lernen, sondern um ihren Horizont zu erweitern, die Arbeiterschaft und die wirklich nationale Jugendbewegung aus anderen Ländern zu sehen und die schweren Mängel der eigenen Erziehung zu empfinden. Vielleicht werden sic dann von ihrer Verhängnisvollen Bundcsidcologie geheilt werden und verstehen, daß sic weit besser tun, als Einzelne in eine bereits gelugte und hebräisch sprechende Gemeinschaft zu kommen, als daß sic zusammen Gruppen bilden, die stets als Fremdkörper empfunden werden. Ich will ehrlich meinem Zweifel Ausdruck geben, ob in diesen Dingen der deutsche Zionismus aus sich heraus die Kraft zu radikaler Aenderung finden wird. Vielleicht kann Palästina in einiger Zeit auf das Galuth in dieser Fragen zu wirken beginnen. Die neue Palästina -Währung Die ,Vossischc Zeitung“ meldet unter dem 26. d. M■: Ende dieses Jahres wird, wie man erfährt, die neue palästinen* sische Währung an Stelle der bisherigen ägyptischen eingeführt werden. Die Einheit wird der De n a r sein, die Münze aus der Zeit des Herodes. Ein Denar wird den Wert von zwei englischen Schillingen haben und in 100 Teile geteilt seht, deren Nantc noch nicht feststeht. Die Aus« gäbe der Banknoten crlolgt direkt durch die palästinensische Regierung, die den Gegenwert, in englischem Geld bet. der Bank von England!unterlegen, will. Das Papiergeld soll 100 prozentiß; gedeckt sein. Die Gründung einer palästinensischen Nationalbank ist, nicht ,beabsichtigt. . ,