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Jüdische Rundschau · 1924-08-26 · Heft 68 (26.8.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 68 (26.8.1924)
Date
1924-08-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Nr. 68 Seite 488 JUEDISCHE RUNDSCHAU 1|!i Dieser Konferenz und ihrer Arbeit gegenüber kam! cs irgendwelche Reserven ubcrhan!>t mellt ,״eben. Wo auch nur eine Spur jüdischen Gcmciiigefülils vorhanden ist, müssen brennende Wünsche guten Gelingens Sür sie laut werden. Sic braucht für ihre Arbeit nicht an irgendeine verbindende Idee innerhalb des Judentums zu appellieren; ihre Hechtfertigt!!!״ ist die fmdubare jüdische Not, ausdriiekbar durch zwei 1 atsachen1;rt1p];en, die miteinander eine Schere bilden, welche ins Nt.heb der Judeuheit schneidet: Verelendung im Oste 11 und l: i n’w a 11 d e r 11 ngsspcrrc in A in c - r i k a. Viele einzelne Juden in der Welt sind reicher ״«• worden; die jüdischen Massen gehen zugrunde. Unter den Juden, die sich keiner Partei, keiner Organisation des Jadentums »»schließe», sollte wenigstens noch das verbindende G c f ii 111 zum jüdischen Mitmenschen hin rege oder wenigstens zu wecken sein. Wir wünschen der zweiten Karlsbader WehlüHskoiifcrciiz, dall sie den Weg zu diesen Juden, der über die ״JudcublaUer“ der ganzen Welt führt, zu finden wisse, damit wenigstens für ihre Zwecke ein Bruchteil des Oeldes mobilisiert werden könnte, das einst für Kirchenfenster und Orden, heule für Institute antisemitischer Professorcnschaft und die Uniformierung republikanischer Insiifulinueii reichlich vorhamlen ist. Um grobe Dinge geht cs diesmal, um die Schaffung von jüdischen Organen zu dauernder Hilfsbereitschaft und Rottmigsfäfiigkeit: um die Schaffung eines jüdischen Weltvcrbandes für soziale llilte als Aushau der Vereinigten Jüdischen Volksbank. Wir bedürfen einer Organisation, die für die jüdische Welt das leistet, was das Internationale Rote Kreuz, für die nichtjüdische Welt ist: eine Zentrale, von der aus dauernd und bei plötzlichen Katastrophen jüdische Hilfe zu jenem jüdisehen Elend geleitet werden kann, dessen Schrecklichkeit noch dadurch gesteigert wird, daß es unter Ausschluß der Ocffeutlichkeit vor sich geht. * Am 21. August wurde die Zweite Jüdische Welthilfslionferenz. in Anwesenheit von etwa MO Delegierten crölfnet. Die Konferenz wurde von einem Vertreter der tsclicclioslowakischen Regierung durch eine Ansprache begrüßt. In der ersten Sitzung schritt die Konferenz zur Wahl des Präsidimns. Es wurden gewählt: der Präsident des Jüdischen Nationalrats in I.itauen, Dr. Rosen bäum; der Vorsitzende des Waat! L.eitmi (Narioiiairat der palästinensischen Juden) und Vizcbiirgerincister von Jerusalem, David Y eil in, sowie der tschechoslowakische Regierungsrat Dr. W i e s m e i c r. Der Vorsitzende der bisherigen Exekutive der Welthilfskonferenz, Herr Leo Mot/kiu, erstattete Bericht über die bisherige Tätigkeit der Wclthiifskonfcrcnz. Als nächste Aufgaben hob er hervor: die Regelung der jüdischen Emigration, tiie in eine katastrophale Periode cingetrctc» ist, sowie die Bildung eines ständigen Weltverbandes für soziale Hilfe und eines jüdischen kechmmgsfomis. Aus seinem Bericht ging ferner hervor, daß die Jüdische Wclthiifskonfcrcnz. bis heilte '21 Millionen!'ranken für jüdische 1 lilfsz.weckc ansgegeben hat. Herr Mnt/kin begrüßte alsdami die Vertreter der Stadt und der ■Jüdischen Gemeinde Karlsbad, sowie die Vertreter der tschechoslowakischen Regierung und der verschiedenen Orgamsationen des tschechoslowakischen Judentums. Im Namen des Ministers des Innern der Tschechoslowakischen Republik begrüßte hierauf Herr Rcgicrungsr.1t Siegt die Konferenz und gab dem Bedauern des Ministers Ausdruck, daß er persönlich verhindert wäre, der Konferenz seine Wünsche zu überbriiigen. Im Aufträge des Ministers für soziale Fürsorge hielt Ministerialrat Tlapak eine Begrüßungsrede, in der er namens des Ministeriums für soziale Fürsorge für die l lilfstätiglü'it in KarpatltorußlaiKi dankte. Eine längere, bc- «leutunpsvolle Rede hielt der Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes lind der Union Internationale de Secours «־utx Enfants, Herr Maurice Gueri', der die Tätigkeit der Jüdischen Welthilfskonfercnz und die Geschichte ihrer Be- Ziehungen zu den großen üitcruatianaleu humanitären Orgaui- Rationen würdigte. Namens der Karlsbader Jüdischen Gemeinde begriißie Herr Rosen f cid, namens der Jüdischen Ei1rsorgez.entr.de in der Tschechoslowakei Herr Ministerialrat Dr. W i c s nt c y e r, namens des Jüdischen Nationalrats in der Tschechoslowakei Herr Dr. Margit lies und namens der tschechischen Kultusgemeinden Prof. Ottokar Kraus die Konferenz. Herr David Y eil in erklärte im Namen des Waad l.eiinii in seiner Begriiliungsrede in hebräischer S p r a c 11 e , daß das Judentum in Palästina, obwohl durch die Arbeit des nationalen Wiederaufbaues in Anspruch genommen, sich doch den Problemen des gesamten Judentums aufmerksam zuwemlet und zur brüderlichen Zusammenarbeit bereit ist. Fm Namen des aincriknniscli * jüdischen Kongresses sprach Herr Dr. Kongy. Er erklärte, das amerikanische Judentum wäre nicht . müde, "die Uilfsarbcit forlzusetzen. Es wäre nur nötig, zwischen der jüdischen Bevölkerung in Amerika und in Europa einen »älteren Kontakt hcrz.usteUen, den amerikanischen Juden einen genaueren Begriff von der Not des Ostjudentmus zu gehen und ilnteti die Möglichkeit zur Abhilfe zu zeigen. Namens der ostjüdischen Vertreter spraclt Minister Dr. S. Rosenbaum, Kowno, jiddisch. Sämtliche Begrüßungen — Petitionen ur.1 I1a;algrali0nsffleich!er.1!1gen Der stellvertretende High Commissioncr, Sir Gilbert ,Clayton, machte kürzlich eine Rundfahrt durch die Ebene ״Jcsrccl. Fast in jeder jüdischen Siedlung wurden ihm Pctiiionen überreicht, die l-andcsregicmng möge die Immigration jüdischer Arbeiter «der von Famili-engcnossen der im Laude schon ansässigen Arbeiter erleichtern. Begleitet von dem 1 )i-.f riktsleif er von Bei sau, verweilte Sir Clayton zuerst in der auf dem Nationaltondsbodcn von Tel-Adas als Klein- Siedlung erstehenden Keren 1 lajcssod-Kolonie. Hier wie im benachbarten Balfoitria, der Siedlung der American Zion Commonwealth, nahm der Gast Memoranden entgegen, welche die Bitte um Zulassung einer großen Anzahl bestimmter Einwandcruugskandklaten enthielten. In Giwcatli Jeladim, der in Alt-Ballouria vom Palästinensischen Waisenkomitec und von Juden aus Südafrika begründeten Siedlung von Waisen aus der Ukraine, inspizierte Sir Clayton die dortige, noch im Aufbau begriffene landwirtschaftliche Schute. 111 Merchawja, und zwar sowohl in der Kwuzah als auch in der Kolonie dieses Namens, enthielt die Sir Clayton überreichte Denkschrift Vorschlage bezüglich der geplanten Tabaksteuer. In Tel Josef, sie wurden in sechs Sprach! .t: hebräisch, jiddisch, deutsch, französisch, tschechisch, englisch gehalten --- wurden von der Konferenz. 1ml lebhaftem ’Beifall mitgenommen. Hierauf schlug Prof. Dr. Cliajes 1 lernt Eco Motzkin '/um Vorsitzenden’ der Zweiten Jüdischen Welthilfskonfcrenz vor. Die Wahl wurde von der Versammlung einstimmig gcnclmiigt. Daun fand die Wahl der Stellvertreter und Schrift•!!ihrer statt. Von den Delegierten, die am Vortage der Konferenz eiimetrofl'eii waren, sind zu nennen: Mitglieder der Exekutive' der Welthilfskonfercnz.: Leo Motz.kin (Vorsitzender der Exekutive, Delegierter des Verbandes der jüdisehen Gemeinden in Italien und des Jüdischen 1 lilfskomitccs in Paris), j. Lfroykiit (Generals!kretiir, Delegierter des Jüdischen Hilfskomitees in Paris), Rechtsanwalt H. Silosborg (Delegierter des Indische» Hilfskomitees in Paris), Oberrabbiner Prof. Dr. C ii a j e s (Delegierter der Zentralstelle für jüdische soziale Hilfe in Wien), Ingenieur W. T e in - k ח ו (Delegierter des Vereinigten Komitees für jüdische Aus- Wanderung), Dr. D. Jochetm a 1111 (Delegierter der Löderaiion ukrainischer Juden ih London), W. Latzki- Bert ho ldy (Delogierter des zentralen jüdischen Hilfskcmilecs in Buenos Aires). Vertreter aus Amerika: Dr. Rougy vom nnicrikaniscii-jüdischcn Kongreß, Herr Benj a m i ח , Vertreter des Hins. Aus Palästina: David Y e H i 11׳ vom Waad Leumi in Jerusalem, Rabbiner Aronson, Mitglied des Zentralrates der Jüdischen Wclthiifskonfcrcnz. Aus Polen: Sejm-Abgeordneter Isak Grün bäum, Seim-Abg. N. P r i 1 tt c k 1, Sejm-Abg, Dr. Silbcrschcin- Lemberg, Scjnt- Ab״, Frau Rose P o m e r a!1 z - M c 1 z e r - Lemberg, Dr. Al. Peek er- Warschau, Herr Btt r g i n -Warschau, Frau Klaft e n - Lemberg, Frau P. P r i hi c k i - Warschau, Karl B11 b e r (Jüdische Gemeinde in Lemberg), I. Metz.er (Bnci Britli in Galizien), Frau Lewa nda und Herr L. Kruk (Jüdische Gemeinde in Wilna). Aus Deutschland: Gohcimr.it Timmendorfer (Groß-Logc Bnei-Britli), Lnndiagsnbg. Oskar Colin, Dr. Sega 11, Alfred Berger, Alfred Lcvy und Rechtsanwalt David (Hamburger Gemeinde), Herr Rudel (Zentrales Arbeilorfiirsorgeamt), Dr. Wi Schnitzer (Hilfs■ verein der Deutschen Juden), Fr!. Pappe ft heim, außerdem die Herren D. Margot in und B. bchirman als Vor• treter des Verbandes russischer Juden in Berlin. Aus Eng׳ iaad: Redakteur Morris Mycr (Föderation der ukrainischen Juden, London). Aus Frankreich: Herr D. Ra poport (Ge׳ Seilschaft ״Hilfe durch Arbeit“, Paris). Aus Oesterreich: Frau Anitta Müller, Prof. Ehrtuanu, Dr. Kaminka, Rabb. Dr. F c 11c 111 wa 11 g. Aus dem Orient: Die Herren Dr. Es kanasi und O. H.'Rcisncr, Delegierte der Konstantiiiopler Gemeinde und der Bnci Britli Loge in Koustantinopel. Aus Rumänien: Oberrahbiiter Dr. N i c in i ro w c r* Bukarest, Dr. M. Krämer (Vertreter von 16 jüdischen Gemeinden der Bukowina), Dr. Dinmand. Aus der Tschechoslowakei: Rcgierungsrat Dr. Wiesmeycr (Fürsorgezentrale und Bnci Britli, Prag), Dr. Emil Margulics (Vertreter der GcmWmlon in N’ordhöhmeu und des Jüdischen Nationalrats), Aus Litauen: Minister Dr. Rosen bäum (Nationalrat, Kowno), Herr M a n d e 1 b ra 111. Vertreter der Danzigcr Gcmeinde: Herr W c s n i a tt s k i. Als Vertreter des Zentralen Palästina,untes der Zionistischen Weltorganisation: M. Al. U s s i s c h k i 11 (Jerusalem), Dr. M. 11 indes (Berlin) und Dr. Hell nt a 11!1 (Riga). Das Vereinigte Komitee für jüilischc Auswanderung ist durch die Herren Z. Tiomkin, Dr. 1. Brutzkus und Dr. lEen Nathan vertreten. Erwartet werden noch Vertreter der Gesellschaften ״Ose“, ״Ort“ und anderer Organisationen. Aus Rußland sind die Mitglieder der russischen Delegation der Jüdischen Welthilfskonfercnz., die Herren R. Grün borg und Dr. Bernstein cingctroffen. Das Mitglied der Exekutive der Jüdischen Welt• iiilfskonferenz, Rechtsanwalt Dr. Klee, der wegen der bckannten Uebergriffc des Bautzener Untersuchungsrichters Siarek daran gehindert worden war, zu der Eröffnung der WeUhilfskonfereiiz. in Karlsbad z.u erscheinen, hat sjdt ntn Sonntag, den 21. August, morgens, zur Teilnahme an der Tagung der Welthilfskonfercnz nacn Karlsbad begeben, wo er laut Programm ein Referat über die Schaffung eines stün■ digeu Weltvcrbandes für soziale Hilfe übernommen hat. * Die Delegation der Weltorganisation ״H c c 1! .1! 117." zur Welthilfskonferenz setzt sielt aus den Herren Bogan o w s k i, F r i c d 1 a n d und K o p c! c w i t z zusammen. Die Delegation hat sieb am 22. August morgens zugleich mit Herrn Sprinzak (Palästina), der als ׳Delegierter der Zionistischen Organisation an der Konferenz teilnimmt, nach Karlsbad begeben. Das Warschauer Rabbinat hat in einer Eingabe an die Verwaltung der jüdischen Gemeinde gefordert, daß die Gcmeinde zwei Vertreter des Rabbinats: Herrn Rabbiner Kalia ne und den Rabbinatssekretär Herrn Gesundheit, als Delegierte zu der Karlsbader Welthilfskonfercnz entsenden soll. L)as Rabbinat motivierte seine Bitte damit, daß auf dieser Konferenz auch die Frage der meist in Polen sieh befindenden etwa 10000 jüdischen Agunotlt (Frauen von im Kriege und anderswo verschollenen jüdischen Männern) geregelt werden müsse. Nach längeren Beratungen hat die Gemeinde dies Ersuchen abgelehnt, da ihr die materielle Lage die Entsendung von mehr als zwei Delegierten verbietet. Das Rabbinat hat beschlossen, auf eigene Kosten zwei Delegierte nach Karlsbad zu entsenden, die die Frage der Agunoth auf der Konferenz attregen werden. ־ .־ *.מ«»לגב. littiA X *.״«׳, -■FES der größten Keren Ha jesnod-Siedlung des Emek, blieb der Gast mehr als zwei Stunden, besichtigte alles eingehend und lernte die Wünsche der Bewohner kennen, die’ sich insbesondere gegen die bisherigen Einwandcrungsbcschrankungcn kehren. Mticltiars und Scheiks aus der Nachbarschaft kamen, um den Vertreter der Regier»»״ zu begrüßen, nach Tel Josef, wo sie sich mit den Juden verbrüderten, ein weiterer Beweis für die au.,gezeichneten Beziehungen, die zwischen den neuen jüdischen Siedlern und den altangescsscncn arabischen Bauern des Emek bestehen, Dcmouäirsliones vor der AlHsr.ce-ScIiulc fa Tel-Avvhv Mitglieder der Gesellschaft für die Verbreitung der ltebräisehen Sprache (Gdtid Megine Hasafah) verteilten kürzlich vor dem Gebäude der Alliance-Schule in Tcl-Awiw unter den Schülern Fhigzcttel, in denen diese nufgefordert wurden, die in assimilatorischem Geiste geführte Alliance-Schule zu verlassen und in die hebräischen nationalen Schulen cinzutreten. Der Schuldirektor, Herr Silbe rstein. und einige Lehrer protestierten gegen die Verteilung der Fiugzcttcl. Da ihre Proteste unwirksam blieben, versuchten sie die Ver- ז—s n! ׳ j n * na rinrin an׳!■־ ־"׳ V ' u U C—z v-ü W— ■a I» L g j x» teilung mit Gewalt zu verhindern. Hierbei entwickelte sieh ein I inmlgemengc. Polizei erschirn und stellte die Ruhe wieder her. Wie es heißt, gedenkt 1 lerr Silbe rstvin, dem französischen Konsul über diese Angelegenheit Mitteilung zu machen. Entschuldung der Emekljütlcn Der 21. August war für das Hauptbüro des Keren Kajemcth! in Jerusalem ein wichtiger Tag. Denn da galt es, eine Rate des; l.ösegeldcs zu erlegen, das der große Emckkattf von Ajui! 1020 dem J. N.-F. anferlegt hat. Die •U000 IXmnm der Ko;nplexe Nahalal und Nuris, die der K. K. L. damals über• nahm, imißtcu zugunsten des Verkäufers mit Hypotheken he■; lastet werden, die nur allmählich, nach Maßgabe der Schuldl tilgung, ihre Löschung linden. Mit der diesjährigen Zahlung von 37000 -CE kommt tum che 1 fypolhck vom letzten Stück ׳ des Nalialal-Kotnplexcs, <!. i. die Fläche des vormaligen Malul, S in Wegfall. Ebenso wird nach Tilgung der nächsten drei j Jahresraten die Hypothekcnschuhl von den entsprechenden; Fcilstücken des Nuriskomplcxcs gelöscht werden. Dann wer• ׳ «len die Emckbikleu im vollen Sinne des Wortes frei und Eigentum des jüdischen Volkes geworden sein. Die zunehmende Einwanderung nach Palästina ln der ersten Augustwoclic sind recht beträchtliche Einwandcrungszahkn zu verzeichnen. Es sind dies Zahlen, wie sic seit Einsetzen der neuen Einwanderung nach Palästina n oc 11 nicht zu verzeichnen gcwesen sind. Diese Zahlen sind nicht nur wegen ihrer Höhe an und für sich erfreulich, sondern weil sic beweisen, daß die ökonomischen Bedingungen im Lande sielt bedeutend gebessert haben und eine vergrößerte Einwanderung ermiigliehen. Unter den Neueinwandererii befinden sieh zahlreiche Kauflcutc aus Polen, von denen ein jeder mindestens LE 5ü0 besitzt. Die Spezifizierung der junieinwanderer ergibt, «!all die 1739 NcueinWanderer — 5<> waren rückkehrende Palästlncnser — sich aus 700 Männern, 161־ Frauen und 470 Kin• dern zusammensetzten. Familien wanderten 323 ein mit zu. sammeit 1144 Seelen. 771 Einwanderer kamen aus Polen, 333 aus Rußland, 100 aus Rumänien, (>8 aus Bulgarien, Ob aus Mesopotamien, öS aus Bulgarien und 39 aus Amerika. Der Kamp! gegen die Maliria in Palästina Nach Ansicht des ״Journal of the American Medical Association“ können die Ergebnisse des Kampfes, den das aus Mitteln des Joint erhaltene RegicrungsinsUtut ״Anti Malaria Research Unit“ gegen die Malaria in Palästina geführt hat, als mustergültig für das ganze Land gelten. Das genannte Blatt kommentiert in einem längeren Leitartikel den diesbezüglichen von Herrn Dr. I. J. Kliglcr, Leiter der Research Unit, abgefaiiten Bericht, der jungst in der amerikanischen Zeitung für tropische Krankheiten erschienen war. Das Blatt betont einleitend die Tatsache, daß Malaria die vorherrschende und in wirtschaftlicher Hinsicht wichtigste Krankheit Palästinas ist, ״das sich jetzt unter dem Cint'luS der Zivilisation einer wahren Renaissance erfreut", gibt dann den Bericht des Herrn Dr. Kliglcr kurz wieder und schließt wie folgt: ״Obgleich nicht an allen Plätzen des Landes dieselben Methoden angewendet werden körnten, glaubt Dr. Kliglcr, daß die Malariabckämpfung mit relativ geringen Kosten selbst in den verrufensten Gegenden Palästinas möglich ist. Folglieh läßt sich mit gutem Grund erwarten, daß die Ausrottung der Malaria schließlich überall im Lande erzielt werden kann. Drainage und richtige Kontrolle der Bewässerung sind hierbei von der allergrößten Bedeutung. Zeitweilige Unterbrechung der Bewässerung hat sich, wenn richtig durchgeführt, als sehr vorteilhaft erwiesen. Ständige Uebcrwachung ist un• crläßlich, denn sonst wird der Segen selbst der großzügigsten Sanierung durch die schädlichen Folgen menschlicher Unwissenheit oder Nachlässigkeit zunichte. Die Kosten pro Kopf dürften im ersten Jahre 2>/j Dollar nicht übersteigen und werden sich allmählich gewiß stark ermäßigen. Es ist bcfriedigend, zu erfahren, daß die Resultate, die in bestimmten Gemeinden erzielt wurden, die Fortsetzung der Arbeiten und ihre Ausdehnung auf andere Plätze Palästinas durchaus rechtfertigen. Diese Resultate sollen dort für die berufenen Verfreier ticr Prophylaxe, die sich bis jetzt dem Gefühl der Entmutigung hingegeben hatten, als anfeuerndes Vorbild dienen.“ Im Anhang an diesen Bericht ist hcrvomihcbcn, daß die erste nichtstaatlichc Körperschaft, die sich an den Kampf gegen die Malaria herangewagt hat, der Jüdische Nationalfonds ist. Seit einer Reihe von Jahren führt er u. a. auch diese Anicliorationsarbeit auf dett von ihm erworbenen Ländereien durch und hat ihr schon viele tausende Pfunde geopfert. Die Instandhaltung seiner Drainagcarbcitcn wurde vor einigen Monaten den Siedlern übergeben, die auf seinem Boden mit Mitteln des Keren Hajcssod dgreh die Zionistische Organisation angesiedclt sind. Agud.111 nnd Jewish Agency Zu der Mitteilung, daß die am!5. September in Krakau stattfindende Sitzung des Zentralratcs der Agudas fisroel sich mit der Stellungnahme der Agudas Jisrocl zur jewish Agency beschäftigen wird, wird seitens des geschäftsführen• den Ausschusses der Agudalt mitgetcilt: ״Es ist unrichtig, daß die Tagung des Zentralratcs in Krakau sich vor allem mit der Stellungnahme der Agudalt zu der Jewish Agency beschäftigen soll. In erster Reihe stehen innere orgauisatorlschc Fragen auf der Tagesordnung. Zur Frage der Jewish Agency nochmals Stellung 7.u nehmen, liegt für Agudas J i s r 0 e l vorläufig keine Veranlassung vor, nachdem die Kcnessio Gedatiloh die Bedingungen, unter denen eine Mitwirkung für Agudas Jisroel in Betracht kommt, durch Bestätigung der Breslauer Beschlüsse formuliert hat. Dagegen werden zweifellos die gesamten wirtschaftlichen und politischen Etcz- Jisroel-Problcme einen sehr breiten Raum auf der Zentralratstagung entnehmen.“ Es hat sich in Erez-Isracl der Brauch eingebürgert, alte Namen, d. 11. solche mit russischem, deutschem oder polnischem Klang, zu hcbraisicrcn. Das Gesetz regelt die mit den Namensändertmgen verbundenen Formalitäten und vcrlauthart das Crgdmis in der ״Official Gazette“. Die Augustntimmci enthält eine lange Liste solcher Namensänderungen, aus der hervorgeht, wie sehr die Juden, welche sich im Heimatland ansiedcln, Wert darauf legen, ihre Familiennamen in der Sprache der Väter wiederzugeben. So nennt sich ein Mann, der als Krasny — Rot —• bekannt war, heute Adomi, Weinberg wird in Karmi umgcwandclt, Oberweg in Elioni, Feldman« nimmt den Namen Chaklai an, Blumcnfcld den Namen Masadai usw. fl '־ '־־■% f***■ I •** '■v! ' j מ I tut V»,ly ii *-*ן ז™,*^ y®'■"' י1 /,.«•V ^*י•* *־*׳׳..־1« wi taV tii y wi y \mJ *4 * ץ*•/ f* f ןן toi 11 (J "׳ *.TT' « k>i Ul tot 4ä tt f^ir: fl 1 y ׳ •; | Uv» tii ־n j

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