Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 68 (26.8.1924)
- Date
- 1924-08-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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׳״ן ך׳״י? s g ף**״“ f ןך־״יי—ן J b "וי*"* T־׳/ rj / ׳ Nummer Berlin, 26. VIII. 1924 0SSSi Kedaklion und Verl»!{ W 15, Mclnckcslrnße 10. Erscheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldinark, Vierteljährlich 5,25 Goldmnrk. Au»t»nd*0^©0nem«0t11 werden in der Wihrtmg der eiaielnen Länder bcrecUnvt. 0pmäE3n£!%Z ״r ך- Anzeigen -Vcrv/oIUtnjt; Jüdische Rundschau G.יש. b. II., Berlin W 15, Mcinek«• straßc 10. — Telephon: Amt Bismarck 71 <55 — 70 An*eii»enprrl« 1 fi Nnnparr Hier eile 0,30 Gold mark. Stellen• {«־!turhe 0,13 Goldrtiark. bür InbrüUch« Atudgtn 100%AuUchUg. Anin* jjj*n«ch!uH1 O» e n 11 a j» und Freitag nachmitt• £ t Uhr, FAnzehmmmr.r 0,25 Goldmatti n rr \־׳> fA i n / *׳- 1. Telephon! liismarck 7165—70. 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Es gib! tatsächlich in Erez-Israd mehrere tausend meist sehr junger Leute, die der Sache des Aufbaus aulierordcntlich ergeben sind und ihr große persönliche Opfer bringen, Iii unserer Bewegung, die au Rhetorik und platonischen Enthusiasmus gewöhnt war, gebührt diesen jungen Leuten der Ehrenplatz. Nicht berechtigt aber an dieser journalistischen Begeisterung ist, daß sic meist bei der Kontemplation dieses Bildes von Opfermut stellen bleibt und sich selten die Frage stellt: was soll eigentlich bei den heutigen Umständen aus diesen Menschen werden? Zuerst stellen wir fest: das Leben der Chaluzim in Palästina ist keinesfalls ein Idyll. Es handelt sich nicht um junge Leute, die, ״Europas und der Städte müde‘‘, sich aufs Land zurückgezogen haben, da sic den ihnen überdrüssig gewordenen Stadtvergnügungen das ruhige und getundc Landleben vorzichcn. Es handelt sich auch nicht um teilte anstrengungs• und cntbcliruugsgcwohiitc Arbeiter. Es handelt sicli meistens um sehr junge Leute, die gestern noch Intellektuelle oder I lallnntelkktuclle waren, die aus ״guten Häusern“, stammen und der physischen Arbeit sehr ferne standen, die das Kulturleben gekostet, aber keineswegs ausgekosiet haben. Sic sind ins Land gekommen mit dem Bewußtsein, Soldaten unseres jüdischen Organisationshccrcs zu sein, und führen den jüdischen Krieg mit der Waffe, die heute allein zweckmäßig und angemessen ist: mit der Arbeit. Sic bilden unsere jüdische Front. Sie sind aber in Wirklichkeit keine Soldaten, sondern eher ״Freiwillige“, und cs ist noch nicht gesagt, daß es ihnen schon gelungen ist und leicht gelingen kann, wirkliche Soldaten, in unserem Falle wirkliche Arbeiter, d. 11. physisch widerstandsfähig und geistig anspruchslos zu werden. Die echten Arbeiter, die jüdischen׳ Volksmasscn, die das wirkliche jüdische Heer bilden könnten, sind noch nicht da und werden Voraussichtlieh noch längere Zeit ausbleibcn. Der Freiwilligcn-Charaktcr unserer Front ist deshalb eine Notwendigkeit, mit der man sich nbznfindcu hat und die man, sie gefalle oder nicht, in Rechnung ziehen muß. Es ist wahr, daß dieser Freiwilligen■■ Charakter der Chiluz-Bcwcgung seine Schönheit gibt; in dieser, mit Müh! .und Pein durchgeführten Verwandlung eines Gymnasiasten oder kleinen Beamten, eines ״Fräuleins“ oder einer Lehrerin in Landarbeiter, bestellt eben unsere große, unsere echte Revolution. Sie wird aber nicht umsonst errungen: nur hier, in Ercz-Israel, erfaßt man die ganze Schwierigkeit der ״Berufsumsclüchtung“ des jüdischen Volkes; und die erste Generation zahlt für diese Umschichtung einen sehr großen Preis. Diejenigen, die die Chaluzim nur aus Touristenautos sehen und ihnen nichts außer Jugend und freundlichem Wesen abmerken, sollten sich über diese Tat- Sache nicht täuschen. Man arbeitet schwer, unter heißer, Unbarmherzig heißer Sonne auf dem schweren Boden, der oft sumpfig oder steinig ist. Buchstäblich begießt man die Erde mit dem Schweiße des Angesichts. Wenn man Sümpfe trocken legt, stellt mau oft bis zur Brust im Wasser. Wenn man in ״Pardessim“, im Orangengarten arbeitet, stellt man stundenlang ganz verkrümmt und verkrochen unter dem niedrigen Baum. Kwisharbeit (Straßenbau) auf diesem Baden, der monatelang ohne einen Tropfen Wasser bleibt, und nicht Boden, sondern Stein zu sein scheint, ist noch schwerer als Sümpfctrockncn oder Pardessimarbeit. Man hat auf alle kulturelle Gewöhnbeiten und Bedürfnisse verzichtet (körperliche Reinlichkeit ausgenommen, wenn Wasser da ist, was nicht immer der Fall sein kann). Man wohnt zu dreien, vieren und in noch größeren Gruppen in Zelten und llokbarackcn, jahrclaug. Ohne einen Winkel für sich zu haben, wo man sich sammeln, ruhig naclidcnkcn, einfach einmal allein sein könnte. Man ist sehr weit von Hause weg, und hat dort doch Teueres gelassen; man schreibt Briefe dorthin, nicht immer aber schickt man sic ab, denn zu oft fehlen die paar Millim für die Briefmarke. Geld sicht man überhaupt nie. Man bat auf die Muttersprache verzichtet und man strengt sich an, fortwährend in einer Atmosphäre einer gestern noch fremden Sprache zu leben, nur hebräisch zu sprechen, mir hebräisch zu lesen — Bücher sind aber nicht viele da und nicht alle sind neu, nicht alle verständlich. Mail hat den geistigen Horizont absichtlich verengt, man konzentriert alles Interesse auf die soziale Gestaltung der Siedlung; man schneidet sich von alledem, was in der großen Welt vor sich geht, ab. Man ist in der Arbeit unerfahren, deshalb bereitet sic mehr Mühe, als es absolut notwendig wäre, deshalb auch gibt sic oft weniger Früchte und weniger Befriedigung, als es bei diesem Aufwandc von physischer und moralischer Kraft zu erwarten wäre. Manchmal fällt man schweren Krankheiten anheim. Es gab Zeiten, wo in einigen Siedlungen der Prozentsatz von Kranken bis zu 40 oder 50 oder noch höher stieg. In jeder Siedlung sieht man Schatten von Leuten, die von wiederholler Malaria oder schweren Magen- und Darinkrankheitcii gestempelt sind. Und man bekommt wenig zu essen. Man sagt, daß cs dieses Jahr viel besser damit bestellt ist als litt vorigen; aber auch jetzt bilden Tee, . Brot, Gurken, Tomaten die Hauptspeisen. Fleisch sicht man nur in kleinsten Portionen und nur Samstag; Milch bekommen nur Kinder. Man soll nicht meinen, daß das Leben von Chaluzim »0 aussiebt, nur, weil es vom Auge eines Intellektuellen gesehen wird: denn nochmals: diejenigen, die so leben. sind selber Intellektuelle oder Ilalbiiitcllektuellc. Den fadenscbciiiigen Vorwand, zu welchem wir in Europa manchmal greifen, um tlic Verschiedenheit der Lebensweise zu rechtfertigen: ״Die Leute sind ,cs so gewohnt, die Leute haben nicht unsere Bedürfnisse“,' haben wir hier nicht inclir, denn tlic Leute sind es eben nicht gewohnt, die I.eilte haben dieselben Bedürfnisse wie wir; so wie wir streben sic nach Alleinsein, haben Heißhunger, , größeren vielleicht als wir, nach׳ einem guten Buche oder guter Musik, w’oilcn, da sic jung sind, mich ein bißchen Zerstreuung haben, und brauchen gciiiigendcR Essen. Ganz gt.ciß: amiers ist Erez-fsrael nicht aitfzuhaucn. Schwere körperliche Arbeit, , Verzicht auf städtisches Leben mit kulturellen Möglichkeiten, Verzieht auf die Muttersprache. Sind aber nicht zu viele Verzichte d.1? Verlangt mau von den Leuten nicht zu viel? Ist cs überhaupt mcnschenmöglich, so viel zu verlangen? Heute Ist man noch jung und voller Begeisterung, man hat das Bewußtsein, einer großen und heiligen Sache zu dienen; man ist deshalb noch zufrieden, sogar lustig — manchmal allerdings, wenn der chaluzischc Tanz, nie endigen will, hat man sogar das Empfinden, als ob man zu lustig wäre, und man hat zu dieser Lustigkeit kein rechtes Vertrauen mehr. Aber jedenfalls: mau gellt gewissenhaft, Tag für Tag, zur Arbeit. Der Glaube und die Jugend helfen das Leben ertragen. Wird cs aber, kann cs aber auf die Dauer so sein? Man wird älter, man wird müder. Dreißigjährige Frauen, vierzigjährige Männer sind doch in diesen Verhältnissen kaum vorzustcllcn. Und wenn man wirklich ganz müde geworden ist und auch im Glauben ein bißchen schwankend, und wenn man etwas von der ״großen Welt", für welche man doch erzogen wurde, sehen will und nach dem amerikanischen Visum späht, wird der erste Stein geworfen — von wem? — von der Diaspora. Diese jungen Leute sind unsere Front, richtiger: unsere Vorposten. Mit der Anerkennung Ihres reinen Willens und ihres Idealismus allein ist die Pflicht der Diaspora ihnen gegenüber keinesfalls erfüllt. Sic haben einen langen und schweren Krieg zu führen. Ihre Begeisterung kommt ihnen heute zu Hilfe, aber auf nichts als diese Begeisterung zu bauen, um ihre Träger in den heutigen Verhältnissen zu belassen, wäre nicht nur unmenschlich, sondern auch Im höchsten Grade!!!!psychologisch und unpolitisch. Damit diese unsere Vorhut in ihrem Schützengraben aushaltc, damit sic übcrdjrs genügende Anziehungskraft auf die heute noch zu Hause Gebliebenen nusübc und somit sich allmählich oder baldmöglichst in eine wirkliche Front verwandle, sind vor allein drei Dinge nötig. Erstens muß das äußere Leben der Chaluzim anders werden. Sie müssen, sehr prosaisch gesprochen, sich sattessen können, und zwar mit einem Essen, wie es ihrer harten Arbeit entspricht. Wer nicht über kurz oder lang den Zusammenbruch seiner Front riskieren will, darf sein Heer nicht in dauernder Unterernährung halten. Aber auch dem spezifischen Charakter dieser heutigen Arbeiter, die gestern nocli keine waren, muß Rechnung getragen werden; darum muß sich ihr Leben womöglich in solchen Formen gestalten, daß ihre kulturelle Gewohnheiten und Bedürfnisse, wenigstens bis zu einem gewissen Oradc, befriedigt werden können. Man mache sich nur keine Sorge: mich wenn dies geschieht, wird das Leben des jüdischen Arbeiters in Palästina noch immer hart genug und ihm noch ein weites Feld zur Ausübung von Idealismus bleiben, Wenn dies aber nicht geschieht, wird ein großer Teil der Arbeiter lind speziell der Arbeiterinnen einfach zu Invaliden werden, und zwar in kürzerer Zeit als man meint. Zweitens müssen die Arbeiter das Bewußtsein haben, daß ihr Opfer nicht fruchtlos ist, daß hinter ihnen sich neue' Scharen sammeln und ihnen nachfolgcn, daß sic nicht «!!eingelassen werden. Diese Jungen, die in den palästinensischen Feldern arbeiten, sind politisch ebenso gut orientiert und informiert wie wir, die über sic in den Zeitungen schreiben, und sie verstehen sehr wohl, daß ein kleines 1 läuficin von jüdischen Arbeitern, das heute in Ercz-Israel vorhanden ist, zwecklos, sinnlos ist, wenn ihm nicht Tausende und aber Tausende nachkommen. Nur die wenigsten von ihnen sind hierher des gesunden sozialen Lebens willen gekommen; auch das gehörte sicher zu ihren Träumen, vor allem aber wollten sic doch den Aufbau eines jüdischen Palästina, deshalb vor allem sind sic hier um! nicht in New York oder Moskau, und schwerste Enttäuschung wäre cs für sie, wenn cs sich herausstcllen sollte, daß sic persünlieh zwar nicht mehr Händler und Studenten sind, daß aber der Aufbau stockt und sic eine verlorene Insel im arabisehen Palästina bleiben. Drillens müssen diese Menschen eine Zukunft vor sich haben. Diese haben sie nicht, solange viele von ihnen als Lohnarbeiter, sei cs in Kwuzoth, sei es einzeln bei Kolonisten untergcbracht sind. Dies gibt ihnen wenig neue Aussichten auf ein gesichertes selbständiges Leben, um so weniger, solange auch die glücklichsten unter allen, jene nämlich, die auf ihren ziigcwicseiien Böden arbeiten, nicht die finanzielle Möglichkeit haben, diesen Boden so zu bcarbeiten, daß er wirklich in absehbarer Zelt ein erträgliches Leben sieben! kann, und im ewigen Kampfe zwischen Mög- Iichkeit und Wirklichkeit aufgericben werden. Diese Frage der Zukunft, — die Aussichten auf den Frieden unseres Heeres — ist wohl die wichtigste von alten, da, wie gesagt, Jugend und Glaube über die heutige Schwere hinwcghdfcn; aber selbst sic können junge Menschen nicht sich mit dem Los eines lebenslänglichen oder mich nur langjährigen Lohnarbeite« abfinden lassen. Den festen Boden unter den Füßen und somit auch die Kralt zum Aushatten werden unser• Chaluzim nur dann haben, wenn sic sicher sein werden* daß sic morgen oder übermorgen, als Einzclsiedlcr oder inr kollektivistischen Siedlungen, erlangen können, wozu sie ge^ kommen sind: eigene Lind wirtschaftliche Arbeit, die für di• Gemeinschaft vollbracht wird. Oer Idealismus und der Wille der Chaluzim in aller* Ehren: man darf vom Menschen nicht zu viel verlanget* und muß, wenn man schon gezwungen ist. cs zu' tun* ihm dafür noch wenigstens .etwas geben. Die Erfüllung dieses' elementarsten Grundsatzes ist die zionisti.che Be» wegtrng bis jetzt ihren Vorposten schuldig ’ geblieben. Keren Balessod-EIngänge im Juli 1924 Beim Keren Hajessod-Dircktcrium in London gingen ins Monat Juli last £ 50 000 ein; cs!st dtes die höcnste int: laufenden Jahr bisher erzielte Monatsein-, nähme. Wie stets, nehmen die Vereinigten Staaten von Amerika mit über £ 34 000 den ersten Ijtang in der Tabcll« ein. An zweiter Steile kommt Südafrika mit rund £ 4000, an dritter Polen mit £ 3500 und an vierter Litauen mit £ 1330. Die europäischen Länder haben insgesamt übe• £ 10000 beigcstciierb Die Eingänge' verteilen1 sich auf di« einzelnen Länder wie folgt: Vereinigte Staaten Südafrika . . . Polen: Warschau . Ostgalizien Wilna . . Litauen 3,007. 484. 20. 7. 9 6. 6 13. 1 £ 34,322.11.10 4,089.-.- 3,521. 7. 4 Rumänien: Bukarest . . 600.-.- Bukowina . . 433.13. 1 Transsylvanien 163.10.- Beßarablcn 78.16. 3 1,275.19. 4 Einzclbeiträge .... 1,104. 2. 6 Lettland . .. 830.10. 2 Tschechoslowakei . . . . 544. S.10 Ostindien (Singapore) . . 500.—.— England . . ♦ 405.10.10 Italien ....... . . 392. 3. 1 Oesterreich . - ■ 370. 9. 4 Jugoslawien .' . . . . 225.—.— Schweiz. . . 205. 6. 9 Holland.. . . 129. 2. 5 Russische Emigranten ‘ . * » 120.-.- Palästina . . . . . 116.16. 6 Elsaß-Lothringen . . . « * 115.12. 1 Danzig . » 34.-.— Schweden . - 30.12.- Brasilien .. . 30.-.— Marokko ...... . 23.19. 6 Norwegen . ״ , 14. 4. 1 China ....... 5.13. 6 Die Gesamteingänge beim Londoner Haup Keren Hajessod bis Ende £ 1,448,044.10■ 9. Juli 1924 belaufen % 49,758.10. 7• sich de»- auf Die arabische Bauernpartei Die im Mai d. J. in Hebron gegründete arabisch• I.andwirlspartei hat dieser Tage in Jerusalem fine Tagung abgelialtcn. Die Beratungen nahmen drei Tage in Anspruch. Sah cd Sh «in, Mitglied der Exekutive, forderte in der Eröffnungsrede die arabischen Bauern Palästina« auf, mit den übrigen Einwohnern Palästinas in Frieden zu arbeite«. Die Konferenz, nahm die folgenden Resolutionen an: 1. Her» nusgabe einer landwirtschaftlichen Zeitung in arabischer Sprache; 2. Aufforderung an die anderen agrarischen Par» teien in Palästina zur Beteiligung an einem Kongreß zweck» Beratung der gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Arbeit; 3. die Partei erklärt: sic wolle a) mit allen Ein» wohnern des Landes in'Frieden leben; b) das vom Völker• blinde auf Großbritannien übertragene Mandat anerkennen; c) im Interesse aller Einwohner, insbesondere der Bauern ersucht die Partei, daß die einmal von der Regierung vor» geschlagene legislative Körperschaft einberufen werde, dl• Vertreter des ganzen Volkes umfassen soll. Erhöhung der Verbrauchssteuern tn Palästina Die palästinensische Regierung hat am 17. August ein• Verordnung herausgegehen, nach der die Zölle und Steuer» auf alle Gebrauchsartikel eine beträchtliche Erhöhung er» fahren. Zu den Haupt,irtikeln, die von den neuen Abgabe» beteoffen werden, gehören Getreide, Nahrungsmittel ver» seliicdcner Art, Brennmaterial, Spirituosen, Zündhölzer, Seife, Papier, Automobile usw. Am 18. August fand in Jcritsalen» eine Versammlung von ' Kauflcuten statt, die sich mit de* neuen Regierungsverordnung beschäftigte. Es wurde be» schlossen, an den Unterstaatssekretär Sir Gilbert Clayto» eine Deputation zu entsenden und ihn zu ersuchen, d.1« Inkrafttreten der neuen Verordnung atifzuschicbcn, damit die Kauflcntc Zeit gewinnen, siel» für die neuen Verhältnisse vorziibercitcn. Clayton empfing die Deputation der Handelskammer, die mit Nachdruck auf die schädliche Wirkung der neue» Verbrauchssteuern und Zölle auf den palästinensischen Export htewics und eine Aufschiebung der neuen Stcucrvcr- Ordnung verlangte. Clayton forderte die Deputation* auf, ihm die Gründe, die für eine Verschiebung des ln» krafttretens der neuen Steuern und Zollverordnung in Betracht kommen, mitzuteilcn. Die Regierung wird sich dann ent», scheiden, ob sie eine Verschiebung in Erwägung ziehen* kann. Colonel F. H. Kisch hat sich dieser Tage nach London begeben. Wie die Pal. Tel.-Ag. erfährt, will Colonel Kisch die zionistischen Zentralstellen dazu bewegen, das vor kurzem in der A.-C.-Sitzung angenommene Unterrichtsbudget für Palästina zu erhöhen.