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Jüdische Rundschau · 1924-08-22 · Heft 67 (22.8.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 67 (22.8.1924)
Date
1924-08-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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I! וזז >R nt!!11 n 4, 1t :r :11 » r- ׳tr R r. rk r-!n 1c 11,!» iß!11 fit er s• *- d ä- 1, e- מ¬¬ »¬ Kl tn n-!11 X) n. in ח! tn tc hfc 1er Pf. :n!n n. t» •n 1t.!n ns Ile je CR :ct 11z n. 5- 5n n.!rfsd-!r- <״, Itns er 1f? <fs :d in tl- 1s It. ef m!11 n. ot ־1: er tuf r- Ml Ul is 1- 11׳ tn n 1- 1c t. t i- 'יא It Numnicr 13 fl K, 1 ו! L~\ ö 9-י-\ v ״- ־r Im \0tiP *Ulfa rlm,22.VIIL1924i ׳ßi *׳» ד Jiil Von Robert Sternau. Der tobende Aufsatz, der in dem iri den nächsten Tapcn erscheinenden neuen Heit der ״Arbeit“, der Zeitschrift!]es deutschen Landesverbandes der ״Mitachdut 11“ erscheinen wird, ist 1ms als Diskussionsbeitrag vom Verfasser zur Vertilgung gestellt worden. Die Redaktion. Die mannigfachen Schwierigkeiten, die sich der landwirtschaftlichen Kolonisation Palästinas entgegensUiU'n, haben in letzter Zeit die Stimmen sich mehren lnsron, <iio ftir einen Aufbau der Kolonisation auf vorwiegend industrieller <inmdlage cintrelen. Diese A11 sciins!tut!׳eil haben selbst im Finanz- und Wirtschatlsrat in der i’enon Dr. .1 lalpcrns eine Vertretung gefunden. Aber mtcli in der zionistischen Oeftentlichkeit versucht inan immer stärker, dein Gedanken, durch Inilustrinlisiertuig Palästina kolonisatorisch ,schneller zu erschlichen, Eingang zu verschaffen. Dabei hiiuit sich Beispiel über Beispiel, mit welcher Leichtfertigkeit in zionistischen Kreisen häutig über die schwierigsten Probleme der wirtschaftlichen Kolonisation gesprochen wird. Mail fabri-?H׳rt lumtip, inthcschwei t von den notwendigen Volkswirtschaftliehen Einsichten, irgend einen mehr oder weniger guten ״Kolonisationsplan“ und verkündet ihn, ohne seine tieferen Voraussetzungen zu prüfen, dem leichtgläubigen Publiknm. Dabei klingt es z, B. sehr bestechend, wenn Abraham <10Id borg, der 1 iilirer der amerikanischen Zionisten, in seinem trotz der geplanten Vertraulichkeit heute publik gewordenen K o 1 0 n i s .11 i o 11 s m c in o r a n d u in v o m M a t 1Ü21 schreibt, dali bei der industriellen Kolonisation die ״Resultate schneller, die Einwanderung größer und das selbständige Vorwürtskommen und Aufbauen rascher vorwärts geht“ als bei der landwirtschaftlichen. Noch apodiktischer als von Goldberg werden die industriellen Aussichten von manchen amlercn betont, z. B. von Dr. M. Fleiß in Nr. 11 der Wirtscliaftsbeilage der ״Jüdischen Rundschau“, aus dessen symptomatischem Artikel wir den folgenden Salz, zitieren: ״Die Möglichkeiten, Palästina auf diese Weise (d. h. durch Industrialisierung) rascher zu besiedeln, liegen mit der llaml. Die Industrie verzinst das in ihr investierte Kapital rasch und ziemlich hoch im Gegensatz zur Landwirtschaft. Damit ist die Möglichkeit einer raschen Er- Weiterung und Ausdehnung der Produktion gegeben." Solch industriell er Optimismus kann bei jedem, der die volkswirtschaftlichen Grundlagen industrieller Ent Wicklung auch mir oberflächlich kennt, lediglich ein staunendes KopfschiUtcln erwecken. Man muß sich” fragen, warum die Schreiber jener Zeilen cs nicht der Midie wert gefunden hahen, den Behauptungen über die stärkere Billigk e i t, Rentabilität und Aufnahmefähigkeit der i n d u s t r i c 11 c 11 Produktion gegenüber der 1 a 11 d w i r t - schaf t lieh cn eine nähere Begründung beizulügen, Demi das, was für einige wirtschaftlich hochentwickelte Länder Europas -- aber auch nur für einige — zutreffen mag kann nicht ohne weiteres Geltung für ein industrielles Neuland wie Palästina verlangen. Vermutlich geht dieser Mangel einer Beweisführung auf die Unmöglichkeit einer solchen zurück. . Nicht nur die Geschichte, die keine Kolonisation auf!industrieller Grundlage kennt, sondern auch die theoretische Ueb erlegt! 11g weist auf die Hemmnisse der Besiedlung Palästinas auf industriellem Wege. Wenn im toigemlcti versucht werden soll, diese Hemmnisse nufzn/ci1׳en, so will damit lediglich bewiesen werden, daß im heutigen Stadium der kolonisatorischen Entwicklung die Industrie nicht Grundlage einer, großzügigen Kolonisation und Einwanderung sein kann. Damit ist natürlich nicht gesagt, — was übrigens auch au; dem Folgenden hervorgeilt — *laß für ein zeine industrielle Unternehmungen in Palästina jegliche Chancen fehlen. Aber wenn diese auch bisweilen durchaus vorhanden und ausmitzhar sind, so ist damit dennoch kein positives Undl über die gegenwärtigen Aussichten einer weitreichenden jüdischen Iiidiistrialisiet'ungspolitik in Palästina gesprochen. Eine Beurteilung dieser Aussichten ist in doppelter Richtung möglich, einmal von der Seite des Bedarfes und zweitens von der Seite der Produktion. Und beide Male zeigen sieb besondere Schwierigkeiten. Dabei liegt das w c s c n t lj tdi s 1 c Hemmnis industrieller Kolonisation auf der Bedarfs$0itc; Produktionssclnvicrigkcitcn treten als verstärkende!־ Momente hinzu. Beim Bedarf, als der Grundlage jeder Wirtschaftliehen Erzeugung, gellt der Blick unserer Industricpoliiikcr sowohl auf den inneren Bedarf Palästinas wie auf den ausländischen Bedarf. Was e r s f c r c n anlangt, so ist er denkbar klein. Die Einwohnerschaft Palästinas entspricht mit 700 000 Köpfen etwa der Seelen zahl einer deutschen Groß- Stadt vom Umfange Kölns. Aber die industrielle Kon- *Hinfälligkeit dieser Bevölkerung beträgt nur einen ganz, bescheidenen Bruchteil der .gleichen Kopfzahl in Deutsch-!and. Auf solchen Verhältnissen eine großzügige Industrie aufhaucn zu wollen, muß als absurder Gedanke erscheinen. Nun rechnet man bei uns aber im Grunde viel weniger mit dem palästinensischen Markt, den man als überaus klein durchaus erkannt hat, als vielmehr mit dem Export. Sowohl , pDlbcrg wie unsere sonstigen Industrialistcn weisen nachdrücklich auf diesen hin.. Eines wird dabei jedoch immer Oherschcii. Die Möglichkeiten des Exportes industrieller Labnkatc sind um so größer, eine je festere Marktvcrwiirzclung die Industrie im hilande besitzt. Alle vorausgesetzte Auf'- nnhmcfähigkcit der Orieiitmärkte kann an dieser Wahrheit nichts ändern. Der leichter überschaubare und beherrschbare I nla iidskojisuin bildet regelmäßig nicht nur den nafür* nthcii Ansatzpunkt, sondern auch den wesentlichen Stutzpunkt des Exportes. Andere Verhältnisse finden wir lediglich dort, wo wir cs mit bestimmten ino nopol a r t i g en Erzeugnisse״ zu tun haben, (Schweizer Uhren!), Aber solche Monopolfabrikafioii bildet im Rahme« des gesamten induslriellcn Prozesses stets eine Ausnahme. Im Allgemeinen «t eine innere Stütze des Exportes notwendig wegen der besonderen, dem ausländischen Absatz cntgcgcnstchcndcn ^11wicriftkejten: geographische Entfernung des Absatzgebietes, Abhängigkeit von wirLschaffs|X)litiscl1cn Faktoren (Einfuhrj^olle 1) und allgemewi-palilfechen Umsländen, leichtere Kon- Kurreiirbedrolmng durch ausländische Industrien, Notwendig* kelt des Aufbaues einer besonderen Handelsorganisation u. a. m. sclbst bei entwickelten Industrieländern bleibt der Inlaiidsmarkt vielfach der beherrschende, und wo er zu klein zu werden droht, versucht inan ihn mit Gewalt auszudehnen. Beispielsweise ist die englische Kolonia!po]itik in Indien nicht verständlich oluic diesen Gesichtspunkt der künstlichen Ausweitung des inneren Absatzgebietes. Wo, wie bei uns, der 1 n 1 a n d s 111 a r k t äußerst klein ist, da können die E x ■ Portmöglichkeitcn nur mit größter Skepsis beurteilt.werden. Auch die durch das Gahdhjudcntum mannigfach erleichterten •«ländischen Handelsbeziehungen einerseits, das Fehlen einer nennenswerten Zollschranke gegenüber Serien en• drer.ti'il!;, könne״ lediglich einen bescheidenen Teil der Export- , Schwierigkeiten mindern. Zu den Hemmtv;!;en, die Ecu lndintridlcn Kclonkatioraplanet! von der Seite der, Bedarfes cntgcpcnstchcn, treten unterstützend solche von Seilen der Produktion. Hierbei handelt es sich um die Frage der Konkurrenzfähigkeit gegenüber ausländischen Erzeugnissen sowohl auf dem pa* läsiiiicnsischcii Markt als ganz besonders auch auf au s 1 ä 11 d i s c h c 11 Märkten. Regelmäßig kt jeder Beginn imlusiririkf Tätigkeit mit besonderen Schwierigkeiten und erhöhten Kosten verbunden. Zahlreiche Bedingungen, industrieller Entwicklung können erst im Laufe der Zeit eine zweck jiemäfle Atr.lnkhlii^־ finden: die Erfahrung der Untemrlimer, dm Schulung der Icduiiker und Aibeiler, ’die Kredit-, Handels- und Vcrkclirrorgnnisntioii, die komplementären ProdiikUoua/.wcige,. die Rechtsrinrichtungcn mm Steuersysteme, «— all <la:1 näßt eich cr.it mit fortsclireitender Entwicklung den industriellen Notwendigkeiten mit mögheilster Gunst an. Bis dahin produziert man teuer und ist daher der Konkurrenz gegenüber benachteiligt. Aber zu diesen allgemeinen,. bei. der Industrialisierung jedes 1 .amles vorluimk'mm Schwierigkeiten, treten in Palästina spezielle 1 Icimn-msse. Der Mangel an Kohle um! Eisen, den beiden Eckpfeilern industrieller Produktion, ist schon zu oft betont Worden, als daß liier noch näher darauf eilige-;raupen werden soll. Und warn mich die Bedeutung des Kohieiminiigels nach Durchführung des Rn t h c n ber g pro - je kt es vielleicht weni|״er wesentlich erscheinen wird, — der Mangel an Eise״ bleibt bestehen. Man weise nicht — wie inan cs bei uns so gerne tut — auf die Schweiz hin, die, als ein Land industrieller Produktion bei fehlenden Eisenschätzen, die Möglichkeiten industrieller Kolonisation in Palästina bcweisen soll. Nichts wäre falscher als das. Denn die Schweiz hat sieh im Laufe der historischen Entwicklung zahlreiche andere, uns heule noch fehlende Indirstricvomnsctzunge״ geschaffen, sie besitzt vor altem auch in einer hochqualifi« zierten Arbeiterschaft einen Ausgleich für die Unginist der Natur. Damit sind wir beim zweiten Faktor, der von der Produktionsscitc gerade in Palästina besondere Sclnvierigkeiten für eine industrielle Kolonisation ln sich schließt. Daß wir infolge des Fehlens jeder industriellen Tradition umi ausreichender!»crsöiilicher Ausbildung eine Arbeiterschaft besitzen, die in qualifizierter Arbeit noch nicht genügend geschult ist, kann nicht als Eigenart Palästinas .!״gesprochen werden, sondern gilt mehr oder weniger für jedes industrielle Neuland. Als Besonderheit aber ist es anzusehen, daß der Händicrtyp des Galuthjuden in seiner Nervosität und seiner Fremdheit gegenüber produktiver Tätigkeit noch einen langen Anpassiingsprozeß, dessen Ende unsere Generation nicht erleben wird, durchmachen muß, bis er zur Qualitüfsleisütivg befähigt ist. Die jüdische Intelligenz zwar bleibt hier ein förderndes Moment. Als besonderes Hemmnis der Arbeitaqualifikntion muß aucii das Klima genannt werden. Es ruht hier nicht mir das Problem der Akklimatisierung sowie der infolge Krankheit unproduktiven, aber Kosten verursachenden Arbeitstage — sondern dahinter stellt die Frage nach der Möglichkeit der Arbeitsintensität im subtropischen Klima überhaupt. Bereits die lndustrlccntwickhmg in dem noch zur gemäßigten Zone zu rechnenden Italien weist deutlieh auf Grenzen, die in solch klimatischer Beeinflussung des arbeitenden Menschen gelegen sind. Wo die Arbeitsleistung gering ist, pflegt rcgelmäßig) ein niedriger Lohn einen gewissen Ausgleich für diesen Mangel zu luden. Der jüdische Arbeiter jedoch zeigt aus allbck.umtcu Gründen einen hohen Lebensstandard. Anders als in organisch gewachsenen Volkswirtschaften siebt hei 1ms die Notwendigkeit hohen Lohnes außer Zusammenhang mit qualitativ guter Leistung, In Ländern, in denen besondere Schwierigkeiten industrieiier Entwicklung ciitgcgciislchcn, pflegen fördernde wirtschafispolUischc Eingriffe die Erreichung des erstrebten InduftriaUsieruiiRszicles zu beschleunigen. Solche Eingriffe können einmal von privater oder halb-öffentlicher Seite in.mannigfacher Weise erfolgen, und auch bei uns müßte durch die Jewish Agency umi ihre Institutionen eine 111dustrielürdcnmgspolitlk getrieben werden. (Berciittelhing von industriellen Krediten, Ilodcngcwälmmg tu Industrielle, Anstellung von Untersuchungen über die vcrschicdenen industriellen Möglichkeiten 11. a. in.). Das Hauptmoment wirtschaftspolitischcr Förderung ruht aber rege!- mäßig bei den Macht - und Rechtsmitteln des S t a a« tes, unter denen dein Zolltarif eine besondere Bcdcutuiig ziikommt. Es erhebt sich also hier das Problem der staatlichen Industrieförderung in Palästina. Bisher weisen vor allem die Erteilung der Ruthenberg- Konz c s s io n sowie die neuerliche A u f 11 c b 11 n g d c R Einfuhr7.011 cs für Maschinen auf eine »lebt ungünstige RegierungsciiisU'llmig. Aber man sollte doch in den Hoffmingen auf s t a a 11 iehc U111 er8 t ti t zuu g der Industrie etwas vorsichtig sein. England, als Industrieland, hat stets versucht, in seinen Kolonien eine industrielle Entwicklung, die als Konkurrenz für das Mutterland empfunden wurde, so lange wie möglich liintaJizuJialten. Indien bietet hier wohl das typischste Beispiel. Zwar ist für eine intensivere Staatliehe Industridordcrung die Kleinheit Palästinas, die eine für England erwachsende Industrielle Gefahr ab illuaoriscli erscheinen läßt, ein günstiges Moment; aber dennoch kann der Regie nuigsfaktor nicht als sichere Grundlage einer palästinensischen Industrialisierung in Rechnung gestellt werden. ׳ '(Schluß folgt.) Die Tibcrins-Büdcrk'onzcssion ln jüdischem Beiitz? Die Konzession für die bekannten heißen Bäder in Tiberias, die sieh bisher in Händen von Syriern befand, ist dieser Tage in den Besitz einer jüdischen Gesellschaft übergegangen. Die genannte Gesellschaft beabsichtigt, in Tlbcrias moderne Bade* hause! zu errichten. Narb Mehlungen amerikanischer Blätter, denen wir diese Nachricht entnehmen, stehen dem Uebernalunckonsortitim 100(100 Pfund zur Verfügung. Näheres über seine Zusammensetzung ist bisher nicht veröffentlicht. Eine Tabakfab'rlk in Rischon-lc-Zion. Vor kurzem ist von dem fh'iniler Groflkaufmann BarscI eine zweite Tabakfabrik in R i s c!1 o n •1 c - Z1 o n gegründet worden,. in der eine grolle Zahl jüdischer Arbeiter Beschäftigung findet. Barset hat, wie wir bereite vor längerer Zeit erwähnten, im vorigen Jahre die Tabakenite in Judäa und Snmaria erworben und beabsichtigt jetzt, eine Reihe von Trocknungsanlagcn an den wichtigsten Plätzen des Landes anzulegen. Offenbar steht die Gründung mit diesem Plan In Verbindung. Die Emission der Arbeiterbankaktien. Die Palästinensisclie Arbeiterbank hat bis zum 1. Juli aus dem Verkauf von Aktien insgesamt £E 24961 eingenommen, (Offenbar handelt cs sich nur um die Aktien der neuen Emiaslon. יי Red.) , , . , Die l7lrM1*1!tskp Im Jusl Der BerUht des Keren Ifajessod Die Kultivierung von Tafeltrauben. — Eine gute Tabakenite. — Weitere Arbc Itsmögllchketten in den Kolonien. —■ Versuche mit Schafzucht. Während des Berich tsmonnts wurden in den Siedlungen die Drcscharbcitcn durdigcfülirt; Nahalal, Kfar je■* cheskicl, Beth Alpha und andere Siedlungen konntet! hierbei die neuen Dreschmaschinen nach dem Marschal-fjystem benutzen. Für den D a g a n i a - Komplex; hafte der K. H. einen neuen Traktor angeschafft, so daß die' hier liegenden Dörfer Zugtiere sparen und das Land gründlieber bearbeiten konnten. Die vor drei Jahren im E in c k angepflanzten Wein* Stöcke sind zum erstenmal zur Keife gelangt; die Trauben sind in Haifa und Tel-Awiw bereits zum Verkaufe gekommen, und zwar zu einem fast dreimal so hohen Breis wie die gewöhnlichen Sorten, da sic als wirkliche Tafeltrauben sehr gesucht waren. Ihrer Kultivierung bieten sich sehr gute Aussichten. Es soll nicht nur bei diesem ersten Quantum bleiben, sondern auch die später reifenden Trauben aus Di I b und Kalnndi« solle» auf den Markt kommen. Für die Siedlungen Tel Adas, Chittin, Kfar M a 1 a I, M e r c h a w i a h und Nachlath-Jehuda .wurde die Errichtung von Ställen und Hütten für Rechnung de» nächstjährigen Budgets beschlossen. Ebenfalls auf Rechnung des nächstjährigen Budgets soll Samen und Futter nach den dazu notwendigen Vorbereitungen angekauft werden. . Mit der 1795 Personen umfassenden Juni-Immi» g r a t i o n traf eine Gruppe von Kauflcutcn aus Polen ein, von denen jeder mindestens £ 500 mitbrachte. Die Gruppe ging sofort daran, eine neue landwirtschaftliche Kolonie in dem alten Dorfe B n c Brak, auf halbem Wege zwischen Tel-Awiw und Pctach Tikwah in der Nähe der Kolonie Scheehunath ßotochow zu gründen. Sie erwarb zusammen mit einer Gruppe aus LI taue n in Bne Brak einen Landstrich von 3700 Dunam, auf dem sich bis zum Juli bereits 12 Familien ansicdclten. Auf dem Arbeit smnrkt war die Lage im allgemeinen gut. Die Kolonien bieten reichlich Beschatt!-1 gung, und man glaubt sogar, daß in ihnen noch für einige hundert Immigranten, besonders in Che■* dera, Pctach Tikwah und Rcchoboth, Arbeit vor■« handen wäre. Die Tb ba kernte verspricht Im allgemeinen gut zu werden, und nur in ganz wenigen Orten scheint sie unter dem Durchschnitt zu bleiben. Die Arbeiter verdienen hierbei durchschnittlich 15 Pt. täglich, zuweilen 20 Pt. oder 25. Es besteht die Aussicht, nicht nur die meisten von ihnen während des ganzen Jahres in den Kolonien zu be-< halten, sondern ihre Zahl gegen Ende des Jahres noch uirt weitere 500 zu v e r g r ö ß c r n. Das Handels- und Industrie-Department der zionistischen Palästina-Exekutive hat dem Gdiid Awo« dah für den Ankauf einer Schafherde ein Darlehen von £ 150 aus K. H.-Gcldcrn gewährt. Für denselben Zweck hat auch das Kolonisations-Departement der zionistischcn Palästina-Exekutive £ 200 bewilligt; weitere Gelder wurden von privater Seite zur Verfügung gestellt. Insgesamt sollen hierfür 1000 Schafe für £ 1500 gekauft und mit den schon der Kwuzah Gila di und den Siedlern in Me•* tullah gehörenden 300 Schafen vereinigt werden, da die Schafzucht im Norden von Palästina voraussichtlich gute En gebnisse zeitigen wird. VVertbrlefvcrkchr z.wlschcn Danzig und Palästina, fnf Postverkehr zwischen der freien Stadt Danzig und Palästina sind fortan Wertbriefe und Wertpäckchen bis zu einem Höchst* betrage von 3000 Goldfranken zugelasseti. Die postalische Wcitcrleitung erfolgt über England oder Frankreich. Die Großhandelspreise in Palästina im Juni 1924. Fm! folgenden veröffentlichen wir die Ziffern des Großhandels« Index für Lebens- und Heizmittel im Juni 1921: Z*hl a«r b*ob«phUi W*r*n 13 34 11 M.itmUx f. Octrcidc u. Fleisch II. Andere Lebensmittel und Obst III. Hcizmittel und Verschicdcncs Gesamtindex 58 97,7 95,6 2,1 Der Stand der Großhandelspreise hat sich im Bericht»* monat im!Durchschnitt um 2,1 <0/י gesenkt und ist um 4.4 0/0 niedriger als im Vorjahr und um 17,8 <»/0 niedriger als vor zwei Jahren. Agrarprodukte fielen infolge der in Aussicht ge« »teilten Importe aus Transjorda 11 ien und des ge« ringen Inlandsumsatzes um 6 0/0. Aus Tratisjordanien kamen reichliche Weizenmengen an. Die Preise betrugen am 30. Juni ir! Piastern! für Weizen ״ Oersto ״ Durrha ״ Kcrscnnch Wie die Tabelle Haifa, den Orten des tn J*rnM>Ua in ■T»fT» tn (Ui* in (Ulf* 138 125 115 111 95 88 77 92 101 100 — 82 104 90 — 78 zeigt, der Preise in Gaza Produktion und umi stehen die größten größten Exports, am niedrigsten. Fleisch war infolge geringerer Nachfrage im ganzen unverändert. Eier hingegen stiegen mit der Knapp« heit an Vorräten. Molkcreiproduktc, Milch, Butter und Käse wurden immer noch zu Maipreisen verkauft. Seit eiern Jahre 1920 waren die Prcisändcruiigen in Piastern hierin folgendermaßen: n n MII011 Jen» *Um Butter 1CU0 Jftfu MUoh ]Huttor KM» 400 3150 1400 400 4670 1420 400 2530 880 400 3130 830 300 22220 800 400 1940 730 400 1700 590 350 1250 680 320 1450 690 300 1750 630 205S 68% 67% £5% 62% 66% Juni 1920 1921 1922 1923 1924 ״ Prclsfall in 4 Jah!Demnach Ist der Preis für Milch um 20—25 tyo gesutikcn. der für Butter lind Käse um fast dreimal soviel. Es Ist dies ein Resultat der erfolgreichen Arbeit der modernen Milchwirtschaften, ihrer besseren und rascheren Verteilungsmethoden und des vermehrten Milchkuhbestandes, (Des weiteren haben auch Gemüse und Obst sich verbilligt. Der Tagespreis für Wassermelonen ist in Haifa PT. 30, in Oaza PT. 50, in Jaffa PT. 80 und in Jerusalem PT. 120; diese Preisunterschiede haben zumeist ihre Ursache in den!Transportkosten.

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