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Jüdische Rundschau · 1924-08-22 · Heft 67 (22.8.1924) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 67 (22.8.1924)
Date
1924-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ד־—g ,Kn C: r״ r ך־־״״ן 0f£T, •2׳" -*'‘ •־’־•־־ ״'־^**י“־** ׳: I.Ü5Z'jnE'*.‘TT TXTZ'.ZZTTTT^itZ gtdiktion und Verlag W 15, McinekcitraQ« 10. Erscheint |!*den Dienstag und Freitag, Bezugspreis bei der Expedition I monatlich 1,85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark. 1 Aätl*ndi«H0n«#B1*nt• w«rd•• in dUr Wlhrnng d«r •Uu«ta«a Linder berccknet, jj ־״* . ,!TT '!zTTTTvSZur. 2 Nummer 67 0lUmZ«XSX3X-2S3SZZZ Berlin. 22. VIII. 1924 Anzcigcn-VcrwaHunj*: Jüdische RmicUchcu G. m. b. II., Berlin W 15, Mclnefc*• straüe 10. — Telephon! Amt Bismarck 7165 — 70 An1e(4«npr«t*1 R £«»n*lt.Nünp«r#lUt»*lle 0,30 Göldmirk, SietUn- Sesuche 0.1*5 Goidm»rW Für behriiicHe A.u1tig#a 100^ Auf 1cbl«g, ^nttt^#n9rt»iu’i1 D i n 11 g und F r * H I » « bn.lt«.( 4 Uhr. Mimclrmmmcr €,30 Goldmark I %J I i f\ L .^WH., 'j Telephon; Bismarck 7165—70, Postscheckkonto: Berlin Nr. 17307, FarO«sttrr«le11‘fostaptr11a1<tn»mt Wi«n,K«1lo Nr. 156OM r PtirT.cWlio.lowiWti l’oil.p.rk.iien.mt t'rsg, Koni» Nr. 59 410 / Kür l’ol.oi Poiliptrksiisutmt Wsr1d.su Nr, 190 ZW), — RedaktlonsichluO Sonntag und Mittwoch nachmittag. — 1 -sSrx .t .hesst*' .ws.’..,.י■ * . iMmäSHi כ״ב אס חרס״ר XXIX. Jahrr,. 0er XloaUtisu■ amtrobt für da■ JUdlocha Volk dia ScGnflang elnar tiffont'lch - roehtllcti acslchortan tSalmstUtta In PolSslIna. ״Basaler Programm.“ Die Konzentration;der Kräfte Von Moses Beil in sott, Tcl-Awiw Nimmt inan rum Ausgangspunkt einer Betrachtung Ercz- Israel, wie es vor dem Beginne der jüdischen Kolonisationsjrheit war, so hat man das volle Recht, im Lande ungeheure Fortschritte fcstznstctlcn; von diesem Standpunkte aus sind alle optimistischen Berichte darüber voll berechtigt. Sowohl die Möglichkeit, das Land modern zu besiedeln, als auch die Fähigkeit der Juden hierfür, ist nunmehr bewiesen. An sich j,«t das ungeheuer viel. Betrachtet man aber den Zustand unserer Kolonisation von einem anderen Standpunkte, nämlich in bezug auf die Schaffung einer starken jüdischen Geineinfchaft, die doch letzten Endes zur Lösung der Judenfrage führen soll, so scheint Optimismus nicht mehr am Platze. Kaum 3 ״> des palästinensischen Bodens sind in jiidischein Besitz. Einige tausend junge Leute fuhren — mit ungeheurer Anstrengung, mit ungeheuren Opfern — auf diesem Boden eine noch unsichere Wirtschaft. Wenn mau von einigen Städtcsicilliingen absicht, so sind eigentlich diese 3 0״ des Bodens und diese paar tausend Jungen und Mädchen alles, was wir im Lande haben, worauf wir wirklich bauen und rechnen können. Diese Tatsache soll man nie vergessen. Man darf Wasserleitung und elektrische Beleuchtung in Tel- A'viw als große Leistung schätzen und rühmen; man sollte aber auch einmal außerhalb Tcl-Awiws oder auch außerhalb von Daganiah und Nahalnl Umschau halten. So schön Dagauiah auch, sein mag und wie wunderbar der Mcnschcntyp, der sich dort nach 15 jähriger Mühe und Pein hcrausgcbildct hat, — für die Lösung der Judenfragc ist noch recht wenig getan, wenn dort 10׳ oder 50 Leute ein sozial und menschlich gesundes Leben führen. Wohl kann Dagauiah als Beispiel eine ungeheure Bedeutung haben, aber nur dann, wenn jemand da ist, der an diesem Beispiel lernen kann. Auf diesen ״jemand“ wartet Palästina. Immense Böden liegen unbebaut. Mcnscheumasscn stehen draußen — heute insbesondere, da der jüdische Wandererstrom keinen Weg mehr hat. Und dieser Boden und diese Menschenmassen scheinen sich nicht vereinigen zu können. Gelingt es uns nicht, innerhalb einiger Zeit die palästinensische Kolonisation zu verbreitern, so droht Palästina — ganz abgesehen von allen politischen Folgen —, nicht ein Kolonisationsland des!üiüclien Volkes, sondern — scharf, aber kaum übertrieben ausgedrückt —, ein Spielzeug zu werden, sehr schön anzuschcn, mit Wasserleitung und elektrischer Beleuchtung vielleicht nicht nur in Tcl-Awiw, sondern auclt ia jüdischen Vierteln von Haifa und Jerusalem, aber ein sehr teures Spielzeug, das ungeheuer viel Menschcncncrgie, Menschenarbeit und Geld verlangt. Selbst wenn es dazu kommt, daß Daganiah und Nahalal, En Cliarod und Tel Josef auf eigenen Füßen stehen, und auch wenn in diesen Siedlungen die vollkommene soziale Gerechtigkeit herrschen wird, wird doch deshalb allein Ercz-Israel seinen Spielzeug- Charakter nicht verlieren. Die Geschichte der kollektivistischen Sicdlungsvcrsuclic wird um ein interessantes Kapitel reicher sein, von der Lösung der Judenfrage aber werden wir $0 weit entfernt sei« wie nur je. Vergleicht man die Hoffnungen, die mit der palästinensischcn Kolonisation noch vor sehr wenigen Jahren verbunden waren, mit der heutigen Wirklichkeit, so ist man gezwungen, festzustcllen, daß man vor einer der stärksten Enttäuschungen der jüdischen Geschichte steht. Man versuche heute Ruppins Buch ״Der Aufbau des Landes Israel“ (Jüdischer Verlag) mit seinem Plane, der damals, als das Buch erschien, als minimalistiscli bekämpft wurde, ohne Bitterkeit naclizutesen. Ruppin plante, im ersten Jahrzehnte 300 000 Juden ins Land zu bringen, im zweiten 600000. Von dem ersten Dezennium ist die Hälfte schon dahin! Und wenn die Sache so weiter geht, wie sie in den letzten Jahren vor sich gegangen ist, wird der minimalistisdie Plan von Ruppin ein unerreichbares maximalistisclies Ideal werden — vielmehr, ist er cs schon geworden. ,Das ganze zionistische Problem von heute ist eigentlich dieses: wie macht man aus dem heutigen Ercz-Israel-Werk eine ernste, für das jüdische Volk wirklich entscheidende Angelegenheit? EHc Antwort auf diese Frage ist so einfach und wurde schon so oft formuliert, daß sie schon banal geworden ist — sie heißt: Bodenkauf und Einwanderung mit allem, was dazu gehört, d. 11. mit der wirtschaftlichen Sicherung der Immigranten. Gerade die letzten Monate haben bewiesen, daß der Einwanderung politische Hindernisse nicht im Wege stehen; kaum daß der Tabakbau erlaubte, einigen tausend Menschen Arbeit zu verschaffen, wurde der Zionistischcn Organisation die entsprechende Zahl von Zcrtifikaten zur Verfügung gestellt. Niemand kann annehmen, daß die Sache anders würde, wenn cs sich nicht um zeitweilige Arbeit, wie beim Tabak, sondern um ständige Ansicdlung bandelte. Was den Bodenkauf betrifft, so bc* liauptcn einstimmig alle Kenner des Landes, daß heute, aber höchstwahrscheinlich morgen schon nicht mehr, freier Boden noch genügend da ist. Weder die englische Regierung noch die Araber," die gerade in der letzten Zeit einen wachsenden Fortschritt auf landwirtschaftlichem Ocbiet zeigen, können und werden lange zuschen, wenn urbar zu machender Boden brach liegt. Man soll die große Wandlung, die in Ercz- Israel seit dem Kriege im Gange ist, nicht unterschätzen — weder die zivilisatorische Energie Englands noch die Emp- Ringlichkeit der Araber für kulturellen und technischen Fort- »chritt. Alle anderen Fragen der Kolonisation treten vor dem Bodenkauf und der Einwanderung zurück; was um jeden Preis vermieden werden muß, ist die Stagnation des Werkes. Die verhängnisvollen Folgen einer solchen Stagnaüoa -י für den Jischuw, die Judenhcit draußen, unsere polilischc Stellung — brauchen wohl nicht misgcmalt zu weiden. א"" ist cs allerdings sehr leicht, solche Lösungen theoreliscli aiis/ir-prcchcn; man weiß, daß das wirkliche Problem dort beginnt, wo man daran geht, sie ins LeNm hineinzithiklen. Um diese einfache Antwort auf das heutige palästinensische Problem 711 vcrwiiklichcn, ist vor allem, ah Voraussetzung alles weiteren, eine eherne Konzentration der jüdischen Kräfte nötig, und da die Judenhcit noch immer außerhalb niuercs Einflusses zu stehen scheint, zunächst eine Kon/eiitratioon der zionistischen Kräfte. Mm» unterschätzt in zionistischen Kreisen die Schwierigkeiten des paliislincnshclict Aufbaus, mau überschätzt die Kräfte des jüdischen Volkes und deshalb meint man, Ercz-Israel könne leicht und neben anderen Unternehmen kolonisiert werden. Nun, die Erfahrungen der letzten Jahre sollten die Zionisten wenigstens über eines belehren: daß die Aufgabe, die man vor sich hat, mit ungeheuren Schwierigkeiten verbunden ist, und daß das jüdische Volk nicht über die ungeheuren Kräfte verfügt, die man ihm draußen, in der niclitjiklischen Welt, und manchmal auch unter den Juden, so oft zuschrcibt, Wir müssen deshalb bescheidener, wenn man will mich engherziger werden. Wir sind nicht imstande, uns den Luxus vieler Unternehmungen zu gestatten und, wenn wir eine Sache so gut und schnell machen wollen, wie cs die Umstände gebieterisch fordern, müssen wir dieser Sache, wenigstens für eine gewisse Zeit, all unsere Kräfte widmen. Es handelt sich nicht um abstrakte theoretische Ucbcrlcgungen über Galuthnntiopalisrmis und Palästinazentrismus, Es handelt sich um ein praktisches konkretes Problem, um Zahlen und Rechnen. Wir haben vor der Welt, vor uns selbst, vor der Judenhcit die Verpflichtung übernommen, Ercz- Israel nufzubaucn; heule laufen wir Gefahr, diese Verpflicliiung nicht erfüllen zu können, die ganze Sache im Sande verlaufen zu lassen, sic so zu verkleinern, daß sie ihren Wert für das jüdische Volk wenn nicht verliert, so doch in hohem Grade cinbüßt. Unsere Pflicht ist deshalb, anzuerkennen, daß wir einfach zu schwach sind, um die jüdische Universität in Danzig u n d in Jerusalem, Ktimkolonisafion u 11 d Palästinakolonisation, soziale Gesundung im Galuth u n d Aufbau in Palästina, Kampf für volle Verwirkliclumg der nationalen Autonomie im Galuth und nationale Renaissance in Ercz Israel >:u bewältigen, liier wird nicht bestritten, daß die Arbeit im Galuth teilweise eine sehr wertvolle Arbeit ist. Nochmals: jede theoretische Erörterung liegt uns augenblicklich sehr fern und nicht um Prinzipielles handelt es eich hier, obwohl auch im Prinzipiellen viel darüber gesagt werden könnte, vor allem, — dies im Vorbeigehen, um das Verhalten gewisser zionistischer Kreise Fällen wie dem Krim- oder Dnnzigprojckt gegenüber. Der Augenblick ist aber gekommen, wo man das zionistische Lcwußtsein und Gewissen wieder zu prüfen hat, um dann zu vähten und, wo cs nötig ist, auch zu opfern. Denn eines sei klar: lange, wie es jetzt in Ercz-Israel geht, kann cs nicht gehen, und wenn nicht Entscheidendes geschieht, stehen wir vor einem sehr gefährlichen Momente der Kolonisation: daß dank Tabakbau die Arbeitslosigkeit teil- und zeitweise behoben wurde, kann uns doch nicht über Tatsachen hinwegtäuschen wie diese: daß die Einwanderung sehr gering ist, daß die Kassen des Keren Kajcmeth leer sind, daß das Keren 1 Iajcssod-Geld nicht einmal für die Unterhaltung des Bestellenden reicht. Man kann und darf nicht, insbesondere wenn man die politischen Umstände, die finanzielle Leistungsmöglichkeit und den moralischen Zustand des jüdischen Volkes in Betracht zieht, alles haben, unsere Stellung überall kräftigen und sichern, alles und überall' sanieren wollen. Wenn man zur Ucberzcugimg gekommen ist, daß hier, ln diesem Lande, unsere Rettung ist, muß man den Mut haben, das mit allen Konsequenzen hinzunehmen und zu riskieren, unsere Stellung anderswo vielleicht zu schwächen, indem man auf dieses Wc־k alle Kräfte konzentriert; muß man bereit sein, jedesmal, wenn die jüdische nichtzionistischc Ocffcnttichkcit sich wieder für irgendeinen kostspieligen Plan auf dem sandigen Boden von Diazwra begeistert, sic immer wieder, unaufhörlich und mit allem Nachdruck an Ercz-Israel zu mahnen. Wir haben schon einmal, vor fünf Jahren, den Augenblick der Konzentration Vorbeigehen lassen; so günstig wie damals wird die Situation vielleicht nie mehr werden. Jetzt sind wir aber wieder in einer Periode, die günstiger als die unmittelbar vorhergogangene ist: Arhciterrogieruiig in England, Zerfall der arabischen Parteien und Stillstand des anti-zionistischen Kampfes, und das Emigrationsgesetz in Amerika. Wenigstens diesmal sollten wir nicht den verhängnisvolien Fehler von vor fünf Jahren wiederholen und das tun, was das zionistische Verantwortungsgefühl von litis verlangt: Erez-Israel nufzubaucn. 1 ׳ Eia sephardlscher Wcllkongrcß Das Jerusalemer Komitee des Weltkongressen der Scpharden hat der Palcstinc Zionist Executive zu Händen des Colonel Kisch eine Denkschrift überreicht. Danach ergeht demnächst an die scphardischen Gemeinden in aller Welt der Aufruf, Vertreter zu einem Kongreß zu entsenden, der die Scphardim zur größeren Anteilnahme am Aufbauwerk des jüdischen Volkes heranzicheii und dauernd organisieren will. An der Delegation, welche jene Denkschrift üix'rrcichte.’ nahmen teil die Herren Dr, 1. Lcvy, Vizepräsident der Stadtgemeinde Jerusalem, Joseph M e y 11 e h a s , Präsident des Wnad 1 t.är, A. Elmaleh, Mithcrnüsgcher des ״Doar Hajom", und Isak E11 s h n r. Die Konferenz ergab, daß die Scphardim einen größeren Einfluß auf zioitisfiischc Angelegenheiten aus• ztdiben’ wünschen und daß׳ ihr Kongreß, der einen Monat vor dem nächsten Zionistcnkoiigrcß geplant ist* diesem Ziel gewidmet Ist, ErCffnmig des I'ailatr Technikums Die offizielle Eröffnung des Haifaer Technikums finde( Ende Oktober statt. Das Kuratorium, in dem Sir Alfred Mond, den Vorsitz führ;, hat Herrn Arthur Blök als seinen Vertreten zur Eröffnung des Instituts entsandt lud ihn mit seine? Lehmig während des ersten Jahres betraut. Herr Blök ist ein hoher Beamter im englischen Patentamt und ist von seiner Vorgesetzten Behörde für die ihm anvertrautc Mission bcurfatibt worden, Herr Blök besitzt eine reiche Erfahrung auf dem Gebiete des technischen Erzicluingsw׳ sen«, sowohl in wissenschaftlicher wie in admin strativer Hinsicht. Er!•., Ick seit vielen Jahren die elektrotechnische Abteilung d •s Polyteciiniknms in Groydon hei I ondon. Er ist Vorstands nitgl.eil des englischen Verbandes der lielcuch'uii: sirchirker mul Vorfasscr eines wissenschaftlichen Werkes über Bcfeikh.ungstcchnik. Während des Krieges war er stellvertretender Lc ter des Amtes für PottaschcheiStellung. Er gehört dem Kurator rium des Haifaer Technikums seit dessen Bildung an und hat wertvolle Dienste bei den Vorbereitungsarbeiten für dia Eröffnung des Institutes geleistet. Der Hfdscbas-Verlrag Wir lesen im ״Ncar East“, 14. August d. J., folgende Ausführungen über den Ilcdschas-Vertrag: Aus Mekka berichtete tunn uns, daß König Hussein den Entwurf des Verträges, der bei der britischen Regierung solange vorbereitet worden ist, nicht seinen Wünschen entsprechend findet, und daß sein Gesandter das viel gewanderte Dokument nach London zurückbringt, in der Hoffnung, Einwilligung zu weiteren Verbesserungen zu finden. Man wird gegen einen neuen Ausdruck von König Husseins Ansichten keinerlei Eimvendüngen machen können, aber falls er den Gedanken hegt, daß er eine förmliche Zurückziehung der Bal'our-Dcklaration erreichen werde, wird er enttäuscht werden. Der Scinsgrund (raison d'Mrc)• für einen Vertrag mit dem Hodschas ist der, die verschiedenen! Versprechungen, die während des Krieges den Arabern gegeben wurden, auf eine praktische Form zu bringen. Mart weiß allgemein, daß diese Versprechungen an Genauigkeit viel zu wünschen übrig ließen, und daß man beweisen kann, wie sic anderen Unternehmungen widersprechen, die von der britischen Regierung angefangen wurden. Niemand jcdoeli* versucht etwa, Großbritannien wohlüberlegte Arglist nachzuweisen. Die Erfordernisse der Zeit sind zur Erklärung־ der gemachten Fehler hinreichend, selbst wenn man sie nichr rechtfertigen kann. Das praktische Problem in diesem Augen-, blick ist, sich mit einer komplizierten Situation so nbm-1 finden, daß so wenig als möglich Störung der friedlichen• Entwicklung In den betroffenen ländern entsteht. Wenn, König Hussein seinen Einfluß diesem Ziele leihen will, macht! er sich um die arabische Weit verdient, und um so freier wird; die Hedschas-Regierung daun bei der Behandlung von Pro■* blcmcn, wie z. B. der Pilgerschaft nach Mekka, handeln(, können — ein Problem, das den Geist der Moslems der, ganzen islamischen Welt in wachsender Weise bewegt. Mit der׳ ständigen Verbesserung der Lebensbedingungen in mos-> Ionischen Ländern werden die Pilger immer abgeneigter, die( Härten zu erdulden, die man während ihrer heiligen Reiser ihnen auferlegt, und von denen sie cinzuschcn beginnen, mit w'e wenig gutem Willen und Vorhersicht sic abgestellt werden können. 1 * Der ״J.'vvislt Chronlcle“ gibt der Vermutung Ausdruck, daß Husseins Gesandter Dr. Naj i -el As s i I, der brw tischen Regierung neue Vorschläge unterbreiten wird, , Die; antizionistischc.: Führer in Mekka und Jerusalem drohen( Hussein, daß seine Anerkennung als Kalif nur dann erfolgen kann, wenn er einen Sieg über die Zionisten erringen wird. Mohimmedanlscher Protest gege■ die jüdische DeimstStle Auf einer Konferenz arabischer Führer in Mekka wurde auf Antrag des Scheich M u f t a r eine Resolution argenommen, die im Namen der mohamedanischen Welt aufs, schärfste gegen die Politik der jüdischnationalen Heimstätte in Palästina protestiert. Der genannte Scheich ist Mitglied der arabischen Palästina-Exekutive. Tonrille■ aas Saloniki 1■ Jerusalem and Tel-Awiw ׳ Eine Oruppc Touristen aus Saloniki, durchwegs In d ustricllc und Kau Heute, steht am Abschluß einer Ress, durch Palästina, die ihr Gelegenheit bot, die ökonomischen und kommerziellen Möglichkeiten des Landes zu studieren.; Die meisten Touristen kehren nach Saloniki zurück, während eine Anzahl bleibt, um sich im Lande niederzulassrn. Einige' Gäste berieten sich mit der Abteilung für Handel und Industrie der Palcstine Zionist Executive und holten sich Auskunft über di» Herstellung von Seife, Ocl usw. Zwei Besucher erwägen die Errichtung einer großen Kolonialwarcnhandlung, Die Aus- Wanderung griechischer Juden nach Palästina ist im Wachsen׳ begriffen. Der Dampfer ״Alcctmo“, welcher jüngst in Jaffa ei•״ traf, brachte allein 146 Touristen aus Saloniki mit. Sie־ wurden im Hafen von Herrn Tischby, dem Vertreter der zionistischen Palästina-Exekutive und von Herrn A. Elmaleh, dem Vizepräsidenten des Wcltverbandcs «ephardischcr Juden, begrüßt. In der Synagoge von Tel-Awiw wurde ein Emplang abgcbaltcn und Rabbi Uzlcl richtete namens der Gemeinde warme Worte der Bewillkommnung an die Ankömmlinge, Laut Nachrichten der Palästina-Exekutive haben viele ra-, tnilien, die der Fischerei und Schiffs-Industrie Saloniki« an;• gehören, den Wunsch geäußert, nach Palästina zu übcrsicdcln, um hier ihr Gewerbe auszitüben,! 29 Zionisten in Rußlaad nach Palästina susgewiesen Gegen 20 Zionisten, die etwa fünf Monate hindurch in Minsk in Haft gehalten wurden, ist die Ausweisung nach Palästina ausgesprochen worden. Die gegen sic erhobene׳ Anklage!nutet dahin, daß sie im Besitz illegaler Literatur betroffen wurden, nationalistische Propaganda betrieben haben und mit den ,ausländischen nationalistischen ,Organisationen in, Verbindung standen. 1 ..

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