Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 66 (19.8.1924)
- Date
- 1924-08-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 06 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 47,־ Das Berufungsgericht hat am 14. August das über den Araber Abdel h a r c e m verhängte Todesurteil bestätigt. Andel Karoem 1:.t einer der Mörder der britischen Sergeanten nun 11 und Walker, die am 2S. Januar in der Nähe von Kamleli umgcbr.iciit worden sind. Er ist der dritte in dieser Mords,•!die zmn Tode Verurteilte. Der erste war Youssnf Ras s o 111, der am 8, Juli!ungerichtet, der zweite Abdel 1)11 edel, der am 25. Juli /.um Tode verurteilt wurde. 0»11tnd!l»nct linier dem Vorsitz ries Reiclmninistcrs des Innern Tb־. Ja r res fand ,ן. ן!״ן August nachmittags eine Sitzung des hciChsrals statt, in welcher u, a. über Eii'.bürgcruugsßcsucho zweier ausländischer Juden verhandelt worden ist. üegen diu Einbürgerung des ungarischen Chemikers 1>. Oycmant und des holl,indischen Arztes Jules Samuels, die bei der preußischen Regierung licnntrngt und von dieser ge• uclnmgt worden war, hat II n v 0 r u aut Grund des $ 9 ries Sl.a.atsaugchörigkeitsgosrtzes Einspruch erhoben, so el.ilt beide l iille zur EnIsclirUliiiig *len Rcichsrals gebracht wurden. Die Ausschüsse des Reichsrats Italien den Einspruch Ba!eins für begründet erklär!. Namens der preußischen Ke• gieiiiug ciMiclile Staatssekretär Meister um ii.imcnlliehc Abstimmung. Die prctillischc Regierung legte in beiden 1411, n besonderen Wert auf die .Einbürgerung wegen der kulturellen Stellung der LinzubürgermLu. Vor der Abstimmung benutragic der Vertreter von Bimiiisclnvcig die Vertagung, damit die Vertreter der Einzelkinder noch ״genauere Informationell“ ciiuichcn könnten. Die Vertagung wurde angenommen. Die ״Fränkische Tagespost“ meldet, daß der völkische l.amltngsnligcordnctc W i c s c n b a c 11 e r dieser Tage führend an dem Ucbcrfall und der Mißhandlung eines jüdischen Mit- Bürgers beteiligt war und deswegen wegen schwerer Körper- Verletzung zur Anzeige gebracht worden ist. In der diesjährigen Vorlesungsreihe der vom Grafen Heriiiami Keyserling geleiteten ״Schule der Weish e i t“ in Darinstaut wird auf Einladung Keyserlings der Vorsitzende des Deutschen Rabliincrverb.'indcs, Rabbiner Dr. Bacck, Berlin, eine Vorlesung übernehmen. Der Kursus der dicsjahiigcu Vorlesungen ist den Problemen des .Werdens und Vergehens gewidmet. Die ״Neue Nirderschlcsiscltc Zeitung“ vom 8. Juni d. J. batte ein Eingesandt veröffentlicht, in *lern behauptet wurde, im ״Kasseler Sonntagsblatt“, 15. Jaltrg. Nr. 18, S. 118, habe folgendc Aeußerung des Rabbi Wisc aus Amerika gestanden: ״Es ist ein Glück, daß der Gekreuzigte in die Welt gekommen ä*t denn die Juden verdanken die größten Gewinne des ganzen Jahres dem Sohn der Maria ... Es ist übrigens weit besser, den Christtag zu haben, als die Pocken, und wenn sieh die Jungfrau mir dazu verstanden hätte, uns noch einen Buhen int Sommer zu bescheren, so daß wir zwei Christtage hätten, so hätte ich ihr gern die Chinesen überlassen.“ Der Ccntral-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaumens ließ beim ״Kasseler Sonntagsblatt“ und bei Dr. Stephen Wisc, unserem Gesinnungsgenossen, entsprechend anfragen. Das ״Kasseler Sonntagsblatt'‘ antwortete: ״Die Notiz ist in der Nr. 18 des Jahrgangs 1a (IS03 oder ISO 1) nicht auffindb.tr . . . Wir haben bislang diese Aeußerung in keinem der früheren Jahrgänge des ״Kasseler Somit,■igsblattcs“ geflinden und solches auf Anfrage schon vor Jahren verschicdcncfi deutschen und christlichen Blattern initgetcilt.“ Nunmehr Ist auch die folgende Antwort des Rabbiners Dr. Wise eingetroffen; ״Dr. Wisc, Rabbiner der Central and Free Svnagogucs und Direktor des Jcwish Institut of Religion, dem die ihm ziigeschrichcnc Aeußerung gezeigt wurde, erklärt, daß deren Veröffentlichung eine so gemeine Verleumdung gegen ihn bedeute, *faß, wenn sie in einer amerikanischen Zeitung gebracht worden wäre, er diese sofort wegen Ver- Icumdung gerichtlich belangt hätte. Er ist im Begriff, an dnt amerikanischen Botschafter in Berlin zu schreiben, um in Erfahrung zu bringen, ob die Möglichkeit einer gerichtlichen Klage wegen Verleumdung bestellt.“ Am 4. September beginnt in Danzig die Tagung der Wcltkonferciiz aller Organisationen der Misraclii-Jugend (Zeirc Misraclii). Gleichzeitig wird in Danzig eine Tagung der Weltorganisation des misraclüslischen Hcchaiuz (lfedialuz Hamisraclii) stattfindcn. In der Tagung des Waad Poel der zionistischen Arbeitspartei Hitachuut berichtete Herr Uricl Friedland über ׳die Tätigkeit des Hauptbüros der Hitachdui, Herr Werlinski hielt ein Referat über die Organisationsfragcn der Hitactidut. Im Anschluß an diese Referate berichteten Herr Twcrski über die Tätigkeit des Hapocl-Haza'ir in Palästina, Fräulein Zalkowcr über die Partei der Hitar.11dnt in Rußland, Scjmabgcorclnetcr Dr. Abraham Lewinsöhn über die Partei in Polen und Dr. Mclzcr über die Partei in Galizien. ■Dann folgte ein Referat von Abgcord* liefen Lcwinsolui über die Politik der Hitachdiit-Fraktinn im polnischen Sejm. Fr gab eine Schiklening des politischen Kampfes, den der jüdische Klub im Sejm führt, berichtete über tlic Stellungnahme der 1 litachdut-Abgoordnctcn in diesem Kampfe 1111(1 über die Probleme der jüdischen Politik in Polen. In der Debatte wurde allgemein auf die Notwendigkeit eines einheitlichen und detaillierten Programms der Hitachdut-Polilik in den Parlamenten, Stadtverwaltungen und in den nalional-autoiionicn Organen hiugewicsen. Zwecks Festsetzung eines solchen Programms soll eine besondere Konferenz sfattfindcii. 'Dir Hauptbüro der Hitnchdut für die neue Arbeitsperiode setzt sich aus «len folgenden Herren zusammen: Jacob Eftcr, Uriel Friedland, Dr. Jakob 11 eil tu an 11, Dr. Georg Landauer und Werlinski. Ocnttrrrhh Die Landesregierung von Obcröstcrrcich hat die Vorfülirung der Filme ״IX־r Fluch" und ״Die Stadt ohne Juden“ In Linz verboten mit der Begründung, daß die Filme ein jüdisches Milieu darstclien. Wie der J. T. A.-Vertreicr erfährt, hat ein großer dcitfscher Masdiinenkoiizeni dem Wiener Palästina-Amt ein Angebot gemacht, an einzelne Interessenten, sowie an industriclle Gruppen in Palästina komplette Masdiiiienciiirichtmigen unter besonders günstigen Bedingungen, so z. 0. gegen mehrjährige Kreditierung ohne jode Preiserhöhung, zu liefern. Vorige Woche fand in Wien eine von der Arheitsabieilunß des Wiener Palästiimamtes cinbcrufeiic Versammlung der 111 Wien vorhandenen Palästinawanderer, deren Zahl sich auf über 500 Personen beläuft, statt. Die Referenten besprachen eingehend die traurige Lage der Paläsiimtw.utderer, die, obwohl in [:rez-lsrncl Mangel au Arbeitskräften vorherrscht, gezwungen sind, in Wien zu bleiben, da ihnen die nötigen Zertifikate zur Einreise nach Frcz-Isracl nicht zur Verfügung stehen. Die Versammlung faßte eine Resolution, In der gegen die Absperrung Palästinas vor den jüdischen Massen, die am Wiederaufbau des Landes mitarbeiten wollen, protestiert wird. Wese Einschränkung der Immigration stehe im Widerspruch niit der B.alfour-Deklaratlon. 111 der Re:.<1hdi<m wird ferner gegen das Verhalten der englischen Palästinaverivaltimg gegenüber der jijditeilen Einwanderung schlirfstcns protestiert. Die Resolution schließt mit einem Appell an :die maßgebenden Faktoren, die freie Einwanderung der arbeitenden jüdischen _ Massen zu erwirken.־ Die Resolution wurde an die zionistischen Behörden in Erez-Israel und an die Londoner Exekutive geleitet. ׳"י" ä!«־ *,, y ■t IM V 4L «Ar י־ v I - ־ n8r«(1 B»r|l»«r l£toalMI««h» V«r»l>al(rane. Uedltj W IS, M»tn»k»f*ra•• *0• T«l,ph«a1 Ulimuck 1165—?0 * ro»»*״b»0t>־k0Bl» K«, D.r.U JJW t. , EMftnYArtrnlitims! dir B. 8. V, Plitlftn 1* Augail Vnphtftii UouuUg. den U, Aritfnü Arm^n»*ti0i1l«n*n (BUf. Biohkftmp) JHpnit**, זע, Arijjn»* BoanUg, dm ni. Aujctj«* Hportfoib <!•« ft. i. V. hocib Of Hilf U•• Mittwoch, dmj Srt. Ao!?uftb «be^d• Uhr Gfiljif® מ *Id im ת*»*ו>*וש Rail d«r Kotthnniii־ Kl»«««, fCoitbn»״,? Tlamm Korr Pr, If * n t k •1 «Bit 1ו*י»)«י••• ai;<1 dt« HögHchMUim U«'tt1rit«dlnB*׳,H FV«IUy, A«<\ U% Anjrn«i *171$ 4*״ו?יי tlbf Im Zi011U4{*nl1e11!!1׳*in, Kltlni Jfr1nU«Mf Iftr. U »Ion י»׳«, At1rn*t morffan« Hbr im ZicmUUichon II dm. Kinjrft«« Klftlnft S,11־mkfurt8r Htr. 11 OottMilU»•(. Mittwoch, d«m 87. Auga•! »bftqd• 8)־$ Ubf Oripp* 8CJä Im RToßAn Priftl d*r Kotlbu*or KIati■•, "Kotthui** iHmm W). Herr Dr. L00 <1 •borg: ״ni®Krwßil«r«neJ«wUh Agtae/ and umorrf Orft*nl«*Uo*.* Mittwoch, d«n 10. 8®ptomber »b®nd■ 8H üb* Oropp« RÖ4 in Anr KDttbn«»r Kl««»«. Kottbnß»»• Pftwra 00. Kerf Pr RfkndUri »(icw#lnd«fr»g«a.Fr»R:owd1tr dtaUrh^Btilifb«» JOdiMh - Hftttoni!• FrfttiievpirtlMfBiif Pon»*r«4»fl׳,!**n 81.!»•«ho«, fl TThr T«r«in Freanrl« tler Ywubttnmmon Ilmim* Firkiir. )fl Lioi«Q 08, 108, 60, 01. Treffpü»ht in ^•f AqiI»U. תäohm. fl Übt jQdif«h#1 Pftu#rb#im f&f Sohwftohtinnlc^ Wörth•fcp. 9(b DonD*r»t»f, 6®n 4. 8®ptemb«r IßftT 1, Klnf1®rb®*m Abftwft, — 2, Kin11»r»p«i«nnr■ *9 ׳*־. Mfl^oh®nh®ini Abftwft. — 4. Agndft« Kindcrfftrtcn. — 6. If®hrworV«Ut1ftm d•• J0di*ch#a ArbftU■* ftmt®■. - fl. 8fln^inty«h®itn t!«w. J®*I®9 lfon*»jr »bftnd• »H übt (iranpft H«r4 im (üftrUii dor BrftQ®r«i fiobflnhfttitftr AU••. Jftdtn Mittwoch ftb*nd! 6V{ dbr Braftp® Oat ia d®r Brfttiftroi V,rl®^,ch1hftiw. Am FritdriobibpU^ ifl/86. Gropp• W#1t-f|1ftTtttttmb«rf J»d*11 Mittwoch ftb*nd• W* JCrai« d«r Ch*r10Ocnhnrgor Ztontiiton. Konditor•! Toichendor/, ^nhltUoritr•«■•, Kcha Ki&titrMil J«d«o MonUg " •b«ndf Krol« dn Kloniiton d«• W«tUh•• Fea®mn«f«na»i■. Koadiiorfti lz«on, Nollondorfpliti, J*d«n Dimatftgfth«rv1 6 Oitjfld. FriodflohtW. III B«minftV |3r jQdiich• Gtcohlofct• אגודת בתי ספר לישר א י . JHdlschor ßchnlrerein E. 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Pankow ZU GnoUnd Zwisrheii dem Joint Fnreijjn Committee ot Jewish Board of Deputirs (Auswärtiges Komitee des jüdischen Deputiertenmies), sowie der ״Anglo-Jcwish Association“ (Englisch-Jü- (lischen Verbände•,) und dem Ministerpräsidenten Macda nah! fand ein Briefwechsel betreffend das griechische Zwangs-Soiuilagsruhc-Gi'BCtz, von dem die Snlonifdcr Juden schwer betroffen sind, statt. Herr Rnmsay Macdonald wurde aufgefordert, dein Kabinett in Athen freundschaftliche Vor- Steilungen zu machen, ״damit den Juden auch weiterhin eine gerechte Behandlung, wie sie sie bisher genossen haben, zuteil wird.“ Das Komitee schlug vor, die Angelegenheit dem Völkcrhiindsrat zu unterbreiten und drückte diu Hoffnung aus, da 14 die britische Vertretung itn Rate die Sache der Sakmikier Juden unterstützen werde. Nunmehr hat das liritische Auswärtige Amt Herrn Fticien Wolf, dem Sekretär des ״Joint Foreign Committee“, mitgcleilt, daß ״die Regierung Sr. Majestät nicht in Erwägung ziehen könne, sich i|t eine ausgesprochen rein griechische Angelegenheit cinzumischcn“. poten Für den 15. September wurde nach Krakau eine Sitzung des Zcntralr.ites der Agitdah lisroel cinberufen, Die Sitzung soll sich vor allem mit *für St c111t 11 ß 11« hinc der Agudah zur Jcwish Agency sowie mit Teilnahme ihrer liiifsnrgnmsatioiKm 1111 *len Arbeiten der jüdischen W c 1111 i I f s k o n f c r c 11 z bctcliäftigen. Der Magistrat der Sladt Sosnowice hat einen ALarktplatz der Stadt, auf welchem etwa 10« jüdische Händler seit mehr als '.,0 Jahren ihre VeilcauFshtideii stellen hatten, an die nnlisemitiselic Gesdischaft Ra/.woj verpaditut, die dort einen ״jadenreinen Markt“ errichten will. Der Friedensrichter des Ortes verurteilte die jüdischen Ladenbesitzer zum «o• fertigen Verlass eil des Platze». Obwohl die jüdischen’Händler gegen das Urteil Berufung cinlcgtcn, weil sic trotz ilires Gesuche» nicht alt Partei vor Gericht zitgclassen wurden, verfügte der Magistrat die sofortige Eva knier 11 ה g der jüdischen 1. a d c 1t. Eines Morgens wuple der Platz von Polizisten und R. ־־ v.'oj-i tuh'it__ nt־: '•i'׳:rrt, die jüdibchcn Händler wurden uiciü an ihm Slimdt: gelassen, die Verkaufsbuden wurden demoliert und zersehkifji'11, diu Wnrcn auf den Markt geworfen. Nunmehr 11,1׳t Uns Krcisgcrjeht d;;s Urteil d׳'s l'riedeusi lchtcrs aufg1'l1<»bcn. Trot .:dem Jiat *der Magistrat keinerlei Anstalten getroffen, um das Unreell( wieder gulz'imiaclieii. Der jiklimlie kattfmänmsciie Verein hat $!ch in der Angelegenheit *n dem Jnatiziuinifiter-gcv.’Jtidet, , Ru-.nKnt.n Die Regierung hat das Erscheinen der von Dr. Mavcr Ebner in Czernovvitz licransgcgcbencii ״Ostjüdi■* sehen Zeitung“ verboten, Das Verbot erfolgte irrt Zusammenhang mit einer gegen den Redakteur Dr. Mayer Ebner wegen nitgeblicher Angriffe gegen die Staatsgewalt erhobenen Anklage. Die ״Ostjüdischc /mitum;“ hat der Regirrung vorgeworfen, sic iiiitcnichmc keine Schritte, um antijüdische Exzesse zu verlüden. Die Vetlumdlimg gegen Dr. I.liiier soll vor einem Kriegsgericht st alt finden, da die Bukowina zu den unter den Belagerungszustand gestelllcn Territorien gehört. Der seit einiger Zeit in Czcrnoivitz weilende ur.d auf die Einreise-Erlaubnis nach Palästina wartende Chiluz Stein« borg hat um 12. August einen Selbstmordversuch verübt, indem er sich im Gardcrolicnliaus de» Jüdischen Nationallinnses zu erhängen versuchte. Er wurde rechtzeitig entdeckt und konnte noch gerettet werden. 1111 Anschluß au diesen Fall weisen die k/trimwiu-r Zeitungen darauf hin, daß alle• Miltcl ergriffen werden müssen, damit die jungen Chaluzinl rechtzeitig da« Ziel ihrer Wanderung: Palästina, errekliest, Oegenwäillg 11 c f i 11 d c 11 sieh i 11 U / e r n 0 w i t / nahe■, zu 400 Chaltizlm, die auf die Einreise nach Palästina! warfen. Das Czcrnowitz.cr Paastina-Amt ist nicht in der Lage, sofort Fiitreisc-Visen für alle zu erlangen: es hatte eben o-st 100 Chaluzim nach Pal.i!.tina allfertigen können, die anderen müssen auf die näclisto Gelegenheit warten. Die Chaluzim, die sich längere Zeit in Czernowitz. aufhaltcu müssen, und hier inzwischen ihre geringe Barschaft aufzehren, geraten in eine immer trostlosere Stimmung, von der der Selbstmordversuch des Chaltiz Steinberg ein Symptom ist. Die Zeitungen ermahnen die Judenschaft, sich dieser jungen Emigranten anzunchmcn. fn der Gegend von Ar ad na (Siebenbürgen) üben die Antisemiten einen solchen Terror aus, daß die gesamte jü- Bische Bevölkerung dieses Gebietes die Dörfer und kleinen Städte verläßt. So haben u. a. sümtljchc Juden der Stadt Vifagos, wo wicderlmlt Exzesse stattgefunden haben, ihre Heimat verlassen. Als letzter verließ der Rechtsanwalt Dr״ Jacob Vajda Vilagos. Als sein Zug sich in Bewegung! setzte, sprang der Orlspricstcr in Dr. Vajdas Wagenabteil und hieb auf den Flüchtling ein. Zwischen dem 1. und 4. Scptbr, wird in K i s c 11 i n e w eine Konferenz aller Tarbuth-Orgauisalioiieu Beßarabiens statt« finden, in welcher über die ernste Lage des hebräischen Schulwesens in Verbindung mit den drakonischen Maßregeln der Regierung beraten werden soll. Soeben hat der Unterrichtstmnisler Anghelescu eine Verordnung betreffend die jüdischen Chcdarim veröffentlicht, laut welcher nur rumänische Staatsangehörige, die der rumänischen Sprache mächtig sind und seit drei Jahren in dem betreffenden Orte wohnen, das Recht besitzen, einen ״Glieder“ zu leiten. Den Cheder dürfen mir Kinder von 4 bis 7 Jahren besuchen: Kinder höheren Alters nur dann, wenn sic auch ihrer Schulpflicht in einer rumänischen Staatsschulc genügen. Am 15. August erschien in Kiscliinew die erste Nummer de« Wochenblattes ״Der Funk“ in jiddischer Sprache. Die neue Zeitung wird vom Rabbiner Abg. Zirclsohn herausgegeben und gilt als das nichtoffizicllc Organ der bcßarabischeti Agudas JisrocL RusaUnd Vor einem Monat hat sich in Kiew eine Gesellschaft für Hilfe an die Opfer der ausländischen militärischen luterventionen in Rußland gebildet. Die Gesellschaft forderte! alle diejenigen, die durch Militär- und Räuberbanden Denikins, Pctliuras usw, Schaden gelitten haben, auf, die Art und die Höhe ihrer Schäden anzumcldcn. Ein großer Teil der Jude« des Gouvernements Kiew verhält sich sehr skeptisch zu diese!: Aktion und' unterläßt cs deshalb, die Schäden anzumcldcn. Diese Juden sind der Ansicht, daß das Ganze auf ein bolschcwistisches Propagandamanöver hinausgeht. Gegen diese Zurückhaltung eines Teils der Judenschaft zieht nun der Moskauer kommunistische ״Eines“ scharf zu Felde und b«- schuldigt die Zionisten, sie hielten aus Sympathie für die Ententemächte und für die Balfour-Deklaiatten die Judenschaft von einer Anmeldung der durch die alliierten Interventionen! hervorgerufenen Schaden zurück. in der im Gouvernement Podolicn gelegenen jüdische« Kolonie Mcidan versammelten die jüdischen Kommunisten im Bctli-Haniidrasch die weniger bemittelte jüdische Bauern« Schaft des Oftes und forderten diese auf, ihnen etwaige gegen sie von den größeren jüdischen Grundbesitzern des Distrikts begangene Ungerechtigkeiten mitzutcilen. Diese Mitteilungen sollten als Grundlage für ein gerichtliches Verfahren gegen die reicheren Grundbesitzer dienen, uni ihr Land unter die ärmere jüdische Bauernschaft zu verteilen. Di . jüdische« Bauern cnlgcguctcn, daß sic jede Anzeige von Juden gegen Juden als ein Verbrechen an sehen. Sie müssen daher jede Aussage verweigern. Die Kolonie Mcidan in Podolicn ist eine alte jüdische Siedlung, in der eine Anzahl jüdischer Landwirte zwar nicht Großgrundbesitzer sind, aber immerhin über 40 bis 50 Dcsjatin Boden verfügen. ftrntr Oat«n Der ״Jewish Chronicle" veröffentlicht einen Bericht über einen Fmpfangsabend im Hause des Herrn E. S. Kadoorie in Shanghai zu Ehren des dort weilenden Rabindranattt Tagore. Boi dieser Veranstaltung begrüßte Dr. Benzion namens der Zionistischen Organisation den großen indischen Dichter und schilderte die Ziele der zionistischen Bewegung sowie die Arbeit der jüdischen Pioniere in Palästina. In seiner Antwort erklärte Tagore, daß er mit den zionistischen Bestrebungen sympathisiere und in ihnen eine Selbstbesinnung Asiens erblicke, das der Welt noch sehr viel zu sagen habe In der ״Shangliai-Timcs“ erklärte Tagore, daß kein anderes Volk solch großes Recht auf Palästina besitze wie die Juden. Mit den Indern sind die Juden das meist!intercfruckte Volk der Erde. Die Juden sind ein sclif tüchtiges Volk und werden in Palästina nicht nur für sidj hohe kulturelle Werte schaffen, sondern uich auf andere Völker (Mitwirken. Tagore äußerte auch dem Redakteur der ״Shanghai•( Times“ gegenüber, daß er anläßlich einer Keren Hajcssod- Versammlung die Juden von Shanghai aufgefordert habe, mR allen Kräften für den Aufbau ihres Landes cimutretcii. י י Blau-Weiß. Lehrstelle: Möbel -und Bautischlcrcl, Gebr, R.L u. M. Faul, Berlin, Momimciitcnstr. 23. Das handwerkliehe Praktikanlcnamt des Blau-Weiß benötigt dringen«.! Stellen für Maurer ufitl B uihandwerkcr, eine Lc11rste|le für einen Elektrotechniker Und eine Gescllcnstellc für einen Aut()• Schlosser (Linfnbr-Ahleilung), eine Stelle für einen Schlosser■! gesellen Im .Schnitteuml Staiizenbap, eine Lehrstelle im Automohilbau tmd Schlosserei. ‘ K. J. V. 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