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Jüdische Rundschau · 1924-08-15 · Heft 65 (15.8.1924) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 65 (15.8.1924)
Date
1924-08-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Die Widerstände sind stark. Die Hilfe, die den Industriellen gewährt wird, ist gleich Null. Diese Widerstände kann der Praktiker nicht begreifen. Denn während die Ansiedhing von 50 Cb.ilu/im zirka 50 000 £. kostet, können dieselben 50 Chaluzim in der Industrie mit einem Bruchteil obiger Summe seßhaft gemacht werden. Die Gründe, weshalb die Industrialisierung Palästinas bisher so s ch wa che Fortschritte gemacht hat, sind zweifacher Art. In erster Linie steht der Mangel an 111 d u s t r i e f a c h I c u t c n; in zweiter das Fehlen einer kapitalkräftigen Industrie- und Aufbaubank, geleitet von Männern, die weniger Bürokraten als Fachleute mit eigener Initiative und praktischer industrieller Erfahrung sein müßten. Ich stelle fest, daß alle in Palästina in den letzten Jahren zu Grunde gegangenen ,sogenannten‘ Industrien nur deshalb zusammcngcbrochcn sind, weil die Unternehmer von der Fabrikation keine Ahnung hatten. Es genügt nicht, in Warschau Stoff gehandelt zu haben, um in Palästina eine Tuch f a b r i K mit alten, a u f g e - kauften, zerbrochenen Maschinen zu machen; es genügt nicht, in Lemberg mit Kerzen gehandelt zu haben, um in Palästina eine Kerzen fabrik zu errichten. Ich ging einigen solchen Fällen nach, überall fehlten die Fahr!־ kationskcnntnissc. Dort aber, wo der Unternehmer selbst Fachmann ist, krankt das Unternehmen an Kap i t a I - bzw. Krcditmangcl. I lat der Unternehmer keine Freunde oder freundschaftliche Beziehungen zu einer der Banken, dann ist er trotz seiner Kenntnisse und fachlichen Fähigkeiten rettungslos verloren. Auf diese Art ging schon viel Privatkapital in Palästina zugrunde. Der Unternehmer ist verärgert und wandert aus. Diese Aus• Wanderung schadet ungeheuer. Es gibt in Palästina an jüdischen Banken: die A. P. C. mit dom 'größten Bruttogewinne aller palästinensisehen Banken und (infolge des großen Direktoren• und Beamtcnctats) dem kleinsten Reingewinn, und ferner Banken, die das Wort ״Industrie“ in der Firma führen. Alle k ap i t a I s c h w a c 11, und von einer banktechnischen Tätigkeit in industrieller Hinsicht kann nicht gesprochen werden. Wenn sich alle diese kleinen Banken zu einem einzigen kapitalkräftigen Institut mit zwei liieh- Ilgen Leitern an der Spi.ze zusammenttin würden, so wäre dem Lande und der Industrie viel genutzt. Ist Industrie in Palästina möglich? Ich muß huf Grund eigener Feststellungen antworten, ja. Ich war in den letzten zehn Monaten zweimal in Palästina, nur in industrieller Absicht, und kam zu folgendem Ergebnis meiner Untersuchungen: Fast jede I: x p o r t - Industrie ist in Palästina möglich, trotz eventuellen Importes von Rohstoffen für die ersten Jahre. Dagegen muß fast jede Industrie, die nur von dem Verbrauch des Landes lehcn will, zugrunde gehen (Ausnahmen: Bierbrauerei, Fabrik künstlieber Mineralwässer und dgl.). Das Land hat noch wenig Abnehmer industrieller Produkte, da von der ganzen l>cvölkcrung vielleicht 4/י als Konsumenten in Frage kämen. Die Exportindustrie aber muß sich Absatzgebiete er- Obern, wobei aber eine Bank hellen muß, damit der lndustrielle bis zur Eroberung durch halten kann. Der Orientale ist mißtrauisch. Er wird die schlechte europäische Ware lieber kaufen, als die Qualitätsware aus Palästina. Zeit ist erforderlich, um ihn von der Qualität und Lcistungsfähigkeit der palästinensischen Industrie zu überzeugen und das ist ein schwerer und langer Weg. Von großem Nutzen für Palästina wäre cs, Industrielle aus Europa, die im Orient und in den Mitteln! ccr- {ändern bereits Absatzgebiete haben, zu veranlassen, in Palästina gleiche Unternehmungen zur Belieferung der Oricntkundschaft zu errichten und kraft ihres eingeführten Namens wird es nicht schwer sein, ihr Geschäft ganz nach Palästina übcrzuleiten. Ein Versuch in dieser Hinsicht wurde im Februar dieses Jahres gemacht. Ein Fabrikant, der in Deutschland nur für Export arbeitete, übcrsicdcltc mit seinen Maschinen nach Palästina, da er bei seiner einige Monate früher, erfolgten Anwesenheit in Palästina fcstgcstcllt hat, daß ein Export seiner Artikel an seine Auslandskundschaft auch von Palästina aus möglich sei. Es ereignete sieh der für Palästina wohl noch nicht dagewesene Fall, daß dieser Unternehmer mit Ordres in der Höhe von über 200!) £ in Palästina ankam und dort weitere Aufträge seiner Kundschaft aus Holland und Aegypten vorfand. Er hatte einen Teil seines Kapitals mit sich, der Rest und größere Teil sollte ihm durch seine Bank überwiesen werden. Kaum vier Tage in Palästina, erhält er die telegraphische Mitteilung, daß durch zwei Unglücksfällc geschäftlicher Art sein Kapital verloren sei. Da für die Maschinen der übliche Zoll gefordert wurde, kein Nachlaß oder eine Stundung zu erlangen war, suchte er materielle Hilfe. Aber Vergehens. Die ’ Direktoren der A. P. C. zuckten mitleidsvoll die Achseln; private Hilfe war auch nicht zu erlangen. Da das Kapital verloren war, mußte wenigstens der Name und die Verbindung mit der Kundschaft gerettet werden. Der Unternehmer opferte sein letztes Geld für Rückfahrt und Rücktransport der Maschinen. Er arbeitet wieder in Deut s c h 1 a n d , erhielt Kreditsei ncrLicferan ten, und hofft, sich in einem Jahr soweit emporgearbeitet zu haben, um — wieder in Palästina eine Fabrik zu errichten. Wäre eine Industrie- und Aufbaubank in Palästina, daun wäre dieser Fall anders ausgelaufen. Den Vorschlag des Herrn Dr. Fleiß, lokale Aktiengesellschaften zu industriellen Zwecken zu gründen, halte ich nicht für sehr glücklich. Jeder wird nur das zeichnen, was er verlieren kam! und wird keinen weheren Pfennig hergeben. Jedenfalls müssen an der Spitze derartiger Gesellschäften Firmen stehen, die für Erfolg verbürgen. Meiner Ansicht nach kann fürs erste nur eigene Kraft, eigene Energie in Palästina arbeiten. Dieser Wille muß aber von maßgcbendcrStclIcdurchKapitalunterstützt werden. Der einzige richtige .Weg, Palästina zu industrialisieren, ist meiner Ansicht nach die Gründung von Industric-und Gartenstädten nach Tri et sch’s Vorschlag. Hier könnte der Nationalfonds sehr viel helfen, ln der Nähe der Hafenstädte und Eisenbahnstationen sollen vorn N.-F. größere Bodenkomplexe erworben werden. Diese *0201 tinacltcn Jodustriclicn oder IndustrieUett-GrUMXn in Pacht gegeben werden. Der N.-F. soll die Arbeiter auf 2־ Dunum ansiodeln. D1Tr.cs Bodennusmaß genügt für Haus, Genäseuml Geflügehvirtscbaft. Dem Unternehmer soll entsprechend der Höhe des eigenen Vermögens von der Bank (.'der dem N.-F*. Darlehen gegen Zinsen oder Gewinnbeteilig ח ״ g gewährt werden. Nur solchen Unter- 11 e h m c r u , die* in Europa oder Amerika einen gl ei cli cn Betrieb haben oder hatten, soll Hilfe gewahrt werden. Experimente sollen auf ge ne Kosten gemacht werden. Wem! cs gelingen wird, den! jüdischen Unternehmertum durch Musterbeispiele zu zeigen, daß in Palästina eine Export- Industrie möglich sei, wird eine rasche Industrialisierung erfolgen. Die Zahl der in Palästina wohnenden Juden und deren wirtschaftliche Kraft wird Palästina jüdisch machen und nicht Kuschnnc brachliegender Böden allein. Wir haben die vorstehenden Ausführungen als Beitrag zur Di-.kussion dis Themas ״Industrielle Kolonisation“ gebracht, als deren Einleitung wir den in Nr. 11 des Wirtschaflsblattcs wiedergegebene״ Artikel von Dr. Fleiß betrachteten. Ohne hier schon abschließend Stellung zu nehmen, scheint cs notwendig, im Anschluß an die Meinungsäußerung des Einsenders ein paar Bemerkungen zu machen, die dazu dienen sollen, die Debatte möglichst fruchtbar zu gestalten und sie vor dem Versickern in nutzloser Projcktcmachcrei zu bewahren. Es ist gewiß bedauerlich, wenn jüdischen Unternehmern, die sich in Palästina in einer vielleicht an sich aussichtsreichen Branche betätigen wollen, und die möglicherweise auch die nötigen Fachkenntnissc haben, kein ausreichender Kredit zur Verfügung steht. Es genügt aber nicht, diese alte Tatsache zum soundsovielten Male zu wiederholen, sondern das Problem besteht gerade darin, eine genau durch gearbeitete Methode aufzuzcigen, nach der die Industrialisierung Palästinas tatsächlich finanziert werden kann. Mit giinzlieh unsubstantiierten Behauptungen über die unrationelle Geschäftsführung und Verwaltung der Anglo-Palcstine Company oder auch irgend einer anderen zionistischen Bank, wird diesem Zwecke nicht gedient, sondern im Gegenteil geschadet. Denn cs dürfte ziemlich klar sein, daß der Aktion-Verkauf eines Unternehmens einigermaßen erschwert wird, wenn man dun klc G c rü ch t c über seine Geschäftsgebarung weiterträgt. Wer derartige Anklagen erheb(, darf das nur, wenn er die nötigen tatsächlichen Unterlagen bei bringt. Es genügt nicht, zu behaupten, die A. P. C. habe zuviel Direktoren — ein Leser in Deutschland, der die Verhältnisse in Palästina nicht untersucht hat, kann das gar nicht nachprüfcn — sondern tnan muß klar und deutlich sagen, sie hat soundsoviclc Direktoren und leitende Angestellte, von denen soundsovicle aus den und den ganz, genau anzuführenden Gründen überflüssig sind. Ebenso wenig darf man einfach behaupten, die A. P. C. oder sonst eine Bank der Zionistischen Organisation habe den größten Brutto- und kleinsten Nettoverdienst aller palastincnsisclien Pauken, wenn man nicht erstens genaue Vcrgl e t c h z a h I e n angibt und zweitens, wenn sich tatsächlich dieses Resultat ergeben sollte, auch prüft, ob ein zionistisches Finanzinsiiiut nicht vielleicht infolge seiner besonderen n a f i o!1 a 1 - w i r t s c 11 a f t U c h c n Aufgaben a 11 d er s k a 1 kulicrcn muß, als ein Pnvatuntcmciuiven. Ebensowenig darf man, besonders als Kaufmann, einem Bankinstitut du eit Vorwurf daraus machen, daß cs einem neuen, eben ins Land gekommenen Unternehmer, der sofort, ganz gleich aus welchem Grunde, sein Vermögen verloren hat, keinen Kredit gewähren will, (vielleicht seiner beschränkten Mittel wegen gar nicht kann.) Für das Eingreifen in solchen Fällen, wie dem hier angeführten, käme gegebenenfalls ein besonderer gemeinnütziger Fonds in Betracht, entsprechend dem Ruppinschcn Kolonisationsfonds. Es wäre zweifellos sehr schön, wenn wir eine kapit alkräftige Industrie - und Aufbaubank ln Palästina hätten, aber cs kann nicht־ viel nützen, dieses alte Projekt noch einmal auf das Programm zu setzen, wann man nicht angibt, wie das nötige Kapital für ein solches Institut aufgebracht werden soll. Denn, wie wir nochmals bc tonen möchten, das entscheidende Moment fürunscrganzcsKolonisationawerklstgegcn w .1 r t i g die Aufbringung der nötigen Gelder. Uebcr die Art ihrer Verwendung — ein zweifellos außerordentlich wichtiges Problem — soweit sic nicht mit ihrer Beschaffung rusnmmetihängt, zu diskutieren, bevor man 81c hat, erinnert an die Geschichte von dem Bärenfell, das man verteilte, bevor mau den Bären erlegt hat. Die organisatorischen Vorschläge, die der Einsender macht, mögen tm einzelnen sehr zweckmäßig sein, aber es erlicht sich die Frage, Wie er einen Zusammenschluß der palästinensischen Banken, soweit er nicht infolge ihrer verschiedenen Aufgabengebiete überhaupt unpraktisch wäre, erreichen will, und ob denn die dadurch erzielte Spcscuvcrmindcrung tatsächlich auch nur einigermaßen beachtenswerte Kapitalien für die Finanzierung einer palästinensischen Industrie frei machen würde. Nicht Programme für 1 ndustricdö rferund Gartenstiidtc sind im jetzigen Stadium der Dinge das Haupterfordernis, sondern die Aufzeig ung eines gang, baren Weges, wie man neue Gelder h e r e 1 n b c kommt. Wir glauben, daß die Diskussion nur dann Zweck hat, wenn sie solche Wege weist. Wie wir in der vorigen Nummer ,!»kündigten, bringen wir im folgenden eine spezifizierte Ucbersicht über die Gegen- Stände, die den! palästinensischen Importzoll nicht mehr unterliegen. Der Ucbersiclitlichkeit halber wiederholen wird noch einmal die Liste der freigegebenen industriellen Maschinen: A. Industrielle Maschinen .1) Maschinen' und deren Bestandteile, d. h. Maschinen oder Maschinenscricn, die durch Elektrizität, Dampf, Feuer oder andere Kraft, aber nicht durch menschliche oder tierische Kraft getrieben werden; oder die, bevor sic in Gebrauch gesetzt werden, mit anderen bewegenden Teilen fixiert werden müssen. b) Ebenso schließt die Zollbefreiung Maschinen eim die aus anderen Materialien als Metall verfertigt sind, und Treibriemen oder Materialien für Antriebsmaschinen; aber keine Maschinen, Werkzeuge oder Geräte für Handarbeit oder tierische Arbeit, wobei nur solche Artikel als Maschinenbestandleile gelten sollen, die für die Arbeit von Maschinen unentbehrlich und nach ihrem Modell oder anderen speziellen Eigenschaften für keinen anderen Zweck geeignet sind. B. Landwirtschaftliche Maschinen 3) Landwirtschaftliche Maschinen, Apparate, Geräte und Bestandteile davon, einschließlich Einrichtungen für Milch- Wirtschaft und Geflügelzucht, Pressen für landwirtschaftliche Produkte und Packmaschincn. Ausgenommen sind Traktoren oder landwirtschaftliches Fuhrwerk, das auch für nicht, landwirtschaftliche Zwecke benützt werden kann, mechanische Werkzeuge oder Geschirr. Ferner: b) Trauben von amerikanischen Wcinstöckcn, Samen, Wurzeln, Knollen und Zwiebeln für Saatzwecke; Setzlinge; Guano und andere Substanzen (tierische, mineralische oder pflanzliche, künstliche oder natürliche), die für den Gebrauch als Düngemittel geeignet sind. Substanzen und Ausrüstungen zur Verhütung oder Bekämpfung von Seuchen oder Krankheiten der Weinstöcke, Pflanzen oder Bäume. c) Tiere (einschließlich Geflügel), die zur Verbesserung des Bestandes importiert werden. d) Bienen, Bienenstöcke und Geräte für Bienenzucht. e) Impfstoffe, Lymphe, Serum und Rattengift für tier« ärztliche Zwecke. C. Haushallungsgcgcnständc der Ucbcrsfedler a) Haushaltungs- und Privateffektcn, wie Möbel, Bilder, Wäsche, Metallgerat, irdenes Geschirr, Nahmaschinen, Musik- Instrumente usw., neu oder gebraucht. b) Geräte und Instrumente für Handwerker. c) Karren, Wagen, 1 iaustierc und Geflügel usw., die da* Eigentum des Ansiedlers oder der Ansiedlergruppe sind. d) Futter für den Viehbestand und GdKigclfutter. Alle diese Gegenstände müssen entweder direkt durch den Siedler oder die Gruppe importiert werden, oder die Einfuhr muß sofort deklariert werden und innerhalb 90 Tagen stattfinden. D. Schiffe und Boote Schiffe, Barkassen, Leichter, Boote und Barken und die untrennbaren Bestandteile davon. E. Diverses a) Gedruckte Bücher und Drucksachen im allgemeinen. b) Architektonische und wissenschaftliche Pläne, Zeichenmaterial, Diagramme usw. c) Muster, die nicht als Ware verkauft werden können. Die ersten Emek •Trauben aut dem palästinensischen Markt Die Weinpflniizuiigen, die in den Keren Hajessod-Kolonicn der Ebene Jcsre cl vor kaum drei Jahren angelegt wurden, brachten jetzt die erste Ernte. Ihre Trauben fanden auf den Märkten von Haifa und Td-Awiw raschen Absatz und erzielten hohe Preise, und zwar nicht nur, weil es die ersten reifen Trauben waren, sondern weil sie als Tafelobst den bisher den Markt beherrschenden Trauben- Sorten weit überlegen sind. Vom Sole! Bonch. Die Haifacr Abteilung des Sole! Bonch hat in den letzten Tagen verschiedene Bauarbeiten in Haifa, Balfouria und dem oberen Galiläa in Höhe von 5500 £ übernommen, ln Kürze werden auch die Bauarbeiten an der Ruthcnbcrg-Station in Haifa und Tibcrias begonnen werden. Zur Finanzierung der neuen Misrachi-Kolonie, über die wir bereits berichteten, erfahrt die Ziko, daß der von uns erwähnte amerikanische Misrachist ßaruch Schnur als Darlehen 10 000 S für die Errichtung der ersten zehn Häuser zur Verfügung gestellt hat. Rabbi Berlin übcrbrnchtc ferner die Nachricht, daß auch die ßrandeis -Gruppe ein Darlehen im Betrage von 50000 $ für ״Klar Ivri“ bewilligt habe, so daß man glaubt, noch im Laufe dieses Jahres dort gegen 60 Häuser errichten zu können. Die Bevölkerungsziffer der Keren Hajessod - Kolonien. Die derzeitige Gcsanitbcvolkcrung der direkt vom Keren Hajessod finanzierten Siedlungen beläuft sich auf rund 3000 (darunter 2300 Arbeiter), die zusammen an 60000 Dunain bestellen. Außer diesen ständig in der Landwirtschaft beschäftigtcn Personen wurden im laufenden Wirtschaftsjahr etwa 75 A r b e i t c r g r u p p c n für den Anbau von Tabak in verschiedenen Teilen des Landes organisiert. An Tabakarbeitern, die vom Arbeitsdepartment der Palcstinc Zionist Executive aus Keren llajcssod-Mittcln unterstützt wurden, gab cs 1200. Einschließlich der vom Keren Hajessod unabhängigen Gruppen zählt inan insgesamt 123 Koopcra. t i v c n mit 3850 Arbeitern. Eine neue Strecke der Hcdschas-ßahn. König Hussein von Hcdschas hat beschlossen, den Bau einer weiteren Strecke der Hcdschas-Eiscnbahn, und zwar zwischen Maan in Transjordauicn und Akaba am Roten Meer, selbst in die Hand zu nehmen, um die Pilger* fährten nach Mekka 711 erleichtern. Wie die Pal. Tel.* Agentur erfährt, wird der Bau im Januar 1925 seinen Anfang nehmen. Die palästinensische Versicherungsgesellschaft ״Ha* Sne" (Der Dornbusch) ist bereits in das hiandelsrcgister eingetragen. Das Kapital der Gesellschaft beträgt 25 000 Pfund und ist in 5-Pfund-Aktien cingetcilt. Der Antrag der Ge* Seilschaft wurde von Prof. Doljanski (Jerusalem), den Herren Di zeug off und Jaffe (Tcl-Awiw), Pevsner (Haifa) u. a. unterzeichnet. Der Dircktorcnrat setzt sich provisorisch aus den folgenden Herren zusammen: Ben Meir, Weis bl um, Zeiger, Seid man, Tversky, E v s e r o f f, Dr. M a 111 i, M u n t z i k und S v e r d 1 o f f. Eine neue Gerberei in Tcl-Awiw. In Kürze soll in Tcl-Awiw eine neue Gerberei eröffnet werden. Gründer ist ein Herr Lcfko witsch, der bis vor kurzem einer der ersten Lederfabrikanten in Polen war und sich jetzt in Palästina angesiedclt hat. Vor seiner Ucbcrsiedlung hat er Versuche mit palästinensischen Vichhüutcn angestellt, die zu der Hoffnung berechtigen, für die Produkte seiner Fabrik befriedigenden Absatz zu finden. Die Haifacr Ruthcnbcrg-Station. Die Arbeiten für die Errichtung der Kraftstation der palästinensischen Elcktrizitätsgescljschaft in Haifa haben bereits begonnen. Das Werk dürfte in drei bis vier Monaten fcrtiggestcHt sein. Ruthenberg beliefert Nordia. In der Tcl-Awiwer Vorstadt Nordia brannte am 24. Juli zum ersten Male das elektrische Licht, mit dem die Vorstadt von der Ruthcubcrg- Station in Jaffa versorgt wird. Jüdische Arbeiter in den alten Kolonien. Ehe unablässigen Bemühungen, die von der Zionistischen Organi- Ration in den letzten vier Jahren gemacht wurden, uin jüdische Arbeiter in die alten Kolonien einzufahren, haben jetzt zum Erfolge geführt. In den alten Kolonien sind heute, abgesehen von den Jemeniten, nicht weniger als 2150 jüdische Arbeiter beschäftigt, davon 600 in Untergalilaa, 600 in Samaria, ebensoviel in Pctach Tikwah und der Rest in den alten Kolonien des übrigen Judäa. Uebcr 65 ",0׳ davon sind im Tabakbau tätig. Eine Palßstlnaroutc des belgischen Lloyd. Die Haifacr Agentur des belgischen Lloyd erhielt von ihrer Antwerpencr Zentrale die Mitteilung, daß die Schiffe des Lloyd ln Zukunft alle drei Wochen die palästinensische Küste an* lauten werden. Da auch die belgischen Schiffe, die die syrische Küste anlaufcn, in Haifa und Jaffa landen, werden in Zukunft die Schiffe des belgischen Lloyd alle zwei Wochen in Palästina eintreffea. :

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