Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 65 (15.8.1924)
- Date
- 1924-08-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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r די׳פפד־־־ז ן—j Redaktion und Verlag W 15, Mcinckcitraße 10, Erscheint jeden Dienstag und Freitajf. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1,85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark, w«rd«a in dir Währung dir *t»1eln*n Linder berechn•(• «"IPTngffg: FJmdntimmcr 0,30 Goldmarie 0ggSBfl^ ^-,״ ..—■וןן ןך.—י.«| ך«■^ gm ן»«׳ Nummer 65 Berlin, 15. VIII. 1924 t 1 v ' ■g| ןף״—וו«■"■■—^ f\ g——י־-|| gm!■ -3t... ..j r j A L - ~״J Anzcigca-Verwaltung: Jüdische Rundschau G, tn. b. IL, Berlin W15, Melnekestraße 10. — Telephon: Amt Bismarck 7165—70 Aateigcnpr•(• t R *•1ntlt.N0ap«r*ilUx*lU 0,30Goldm!trk, *«such® 0,15 Goldmark. hör faibräiich« Anttttftn 100^ Auliehlag. Ant«(ji*ßtcUluUt Dlanfttag und FraUag mtiunUli ( 4 Uhr. Telephon: Bismarck 7165—70. Postscheckkonto: BerlinNr. 17392. ׳ Für Oesterreich: Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei: Postsparkassennmt Prag, Konto Nr.59410, . — RedaktionsschluQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ט״ו אב׳. חרפ״ד XXIX. Jal»rff. par Zionismus erstrahl für da» jOdlscha Volk die Schäftung «slnar tiffantlich rechtlich!!•elcherlon llalmstälta 111 PalSsttna. ״Bsselar Programm.*• ßerichi an die Ziomstlsäke Exekutive über die landwirlsdiaftlidie Es1iwIcM11;1j| 112 Palästina Von Elwood Mcad, Professor am landwirtschaftlichen Institut der Univcrsity of California Wir haben bereits seinerzeit von dem Vortrag, den Prof. Elwood Mcad, einer der ersten lamlwirtschafilichcn Sachverständigen der Welt, wahrend der letzten Keren Hnjcssod-Kampni'uc in New York hielt, in unserem Blatte einen Auszug wiedergegoben. Wir bringen heute den Bericht, den Prof. Mcad an die Exekutive der Zionistischen Organisation erstattet hat. Elwood Mcad ist Nichtjude. . Red. Die Einladung, mit der mich die Zionistische Exekutive in London beehrte, eine Reise nach Palästina zu unternehmen und über die dortige jüdische Kolonisation einen Bericht auszuarbeiten, hat mir Gelegenheit zum Studium der Fundamente einer im Entstehen begriffenen Zivilisation gegeben, der eine große kulturclle Bedeutung bcigcmcsscn wird. Meine Anteilnähme an Palästina und der zionistischen Bewegung wurde aber keinesfalls erst durch diesen Besuch erweckt. Schon seit einigen Jahren wurde diese vielmehr durch ständigen Kontakt mit palästinensischen Studenten an der kalifornischen Universität angeregt. Von einem reinen Idealismus beseelt, kommen diese jungen Leute zu unserem entlegenen Institut, um die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft zu studieren und aus einer inneren Notwendigkeit heraus an der Schaffung eines nationalen Heims, welches die Ideale und Bestrebungen ihres Volkes zum Ausdruck bringen soll, fördernd und nutzbringend mitzuwirken. Zu diesem Zweck suchten sic sich für ihre Ausbildung ein Land mit einem hochentwickelten Agrikulturwesen aus, das dabei ihrem eigenen Lande in Klima und Bodenerzeug 11 issen entspricht. Das ländliche Palästina ähnelt Siiältalilornlen Südkalifornien und Palästina besitzen viele gemein* s a m c Eigenschaften. So z. B. ist die Küstenebene Palästinas, die sich von Gaza bis Haifa erstreckt, abgesehen vom Stadium ihrer Ent Wicklung, in jeder Hinsicht ein genaues Abbild der Küstenebene Siidkalifornie ns von San Diego bis Santa Barbara. Beide haben einen regenlosen Sommer. Jener Teil Palästinas hat einen trostlosen Winter und der Kaliforniens einen fast trostlosen. Der kalifornische Sommer sowohl wie der Winter haben eine um ein Geringes niedrigere Temperatur als Palästina; aber hier wie dort kann der Anbau von subtropischen Produkten betrieben werden, und das Klima beider Länder ist für ein gesundes und anziehendes Landleben geschaffen. Diese Aebnliclikeitcn erstrecken sich aber nicht nur auf die beiden Küsten, sondern auch auf das Hinterland. Die Täler von Esdralon und Jcsrccl, die schon in uralten Zeiten die Reiseroute von der Küste zum Jordantal und dem Hinterland gebildet haben, finden in der Strecke, die von den'Bahnen von Los Angeles nach San Ber* nardino durchquert wird, ihr genaues Gegenstück. Der Boden beider Gelände ist von großer Fruchtbar•■ keit. Die Täler Palästinas waren in den Zeiten seiner Geschichte reiche Kornkammern, um deren Besitz Armeen kämpften. Damals war man einzig und allein auf den natürlichen Niederschlag zur Bewässerung des Landes angewiesen. Ein weit eindrucksvolleres Bild ihres agrikulturollen Wertes gewinnt man in den Neusiedlungen, wo die Sümpfe entwässert und Quellen bloßgclcgt worden sind und die so konservierten Wassermengen zur Irrigation von Obst- und Gemüsegärten, Alfalafcldcrn usw. hiuausgeloitct werden. Ein beträchtliches Terrain wird in diesen Siedlungen von Eukalyptushainen eingenommen, die ganz vortrefflich gedeihen. Das Imperial-Tal in Kalifornien, gleich den: Jordan-Tal in Palästina, liegt tiefer als der ■Meeres- Spiegel, Das Salton-Meer liegt 300 Fuß tiefer als der Stille Ozean, das Tote Meer 1200 Fuß tiefer als das Mittclmcer. In beiden Tälern ist die Möglichkeit gegeben, aus der Landwirtschaft großen Nutzen zu ziehen, denn sic sind vorzüglich für Bauinwoll* und Zuckerrohr- Pflanzungen geeignet, die bekanntlich einen guten Gewlnn abwerfen. Beide können die Märkte entfernter Städte mit Obst und Gemüse zu früherer Jahreszeit als die übrigen Distrikte versorgen und durch diese unbeschränkte Beherrichung des Marktes natürlich auch bessere Preise erzielen. Der Gruad der hobei Bodeawerte in Kalifornien Die höheren Bodeinvertc in Kalifornien sind das Ergebnis jahrelanger großer Aufwendungen an Geld und wissenschafllichcm Können bei der Bearbeitung des Bodens. Die ländliche und städtische Entwicklung des Küstengebietes von Südkalifornien hat Hunderte von Millionen Dollar gekostet. Die Ausgabe hat sich aber als lohnend erwiesen. Land, das früher pro Morgen zum Preise von 5 Dollar verkauft wurde, ist jetzt in Orangenhaiiic verwandelt worden, für die 5000 Dollar pro Morgen erzielt wird. Gleiche Resultate sind auch in Palästina zu erzielen. Die physikalische Beschalleulieil Paläsiiaas Mein Besuch fand zu Ende der trockenen Periode eines Jahres statt, in dem die Herbstregen erst spät einsetzten. Nur an einem Tage gab es Stürm und Regen, und einige Stunden lang danach waren die Wege «:!!geweicht. An den übrigen Tagen war der Himmel wolkenlos und die Wege in glänzendem Zustand״!Das SäenJ das mit dem ersten Regen■■ guß begonnen wurde, mußte bis nach meiner Abreise wieder eingestellt werden. Meine erste Bekanntschaft mit Palästina war die Balmreise von Port Said nach Jerusalem, woran sich unmiUclbar eine Autofahrt von Jerusalem nach Jaffa a'iscliloß. Von Anfang au übte das Land durch die Spuren seiner historisehen Vergangenheit und die durch jüdische Arbeit 1i her.111 ins Auge fallende Neu beleb 11 ng einen eigenartigen Reiz auf mich aus. Der Zug fuhr an den englischen Flugfeldern vorüber, von denen der Auf- und Abstieg der Luftpost nach Bagdad erfolgt, und hielt bei einem Handelsgartcn in einem makkabäischcn Dorfe an, dessen Geschichte in die weite Vergangenheit zurückdatiert. Während der Autofahrt von Jerusalem nach Jaffa passierten wir ein Dorf, das schon zur Zeit, da Abraham seine Zelte bei Nablus aufschhig, existierte; in der Nähe dieses Dorfes gibt es eine moderne, von den Zonisten begründete Molkerei- Wirtschaft, deren Viehbestand in Ställen untcrgebracht ist, welche aus den Vereinigten Staaten kommen. Bei dem späteren Studium der landwirtschaftlichen Mög• lichkcitcn Palästinas wurden sämtliche Täler des Landes durchquert. Die Ansiedler der genossenschaftlichen Farmen in Dagania, die Klcinsicdler N a h a I a 1 s sowie Vertreter der Jewish Colonisation Association wurden in Feld und Haus aufgesucht. Auf allen diesen Fahrten standen mir die zioaistischen Kolonisatioiisbcnmten stets freundlich zur Seite und während meines ganzen Aufenthaltes in Palästina stand ich in engem Kontakt mit meinen früheren Schülern, deren Erfahrungen und Ansichten mir bei meinen Nachforschungcu von größtem Nutzen waren. Die landwirtschaftlichen Möglichkeiten Palästinas Bis zur Zerstörung Jerusalems und der Zerstreuung des Volkes, dem Palästina seine damalige Größe verdankte, waren die insgesamt viereinhalb Millionen Morgen, die den heutigen Komplex des Landes darstellcn, wertvolles Ackerland. Die Bergeshöhen waren bewaldet; die Abhänge der Berge von Judäa terrassenartig mit Oliven- Iminen, Wein- und anderen Gärten bedeckt. Jahrhundertelange Vernachlässigung aber und die Verheerungen der Eroberer des Landes haben dazu geführt, daß die Wälder vernichtet und die Terrassen in Vetfall geraten sind und daß sich mm ein trauriges Bild der Verarmung und des Zerfalls darbictet. Mit der Neu Aufforstung ist aber bereits ein erfrculichcr Anfang gemacht worden. Oie zionistische Kolonie in Di lb besitzt eine Baumschule, in der hauptsächlich die verschiedenartigsten, meist aus Australien cingcführtcn Baumsorten gezüchtet werden und die anscheinend auch glänzend gedeihen. Nach allem, was in den jüdischen Siedlungen zu selien ist, und nach den Anfängen, die von der Mandatarmacht in dieser Richtung gemacht worden nind, zu urteilen, wird Australien viel Wertvolles zur Aufforstung Palästinas beitragen. Die Aufgabe der Zukunft aber wird die Wiede raufforstung und Besiedlung der judüischen Berge oder der regenlosen Wüsten südlich von Derseba sein müssen. Ich habe mich zur Hauptsache mi׳, den Liindcrcien beschäftigt, die vom landwirtschaftlichen Standpunkt am vielversprechendsten zu sein scheinen.' Diese umfassen die Küste 11 ebene von Gaza bis Haifa, tlic Täler Esdralons und Jcsrccl sowie jenen Teil des Jordanialcs, der unmittelbar 8 ü d 1 i c h vom T i b c r 1 a s sec liegt — insgesamt etwa eine Million Morgen. Die Küstenebene, bei Gaza etwa 20 englische Meilen breit, läuft gen Norden allmählich schmäler zu, bis sic vom Berg Karmel, der sie vom Esdralon-Taic trennt, gänzlich abgeschnitten wird. Der Niederschlag schwankt von etwa 10 Zoll im Süden bis 26 Zoll im Norden. F>er Küste entlang Ist eine Kette von Sanddünen vorgelagert. In der Nähe der Berge ist der Boden wellig, während cs im Nerden Quellen und längs der Küste eine Menge sumpfigen Geländes gibt. Fast überall in dieser Gegend kann Wasser zu Irrigation*• zwecken aus den vorhandenen Quellen bezogen werden. Der Nalzca der Irrigation Sowohl in der Küstenebene wie in den Tälern Esdralon und Jcsrccl kann der Ackerbau ohne künstliche Be- Wässerung betrieben werden. Zur Versorgung einer dichten Bevölkerung jedoch und zur Erzielung der günstigsten Lebensbedingungen und weitgehendsten Ausnutzung der Vorteile, die Boden und Klima gewähren, bedarf es der Irrigation. Sollen die Citrusgärten und die Alfalafcldcr gedeihen, sollen ununterbrochen Ernten erzielt werden, so bedarf es der Irrigation. Die Gemüsegärten, die Citrushalne und Weinberge in Ri schon und Petach Tikwah liefern beredtes Zeugnis von dem, was vermittels Irrigation erzielt werden kann. Gegenwärtig werden die zu IrrIga,tions:twecken benötigten Wassermengen zur Hauptsache aus dem Eirdboden gewonnen. Regenmengen, die in d:r Hochebene von Judäa und in den Bergen Sämanns und Galiläas hernlcdcrfaUen, sickern durch die ’.Spalten der kalkstcinigeii Felsen und gelangen schließlieh auf unterirdischem Wege zum Mittelinccr., An der Küste und in den ■Tälern korainen^׳diese ,Wnsscrmengca wieder ln Quellen, deren bekannteste die in Caesarea ist, zum Vorschein, liier ist die Jewish Colonisation Association, dabei, vermittels Bewässerung■:- und Entwässcrungsarbeitcn ein zusammenhängendes Stück fruchtbaren Bodens im Umfang von etwa 1000Ö Morgen zu gewinnen. Wasser zu Irrigatlonszweckea Die Wassermengen, die vormals mit Hilfe des geduldig im Kreise hcrumlatifcndcn Esels oder Kamels aus Brunnen und später durch die von den Juden" cingcführtcn Pump-׳ Stationen an die Oberfläche befördert wurden, deuten auf das Vorhandensein ausgiebiger unterirdischer: W a s s c r v o r r ä t c. Ls sollten aber bald'gst Seit ritte unter«1 nommen werden, um das verfügbare Informationsmaterial be* ztiglich Lage und Tiefe dieser unterirdischen Quellen zu• sammeln. Dies ist von ganz besonderer Wichtigkeit als Basis der landwirtschaftlichen -Koloni:ation im südlichen und trocknercn Teil der Küstcncbcnc. Die Kolonien der Jewish Colonisation Association, die die größten Irrigationsnvöglichkcitcn besitzen, liegen unmittelbar am Mittclmcer. Die jüngeren zionistischen Kolonien jedoch, die bestimmt sind, den Wert der Irrigation zu demon* stricren, befinden sich in den Tälern Esdralon und Jcsrccl und am nördlichen Ende des Jordantalcs. Die erste dieser Irrigationssicdhmgen befindet sich irr Daganiaim Jordantal. ln den 14 Jahren ihres Bestehens ist cs durch Irrigation gelungen, die vormals unfruchtbare Ebene in Obstgärten umzuwandcln, in denen Orangen, Bananen und Dattelpalmen längs Gärten gezüchtet werden, die die F r ii h g c m ü s c für Damaskus liefern. Die Felder der Farmen liefern Alfalagras für die Milchviehherden, dienen aber außerdem noch zur Erzielung ausgezeichneter Zuckerrohrernten, die zu Versuchszwecken und um die Eig« mmg dieses Tales auch für dieses wertvolle Erzeugnis zu erproben, gezogen werden. Außer diesen tropischen Produkten werden auch Weizen und Gerste angebaut, was beweist, daß sämtliche Bodenerzeugnisse der Mittelzone und viele der Tropenzone an diesem Ort gedeihen. Das Wasser, dem diese Transformation zu verdanken ist, wird aus dem Jordan gewonnen; allerdings gestaltet sich die Irrigation durch das jetzt gebräuchliche Pumpen-Liftsystem zu einer, etwas kostspieligen Sache. Ist aber erst die hydroelektrische! Kraft unter der Ru t he nbcrg-Kou Zession zur voilcu Entwicklung gelangt, 80 wird sich das Pumpverfahreu wesent-f lieh verbilligen, oder aber die benötigten Waesormengeu werden auf dem Weg der Gravitation gewonnen werden. Der Komplex, der sich in Dagauia unter Irrigation be« findet, ist zwar klein; er genügt jedoch, um sich die; ungeheuren Zukunftsmöglichkeiten vergegen* wärtigen zu können und ahnen zu lassen, eine wie dichte Bevölkerung die 30 000 Morgen Land, die einen Teil des Jordantales unmiUclbar südlich des Tiberiassces bilden und die ich pcrsönlicli besichtigt habe, werden aufnehmen können. Die Kolonisation im Jordantalc ist jedoch nicht so schnell vorgeschritten wie die der Täler Esdralon und Jcsrccl. Das liegt daran, daß das Klima der beiden letzteren Täler ein angenehmeres ist. Sic genießen die kühlen Nach« mitfagewinde, die vom Mittclmcer herüberwehen, und, obgleich die Zeit des Wachstums nicht 80 lange andauert wie im Jordantale, besitzen sic doch andere Vorteile, die zu der Begründung der sich schnell entwickelnden Kolonien in Nahalal, Balfouria und Nuris ('etzterer ist der Kollcktivname einer Gruppe von Siedlungen — Ge wall, Ejn Charod, Tel Joseph und Beth Alpha genannt) geführt hat. Die Nuris-Kolonic hat eine Ansiedlerzahl voit über 500 Menschen. In diesen Kolonien ist für die Irrigation eines Teiles des Bodens durch Entwässerung der im Talgründe befindlichen Sümpfe und Bloßlegung der Quellen Sorge getroffen worden, indem die auf diese Weise ge*, wonnenen Wassennengen vermittels der bereits bestehenden oder im Bau begriffenen Irrigationsnnlngcn nach den in Frage kommenden Punkten geleitet werden, wobei nach einem Plane verfahren wird, der die künstliche Irrigation eines Teiles der Farmen und die natürliche, durch Niederschlag besorgte de» anderen Teiles Vorsicht. Landwirtschaft ohne Irrigalion Beeinflußt von dem Fortschritt, der von ihren jüdischen Nachbarn in der landwirtschaftlichen Kolonisation gemacht wird, bewässern jetzt auch die arabischen Land-, wirte 11־n Jaffa herum ihre Orangerien und Gärten; in der, übrigen Teilen des Landes jedoch betreiben sie ihren Ackerbau zumeist ohne künstliche Irrigation. Zwecks Anbau von Getreide, ihres hauptsächlichsten Bodenerzeugnisses, wird das Land mit dem primitiven Pflug ihrer Vorfahren bearbeitet, das Korn unter Zuhilfenahme von Sicheln gemäht und in der biblischen Form mittels Haustieren gedroschen. Die Bergabhänge werden mit Oliven, Mandeln, Feigen und Reben bepflanzt. Die arabische Art des Ackerbaus hat in Jahr« hunderten keine Aenderung erfahren. Sie stellt eine Ver« sch Wendung an Arbeitskraft dar und untergräbt die Fruchtbarkeit des Bodens. Einzig und allein die an׳ spruchslose und primitive Lebensart der Bevölkerung dieser, Dörfer ermöglicht es, daß diese überhaupt besteht. ין ■Der Kontrast zwischen der arabischen und der jüdischen Art der Bodcnbewirtschaftung ist höchst bemerkenswert. Die von den beiden Völkern angewendeten Arbeitsmethoden sind um Jahrhunderte voneinander getrennt. Die von den Juden ohne Irrigation kultivierten Bodenerzeugnisse sind weit mannigfaltiger als die der Araber. Sc bilden Frühjahrsgemiisc, ägyptischer Klee und Rhodesgras wertvolle Futter* mittel, die da* Halten größerer Viehbestände ermöglichen und überdies de« Boden fruchtbarer gestalten.