Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 64 (12.8.1924)
- Date
- 1924-08-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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JUHDtSCHE RUNDSCHAU Sen« 463 Nr. 64 rtiaclicu. Dis jetzt dürfen sich also nur 17 jüdische More! inskribieren. In Fricdcnsjahrcii inskribierten auf der Bmlapestcr Universität etwa &00 Juden, also füttfzigmal so viel. Jftatim Der Ministerpräsident Mussolini empfing den Präsi• iienten des Verbandes jüdischer Oemeinden Italien» nud den Oberrabbiner von Rom in einer längeren Audienz. Die jiklisehen Vertreter unterriclitdcn den Ministerpräsidenten dariibcr, dali die Reform des Unterrichts ln den EI c m e 111 a r 8 c 11 u I e 11 den jüdischen religiösen Interessen widerspricht. Sic überreichten ihm eine Kopie des Memorandums, das sie bereits dem Unterrichts• minister vorgelegt halten. Mussolini versicherte, er habe volles Verständnis für den Ernst des vorgetragenen Problems! er werde sich mit dem Minister des Unterrichts in VorbimJunft setzen, damit die religiösen Interessen der italienischen Juden gewahrt werden, Rumänien Eine jüdische D ei c g a t i o n , bestehend aus jüdischen Mitgliedern der liberalen Partei und Vertretern jüdischer Orpaiiisatioiicii, soll dieser Tage beim Ministerpräsidenten loncl ftratianu erscheinen, tun gegen die unglaubliche Judenhetze der liberalen Plätter, an der Spitze der regier 11 ngsoffi• ziösc ״Viltcrul", zu protestieren. Die Zeitung ״I n d r c p t a r c a“ schreibt: ״Nicht einmal im Lande lior• thys trat man es je gehört, daß-eine <־*fffz.icllr Zeitung, die'den Standpunkt der Regierung vertritt, eine solche Metz- Propaganda gegen die Juden betreiben soll.“ I)ic Jassycr Zeitung ״Litmea“ teilt mit, daß der Minister• rat eine Bitte des ״Vereins für christlichen Selbstschutz“ in Kischinew, eine feierliche Gedenkfeier nach dem verstorhenen Kischiiiewcr Huliganführcr Kruse he wart voranstultcn zu dürfen, abgelehnt hat. Kruschewan war bekanntlich der Urheber des Kischinewer Pogroms im Jahre 1903, der eine ganze Reihe Judenpogrome in Südrußland cingcleitet hat. Ruaaland Infolge der Mißernte in der Ukraine ist die Stimmung der Landbevölkerung sehr erregt und macht sich in a n t i semitischen Exzessen Luft. Aufwiegler beschuldigen die Juden als Nutznießer des Nep (Neue ökonomische Politik), dal! sic durch Ausnützung der Notlage auf Kosten der bäucrliehen Bevölkerung ungeheure Reiohtumer sammeln. In einigen Ortschaften ist cs au{ den Jahrmärkten bereits zu Ausschrcjtungcn gekommen. Die kommunistische Partei versucht durch energische Aufklimmgstätigkeit der antisemitischen Bewegung Hc׳r zu werden. Schon jetzt zeigt es sieh, daß das regellose Zuströmen der wirtschaftlich zugrunde gerichteten städtischen jüdischen Mittelschichten zur Landwirtschaft in Rullland zu einer Katastrophe führen muß. Die neuen Siedler bekommen oft Boden ziigctcilt, der seit vielen Jahren oder überhaupt norh nicht bearbeitet war. Ls fehlen Maschinen, Saat, Viehfutter und vor allem Wohnungen. Dazu kommt, daß die neuen Siedler, meist gewesene Handwerker und Kleinhändler, in der Land- Wirtschaft nicht erfahren sind. Es macht sich das Fehlen von Instruktoren sehr fühlbar. Als Beispiel kann die Lage der zwei kollektivistischen Siedlungen ״Progreß“ mit 33 Familien und ״Se m I c d e 1 e t z.“ mit 30 Familien, beide Im Kreis K r i w o r e g gelegen, dienen. Die Mitglieder dieser Siedlungen Innigem buchstäblich. Es wird schon das Letzte veräußert, um Brot zu beschaffen. Trotzdem drängen sich ־'jüdische Kleinstädter unaufhörlich zur Landwirtschaft. Laut den offiziellen Mitteilungen sind in diesem Jahre in der Ukraine 382000 Malartakra nke registriert worden; 1921 waren nicht ganz. 100OtW Krankheitsfälle gezählt worden. Am stärksten wütet die Epidemie in den Gouverne• nicnts jckaterinoslaw, Odessa und Charkow; bcsonders ist dort die jüdische Bevölkerung von der Seuche bedroht. Die durch die Gesellschaft ״Ose“ geleiteten jlklLchcii medizinischen Anstalten in der Ukraine, sowie die von der ״Che“ speziell organisierten Malaria• Stationen entwickeln eine intensive Tätigkeit, um der Ausbreitung der 1 piilemie unter der jüdischen Bevölkerung Einhalt zu gebieten. Unter HOCH) Patienten, die im Monat Jum zum ersten Aldo zehn der Aiiibulatoikn der ״Ose“ besucht habrn, bdamh n!.ich 20(K) Malatiakrankc, d. 8. '23#/״. In der jiidisehen Kolonie ״Sedc Meuuelia“ wurden bis jetzt über 1000׳ Mal,11׳ i.1kranke registriert. Aus den ״Ose“-Stationen in Cherson wird berichtet, daß sich dort im Monat Juli die Zahl der Besucher gegen den Vormonat verdreifacht hat. Unter den in den ־:0״,c״-Ämb11latnrlc11 Jckaterinoslaw im Monat Juü behandelten Kranken waren über 30#/» malariakrank. Das Volkskommissariat für nationale Minderheiten in Moskau beriet über das Memorandum hebräischer Schriftsteller in Angelegenheit der V e r fo I g u 11 g der hebräischen Sprache im Gebiete der Sowjet-Republik. Das Volkskommissariat entschied, daß Beschränkungen in der Pflege der hebräischen Sprache unzulässig seien und beschloß die Erlassung eines Zirkulars in diesem Sinne. Auf Einspruch der jüdischen Sektion der k o m mit ■ nistisctien Partei ist diese« Zirkular bisher nicht Verschickt worden. Seit kurzem macht sich unter den jüdischen Gewerk- Schäften in Weißrußland das Bestreben geltend, die Fachorgauc in j i d d i s c 11 e r Sprache erscheinen zu lassen. Es •erscheinen jetzt in Minsk zwei Journale in Jiddisch: ״Die Gerberstimme“ und ״Die rote Nadel“. Die Schneider- Gewerkschaft führt auch ihre ganze Kulturarbeit in Jiddisch. polen Polnische antisemitische Zeitungen, unter ihnen der ״Kurjer Po/nansky״, brachten vor kurzem die Meldung, die polnische Gesandtschaft zu Berlin sei ver- J u d c t, es arbeiteten dort u. n. die Juden Orucnbanm- Ziclinsky, Dr. Hrnedict Eimer, Max Lewinsky, Leon Stcnzcl u. a. rn. — Wie nun der J. T. A.-Vertreter erfährt, entspricht diese Meldung nicht den Tatsachen. In der Berliner olnischcn Gesandtschaft sind gegenwärtig überhaupt keine uden irn Amte. Die Warschauer Gemeindeverwaltung hat aut ihrer letzten Plenarsitzung beschlossen, das Ersuchen der zentralen jüdischen Sctuilorganlsation wegen einer Zu- Wendung von 25 000 Zloty abzulchnen. Da die Warschauer Gemeindeverwaltung sonst nichtjtidisrhc Schulorgani- «ationen unterstützt, hat diese Ablehnung in jüdischen Kreisen Mißstimmung iicrvorgcrufen. Die weltlichen jüdischen Schulen In Polen, die in der kritischen Epoche des Weltkrieges gegründet und während der wirtschaftlich ungeregelten Nach- Kriegsepoche fortgeführt wurden, gehen einer finanziellen Katastrophe entgegen. Pie einige Jahre hindurch von amerikanischen Organisationen geleisteten Unterstützungen haben aufgehört. Die Leitung der Schulorganisation^ läßt bekanntgeben, daß, sobald die jüdische Gesellschaft die Schule flieht fördert, dieselben bei Beginn des neuen Schuljahrs flicht mehr eröffnet und daß viele tausende jüdische Kinder ohne Unterricht bleiben' werden. Dieser Tage ist der Direktor der Lemberg er jiidi- »Chen Kauf m 41111 $ ba 11 k, Herr Osias Schreck, aus Amerika zurückgekehrt. Herr Schreck hat in Amerika 146000 Dollar Aktien der Bank untcrgcbracht und eine Anleihe von Ecrfiiiei״ Kdr»1de? HRrcu IUrHn*r 5Urtr*l«H*ch« D*rl!« W!8 < Kf«{afikt«trftt• tG. T«Uphom iH«marck IKr.—70 » Posf/srh^kkont« א#, BftiUa HW 1» KftK1aivv»nv*Hunff d6t B. Z. V, ^^’’*־*'**'*'י"****?‘',1*****‘*,,‘****‘* I>t«D(ta(, den 18. Auru«! »band* BH Uhr In der Aul» 1׳«« P»IW*»tuymnMtu׳n, LeUiowi.ir. 84 VortrK»«6b«n׳* d״t J1 K, V, IUrr Dr. Hm»Htm .1)1• EnUfheldn״* t» 4«r Tritt Air JinlU Bericht lll)«r dl* Kretbnl•»• dtr A..O. flllanng MtHwoeb, den, U!. Anffti»» tbenilt «yf Ufar Im 8lt«11n1r«<»»t tt•• Klont 1tl"<'h«n Harn•! Ktlmn« «•r V•! trotoKer••■■)■»» Z«r fl. I.V, T«K״«nr(1tvnnt-1 1, lCrUlltintr dor Doolnirtto »n d»n Y011t»n׳t 1. N־«n*r»bl 1 »״. Vor.lt /omlon 1l»r )1 Z. V, nml ito H»nptvnrot»n<1׳n, A Utrlobt öb»f dl« nllgitmottto Lnxo und Fin«n««t1 1Hr U. 'tt. V. 1t Kvonlimtl». Ol» Öitt,un* t>t (dr »110illljlledtr d»r 11. Z,▼. efftmltloti. I)0Dnor»t*f, d»n lt. Auru•« »b«nd• 8 Vhr Borllnor m«r«1-ht.Orqpp•, |ra Btlmin»»•*»! d«r Jad. 0«m«lntt», Ik»(,n1«r.8/4 Borloä♦ Obor «Ion 8t»n׳l nniomr Arb,t* in Sri»!■ritt «tnä «bi» 41• I»ondo11«r A.-C-Slfrunf,׳ UoUroatini Prof. Pick, Horm, «trark. lUhV Nnwock, II1**, Dr. FfKlorbuiob. Lemborg, Tzss. Harth. AtiRohtloQcnd Aor*pr&ph». ONntn wIHkuimaen. Frolt»«-, d«n 1•■ Autfuit •bind• Hbf Hyn»K0R» im Ztonlitliehon Itotm, Dlnginf Kltlno Ftkokfurtü Btr. 11 O0Hr»1M«■•». «ton t0. Amrn•»♦ tnnrirftti• 0>y» fThf hynigogo im Zionicti8ch9a!!״im. Kintr^s{ KUin* frankfurter Btr, U OottciillAn•!. Soim.bind, 1«. Aum״S , w ״ v »biodt «H Ohf %, J, V, 1|1t8htwcr " Im großen Saat ilor M11»ik«r#p*t*ft1׳'. K־»i«rt*.\Vilh%lm«8tr*aa 01 Anffohrmur ton (fett• J4*T>nn*hiUt roll fl#f1»rR ס. ln 4 Akten ran Jo*rpU L*t«lnor Sonnob»nd, d«n 1•, An»״•♦ Fonbtvorfahrung b»t<n F«,t dil &,j>F, (01 fit 1011) Dtit1»t»f, 11»n Ul. AdKUit, Fiohtin ßonntic, don 34. Augn»t von». 10 Ohr ArmbroitioliliB•» (nb/.E.cbkimp) D)*n»t»g. SU. AngmS F»ebt»n fionnt•!:. din SI.Ahku«! Hportfilk do• It. i K. h4־6 ״ offtilili, Jldlar.H - Nktloaiti l'r»1,aiir»l»lt»*« •״n rt. Augnik n*nb<«. II!Tb» Ytrcla Krior•» dir T»nb«lnmmi« ■Trllde Tlm'm. WiHin*••, JPirkilr, «S I.loitn 63, IW, 60, 61. Trißrankt ln dir AdiUI*. *•«ta. » Wir {adliob*• Dknirhilm <a» Heb iriwihiirnig•, WitliBii«, Wartbatr.90. Oonmratkg. des 4. Siptombir *itinnMIr. lli/tT. 1. Klndifh»!«* At׳»w». — 8. Klnd«r«r»l»HT». — 1.!(,Idobiobilm Ab»»». — 4. A*ud»i Ktndirgirt*«. — S, l,»br*.״rl1,*»ttin dil Jadlinb•■ Arbilt^ «ml0 — .»״, R»11Klln»i1bilm ««. Jfclon Monl»c »bind• Ckr 11«**« Hflrd in Girttn dtr Brsatr•! Pf»(1«rb«rrr, ■ebSnbsanr AUtt, Bil|«nlmi«iil■ Jtdta Ultlwoeh' •Siudi SVj Ci» Orn»1!« O•» in der Brkuerei Fritd«'eh*h»1n, Am grltdrlcbibkl»!8/88, 1li1,t«1nini«ln 0 r«pr* w»»t.(:11»»1#*1t»asrf.. J.den Mittvoob »btndi Dbr Kril• dir CbnTlottonbnrctr 7.10nl1tin. Z»t«r.m«aiit■• Konditorii To«ohtudor(, BohtaUrtir»•■•, X«k« Kiniilrt■••. Jiden Montag Uhr Krolg d«r A«•* Waitan•* KoadHoro( Lonn. Jidtn Dtiniti|j»l1״nd 8 Ubf Oiljlld, •iid«>tiiiirtl», Ifrlidrlnhilr, US tlemluar Idr J'Ml.cb« Utiahlohi An unsere polnischen Abonnenten! Zur Erleichterung des Zahlungsverkehr« mR unteren polnisclicn Abonnenten haben wir beim Poitspaikauoaaml Warschau unter der Nr. 1S0768 eia Konto eröffoet. Wir bitten unsere Leser, von jetzt ab alle Betrage für unsere Rechnung auf dieses Konto zu überweisen. Verlag jüdische Rundschau. wa;,״.};:״ד״ו .'״, 130000 Dollar einer amerikanischen jüdischen Bank zu einem Zinsfuß von 31';■ ״» jährlich, sowie ferner 10!)(XX) Dollar von einigen galizischen Landsmannschaften in Amerika zinslos erhalten, Die Leinberger jüdische! Kaufmaiimbank hat auf diese Weise ein Kapital von 400 00<t Dollar bekommen uml gebt nun daran, eine Reihe Filialen in verschiedenen galizischcn Städten zu eröffnen. Am 10. August begeht der bekannte Jüdische Schriftsteiler Ch. D. Nomberg das Jubiläum «einer 25jährigen literarischen Tätigkeit. Aus diesem Anlaß veranstaltet der jüdische Schriftsteller -und Journalistcn-Vnrcin Warschaus an diesem Tage eine großangelcgtc Feier Im Warschauer Zirkus. Ciirk*{ Das türkische Obcrrabblnat in Konstant!■ nopcl hat den J. T. A.-Vertreter ersucht, in itinctn Namen an die jüdischen Gemeinschaften der ganzen Welt zu appcl- Heren, daß man der in großer finanzieller üedräiignl» «Ich befindenden Konstantinopcler jüdischen Oe* meindc dazu verhelfen möge, das vor kurzem durch einen Brand vollkommen zerstörte Waisen» haus wieder aufzubaucn. Durch die Zerstörung des jüdisehen Waisenhauses sind 1400 Waisenkinder obdachlos geworden. Der jüdischen Gemeinde Konstantinopcl». die einst zu den reichsten Gemeinden der Welt gezählt hat. fehlen jetzt alle Mittel, um das zerstörte Heim der Waisenkinder wieder aufziibancn. Mindesten« 100000 türkiiche Pfund sind dazu erforderlich.!Die Anstalt war mit 4000 Pfund vcrsiciicrt, von welcher «Summe aber nur 60Sk ausgczahlt werden. , Frankreich : ־ v ׳. Der Präsident der französischen Republik, M■ Ga*,ton Doumergue, bekleidete in seiner Jugend einen besehendenen Richterposten in dem Städtchen Ei Ar»b in Algier, da׳.! meist von Juden bewohnt ist. Oer junge Richter verkehrte in den Kreisen der dortigen jüdischen Intelligenz und war oft Gast bei jüdischen Familien. Ah bei der jüdischen Gemeinde Fl Arah die Stelle eines Sekretär» Jrc! wurde, erbot sich Herr Oonmerguc, der eit Richter nur 120 Francs monatlich verdiente־, die Stelle de» Sekretärs bei der jüdischen Gemeinde im Nebenberuf ausiat füllen. Das Amt wurde dem beliebten Beamten gern fibertragen, De«: Sekretär' uaston Doumergue verfaßte und unterschrieb alle Zirkulare der Gemeinde Über religiöse und soziale An» gelcgcnlicitcn und verstand es mit der Zelt, sich, wo nötig, der hebräischen Termini zu bedienen. €n<j!»nd Oberrabbiner Kook, der sich gegenwärtig in den Ver» einigten Staaten nnfhält, hat dem lUiro dis Oberrabbinat* in Jerusalem in einem vom 3. August datierten Telegramm mitgeteilt, daß er in einigen Tagen die Rückreise nach Pa* lastina antrete. Er teilt ferner mit, daß er unterwegs in London kurzen Aufenthalt nehmen wird, um mit dem1 Kolnnlnlnmt in Verbinduni{ zu treten und den dortigen Bc* bürden seine Ansichten bezüglich der palästinensischen jü» disehen GcmeimJcveronlmmg auscüirmdf rzusetren, Von London wird »ich Oberrnbbincr kook voraussichtlich nach der Seli wc iz begehen, um mit dem dort weilenden Herbert Samuel zusammennitreften. Ein bekannter englischer Zionist, Dr. Selig Bro« detsky, an der nUiversität Leeds, ist jetzt zum ordent» liehen Professor für angewandte Mathematik an dieser Universität ernannt worden. Brodetsky, der schon als Student eine ganz ungewöhnliche Auszeichnung als ״Sc* nior Wranglcr“ erhielt, stammt aus Rußland. Hfrth» Herr W. Ehrlich, der einzige jüdische Senator In Südafrika, ist kürzlich in B I o c 111 f o 111 c i!1 verstorben. An» offenen Grabe hielt der Ministerpräsident Ocnctal Hertzog eine Gedcnlacde, rühmte die Verdienste des Verstorbenen un das Land und sprach von der nctimrtidzwan/igjährigen Freund« schaff, die ihn mit dem־Verstorbenen verband. Wir »rill» Das amerikanische Finanzministerium hat beschlossen, daß die für den Keren Hajessod gezahlten Bei* träge bei der Berechnung der E i n k o in m c n »tc u c r in Abzug gebracht werden dürfen. Das Rabbinerseminar von Cincinnati erhielt kürzlich als Geschenk 59 »i n o -11 c b r ä i s c h c Manuskripte, die von englischen protestantischen Missionaren in Kaifongfu ge« fundcit worden sind. Die Manuskripte sind auf gerollten Seidenblättcrn geschrieben, die miteinander fächerartig gebunden sind. Einige Hymnen aus der Sammlung sind von einer Uebersetzung in "jüdisch-persischem Dialekt begleitet. Dadurch wird die Konformität der chinesisch« ,hebräischen und der persischhebräischen Kut« tur erwiesen. Die Tagung der Hltachdath In Berlin. Am 7. August wurde in Berlin die Tagung des Waad I*0e 1 (Voll« zugsniissclmsses) der zionistischen Arbeitspartei ״Mitach« d u t h“ eröffnet. Anwesend sind die Mitglieder des Hitacli« duth-Haupthüro« Fricdland, Elter, Hell mann, Werllnsky, Dr. Arlosotoff, Kaplan (Palästina), Sejm-Deputierter A. Lewinsohn (Polen), Dr. Metzer (Galizien), Dr. Landauer (Deutschland). An der Sitzung beledigten sich ferner Vertreter der Hitachduth aus Ruß« land, Deutschland, Litauen. Die Herren Sprinzak und T w e r sk y (Palästina) werden noch aus London erwartet. Die Tagung wurde durch Friedland eröffnet. Den Vor« sitz führte Dr. Arlosoroff. Hierauf erstattete Herr Kaplan Bericht über die letzte Sitzung des Zionistischen Aktions-Comitei in London und über die Jewisli Agency-Frage. Er sagte, man müsse mit Besorgnis den neuen Tendenzen gegcnübcrstclicn, die in der Zionistischen Organisation zur Geltung kommen, und die darauf liinausgchen, die Posi« f i o n , die sieb die jüdische Arbeiterschaft in Palästina durch ihre Tätigkeit mul ihre Initiative ermorben hat, zu schwächen. Verschiedene Kreise der allgemeiner! Zionisten und des Misrachi erhoffen von der Jewisli Agency eine Schmälerung der Stellung «1er jüdischen Arbeiterschaft in Palästina ן diese Erwägungen sind aut der letzten A.-C.« Tagung klar zum Ausdruck gekommen. Kaplan referierte über die Jewisli Agciicy-Resoliilioii der A.-C.-SII/ung tmd über die öaraiüicpunktc, die die Fraktion der Hitachduth im A.-C. ringchracht hat. und die vom A.-C. aufgcnonuncn wurden, Das zweite Referat über die Jewisli Agency und Zionistische Organisation erstattete Dr. J. Heitmann. Die Agency ist nicht zufällig entstanden, sie ist ein Produkt der seit langem bestehenden Mißverhältnisse zwischen der zionistischen Aufgabe und der Enge unserer organisatorischen Basis. Die Agency muß das Ocsamtjiidentum für «len Palästina-Aulbau umfassen. Nur in d.cscin Sinne kann sie die souveräne Maciit, die bis jetzt die Zionistische Organ!« sntlon hatte, erhalten. Die Zionistische Organ!« sation In ihrer heutigen Form habe als alleiniger entscheidender Faktor aufgehört zu existieren, und wir müßten uns damit abfutden, daß wir bloß mitentsclicl* dend sind. E» hange von unseren realen Kräften ab, ob wir der überwiegende Entschcldungsfaktor •ein werden. Berliner Mlsrachl-Gruppe. Au* Anlaß der Anwesenheit mehrerer Exekutiv- und A.-C.-Mitgliedcr des Misrachi ver« anstaltet die Berliner Misrachi-Gruppc am Donnerstag, den 11. August, abends 8 Uhr, im Sitzungssaal der Jüdischen Gemeinde, Kosenstr. 2/4, einen öffentlichen Vortrags« abend, in dem über den Stand unserer Arbeit in Erez-lsrael und über die Londoner A.-C.-Sitzung Bericht erstattet wird. Es werden sprechen die Herren: Prof. Pick, Hermann Struck, Rnbb. Nu rok und Lazarus Bart 11. Anichllcüend Aussprache. Gäste willkommen. Berlin. Der Z. J.V. ״Hcchawcr“ veranstaltet am Sonn* fibend, den 16. August 102-1, abends 8','j Uhr, eine Aufführung des berühmten Lebensbildes Davids Oclgc (Dovids Fldclc) in vier Akten mit Gesang und Tanz von Joseph Lateiner unter Mitwirkung einer jüdischen Schausplekr-Ainnteurtruppe im Saale de* Musiker-Vereinshauses, Kaiscr-Wilhelm-Straße 31. Vorverkauf: Ewer-Buchhandlung, Kncscbcckstr. 5-1, Buciihaitd* lung ״Or“ und B. Z. V., Mcinekestr- 10. Berlin. Am Sonntag, den 17. August, findet ein Oesell• schaftsspiel zwischen dem Sportklub Bavaria I uncj S. C. Hakoah-Berlin f, 6 Uhr nachmittags, und zwischen dem S.C. Bavaria II uml S.C. Hakoah II. 4 Uhr nachmittag«, aut dem Sportplatz des S.C. ,Wacker 1900 in Baumschulen« weg statt. Fraucnstimnircclitswochc Im Rheinland und Westfalen, fm März diese« Jahres fanden anläßlich der Stimmrcchtswoche in über zwanzig Städten Deutschlands Vorträge statt, die «lein jüdischen r'rauenwahlrcchr in der Gemeinde gal« ten. Im Rheinland und Westfalen konnten diese Vorträgt urst kürzlich gehalten werden, für die Hanna Karmins ky* Berlin, Vorstandsmitglied des Jüdischen Frauenbund«, ge* Wonnen war. Die Vorträge wurden in Wesel, Essen, Elberfeld, Barmen und Köln gehHten; der Frauenverein Solingen hatte sich Elberfeld «ngeschlostcn. Da• Ergebnis der lebhaften Aussprache, die bich in allen Orten an die durch wertvolles Material unterstützten Ausführungen der Rednerin knüpften, war eine Resolution, die das Stimm« {echt für die Jüdischen Frauen forderte.