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Jüdische Rundschau · 1924-08-12 · Heft 64 (12.8.1924) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 64 (12.8.1924)
Date
1924-08-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Uc 4 CO JUEDJSGIi'H RUNDSCHAU Nr 84 tu a;n Von unsere m K o r r c s p o 1ui c n I c n IN bat sich in der 11uk11fn״.-:e Rumäniens nichts geändert. 3>r lvrit';: mit ,וII seinen Untaten ׳und Grausamkeiten Imt die runiiinisclien Politiker nicht besser gemacht. Es ist alles beim Alten geblieben. Noch im Jahre J0I3 bczciduiete der gewesene Minister- Präsident Lu/.atti die rumänischen Juden als ״dic^ letzten Sklaven Europas“ und noch heule gilt diese Kennzeichnung ia vollem Ausmaße. lis gibt in dieser Beziehung nichts Neues. Als im Jahre 186!» der gewesene französische Justizmitiister Adolphe Crcmieux mich Bühntest kam, um eine Besserung in der Behandlung der Jaden beim Fürsten Carol und seinem Kabinette zu erwirken, da trugen die schlauen rumänischen Politiker dem Wunsche der westeuropäischen Juden nur für einen Moment Rechnung, verbesserten die Lage■ der ״Fremden", um bald einen ״Volksau frtaml“ za inszenieren w.vd unter dem Drucke' der ״öffentlichen Meinung“ den Juden wieder alle Begünstigungen zu entziehen. fi;e-clhe Taktik übte '1. C. Brat in 1111 ,der Vater des gegenwärtigen Ministerpräsidenten, zur Zeit tlcs Berliner Kongresses. Unter dem I )nicke der beteiligten Großmächte übernahm Rumänien im Jahre 1S7S die Verpflichtung, die Juden des Landes zu emanzipieren, um bald eine judcufeiiitllielie Volksbewegung hervorzurufen »md die Emanzipation zu (liniertreiben. Statt einer viertel Million Juden erhielten kaum 800 das Bürgerrecht. In schlauer, hinterlistiger Weise erklärte die rumänische Regierung, daß sie keine Juden im Lande habe, sondern bloß ״Fremde“ Und diese könne und wolle sie nicht emanzipieren. Bast ein halbes Jahrhundert blieben die rumänischen Juden rechtlos. F>a kam der Weltkrieg mit .seinen neuen Losungen, Rumänien wird ein Bundesgenosse der Entente-Staaten und muß sieh ■bequemen, den Forderungen der Zeit Rechnung zu tragen. Nach dem Sturze des Kabinetts Bratianu Unterzeichnete sein Nachfolger Vaiila Vocvod den St. Ciermaincr Friedensvertrag, mithin alle Bestimmungen bezüglich der Minoritäten. ,Man war diesmal sehr vorsichtig und verklau.su- Jicrtc alle Artikel hinsichtlich der Judeneman/ipation, so daß die rumänische Regierung gezwungen war, diese Artikel als Stnatsgrundgesetz zu erklären. 111 der Tat wurde der St. Ciermaincr Vertrag im September 1920 von beiden Kammern ratifiziert, vom König sanktioniert und im ״Monilorul Oficial“ publiziert. Er bedeutete für die Juden Rumäniens die Magna Charta libertat um. Also jubelten die Juden und frohlockten über die eudgiltige Emanzipation. Doch bald sollte es anders kommen. Rumänien betrog’ abermals das Vertrauen Europas und begann mit einer verbrecherischen Politik gegenüber den Juden. Es wurde eine systematische Verfolgung auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens durdtgeführt: die nationalen Schulen wurden entgegen den Bestimmungen des, St. Germainer Vertrages aufgelöst und rommüsiert, die jüdischen Professoren und Lehrer fortgejagt und durch rumätiisclte ersetzt; die jüdischen Beamten bei der Eisenbahn, Post, bei der Justiz, bei den Verwaltungsbehörden und beim Magistrat aus den Acmtcm hinmisgcckclt, die jüdischen Dirckloreit aus «len Sparkassen fortgejagt, die Präsidenten der Handels•, Advokaten- und Aer/tckammem abgesetzt, überall, sogar bei der Börse ״Gcreiitschaftcn“ cingcführt und den Stadien und Gemeinden die Autonomie genommen. Dies war und ist die Politik des Staatsvolkes. In wirtschaftlicher Be- Ziehung ist cs tun die Juden nicht besser bestellt. Gewisse Berufszweige sind ihnen geradezu verschlossen. Uebcrnll wird der Rumäne von Geburt bevorzugt, wogegen der Jude die Plauptsteuerinst trägt. Und nun kommt das Schlimmste. Die Regierung Brali.um gab dem Reiche eine neue Konstitution, ■welche mit keinem Worte die Friedensverträge erwähnt und die Juden äuf diese Weise aller gesetzlichen Sicherungen,- die ihnen der St. Germainer Friedensvertrag garantiert, beraubt. Im Art. 133 der neucii Verfassung ist von der Emanzipation der Juden nur in dem Sinne die Rede, daß alle früheren königlichen Dekretgesetze hinsichtlich ihrer Gleichberechtigung die Sanktion erhalten. Die jüdischen Abgeordneten gaben unter dem Drucke der Regierung und unter dem Terror der antisemitischen Hetze zu dieser neuen Verfassung ihre Zu- Stimmung, Und nun lütten Bratiamt und sein Anhang freien Spielraum. Der St. Germainer Friedensvertrag wurde zu Grabe getragen, das Parlament hielt ihm einen warmen Nekrolog, und die Juden Rumäniens verloren ihren Minoritätenschutz. Aber das ist nicht alles. Die Politik Bratiamus geht eben *fabln, «len Juden das Bürgerrecht zu nehmen und sie!analog 1878 zu ״Fremden“ zu erklären. Wieder einmal setzte ein offizieller wahnwitziger Regierttngsantisemitismus ein. Die jüdischen Studenten wurden auf den Universitäten verprügelt und hiiuusgejagt. Das Schlagwort ״Numerus clausus“ hat hier zu Lande keine Bedeutung mehr. Die Huligans erzielten Der PaliisJißapaviüDa Ia WerJiIcy I. Von einem deutschen Zionisten gesehen, Daß man in ,Wembley Palästina mit Cyperu in einem Pavillon vereinigt hat, ist nicht als Erfolg zionistisch-maximalistischcr Anschauungen zu buchen, sondern gerade infolge der von beiden Ländern dringend empfundenen Notwendigkeit, zu sparen. Sparsamkciisrüekss'chtcn haben wohl überhaupt bei dem Aufbau des Pavillons und seiner inneren Ausstattung obgcwaltct. Jm Verhältnis zu den anderen Pavillons in Wembley, etwa zttm indischen, afrikanischen oder sogar zu denen unbedeutenderer Teilgebiete des Empire ist er recht klein geraten. Allerdings beweist seine Aufschrift — die er allein trägt — Mandatcd territory —, daß cs sich nicht um eine eigentliche englische Kolonie handelt, daß mau also von diesem Teil des Empire, dem jüngsten, nicht so viel zu erwarten hat, wie von den anderen, wie z. B. von — Uganda, das gerndeiiber von Palästina in East Afrika recht gut vertreten ist, und in einem Territorialsten — falls cs einen solchen noch gibt — den Wunsch nach ״Wiederaufnahme der Bc- Ziehungen“ erwecken mag, da es doch ziemlich wertvolle Landesproduktc zur Schau stellt. Was die innere Ausgestaltung des Pavillons anbetrifft, so ist zu bemerken, daß die von der zionistischen Organisation und von der palästinensischen Arbeitcrschaft in den letzten Jahren geleistete erhebliche Arbeit überhaupt nicht oder mir sehr wenig zur Geltung kommt. Man stelle sich folgendes vor: Rechts und links vom Eingang zwei Nischen: in der einen zeigt das Haifacr Augen- Institut, wie man mittels einer Mctallbrillc durch Einsetzen verschiedener Gläser vor einer Buchstabentafc! für einen Kurzsichtigen die richtige Brille herausfindet. Der Zionist fragt sich: wozu ist das gerade im Palästinapavillon nötig? Die rosige Brille, durch die alles andere anzuschen Ist, wird dort offenbar nicht gebraucht. Man könnte sich vorstcllcn, daß dort irgendwelches Material über Bekämpfung von Trachom usw. ausgestellt wäre, —- aber es ist nicht da; Jedenfalls nicht an sichtbarer Stelle angebracht, und jedenfalls hinter der aus jedem Optikerladcn bekannten Tafel bescheiden zurücktretcnd. Auf der anderen Seite des Eingangs ist eine jemenitische Silbcrschmicdc; das mag hingelicn. Wenn man aber 111 anderen Pavillons, z. B. im indischen, im ostafrikanischen, ganze Trupp« von Eingeborenen vorfiudet, so wirken die zwei Jemeniten etwas ärmlich. Auch die im Iniiern des Pavillons die arabische Matiaa vertretende Jrlalbaraberifl in halb /europäischer» halb X eiritti 'ergreift ir11״ Jen ״still( Barlad, Bar :■hen IL ni iniRbnn'Ht Gegenwart von Ministern hinan •, Kein jiid; .(.!!;׳« Theater darf im Lande ucr Journalist, der die Huligans an den Jl->: ■' 11 St, ־׳0(1 ־, groii ■ 111• , O.esuti, 'ד I'־ ־•־ (er- ,׳uts fahreneworfen und Jank tief «' , An j:.1': ■.■ < ־ In :• : /enh .1, ln Glu!, 1 ■inj, Tu r.ehrihen ei;: den Zügen ui dabei seit wer vertut spielen. Ein jyilisci-. Ptanaer «teilte, wurde zu ö Monaten Ovfängiiis 1״td m 100000 Lei Strafe verurteilt, wogegen alle rumänischen Ver״ breclicr straflos ait’-gehcn, Also ist es der Regierung gelungen, ׳eine ״Volksbewegung“ gegen die ]mleii zu inszenieren, um unter dem Drucke «1er ,.*breiten VolksmasseiT lausenden Juden das Stnntsbürgcrrcclit zu entziehen. Gemäß den Bestimmungen des (111 ״Monltoml Oficial“ Nr. 1׳! vom 20. Februar id'-M kuntlgcmachieii Gesetzes beireffeml die Erwerbung und den Verliert der rumänischen Staatsbürgerschaft werden nachstehende Personen rumänische Staatsbürger werden: a) In Bcllarahien alle jene, welche dort ihrer. Wrh1r.it/. spätestens am IS. November 1018 n ungeschlagen haben; hä in Siebenbürgen, Banat, usw. alle jene Personen, die ihr Domizil .in diesen Gebieten ■an! 18. November 1014 hatten und c) in der Bukowina mir jene Personen, welche im I aude spätestens am IR. November 1903 ihren Wohnsitz hatten. Fürs Kcgat (Alt-Reich) gelten die Bestimmungen des Art. 133 «1er Verfassung. Das Gesetz hinsichtlich' Be fl.tr,־ibiens scheint noch an! günstigsten zu sein, da das gewesene russische Kaiserreich den Begriff ״Hciniaisrcclit“ nicht kannte, hingegen stützen sieh die Verordnungen in der Bukowina auf das österreichische Hciinntsgcsctz vom Jahre 1806, welches die Bestimmung enthält, daß jeder Oesterreichcr, welcher Ln einer Gemeinde sich 10 Jahre freiwillig und ununterbrochen anfhält, Anspruch auf Zuerkcnni.ng des Heimatrechtes in dieser Gemeinde hat. ln Ungarn bestand ein analoges Gesetz, welches nur einen vieri:ihrigen Aufenthalt zur Erlangung des Heimatrechtes in einer Gemein«!(* vorsah. Somit gilt in Siebenbürgen das Jahr 1014 .als St ich ׳.ihr. Nach diesem Gesetze werden n.ichstehende Personen die rumänische S'a.'üsbürgerschaft verlieren: Alle jene ehemaligen österreichischen Staatsbürger, welcheihr Domizil in der Bukowina nach dem Inhre 1003, in Siebenbürgen nach dem Jahre ]014 und in Beßarahien nach dem Jahre 101S a1!fgesch1a״cn haben. Ia sogar ein großer Teil unter denen, die ihren Wohnsitz an «kn oben fixierten Terminen in den genannten Provinzen hatten, aber nicht volljährig waren. Schließlich alle jene in den genannten Territorien geborenen Juden, deren Mütter ans anderen österreichischen Provinzen stammen und nach jüdischem Ritus getraut wurden. Es soll 'noch hervorgehoben werden, daß in vielen Gemeinden infolge der R11.««eninvasionen die Matriken verloren gegangen sind und auf «liesc Weise die Erbringung eines Nachweises fast immöglieh ist. Es ist nun klar, daß dieses Gesetz In krassem Widerspruche zum Art. 70 des St. Gcrma-incr Vertrages und zum Zusatzantrag über den Minoriiätenschutz Art. 3 steht. Es soll noch hervorgehoben werden, daß zur Zeit «Ica Inkrafttretens des St. Germainer Vertrages die rumäniselieii Behörden allen jenen Personen, welche damals ihr Domizil in den Provinzen Rumäniens hatten und für diesen Staat optierten, Staats- Bürgerschaftsscheine ausgefertigt habentmd a'le zu vollen rumänischcn Staatsbürgern machten. Seit dieser Zeit haben diese Staatsbürger dreimal Deputierte bis Parlament entsandt, Militärdienst geleistet. Stenern gezahlt Und nun verlieren sie durch das gegenwärtige Gesetz ihr» Staatsbürgerschaft ohne• für einen anderen Staat optieren zu können. So''hat 'die*' rumänische Regienm■״ es bewirkt, daß tausende iüd'sehe Bürger den Termin für die Option für Polen. Tschecho-Slovakd oder Deiüsch-Oestcrrcidt verspäteten, weil sie der berechtigten Ansicht waren, daß ihnen nach dem St. Germainer Frimtcnsvertrag das Recht zusteht, für Rumänien ru optieren. Heute sind sie zu ״Fremden" gestemnett 1!nd können jeden Tag über die Grenze abgeschoben werden. Abgesehen vom Mm>oriliitenschutzverir,ag steht dieses Gesetz in krassem Widerspruch zum allgemeinen Grundsatz des internationalen Rechtes, daß kein Individuum eine Sfaals• biirgcrscbaft verliert, ohne eine andere zu erwerben. Ferner daß bei r»c5־ct/1mg eines früher einem anderen Staat gehörigen Territoriums, die Bürger alle ihre früheren Rechte bcihelialten, Rumänien hat also den F'ricdensvertrag und «las Internationale Recht mißachtet und tausende jüdische Bürger als staatenlos «*rkiärt. Wenn der Völkerbund und die westeuropäischen Mächte auf die internationalen Verträge noch etwas geben, dann müßten sic unbedingt die nun?in i sehe Regierung zur Rechenschaft ziehen und eine Revision dieses Gesetzes fordern, Cx ,׳Tccnirs; p o n d c n arabischer Drapierung, ist kaum als Vertreterin der palästincnsf• sehen Araber anzuschen. Hinter diesen Ei!1gangsnischc11 ist ein großer Miüelrauin, zu dessen beiden Seiten wieder Nischen sind. Die meisten dieser Nischen sind Vcrkaufsständc. Eine von diesen Nischen, äußerlich genau so aufgemaeht wie die anderen, soll das Werk der palästinensischen Arbeiterschaft zur Darstellung bringen. Man hofft, dort Modelle des Soldbonch vorzufinden, oder Tafeln der J fistadruth klalith, oder besondere Produkte der Kwuzoth — doch weit gefehlt: die Nische ist ausgcfüllt mit Büchern, unzähligen Büchern; fm Hintergrund ein (schlecht gemaltes! Bild von Tel-Awiw — und mir vorn, ziemlich winzig, ist ein Modell von Nahalal. Das ist alles. Also vom Werk der Arbeiterschaft erfährt man dort nichts oder wenig. Nicht viel besser Ist es mit der Zionlstlsehen Organisation überhaupt: Das Agrikulturdepartemcnt hat nur eine kleine Abteilung; Keren Hajcssod und Keren Kajemcth sind durch völlig unzulängliche Tabellen vertreten; die P. L. D. C. hat auch mir dürftige Karten und Bilder. Lediglich das Riiihenberg-Projekt kommt durch eine plastische Karte von Palästina mit den eingezcichiieten vorhandenen und neu zu schaffenden Kraftstationcn zur Geltung. Beherrschend sind die Organisationen der Weinbauern und der Orangenpflnnzer. Der größte Teil des Mittelgangcs wird eingenommen von einer Ausstellung der jildisch-nalästincnsi• sehen Weine, Liköre. Kognaks usw., und der offizielle Prospekt der Organisation besagt, daß sie 50 arabischen Dörfern durch diese Wciiipfianzungcn Nahrung gibt. In einer der größeren Seitennischen ist eine Verkaufsstelle der Jaffa-Orangen, die durch ihre Größe imponieren und trotz des hohen Preises (bis 5 sh pro Stück die größten! starken Absatz finden, Die Privatinitiative ist durch ״Hassorcg‘1 für Wcbwarcu und durch ״Raanaii“ für Konfitüren vertreten, Von den Banken hat die A. P. C. einen‘Anschlag, die Anglo Egyptian Bank sogar einen Schalter, dessen Bedeutung ebenso fragwürdig erscheint, wie der des Augeninstituts. Während nämlich in den Pavillons der großen und reichen Dominions, z. B. Südafrika, Australien, Kanada überall Anschläge zu lesen sind: ״wir brairdien Kapital“, machen — gerade im kleinen Paliisiinapavillon — die Banket! dort den Eindruck, als wenn genügend Geld im Lande vorhanden wäre. Vom Kunst• gewerbc ist (neben einem Privnhmtcnieiimen) der ״BezalcI“ vertreten. Vom Niveau des «deutschen Kimstgewerbes aus sind die ausgestellten Sachen unmöglich; für die Engländer reichen sie vielleicht aus, Denn was voa englischer Kunst , e n Rum;! iiien ihre Inlri St. Germ.-, lurch die 1: Von 11 n s e r e «11 Korrc ׳ Die libcf'L Regierung Brathmt, die in die j 11 ־i!-11 fci;;■ Hic 11 *־*<r ■eit )011. r gilt, hat tlnrc! es so weit gebracht, «laß die!;«-!.tü.miungen Friedniavcrlragcs tun! des M inoru.! t ■-!!Schutzes Verfassung tatsächlich beseitigt wurden, So schuf sie pin neues Schulgesetz, das dk Vernichtung des jüdischen Volks- und Mittelsclnilwcscns in ganz Rumänien bcdcn-ct. ts gelang zwar einem Teil der Minoritäten, den deutschen und ungarischen Abgeordneten, in der Frage der Volksschule «•ine Konzession dahingehend zu erlangen, daß bis zur dritten Voikwchuiabssc ihre Kinder in der Muttersprache den Unterricht erhalten inlisncn. Von der dritten Klnrsc angetan;,׳er,, {ritt jedoch die Staatssprache liehen der Muttersprache als offizielle Unter• richtssprnchc. Ganz anders verhalt es sich mit den Juden in Rumänien. Auf «ine Anfrage des jüdisch-sozialistischen Deputierten Dr. Pis t in er, wie cs um das jüdische Volks• Schulwesen bestellt sein werde, gab der Uiiterrichtsrr.imster Angclcscu im Namen der Regierung die Erklärung ab, daß die Juden keine besonderen M i n d c r h c i t s - schulen erhalten werden, da sie keine Volksspräche besitzen. Die Juden werden vielmehr angewiesen bleiben, die rumänischen Staatsschulen zu besuchen. Gegen diese Erklärung de« Unterrichtsministers sprach sieh sogar der größte rumänische Historiker Nikolai Jorga aus. Als nächste Folge des neuen Schulgesetzes werden sich in natürlicher Konsequenz nachstehend angeführte Erscheinmigen einstcllen: Die T a r b u t h s c litt 1 c 11 in Beßarabien, von der jüdischen Bevölkerung mit großen Opfern erhalten, werden geschlossen werden. Die hebräischen Schulen in Siebenbürgen, die von den Huligans bereits zum Teile demoliert wurden, werden in den nächsten Tagen im Aufträge der Regierung und im Sinne des neuen Gesetzes ihre Tore schließen müssen. Die hebräischen P ri v a t s c h u I e n der Bukowina werden durch einen Erlaß׳ aufgelöst werden. Das Gesetz wird von den ärgsten Schikanen begleitet jmd das erste Opfer wird die jüdische Jugend Rumäniens sein. Sic ist nun gezwungen, ausschließlich rumänisch zu lernen. Die rumänische Kultur ist aber noch sehr jung und stellt auf einer primitiven Stufe. Sich dem rumänischen Volke, seiner Sprache und Literatur zu assimilieren, bedeutet für die kulturell höherstehenden Juden einen Rückfall, Angesichts dieser Sachlage werden «lio Juden Rumäniens sich hl offenen Bittschriften und Protesten an die gesittete Welt wenden und nn den Völkerbund appellieren, um das Hebe! ahzuwenden und die letzten Reste des jüdischen Schulwesens zu retten. M. R. Die zweite Jüdische Wellhilfskoalerenz Wie der J. T. A. mitgctcilt wird, wurde als der Termin der Eröffnung der zweiten Indischen Welthilfskonferenz, die in Karlsbad stnttfindcn wird, endgültig der 21. August bcstimmt. Bis jetzt haben 65׳ Organisationen aus 19 Ländern ihre Teilnahme an der Konferenz angemcldct. Von den angcmcldctcn Delegierten sind zu nennen: aus Südafrika: die Herren J. Och her g und Bloch; Deutschland; Frl. B. Pappenheim, Frau Dr. Vogelstein, Frau Wronsky, die Herren Dr. A. Klee, Caspary. Dr. 011 e 11 d o r f, Dr. S c g a 11, Geheimrat Brrthold Timcndorfcr u. a.; Amerika: die Herren A. Bettjamin, Richter W. Lewis, Richter Hugo P a m, Dr. A. I. Rottgy u. a.; England: die Herren Dr. Jochclmann, Morris Mvcr, I. Gilbert u. a.; Oesterreich: die Herren Oberrabb, - Dr. Chajcs, Mcdizinalrat Dr»־ Deutsch, Prof. Max Eisler, Kommerzialrat Max M a Pkus, Heinrich Open heim u. a.; Cannda: Herr Lion Cohen; Dänemark: Prof. Simonscn; Danzig: Rabbiner Dr. Kacltcr; Holland: M. van R aalte; Litauen: Dr. Rosen bäum, Präsident des Jüdischen Nationalrats, M. Brudny, Präsident der zentralen jüdischen Volksbank u. a.; Palästina: Prof. Pick, David Yellin u. a,; Polen: Frau Fr. Kl af teil, Dr. Gerson Lewin, Dr. Emil Parnas, Dr. Pcker, Dr. Scliabad und die Sejmdcpntierten Frau Rosa Melzcr, J. Gruenbaum, Rosmarin, Prilutzki, Silbcrscticin u. a.; Rumänien: Oberrabbiner Dr. Ni e m i r o w e r, Dr. Bernstcin-Kohan, Dr. Kracnicru. a.; Tschechoslowakei: Dr. Ludwig Singer, Präsident des Nationalstes, Ministerialrat Dr. Emile Wiesmeycr u. a. Dieser Tage hat sich der Präsident der Zionistischen Organisation in Bcßarabicn, Dr. B c r n s t c i n - K a h a n , zu dauerndem Aufenthalte nach Palästina begeben. Dr. Bernstein- Kaltau stellt an der Spitze der unlängst gegründeten Gesellsebaft ״New Palestine“. In Wembley zu selten ist, ist auch nicht viel besser und etwa zwanzig Jahre hinter Deutschland und Oesterreich zurück. So ist also im ganzen ein Gang durch den Pavillon für den wissenden Zionisten nicht sehr erfreulich. Immerhin wird sich sicherlich nach dieser Ausstellung der Absatz der palästinensischen Weine und vor allem der Orangen — die die starke Konkurrenz «ier südafrikanischen aus dem Felde zu schlagen scheinen — in England bedeutend heben, und das ist auch etwas wert. Auch sei nicht vergessen, daß durch die hebräischen Aufschriften in den Engländern wohl ein gewisser Eindruck von der hebräischen Sprache als einer lebenden erweckt wird. Es scheint, daß der Pavillon von ihnen mit großem Interesse und einer gewissen Zufriedenheit betrachtet wird; und das muß natürlich auch als Plus betrachtet werden. Der Zionist aber wird, — von den schon gerügten Mängeln abgesehen doch mit einer leisen Wehmut den י Palästinapavillon besichtigen, nachdem er in den anderen Pavillons den ungeheuren Reichtum an Bodenschätzen und Produkten jeder Art bewundert hat. Wir haben viel zu ersetzen; durch die Hingabe unserer Menschen wird es erniög* licht, aber diese läßt sich natürlich nicht darstelSen. (Ein zweiter Aufsatz folgt.) Dr. Albert Bacr, Berlin. Vor kurzem bat sich unter dem Vorsitz von Herrn Professor Dr. Israel ein Komitee konstituiert, bestehend aus den Herren Professor Citron, Prof. Hans Cohn, Prof. Le vy- Dorn und Dr. Sandler, das sich der Aufgäbe widmen soll, für die Universitätsbibliothek in Jerusalem die in "Deutschland erscheinende metlizinische Literatur ztt sammeln. Insbesondere sollen die deutsehen Zeitschriften für Jerusalem abonniert werden. Zur Aufbringung der erforderlichen Geldmittel wendet sich d,1s Komitee an alle jüdischen Aerzte Deutschlands mit der Bitte Uin Zahlung eines Jahresbeitrags. Die Berliner Universität stellt für das Jahr 1924/25 eine Anzahl neuer Preisaufgabcn aus allen Wissenschaftsgebieten, darunter folgende; Die Theologische Fakultät wiederholt hir .•e-n«oo/,Sprf'?״(dSSC" H^,c <J,c5maI verdoppelt wurde) das für 19_4 gestellte Thema; Die Vorstellungen und Erzählungen nrlSfntC״a ^e8S as iEr!ö?er•. Ooü) im Juden! um, Urchristentum und in der önosis sind zu snmmclu in ihrer Eigenart darmtcHcn und auf Ursprung und Gcscbichtc hin ztt untersuchen, . J[®r11cr als neues Thema: Die vorpaulnusche jüdische Mystik (Philo, Septuaginta) und ihr Verhältnis «eur antiken Mystik, ‘ ' fl 1

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