Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 57 (18.7.1924)
- Date
- 1924-07-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Mummicr 10 *%i *f'] 1^-U, Via/Jy. lis clialtsbl * קי ** r* «•*» dp».? M 7,11 füllen {,־!וי! M lw,? mM*d, Stau? dJ>*wm .uadcciiati' Berlin, 18. VII. 1924 Die tesücMci Ir die elemisdte Industrie sin!©teil leer Vau Rudolf Seiden, Mödling bei ,Wien, I. Wenn es auch richtig ist, datl im allgemeinen die Cii'oliimliistrien und grolle Induslrien, vor allem die chemisdien, vorläufig in Palästina noch keine crfolgversprechemlen Aussichten besitzen, da ja die Bedürfnisse des erst im Aufbau befindlichen Landes sehr bescheiden sind, so sind doch die Mo״- liehkeitcu als günstig zu be/eichnen, die sieh einer Industrie bieten, welche sieh nicht auf den Absatz im Lande (allein) beschränkt, sondern auch an den Exjwrt nach den Nachbarländern und eventuell auch ins wehere Ausland denkt. Zu diesen ״Export-Industrie״“, wie ich sie neunen möchte, zählen vor allem jene, welche ihre Rohmaterialien im Lande in solchen Me nge 11 und z u so günstigen Be d 111 - g!tilge 11 vorfinde 11, da« sich deren Aufarbeitung am Fundorte seihst rentabler erweist, als ihr Transgort, respektive: daß die betreffenden Industrien liiersclbst billiger zu arbeiten in der Lage sind, als cs anderswo möglich wäre, wodurch sie preiswertere Fertigprodukte in den! lande! bringen könnten, als die Konkurrenz. Und da bieten sich mm in Palästina einige Möglichkeiten, von denen im folgenden lediglich die Aussichten betrachtet werden sollen, die das Tote Meer der chemischen lnd u s t r i c bietet. II. Schon seit langer 7.eit gewinnt man auf primitivste Art Kochsalz aus dem Toten Meer; im Kriege wurden diese einfachen Verdiiiistimgsanlagen teilweise aiisgebaiit, aber es kann natürlich noch immer nicht von einem halbwegs modernen Unternehmen die Rede sein und keinesfalls von einem irgendwie planmäßig geregelten Betrieb. In den letzten Monaten gingen Araber auch daran, den Asphalt des Meeres im wahrsten Sinne des Wortes ein/usamnidn, was natürlich nie und nimmer zu einer Industrie führen kann. IX־» zu ist nöt:g, daß sich das notwendige Kapital ziisammciifindet, um es zu ermöglichen, die neuesten Maschinen zu besorgen, zweckmäßige Anlagen aufzurichten, Fachmänner zur ßetriehsfülmmg zu engagieren usw., mit einem Wort: um all das vorzubereiten, was dazu nötig ist, so kolossale Salzmengen, wie sie das daran schon übersättigte Tote Meer enthält, rationell zu explodieren! Allerdings — und dieser Umstand ist hervorzuheben — das Tote Meer enthält die Salze in einer solchen Form lind ist seihst in einem so günstigen Klima gelegen, daß hier die Investitionen im Vergleich zu jenen, die bei anderen gleichartigen Salzlagcrn gemacht werden müssen, bedeutend verrin- ■gort sein werden. 111. > Fragen wir uns nun: welche Elemente lind Vor- 1 b i n d 11 n g e ji wären zunächst a 11 s z 11 \v e r t e 11? Schon vor dem Kriege dachte eine englische Gesellschaft!daran, das Brom industriell zu gewinnen; das Projekt wurde allerdings bald (angeblich als unrentabel) zurückgestellt. Man!kann sagen, daß das Brom im Durchschnitt 1 ״> der ■Salze resp. 0,27 <0/י (im Süden) bis 0,4(1 0/« (im Norden) des [Jllccrwasscrs ausmacht. Wenn mau bedenkt, dal! die Staß- furter Endlaugcii, die etwa 1000 t Br. (das ist die halbe Welt- *;Produktion) liefern, dieses Element in viel geringerer Menge ‘enthalten — 015 bis 035 °/0! — so ergibt sich schon daraus, "daß gerade das Brom im Toten Meere in besonders gibtstigeu Verhältnissen vorlicgt. Natürlich steigt die Rcntabilitiit der Bromgewinnung sehr mit der Exploitierung auch ■anderer Mcersalze, da dann die am Ende des Aufarbcitungs- Prozesses vorliegende Bromendlmigc bedeutend höher konzeutriert wäre, was selbstverständlich einer wesentlichen Ver- 'Billigung der Fabrikationskosten glciclikommt. , Der Hauptbestandteil der Salze des Toten Meeres — 60 ״/o derselben ist das Magncsiumchlorid. Nun kommt gc- ■xadc dieser Verbindung in der Praxis kaum größere Bedenfinig zu; ja — die deutsche Kali-lndustric führt jährlich 800 000 t tM״ö״ in ihren entbromten Endlangen in die Elbe und Weser «Juki sucht Immer noch nach Möglichkeiten, diese Langen;irgendwie anders zu beseitigen, um den Härtegrad der Flüsse ■!nicht allzusehr zu steigern. Immerhin böten sich der Industrie am Toten Meere einige Verwendungszwecke für dieses!Produkt: so würden zunächst mit Erfolg Chlor und Salz- :Bäurc daraus liergcstcllt werden können, deren Fabrikation;aus diesem Rohstoff in IX'Utschland tun!000 mit vielen Aus- Wichten in Angriff genommen und nur durch den Aufschwung ,der elektrolytischen Chlorgcwimiuug zurückgedrängt — noch!immer niciit gänzlich verdrängt — wurde. Eine eigene große elektrolytische Chlorgcwinmmgs- '■imlage wird aber in Palästina kaum in den nächsten njaliren gebaut werden, da sie noch nicht rentabel sein könnte; Chlor — für Bleie h zwecke und;Fa rbcnlierstel Iti 11g — und Salzsäure als Neben- ';Produkt dnrzustiTlcn — daswird gewiß rentabel sein; ׳denn für begrenzte derartige Quantitäten ist der Markt des Laudes־ und der Nachbarstaaten schon jetzt aufnahmefähig, j Auch könnte man Mngncsiazcincnt in größerem Maß- ,stabe fabrizieren, der gewiß in dem im Aufbau befindlichen (Lande reichen Absatz linden wird; man muß hei dieser Kalku- :Jieniiiß berücksichtigen, daß im Orient wegen der großen sommerlichen Hitze in den Häusern überall Steinfußböden verwendet werden. Allerdings in seiner gewöhnlichen Form ,!(wasserhaltiges Magncsiumoxychlorid), ,,Sorelzement“ genannt, ist er wegen seiner zu geringen Unlöslichkeit als Baumaterial nicht brauchbar; aber als Xylolith (Steinholz) gibt er einen :vorzüglichen Fußbodcnbelag ab. Ein kleiner Teil des Mg. jCL. wird mich in verschiedene Magncsiumprii parate!umwandelbar mul so verkäuflich sein, j Als näciistwichtigcs Produkt kommt Kochsalz in Befracht 1 (30 ״׳,״ der Sal/mcngc). Durch Versuche ergab sich, daß man!durch einfache Verdunstung bei gewöhnlicher 1'Som m e rtem pe ra tu r (über 30« C.) und darauffolgender fraktionierter Kristnllasation aus dem Meerwasscr 08 ״/«iges Na CI und daneben 30 0/0 iges K a r 1! ,111 i t (K Cf. Mg CI. 2, (saq) gewinnen kann! Die verbleibende (eingeengte) Endlaugc enthält dann das Brom in einer Menge von 12 g pro Liter! In anderen Worten: Aus 1 m3 M e e r w a s s e r s I n d 23 (nach anderen Versuchen über 50) kg Kochsalz und 25 (über 40) kg Karnallit, ferner über 15 kg Mg CL, ■4 kg Mg Br,. 1 kg Na, SO* gewinnbar! Die Betriebführung wäre also hier die denkbar einfachste und billigste: im Sommer würde die Sonnen wärme die Abscheidung der einzelnen Salze besorgen, während der Winterj monatc müßte dies, bei ununterbrochenem Arbeitsgang, durch;künstliche Wärmequellen (wie bei uraa in (Europa in diesem Falle :,ja immer) besorgt werden. Und audh da heben wir einerseits durch die eben jetzt ausgebauten Elcktri fizierungsanlagcn Ruthenbergs, andererseits durch die kolossalen Lager bituminöser Schiefer (Kalkstein mit sehr viel Erdpech durchsetzt), die nahe dem Meere sich finden, billigen und ge- ׳®ügenden Heizstoff, ,Lieber den großen Bedarf, den Palästina, ue:c1iin!2ss2gGa105Itd1Ec11c11 mir Das Departement für Handel um( Industrie der zioiilsllsehen Exekutive in Palästina übermittelte uns ein Verzeichnis verschiedener Unternehmungen, die kleinere Bcteiligun• ffcu oder auch Kredite suchen. Wie uns der Sekretär lies Departements mitteiite, handelt cs »ich um Betriebe, liefen Verhältnisse von ihm geprüft wurden, und die Personen des kleineren Miüelslandes die Möglichkeit bieten, sich durch Beteiligung au ihnen eine Existenz in Palästina zu schaffe». Nachstehend die Liste: Unternehmen I}czw. Fabrikation* zweig Gesuchtes Kapital in CE Wasehblaufnbrikation 500 Di'nigererzcugimg .. 1.000 ״ , . ״ Maschincnwchcrcl .. Mühle (bei Gaza). Gipsfabrikation Mühle bei Sem,ich . .. Eine zweite Düngcrfahrikation . . . I lnrulwebcrci , . .. Granhik .. . Stickerei . .. Wir sind bereit für Interessenten, oder anderen Unternehmen beteiligen weitere Auskünfte einzu/iehen. Selbstv keine Garantie dafür übernehmen, daß Unternehmen nicht inzwischen schon gewünschte Kapital erhalten hat. . . . L0O0 . , . 1.500 . 1.000-3.000 . . , 2.000 2.000 , 3,000 ’ . , 2,tXX) . . . 3,000 die sich an dem einen wollen, unverbindlich erständlich können wir das eine oder andere von anderer Seite das Syrien, Mesopotamien und auch Aegypten sowohl an Koch- und Viehsalz wie auch an Düngemitteln — Karnallit ist bekanntlich ein hochwertiger Kalidünger — hat, werden wohl nirgends Zweifel bestehen. Mau weil! allgemein, da« dies Länder sind, in denen vor allem Landwirtschaft und Viehziicht bet riehen wird. Der Bedarf an den genannten beiden Salzen ist so groß, daß cs sich kaum lohnen wird, einen wesciitlidicn Teil derselben erst auf Produkte zu verarbeiten, für die sie das Ausgangsmaterial sind. Daß Asn 11 all1) in großen Mengen im Toten Meere vorkommt, wurde bereits gesagt, auch das Ufcrgcstcin (dolomitischer Kalkstein) ist damit infiltriert. Seine Einbringung und Aufarbeitung mit modernen Hilfsmitteln würde sich schon h c n t e rentieren und könnte unabhängig von der Gewinnung der Mcersalze begonnen werden. Der Straßenbau, in Palästina in größtem MalKtabe durchgeführt, wird die minderwertigen Asphaltsortcn jederzeit und in jeder Qualität nufbrauchcn. Schvvctel und Gips — dieser findet sich nahe dem Meere in großen Mengen — erstcrer in den vielen später einmal als Heilquellen gewiß von Bedeutung werdenden Wässern — sind kaum wert, industriell explodiert zu werden. IV. In der ehe״ jetzt stattfindenden britischen Weitaus- Stellung in Wembley stellt auch ein eigener Palästinapavil- Ion, von der Regierung und der Zionistischen Organisation gcmeinsam errichtet. Unter den ausgestellten chemischen Produkien sind es vor allem Bitumina, Asphalt, Gips, P h os יןh ate , und als ״wertvollste und wichtigste Verbindung des Landes“: Pottasche (aus KCl darstellbar: entweder aut elektrolytischem Wege über K O II oder mittels des Magnesiaverfalirens Mg CI2) gibt mit Kalkmilch Mg (OH)a das schon bei 30« C durch Kalkofcn - Kohlensäure in Mg C 0;1.3a1]u. verwandelt wird. Die Mengen dieses äußerst wichtigen Ausgangsniatcrials für die Fabrikation von Glas, Seife, Wasserglas, und zahlreiche kali haltige Verbindungen ist eine so ungeheuer große, daß momentan der Wert desselben, zum niedrigsten Marktpreis berechnet, 8 Milliarden P f u n d beträgt 1 Die übrigen Salze des Mccrwasscrs sind ebenfalls, wie oben angeführt, in großen Quantitäten vorhanden; so könnte man zum Beispiel mit dem Brom den Weltbedarf an diesem Element (auf Grund des gegenwärtigen Verbrauchs berechnet) 38000 Jahre lang decken 1 Warum ist man bis nun — obwohl doch schon oftmals an die Cxploiticriing der Toten Mcersalze gedacht worden war nicht an die industrielle Gewinnung dieser wertvollen und so glänzende Absatzmöglichkeiten bietenden Verbindungen herangetreten? Die Frage ist sehr einfach zu beantworten; die Regierung vergab bisher die Konzession zur Auswertung des Toten Meeres nicht, weil kein Bewerber über die Mittel verfügte, die notwendig sind, um eine moderne, große Industrie zu errichten. Für primitive, unmodern und unrationell arbeitende Klcinuntcr- ״dumm ge n erteilt die Mandatarmacht prinzipiell keine Be■ viilligun״, Es‘ko m int also vor allem darauf an, eine starke Kapitalistengruppc für dieses Projekt zu interessieren; wenn diese beisammen sein wird, wird auch die Konzession zu erlangen sein. Und dann wird ge■ wiß die Regierung und die Zionistische Organisation die not■ wendigen V c rk c h r 3 m ögl ich k c i tc n sdiaffcn, um eine rasche und bithge Verbindung zwischen Totem Meer und Je■ msnlein respektive den Handelsplätzen der Nachbarländer und den palästinensischen HafcnpUitz.cn lierziistelic״. Die in den letzten Jahren von Jerusalem nach dem Nordufer des Meeres gelegte moderne Autostraße (zwei Stunden) wird für den Transport der Fertigwaren kaum in Betracht kommen; sic würde den Preis derselben verteuern, Fine chemische Industrie am Toten Meere würde den Auf■ bau der palästinensischen Volkswirtschaft selbstverständlich in entsprechendem Maße fördern; sie wird tausenden Einvvandcrem und Einheimischen Arbcitsniöglichkcitcn bieten und viele iiidiistricgriindungcn im Gefolge haben, denn der Bedarf des Landes an den verschiedenen Erzeugnissen wächst mit den! Fortschritt des Aufbauwerkes selbst. Da« die an dem ״Toten- Meer-Konzern“ beteiligten Kapitalisten ihre Gelder hoch verzinst erhalten werden, dafür ist die konkurrenzlos billige Erzen■ gung und der — eben dadurch — garantierte Absatz an den dringend benötigten Fabrikaten aus den Toten-Mccrsalzen die beste Gewähr2). Im Herbst dieses Ja 11 res reise fc 11 wahr■ sc hei ul ich selbst nach Palästina, um die Situation am Toten Meere genau zu studieren. Ich bin gerne bereit, allen Interesse 11 ton des oben skizzierten Projektes auf Anfragen za aut- Worten ■oder sie vom Ergebnis meiner Untersuchungen zu unterrichten und sic über den jeweiligen Stand der Verhandhingen zur Bildung ein«• kapitalkräftigen Unfcrnehmcrgruppc und über die Resultate der eventuell bei der engiisclicn Regierang resp. deren Gouverneur und bei der Zionistischen Exekutive einzuleitcndcn Schritte auf dem Laufenden zu halten. beabsichtigt eine Spinnerei und eine Weberei in Jaffa wie mich Vc r k a 11 f s f i I i a I c 11 in verschiedenen Städten Palästinas und anderen Ländern des Orients ins Leben zu rufen. Im Zusammenhang mit dieser Gründung hat die Zionistische Palästina-Exekutive Zertifikate für 215 Clialiiziin, die qualifizierte Textilarbeiter sind, erhalten, Bnu-Coöpcrativc . schloß ab: Bau eines Hauses Was erste Resultat der Jaftacr Textl!grSr.dnng — 215 neue Einwanüerunoszerüllkate Die Handclsahtcilung der palästinensischem Regierung hat die Statuten der neuen Aktiengeseilschaft für Textilindustrie und -hatndel in Jaffa bestätigt. Das Kapital beträgt 10000 Pfd., ringe teilt in 1000 Aktion ä 10 Pfd. Gründer der Gesellschaft sind bekannte Textilindustriclle aus Polen. Die neue Gesellschaft rt Besonders im südlichen Teil des Toten Meeres findet sich (oft schwimmend) Asphalt; ebenso am Meeresgrund. D Vor kurzem kam die Nachricht aus Palästina, daB die englische Regierung eine Versuchsanstalt für die Gcwimiung von Kalisalzen am Toten Meer errichtet. Mit dem Bau der Anlage wurde bereits begonnen. Die Blau-Wciß-Wcrkstättcn in Tcl-Awhv und Jerusalem. Seit Mitte Februar arbeiten in zwei Abteilungen in Tel- Awiw und Jerusalem die Blau -Weiß •Werkst ät* teil (Karlsruher Siedlung). Der genossenschaftlich aufgebaute Betrieb sei/t sich aus deutschen ״Blau-Weißen“ zusammen und umfaßt Abteilungen für Tischlerei, Eiek« t r o -1 ח s t a 11 a t i o n und Schlosserei. Die Aufträge liefen, nachdem das Unternehmen die ersten Prüfungen seines Könnens abgelegt hatte, so reichlich ein, daß stets ein nicht unbeträchtlicher'Teil abgelehnt werden mußte. Die Gcnosscnschaft, die auf Grund der Vorbildung ihrer Mitglieder als jüdische Qualitätsworkstätte angesehen werden kann, versuchte von vornherein, eine Reihe von Arbeiten zu überiiclirncn, die zum großen Teil vorher in nichtjüdischen Händen gelegen hatten. Von größeren übernommenen Aufträgen seien genannt: Die Installaiioiisaiiiage der hebräischen Universität in Jerusalem, Instnllation der Schuhfabrik ״T a m a r“ in Tel-Awiw, die Elektroinstallation an der St. Georgs-Kat 11 edraic in Jerusalem. Die erfreulichen Erfolge lassen eine Vergrößerung des Unterncliniens auf Grund der Erweiterung der Kapitalbasis für möglich und dringlich erscheinen. Beabsichtigt ist noch zur Befriedigung des eigenen Bedarfs der Genossenschaft an Gemüsen und st.listigen Produkten der Erwerb von Boden am Rande von T c I - A w i w. Neue Aufträ'ge für die Cooperative Baugildc Solelbonch. Das Direktorium des ״Solelbonch“ in Jerusalem teilt uns mit: 1. Die dieser Tage folgende Bau-Verträge der Spar- und Da r ic 11 c 11 s k a ss c in Jerusalem im Betrage von zirka EC 2500.—; Bau einer Schule für die ״Alliance“ in Jaffa EC 2000.—; Internat für die Realschule in Haifa EC 3500.—; Wohnhaus von Ch. N. Bialik in Tel-Awiw EC 2000.—; zwei Privat- Wohnhäuser in Tel-Awiw F..C 4000.—. 2. Dieser Tage wurde das Gebäude der Grcnzgcn■» darmerie in Roseh-Pinnh fcrtiggcstellt. Dieses Gebände wurde, wie bekannt, im Aufträge des Amtes für öffentliche Arbeiten der palästinensischen Regierung erbaut. 3. Das Technische Büro von Soleihonch .übergab der Abteilung für landwirtschaftliche Kolonisation der Zionistischen Organisation Pläne für einen neuen billigen Häusertyp ns für Wirtschaftsgebäude in den landwirtschaftiichcn Siedlungen. 4. Solclboiieli hat soeben eine neue Ausgabe ihres schön mißgestalteten B i 1 d e r - A 1 h u m s herausgchracht. In 84 Bildern mit einleitendem Text und einigen Diagrammen gibt das Händchen eine gute Ucbcrsiclit über die Entwicklung und die Bedeutung der Rauunteriiclimung der Arbeiterschaft in Ercz-Isracl, über ihre Ausdehnung, ihre Kräfte und ihre Möglichkeiten, 5. Laut den zwischen Soldboiich und dem Keren Hftjcsaod getroffenen Vereinbarungen anläßlich der Teilnähme des Keren Hajessnd an dem Gründlingskapital der Gesellschaft, wurde jetzt R.-A. Felix Roscnblüth als Vertreter der Zionistischen Organisation in die Leitung von Solclboncli entsandt. Herr Roscnbliith wird als tätiges Mitglied an der Leitung der Gesellschaft teiineinnen und hat seine Arbeit in der Solelbonch bereits begonnen. 6. In Europa wurde in diesen Tagen in verschiedenen Ländern die Aktion zum Verkauf Von Aktien der Solelbonch begonnen. Unter den ersten Zeichnungen ist diejenige von 300 Aktien der zionistisch-sozialistischen Partei ״Zeirc Zion" in Litauen hervomiheben. Die zweite Kolonie der American Zion Commonwealth gesichert. Laut einem Bericht des Präsidenten der Arneri* can Zion C o in in o 11 w e a 1111 sind über 400000 Dollar aus den Landvcrkäufcn eingegangen. Diese Stimme repräsentiert 700 Käufer aus 24 Staaten, speziell im Osten und in Middle West. 111 dem Bericht heißt es ferner, da« der erzielte Betrag den Erfolg der H e r z I i ,1, der zweiten Kolonie und Gartenstadt der American Zion Commonwealth in Palästina sicherstciit. (Die erste Kolonie der A. Z. C. ist Baifouria. — D. Red.) Die. Entwicklung von Kfar Jcchesldel (Emek). Kfar Jcchcskiel zählt gegenwärtig F)3 Siedler; hiervon sind 122 Arbeiter ■und der Rest Kinder. Diese Zahl bedeutet eine Zunähme von 14״׳״ während des Jahres. Das Dorf hat 60 Farmen. Eine Fläche von 510 Dumun ist mit Eukalyptus, Wein, Orangen, Feigen und Aprikosen bebaut. Die Milch- Wirtschaft hat sich außerordentlich vergrößert; die derzeitige Anzahl von 148 Kühen bedeutet eine Zunahme um 300״/״ gegenüberdcm letzten Jahr; eine Kuh liefert jährlieh 2500 Liter Milch gegenüber 600 Litern der palästinensischen Kühe. Jede Farm hat ihren dank dem K. K. L. gut bewässerten Gemüsegarten, und jede Familie hat ihr kleines Sommerhausohen mit zwei Zimmern und Küche. Dank den Darlehen des K. H. sind jetzt alle Ställe und Scheunen fertig. Eine Palästina-Handelsgesellschaft in Kischinew. Unter dem Namen ״Das neue Palästina" wurde in Kischinew eine Gesellschaft zwecks Anknüpfung von Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Rumänien gegründet. Die Gesellschaft hat tOOO Dunam Boden in der Nähe von Petach-Tikwah erworben und plant dort eine Gartenstadt beBarabischer Juden annilcgcn. Nunmehr beschäftigt sich die Gesellschaft mit der Errichtung von Magazinen, wo die aus Rumänien geschickten Waren eingclagert werden sollen. Vom ״Maschbir“. Die Jüdische Arbeiterorganisation Palästinas hat eine Kampagne eingelcitet, um das Kapital der jüdischen Konsumgenossenschaft ״Maschblr“ zu vermehren. Zurzeit sind zwischen der palästlncnsischen Exekutive und den Direktoren des ״Maschbir״ Verhandlangen im Gange, wonach die ursprünglich von der Exekutive an die Genossenschaft geliehenen Beträge In Aktien umgewandelt werden sollen, die Eigentum de* Keren Hajessod bleiben.