Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 55 (11.7.1924)
- Date
- 1924-07-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 55 JUEDTSCHE RUNDSCHAU Seife 309 Berlin. Der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde 11.1t soeben der Rc|näscni;1ntcn-Vcrsan1mlt1i1״ den Entwirf «leg H a u s Im 11 s E t a t s für das Jahr 1921 ni!׳ehen lassen. Für 1924 ist ein Soll-lktra!T von 0 MO 837 M. in Ansatz gcbracht. Zum Vergleich sind die Zahlen von 1014 heiirctügt. 1014 bet ruß der Bedarf •1t>S0 7bt) M. Für Kultus- und Ritual- Anpoleßciiheiten waren etwa zwei Millionen Mark nrißerct/t; für Unterrichts- und l! i b 1 i o t h c k w c s e u eine halbe Million Mark; für V/ohlfnlutswescn l>/8 Millionen Mark, für allgemeine jüdische Angelencnluitcn 150 000 M. Von dem Gesamtbeträge von über sechs Millionen Mark müssen durch Gemeindesteuern etwa 3י/» Millionen Mark aufgebracht werden, der übrige Bedarf fließt aus anderen festen Einnahmen der Gemeinde, Die Ortsgruppen Eytltliuhncu, Am 2. Juli früh passierte Ussischkln auf der Fahrt nach Kowno unsere Grenzstadt. lkr Vorstand ferchen unseres Vorstandsmitgliedes Schnudiniscltki überreichte ferchen unseres Vorstandsmitgliedes Sehandinisch'ii überreichte mit hebräischen BennUhmgswortcn einen Blumenstrauß. Auch sonst hatte sich, trotz der frühen Morgenstunde, zahlreiches Puhlikiun auf dem Bahnhof eingefunden, Herrn Ussischkln zu bcgrüßen. Unter zahlreicher Begleitung begab sieh Herr Ussischkin nach dem litauischen Grenzübergang. 111 dem litauischen Grenzsthdlchen Kibarty ward ihm mich unter Beteiligung der Eyulknbnener Herren ein überwältigender Empfang zuteil’. Viele Tausende, die aus den litauischen Orten der Umgebung hergestriimt waren, unisaiimten den Grcn/ühergniig. Eine Musikkapcllc intonierte die litauische und jüdische Hymne. Einen nichtigen Anblick bot der Aufmarsch des Kyhartcr Sportlubs ״Mnkknbi“, der Scluilcr und Schülerinnen des 11 cbritischen Gymnasiums Wirballcn und weiterer jüdischer Sportorganisationen, die sämt'ieli mit wehenden F.111nen und Musik vorheklefilicrtcn, Die Stadtverwaltung Kvbartv lind zahlreiche Abordnungen begrüßten, fast alle in hebräischer Rede, den Gast. In formvollendeter hebräischer Rede dankte Ussischkin, Als der Zug sich in Bewegung setzte, erscholl aus Tausenden von Kehlen der Gesang der Tikwali, Gclsenkirchen. I>ic letzten Wochen standen im Zeichen der Wahl zur Rcpräscniantcnvcrsammlung. Zionisten, Ostjtidcn und Arbeiter gingen gemeinsam vor. Am 21. Juni sprach der Vorsitzende der Ortsgruppe, Ewald Stern, in gut bcsiichter Versammlung über ״Stclltirignahnio der östjuden zur Repräsciitantenwalil. Dr. H. E p s t c 1 n - Duisburg, sprach am 23. Juni in einer öffentlichen, von über 200 Personen besuchten Versammlung über: ״Die Aufgaben der jüdischen Gemeinde“. In einer von den! Vorstand der Synagogcngcmcindc einberufe• neu ׳Wäldcrversaminlitng am Ti, Juni sprach Ewald Stern ftlzcr ״Die f'0fden1n;;en der /.!■mHert in der Cn.iiwiude .lube“. Er stellte folge tute Fordcruagcu auf: Abschaffung da Karenzzeit sowie der Sporteln für die Gemeindet0/untcn; IVooortionnl״ statl Maiorilätt,Wahlrecht, Sitz, und Stimme des Rabbiners In der Repräsentanz, aktives und passives We.hhceht für die Oe• mclmlcbramten,;:־׳rechte Stalfciung der KultitsctriicfZuschläge־, nusieichcmie Arbcltcrfiirsorgc, Der Bildu.ig.mwelii jüdischer Arbeiter veran galtele einen Tag vor. der Wallt, am 28. Juni, eine ״[!entliehe Versammlung, in der Ewald Stern über ״Artvciterschaft und jüdische Gemeinde“ rcfer'erte. Die Vorab- Stimmung über <fio Aufstellung der Kandidaten brachte, der zionistischen Liste 30 von 00 Stimmen, aber keinen,Kandidaten. Arhnlieh war auch d!1* Wniilrcsultat. Wegen vieler i'nrcgclmä* ßigkeiten vor und bei der Wahl ist gegen diene Protest eingelegt worden. ׳־־י' Friedricltshngen- Was auch einzelne Zionist er! in einer kleinen Gemeinde erreichen (rönnen, zeigen die Veianstallungen, die unser Og. l>r. Mein h a r<l Moses in seinfm Ilau?« gemacht hat. Die erste dieser Veranstaltungen, am 6 April, zu der nur die etwa 25 Familien zählende jüdische Gemeinde ITicdrlchshageii tingelnden war, war von 35 Personen Iresucht. 111 ihr sprach Dr. Erich Moses, Chemnitz, über: ״Antisemitismus und Zionismus“. Am 28. Mai wurde der Palästina-Film vor etwa 120 Gästen aus Cöpenick, Friedrichs* hager! und Umgegend, vorgcfiihrt, bei dem eben,'8113 Dr. E. Moses ein ergänzendes Referat hielt. Neben einem ansehnlichen Sanimlungsergcbnis war der moralische Erfo’p ein glänzender. Am 23| Juni sprach Herr Rechtsanwalt Feilc 11 c 11 f c I d vor ülxr 50 Zttliürern. 30 Schckelzahler, statt 3 im vorigen Jahre, ist das vorläufige Ergebnis dieser Veranstallungeti. Gießen (Lahn). Am 20, Juni wurde hier der neue Palästina* Film aiifgefulut. Die Aufführung war propagandistisch gut vorbereitet, so daß der Besuch nicht mir ans Gießen, sondern auch aus der Umgegend überraschend zahlreich war. Abgesehen von dem moralischen Erfolg, den der Film wie allenthalben so auch hier bei dein Besucher erzielte, konnten wir dem N.-F. einen Reinertrag von 305 M, überweisen. Stettin. Mitte Juni sprach unser Vorsitzender, Herr Dr. Dresei, über seine ״Eindrücke in Aegypten und Palästina“. Besonders interessant war der Vortrag dadurch, daß er von über 100 Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen begleitet wurde. Wohl keine Kolonie fehlte, denn ihnen hatte Dr. Dresel den grüßten Teil seines Aufenthaltes gewidmet. Der Saal war überfüllt, über 200 Personen konnten keinen Einlaß mehr finden. In diesen Tagen fand eine Wiederholung des Vortrages vor der Stettiner Arbeiterschaft statt, der gleichfalls begeisterte Aufnahme fand. Arbeitsnachweis. Gesuchte Stellen: für Hand* werkslelirlingo jeglicher Art, für Lehrmädchen für Schneiderei, für Putz, für Kontor, für Verkauf, für kaufmännische_Lehrlinge, insbesondere• in der Textllbranclie; für Aufwärterinnen, ins* besondere für allere Frauen, müglleiist Im Zentrum. Für kaufmännische» Personal jeder Art, insbesondere für Au* . füngerüinci!, Kontoristinnen ohne Stenographie und Schreib* mascbiiicnkcnntnissc, für Buchhalterinnen und Verkiufcnmte, Stellen vorhanden; für Kindergärtnerinnen in Familien, Ferner wird für eine Schule in Mitteldeutschland eine Köchin verlangt, die rituell kochen kann und die Aufsicht über die ganze Küche hat. Meldungen an die Jüdische Arbeitsgemein• Schaft, Auguststr. 2/1. Warnung. Wir warnen hierdurch vor Adolf Out* fleisch, (1er mit einem Empfehlungsschreiben von Herrn Rechtsanwalt Hirsch - H.ilbcrstatlt versucht hat, Qcldcr von einigen Ortsgruppe!!-Vorsitzenden zu erhalten. Schluß des redaktionellen Teils. Geschäftliche Miücliungcn Einen äußerst praktischen Gegenstand für alle Palästina״ reisenden fertigt die Chaluz-Tischterei ln Magdeburg an. Zwei in gefälligen Farlten gestrichene oder gebeizte Kisten sind in leerem Zustande so aufeinander zu montieren, daß sie ein äußerst praktisches Gchrmtcltsmühelslück darsie len, IX־r Palästina-Kistenschraiik (System Königsfeld) ist als Schreibtisch und Kloidcrschrank verwendbar und hat »ich für Auswanderer schon bestens bewährt. Der Schrank ist ge<«!z!M1 geschützt und nur zu beziehen durch die Qiatuz-Tischlerei in Magdeburg. Anfragen sind zu richten an die Gemeinnützige Bau- und Möbel* tischlcrci zu Händen des Herrn W, Heimann, Magdeburg, Rog.itzer Str. 35a. H. Paiäsima-Gruniiionds Küren Kajessod) L u Berlin W15, Mcinekeslraße 10. Bankkonto: Darms'Uher u. Nationalbank. Berlin, Schinkelplati 1-4 Pomcheekkonto: Berlin Nr. 104061. itoren Eä!c!i1G!11 Lciisraoi / joo. Kaiionailonüs E.«. Berlin W 15, Melnekeatr. 10 / Postacheckkonto: Borlln 28247. Annt Her* Werner Dadl Wodlrin»lpr»ktlk»n1 Verlobt# Aeeharalabaa L#lp,!1r Darr« 10 Kr»nkonb»n« St, Jakob Juli ne*. J r ץ־י■ Rabblncr Dr. MutfoHeha Aaaoo Hahn, gob• Hoaaabarg Vermählt». Eisen. den IS. Juli 1024. Trauung! 1 Uhr Synagoge / Hoohiolt! Sealbea. V_ ..._7 V Ka dar am ]0. Jn'.i In der Tiauptiyaegog« ataUfindtmdan WH» *a ihre» Sobnoa Bcrihoid (דוב בער) ladan Freund« und Bekannte honliobet »ln Jakob Sulkei and Frau. Hei (1 albarg, Borghoimor Str. 12. .J Ihtrch den Tod unaorr» Gefährten und Vorstanibkolkgiin des Herrn Joachim Roiiensicin wurden wir in tiofa Trauer versetzt. BcinAndenkon worden wir treu bewahren. ZlonUtlidie OrUjfruppe u. Gruppe 04♦, GUlwilz. (Atinkttnf i.ß. Horhtflppt)t^ft|1t©n,KhnBchpflunp*prnrP««1t, Htnn!t11!1nn״ßlH׳iFi|;li0»fftlrnj(en, Uoaohftfj'ang von Hokn• roeqten, Vftrt-r«tung b*d. poln. Uot15rJ0n u, ÖoriohUn) »Jnrch Ii>ra Mir« It «t rti * n r poln. Adr 11. voretriiRtar I)oim*tA0hordorpoln. Sprich• iWlln V’ יי<*, I40tf.ow8tr.4i, Tol.t Nnllemiori 4140 l.olpzitr. (lohlinnf ftfrußo \ Kommt *tnxnftl rnonfttlinh noch Fr#• 1114 für* A.Uffiln. Toffiilr! / TafeHfeder / Vorfr3|»o Fcitzeüungen / Aufführungen. Akluelll , Indivlduelll E.Sandak,Berlin-Charloiicnburg4 Waltr»tro*6e 20. Telephon: Sletnplati 8518. tniußifunccn dop ccuisci.s,! Lisa für yontoriiund!0חיי!ת|,חי rrge 1 1ח Ä0ig Ohar di« VöU1«rbü»׳lpul1tik. io drr l«l*t('n Nnimnrr fliulpt •ich «in Anfrßt:׳. v■ n Dr, 4. Aläel 1 ״Del pmilttitta*Mandat•■ n«eng I8r den Iteat de« ,lebrei (mimlntene rtar Jleftn nnjt 7 bte 6 ilogrn) 1!e«tf rel gegen Kio>at1<un« von 2 u,-M. auf l’ottiehockk. lloriln Nr &JS67 dor DouCschen Liga für Völkerbund Bart ln W SS, SchOnnbarger utar 30a 1. 'wohin ■noh Boltritteerklftrungon *n rlebtau •ind k tf' I | m etä /iiictiotjra. •» M £ & 4r vi. S$Z YS £et$le, JYcuäcl t©u ln original Stoffnn ßitJ voträtlA Gen. seurjüngs- und Kindcrpdcserin mit Iftngoror Fra*!■ ■acht Stftlinnff in giitotn Hanne. Anpnbote *n Frl. Aron Ifamimrf?» (irln׳!eU)!•« 1r>9 ( i aöDS« קץ־׳^ף—f ך-. mit KUclioubonutrung an Bheprutr, auch mit Kind, mvermiaton. Rohriftl. An* frntrrn erbeten an Frau U Aloxnndor.Charlbg., KncsohnckRtr. 2, Oartenba. ״r Cr• A tJm Kelnvot ׳ »((nno Kinn» W37, ZIctonstr. 10 lTern»preoher Kollendorf 5447 Immobilienn;1enzierunsen i iiiiiUi) f _ Beelmtaln, BlUthncr u, a erst« Marken. Gute febraudtlo etilndig am Lager. ADcnflroih & Bahnemsnn Borlln W57, Bülowetr. 44 (LUt^ow 8920) Wurst fabnk Nildrshcim l/H. <3Ütt unattaftfr.vkc!( meiner r.ibrlknlc wie Shfnmt•, Meit- und Hochwurst bleiben he! Versand nucti während der warmen Jahreszeit ohne LlnlluB. 30 Flaschen 6.- liefert an Private frei Haus Jose! Luster, itecrüKasscnrÄ K/itii tisi Lothringer Ktranan fi — 'J'cl.: Kordon ft075 •תי■ :4, Wir «ind in dor Lapro, f;utoiDptf>M״G0 hn^rHiBolie! Tjohror für «lonorndon und vmtiDor^nlionilon Untarrieht•. 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G.-Mk. 2,— ״E» genügt nicht, da* wir um alt ein Volk fühlen und erkennen; nach dem Volk*• btwußtseinmuß auch der Volk* wille trwaehtn, * (Au* den IhrxU Worten.) AD. BÖHM: DIE ZIONISTISCHE' IlEWEO UNO. Stattlicher Okiarband, xirka 650 Seiten. Halbleinen G.-Mk, 6.— DAS NEUESTE URTEIL: ״ht *eit eenem Erseheinen xu einem unentbehrlichen Handbuch in allen Fragen der xionittitchen Bewegung geworden." (Oie Wahrheit, Wien.) 'KIN SG HÖNES WORT ÜBER HERZL: ״Ee ist da* Bild de* neuen Juden, da* in ihm verkörpert tit. Alle Möglich* keilen de* Juden, die durch di* Jahrhundert« verschüttet getreten *ind: Stolx, Kraft, Größe, Adel, Würde, *ia waren in Hcrxl Wirk• liehkeit geworden,a (Böhm: Die xionülitehe Bewegung) Durch jede Buchhandlung! WF.LT.VKRLAO, BERLIN W O Link *fraßt 39, i 1 3Drtüit> Äergdfon 3D00 iEnfcc vom £ic& Vornan 8G0 Seiten auf holzfreiem Papier. Geb. Mk. 4.60. Ein neues Urteil: ,Wieder einmal kommt •ut dem öilliehen Europa, »on dort her. wo e» weniger enroplhrh >1■ 6a1Iich nnercrilndllch Dt, rin Kunstwerk, de* *ufwühtt und In Herr and Seele nachklingt wie ein Sang der Klag• um die Sinnhv.igkeit irdischer JWhnsm-M nach einer Erfüllung, die den rom Sclilckael Gcielchnrtcn ewig veraagt bleibt. Min auch! weder Aufruhr noch »otenamilea .«ro«',e** Gcicliehen in dle»er angemein!arten. In den malltllbernen Tönen unrerslegl/chcr Aleltneholle tchim. rnernden Schilderung einer <11r!«Uten Vltii'amVelt verdammten rranenieele. Auch da, Moment de« Jddiachen •ei mir 10 leiae hemm wie der Dichter ei hier tut — trotidem hier einer der wesentlichsten Jüdischen Romane »ortlegt. Hermann Rang und Jtcohsess wueaten nm dleaea aclimeriUcUatc l.eidcn einer, der unerfüH* baren l.lebciiehmucht »erachriehenen Menacbenaeelei rltubert hat. in .Madame Hovcry", ■llerding, *ut einer *ndercu Kkcn«, uni den gleichen herben Hauch der Uitcm* rlnnharkelt verspdren taaeen. Aber an keine! dieser Meiner Stil gemahnt die unsäglich linde, zauherhsft geruhige Torrn dieses ostjüdischen Kunstwerks, da■ modern und *eltlot, aufwühlend und in die tiefblaue Still« der W'eltmeienc• nlle verklingend let,* ״Prager Prt*se.•• Durch eile Bushfiandlungga •dir direkt 3u&Jfc^erVcrUg/«a1inVt\ü7 Vi f 4