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Jüdische Rundschau · 1924-07-01 · Heft 52 (1.7.1924) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 52 (1.7.1924)
Date
1924-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr 52 sc hr!Rundschau זח Sette 377 Die nr,•!bische Zeit״;־)״״F e 1 cs 111!" halte einem Araber, II,iss,111 Smlkv Al-Dajany, vorgeworfen, <1,111 er (leider, die er vom König Veisul für' arabische!xdilischc Zwecke erhallen hätte, unterschlagen habe, in deutschen um! französischen Diensten gestanden sei und durch Förderung des Pa• I ä s t i 11 a ־ P n v i 11 ס n s in Wembley sich als Prozionist dcklaiicrt hätte. Hass,•in klagte den ״Fclcstin“ und entkräftigte die ihm gemachten Vorwürfe. lieber seine Bctci* liguog an der Palästina-Ausstellung saete er: ״kt! habe beim (.)rg.misntionskoniilee für den Palästina-Pavillon mit gewirkt, weit die Ausstellung von Palästina-Produkten der gesamten Bevölkerung Nutzen bringen könne. ״Felestin“ hat selbst einmal geschrieben, da 11 die englische Reiehsmisstcllmig (Jelegenhcit biete, die pahistiiieiisischen Produkte bekanntzumachen. Die Verhandlung wurde schließlich vertagt, ״Altjüdischc Hakenkreuze". Zu der Entdeckung von Hakenkreuzen in der Synagoge von Kapern,1um, die mich wir gleich anderen )Müttern unseren Lesern mitteilten, erhalten wir von glaubwürdiger Seite folgende Mitteilung: ״Es handelt sich nicht um Hakenkreuze, sondern um das so beliebte Motiv der inciiiaiulcrgeschobcncn Mäander. Hätte der Entdecker sich der Mühe unterzogen, das Werk von Kohl und Watzingcr, ,Antike Synagogen In Oalilän‘, durchzuschcn, so hätte er 7. II. auf den Seiten 119 und 121 diese ,Hakenkreuze‘ gefuiutcn. Der von den Herren Sommerfeld und Dr. von Weis! ,entdeckte* Stein liegt fein säuberlich neben allen den anderen Ausgrabungen im Hofe des Franzlsknnerklosters in Tel Ilmn und ist sicher von vielen hunderten Touristen In diesem Jahre besichtigt worden. Da auch noch obendrein von ,Zionssternen‘ in der Notiz die Rede ist, gestatte ich mir, darauf lüiiztiwelseu, dnll «Ile diese Ornamente in vorhistorische Zeit zurückrcichcn und cs ein Unding ist, das Hexagramm als semitisch oder das Hakenkreuz als arisch zu bezeichnen,‘‘ DnitndrUnd Der Jude Hcrtiot. Die antisemitischen Zeitungen brachten das Märchen auf, Herriot sei Jude und knüpften an diese Lüge ihre bekannten Kommentare. So schrieb die ״Dentselic Zeitung“: ״Dal) der Jude Herriot mittelbar das französische Oastvoik ebenfalls schädigt, ist selbstverständlich, kommt aber für uns vorläufig kaum 111 Petracht. Uns ist zur Zelt viel wichtiger, dal! der Jude Herriot im trauten Verein mit den Moskauer Rätejuden, den jüdischen Drahtziehern in England und der jüdischen Hochfinanz in Amerika sowie mit tatkräftiger Unterstützung der Juden in unserer eigenen Heimat an Deulsch- Lands Vernichtung arbeitet." Wir geben diese Acullertingeii für unsere Auslandslcscr wieder, damit sie einen Begriff haben, was in Deutschland geschrieben wird und auch Glauben , findet. Amtsgcrichtsrat Frlcdländcr vom Charlottenburger Amtsgericht, ein Jude, hatte vor einigen Tagen den völkischen Abgeordneten Major Henning, der als Kläger mit einem riesigen Hakenkreuz auf der Brust vor Gericht erschienen war, aufgefordert, das Hakenkreuz zu entfernen, da cs von andern als Provokation aufgefaflt werden könne. Da siel! Henning weigerte, der Aufforderung Folge zu leisten, wurde er in eine Ordnungsstrafe von Mk. 50.— genommen. Hennings Rcclitsbcistaml lehnte darauf den Amtsrichter Friedlüudcr wegen Befangenheit ab. Das Lnmlsgcrkht bat nun als entscheidende Instanz dem Antrag des Rechtsvertreters stattgegeben und den Amtsgcrichtsrat Fricdlander als befangen erklärt, da er au seine Anordnung, das Hakenkreuz zu entfernen, Icidenschaft* liehe politische Ausführungen geknüpft habe. Die Verteidiger des zum Tode verurteilten Samuel Lö׳ wlnsohn, Dr. Fritz Simon und Dr, Le lewer, haben gegen das Urteil des Schwurgerichtes Revision be! dem Reichsgericht zu Leipzig cingcrcicht. In der Reichst,igssitzung vom 24. Juni lehnte Graf Rcvcntlow die von der Regierung eingebrachtcn Handelsverträge Deutschlands mit Litauen und Estland mit der Begründung ab, diese Verträge könnten eine Zuwanderung von Ostjuden nach Deutschland zur Folge haben. Trotz des Rcventlowsehen Einspruchs wurden die Verträge dem Auswärtigen Ausschuß überwiesen. 8dme(g Die ständige Kommission für die Mandate heim Völkerbund wurde am 25. Juni in Genf erütfnet. Es werden Jahresberichte der Mandatarmä chtc betreffs der Verwaltung der Mandatgcbictc, für die sic ver* antwortlich sind, geprüft. Die Mitglieder der Kommission sind! Sir Frcdcrick Lugard (Großbritannien), Beau (Frankrech), Freire d’Andrade (Portugal), Pierre Orts (Belgicn), van Rees (Holland), Marquis Theodoii (Italien) und Frau B u g g c - W i c k n c 11 (Schweden). Außer den Mitgliedern der Kommission sind noch anwesend: W. Ormsby Oore als Vertreter der britischen Regierung, Sir lösepii Cook (Australien), Sir James Allen (Nctt-Secland), 1400• m e y r (Süd-Afrika) usw, Dolen . ,05יי־ Ministerium für die Kirchen hat das Gesuch der polmschcii Asslmilantcii, ihnen die Loslösting von clcn j u t! 1 ft c h c 11 Q c m c I ח d c 1t und die Bildung eigener Ursanisiitloiicii 7\ 1 erlauben, abgc lehnt. Die Assiinf amen, die durch ihre Niederlage bei den Gcmeindewahlen Einfluß auf die Gemeinden verloren haben, hatten die Absicht, unter dem Namen ״Polen jüdischen Glaubens" eine eigene Gemeinde-Organisation ln ganz Polen zu schaffen. Wie die J. T. A. erfährt, hat der Minister des Innern einen Sprach cn ■Gesetzentwurf für die Min der heiteil allsgearbeitet, der binnen kurzem im Sejm cingcbradit werden soll. Laut dem Entwurf ist es den Bewohnern der östlichen polnischen Provinzen gestattet, Ihre Gesuche an die Behörden m ihrer Muttersprache eiuzurciehen. Beriickskhtig sind hierbei die Ukrainer, Weißrussen, Russen uml i Hauer, während die Sprachen der Juden (Jiddisch und Hebräisch) in dem Entwurf nicht erwähnt sind. Aul die Anregung des Krakauer Rabbluats ist für den 4. Juli nach Krakau eine Konfcrtiiz der Rab* ״״'״ *• r g a n z P o I e 11 s cinbcrufcn worden, hi welcher über die Möglichkeiten, das religiöse Leben der Juden in Polen zu starken, verhandelt werden soll. Die Tagung ist für vier Tage berechnet. Der jüdische Schriftsteller- und Jotirnalisten-Verein In Warschau veranstaltet am 5. Juli einen Empfangsahcmt zu uhren S c 11 a 10 m Aschs, der nun dauern den Auf- ,h3lün Warschau nimmt. Der Abend findet in dem poflfen Warschauer Saal, der 2500 Personen fallt, statt, sprechen AäC״ W W ubcr die Aufßaben der jüdischen Literatur I«folge der letzten antijüdischen Exzesse, die sich an den Abenden in den Wilnaer Gassen abspiclcn. vermeldet es *Us jüdische Publikum, die polnischen Theater zu besuchen. Die hierdurch betroffenen Thcatcrdircktoren wandten sich an die Wilnaer jüdische Presse mit der Erklärung, ״ ד ,(e", ז»1» יי°׳י Polizei die kategorische Versicherung erhalten, daß die strengsten Mittcj ergriffen worden sind, Kflrm rUfHn*f 5׳!lnnf«H»nh* Vtrehtfrnnar, Marlin W 15 . •i* 16 TkUpVaca 1 ttlaraftfrk 7Kי—«״• |V>*fftchrt0Vkortld N*. Dtrllc NY? 1 Kftf»**nv«rw«H1m11 <1זא H ft, V -*— •**׳*•״״-“■־n *.»׳?•־*Wir*»י •«״<־■ - *־■««**.־ rr«iu*, Am 4 Jnll f!H Uh* fcyflugojr® im ZtanlitMhtn U*ndib«FÄ•* Ute, 69• 9<mnftb*n<!. Am f», JnN 9V* Uh* tia £10ח»)זי>*})»31נ BU, 89, (MUMilUmt, JS-llMh - ^ailciufkl« PrMtavfltfilnlgtaM D0na«r*4*g, d«n 10. JnU 0«ntUunr«h«lm Abfahrt R,'iO VornrthM. Donnerst«#׳, den?4, .TnH Kind*rkr*n11:***rt«?«U b. Tlorlfij. Abfahrt 9,40 ”Wofthhf, Donvior■♦«#, Aon T Anc׳n«fc lirsoHUsob« Kr*Uhunfit**ftM*H?flr ״«UH# imrtta'kgablUbtft• Kinder TW«‘* /M*»-k> Abfuhr* l.״n l'nt«d«wor T1*hnh1׳?, \V־iblp*rV *mS NUAt, Donnftr•4«*. <91 חי׳ו. na^h8 .*׳״ l'ltf Verain FrimnA* der T«nb»tnmm«n .totb!«?!!?!,m, W«lH8h״A«, Farkeir, Sfi. IdnUn Ca, Iß«, 00, 01, Treflpnfikt in <Uf An*UU. — n*obfn, 1( XJhr dtldiiohse D«n«rb«(m (ttf ffolvwAAbsinnl#*, Welßon*«•, VVdrfchetr. £Q. Donnsrai*#1, Aon 4. September 1, KinAorhel*« Abnw*. •— 0, KinAN'T'Uk'in*׳־*־* .׳ VKA6hftob«tn1 -י■ 4. Ak*uUs Kin׳lnr#«ri*o. — 6. Ae! JOdlenben Arltilt•* «mtoe. — 0, nsw. JixUn Moni*« "** »b.nd» »H Üht Clron1»e Xord im Gftriort dor Brnuorol flob״nbl!n«er AUe•. IlidMmnienMiila J*d»n MUt-wooh »•»nd« 8V, Vht Brnnpe 0»t in der Brikneret FHe'rhhib*««, Am!,rledriehehein 16/90« Dlsnitsf»Uhr 0*llB4fieK8r *UA*1U»f«rei», FrteAflobstn 115 Rsminer für iodlsrhe Ossebiehi#, 6{0||« VfstUChtrUttewkvrf im *p!U 4er Bsrlissr *Usfsrbl-Uri^po Joden 8onV1%b0nd nnchm.6—7 Uhr, Herr Lifiras D*fthf Pr0|)b«t®n*1 Jo«*? ft«.Ydn«tr. i• J«d*n Mont*# H—(Thr *bends, Iterr Dr. Urftnn! DntiNnder Wccben mUiichnitt. «ns der Thor* und Trophäen« tn dor ^yomgoff• atreai«, \Voch«ntA**«yaa#o#*n**»\ (Hof* recht« Tür). J•d«n Mont*# n*nhm. R1/*—lx■■! Ubf. Koff HftUb. Dr. F.mil!•«,ry I Plhimtn, im Kohillor*H«Al#ymn*«lntn, Cbmrlott«nbarg, 80hUl««tr. 90, Wir bitten hierdurch alle Gesinnungagenoasen, die sich in den Monaten Juli und August an der Ost•■ und Nordsee und in schlesischen Bädern aufhalten, sich um» gehend mit uns in Verbindung zu aetr.en. Wir ver׳ weisen hierbei auf unsere ausführlichen Mitteilungen in Nummer 5*6 der Informationen, die in diesen Tagen an einen großen Kreis von Gesinnungsgenossen ver• schickt werden, um abendliche Ucbcrfülle auf Juden zu verhindern. In der letzten Sej111-Sit/u״g lntcrpclllcrfc der Wilnaer jüdische Deputierle Dr. Wygodski wegen der In der letzten Zeit sich häufenden U e h e r f ä 11 e antisemitischer Studenten auf jüdische Slraßeupassautcn. .Erst letzt werden liier Nachrichten über sntincmi• (Ische Exzesse in Cz.ccz.in (Polnisch-Obcrsdiksicn), die sich noch am zweiten Schawuoth-Tag abgespielt haben, bckannt. An dem genannten Tage drangen polnische Studeuten in die Synagoge ein und schlugen auf die betenden Juden ein. Die Exzesse dehnten sich dann über die ganze Stadt aus; in fast allen jüdischen KäusCrn wurden die Fensterscheiben eingesclilagcn. Eine Gruppe Studenten drang in das Caf6 ״Central" ein und demolierte es. Das traurige Resultat der Exzesse ist folgendes: Der 50 jährige Abraham Me 111 er ist tot, er!unterläßt 3 unversorgte Kinder. Schwer verwundet sind: Moses Ziickcminnii, S.iloinoii Süß, Klein und viele andere. Das Militär erschien erst einige Stunden später auf dem Pinn. Am 24, Mai sammelte sich eine Pogroniistcn-Baiide In der Nähe von Lodz an Und überfiel die jüdische Jugend, die von den ländlichen Ausflügen zurückkehrte. Zwei Stunden lang dauerten die Tumulte. Dann erschien Polizei und zerstreute die Menge, Einige hundert Juden waren die Opfer schwerer Mißhandlungen. Man zählt zahlreiche Ver• vmndcte, In der politischen Aussprache Im polnischen Sejm über das Expos6 des Premierministers Grab Ski kritisierte der Vorsitzende dos jüdischen Pari,imentsklubs, Dr. Leon Reich, die Judenpolitik der Re giening und führte aus: Während ninn in England und Frankreich den M i 11 de r h c i t s t r a k t a t als einen Schutz fü r dl c Freiheit nnsicht, denkt man In Polen daran, ihn zu kündigen, obwohl er ein Teil des Vers,ו Iller Vorträges Ist, der Polen *11c Unabhängigkeit sichert, Mac <lo na Id hat ein Buch über das nationale Bewußtsein Her Juden geschrieben; Palnlcvd sagte, daß die gehl echte Lage der Juden in Osteuropa der größte Skandal der Weltgeschichte Ist: in Polen aber betrachtet man die Tidenfrage als etwas, über das mau nicht reiten darf. Noch teilte ist die Frage der Bürgcrucliaft für die Juden nicht geregelt, vcrsclilpdeiic!,unkte; werden mit Hilfe ntsRischcr Bücher kommentiert. Jüdische Versammlungen wer den oft deshalb miseiuniulcrgejagt, well die Redner jiddisch sprechen. Das jüdische Schulwesen sollie laut *ler Konstitution gestützt werden, statt dessen wird es schwer schikaniert. Mau requiriert Scluillokale, schließt Kurse, Das El se 11 ba 1111 m I n I st e r 111 in hat In einem Geheinlzirkulnr vorgeschrieben, daß in den Formularen für die Beamten in der Rubrik Nationalität zwei Sorten Juden verzeichnet Werden sollen: ״J ud c 11 P o I 011“ uml ״Juden, die (Ile pol• nlschcN n tlo n alitätnlch tan genommen habe n". In die wirtschaftlichen Kommissionen und Konferenzen werden Juden nicht gelassen. Sogar aus der Kommission für die nationalen Minderheiten sind Juden •ausgeschlossen. Rumänfcw Dieser Tage fand in Klmiscnhiirg eine vereinigte Sitzung der Executive des Vereins trnnssylvanischcr Juden und der Pioviiizvertrcicr statt. Der Vorsitzende, Herr Joseph Fischer, gab die folgenden Beschlüsse der Executive bekannt: 1) An- Schluß an den Verband rumänischer Juden; 2) Gründung clrer jüdischen Bank; 3) Reorganisierung der Executive. Es wurde beschlossen, für den 7.—0, September nach Oradea Marc eine Konferenz der trnnssylvanischeii Juden eiinzuhcrufcn. Der Vertreter der zionistischen Organisation, Herr Adolf Friedmann, referierte über die /Paliistina-Arbcif, woraufhin eile Gründung eines Palästina •Amte» für Transiytv a n i c n beschlossen wurde. Onqarn Während der Einfrngting der Studenten am Budapesfer anatomischen Institut wurden die jüdischen Studenten v<»n den dem Verein ״Erwachender Magyaren“ angehörenden Studenten angegriffen. Es wurde mit Knütteln und eisernen Stöcken auf sie los g e9 ch I a ge 11. Prof. Tengl gelang es, eine Anzahl der jüdischen Studenten in Sicherheit zu bringen, indem er sie unter Schutz aus dem Gebäude hinaus führen ließ. i!ei_ Besprechung des Angriffe« auf jüdische Studenten In der Universität von Fön f k I r c h e n in der ungarischen N a 11o n n I v c r s a 111 m I u 11 g fragte der antisemitische Deputiertc Stefan L c ml v n i - L e 11 n e r die Regierung,, ob sie beabsichtigt, Heu Numerus clausus gegen iil dt sehe Studenten voll und ganz d 11 r c h z u I (1 h r e n. Der Unlerrlchtsminister erwiderte, cs sei die Absicht der Regierung, das Gesetz über den Numerus clausus weiter durch zu* füll re n: cs wird so lange nicht aufgehoben werden, bl• nicht die Verlorenen Provinzen Ungarn zu- ז ü c k er 11 a 11 e t worden sind. (Das soll wohl heißen, daß die ungarischen Juden am Verlust der obgetrennteu Gebiete schuld sind, wenn es nicht einfach die Tcrininsetznng bedeutet, die man sonst unter der Formel ״ad calendas graceas“ versteht. — Red.) Das Poli/cikoniiiiI sari.1t des VII, Bezirks von Budapest leitete gegen den Präsidenten der Kidtusgeineimle, Dr. Alexait• der Lederer, den Abgeordneten Wilhelm V a s z 0 n y, Ober« rahliincr F. Ilevesi und Redakteur des ״Egyenlöseg". Dr, Ludwig Szabolosi, die Strafuntersuchung ein, weil sie eine Sammlung zugunsten der nach dem Ausland nbgcwandcr• ten Opfer des Numerus clausus veranstalteten, ohne liierzu eine behördliche Bewilligung eingeholt zu haben. Die Polizei legte den umfangreichen Untcrsiicliungsakt dem Unterrichtsminister Grafen Ktcbclsberg vor, der ihn dem Präsidium der Kiiltiisgemcindc zur Beriditerslnttung una Rechtfertigung weitcrgeleitet hafte. Das Präsidium der Kultiisgcnicindc bereitet nun die Rcchtfertigungssclirift vor, in der «largclcgt wird, daß cs die ungarische Judenschaft als ihre Aufgabe betrachtet, die ins Exil gehenden jüdischen I lochstliiilcr zu unterstützen und daß eine Sammelaktion gaf nicht notwendig sei, da die Beiträge frciwiltig cinfUcÜcn. ftmfrClia Eine Delegation der Exekutive des amerikanisch• jüdischen Kongresses mit Dr. Stephen S, W i s e an der Spitze erschien auf dem Konvent der rcpubli* konischen Partei und machte die Delegierten auf die Gefährlichkeit des Ku-Klux-Klan aufmerksam, der eine ungewöhnliche antisemitische Tätigkeit entfaltet. Die führenden Pcrsönliehkeilen der republikanischen Partei versicherten, «laß Ku-Klux-Klan mit allen Mitteln bekämpft werden wird. Das Repräsentantenhaus und der Senat des amerikanischen Kongresses haben die von uns bereits gemeldete Resolution de* jüdischen Kongreßmitgliedes Sabbat 11 bezüglich der An* Wendung der j o h 11 s 011 B i 11 angenommen. Infolgedessen werden 9300 Emigranten, die als Ucberz.ähllgo von der Aus* Weisung tmv, Nichtcinlassimg bedroht waren, In Amcrlk* verbleiben, bzw. ins Land kommen dürfen. Wie der Wiener J. T. A.-Vertreter erführt, hat die I! ca rst- Presse dem Wiener Psychoanalytiker Professor Freud eine Riescnsummc geboten, wenn er dach Chicago kommt, 11m über den Geiateszuitand der Studenten Leopold und Loeb, Söhne zweier jüdischer Millionäre in Chicago, die angcklagt sind, den Sohn eines dritten ji'uli* sehen Chicagoer Millionärs, ermordet zu haben, ein Gut• achten obzugeben. Der Fall hat bekanntlich in Amerika tmgc• heures Aufsehen erregt. Die Mörder erklärten, daß sie alt Studenten der Medizin den Mord aus Wissenschaft* II cli cm Interesse begangen haben. Professor Freud hat da* Anerbieten wegen seines schlechten Gesund• heitszustandes ausgeschlagcn. Institutum Judaicum Bcrolincnsc. Am 23. Juni 1024 ist das Institutum Judaicum Berolinenso unter Leitung von Herrn Professor Dr. Grcßmann neu eröffnet worden. Der neue Leiter hat dem Institutum Judaicum ücro* linense eine vollkommen veränderte (icslalt gegeben. Während cs früher den Zwecken der Judenmission zu dienen bestimmt war, Will cs sich jetzt ausschließlich der hi stör!• sehen Erforschung des nach biblischen Juden• tu in 8 widmen. Die neue Tendenz wird in folgender, von dem neuen Leiter des Instituts abgegebenen Erklärung mit eindetitlger Klarheit ausgesprochen: Das Institutum Judaicum will *las nachbiblischc Judentum bis in die Gegenwart hinein erforschen und für dessen objektives Verständnis auf historischer Grundlage wirken. Es sucht sein Ziel zu erreichen: 1. durch umfassende Sammlung der für da* Gebiet In Betracht kommenden in- und ausländischen Literatiir, 2. durch Vorlesungen und Hebungen in den Räumen de* Instituts, 3. durch wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Zusammenarbeit jüdischer und christlicher Forschung soll ihre« ersten sichtbaren Ausdruck in einer neuen großen Vcröffent* llcluing finden, die unter dem Titel Judaica Monument« et Studla erscheinen wird, herausgegeben von den Profcssoren Dr. Grcßmann, Dr, LI 01 zma n n und Dr. To r c z y 11 c r. Hebrliisdio Lehrer. Die Z.V.f, D. empfiehlt zwei h*■ währte hebräische Lehrer, die einige Monate evtl, Woche« gegen Erteilung von hebräischen Unterricht Aufenthalt I« einer Familie zu nehmen bereit sind. Es bietet sich insbesondere für Gesinnungsgenossen auf dem flachen Lande, hier eine günstige Gelegenheit, ohne große Kosten während cinigcr Zeit intensiv hebräisch zu lernen. Hebräischer Lehrer sucht Arbeilsmögliehkelt (Erteilung vo« Kursunterricht, Privatunterricht usw.) In Berlin, Ham0Ur& Frankfurt a, M., Köln, Breslau, Leipzig. Angebote an dl• Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Mci* nekestr. 10. Am Sonntag, den ö. Juli, findet in Berlin, Oranienburger* straßc 29, auf Einladung des Zcntratvorstandcs der ״Achduth“ eine Konferenz konservativer Geineindcvcrtreter statt, die sich mit der Schaffung e'nes konservativen Gemcindcprogrnnmi* und mit der Vorbereitung der am 7. Dezember 1924 statt* findenden Wahl zum Verband preußischer Synagogengemeinde« beschäftigen wird. Refcr.ntcn sind: R.-A. Dr. wiener und Moritz A, Loeb. ״ Die Orlsgruppen Breslau. Der Zion, Frauen - und Mädchenklub, Breslau, veranstaltete nni Sonntag, den 1. Juni, einen Blumen* tag, der einen Reinertrag von 500 M. für den J. N.-F. brachte. Dresden. Der Dresdner jüdische Sportverein ״Barkochba" kiinipfte gegen den Prager jüdischen Fußballklub ״Hngibor“ 212. Die Sportzeltschrift ״Kampf" licht das faire Spiel und das musterhafte Verhalten der Zuschauer, ״die zur überwie* genden Mehrzahl aus Slamtncsgenossen der beiden Vereine bestanden ‘, hervor und stellt es sehr vielen Vereinsfanatikern ״der christlichen und germanischen Fakultät" zum Beispiel.

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