Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 48 (17.6.1924)
- Date
- 1924-06-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 349 I unter Niclitjudcn unbedeutend, nahm aber während des folgcrnlen Winters zu; bezüglich dieser Bevölkerung waren zuverlässige Statistiken nicht zugänglich. Die zunehmende Arbcitslosigkeit erklärte sich hauptsächlich durch die Kürzung des Rcgicrungsprogramms betreffend den Wegebau, durch das Aiifhörcn des Häuserbaues, die industrielle Untätigkeit und die allgemeine ökonomische Depression. Eine bedeutende Emigration, hauptsächlich Neunngekommener und meistens nach Amerika, machte sich bemerkbar. <1017 Personen verließen das Land, die Mehrzahl waren Arbeiter; 31«) der Emigranten waren Juden. Die Löhne waren mir «was niedriger. Einige Streiks jüdischer Arbeiter, die meist Lohnstreiks waren, kamen vor. 4Q 792 Reisende und zurückkchrcndc Landesbe wohne r kamen ins Land und 51 385 verließen es. 218 Immigranten wurden wegen Nichterfüllung der Einreisevor- Schriften nirückgcwicscn. 3600 Touristen besuchten Paiästina in organisierten Ciruppen; im allgemeinen betrug die Zahl der Touristen 7000 (?). Unter den Immigranten befand sich eine bedeutende Zahl Ukrainer, sowie Handwerker und kräftige Landarbeiter aus Bulgarien, aber noch immer sind landwirtschaftliche Immigranten geringer an Zahl als solche, die sich in den Städten nicderlasscn. 5108 provisorische Zertifikate über die palästinen* * •tische Staatszugehörigkeit wurden ausgegeben. (Im Jahre 1922 waren cs 5611.) Ein Abbau von beinahe 40 ״/»' hat während des Jahres unter den Angestellten der Ah teil ungfüröffc ntliehe Arbeiten stattgefunden. Die allgemeinen Ausgaben dieser Abteilung erreichten 203,000 £E, von welchen 105 000 für tiie Arbeiten des Fltigminisieritims ausgegeben wurden. Im Jahre 1922 erreichten die Ausgaben 362.000 £E. Die Lage der Landwirtschaft Ein Rückgang in der G etrcide-Produktlon und eine zunehmende Abhängigkeit vom Import von Weizen und Gerste machte sich bemerkbar. Vor dem Kriege exportierte Palästina große Ladungen guten Getreides nach Großbritannien; wahrem! der letzten drei Jahre fiel diese Produklion von 7)1 300 bis 27000 Tonnen; in den ersten zehn Monuten von 1923 wurden 8188 Tonnen importiert und nur 20 exportiert. Zwischen Januar und Juni betrug der Nettoexport an Getreide und Gemüsen 675 Tonnen gegen 9589 Tonnen, während der gleichen Zeit im Jahre 1922; dies obwohl im Jahre 1923 der Durchschnittspreis per 100 Kilo 99 PT. betrug, gegen 91 PT. im Jahre 1922 und 93 PT. im Jahre 1921. Andererseits betrug die Produktion von Weizen, obwohl die Preise (100 חסין Kilo) von 234 PT. im Jahre 1920 auf 88 PT. im Jahre 1921 fielen, die gleiche Quantität von ungefähr 87 000 Tonnen. Schätzungsweise beträgt der lokale Konsum 110 000 Tonnen. Der Ausfall wird aus dem Import aus Trans- Jordanien, Hauran und, in kleinen Massen, aus A u s t r alien und Amerika, gedeckt. Aus Australien und Amerika wird hauptsächlich Mehl importiert. Der barte lokale Weizen taugt wenig für die Produktion des hier beliebten Weißbrotes, für welches ausländisches Meid bevorzugt wird. Die finanzielle Lage Die Ge sa m t c in kö n f t e vom 1. Juli 1920 (das Datum der Umsetzung der zivilen Regierung) bis zum 31. März 1923 betrug 5.185.356 £E, die Gesamtausgaben 4,916,379 £11, Somit blieb ein wirklicher Ucbcrschuß über März 1923 von 235.978 £E. Die Einkünfte für das Jahr 1921/22 enthalten eine Summe von 314.721 £E, die sich auf die Abgaben der ottomamschen Administration der öffentlichen Sclmld vor dem 1. April 1921 beziehen, für das Jahr 1923 allein stellten sich die Zahlen wie folgt dar: Einnahmen 1.764.000 CE; Ausgaben 1.837.000 £E; die ökonomische Depression verursachtc also eine Verringerung der Einnahmen im Jahre 1922/23. Um dieselbe auszuglcichen, waren die. Ausgaben ln manchen Beziehungen eingeschränkt worden; trotzdem endete das Jahr mit einem Defizit von 73.000 £E, welches aus den früheren Ueberschüssen gedeckt werden konnte. Es wird erwartet, daß das laufende Jahr keine ungünstige Bilanz aufweisen wird. Es muß aber in Erinnerung gebracht werden, daß Palästina noch nicht äugefangen hat, irgendwelche Beträge für die Tilgung der Ottomanischen Ocffentlichen Sclmld (auf Grund des Lausanner Vertrages) zu zahlen und daß die kommende Palästina- Anleihe eine Zunahme der Belastungen bringen wird. Es werden deshalb noch weitere Reduktionen der Ausgaben erforderlich sein, mn das finanzielle Gleichgewicht zu erhalten. Die H a n d e f s - B i I a n z ist nicht 60 ungünstig, wie cs auf den ersten Bliek erscheinen mag. Nicht feststellbare Summen sind für öffentliche Arbeiten und Bauten verwendet: dann sind in Betracht zu ziehen die Ausgaben der Institutionen, die überhaupt ihre Fonds aus dem Auslande bekommen, ferner die Ausgaben der Militärk r ä f t e, das Geld der Touristen und ein zunehmender, *her nicht registrierter Handel in lokalen Produkten zwischen Syrien, Transjordanien und Palästina. Die Haupt-Importe aus Großbritannien waren: Bammvoüwaren Im Werte von zirka 300.217 £E, Kleider 71.790, Tabak Produkte — 36 Tonnen — 44.011, Wollwnren 41.500, Proviant 40.000, Kohle — 7671 Tonnen — 27,006, Bedarf für Regierung und Militär 384.403 .CE. Großbritannien importierte aus Palästina: 911 596 Kisten Apfelsinen •256.09 ייS £F, 215 540 Kilo Wein 7.509 ־=־ £E, 69-12 Kilo Thymian-Essenz 3.471 £E. Der Import aus England betrug im Jahre 1923: 1.123.511 £E (23 ״/״ des Gesamtimports) gegen 1.550,502 im Jahre 1922 und 1.885.406 im Jahre 1921. Der Gesamt-Export nach Großbritannien betrug 291.706 (19 ״/<•>) gegen 234.509 £E im Jahre 1922 urnl 123.775 £E bn Jahre 1921, Der Import aus den Vereinigten Staaten betrug 463.207 £E (9 ׳/״> des Gesamtimports); der Export nach den Vereinigten Staaten 310.600 £E. (22 */o). Von dem Export nach den Vereinigten Staaten bildete Metallgeld im Werte von 328.978 £E den größten Posten. Berliner Kalender narai TUrttnftr 7.inni*)i-«H» Vsrflinlininit, Borltn W 15. Moltnüce«1.« »S•1 10. THophom liismatek 7106—70 - T״»t>mb«*kkonto No. 19091) Uorltn NW 7. Km«nr«rw»Hnn1t der H. Z. V «9 Dobq«»Us, den 19. Juni »tond* 8 Vht Qrnppa Nord in den flnnhIivnRilAn (llnolmnl*״<«ftb, RopM«n«tf»IK IUtr Prof. Dr. lioinr. Löwoi ,.Ul* Jod*« >■ *«•״«Ui, (K*li«*rl»u*nu|•«)." OUlohiolÜit W»I11 *ur V.-V. olitgl* 8V< Uhr Arup*• Onl In den TTninn*al״n (Wotßor Hnni), Orotfowaldor für. 279, II«rr Harth 1 ״Kluilrfirhe *** I*»18*Un».“ OlolobiolUg Wohlan nur V.-V. Donnemtoff, den 19, Juni *bnndi von Ubf Wahlna ■■r V«rlr*l«rT«r«*mm1u«1r der II. Z. V, Ompne Nord, In dnn 80rhl«n«M<’n (Itoo)1*olt»»»ol). Uophlenetr. Oruppe Wnit-Charloltanhnr«, Oe« Hulilond, H«vi(־nrnleir. 5 Hroppr, O.t, llnlonaliln (Walllar Haal), Orolirweldor 8)1•. 242. Ortipno Hüll. In d״r Kollbnanr Klo««*. Kotthneer Damm «0. Ortippn Rndw««tl. Vororte,bol Herrn Hen.-IUt T.aanratain, Kninrnll«• 114. Ormipo Nnrdw.1»), im Knatanrant Frank», Hrflokenott»« B0. Hnippe rlnr Zmnliton on* dom Olten, im Holm, L*nd1ber!{0r Skr, «9• Frollnj-, den 40. Juni von H-S ühr In der II 7,. V.. Sny.iolitr. 8. Sonnioor, de4,1 ״, Juni ▼<״“• von 10-1 Uhr In der II, Z. V , M»ln״korir. 10._ D01m«r.t»sr, den in. Jnni _ . _ »band* Uiir Orupre Sll.l. <n d״r Kotlbn*er Kinn»«. IC0tkbn«*r Uatnta 90 M lt rr זיו ««mmlanir dar Ornpim Süd I. Herr Pr tUnoli! ״Vor «rhweren Kol«rl1etdon1te• Im Zlenlamn,* 9 Aml-nieder)etrnntf dtt« bl»bor!«»n Voratanil«• und Natrwahl. II. Wehlen r.ur V.-V. Brnnrotro im Zion<*tl*״b״n rr«lm, Uandabtrgar 8tr. (#. dftn •Tnnf« Uhr Sonn*bontl, d«t\ 91. Jnnl» 01 יחס^׳יסימ/« ühr _ r*cMk1a* Tltr Olor*, Rrtrintnr, 69. •Tnnti flporfcmul dan 94. Jnnlt F<s011t«n» Wittwrocli, drtn 1«. •TnM 1ייוןז |rv. ״ וייווו T.ImI am » £-a nnohra. 0 Uhr n**hra. Ifhr Verein jndi.eb•* Volkahelm K. V, Ur»*on*r»ir. 41 Donnontae. den 90, .Tnnl m . et. m S TT U « rmrthm. fi Uhr V6tUr* und Kindcrholm do« FfÄUwnvftroln• d«r Berliner BrnDDPnitr. 41. Donoeritft*, den 10. 3nM J5di«enni Oen««nne«h01m LnnnH«. Al'f^hrfc 8-90 Stettiner Vorortbhf. Donneriteß׳, den 21 •^nH Kintlrrkrenlcenftnetelt T1ne>» 1». Berlin, Ahfeiirfc 2.40 Stettiner Dorinnritn?. den T A(»ffn»t iBTuolif »״die Frrifthun*iftn״UH fflr ״ftUtf» ■urflokffebllobene Kinder Beeil»* aUr\t\ Abfnbrt 1.9' Pnudemnr Bebnlinf, Wildpark nm«tetff«n ni.eb BtelUii fittdt Beneer«»ejf. dr«n 21. Anenet 8 ,יוזו*י>«ת TTbr Verein Freund« der Tnnb*tnmmen Vid« Bmln, WetB«n*e«, P*,*b«tr. 99. Unien 62, 102. 60, 61. Treflpnnkt in d*r Aoitalt. n^obrri. R TThr JüdUebes Banerhelm fftr Sebwaehplnnln:•. We10®n«o•, Wdrtbiti.S». DoneeratAff, d*n 4. S«p40mbÄ1* Ancraatatr. 15/17. 1. Klndewbelm Abew«. — 9. K1ndrtr«pnlann«r. — 8. MMebenbelm Abuwft. — 4. A^tidn« Klndergnr♦♦«. *-6 ׳. T^St^erVAtMten־ dm» Jftdiifben Arbeit*• fcmte«. — 0, SaujclincAholm ww* Jod an Mon»»ar nhond« 8Jdi Orm>*a Nord Im Onrtnn der BrMiorM Pfe(T«r1>*fff,!*lobdnbinifor Alle•. IlefNAmTnenael« Jtdan DianiUjf*bA״d. מ Tbr OatlBJfatWr AtudaitatTOr•!■. FHa^rUbatar. 115 S«min*r fOr indlaehe Ooieblobt•. Joden Mittwoch »bend• 8V^ Uhr Oat In der Branoroi Friodrlchahmin. Am Friodrlobaholn 10/231 )leliAtimonvalit Orapp« ITeat-fharlettenbnrr In demAlnafhaft mll der Harllaer feitar*el1!.f<lrapp* Jeden Sonn «bend nachm.6—7 Uhr, Herr Latnrna B»rtbf .Kleine Propheten*. Jo»ef ITeydnstr. 1. Jeden Monte־־־* *׳■^ IBir nhend*. TTerr T>r. Brflnn? Uanfender Woehan fthachnitt ana der Thora nnd Bropho^on, ln der 0ynaffogo Featalosat- *frnaan, 'Wochontar׳l,vm»fT0a׳ona0Al (ITof, rooht« Tdr), Jeden Monier nAebm. 84U4—־!Uhr. Herr Uabh. Br. V.mll Tjeryi Fialman im HohUlor-Hoal^ymnaainm, Oharlottenhnrjr, Sehllleroir. 96. אגודת בתי ספר לישראר JBdlseher Schnlverolu E. V., Barl in Coioblfta/fihrtndaa VoratandamHcliad• Hkodlonrat! Karl H*»aaer*t•(»!, OronewaM, Frlodrlohamhoratr. 89. ביה ספר רל׳ציי העבריה בברליו J IfebrÄUrh* Rpratbaohal« יי» l'erlla (III. Kaneiter) Anikanft •rUHi der Sohndoiltor, Herr bf. Berrrrfin. Blenatacr. 6 TTbr eband» and Donnerst**. א Ühr ahenda in der Uoehaofenle für die Wiiaenaohaft d*a JmWnUnn, ArtillerteatreQe 14, T, Zimmer 4. מ• בית ספר לילדים במערבה של ברל" JSJI.oS. S.b.le W.if, An«Vunfk *ft.ilt Oio B.bnll«U.rln, Frätiloin Ob.rlobrnrin B.iij b* Aon Dlen«t»K and Bonn.r.t.g 19—1 Uhr in d.r Sohn)., T010cn.tr. 79/JO ביח ספר לילדים בטורחה של ברליו -m JJdl.oho Rflhnlo 001. Amokonft ortollt dl. Sehulleitorin, Frlnlaln Bn.onno Llobton.Uln, Troltog 9—4 Ulm i'onkow S79, Der Prozentsatz des Imports deutscher Waren Ist noch immer hoch. Deutsche Exporteure verfolgen eine kräftige Handelspolitik, die von bedeutenden Krediten begünstigt wird. Dns Dlldnngswcscii Die Biklitngs-Ablcilung beschäftigt 6 christliche, 9 musolmanische Inspektoren und einen jüdischen Inspektor; ferner 493 muselmanische und 175 christliche Lehrer. (Und keinen jüdischen! — Red.) Es gibt 312 Regierungs8 chulcn, von welchen 45 Stadtschulen und 267 Dorfschulen sind. In den Stadtschulen lernen 5218 Knabe» und 2700 Mädchen; in den Dortachulcn 10748 Knaben und 529 Mädchen, Im ganzen also 19195 Schulkinder. Es existieren 397 andere Schulen, von denen 38 muscimanlscli, 187 jüdisch und 172 christlich sind. In diesen Schulen lernen 2477 muselinnnische, 10311 jüdische und 133-18 christliche Kinder, unter den letzteren 61 Ltriiscnkrndcr. Unter den nicht staatlichen Schulen sind 30 Spezialschulen oder techrische Institutionen, darunter Lehrerseminars, Handels- und Agrikulturscliulcn und theologische Seminarien. Diese Schulen zahlen 50 Lehrer, 1014 Kn.ilxm und 706 Mädchen. 68 musek manische und 23 christliche Kinder besuchen jüdische Schulen; 1-126 muselmanische und 307 jü« di sc h c Kinder besuchen christliche Schulen. Die ungefähren prozentualen Verhältnisse des Schufho- Ruches sind folgende: 5—14 Jahre: Muselmanen, 17 ״,n; Juden 96 «/ס; Christen 81 °/0, 15—18 Jahre t Muselmanen 3 %l Juden 42 */ס; Christen 37 ®/o. Aus der IQdiscbea Welt 6r*f -Tsrn.t Der Antrag auf Einrichtung einer großen Jeschlwa ht Jcrusalein, die mit Rabbi lsaac Eidiaimns theologLSchem Seminar in New York einen Austausch von Professoren, Studeuten und Publikationen pflegen soll, wurde von der Vercinigung der orthodoxen Rabbiner von Amerika und Kanada auf ihrer vor kurzem beendeten Konferenz beschlossen. Es wurden Komitees eingesetzt, die die Errichtung einer Welt« jcschiwa in Jerusalem vorbereiten sollen. Oberrnbbiner Kook aus Jerusalem machte den Vorschlag, daß das Oberrabbi 11 at von Palästina, das offiziell von der britischen Regierung anerkannt ist, so ausgestaltet werde, daß cs die größten lebenden jüdischen Gelehrten in der ganzen Weit um sich versammle und auf diese Kreise die geistige Autorität für die Weltjuden« heit werde. Der Vorschlag wurde von der Konferenz angenommen. Es wurde ein Komitee ernannt, «las für die Errichtung eines angemessenen Heimes für das Oberrabbinat in Jerusalem, dns dann auch das Wcltrabbinat aufnehmen wird, sorgen soll. Fine Konferenz palästinensisch-arabischer Journalisten warnte am 9, Juni in Haifa eröffnet. Die Konferenz erörtert die Frage der Teilnahme am siebenten palästi* ncnsisch-ara bischen Kongreß, der am 20. Juli nbgchalten werden wird. Auel) soll die Haltung der palästincnsischcn Regierung gegenüber der arabischen Presse im Lnrnle zur Sprache kommen. Die Exekutive des syrisch-palästinensischen Kongresses, die in Kairo ihren Sitz hat, beschloß, der nächsten Zusammenkunft des Völkerbundes im September ein Gesuch )1111 Annullierung der französischen und britischen Mandate über Syrien, Libanon und Palästina zu unterbreiten. Der Völkerbund wird gebeten, diese Länder als unabhängig zu erklären. Neuerdings macht sich unter den Juden der Türkei eine starke E m i g r a t io n s b c wc g u n g nach Pa- Iästina bemerkbar. Hunderte von Juden wurden bei dem palästinensischen Emigrationsbüro registriert, die auf Presse nach Palästina warten. Viele von ihnen sind l a n d w i r t - schädliche Arbeiter aus Thrazien, die im Besitze landwirtschaftlicher Geräte und ausreichender Mittel zum *Erwerb von Boden in Palästina sind. Ein Delegierter am Ad rianopcl traf dieser Tage in Konstantinojk•! ein, um im Namen von fünfzehn jüdischen Familien dieser Stadt über Erleichterungen zu verhandeln, die cs ihnen ermög• liehen sollen, nach Palästina zu gehen. Sic sind alle erfahrene landwirtschaftliche Arbeiter und im Besitz genügender Mittet für Landerwerb. Eine große Anzahl scphardischcr Händler hat sich ebenfalls ci11trn״c!1 lassen. IXt palästinensischen Regierung wurden Vorschläge gemacht, eine lx> sondere Ausgabe von Pässen für sc p h n rd isc h e Juden aus der Türkei zu verfügen. Man glaubt, daß die palästinensische Regierung dem Plane günstig gesonnen ist, weil erfahrungsgemäß die scphardischen Juden mit den Arabern auf gutem Fuße zu stehen pflegen. RumSnfcn Der Vertreter der J. T. A. erfährt, daß die Verhandlungen des Herrn Luden Wolf mit der rumänischen Regierung betreffend die jüdischen Flüchtlinge, die jetzt noch in Rumänien weilen, erfolgreich gewesen sind. Die rumänische Regierung hat gemäß der Intervention Luden Wolfs beschlossen, die Sowjet-Regierung zu ersuchen, eine Heimkehr jüdischer Flüchtlinge aus Rumänien nach der Ukraine in geschlossenen großen Gruppen nt gestatten. Die Regierung hat ferner beschlossen, die Aufenthaltsdauer für diejenigen Flüchtlinge auszudehnen, für die eine Aussicht besteht, nadi Uebersee auszuwandern. Delegationen der jüdischen Bevölkerung Temesvars erschienen beim Abg. Dr. Co7.nu und beim Präfekten Costca und überreichten Memoranden über die antisemitischen Ausschreitungen der letzten Tage, bei denen die jüdische Bevölkerung keinerlei Schutz erhielt. Abg. Gorma versprach, bei der Regierung und im Parlament zu intervenieren. Der Präfekt Costca stellte den Schutz der Behörden ln Aussicht. Herr Dr. Ch. Brezis, der bis vor kurzem Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Piocsti u׳ar, ist in die Exekutive der Trionistischen Federation in Rumänien eingetreten. Russland Der Moskauer Rabbiner Mase hat seine Memoiren zum Druck vorbereitet. Er berichtet in seinen Memoiren über seine persönlichen Begegnungen mit großen Persönlichkeiten und angesehenen Staatsmännern, Die Memoiren hat der erblindete Rabbiner M.r.c diktiert Sic werdet! hebräisch und russisch erscheinen. Zu lea Walilen in die I.Z.V. Herr Moses Waldmann bittet um Feststellung, daß seht Name ohne sein ausdrückliches Wissen und ohne eine vorherige Kenntnis des veröffentlichten Programmca auf die Kandidatenliste der Zionisten aus dem Osten gesetzt wurde. Herr Waldmarai bewirbt sieh nicht 71m einen Sitz für ehe Vertretcrvcrsammlung der B. Z. V. 1!י־־־-־יק i| ü &