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Jüdische Rundschau · 1924-05-28 · Heft 42-43 (28.5.1924) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 42-43 (28.5.1924)
Date
1924-05-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 42/43 IÜIIDISCHE RUNDSCHAU Seife 313 Der Jüdische Wiederaufbaufonds (jewif.h Reconstruction Fund, Ltd.) wurde in London am 9. Mai als eine öffentliche Gesellschaft mit einem nominalen Kapital von 10 00t) Pfund in je zwei-Phmd-Aktien eingetragen. Das Ziel ist, einen Fonds von lOOOOOO Dollar (21K)(KW Pfund) zusammciuubringcn. um den jüdischen Handwerkern, Farmern und Arbeitern im Osten Lnropas wieder zu einer gesundet! und lebensfähigen •clhsttiitigcn Existenz ומ verhelfen. Die e sten Direktoren sind: S, 1)01 off, A, J. ] lalpcrn, S. Louric, M. Schalit und D. Mowchowitch, ^fuffootavfen in Agram fanden am 19. Mal Kundgebun gen gegen die Juden statt. Studenten waren besonders daran beteiligt. Einzelne Juden wurden mißhandelt. Der Polizei gelang cs, größere Ausschreitungen zu verhindern. Dotland Im Hang werden groß« Vorbereitungen getroffen zur Feier des 25 j 8 h r i g c n Jubiläums des א I c d e r 18 n d i - sehen Z1 o n i s t c ״ b u n d e 9, welche atu 15. Juni statt• findet. An diesem läge wird in Amsterdam eine feierliehe Frr.tvcrr.immlung stnttfindcn, der Präsident der zl<>- iiistisclirn Exekutive, Herr Nnhtim Sokolow, wird der- •eiben beiwohnen. Der Niederländische Zionistenbund gibt ferner ein Gcdcnkbuch heraus, OrUchtnlaod Auf der lefzten Stadtratssitzung in Saloniki wurde ein Antrag eingebracht, ein Zwangssonntagsruhegesetz für Saloniki zu beschließen. Der Antrag wurde gegen Protest der jüdischen Vertreter von der Mehrheit angenommen. Dieser Beschluß muß jedoch, bevor er Gesetzeskraft erlangt, von der Zentralregicnuig bestätigt werden. Für die Saionikler Judcnscliaft, für die von allcrshcr der Sonntag ein Geschäftstag war, würde die Durchführung der Zwangssonutagsruhe ein schwerer Schlag sein; um so mehr, a!3 die liüliativc dazu von den christlichen Konkurrenfen ausgeht. Naher Outen Ein am 22. Mai von der Regierung veröffentlichtes Kommunique besagt, daß die Regierung das ilir vom Völker bund übertragene Mandat über Syrien weiter ausüben will. Der französische Oberkommissar für Syrien, General Woy gand, der sieh in Paris nufgchallcn hat, ist am 28. Mai über Marseille nach Syrien zurückgekchrt. Uclicr die mutmaßliche Zahl der Juden in Persien erfährt der J. T. A.-Vertreter an maßgebender Stelle folgendes: Wenn auch bis jetzt keine Volkszählung in Persien statfgc’fnmlru hat, so kann man doch die Zahl der in Persien wohnenden Juden mit einer gewissen Sicherheit auf etwa 80000 schätzen. Zumeist leben die Juden in der Hauptstadt Teheran und in den größeren Provinzstädten wie H a m n d a n , 15 ק h a 11 a n, S c 11 i r a z, K 3 s h a ח , Kermnnschah, M c s h c d 11:;w. In den kleineren Städten und auf dem Lande sind jüdische Einwohner kaum noch anzutreffen. Die einzigen crwälincuswerten jüdischen BikhingsanstaUcn in Persien sind die Knaben- und Mädchenschulen der ״Alliance Isra^Ute Univer seile". In diesen Schulen wird sowohl hebräisch als auch persisch gelehrt. Viele Absolventen dieser Schulen haben Stellungen in Regicningsämtcrn erhalten. Früher pflegte die Alliance Isrnelitc Universelle die gesamten Kosten für diese Schulen zu tragen und auch für die Verpflegung, Bekleidung usw. der ärmeren Kinder zu sorgen. Seit einigen Jahren alter zahlt die Alliance nur das Gehalt für die Lehrer, alle anderen Kosten müssen von den Eltern der Schüler aufgebracht werden .. — In Teheran existiert noch eine andere Schule mit ein oder zwei Zwergschulen in der Provinz, deren Ziele man aus ihrem Namen entnehmen kann: ״Schule der Londoner Gesell schaft zur Verbreitung des Christentums unter den Juden". Etwa hundert der ärmsten Kinder, deren größter Teil mit Krankheit behaftet ist und deshalb nicht in die Alliance-Schulen .*lufgcnomntcn wird, besuchen diese Schulen, wo sic Christliehe Gebete und das neue Testament iernen, Zuweilen gelingt cs, einen jüdischen Knaben zum Christentum zu he• kehren, sehr oft aber wenden sich dies« später ihrem alten Glauben wieder zu. In der Provinz existieren noch kleine religiöse Schulen, Die persischen Schulen, die einseitig rohgiös gerichtet sind, werden von jüdischen Kindern nicht he sucht. Während bei der persischen Bevölkerung mir 10 Prozent lesen und schreiben können, beträgt dieser Prozentsatz bet den Juden mindestens 95, Das jüdische Viertel von Teheran (Persien) wurde von Mohammedanern angegriffen, die sieh anschickten dort ein Massaker anzurieitlen und zu plündern. Sechs Personen wurden schwer verwundet, Die Polizei griff ein und verhinderte eine Ausbreitung der Unruhen. Die ״Temps" veröffentlicht einen Artikel über Abessymen, dem wir folgende Zeilen entnehmen: ״Actlüopien ist ein Land von 600000 Quadratkilometer. Seine Bevölkerung kann auf 7 bis 8 Millionen Seelen geschätzt werden, unter denen 50000 Falaschas (schwarze Jt^den) sind,?trocrüi* Die von der Bra ndei s-Ciruppc gegründete Pale stine Cooperativ-Comnany gab dieser Tage ihren Jahresbericht heraus, aus welchem zu ersehen ist, daß eine Summe von 489 »8 Dollar durch die Central-B.mk und die Bau-Korporation in Palästina investiert worden sind. Die Darlehen wurden an Kolonisten, Kaufleutc, Handwerker, Häinerbaurr, vornehmlich aber an Tabakpflanzer ausgegeben. Die Darlehen fließen sehr zufriedenstellend in die Kassen zurück. Zu der soeben beendeten Konferenz der V e r einigten Synagogen erschienen einige hundert Delcgierte. Der Präsident Rabbi Salomon rief zur Arbeit für den religiösen Wiederaufbau in Palästina auf und schlug die Gründung eines diesbezüglichen Komitees vor. Der bekannte Philanthrop Nathan Straus gab einen Ucbcrblick fiber *ein Leben und erzählte, er habe in den letzten zehn Jahren sein ganzes Einkommen und aucli einen Teil seines Kapitals für Palästina, sowie für die Gründung von Miiehstationen in der ganzen Welt ausgegeben. Er wünsche arm an Geld, aber reich an Wohltun zu sterben. Nathan Straus sprach in sehr lohenden Worten über die zionistische Tätigkeit in Palästina und über das Werk der dortigen Kolonisten. Die Konvention nahm u. a, folgende Resolutionen an: Ls soll eine Konferenz cinbcrufen werde״, die für die Ftlnftnge-Arbcllswoche tätig sein soll, damit jüdische Arbeiter den Sabbat 11 nicht entweihen müssen. Die. Vereinigten Staaten werden aufgefordert, dem internationalen Gerichtshof beizutreten. Es soll ein Plan ausgearbeitei werden, wie man Louis Mars hall für seine groß« Arbeit im amerikanischen Judentum ehren soll. ב::.: Betty Fra 11 ke 11 ste 1 n 20 Jahre in der Z. V. f. D. Wenn David Wolf{ soll n einer zionistischen Festlichkeit oder einem Bankett Ix!wohnte, pflegte er in :einer Ansprache xicls die Wmie ru gebrauchen: ,,Noch nlnd wir nicht :»0 weit, daß wir Feste feiern dürfen. Noch haben wir so viel wie Aibrit vor uns, daß Fe tlichkeiien in unserem Rahmen keinen Pfalz haben." Heute sind wir in unserer Arbeit weiterekommen und dürfen uns schon erlauben, in angenehmer Uiiteibreehmig der Arbeit gelegentlich Feste zu feiern, Iresonders dann, wenn es sich um Arbcitsjublläcn handelt. Fräulein Betty F r n n k c n s t e i n feiert am 1. Juni den Tag, an dem sic vor 20 Jahren als Sekretärin ln das Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland eingetreten ist. Der Hamburger Delegierten(,1g hatte die Errichtung eines Zentnilbüros in erlin beschlossen und ich wurde beauftragt, eine passende Kraft für das Büro zu engagieren. Daß diese Wahl eine iclic war, beweist das heutige Jubiläum. An dem Werden 11ml Wach;ei! der Z, V. f. D. hat Fräulein Fr.uiknmteiu einen sehr wesentlichen Anteil. Sie hat vom Beginn ihrer Tätigkeit 11 ה unserer Sache den aktivsten Anteil genommen; sie war und ist heule noch den jeweiligen Vorsitzenden des Landes- Vorstandes die bewährteste und kundigste Mitarbeiterin. Die Organisierung und der gute Verlauf der deutschen Del«• gierten tage ist zum größten Teil auf ilire Vorbereitung zurückzufiihrcn. So hat sie im Laufe der Jahre nicht nur eine genaue Kenntnis der einschlägigen Materie, sondern auch der führenden Persönlichkeiten im deutschen Zionismus erlangt und ihre persönliche Verbundenheit mit diesen hat die Arbeit in den Büros sehr erleichtert. Der Land cs Vorstand <101־ Z. V. f. D. kann sich ein gedeihliche* Artveiten ohne die Hilf« von Fräulein Fraukenstein gar nicht denken. Bereits zu ihrem 10 jährigen Jubiläum hat der Lnndesvorstand ihr als Zeichen seiner Anerkennung eine Reise nach Ercz Israel versprochen, doch konnte sie die Reise infolge des Krieges nicht nntreten. Fräulein Frankenstein wird jedoch in diesem Herbst ihren Urlaub in Palästina verbringen. Ferner hat der Lnndesvorstand noch eine andere Ehrung beschlossen. Wir wünschen Fräulein Frankenstein, daß sie noch recht lange in der Zionistischest Vereinigung für Deutschland in voller Gesundheit und geistiger Frische wirken möge. Max Wöllstein«r, Berliner Zlosfsllsclic VercIiiJfjang Allgemeine Wahlen für die Verlrclervcrsammlung der ß. Z.V. Die Wahlen finden in der Zeit vom 15. bis 17. Juni statt Wahlberechtigt und wählbar sind alle männlichen und weiblichen Mitglieder der B, Z. V״ die mindestens 18 Jahre aktion erdachte. Einen *ehr stimmungsvollen Abschluß gewann der Gnipnenverbandstag durch die Vorführung eigener Aufnahmen aus Palästina, die Herr Dr. Epstein mit an- Bcliaulichi'ii, oft launigen Bemerkungen 110gleitete. Diese Bilder zeigten auch Aufnahmen au* P.ilästina, die man im allgemeinen nicht zu sehen bekommt, nämlich f.okhr aus dem Leben der Araber. Der Gruppenverbandstag dankte Herrn Dr. Epstein lebhaft für diese instruktive Vorführung. Auch Herrn Herz- Berg, der im Begriffe ist, diesen Bezirk nach längerer, sehr erfolgreicher Wirksamkeit vorläufig zu verlassen, wurde warmer Dank gezollt. Berlin. Am Sonntag, 22. Juni 1924, veranstaltet der Fechtklub Bar G i o r a ■ B e r 1 i n auf einem Platz nahe dem Müggclsc« einen Spiel• und Sport tag. Teilnehmern können alle jüdischen Vereine und Einzelj>ers0nen, deren Meldungen bis zum 10. Juni cingrgangvn sind. Es werden veranstaltet: Völkerballspiel, Speerwerfen, Fechten mit schwerem und leichiem Sabel und mit Florett, ArmbrustsdueBen, Boxen, Djin-Djitsri usw. Siegcrvcrkümlung mit gemütlichem Zusammensein ah 6 Uhr nachm, im Restaurant Aussichtsturm, Ilirwhgnrten. — Alle Meldungen und Anfragen sind zu richten au Lothar Fraenkcl, Berlin N, Gentmtr, CO. alt sind, soweit die Rechte der Mitgliedschaft nicht nach § 7 des Statuts ruhen. Die Zn hf der »1 wählenden Vertreter wird '110141 bekanntgegeben, wird jedoch mindestens 1 21׳ktragen. Die Wahlen erfolgen geheim nadh dem Pronortionahvahlsysten! und dem Prinzip der gebundenen Listen. Die W .1 h I vor s cli Iä ge sind spätestens am 6. Juni, nachmittags 5 Uhr, im Büro der B. Z, V. cinrurcichcn. Der Wahlvorschlag muß v״on mimlcnteiis 50 Wühlern eigenhändig (mit Ruf- und Familiennamen) unterzeichnet sein, von denen einer als für weitere Verhandlungen bevollmächtigter Vertretcr zu bezeichnen ist. Kein Wähler darf mehr als einen Wahlvorschlag unterzeichnen. Von jedem Vorgcsrhlagcnen muß die schriftliche Zustimmung zur Aufnahme 111 den Wall!- Vorschlag und ein schriftliche» Versprechen tier pflichtmäßigcn Ausübung des Amtes heigefiigt werden. Bewerber dürfen auf mehr als einem Wnlilvorschiag kandidieren, jedoch nur auf einem an erster Stelle. Die Bewerber sind!mit Ruf- und Familiennamen und in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen. Ein Wahlvorschlng darf auch mehr oder weniger Bewerber enthalten, als Delegierte zu wählen sind. Mehrere Wahl vor• schlage können miteinander verbunden werden. Die Ver- Wudimg muß von den Vertretern der betreffenden Wahlvorschlüge ebenfalls spätestens um 6, Juni 1921, nachmittags 5 Uhr, dem Büro der B. Z. V. gegenüber übereinstimmend schriftlich erklärt werden. Die Wahlordnung kann im Büro der B, Z, V. in den Cicsch.ifKstundcn cingesehen werden. Die Wahlliste liegt in der Zeit vom 1.—6. Juni in den Gcschäftssluuden in Büro der B. Z.V. aus. Wir fordern hierdurch zur Einreichung von Wahlvor• schlagen auf. Der Hauptvorstand der Berliner Zionist. Vereinigung Dr, Hans Bloch. Das Büro der Berliner Zionistischen Vereinigung befindet sielt jetzt Berlin W 1g, Melnckestrasso io, Telephon: Bismarck 7165—70. Zionlstisriie Gruppenverbanfl.r.faqnnn 1Sr Mielnland ■Westfalen am 18. Mal in Duisburg Am 18. Mai fand in Duisburg eine Tagung des Gnippcnvcrbnndos für Rheinland und Westfalen statt, die sicii durch eine auffallend rege Beteiligung sfuutlieher in Frage kommender Ortsgruppen atiszeichridc. Die Sekretärin der Z. V. f. D., Fr!. Aenne Po m e r a n z, . begrüßte die An׳ wesenden und rröffnetc die Sitzung mit der Aufforderung 5111 die einzelnen Ortsgruppen, Bericht über Ihre Tätigkeit nb׳ znslatlen. Aus diesen Berichten ging fast ausnahmslos die erfreulich« Tatsache hervor, daß das zionistische Lehen 111 diesem Gebiet durchaus im Aufschwung begriffen ist. Die Gründe hierfür wurden von den Orisgruppcnvcrtrctcm im einzelnen dargelegt und vor allem die wirkungsvolle Tätig• keit von Herrn Jakob Her?.borg, der in den letzten Monaten diene Bezirke bereist hat, hervorgehoben. Ueberhaupt wurde anerkannt, daß die Z.V.f.D. jn letzter Zeit sehr viel in diesem Bezirk geleistet Imt. Der N.-E. hat ebenfalls in der vergangenen Arbeit sporlode sehr gute Erfolge nt verzeichnen gehabt, was durch die Unterstützung dieser Arbeit durch die Filmvorführungen und durch die Sammeltätigkeit von Herrn Dr. Schay bewirkt worden ist, Erfreulich war auch die Feststellung, daß der N.-F. in weiteren Krelien populär geworden ist. Am Schluß dieser Berichte gab Herr Dr. Schay einen kurzen Ucbcrblick über sämtliche Gebiete der Arbeit einer Ortsgruppe, ln der Diskussion wurde das Problem des Zusammenlebens von Ost- und Westjuden berührt, wobei vor allem Herr Dr. Epstein, Dilsburg, die Pflicht zur Uebcrwimlung aller inneren Hemmungen/ die einem engen Zusammenschluß cntgcgcnstündcn, hervorhob. Auch die Frage der Mitarbeit ln den j ü d Ische 11 Gemein den wurde behandelt und die Wichtigkeit der Delegierung solcher Zionisten betont, bei welchen keine Gefahr des" Korn‘ promlßschlusses vorllegt. Ferner wurde die Wichtigkeit der /. io 111 nt e 11 s t cu e r und die Notwendigkeit der Vergröß׳ rung des Beaintenstahcs der Z. V. f. D. hervorgehoben. ’ Herr Herzherg erläuterte in längeren Ausführungen die Stellung der Zionisten zu den jüdischen Gegenwartsfragen und ging dann noch ausführlich auf die gegenwärtig notwendigen Aktionen der Ortsgruppen ein. Er nahm vor allem mich Stellung zu den in der Diskussion aufgetnuehten Problemen der Stellung der Ostjuden innerhalb der Z.V.f.D, und der Frage der Gemeindevertretung. Nach Beendigung der Dis׳ kussian faßte er nochmals die wesentlichsten Gesichtspunkte zusammen, indem er insbesondere auch der Schekel Berlin. Am 19. Mal fand Im Kimsticrhaus eine Perez•« Gedenkfeier der Berliner Zionistischen Vereinigung statt. Herr Dr. Stermann hielt die Gedenkrede, die rednerisch wirkungsvoll und gleichzeitig gedankenreich war. Dann folgte eine Aufführung der ״Goldenen Kette" von Perez, die erste In Berlin. Die Aufführung, die räch beim Chor und Nebenrollert auf Dilettanten stützen mußte, litt naturgemäß an einigen Mängeln, besonders machte sich das hei der Regie fühlbar. Die Rolle des Rabbi Sehmul spielte Godel S c h c 1 e » o« Er gab eine starke Talcntprobc und erntete für seine Leistung reichen Beifall. Das fIcbrlllsclio Theater aus Palöstina, das sich zurzeit In Berlin befindet und seit dem Sommer 1923 unter der Leitung eines der Gründer der Moskauer ״Habimah", Herrn M, G n c s 81 n, an seiner künstlerischen Vervollkommnung arbeitet, beginnt nun die Generalproben des Stückes ״Belsazar“, das Mitte Juni aufgeführt wird. Anfang Juni findet die geschlossen« Generalprobe für die Repräsentanten der Presse und der Berliner Künsllcrwelt statt. Gleichzeitig arbeitet das .Theater an der Vorbereitung eines ״Biblischen Abends" und einer musikalischen Komödie ״Megilat Esther". Die. Musik für diese Komödie verfaßt der Komponist Herr J. Engel. Frankfurt 3. M. Der ״Hcchaluz" (Bezirk Hessen und Hessen-Nassau) beruft für Donnerstag, den 29. Mai, nach Frankfurt a. M. ins ChaluzJieim, Einhornga.ssc 4, die zweite Bezirkstagung Süd- und Südwcstdcu'.srhlands mit foigemier Tagesordnung ein: Eröffnung; Berichte; Die jetzige Enge Palästinas und der Hcdra'uz (Diskussion); Kulturarbeit und der Stiif, Referenten werden noch bekanntgegeben. Frankfurt a. M. Die Nationaltonds-Kommission ln Frankfurt a. M. hat vor kurzem ein Kostümfest, ״Orangenutarkt in Jaffa", veranstaltet, das darum besondere Erwähnung verdient, weil cs wirklich das erste durch und durch künstlerische und als solches vorbildliche Fest war. 'Künstlerische Durcharheitung w׳ar die maßgelwride Richtschnur, künstlerische Wirkung und dadurch gesellschaftlicher Erfolg für den Zionisnuis in Frankfurt war die Hauptabsicht der zionistischen Veranstalter, die zu ihrer Hilfe bedeutendste Künstler — Architekten, Maler und Regisseure — hin/ugczogeri hatten. Das Festlokal wurde nach einheitlichem Plan durch selbst hergestellte Kulissen und Dekorationen in eine stilechte orientalische Straße mit Markt unigewandelt, mit Moschee,!mnlcn Verkaufsbuden, Krumen und Häuserfassaden. Ein leuchtendes, unter abwechselnd buntem Farbenspiel des Schein- Werfers stehendes Markt- und Straßenbild eröflnctc sich. Für die Herstellung der Kostüme hatte man größte Sorgfalt, Mühe und Geschmack aiifgc wendet, da man nach allem, was man hörte und was die mit wertvollen Radierungen versehenen Einladungen vermuten ließen, ein jüdische* ge• selhciiaftliches Ereignis erwartete. Im Mittelpunkt der festliehen Veranstaltungen stand ein orientalischer Fcstzug. Sein Inhalt war: eine Huldigung der Juden und Ara Iw r Palästinas sowie der Touristen vor dern jüdischen Königspaarc, An sich ein harmloser Gedanke, der aber allen Regie- und Darbictungs• ktinsten dankbare Fmfaltungsniöglichkcit Feß, Weniger das Programm als die künstlerischen und witzigen Details, sowie die gesamte Farben- und Regie Wirkung des Zuges machten seinen großen Erfolg aus. Ein Kabarett unterhielt durch erste Künstler vortrefflich und vornehm d'ijen'gcn, die nicht mittanzen wollten, Die Stimmung war ausgezeichnet, von keinem MIß ton gestört, froh ohne derbe Ausgelassenheit. Di r tsnnnz'ei'.c Erfolg war groß trotz der gewaltigen Unkosten und gerade wegen der Fernhaltung jedes Nepppedankens. 8000 M. wurden dem Nationalfonds überwiesen. . Noch wesentlicher war der moralische Erfolg für die zionistische Ortsgruppe, auch in gesellschaftlicher Beziehung, was heute schon der sachlichen zionistischen Arbeit in jeder Hinsicht zugute kommt, ein Beweis gegen die Behauptung, daß Feste die sachliche zionistische Tätigkeit bagatellisieren. Aber ein solcher Erfolg wird nur erzielt durch das Prinzip, unter künstlerischer Leitung in jeder Einzelheit künstlerische Wirktmgcn durch geübte und erfahrene künstle rische Kräfte, trotz aller Kosten, zu erzielen, Dilettanten lasse man zu Häusel Nur so hat cs einen Sinn, zionistische Forte zu veranstalten und über das Finanzielle hinausgehende dauernde Erfolge zu erzielen. In Frankfurt wird alljährlich der N, F, dieses ein« Fest feiern, das nunmehr aus steh heraus wirkt; er wird sein Jalueskontingent erreichen, das Ansehen der Ortsgruppe heben und der zionistischen Arbeit den Weg erleichtern. Eternit man auf diese Weise auch anderoris solche Erfolge erzielen möge, sei diese ausführliche Schilderung gestattet. Brlth Hnolim, Die jetzt: llundeslcltung des Market, Berlin W 15, Adresse der Bundesleitung lautet Briih Hnolim, z, H. Dr. Richard Uhlamlstr. 30; b. Meyer. K. J. V. Arzt, 36 Jahre alt, verheiratet, kinderlos, approblert 1914, nach dem Kriege 4נ/י Jahre als praktischer Arzt tätig, zuletzt 2>/j Jahre als Landarzt mit großer Praxis, gründliche Kenntnisse auf allen Gebieten, auch Dermatologie, der aus Gesundheitsrücksichten seine Praxis aufgeben mußte, sucht Ärztliche Allgemeinpraxis. Erwünscht Ist Berlin oder Nähe von Berlin oder Großstadt. Arbeitsnachweis. Gesuchte Stellen: Für An• f ingerimicn ln Betrieben, die am Sabhath geschlossen bleiben, für Stenotypistinnen, für Kontoristinnen ohne Kenntnisse der Stenographie und Buchführung, für Lehrmädchen für Seime 1• derci und Wäsdtniähen, für kaufmännische Lehrmädchen, für Lehrlinge 111 der Schlosserei, Feinmechanik und Elektrotechnik, in der Kürschnerei. Für einige Sozialbcnmünncn und einen männlichen Sozial beamten, für eine Kindergärtnerin und Lehrerin in einer russischen Familie, für Lehrmädchen kn Haushalt außerhalb Berlins. Offene Stellen: Für Kinder• §" _ 1

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