Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 34 (29.4.1924)
- Date
- 1924-04-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seile 210 Von der Ariidl des Keren Kaiemelli in Erez-Israel 1. Iiodcnmverb D.1־s Direktorium hat eine Reihe von' Beschlüssen wegen Neuer werbs’l and wirtschaftlicher Böden gefaßt. Die Verhandlungen wegen dieser Käufe sind bisher lür insgesamt 7205 Pun.mi zum Abschluß gelangt. Die Neuerwcrbungcn verteilen sich auf folgende Punkte: Im mittleren E ,.< e k - K o m p I e x , wo der K. K. L'. bis• her 18075 Dimnm he ...tt, wurden neu hinzpgekauft: * 3500 Dmiam in Tel-Adas, 130 Dunam in Merdiawjah. In Judäa wurden erworben: 7(»*) Dunam in Kfar Mlai, wo der K.K, L. bisher 2050 Dunam besaß; 800 Dunam in P c t a c 11 T i k w a 11. Hier besaß der K. K. L. nur 91 Dunam, auf denen das Jcmcnitcnvicrtcl und einige Arbeiterhäuser sielten. Der Neuerwerb soll dazu dien«!, um die Ansiedlung der Gruppe ״Hatchia", die 30 seit langem in Erez-Isracl ansässige Landarbeiter umfaßt und mit ihren Familien 119 Seelen zählt, zu ermöglichen; 2000 Dunam in Kubeba. Dieser Boden verbindet die beiden allen Kolonien Rcchoboth und Ness-Zionah initcinandcr, Durch diese Zukäufe wurde das Eigentum des K. K.. L. an landwirtschaftlichen B ö <1 c!1 von 9810! Dunam auf zirka 105300 Dunam vermehrt. Auch der Besitz des K. K. L. an städtischen Böden hat durch die Beschlüsse des Direktoriums eine Vermehrung erfahren. Nächst Jerusalem wurden vom Boden Ainos, wo der K. K. L. bereits 13128*) Quadratcllcn besitzt, weitere 70000 Ellen hiiiz.iicrworbcn. Durch diesen Kauf vermehrt sieh der Ciesamtbcsitz des K. K. L. an städtischem Boden auf 1250000 Quadratcllcn =- 76 2 Dunam. Darin ist der größte Teil der Universitätsböden noch nicht einbegriffen, wegen deren Uebertragung auf den K. K. L. die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind. 2. Neue Siedlungen auf K.K.L• Böden Der Boden von Tel-Adas und Rub-cl-Nasra der im Bericht des Keren Knjnm!tl1 an den Kongreß noch als un• besiedelt angegeben ist, ist inzwischen zum größten Teil aufgeteilt woidcn. Es werden zugctcilt: An den M o s c 11 a w- O wd I m , bestehend aus alterprobten palästinensischen Landarbeitern, 4000 Dunam; An die Siedlung tran ssyIvan 18eher Land• wirte 4000 Dunam; An die um einige andere Einwanderer verstärkte sogenannte Markenhofer Gruppe ans Deutschland und an die Kwuzali palästiuciisischer Arbeiter ״Zrlfim“ ca. 2 5 00 Dunam. Von den 80 Familien, deren Ansicdlimg aus den Mitteln des Keren Hajessod durch das Kolonisationsdepartemcnt der Zionistischen Exekutive in Angriff genommen ist, befanden sich im November bereits 48 in den beiden oben genannten Siedlungen an Ort und Stelle. Auf dem Boden des K.K.L. in C 11 i 11 i n bei Tiberias, üher dessen Aromlierung auf 4000 Dunam in unserem Bericht an den Kongreß berichtet ist, wurde ebenfalls aus den Mitteln des Keren ’Hajessod ein misrachistischer Moschaw-Owdiin begründet. Damit ist der Grundstein der ersten •m i s - rachistischcn Siedlung auf K. K. L. B o d c!1 gelegt. Von 40 Familien, die dorf angesiedelt werde» sollen, haben im November bereits 18 ihre Arbeit aufgciiommcn. , Mit der Errichtung einer 111 i s rac 11 i st isehen Vorstadtsiedlung auf dem neu erworbenen Boden des K. K. L. entlang der Eisenbahnlinie bei Jerusalem wird demnächst begonnen werden. , 3. Amcliorallonsarbeilen!.Wasserversorgung: Chittin. Zur Bestreitung der Kosten der Wasserversorgung in dieser neuen Siedlung ist ein Betrag von E 3.000 bewilligt worden. N a h a i a t. Zur Vollendung der Wasscrmstallalion wurden £ 640 liewilligt. Diese Ergänzung wird sowohl dem Moscliav-Owdim als auch der landwirtschaftlichen Mädchenschule zugute konimen, die in Nahalal vor der Eröffnung stellt. Both-Alpha. Hier wurde ein weiteres Wasservcrsorgimgsbudgct mit £2.160 bewilligt. Daraus wurde die Wasserleitung für Trink- und Tränkzwecke, wie auch eine Bewässerungsanlage für die Getnüsc,gärten der Siedlung licrgcstcllt. Die Anlagen stehen unmittelbar vor ihrer Vollendung. 2. Drainage von Sümpfen: Die Regulierung des den N 11 r i s - Ko m pl ex durchfließenden Baches Djalud und des östlichen Grenzbaches wurde mit einem Kostenaufwand von £ 1.650 und die Fassung und Ableitung der westlich von Tel •Josef befindlichen Rachaniequellcn jnit einem solchen von £ 453 durchgeführt. 3. Aufforstung: Für die Pflan/.iingsarhcifcn wurde ein 'Jaliresbiulget von insgesamt £ 4.580 bewilligt, wovon auf die Fruchtoäiime £ 1.00) und auf die Waklhiimue £ 2.807 entfallen. Das Budget bezieht sich auf die Punkte Hulda, Ben-Schemen, Mcrchawjah, Gan-Sdimuel, Kincreth, Ucct'-Tobiah, Kirjath-Anawiin, Dagania B, Nachlath-Jchuda und Nahalal. Die Fruchtbaumpflanzungen in Cian-Schmuel wurden den dortigen Ansiedlern versuchsweise auf drei Jahre in Pacht gegeben. Dieser Beschluß bedeutet einen weiteren Schritt auf dem Wege der Entlastung des K.K.L. von den Arbeitsgebieten kolonisatorischer Art, die ihm von früher her noch geblieben sind. 4. Organisation und Propaganda Sephardische Kommission: Zum Zwecke der Unterstützung des Hauptbüros in seiner Arbeit unter den scpli,irdischen Juden wurde eine Kommission, bestellend aus .™gesehenen seph.irdischen Personen, gebildet, die als Beirat fungiert. Die Kommission1 bestellt vorläufig aus ifcn Herren Rabbi Usicl, Avisar, Elmahteh und Mcjuchas. ■Boden für Ia nd s m a n n s eh a f tl ic 11 c Kolonie 11: Mit folgenden Ländern wurden neuerdings Vertrag wegen der Erwerbung von Böden für landsmannschaftlicli׳. Kolonien abgeschlossen: Reßarabien, Bukowina,. Jugoslawien, Oesterreich, Rumänien und Transsylvanien. Preisausschreiben für den dritten Band des Goldenen Buches: Zwecks Erlangung von Entwürfen fiir die Ausstattung des dritten Goldenen Buches wurde die Ausschreibung eines Wettbewerbes unter den pa lästineiisischen Künstlern beschlossen. Es sollen drei Preise, und zwar £ 35, 25 und 15 zur Verteilung gelangen. Eintragung von Baron Rothschild und Herbert Samuel in das Goldene Buch: Für die letzte Eintragung in den demnächst zum Abschluß kommenden zweiten und die erste Eintragung in den neuen dritten Band des Goldenen Buches wurde beschlossen, spezielle Sammlungen zu machen. Die Eintragung an letzter Stelle des zweiten Bandes soll auf den Namen Baron Rothschild, die ersle Eintragung des dritten Bandes auf den Namen Sk Herbert Samuel erfolgen. Vereinheitlich 11 n gderPreisefürdieSpendencinheiteii: Es wurde beschlossen die Spendenein heiten für alle Spendenzweige des K. K. L! in der ganzen Welt einheitlich und in fester Valuta zu bestimmen, und zwar soll die Eintragung ins Goldene Buch auf £ 20, die Dunamspende auf £ 5 und die Baumspcndc auf slv 6 festgesetzt werden. H ־"יי■״» + 4 .r~T* j... * ־ ך « «. י■• ן ך*׳" •־ f -״ > 1־T j'fw/ w £ IliiJwi 14 i«:s,«i.k-w«aäi «','■v I ßfirer Yorftisiljfnno״, Htrlhi O 19, fitylelii!׳*!• I Tftiephom M«rknr *־״ iVsi.UehoftWifinio Ke, NW« K©s«er!1r«rwAMnm? •Ur li. Z, V ר•*״"״*?!,*>-־*•״-־> * ״ זי!*;׳» *t*»*-.zte4»4t*n MiUwoch, <ח*ו f'n Xpvli «honda 8)^ Uhr #ionl«tl«tfher Gropp* Cbirloileubaif im Heim, lIoillirDfmltHHr. i'J T«K*»״r>lm1nß: 1. Kntlftiitun 1׳ Vorultviuli'■. 2, Nm4wo.}11. B, Ba«pr%eiiüng üh0r tltn wnit0r0n Arhmton 11*»• Ortipp•. 4. V1»rM1hU11nn«4a, Boimsbeiid. *\01\ B. M*i 1 ftbrnda Uh״ , II jm 7<ion>8tlsohrtft Ua!id, J/1unl1110rj(«r Rtf. *ö. Oll(iwnr I>r. luHlolf HMnuoli ״PrfthWra• d•• A«fb-t«0a•* AD10hliot]1>n>l OM!AfhW0r8am11־>tnrtf? RerlSiiflr Onipp•. Montag, «len &. XUI »htnd• 0 Uhr Gruppt» «1fr tue dem 0*U» im Holm, J״&nd*l'c1rgor Str. Bl). ThrtfAK von!Torrn Dr. 1 f«in* Nutflor (Thoraifc wir«! nnoh bftk*nntgftg*btn). Jedem Dienei»* *Bern!. fl Uhr Oiljliäischtr fltsdealfiTer#!■, Friedriohetn 115 Heminer für J(tdi«oh• Oeeohiobte, J*den מ ü!n* ilfidlirlier KelUrrcrelu l*r»91rc>• im 7,Unf»ll«nhe» Heim, Lemdeberfer Ihr.SO Haminir fflr jüdiiohe Oi@ohitd1te «Hier Leitan!: de• U*rm «l«d. phil. I«. H e h » e h * e r, אגודח בחי ספר לישראל <י Jfiditcker Sehulrereln 1. Y., ]larlin 0 19, S»y4*l*tr. I C.i.^SllcICUif.Kd«• YorilftnrlimHiclItvl! Hfct11׳Unr»t Kurt llMWUllltl. Omn»w»lJ, lrri.clrinl1»tnh*r«U, 01. בית ספר ללשוו העברית בברלין Ifabriittfhe Kprevhiehile $m ll«rllae (XI. Bew’eiter) Anekamfk erteilt d©r NrhuUeSter, H«rrN. Hnr^^rün, Mittwoeh, 8 ühf!!•141 Im der lioohnohnl© für dl« Wiiieoinhefk dee Judeni»»■, Artillmr,tray« 14, I, Zimmer 4. בית ספר לילדים במערבה של ברליי JBilliehe Bfbule Weil. AmekunTt •rt@Ut die Hcbnlleiurin, FrÄuUln OberUbrerin Beifc/ Lemdei, W0üUg and AiittwooU 34*־״ Uhr, Steinplei■ בית ספר לילדים במזרחה של ברליו JdiHtifhA Ornadifhalft Oii JLeeknnfi orieill die Bebulleiterin, Fr&ulftin Hmmmi IdohieaeUln, FreilM 2—4 Uhr. l'mnkow 87U. Bäcliersclisu Nathan Altmann, Jüdische Graphik. Rarum-Verhg, Reihe ״Metropolis'*; 250 Exemplare. 1 Fiavius Josephus. Belagerung und Erstürmung Jerusalems. (Allgemeine Vcrlagsanstalt München). Von Max ösborn in zärtlicher Einfühlung ausführlich und klar cingeleitet, bringt Altmann ausgezeichnet in der Wiedergabe und nur fast zu monumental aufgeinacht, zehn Schwarzwcißblätter, bis auf das erste rein dekorativer Art: Vcrlngssignct, Exlibris, Kopf eines Programms; im Grunde nur eine!■reude für den Kenner, den die scliwarzweiße Gestaltung einer Fläche durch das ornmnenlale ,Tier, die Pflanze als Arabeske, hebräische Schrift als Buchst,•ibenreiz in Erregung versetzt. Wer jüdische Friedhöfe im Osten keimt (empfohlen sei: Rahb. Dr. Arthur Levy, ״Jüdische Grabmalkunst in Osteuropa“, Verlag Pionier) weiß sofort, woher das Raumgcfiihl stammt, das die Bildflächc gliedert, und w׳o!1cr das l-önnenmaterinl des Ornaments: aus einheitlich ostjüdiscli-jüdischein Ursprung, dem Künstler von außerhalb und dem Innerhalb seines Geistes und Blutes gleichmäßig zugeordnet. Aber trotz aller Einheitlichkeit und trotz des einleuchtend Kunsthaften der Blätter gehen von ihnen wohl Kunstreize aus, aber nicht Scelenbcwcgung, die doch allein das Kunstwerk legitimiert. Man wüßte nach' dieser Publikation, trotz der Qualitäten des ersten Blattes: ״Eva und die Schlange", von Nathan Altmann nicht mehr, als daß seine Graphik das unverkennbare Zeichen der Biklliaucrzdchnung hat, man fragte sich vor allem, ob diese Blätter so feierliche Darbietung wert sind, wenn einem nicht anderswo, z. B. aus Heft 4 des ״Zelt", Nathan Altmann als bedeutender Plastiker bekannt geworden wäre. Als Nebenprodukte reichen Schaffens läßt man sich dann auch diese Blätter gern gefallen und empfindet nur Verlangen, auch die Hauptwerke dieses außerordentlichen Bildners ähnlich würdig abgebildct zu sehen, damit das Gleichgewicht der Betrachtung wicderhcrgestcllt werde. Denn vorläufig bleibt, mit dieser Mappe, Altmnnn sehr im Hintertreffen z. li. gegen J, B. Ryback, von dem eine ganz pracutvolle Litliograpliienfolgc ״Städtcl“ — Verlag ״Schwellen‘*, Charlottenburg — nebenbei Ornamente wie die Altmnnnschcn, vor allem aber 27 quellende und bezaubernde Umsetzungen jikiisehen Lebens in jüdische Kunst enthält — seelische Bereicherungen, nicht Fingerspitzenreize, Kunstwerk, nicht Acsthctlzismus. Wir können diese kurze Befrachtung nicht schließen, ohne unsere Leser, soweit sie Kenner und Liebhaber schöner jü- (!isolier Bücher sind, auf ein wirklich ’ vorbildlich gedrucktes und illustriertes Buch des O, C. Rcclit-Vcrlngs — 'jetzt Allgemeine Vcrlagsanstalt München — hlnnnveisen, das unter dem Titel ״Die Belagerung und Erstürmung 761ו»1»8יח*" die entsprechenden Kapitel des Fiavius Josephus auf der Handpresse m prachtvoller ״gotischer" Schrift gedruckt bringt. Nciimindvier/Jg Holzschnitte von Karl Rössing zieren als Vigneflen und Initialen klar und formstreng das Buch, dessen Einheitlichkeit — Papier, Type, Satzspiegel und Spluntick stehen wie aus einem Gusse zueinander — etwas Mustergültiges hat, das in den schönen Perioden des griechisch schreibenden Juden eine bislang ungespürte Feierlichkeit und Ergriffenheit aufdeckt. , A, Z. Arlosoroffs Buch ״Die Kolonisnlionsiinanzen der Jewish Agency", ist in eleu Verlag der ״Ewer"-Üuchhn!ulhmg O. m. b. l i., Berlin W 15, »ihcrgegnngcii. Wir verweisen dabei unsere Leser erneut auf dies wichtige Werk.■ Hebräisch nach derMethode Tonssalnt-Lnngcnsdicldt (Kursus I, hernusgegeben von Prof. Carl Willing). Dieses Lehrbuch in Form der erprobten Selbstunterrichtsmethode des Verlags dürfte für die hebräisch lernenden Leser dieser Zeitung von Interesse sein. Der Anfänger, der sich mit Energie durch diese 18 Unterrichtsbriefe mit ihren zirka 300 Seiten durchgenrheitet hat, wird den giößten Teil der Bibel allein lesen können. Der Fortgeschrittene, der das ohnedies schon kann, wird eine Menge grammatikalisäicn Wissens daraus schöpfen, und das erscheint uns nicht unwichtig, denn gerade die grnmiimtlkalisclicu Kenntnisse sind meist selbst bei den Juden gering, die ״lernen" können. Wir behalten uns vor, das ganze Werk noch cinor ausführlichen Betrachtung zu unterziehen, . R, St Der Konflikt zwischen Zionisten und Llteraüen Im Vorstände der Berliner Jilti!,scheu Gemeinde Eine Entgegnung zu dem Artikel in Nr. 28 der ״Jüdischen Rundschau". ׳Der Verfasser obigen Artikels stellt anscheinend seinen Parteifreunden im Gcmeimlevorstand sehr fern, sonst wäre wohl zum mindesten so lange die Verhandlungen iihor die Maiidabvcrtdluug noch ichwebten, eino solche Darstellung nicht gegeben worden, um so weniger, ah jetzt die Herren dem von mir gemachten ״VeniiitUuiigsvorsclilag“, I lerr Dr, KolIerruJicr solle sich eine neue Finna itir die ilun übertrrigcncn Agenden selbst au-,suchen, in fraglichem Artikel als ״ungeheuerliches Ansinnen“ bc/eiclincf, niisjenomttH'n haben. Daß cs meinen Rarieifrcumlen nach dem Erscheinen des Artikels doppelt schwer wurde, die ciiigclcitctcu Vergleichsveiliamlltiiigen noch fortziisctzen, durfte klar sein, wenn wir trotzdem im luteres•.(» des reibungslose״ Arbeiten« im üemeindcvorstaiid *he Verhandlungen nicht abgebrochen haben, so geht wohl hieraus am besten hervor, (־lall von unserer Seite Paiteipiiütik nicht in den Vordergrund geschoben wird. Wenn von dem Veifavser darauf hinge wiesen wird, daß die Volks- Partei die /.weitst.irkrde. in der Verwaltung sei, so hat er hiermit nur bedingt recht, die Konservativen sind in der Rcpräsciitriiitcii-Vm.immlung genau so stark vertreten wie die Zionisten und den stimm berechtigten Vertreter im Gemeindevorstand haben die Zionisten doch nur mit Hilfe von Liberalen erhalten. Um wieder ei :;mal die wirkliche Stärke der Parteien in der Gemeinde fest/ustcllen, ist von tinsrrer Seite der Vorschlag gemacht worden, sämtliche Mitglieder der Reprisent.inlcii-Vcrsnnimhmg sollen ihre Mandate nicdcrlegcn, damit sofort Neuwahlen stattfimleii können, die liberalen Herren haben sich bereit erklärt, von den linderen Fraktionen ist diese Erklärung bisher leider nicht erfolgt. Selbstverständlich müßten nach den Neuwahlen auch die Mitglieder des Vorstandes ihre Mandate zur Verfügung stellen und der neuen Reprisentanten-Vcrsammlung für die Zusammensetzung des Gemeinde- Vorstandes freie Hand gelassen werden. Auf die von dem Verfasser abgegebenen Werturteile über den Liberalismus der einzelnen Mitglieder unserer Vordandsfraktion einzugehen, erübrigt sich; wir Liberalen haben In vielen Jahren bewiesen, daß vvir den ersten Punkt unseres Programms ״Gleichmäßige Berücksichtigung aller religiösen Richtungen" nicht nur auf dem Papier stehen haben. Zum Schluß eine kleine persönliche Angelegenheit. Der ״extreme“ Liberale, der den Schulvorstand übernommen hat, hält sich zwar nicht zur Uebernahme weiterer Dezernate empfohlen, hat jedoch genau wie seine liberalen Kollegen, soviel Verantwortungsgefühl, daß er die Gemeinde nicht im Stich läßt, falls cs einigen Herren belieben sollte, zu streiken, Moritz Rosenthal, Mitglied des Gemeindevorstandes. * Anmerkung der Redaktion: Trotzdem der Korr* flikt, wie sich aus unserer Notiz in Nr. 32/33 ergibt, erledigt ist, und die obigen Ausführungen den Sachverlialt vielfach verkennen und schief darstcllcn, bringen wir sic ungekürzt und unverändert zum Abdruck, Wir lügen zur Information unserer Leser hinzu, daß der neue Leiter des Unterrichtsdezernats der Berliner Indischen Gemeinde״ Herr Rosenthaf, der Einsender obiger Entgegnung ist Persönliches. Unser Freund und Mitarbeiter Herr R.-A. Sammy Grone mann, Mitglied des Lnndesvorstandes der Z. V. f. [)., hat durch das llinscheidai seiner Mutier einen schweren Verlust erlitten. Wir sprechen ihm und seinen Angehörigen unsere herzliche Teilnahme aus. Berlin. Der Fechtklub B a r-Glora, Berlin, voran-1 sfaltet am 1. Mai, abends 8 Uhr, im Cafd Rußland, Savignya platz 6, ein gemütliches Zusammensein. Gäste willkommen. UcbrSlscltt Sprachschule In BtrUa XII. Semester 1. Neue Anfä ngerklassen. Wir eröffnen Anfang Mal neue Anfängerklasscn im Westen und Zentrum Berlins, die drei- bis fünfmal wöchentlich — bei genügender Teilnchmcrzalil auch solche, die nur zweimal wöchentlich — 1er* nen werden. Wir bitten alle, welche diese Kurse besuchen wollen, zur Vorbesprechung zu erscheinen, die Mittwo c h, d c n 30. A p r 11,6!/נ U 11 r a b c n d s, i n d d r H o c h•* schule für die Wissenschaft des Judentums, Aftlllcricstr. 14, 1 Tr., stattfindet, damit wir Zeit und Ort der Kurse endgültig festlegeu können. 2. Klassen für Fortgeschrittene. Die AnmeD düng für die Aufnahme in die Klassen für Fortgeschrittene! findet Mittwoch, den 30. April,. 8 Uhr abends, in der Hochschule, Artilleriestr. 14, statt. Der Schulleiter: N. Berggrün, Chbg. 2, Lcibnizstr. 25, Die Zentralwohlfahrtsstcllc der Deutschen Juden teilt uns mit: 1. Das amerikanische Joint Distribution Committee hat dem Reichsausschuß jüdischer Gemeinden Deutschlands erneut 100WM) Dollar für das nächste halbe Jahr zur Verfügung gestellt (wie wir bereits mitteilten — Red.). 2. Vom Reich sind die letzten Zu״ schüsse auf Grund von § 61 des Finanzausgleich״ gesetzes an die Zentrahvohlfahrtsstelle fiir die jüdischen Einrichtungen übermittelt worden. Der Paragraph ist am 1. April bekanntlich außer Kraft getreten. Die Zuschüsse für Januar, Februar und März (ungefähr 70 000 M.) werden in derselben Weise wie bisher ucninächst zur Verteilung gelangen. Es wurde in der letzten Zeit ferner die Frage der Satzungsreform und .Wirtschaftsfüllrung in den Anstalten behandelt. Es soll zusammen mit dem Verband der Leiter und Leiterinnen von Frzlchungsanstaltcn darauf hingewiesen werden, daß in Zukunft Satzungshestimmungen der Aufnahme hilfsbedürftiger Kinder nicht hinderlich sein dürften, so daß eine ökonomische Ausnützung der vorhandenen Einrichtungen möglich wird. Auch die Frage der Ausbildung von Anstalts-Er- Ziehung «personal, ist in der letzten Zeit sehr gefördert worden, so haben z. B. bereits eine ganze Reihe von Anstalten .zur Aufnahme und Ausbildung von Scmallchrlingcn sich bereit erklärt. Fernerhin hat die 1 iaushaltungsschule in Frankfurt einen im Mai beginnenden Kursus, der für die Anstaltsarbeit vorbereiten soll, eingerichtet. Eine Zusammenfassung der Mädchen, die sich auf die eine oder andere Weise in der Hauswirtschaft ausbiklcn wollcil, bildet der Verein zur Ausbildung!jüdischer llausheamtinncn. Es herrscht ohne Zweifel ein lebendiger Drang nach praktischer hauswirfscliaftliclier und pädagogischer Ausbildung und Iktätigung, so daß der Mangel an gut vorgcbilddem Anstaltspcrsona) hoffentlich in absehbarer Zeit beseitigt wird. Quedlinburg. Am 0, April fand hier vor geladenen Gästen zum ersten Mal ein zionistischer Vortrag statt. Es sprach Rudolf Gottschalk aus Ballenstedt fiir den Jüdischen Nationalfonds. JTer Vortrng erntete bei den Zuhörern, die ausschließlich Nichtzionisten waren, allgemeinen Beifall, Die am nächsten Tage veranstaltete Sammlung hatte ein gutes Ergebnis. Wochenkalen der. Sonnabend, 3. Mai, 29. Nissan 5684, Achnre, Neumondverkündigung (ijar), Nacht 8,22; Sonntag, 4. Mai, 30. Nissan, 1. Tag Rösch chodesch, Ncumoudfag; Montag,' 5. Mai, 1. ijar, 2. Tag Rosch-chödesch, 2, Neumondtag.