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Jüdische Rundschau · 1924-03-18 · Heft 22 (18.3.1924) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 22 (18.3.1924)
Date
1924-03-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 22 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 155 gehört, ist ebenso originell wie andere Erleuchtungen des Aufsatzes. Einen Toten, der, von diesen objektive״ •Tatsaclun ganz abgesehen, schließlich auch seine Gesundheit, seine literarische Karriere, sein Vermaßen, sein Leben für die Idee, an die er glaubte, geopfert hat, als Mann ״mit Worten1‘ zu bezeichnen, entspricht vielleicht dem Geschmack des licrm Dr. Nathan, verrät aber einen solchen Mangel menschlicher Ehrfurcht, daß einem das Wort der Erwiderung auf den Lippen erstirbt. Um die Achnlichkcit zwischen Wiiheim 11. und Theodor Herzl vollends zu durchschauen, stellen wir die Charakterisierung, die Graf Robert Zedlitz- Trützscbler in seinen, allerdings nicht 1021, sondern vor 1014 geschriebenen Erinnerungen ״Zwölf Jahre am deutschen Kaiserhofe“ von Wilhelm 11, gibt, mit einer solchen Theodor Herzls (datiert vom 0. September 1896, I. Band der Tagebücher) zusammen. Nach Paul Nathan ist demnach Herzls Eindruck von Wilhelm II. eigentlich nichts als eine unbewußte Selbsterkenntnis. Jedenfalls ist die Achnlichkcit beider Männer unverkennhar und einfach frappant. So frappant wie Nathans posteriore Einsicht vom Wesen Wilhelms 11. Wie visionär wirkt Nathan, der Weise von 1021, gegen den armen Herzl von 1806, der sich mit dieser Charakteristik ja doch nur selbst durchschaute! So ist es gar nicht weiter bemerkenswert, wenn Zcdlitz-Triitzschler mit Herzl vielfach übercinstimmt! Die Sache ist eben genau so einfach wie die Aussichten der jüdischen Palästina-Siedlung. Hier also die beiden Zitate: Theedar lerzi: Gral ZedlilT,-Trützscbler:!!*ißt h*nt« d«ru, Hi« **1»t.ig«n •וזי d*s d*״ta«h«n Kni?*r« v!*|?,u?*חרז;? «in* Ku5ch.itj׳«n. Kr war r.w*ri*ll<'s «ui« b!«nd«nd« rcr*onlichk<'it, d.« fas* f.1m«r«pd auf j<vl״r> v.!rkt׳\ ri*r ihm **K«nnh*rtrnt, Pi«*«r F.1־hi?k«!t war «r sich such vol] h«nuit und entwickelt«?1« mitvieler Müh« und Hnff1n*m*nt. ru aßiOrcru-nt- Kch«r Vn1lk«rom*nh«it. Di**« ]־«htck«ii ftiv.tt 5c weit, daß er fremde FurM iirl1k*if «n, fremd« Uipl«m.at«f», n!cbt«ru« f!«s«h1׳ft5• l«ut« usw. vcllknrnmcn m um?«•ז וזייוו wuDt«, «ub-alri ihm h>r.1a *י*ך• l׳*c<« war. I.inc« hi-lt• di'•« F׳*r.«11b*nnj? «h«r nichtan, ri*r>« K«1?*r wurd« di«s« Muh« f*hrt*U h׳*«chw «r:ich, «uch wnr *r r.i s«hr *«.vühat, dem narh• r,ur«h«n, v•־*« ihn?«rnd« int«r- •Mi«rt«\ Di* jrrnßt*n Erfolg« h*!t* d«r Kaiser h*1 fc'ihlfn. nuchterren (;«•ch.tf151«ut*n, <H« höfischem G«• trieb« «,mst. f«rnstn.nd«n. ת«? reich« \\'i?s*n und di«?־״•chi*kt* Art, «41 r!1 verwert««, ▼«rf«hh«n nicht d«n g *wünschten Eindruck.?׳rieh« l!n* l*mrinn:1,*״ winden nueh Ttelfftch gut vnrber«it«t. ind«m der Kaiser sieh das entsrre«*h*rul« Maienal durch das Amwarti?« Amt (»1er nt« Ministerin *1nr«tcl1*n K«0 und im «ii;e־.-«a R«•*'rt der H*nrn K-allin, ]‘rnfcs־nr <5:.al>y, IMhm.su ־״Irr Mcrv;«l*1<11tn?nnr v*rblüff*nd TMrbeid wuDie, Mit seiner rn-striicn Auff.v<M1n?«r.Tl»« luaus'ht« d*r Kni“er e־,n Manuskript v<va v « ,.וי? und mehr Seiten, mich mit «oh•▼!«♦ n?«n t<׳־chn1*ehen Kinre.1t 1l«n, nur «inm.nl Hu־H17;nl*««n, um «5 für Di»ku?non»7.wf<ck«!!!•*rr.a»«h*nri ru b*h«rrsch*n. Und *r< kam «5 זי׳זי, daü b*dMjtend* Murner, d'.e sich in schwerstem Kampf* ries Krwtrbsklens «mper?cflr: «it«t, ihn mit dem Gefühl vorlteften, ven «in«m Propheten, von eirem ül>ormenschlichen Wese« «mpfnn?«« 7.1! s«in. Natürlich schwach!« sich b*i ri'«’«n 1־ o't'.erfnhrrnen Männern :nlhnihlirh cter Kanlmck ab, jedoch war es inerkwtufli?, da ft sie auch dam noch h"׳גזיl־j in seinen Rann. r«r!«tcnt venn ihnen ru phnnt.vi«־־- ve'l*, wf'tfrernd«, mv«Hncu* und T*ia kird'irhe AcniVrunyf « ries Kai**rs b־*v«:ts Gnmd 7,11 Mi Curau׳■‘n pe׳:eK*n |],־,t.t«n, lüiiti trit •1 r Au?e-1i,l!V],• ein, wo?,« vermeiden, «hrlich dem Katecr Ui* Wnhrh-'it ru היי׳־ר״. V.׳!ii;T« V«rst indnis• l*«i?i1*־l. trat ihnen al׳*t* IfaH* d«r Kni»«r dann rwfh ein Tnter*••* dsrnn,?־׳rieh* persünlich• k«;t*n, mit, c1*n«n «r sich 61י7י׳■ s,17en fe»t?« fahren, fi׳r?«wis»« I’ian« r,u?«winnen, s« lieft ef «e!r« l*tc.t«n Miner» «v1Tin?r־.n, indem «r fn bewerten ,Worten von seinen Fehwie i?kKl«n, von Nicht .verstau* rienwerden tisw. ppraeh. Gerade in dem Appell an rhs Gefühl war «r «in seltener Meister, und in den SchiMon1n?en Ropners ist f.ir den Kenner de.« Kaisers *wi• sehen den?;eilen sn Je^en, wi« sr auch diesen damit in?«inen Rann ף/ד׳,ז«ז, W«r di« I)tus« «•■'י sah und darMe’l׳ e, wi« si« wnr־׳n, ri, b. wer di« Wahrheit snet«, d«n «mpfnnel «t als 11n«ymp,1thiich md mied er. «Torlntifn 11« sind all« M«n״ch«n b«i ihm?c»:ehei?«rfc, di« rhrljeh bestrebt, waren, ihm cK« Wahrheit 7.11 s.npen. Wenn «in so TnaehtiKer Mann di« Wahrheitnicht hören will, dann ist es unmöglich, si« ihm ru sn״en. Wie schon rismnrclc bemerkt«: er wollt«, daß nll« Ta?« Sonnto.? sd. Nun, dies ist mit W*ahTh«it nicht tu ver* «inen, ebfaaow«ri? dnr bekannt« Aussprnrh: ,.Ph־.var7?eh«r dukl« ich nicht in m*1n«r N׳'ih*״. Di« furrbtbar« K1׳n״equen8?erad« di*• s*r Verhältnis»«, wnr «?, daß di« besten M-׳ijin«r auf di* Dauer immer «in/jußlo.s 1var«n. Verhängnisvoll fdr den Kaiser war ferner, daß «r infolp« der militärischen Err>hun? sieh nu<״h ni«tnal« von militärischer Jiceinflussun? freimachen konnte. Wenn nun «ach un*er« Arrr,*e Kwcife’dos auf aller• erster Stufe der EntwickUim? ge. standen, so waren riwh t-elhst ihr« l>e?al)t«sf«n Genera.]«, wi« r. B. Gaptivi dies hewi«־•, in k«i• per Weis« r«< i?r׳«t« politisch« K'uhrrr. Dem Kaiser aber ent*?in? dies volli? und vielleicht auch geschieht lieh beeindruckt, war er ihren Ideen mehr unterwerfen, als man allgemein für n.erhob?*halfen. Für Kan-ler, MlnDter und Diplomnten hatte er als für Zivilisten immer etwas voa Nichtachtung.‘* ״Darum habe ich d«a ä*utsehen Kaiser in d«r l«trt«n Woclie, wo »*h ihn so häufig sah, scharf auf smo Gebrechen hin bc.•nachtet. Ist. es nicht merkwürdig, daß man von ihm, einem Her ״An׳r«sehen• sten“ Männer der Welt, eigentlich mellt weiß, daß «r nur ein*n Arm hat? Sie wnnd*tu יי rh.Uch in der Wolke. Pa ist ein• Gestalt, di« man ans hunrie., ,..u end Ab’aldüngen kennt; und wenn man ihn sicht, Iv'merkl. man, daß sein entscheidendes Merkmal d״r Meng« vorenthaiten wird. Ja, di« Men?« sieht ihn tVlieh und weiß es kaum. Di*!achnrfeirht i?st«n eal«n: er hat «men steifen Arm, Tat»ächlich in es der Arm e n*s Kindes, der ihm von der linken Schulter hernbhangt. l*er Arm soll durch «in« rachitisch« Ent* Wicklung r.ur1ick?«bliel-en sein. Hechler gibt mir di« — offenbar höfisch« — Version, Wilhelm sei als Kind von seiner Amme fallen imts.s*«n worden, und man habe di« Folgen erst bemerkt, als es ru spat war. Jedenfalls in die»« Abnormitnt für sein Mild wichtig. Mir bringt sie ihn menschlich Näher. Sie neigt, daß er eigent• lieh unter seinen vie!*u Kegimetj’ s• mhalier-Unifnnnen doch our «in hilfloser Mensch ist. Wenn ich die Bilder «einer Macht, den Uiant s*ines iiofes, dt« kriegerisch« Kracht seiner Levionen nuf d-m rnradcfehi« sah, ha!׳« ich i;nm*r nur?einen Krnpjelarm betr«ckjet, um meinen Geist nicht b«t.111hen r.u lassen für den Fall, dnft ich unter vier Au?en mit ihm sprechen werde. I)ie « Krüppelhaftigkeit erklärt, plnub« ich, au-'h seinen canren Charakter, Dieser Ob'r»t« Kriegsherr wurde v«n der Ass״ntierungskommission ab?«;ehnt werden, wenr, er eia gewöhnlicher Stellungspflichtiger war«. Daher kommt vielleicht?eine krankhaft« Vorliebe für alles Müit 'irische. Er kannnuch k*ine un?e-”0unח^ד« Haltung haben, weil er immer an di« Verl׳er?un? seines G>«urccheus denken _ muß. Wirklich t.uscht er auch viel« durch di« Art, wi« er 7u Kfervle di« Zügel mit d*r kur?en Linken hält, Pie«er Z>i?*lar:n macht fhn rum Beiter, Auch 1!זי!י׳, er bl־׳nder.d«. phiiu.eud« t'n1f!׳rn1־׳n, strahlend« Ifejni«, di* d*n Blick nnr.i*h*n, ablenken. Er i't al>«r, wi* mir?־־׳hejnt, «;n nymiiathischcr Menscii, lw-sser noch un׳l ki1rr.*r: ein Mensel» 1 Der M«n?« will *r z.unr stark imponieren, und *r spielt den Kaiser mit Macht. Denen, di« ihm riaherkommen, will er jedoch liebenswürdig?*- fallen. Er )int «in* gewinnende Art des Händedrucks, wi© *in Karteiführer. Er schaut jedem, mit dem er «pricht. tief di* Augen, ind*m *r dicht heranfritt. Am liebenswürdigsten war «r in Breslna bei «1er Festroratrllnng, als das kleine Mi’itärlustsp;©! von ,,Moser auf?eführt wurde. Da laclit« er stark über di« harmlosen Koldat*nsch*r7e; er schüttelt© sieh ordentlich vor Lachen. Ja, «s war ein© Nuance von Ifelvrtre'ibnn? in dieser Unrretwung ת'׳- heit, «li© er von .so vielen A1i,r**a beobachtet wußte. Er hat. einen Hnng mir Urhertreibung. Zweifellos ist er «in hoch- und vielsoitig begabter Mensch, der nur mit?einem einzigen Arm zu vi*l nnsrrifen mochte und Immer di* Hand© voll ru tun hat, weil er verbergen will, daß er nur ein« Hand hat.“ Aus d׳*m 2. Band« der Tage, bücher (Oktober 18D7) ferner: ״Per Kaiser hüte mich beim Eintritt mit seinen praßen m«erbinnen Au?«n nüchtirr anrjeblickt. Er hat wirklich kaiserlich* Anger.. Solch« Auff*n hfl!י© Ich ni* c־«J sehen. Es liegt ein« merkwürdig, kühne, suchend« 8©1י׳© darin. Der Eindruck, den er macht, narnent* lieh d«r erste, ist ihm aber offen• bar nicht gleichgültig. Er Ist genau so hoch wi« ich, und mein ender Eindruck war, daß er räch geniert, einen kürzeren Arm ru haben. End daß er sich denkt: Du, der du von außen aus einer Welt kommst, di© mich nur nn* Bildern kennt, oder nur im Sturm prarhtiper Hofaufzii?« vorüber*i!ea steht, bist du nicht enttäuscht, einen Kniser vor dir zu haben, der einen kürseren Arm bat &19 all« übrigen Mouzchent“ Mit Ausnahme des ״Berliner Taceblattcs" und des Herrn Paul Nathan hat natürlich sonst fast die gesamte Presse bei der Würdigung der Tagebücher dasselbe Urteil wie die ,,Times“ gefällt, die von Herzl als einem der größten Männer des 19. Jahrhunderts, einem politisehen Propheten und weitblickenden praktischen Staatsmann spricht. Kalifat und Großrabblnat Aus London meldet das Wölfische T. B.: Der Konstantinop-!er Berichterstatter der ״Morning Post“ schreibt, gerüchtweise verlaute, daß das Patriarchat und das Oroßrabbinat dasselbe Schicksal erleiden werden wie das Kalifat. Bettair.inngel Von Je hu da Lewiatow (Kirjaih Anawhn). ln der Diaspora versteht man Im allgemeinen nicht die ganze Tragwciie des Wortes: Bodcnmangd. Auch in Erez Israel vcrstamlen wir cs bis vor Kurzem nicht. Die zionistische Welf war zu sehr mit politischen Fragen beschäftigt, um sich dieser außergewöhnlichen Frage zuwenden zu können. Und auch iur uns im Lande standen bis heute Fragen der Kolonisation, der Miticlhescliaffung für die Kolonisation, die Arbeitslosigkeit im Vordergründe des Interesses. Es ist bekannt, daß im Jahre 1921 ein erheblicher Teil des Emck vom Keren Kajcmeth gekauft wurde. In einem einzigen Jahre wurde eine Fläche von 70000 Dunam erworben. Hierdurch vergrößerte der Keren Kajcmeth seinen bisherigen Bodenbesitz um das Fünffache und vollbrachte dadurch in einem einzigen Jahre das Fünffache dessen, was er in zwanzig vergangenen Jahren geschaffen hat. Leider waren die Mittel für die Kolonisation so begrenzt, daß bis vor kurzem die Frage der Bodcnbcschafftmg in den Hintergrund treten mußte. Wir wiegten uns wohl auch in allzu großer Sicherheit, wir glaubten, daß es Boden in U e b e r f 111 ß gäbe. In diesem Jahr erst wurde die ganze Schwere der Lage fühlbar. Es wurde uns zur Gewißheit, daß weder eine Bodenreserve für die schon bestehenden Kolonien noch Boden für eine neue Kolonisation vorhanden ist, selbst die dringendsten Gegenwartsbediirfnisse der palästinensischen Wirtschaft, die an Bodcnmangel zusammenznhrechen droht, können nicht befriedigt werden. Heute besteht noch die Möglichkeit, weite und wichtige Ländereien in Palästina zu erwerben, morgen vielleicht nicht mehr. Eine Besserung der wärtschaftüchen Lage in Palästina muß dazu führen, daß wir überhaupt keinen neuen Boden mehr kaufen können. Die augenblicklichen Chancen kann der Keren Kajcmeth nicht ausnutz.cn, da ihm nicht nur die Mittel fehlen, sich eine Bodenreserve zu schaffen, die uns eine Gewähr für die Zukunft geben soll, sondern — und das ist viel schlimmer — die ״öligsten Gelder, um den täglichen Erfordernissen an Boden gerecht zu werden: 1. In diesem Jahr haben wir einem Kongreßbeschluß zufolge den Boden in Rub el-Nazra zu besiedeln, eine Bodenfläche, die vom Keren Kajcmeth im letzten Jahr gekauft worden ist. Auf diesem Stück Land haben sich vor kurzem erst zwei Kwuzoth und ein Moschaw niedergelassen und schon reicht der Boden für diese drei Gruppen nicht mehr aus. 2. Auf Grund eines weiteren Kongreßbeschlusse# soll in diesem Jahr eine Siedlung für die städtische Ar* b c i t c r s c h a f t geschaffen werden, die durch die Verwirklichung des Gedankens der Gartensiedlung die schwierige und unsichere Lage dieser Bevölkerungsschicht bessern, sie an den Boden fesseln soll, ohne sie aus ihrer Arbeit in der Stadt herauszuzkhen. Auch diese Pläne konnten nicht verwirklicht werden, da kein Boden zur Verfügung stand. 3. In BeerTobia arbeitet eine Kwuzah schon mehr als 10 Jahre. Sie gehört zu den besten Arbeitergruppen, die im Lande festen Fuß gefaßt und es zustande gebracht hat, vom Ertrag ihrer Arbeit zu leben, ohne das Budget der Zionistischen Organisation zu belasten. Diese Kwuzah hat nur einen Wunsch: Boden. Dem Keren Kajcmeth gehören in Beer Tobia bereits &00 Dunam, von denj 400 bewaldet sind, so daß ihr also nur 400 Dunam zum Getreidebau bleiben. Jahr für Jahr ist sie genötigt, von Privatpersonen Boden zu pachten. Auf diese Weise ist natürlich nicht an eine rationelle Ausnutzung des Bodens zu denken. Der Keren Kajcmeth, der bis heute noch nicht einmal die vor drei Jahre gekauften Emck-Biklen und die stiidtiscl-en Böden in Jerusalem und Haifa ganz bezahlt hat, ist natürlich nicht in der Lage, diesem begründeten Verlangen der Kwuzah Rechnung zu tragen. In gleicher Lage befinden sich eine ganze Reihe von Siedlungen: Karkur, Gan Schmuei, Klrjath Anaw i m usw. —- So ist die Lage von heute, und was wird morgen sein? Die stärkere Tendenz der jüdischen Jugend zur Landwirtschaft legt uns die Verpflichtung auf, Boden für die Zukunft zu schaffen. Der Keren Kajcmeth ist ein Fonds, der sich im Laufe seines erst zwanzigjährigen Be- Stehens die Sympathien aller Kreise der jüdischen Bevölkerung erworben hat. Er hat das Volk dazu erzogen, durch Spenden die Grundlage der Kolonisation zu schaffen. Schon heute sind mehr als 100000 Dunam palästinensischen Bodens im Eigentum des Volkes. Es ergeht daher an jeden die dringendste . Mahnung: Mittel aufnibringen. Der heutige Augenblick ist für die G c u 1 a t h 11 a a r e t besonders günstig, es heißt, ihn nicht ungenutzt verstreichen lassen. Die Purim-Aktion des Keren Kajcmeth In Palästina wächst ein jüdisches Gemeinwesen; es wächst unter den normalen Schwierigkeiten, aber cs wächst. Die Juden in Deutschland sehen mit tiefer Verbundenheit und brennendem Interesse diesem Aufbau zu. Wachstum m Palästina heißt: Erschließung des Landes durch jüdische Arbeit. Jüdische Arbeit aber wird bedingt durch jüdischen Boden. Wir müssen diesen Boden kaufen. Wir können nicht wie anderswo kolonisieren durch Besitzergreifung. Den Boden kaufen darf nach unserer Empfindung und unserm jüdischen Willen zur Erneuerung nur die Gemeinschaft. Der Keren K.ijemeth Lejisrael hat die Aufgabe, den Boden Paläsimas in den Besitz der jüdischen Gemeinschaft zu bringen. Er hat dies bisher mit Erfolg getan: über 100 000 Dunam sind heute ewiges jüdisches Eigentum. 30 Siedlungen sind auf ihnen entstanden, in denen nach den Worten zweier bekannter Schriftsteller 1)2000״ glückliche Menschen arbeiten", Der vorhandene Boden ist besetzt; unsere genossenschaftlichen Siedlungen und die Städte wachsen. Wir müssen neuen Siedlern neuen Boden bcrcitstellen. Wir — das heißt jeder Jude. Denn jeder wird für den Aufbau verantwortlich; jeder hat die Pflicht, unseren Pionieren, die in schwerer Arbeit das Fundament der Heimstätte legen, Arbeitsmöglichkeit, das heißt Boden zu geben. Keiner darf sie im Stiche lassen. Deshalb wenden wir uns an alle, mitzubauen an der Heimstätte, wo Juden ihr eigenes Wesen entfalten können, ohne dafür verleumdet, verachtet und gehaßt zu werden. Wir wenden uns an Sie, zusammen mit vielen Tausenden bei der diesjährigen Sammlung von Landspenden zu Purim große Spenden für den Keren Kajcmeth Lejisrael zu sammeln und zu geben. Ermöglichen Sie es dem Keren Kajtmeth Lejisrael, durch den Erwerb neuer Böden die jüdische Siedlung zu erweitern und auch weiterhin seinem Prinzip gemäß nach jüdisch-traditionellen Grundsätzen, die der sozialen Gcrechtigseit entsprechen, zu wirken. Arnold £weig. Kiücliiififleii des Landcsvorstandes der Z. V. L D. Es kommt immer wieder vor, daß zionistische Organisationen und Komitees Sammlungen für ihre eigenen Zwecke veranstalten, ohne daß der Lamics-Vorstand diesen Aktionen zu gestimmt hat. Es wird hierdurch die Arbeit für die Finanzierung der Zio* nistischcn Vereinigung für Deutschland, für den Keren Hajcssod und für den Nafional-Fonds in hohem Maße erschwert und darüber hinaus eine Zersplitterung unserer, Kräfte licrhcigeführt, die jede zionistische Arbeit sehä* digt. Die Finanzicrungsaufgaben, die uns obliegen, nch. men, wie wir anerkennen, ohnedies die Kräfte unsere« Ortsgruppen und Vertrauensleute in hohem Maße in Anspruch, und wir sind verpflichtet, darauf zu achten, daß die Arbeitslust unserer Freunde nicht gehemmt wird durch Aktionen, die ohne Fühlungnahme mit dein Landcs-Vor.itand und den Fonds geschehen. Wir fordern die Ortsgruppen und Vertrauensleute auf, in Zukunft keiner Aktion, unter welchem Titel sie auch auf treten mag, Unterstützung zu gewähren, die nicht ausdrücklich vom Landes-Vorstand genehmigt ist, vielmehr solche: Aktionen in ihrem Ort mit allen Mitteln zu verhindern und uns jedesmal eingehend und schleunigst zu berichten. Aküonslfaleiäer der Z. V. 1.0. Allenstein: 24. Februar: Dr. Hollende rsky, Königs« herg: ״Die•Fortschritte der jüdischen Siedlungen in Palästina“. (interne Versammlung.) — 2. März: Frl. Dr, Scheuer, Berlin: ״Aufgaben von heute“. (Ocffcnt? liehe Versammlung.) Alzey: 26. Februar: R.-A. Dr. Harry, Wiesbaden: ״Der Kampf um die Gleichberechtigung“. Ansbach: 16, Februar: Dr. Albert Goldberg, Neuen•- ahr: ״Jüdische Zeitfragen". (Ocffcntl. Vers.) Augsburg: 20. Februar: Dr. Werner Bloch, Berlin: ״Ursachen und Ziele der zionistischen Bewegung“, (Oeffentl. Vers.) Bamberg: 10. Februar: Zirkelvcrsammlung mit Dr. Alber! Goldberg, Neuenahr. — 11. Februar: Dr. Albert Go 1 d b e r g, Neuenahr: ״Zionismus und Antisemitismus“. (Oeffentl. Vers.) — 12. Februar: Dr. Albert Goldberg, Neuenahr: ״Stand und Aufgaben der zionistischen Bewegung“. (Mitgl.-Vers.) — 21. Februar: Arnold Zweig,, Berlin: ״Von jüdischer Zukunft“. (Oeffentl. Vers.) Berlin: 20. Februar: Dr. Bl ach: ״Die Mischna und die Frauen". — 20. Februar: Dr. Sandler: ״Warum brauchen wir die jüdische Schule?“ — 25. Februar: Frau Wronsky: ״Die soziale Idee im Judentum“. — 25. Febmar: Jacob Reich, München: ״Unser Oohis im Westen“. — 26. Februar: Dr. Apfel: ״Bei den *kandinavischen Juden". (Ein Reisebericht.) — 26. Februar: Dr. A. Loeb: ״Berliner Oemeindearbeit“. — 26. Februar: Dr. Mandel bäum: ״Probleme jüdischer Kolonisation in Palästina“. — 27. Februar: Dr. Max Strauß: ״Sprüche der Väter“. — 27. Februar: Dr. Werner Bab: ״Die neueste Geschichte des jüdischen Volkes“. — 28. Februar: Dr. Walter Moses: ״Die Karlsruher Siedlung“. — 5. März: Karpin: ״Der Pflichtenkreis der Judenhei# um Erez-Israel“. — 6. März: Frl. Weinrcieh: ,.Er- Ziehung zur Gemeinschaft“. — 11._ März: Dr. Rud. Samuel: ״Nationalismus und Sozialismus". (Z. J. V. liew rhawer.) — 12. März: Dr. Waller Moses: ״Die jü* dische Jugend und der Aufbau Palästinas“. — 12. Märzt Redakteur’ M. Wald mann: ״Wir und die Umweit“. Beuthen: 16. Februar: Dr. Stermann: ״Morris RosenfeId“. (Oeffentl. Vers.) — 17. Februar: Dr. Stermanni ״Die Bedeutung der P. L. D. C.“. (Mitgl.-Vers.) Bochum: 29. Februar: Jacob Herzberg: ״Assimilation und nationaler Gedanke". (Oeffentl. Vers.) — 9. März: Palästina-Film. Bonn: 23. Februar: Jacob Herzbe rg: ״Der Antisemitis•» mus und seine Ueberwindung". (OcttentL Vers.) Braun schwelg: 24. Februar: Palästina-Film. - 26. Fe. bruar: Werner Ilberg: ״Die Lage des Zionismus“. (Mitgl.-Ver.) — 4. März: Hugo Rosenthal: ״Untergang oder Erneuerung". (Mitgl.-Vers.) — 11. März: Lernen ״Die historische Notwendigkeit des Ztomsmus“. (Mitgl.-Ver.) Breslau: 21. Februar: Dr. Stermann: ״Ost und West“. (Interne Vers.) — 23. Februar: Zirkelversammlung mit Dr. Stermann. Cassel: 17. Februar: Oberregierungs rat Goslar, Berlins ״Die jüdischen Gegenwartsaufgaben“. (Oeffentl. Vers.) -j. 2. März: Palästina-Film. Cottbus: 10. Februar: Palästina-Film, 1 Danzig: 10. Februar: Palästina-Film. — 21. Februar: D* S. Ginsburg, Königsberg: ״Die Lage im Ziomsmua nach dem Kongreß“. — 5. Alärz: Frl. Dr. Scheuer, Berlin: ״Aufgaben von heute“. Darmstadt: 10. Februar: Frau Gerda Arlosorof{: ,.,Die neueste Entwicklung in Palästina“. (Oeffentl. Vers.) — 11. Februar: Zirkelversammlung mit Frau Ariosor o f f. — 21. Februar: Frau Gerda Arlosoroff: ״Aktuelle Fragen der Palästina-Kolonisation". (Vortrag L «1( Loge.) Dortmund: 5. Februar: Jacob Herzberg: ״Die Aufgaben der jüdischen fugend“. (Jugend-Vers.) — 18,׳ Fe. bruar: Frau H. Hei'mmn; ״Jüdische Frauenarbeit in und für Palästina“. (Mitgl.-Vers.) - 2. März: Palästina. Film. Ansprache: Jacob Herzberg. — 3. Marz: Dr. Nagler, Berlin: ״Berufsumschichtung und Vorbereitung» für Palästinn“. (Mitgl.-Ver.) Düsseldorf: 6. März: Jacob Herzberg: ״Zionismus und Umwelt“. (Oeffentl. Vers.) Eisenach: Dr. Schramm, Gotha: ״Die Lage im Zio-׳ nismus“. Elberfeld: 14. Februar: Jacob Herzberg und Dr. H, Po me ranz, Elberfeld: ״Die Aufgaben der jüdische* Jugend“. (Jugend-Vers.) Erfurt: 19. Februar: Dr. J a eob 50 h n: Ueber Wassermanns Buch ״Mein Weg als Deutscher und Jude“. — 4. Märzj M. Waldmann, Berlin: ״Wir und die Umwelt“^ (Oeffentl. Vers.) — 15. März: Jacob Sand ban kJ ״Elijahu und die jüdische Legende . Erlangen: 13. Februar: Dr. Albert Gold berg, Neueni ahr: ״Wir und der Antisemitismus“. (Oeffentl. •Vers.) Essen: 17. Februar: Jacob Herzberg: ״Zionismus und! Umwelt“.- — 1. März: Jacob Herzberg: ״Die Gegenwart des Zionismus“. (Mitgl.-Vers.) Eydtkuhnen: 1. März: Palästina-Film.

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