Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1924)
- Date
- 1924-03-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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וי Nr. 20 JUEDISCHß RUNDSCHAÜ Seite 133 Schon Nordau und Marmorek übertrieben die Bedeutung der politischen Garantien und die objektiven Möglichkeiten der zionistischen Diplomatie. Ihrer Theorie nach war nicht das jüdische Volk berufen, sein ״Jewish National Home“ im schwierigen Prozeß des langsamen Aulbaues zu schallen, sondern die Großmächte allein seien dani imstande und verpflichtet, es dem Volke auf juristischem Wege auf/uoktroyieicji. Der beinahe heidnische Glaube an die Allmacht rechtlicher Akte hatte in ihren Augen phantastische Formen angenommen. Aber Nordau und Marmorek haben wenigstens die Bedeutung der politischen Konjunktur verstanden. Sie beschuldigten die Leitung, daß sie nicht die I loehsnison airsgenützt habe, daß sie einen einmaligen Moment verpaßt habe 11 sw. Sie vorstanden, daß die Frage der Erweiterung der politischen Forderungen Bedeutung nur in Zeiten des Aufstiegs und nicht in Zeilen des Niederganges habe: für die letzteren halten sic überhaupt kein positives Heilmittel. Als ich Marmorek zum letzten Mal in seinem Landliäuschen in der Nähe von Paris sah — er, war einige Monate vor seinem Tode—, sagte er mir mit Bitternis: ״Ich fürchte, daß wir den Zionismus Ihr Lange Zeit — für zwanzig, vielleicht auch für fünfzig Jahre — jedenfalls bis zum zukünftigen Weltkrieg aus der Hand gegeben naben.“ Diese Worte mühten sich alle Neo-Epigonen Nord,ins und Marmoreks merken: bei allem Pessimismus dieser beiden Männer und bei aller unbegründeten Verschiebung der neuen günstigen Konjunktur bis zum nächsten Weltkrieg, ist doch dieses ihr Wort getragen von einer Perspektive, einer großen inneren Konsequenz und von einer Aufrichtigkeit in ihren Ansichten. Dafür erscheinen die Ansichten ihrer verspäteten Anhänger um so verworrener und unverständlicher. Die Gruppen, die am besten durch das Triumvirat Ussisclikin- Jabolinsky-Grünbaum personifiziert werden, tragen gemeinsam mit der Leitung die solidarische Verantwortung für den Minimalismus in der Zeit der Konjunktur. Gerade in der jetzigen Periode des ״Niederganges“ trat ihr Maximalisinus zu Tage. Ja, noch mehr, sie waren es, die jene unverdiente Isolierung von Nordau und Marmorek förderten, welche dem Zionismus mehr Schaden als Nutzen gebracht hat, Jabotinsty, das außer Weizmann und Sokolow einzige politisch aktive Mitglied der Leitung, hat das White paper von Churchill akzeptiert. Grünbaum war der Verteidiger der Politik der Leitung während dreier Jahre und ist einer der besten Begründer der Theorie der Konjunktur; U&sischkin, der schon 1912. empfahl, sich aller politischer Schritte zu enthalten (״zu schweigen“) und die ganze Energie der ״Sammlung der Kräfte in Palästina“ zu widmen — alt dies« Mitschuldigen an der ״politischen Passivität der Leitung“ (falls die Leitung dafür überhaupt verantwortlich ist) haben einen Moment ausgewählt, der für den Zionismus besonders ungeeignet ist, zur Aktivität über• zugehen, um mit einem unerwarteten und ungeheuer zugespitzten Programm des Maximalismus und der Unbeugsamkeit aufzutreten. Dies ist keine Weltanschauung, sondern ein taktisches Manöver. Entweder hat die Leitung einen Teil der Schuld an der augenblicklichen politischen Krisis, dann hat ihn die Leitung der Jahre 1919, 191921 ,20־ Und ihre direkten Mitarbeiter: Jabotinsky, Ussischkin, Grünbäum und die anderen Neo-Oppositionellen. Oder diese Krisis ist die Folge der Konjunktur; dann erscheint das Abschieben der Schulet auf die Leitung als Folge einer!״!verantwortliehen Demagogie. Das alles heißt natürlich nicht, daß in der politischen Arbeit der Leitung keine technischen fehler vorhanden wären: sie sind da und harren der Beseitigung. Aber von einem organischen Fehler der Leitung zu reden — von ihrem politischen Minimalismus — dazu besteht kein Recht Es ist überhaupt falsch, der Diplomatie eine solche ungeheure Bedeutung beizumessen und derartig fanatisch an ihre Allmacht zu glauben. Es ist vollkommen selbstverständlich, daß diese Gruppen, die derartig die Bedeutung der Diplomatie für den Aufbau des ,Jewisn National Home“ überschätzen, nicht die Notwenaigkeit einer rationellen und intensiven Aufbauarbeit verstanden haben. Dieses ganze Problem ist bei ihnen mit der mechanischen Sammlung der Gelder zusammcngcflossen. Und diejenigen Zionisten, die nachgewiesen haben, daß die Aufbauarbeit eine ungeheure Anspannung aller Energien erfordert und im Namen des Aufbaus die zionistische Bewegung zur Leistung von Opfern aufgefordert haben, erfuhren seitens dieser Gruppe einen äußerst unfreundlichen Empfang (Simon, de Lieme). Gerade die Gruppen, die momentan hinter Jabotinsky, Ussisclikin, Grünbaum stehen, und die es unternommen haben, das Erbe der einst von ihnen selbst ״cxkommutiizierten“ verstorbenen Nordau und Marmorek anzutreten, sind die Fahnenträger im Kampfe mit den ökonomischen Zionisten und tragen die Verantwortung für viele Zersplitterungen und Erschütterungen in der zionistischen Organisation im Laufe der letzten Jahre. .... , ,. Bedauerlicherweise haben sowohl die Leitung wie zahlreiche hinter ihr stellenden Zionisten zu dieser seltsamen Weltanschauung beigetragen. Das Resultat war, daß am Vorabend des XIII. Kongresses 1923־ eine äußerst schwierige Lage herrschte. Die Erfolge der zionistischen Diplomatie waren verblaßt, sic hatte ihren früheren Glanz verloren und ihren faszinierenden Einfluß auf die Masse cingebüßt Und das. was an ihre Stelle hätte treten können — die Erfolge beim Aufbau — waren zweifellos sehr viel geringer, als die Erwartungen und die Erfordernisse der Zeit es verlangten. In diesem Augenblick erscholl aus der Leitung die Losung: ״So kann es nicht weiter gehen 1“ Und der Präsident der Organisation legte dern Kongreß einen Plan einer radikalen Umbildüng vor, deren Kernpunkt die ״Jewish Agency“ bildet. 1 }.Ausweis der ZIonistensteuer-Einganfle für das l.QoaxIal!924 vom 5. bis 9. Marz 1924 A , ״ _״ Einc«ne van I1!»jr«»1nt Ort Kontingent s, 8,1,15 8.3.24 für!.Quartal 34 renlbetrag Allenstein ™־,250 225,— 225,- 25,— Berlin 5000,— 30,— 2727,70 2272,.» Cassel 450,— lät) ,50 493,80 — Dortmund MX),— 23,- 79,10 520,90 Dresden 450,— 150,— 208,50 241,50 Hamm 25,- 15,— 15,- 10,— Insterburg 225,- 141,- 309,- — Lübeck 80,- 30,- 55,- 25,- München 300,— 50,— 173,30 126,70 Nürnberg 450,- 141,70 459,90 — Pfalz (Bezlrksgr.) 200,- 110,- 110,- —י90 Pforzheim 30,- 27,- 27,- —־«^ Wanne 60,— 58,— 58,— 2,— Eingang vom 5. 3. bis 9, 3. 1924: 1160,»; Gesamteingang f. 1. Qu. 24: 10809,95; f. 2 Qu. 24: 293,30; f. 3. und ♦. Qu. 24 : 348,60; Sonderspenden: 6»,—. Spezifikation: Berlin: B. Fett 30,— (1■ Rate einer Jahreszeichnung). Dortmund: B. Groß 10,—, Jahre, Kclcz Je 5,—, Galonska 3,—. Hamm: R.-A. Dr. Mendel, Frau Mandel, Liese Mendel je 5,—. Insterburg: Kndor, Malligsohn je 50,—, R.-A. Lewinsohn, Dr. Posner je 20,—, B. Demant 3,—, div. 1,—. Nürnberg: Dr. Friedmann, I. Kraus, H. Leiter, S, Lion, Dr. Löb, O. Rosen fehler, S. Schön walter, Fr. Stein* hardt, Stock-Ummer (sämtlich 3. Rate), 1. Blumcnfcld (2. Rate), P. Hamburger (1. Rate) je 3,50, div, 103,». Wanne: 5. Salomon u. Fr. 10,—, Feuerstein, Fam. Hahn, E. Nußbaum, 1. Nußbaum, Romankewitz, Rosenthal, Schapiro u. Fr., Schutzmann, Steiner je 5,—, Hecht 3,—, «4 wV ן ü ״mf \ USfdl Befüner ZloniKtlfeh• Ö 19, t Te!ephca1 119104/גג**3 «1.0־ Poat«cheol*kG0fca Hö* M Berlin NW 1 K**«cnvtrw*Hnnat der O, 21־ V, Miüw<x5h, doa י.ינ. Mar* •becsAe i Ulur tirnftpo Ost, im Holm, f/*־n<!»bf*r£•* fit». Iä B Pr0|tßf1;*ntlavßr«tmmln»Sf Herr Rodftkt WMm&nnt ״VÜ* ■*d <**• UnwiU״» ®litnÄ« 6V4 TTlif Crapp« CCÄ, I. ä. KotU»«i*r Jtlatii', KoUbt1e*r T>*mm €0» Koühus*H׳rQGk• Hort* 15f, Wolter?.)וגיזצס t,lM• Jagend »*»d der Aafbe*!*»BUlt.־*»*•• Att^t'hliAniP'Pul Amsprfrüh®, Ü&>fcto k&ntifcn tn.it*Brecht וי»eitlen• Dftnnerftt»fff 18.!!fürs *ticvnde pii״ktl 8 Uhr Uezslr, im Zionist, Heim, Len^ßbare׳«* Btar» 69 (Koog*»g EX Fr*akforter H*r 11) 1a L Vorloioaz atM Bohol.ra At.eh.ra. VV«rk«a. 3. Otaiiuim• 0lag«n hflbrAiaoht׳r nnd jftdt.oU« LI•4*1, iionnahond fl«ם liT*(.länT” ah.nd« M Ubr E»poii llta.Tr, Im Ziouln. JI8im, I,»B<1«berger Str 62 (BUiganf El Krank- Inrittr Htr, 11) Vortrag van Br. Max Lnri«, ttttclWd d•» ZantmlVomllan• da* maU0h.11 Zoira Zion (liilarlidatb). U’lramai . Uitrailamaa". Montag, d«n 17. M*r» abaada B4t tlhw Orappt JlorÄ, Ort wird nach!)•Vannlg.gab.o, Urapgaaabtnd Konnabrmt, don SZ Mira »band• B Uh* lUpotl ilM8lr, Im ZlanlaV Hain, L6ndab«׳gar Sbr. Kl (Bittgang Ki, Krankfortar l>tr. 11) Vortrag vou Dr. Hollmeon. LettUmlt *1:»sUb4 t»4 IU »#UÜse&e iif« Im Zioali■»*•“, Sonnabend, *!en 29. Mftr* abend• 8 Uhr Kepoel iltüftTr, im Zioui«Ü«obe11 Heim, Lr-n1׳ab״*,־er 6kr. 0^ Kujgnnj Itlala• Fronktaftf'r Brr. 11 Bericht Gber die A •(I •S iKunft ti L<m40a Ikifereateat »r. Ch. Arioimroff, Ceptea, d'elMtle»), Dr. Uellaiama, (tetllftil^ Arthar Lewiesoha, (feles). Qtmpf9 We»t*Cbs-rlettanhttr{r. ln der Woche Ton 16.—S®a Märt Ja^eodaheadl Zeit 1יפם Orl wtrU noch bekennt gegeben. W״ß H Uhr •JSdlicker Kallorrerein Perrree im fj״n’1tlichen Holm, Uta&«btrgtf fllr• 19 Hemliiar für )fldUche OaeGhif'hte LeUnng de■ Herrn «tud. phU. La Behiohte«. Jeden Dieniiegabend. m Vhr OetjQdfirber Htadentenrerefn, P'rledrlohet» 118 Seminar lOr Jüdliobe On«ch chte. - , ,, 0rappe 50M Jeden Montag Ton Uhr 'm HoM Zdnkoh, ItoeenthftUr Sto. 111 . Tena^h (Jeiafab). Jadan Ulltwaah von Uhr bni Kdm. L«vy, OranUsbargar Str. 60, _ , . , Oeniftfab. Jeden Sonnabend nachm. 4—6 Uhr bei Kdm, Lerj׳, Orantenburfe« 66f» 9^ Bohttloban arach. Jeden ßonnUf ronnittaff 11—1 Uhr bei Kdm. l,ery! Qemarah. Berliner MlerechbOrappe Jeden Montag, Im fldreaal Synego^n PeetdorsUtr. 14*13, abend• ran10Uhr. Dr. Briinn 1 Tonnoh. Dienstag, abmdeS—10Uhrt Or. Knttimr,Chnmecoh m.Rniebi 1t.IHnlm Jeden Montag, im Doalfrymnafdnm SrhülMatr. ‘A4, nibchm, y^4—Uhrt Itabb. Dr. Krall Luvyt AnsgewUblto Psalmen• אגודת בתי ספר לישראל Jüdischer Schnlveroln E. V., Berlin 019, Sojd.Utr, 8 GeeahAitsiflhreSide■ Voreia&dimltfrlicd t ßtndlonrat Kurl HiaiBltillll, Granewaid, FrUdricberaberetr. SA. בית □פר ללש1ו העברית בברלץ R.brflaeh# Spraehaeh■!* In li.rlla <ZI. Auskunft «־l«IH dar Srhullallar, H.rr N. n״rpr1׳r0n. Mittwoch, flCktbbMSg la du liookachnl« (ür die Wlaaonanh.ft dca Jud.ataflUL ArtUlerlcatr.t. 14, I, Zlmm.r 4• ביח ספר לילדים במערבה של ברליי JBdlfoh» Orandarhnla Waat. Aeakuati *rt־u־lt dl. SohnllclUrln, Frialnln Obarlchnrin B.tty lata&M Montag und Mittwoch 0-4 Uhr, StainpUta 60S8. בית ספר לילדים במזרחה של ברליי Jddleche OrnadccHaU Olt, AtteVanCi OfieiU die Sohnlleiterlo, Fräulein Snaanne LiohteBfWia« fPilUc S-4 UJir. Pankow 871.י גני ילדים בברלין 2Si!acl!«r kUd.rrarlea Charlott.aborg, Küalrlntr ßtr, |(L BMhavr.nl .Tuohor*. — Montag bla Breit«*, von 400—^1 Uhr Jfidlacbar KUdcrmartc« Kord, W.tnhorgaw.g U/1a h»l Bpsritog, — M«nbw bis Freitag• T0a (►—^£1 Uhr. JCdlccbcr Elnd.rgart.a Süd. im tt.ataurant ,P.taarhotw*, Dodm- Bek. Koutaratrnöo, — Montag bla Braltaga von JflO— Uhr. 2Bd:8chcr Elndergart*» Oat, O.blonakiatr, 03. — Montag bia?ralUra von LJ10—Hl Ubr. JCdisrhor Klaä.rsart*. W««», Chlond.ir, 116/117, bai Kflrat. — Ifontog bia Vrollaga von HU)—yt Uhr. K• ä J ״f! רי .. j iml... יווק י!-i! ״ II /i i^ali« sind unter folgenden Telephonnummern zu erreichen! | E’üalzhurg 809, 9S93, 6S97, 6698, 6599 Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Ju• dentums. Am 14. Februar fand die Generalversammlung in Boi!in statt Der Vorsitzende, Professor Dr. M. So b er n heim, berichtete über die Arbeiten der Gesellschaft im ver. gangenen Jahve, die durch die schwierigen wirtsclialtlichcn Verhältnisse außerordentlich behindert waren. Die Zeitschrift konnte in unveränderter Stärke, aber größerem Format, auf. recht erhalten werden. Ebenso gelang cs, eine Reihe von wr.srip.diafllielien Veröffentlichungen der Gesellschaft vorwärt# zu bringen. Besonderer Dank gebührt dein Joint für seine große Hilfe, durch die es der Gesellschaft hatsptsäiliüdi möglich war, ihre Arbeiten fortzusetzen. 'Auch für das laufende Jahr sind der Gesellschaft von ihm Mittel zugesagt worden. .Der Jahresbeitrag ist für 1924 auf 8 G.-M. festgesetzt worden. Das Gnmdrißwcrk von El bogen ״Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung“ ist in zweiter Auf- Lage, jetzt fast fertiggcstclit, und wird in kürzester Zeit erscheinen. Das Buch wird gegenwärtig vom Verlag ״Dwir“ in hebräischer Uebersctzung herausgegeben; Heft 1 ist bereits erschienen. Das Grund riß werk von Caro: ״Sozial- und Wirtschaftsgesclidchtc der Juden Im Mittelalter“, Band I, sowie Cohen: ״Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums“ soll im neuen Jahre neu herausgegeben werden. An Band 1, 2 der ״Gormania Judaica“ werden die Arbeiten wieder angenommen. Der Druck der ״Mcchilta“ wird, nachdem mannigfache Hindernisse beseitigt sind, in nicht allzulangcr^ Zeit beendigt sein. ״Sifre Deuteronomium“, den Dr. Horovitz s. A. bereit* zu bearbeiten begonnen hatte, wird von Herrn Professor Dr. Louis Finkclstein in New York für die Gesellschaft z. Zt. weiter bearbeitet. Dem Verein ״Mckize Niidamim“ wird für das Jahr 1924 wieder ein Ikitrag bewilligt. Der bisherige Vorstand, sowie die bisherigen AusschußmiigKcder werden von der Generalversammlung durch Zuruf wiedergewähit. Professor Dr. M. Sobcrnheim wird wieder zum Vorsitzenden gewählt. 1״״s 4er IZChdisu Welt Crtr, •TnrfttI Vor cinDen Wochen begab sich Kardinal 0*ConaeI, Ei'chof von Boston, von Ron! n.icli Palästina als Organisator einer Grupj)« a m e r i k « 111 s c 11 e r Pilger, ln diesen Tagen kehrte <*r nach Rom zurück und winde am 2«?. Februar vom Papst und vorn Staate;ckreiär G.-.-.p.irri ln einer längeren Audie 11z empfangen. Die katholischen Zeitungen be ruhten, Kardinal O'Connel habe in seinem Berichte die Lage in Paläitlna in noch viel dunkleren Farben gcschildert, als e* seinerzeit Patriarch Barlnsslna getan hat. Kardinal O’Connel wird zusammen mit seiner amerikanischen Ptlgergrupjie am 27. März neuerdings von Rom nach Palästina gehen. Uebcr die Reise des Kardinals Öournc, Bischofs von Westminskr, an der Spitze englischer Walliahrer nach Palästina äußert sich die katliolisdtc Presse: Während die amerikanischen Pilger von rein ״katholischem", d. h. a n t i englischem und antizionistischem Geiste erfüllt sind, suche Kaidinal Bournc einen Ausgleich der englischen (auch der zionistisdven) und katholiscfien Interessen. Jedenfalls schreibt die Presse den beiden Pilgcrschaften eine große Bedeutung zu, indem sie hofft, daß sie da» Interesse der Katholiken für das Heilige Land wiederbcleben und den antizionistischen Kampf fördern wird. Der Palästinensischen Telegraphcn-Agentur wird nun auch offiziell mitgctcilt, daß der Oberkommandeur von Pa* lästlna, Generalmajor Sir Hugh H. Tudor zurück* getreten sei. Vom April d. J. an wird der von General Tudor innegehabte Posten gcstriclien werden, die britische Hccrcsmaciit in l’aiästina wird dem Kommando des Luft* admirals Gerrard untersteilt sein. Laut der vom offiziellen Organ der palastinciisisch-arabischcn Exekutive gebrachten Mitteilung sollte der Rücktritt General Tudor* auf eine Meinungsversciiiedcnheit mit Sir Herbert Samuel und mit dem Londoner Koloniaiamt zurückzuführen *ein; aber viel wahr* ®cheiniidier ist, daß der Rücktritt aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt ist, da kürzclich eine große Anzahl palästinensischer Beamter aus den gleichen Gründen ihre Posten verlassen haben. Am 27. Februar wurde in Jerusalem ein Bankett zu Ehren des Oberrabbiners Kook gegeben, der sich am nächsten Tage nach Amerika einschiffcn sollte, um dort die nötigen Summen für die Aufrcchtcrhaltung der jüdischorthodoxen Schulen und anderer Institutionen in Palästina aufzubringen. Am Abend des 27. Februar stattete Oberrabbiner Kook im Regierungshause einen Besuch ab, um s‘ch von Sir Herbert Samuel zu verabschieden. Samuel gab dem Oberrabbiner Empfehlungsbriefe an den brifischen Oesandten in Washington. Deutschland Eine Anzahl ehemaliger Führer der deutschen Sozialdemo• kratie, die sich später vom Marxismus losgesagt haben, grün* deten eine ״Vereinigung nationalgesinnter Arbeiterführer“. Diese Vereinigung veranstaltete am 27. Februar eine Kundgebung, welcher u. a. August Winnlg, der frühere Ober* Präsident von Ostpreußen, der Herausgeber der ״Firn“, Arno Franke, beiwohnten. Der Hauptredner, Emil Ungcr. führte aus, die geistige Führung durch das in der deutschen Arbeiterschaff sonst nicht vertretene Judentum müsse bekämpft werden. Die Vereinigung gibt ein eigenes Organ heraus, das ״Der deutsche Vorwärts“ heißt. Jfmtrffm Dieser Tage fand hier ein Bankett de* Palestine De* velopmcnt Council (Brandcis-Gruppe) statt, an wel« chem sich etwa 200 Personen beteiligten. Dr. Stephen Wite gab als Vorsitzender einen Ueberblick über die Leistungen des verstorbenen Präsidenten Wilson für das jüdische Volk und für das jüdische Heim in Palästina. 1 tarn a r Ben- Awi entwarf eine lebendige Schilderung der Bestrebun* gen der Pafästinapionicre in den letzten fünfzig Jahren, der Leistungen der Chaluzim Ln der ganz letzten Zeit und der zukünftigen Entwicklung Palästinas. Professor Felix Frankfurter sprach über die Leistungen der amerikamsehen Juden in Palästina. Jacob de Haas zeigt eine Serie Bilder des alten und des neuen Palästina, darunter be* sonders Unternehmungen des P. D. G, der in den letzten Mo* naten neuerdings 150000 Dollar in Palästina investiert hat. Butourfcti Der ״Wiener Mrgztg.“ wird mitgcteilt, daß die Lage der Juden in Bulgarien, unter denen infolge der terroristischen und erpresserischen Aktionen der mazedonischen Verbände in letzter Zeit große Panikstimmung herrschte, sich ln den jüngsten Tagen gebessert hat. Die von den Behörden ergriffenen Maßnahmen hatten die Wirkung, daß die Agitation der Mazedonier aufgehört hat und in der jüdischen Bevölkerung einige Beruhigung eingctreten ist. ״Der arabische Kulturpreis.“ Der Alte-Hcrren-Bund ״K adimah“ im K.J, V. veranstaltet einen öffentlichen Vortrags- Zyklus Cher obiges Thema, urn ohne unmittelbare Bezugnahme auf aktuelle palästinensische Fragen *einen Freundeskreis über Geschichte, Struktur und Probleme der heutigen arabischen Welt zu informieren. Es ist gelungen, die hervorragendsten jüdischen und jiichtjüdischcn Fachgelehrten zur Mitwirkung hcranzuzichen. Es sprechen: Prof. Dr. Horowifz, Frankfurt, über: ״Islam als Religion und Kultur“ und ״Der moderne Islam und Europa". — Dr. Sch äd er, Breslau, über: ״Wirt* scliaftsthoorien und Wirfschaftspraxis des Islam“. — Vizckonsul Dr, Jeschke über: ״Die Entwicklung Mesopotamiens und Syriens seit dem Weltkriege“. — Gcheimrat Prof. Moritz über: ״Geographie und neueste Geschichte der arabischen Halbinsel“. — Dr. Hermann Weil über: ״Einführung in die arabische Geschichte“. — Die Vorträge finden zwischen dem 26, März und 12. April zweimal wöchentlich slatt. Ort und genaue Zeit werden noch bekanntgegeben. Der Alte-Herren- Bund ״Kadimah“ fordert hiermit zur Subskription auf. Die Karten für den ganzen Zyklus kosten 6 M. Die Bestcliungen müssen bis zum 15. März im Büro der B.Z.V., Seydel* Straße 3, aufgegeben werden. Die Karten werden nach dem 15. März per Nachnahme zugesandt. Wochenkalertdcr. Sonnabend, 15. Marz, 9. Adar schüni 5684, Wajikra, Schabbath Saclior, Nacht 6,50; Mittwoch, 19. März, 13. Adar scheni, Thaanith csiher, Fasten Esther, Nacht 6,57; Donnerstag, 20. März, 14. Adar scheni, Purim; Freitag, 21. März, 15. Adar scheni, Schuschan Purim. <1n da mH tu. Berlin-Wi 1 mersdori, Emscr Straße 12 13. י,?ף#ן| י י י Mt bk Bankkonto: DarmatiUUer tu Kation«!bank, Berlin, Hchiok.ipUu 1*4. Postfckeckkonto: Berlin Nr 104951, kill yj! al Lb^iiUl ' UUi!■ lluUwttaUicÜniMä ■*f Ul BeriiA« S4eh»lKbt Btrmm 8י / PosUti1»ekko&t»; Berlin SS247»