Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXIX (1924)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1924)
- Date
- 1924-03-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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'f i Redaktion und Verlas! W 15, Sächsische Straße S, Erscheint jeden Dienstag und Freitag, Bezugspreis bei der Expedition monatlich 1.85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark. Au1l«nd«»bonnrn1*nl• w.rilio in d«r Wlhrnnä der *Inrelnen L*mt«r berechnet• iutamer 20 Berlin, II. Hi, »24 1־ r rj ן». ■״■'1■»«'^ I 1 1 1 \ I I t .] «1 i Aazcificn-VcnvolluflfJ: Jüdische Xlrmdcchaa G.ra.b.IL, BerlinW15, Sächslscho Straße8, — Telephon: Amt Pfalzburg 6697, 6698 u. 6699. An«e[^«־np1cft1 S^esp.11t.N’onp*reiH#reU« 0,25Golctm»rk. Famllknanzcidvn utiU ijtcilcn^fiuch« 0,15Go!dmarlt« Für!״'brIUcli« An/eig•!! iOO%Au(»cbUj>. l'ür Aunlsndslnierat« 100% Aut»chUj». A»xe!j»t?ß1chl«Q1 D i a t * g und Freitag nachmittag 4 Uhr. '■'־X ״! ״ü / ע ־0 1'?> ויי! י״* ך יי• ד fיי?f*״ f ו* ד ■ . 1 «Jr% »• 1־1 r־~r ך• 1 \ נ V.;.fj Telephon: Pfalzburg 6697u, 6698. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Oesterreich: Postsparkassenamt Wien, Konto Nr. 156030. Für Tschechoslowakei; Postsparkajsenamt Prag, Konto Nr.59410. — Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ה׳ אדר ב׳ חרפ״ד ״• — "■ -mrrnMr «f. XXIX. Ja3 irrr. Ecr_^iot11»rau3 erstrebt für das JUdlscha tfoHt c3lo Scisaldung einer ßRenlllsI»»rechtlich gesicherten UcIrast'äHo In Palästina. ״Baseler Prooramra," Herbert Sanads Vcrlumdlangen mit König Haseda Jerusalem. (J. T. A.) Die' palästinensischarabische Presse teilt mit, daß die vor einiger Zeit zwischen Sir Herbert Samuel als dem Bevollmächtigten der britischen Regierung und König Hussein gepflogenen Unterhandlungen mit Erfolg zu Ende geführt worden sind. Die arabische Presse fügt noch hinzu, daß König Hussein Zugeständnisse• gemacht habe, damit die Unterzeichnung des Anglo- Hedjas-Vertrages bald vollzogen werden könnte. Die Konferenz der arabischen Staaten in Kowcit über die Grenzfragen wird am 15. März eröffnet werden. König Busseln zum Kalifen ausgcrulen Das Reutcrsche Büro meldet aus Jerusalem: König Hussein ist ztim Kalifen in Transjordanien, Mesopotamien und Hedjas proklamiert worden. — ״Daily Mail“ meldet hierzu aus Delhi, daß die indischen Mohammedaner diese Wahl unterstützen. Nach einer weiteren Meldung der ״Daily Mail“ hat die Regierung von Angora die Pilger, die nach Hedjas gehen wollten, gewarnt, ihre Fahrt zu unternehmen, da sie dort großen Gefahren aarsgesetzt seien. Den wahren Sinn dieser Warnung glaubt ״Daily Mail“ darin erblicken zu können, daß man in Angora befürchte, der König von Hedjas, Hussein, könne als der natürliche Nachfolger des geistliehen Oberherrns der Mohammedaner empfunden und zum Kalifen , ausgerufen werden. Dies ist inzwischen bereits geschehen. Die Ausrufung Husseins zum Kalifen sprenge die Einheit des Islam auseinander und trage neue schwere Komplikationen in das unorganisierte politische Leben des Orientes. * Die ״Frankfurter Zeitung" vom 9. März kommentiert die obenstehende Meldung folgendermaßen: ״Die Abschaffung des Kalifats durch die NntionnlvciSammlung in Angora hatte den Zweck, ein Intrigcnfekl zti beseitigen. Aber cs ist nicht zu verkennen, daß diese Politik es jedenfalls jetzt England ermöglicht, den gleichsam legalisierten Bestrebungen seines Schützlings Hussein tatkräftigere Unterstützung zu gewähren, als es bisher der Fall war. Ein Kalifat Husseins, scheinbar eine Etappe auf dem Wege zur großnrabisdien Einigung, ist in Wirklichkeit ein Akt der Spaltung in der arabischen Welt. Denn es ist nicht anzunehmen, daß es über die drei Bundesländer Hedjas, Irak und Tran s j o rd a n ie n hinausgehen wird. Hussein hat unter den Arabern bei weitern nicht den großen Einfluß, den er sich in seiner Eigenschaft als direkter Nach, komme des Propheten zuschrcibt; in Zcntralarabicn steht ihm Nedsehd, das starke und völlig unabhängige Wahabifenreich, in schroffem Gegensatz gegenüber; Aegypten erfreut sich zu sehr seiner jungen und fortschreitenden Unabhängigkeit, um vor einem Bundesgenossen Englands das Haupt zu beugen (in diesem Zusammenhang waren vor kurzem Go rüchte aufgetaucht, die von einer Kandidatur des ägyptischen Königs Fund für den Kalifenthron sprachen); in Syrien bestellen sehr wesentliche Strömungen gegen Husseins Primat, aus kulturellen und machtpolitischen Gründen. Die nädiste Entwicklung des Kalifatproblems wird sich in den einzelnen arabischen Ländern wohl in ähnlicher Weise vollziehen, wie in Marokko und Algier, wo die weltlichen Oberhäupter den Kalifenrang einnehmen: also auf dem Wege des Separatesmus. Es liegt nahe zu vermuten, daß die nichtarabischen, muselmanischen Länder Asiens denselben Weg gehen werden. Ob allerdings der europäische Hauptinteressen^ England; aus dieser Entwicklung Vorteile ziehen wird, ist nicht mit Sicherheit vorauszusagen. Es ist möglich, daß das Gegenteil eintritt und daß die orientalischen Völker aus dem zur brennenden Frage gewordenen Kalifatproblcm eine politische Festigung erhalten. Im Orient — und besonders im arabischen Orient — lautet die politische Losung auf ״Freiheit" und erst in zweiter Linie auf ״Einigkeit“; und wenn durch eine Einigung (1. B. unter dem Kalifen Hussein) nur eine Preisgabe an die westlichen Machteinflüsse erzielt würde, so gäbe es dort wohl kein Bedenken, auf eine .,Einigkeit" zu verzichten — zugunsten der Freiheit.“ (Uns erscheint es durchaus nicht als sicher, daß England die Bemühungen Husseins um das Kalifat unterstützt. Vor kurzem haben sich beispielsweise noch die ״Times‘• energisch gegen diese Aspirationell gewandt. — Red. ״J. R."). Die Palästina Einwanderung Im Januar Jerusalem (J.T.A.) Wie offiziell mitgetcilt wird, kamen während des Monats Januar 357 Personen nach Paläsiina. Unter diesen befanden sich 14 Christen und 13 Mohammedaner, die übrigen waren Juden. 33 Juden und vier Christen, die als Touristen ins Land gekommen waren, erhielten die Genehmigung zum dauernden Aufenthalt Vier Emigranten, die nicht den palästinensischen Einwanderungsbestimmungen entsprachen, wurde die Aufenthaltsbewilligung verweigert. Jerusalem. (J.T.A.) Die dritte Sitzung der Assefath Hanfweharim (Nationalversammlung der palästinensischen Ju• den) ist aus technischen Gründen auf den 24. März verschoben worden. Der Waad Leumi hat den Entwurf des für die nächste Nationalversammlung vorgesehenen Wahlgesetzes verfif?entlieht. Laut diesem Entwurf sollen alle Männer und Frauen, die das 20. Lebensjahr erreicht haben, das aktive, vom 25. Lebensjahr an auch das passive Wahlrecht erhalten. Ie •300 Wahlberechtigte wählen einen' Abgeordneten. Die Wahlen erfolgen auf preportionefier Grundlage. י r% m ־*׳ ןa \ y־p, ( fl Erste Sitzung Die Sitzung des A.-C. wurde Dienstag, den 4. März, 11 Uhr vormittags, eröffnet. Anwesend sind folgende Herren: Exekutive: Nahum Sokolow, Joseph Co wen, Louis L i p s k y. Finanz- und Wirtschaftsrat: Isaak Na i dltsch, Dr. Berthold Fciwcl, Dr. Georg Halpern, Hillcl Zlatopolsky. Mitglieder des A.-C.: Oberrabbiner Dr. H. P. C Uajes, Ahr. Gold borg, I. K. Goldbloom, Dr. G o 1111 eb, I. Grünbaum, Dr. Jacobson,, Dr, Schm. Levin, L. Levite, N. d. Lieme, R. Stricker, l. F is h m a n (New York), H. F arbstein, Ph. Mayer (Misrnchi), Dr. Ch. Arlosoroff, E. Kaplan, Dr. R. Welt sch, Dr. H indes, Neiger, Dr. Go Id mann. Vertreter der Institutionen für J.C.T.: Jean Fischer; für Keren Kajemeth: Prof. Warburg; für Keren Hajessod: S. Kaplansky. Ferner Ersatzmitgiicd (ohne Stimme) Dr. E. Margulies. Folgende Mitglieder des A.-C. sind nachträglich zur Sitzung eingetroffen: Dr. Reich, Kurt Blumenfeld, L. Levin- Epstein, Ch. Weißburg, Dr. Hcllmann, S. Landau, M. Neu fei d, Dr. A. Barth, Dr. Hantke. Dr. Chajes eröffnet die Sitzung und läßt zunächst die Tagesordnung genehmigen. Von Dr, W c i z m a n u ist ein ausführliches Begrüßungsschreiben cingegangcn, welches den Mitgliedern des A.-C. vorgclegt wird. Ferner ist von Dr. Ru pp in aus New York folgendes Telegramm eingelaufen: Herzliche Grüße an das A.-C. Mögen Ihre Beratungen cleitet sein von dem Gedanken, daß ErfolgoderMißingen des Zionismus von der Stärkung unscrer ökonomischen Situation in Palästina a b h ä n g t. Die letzte Entwicklung in Amerika wird zur Erreichung dieses Zieles beitragen. Von Dr. Osias Thon kam aus New York folgendes Telegramm: ״Herzliche Grüße an das A.-C. Ich hoffe, daß F rieden und Harmonie die Verhandlungen leiten werden. Die amerikanische Keren Hajessod-Aktion erfordort außerordentliche Anstrengungen, cs bcstellt aber die Hoffnung, d׳!Ü d;״״es Jahr befriedigende Resultate erreicht werden, obwohl die schlechten Resultate in Europa die Arbeit hier stark beeinträchtigen. Es ist unbedingt notwendig, neue Quellen für die Palästina-Arbeit zu erschließen. Die Marshall-Konferenz war in dieser Beziehung ein wichtiges Ereignis. W׳cizmanns stolze Haitu 11g hat zur Hebung des Prestiges der Zionistischen Organisation beigetragen. Deren Integrität und führende Steilung beim Aufbau Palästinas sind nicht gefährdet, sondern völlig gesichert." Ferner ist ein Entschuldigungsschreiben von Hermann Struck aus Palästina cingclaufcn. Der Vorsitzende teilt mit, daß der vom Kongreß für einen Vertreter der palästincnsischen Judenheit freigehaltenc Sitz im A.-C. vom Waad Leumi mit Herrn David Ycllin besetzt wurde. Zu Ersatzinitglicdcm aus Palästina hat der Waad Leumi die Herren Elijahu Berlin und Dr. Moss Insohn hestimmt. Auf Antrag des Vorsitzenden wird beschlossen, ein Glückwunschtelegramm an Dr. Arthur Hantke abzusenden, der heute in Berlin seinen 50. Geburtstag feiert und aus diesem Grunde verspätet zur Sitzung cintrcffen wird. Ferner wird beschlossen, ein Begrüßungsteiegramm an die gleichzeitig tagende Jahreskonferenz der süd-afrikanischen Zionisten abzusenden. Hierauf wird in die Tagesordnung cingctrcten. Als erster Punkt der Tagesordnung erstattet Herr Sokolow den Bericht über die politische Lage und über die politische Tätigkeit der Exekutive. Um 1 Ulir wird die Sitzung unterbrochen und der Beriebt des Herrn Sokolow ln der Nachmittagssitzung fortgesetzt. Zweite Sitzung Herr Sokolow gab zunächst einen Ucbcrblick über die Ereignisse, die mit den Verhandlungen der englisch en Regierung mit dem König Hussein in Zusammenhang stehen. Die Ex־ckutivc hat diesen Verhandhingen, soweit sic auf Palästina Bezug haben, die größte Aufmerksamkeit zugewendet und alle zuständigen Stellen genau über die zionistische Auffassung informiert. Im Augenblick scheinen die Verhandlungen rcsultatlos verlaufen zu sein. Der Referent konnte beruhigende Mitteilungen in dieser Hinsicht geben, immerhin betonte der Redner, daß nach seiner Auffassung die Möglichkeit der Fortführung der Verhandlungen bestellt und die Exekutive cs als ihre Pflicht bei rächtet, die Ereignisse mit größter Aufmerksamkeit zu verfolgen. Der zweite Punkt, über den Herr Sokolow sprach, ist der Regierungswechsel in England. Herr Sokolow gab der Genugtuung Ausdruck, daß an der Spitze der englischen Regierung ein Mann steht, der unsere Sache kennt und versteht", der selbst ln Palästina gewesen ist und enthusiastische Aufsätze über die zionistische Arbeit in Palästina geschrieben hat. Wir sind überzeugt, daß die gegenwärtige Regierung uns freundlich gesinnt ist. Trotzdem ist die objektive Lage einerseits, die Lage der Regierung andererseits derart, daß wir keine plötzlichen Aenderungen erwarten dürfen. Die Exekutive betrachtet es aber als ihre Hauptaufgabe, der Regierung gegenüber die* jcnlge Stellung zu behaupten, die der Zionistischen Organisation als Jewish Agency in allen, Palästina betreffenden Fragen gebührt. In dieser Hinsicht wurden bereits Schritte eingeleitet, um den Kontakt hcrzustclicn. Sodann schilderte Herr Sokolow die direkten Verbandlungen, welche von dem zionistischen Vertreter mit dein König Hussein, ({er heute die prominenteste Figur der Araber ist, ei ״}geleitet worden sind. Honig Hussein hat die jüdische Delegation sehr würdig und freundschaftlich empfangen, und wir begrüßen es, daß die Möglichkeit eines direkten Konfaktes gegeben war und auch die Möglichkeit, die führenden Araber persönlich über unsere Gesinnung dem arabischen Volke gegenüber im Sinne der Kongrcßbcschlüsse aufztiklürcn. Allerdings dürfen wir uns nicht zu der allzu optimistischen Ansicht verleiten lassen, daß die gastfreundliche Aufnahme der jüdischen Delegation seitens Husseins auch schon die Be« deutung einer politischen Verpflicht ung hat Der Redner charakterisierte dann den Unterschied zwi« sehen den palästinensischen Arabern und den anderen arabischen Gruppen und schilderte auch die Schwierigkeiten, die König Hussein außerhalb Palästinas hat und die seine Haltung beeinflussen. Bei dieser Gelegenheit wandte sich der Redner scharf gegen die Versuche unverantwortlicher Personen, als angebliche jüdische Vertreter Verhandlungen mit Hussein und seinen Söhnen zuungunsten des jüdischen Volkes zu führen. Wir sind über« zeugt, daß die jüdischen Massen, besonders die orthodoxen Massen, für diese Handlungsweise kein Verständnis haben werden und jedem Versuch einer Sonderaktion entgegentreten werden. Nach dem mehrstündigen Referat des Herrn Sokolowt wird die Debatte eröffnet, die mit kurzer Unterbrechung bis 11 Uhr abends dauert. Es sprechen die Herren Dr. Ja« cobson, Jean Fischer, Dr. Gottlieb, Kaplansky, Grünbaum, Farbstein, Kaplan, Chajes, de Lieme, Stricker, Levite, Mayer, Mereminsky, Abr. Goldberg, Schm. Levin. Besondere Aufmerksamkeit finden die Ausführungen Kaplanskys, der mittcilt, daß die Poalc-Zion damit beschäftigt sind, ein Programm für unsere konkreten Forderungen in Pa« lästinn auszuarbeiten. Der Redner charakterisiert zunächst gewisse wirtschaftliche Möglichkeiten und Forderungen und geht uaim auf die Frage der Vcrlassiing Palästinas ein, wobei er betont, daß eine mechanische Anwendüng des Prinzips der Demokratie in Pa« lästlna unmöglich ist und daß Garantien geschaffen werden müssen, damit nicht die Araber ihre momentane numerische Ucbcrlcgcnlicit zuungunsten der Juden ausnützen. Mit diesen Kautclcn soll ein Ausgleich auf der Basis de« mokrati scher Selbstverwaltung und n a t i o « naler Autonomie angestrebt werden. Die meisten Redner stimmen mit Kaplansky darin überein, daß die Exe* kutive jetzt mit einer Politik der Initiative hervortreten müsse, setzien sich jedoch mit den Einzelheiten seiner Vorschläge kritisch und zum Teil ablehnend auseinander. Elieser Kaplan (Hitachdut), der aus Palästina zur Sitzung gekommen ist, schilderte die Stimmung im Lande und betonte, daß das Interesse der öffentlichen Meinung Palästinas weniger den diplomatischen Verhandlungen zugewendet ist, als vielmehr konkreten Wirtschaftliehen Fragen. Dementsprechend fordert der Redner eine Konzentrierung auf konkrete wirtschaftspolitischc Ziele. Er teilt mit, daß die palästinensische Arbeiter- Organisation sich mit dem Gedanken trägt, eine Deputation zur Labour Party nach London zu schicken, um Unterstützung in ganz bestimmten Aufbauunternchmungcn der palästinensischen Arbeiterschaft zu fordern. Nach Abschluß der politischen Debatte hielt Herr Sokolow das Schlußwort, in welchen! er auf verschledcnc, im Laufe der Diskussion aufgetauchte Probleme näher cinging. Im Laufe der Abcmlsitzung wurde auch die Frage der Einsetzung einer ständigen politischen Kommission des A.-C. erörtert, die Frage wurde jedoch nach längerer Debatte zurückgcstcllt, um der Exekutive die Möglichkeit einer Stellungnahme zu geben. Joseph Co wen ist infolge plötzlicher Erkrankung verhindert, an der Beratung des A.-C. tcilzunchmcn. Dritte Sitzung ln der Mittvvocli-Vormittagssitzung begründete zunächst Herr Sokolow die Schritte, die von der Exekutive unternommen worden sind, um den Beschluß des Kongresses bezüglich Erweiterung der Jewish Agency durch- Zufuhren und betont, daß die Exekutive völlig einig Ist in der Einschätzung der Bedeutung der von Dr. Weizmann in Amerika geführten Ver- Handlungen zur Gewinnung neuer Kreise für die Mitarbeit am Aufbau des nationalen Heimes in Palästina. Er betont, daß cs Sache des A.-C. ist, dem gegenwärtigen Stande der Verhandlungen gemäß, der Exekutive Riehtlinien zu geben, die deren Fortführung und erfolgreiche Beendigung ermöglichen. Mr. Lipsky gab einen Bericht über die Arbeit Dr. Weizmanns und Dr. Ruppins, die in vollem Einvernehmen mit den Führern des amerikanischen Zionismus und den amerikanischen Mitgliedern des A.-C. erfolgt ist. Der Redner schildert die innere Lage des amerikanischen Judentums, die einen Umschwung der Beziehung der dortigen Juden zu allweltlichcn jüdischen Problemen zur Folge gehabt und sic für das Verständnis der Palästina-Sache reif gemacht hat. Bezüglich der Organisierung des amerikanischen Teiles.der Jewish Agency müsse man mit Rücksicht auf die Verschiedenartig!:״( der Struktur des dortigen Judentu ms den Weg beschulten, daß man die einzelnen organi- *