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Jüdische Rundschau · 1924-03-07 · Heft 19 (7.3.1924) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXIX (1924)
Issue
Heft 19 (7.3.1924)
Date
1924-03-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Saite 128 Nr. 10 TUEDISCHE RUNDSCHAU keine Hcndi hm ין;. Ein Statut wurde geschaffen, in dem mit Rücksicht auf die östlich _ orientierten Brüder, die mit ihrer Mentalität der V'cHorgniiisnlion immer mehr ihren Stempel nuf«l rücken, <lcr Differenzierung innerhalb der Orthodoxie dernrt Rechnung getragen wird, daß nicht die Ucber/cirgungstrcric, sondern <lie laklteclie Einstellung nh ausschlaggebender Faktor gilt. UihI drittens ist zu beobachten, «laß vor nllem unsere Jugend, die jn Wien war, von der Demut und Bescheidenheit der grolScn J lior,־!gelehrten herzlich wenig gelernt hat, dafür aber sich die politischen Srblagwörtcr und prinzipiellen Ver• sjiegenliriten zu eigen machte, wodurch schon in jugendlichen Kopien Vcihelzuti״•, Kritiklust mul Ueberheblichkeit gezüchtet wird, km Beispiel sei cnvliluii, um die Zustände, wie sie jetzt siml, zu kemizekliiien. Vor einigen Wochen berichteten die jüdischen Zeitungen, daß auf Anlaß des Vorsitzenden des Oruppenverbandcs oer Aguilalh Jisrocl für Deutschland die Vertreter der gesetzestreuen Organisationen Deutschlands zu einer Besprechung nach Frankfurt geladen seien. Es handelte sich um die Iksehaffimg von Mazzotii für die minderbemittelten Kreise, T'tiiUn, Mesusoth usw. Man war mit Recht erstaunt, daß der Misrachi, der .schließlich auch eine gcsctzcstrcue Organisation ist, zu dieser doch an sich linrm* losen Sitzung nicht geladen war. Das Erstaunen wurde noch größer, als in dem offiziellen Bericht vor «len Wollen ״ge- |sctzcstrcuc Organisationen" das Wörtlcin ״unabhängig“ eingeschoben war. Also nicht einmal zur Beratung über die Beschaffung von Ritualien .werden in taktischen Fragen anders eingestellte Verbände geladen. Grund oder wohl besser Vorwand: sic sind abhängig. Mag sein, daß die historische Ent- Wicklung derartige Erscheinungen begünstigt, vielleicht liegt es im Wesen jeder positiven Aiischnmmg begründet, daß sie für «len Bekenner «las allein seligmaehomie Prinzip bedeutet, sicher ist, daß diese Eigenschaften seit Wien in noch höherem Malle hervortreten. Dieser Erkenntnis darf man sich nicht verschließen. Letzten Endes sind cs die Auswirkungen jener unscljgcii Uebortragung eines rein taktischen Prinzipcs auf das Geistige. Hält man diese Methode für recht und?.weckmäßig, so lebt man in einer irrigen Vorstellung. Nicht lange und cs rächt sich bitter, daß die Gegebenheiten mißachtet sind. Wir dürfen uns nicht wundern, daß die Geschichte mit eherner Macht über uns hinweggeht, weil wir Vogclstrauß- Politik treiben und durch hermetischen Abschluß von der geistigen Außenwelt allein unsere Eigenart gewahrt glauben. Es scheint aber auch diese Einstellung dein Sinne der jiidischcn Geschichte zu widersprechen. Es gilt eben, den seelischcn Konflikt aiiszukampien, und ein Problem zu lösen, das in der jüdischen Geschichte jedesmal wiederkehrt, wenn wir in das Kulturleben der Umwelt cintrctcn und seine Sprache, Sitte und Bikhing aunehmcu und zugleich der jüdischen Ucbcr* liefcrung die Treue wahren wollen. Wir haben uns «Inrau gewöhnen müssen, in dem letzten Jahrzehnt manche Dinge von wesentlich anderen Gesichtspunkten zu betrachten. Auch in der deutschen Judeiiheit ■hat sich vieles geändert. Probleme, um die vor 20 Jahren heiß gekämpft wurde, sind in ein Nichts zerronnen. Auch Prinzipien sind wandelbar. Diese Erkenntnis hat mit zur Begründung der ״Achduih" geführt. Glaubte man bisher, die I '«iffercnzicrung in der Orthodoxie sei eine naturgegebene und nur in der Beschränkung auf den gcsintmngsgcnössischen Kreis sei eine stetige Entwicklung gewährleistet, so ver- :ianot die Konstellation des Augenblickes liier eine NachprüluBg. Was zu Zeiten des Kampfes um den Austritt aus der Gemeinde Notwendigkeit war,׳ muß es beute nicht mehr ’,;ein. Das soll natürlich nicht heißen, daß die separatistische Anschauung keine Berechtigung hat, weil das Verlangen nach Einheit vorhanden ist und nicht das nach Trennung. Nur lie Tatsache soll damit ausgesprochen sein, daß sowohl in mscrem Kreise als auch nach außen hin die Vertretung der 'esetzestreuen Interessen nicht mehr in die Hände separalistisch eingestellter Männer und Verbände gelegt werden darf. Die Gründe dafür, und deswegen mußte diese Auseinuidcrscizung geschrieben werden, sind wahrhaftig nicht ״ge- \ranktcr Ehrgeiz" oder ״persönlicher Haß gegen einzelne 1ersöiilichkcitcn“, wie man in der gegnerischen Presse bcinuntct hat. Sondern einzig und allein die historische Entvicklmig in der Orthodoxie hat diese Konstellation herbei-;äülirt, die in ihren Ursachen weiter zurückreicht, als es m Augenblick scheinen mag. l)ic große Menge derer, die des ,arteihaders müde sind, und derer, die den Anschluß an bc• teilende Organisationen nicht finden konnten, haben den Nnstoß zu der neuen Bewegung gegeben. Nicht Feindschaft, licht Kampf gegen andere Organisationen hat ״Achduth" 1uf ihre Fahnen geschrieben. Friedlich wird sie ihres Weges eben, ohne auf Vorteil oder Vorurteil zu achten, ln der \ehduthklee selbst liegt schon die Gewähr für die Zukunft, fml ״teilt zuletzt wird man der geistigen Struktur der Achlutli «lie Stellung cinräuincn, welche einer orthodoxen Organlalion, die nach gleichen Rechten und Pflichten ihre Mitglieder ijiordnei, zukommt. Durch Sammlung aller Kräfte, unter einer ßarken, zietbewußten Führung wird cs der Orthodoxie in )cutschland möglich werden, der inneren Zersplitterung Herr u werden. Nur so wird die alte Kehiilah, deren Entwicklung furch unjüdischc Erscheinungen jäh unterbrochen wurde, in irer alten Größe und umfassenden Bedeutung wiederherstellt werden. Alberto Jonas. pre00e9cbau ״llainl“ und ״llaarcz“ Die inneren Parteikämpfe im Zionismus haben leider dazu «führt, daß jedes Maß des politischen Anstandes 11s engen parteipolitischen Gründen heraus geojifcrt wird, .s sind leider in der Polemik bei uns Sitten cingcrlsscii, ie weit über das hiiiaiisgehen, was ein sachlicher Kampf csUittct. Ein Beispiel für diese Art von Polemik, die beomlcrs seit der bekannten Deiuissionscrkläruiig Dr. Solo-!.eitschiks um sieh ge;1 ׳ii.cn hat, gibt die Art lind Weise, ie von «1er Presse der sogenannten Opposition auf «lie .'cw Yorker Konferenz vom 17. Februar reagiert worden ist. s muß betont werden, daß keinerlei Einzelheiten her die Konferenz und die mit ihr Zusammenhängenen Verhandlungen der Od'fciitlichkete bek annt sind. ׳Bc- •1 mit ist nur, daß auf Ürimd der großen Wirkung, «lie )r. Weizmann in Amerika erzielt hat, die im Hotel. Autor jcrsanimcltcn Herren sich bereit erklärt haben, bei der Grünnng einer Investment Company mitzuwirken und über die Heiligung der amerikanischen Juden an der Jcwish Agency 1 verhandeln. Welches Echo findet diese bedeutsame Taticltc? Im 11״ a i n t“ kritisiert Herr Grün 11a um unter ״m vielsagenden Titel ״Das sagt viel“ die Einladung, 11• Marsliaii zu dieser Versammlung verschickt hat. Er erlicht cn Vorwurf, «laß diese Einladung nicht von den natioa I c 11 Interessen des Judentums spricht und daß das Wort nationale Heimstätte" darin nicht vorkommt. (Als 11 ׳ den Emgel,־uienen auch die Balfour-Deklaration und der ext des Mandats nicht deutlich sagte, worum cs sich haneit!) Herr Cmmbaum vergißt vollkommen, daß cs sich ier nicht um eine zionistische Veranstaltung handelt, Indern um den Versuch, Leute, die außerhalb der Zionistischen 1 ,׳rganisation stehen und infolge ihrer t teher7m״״m? such eher draußen bleiben werden, zur Mitarbeit am Aufbau Palästin.ir. zu gewinnen. Selbstverständlich sind diese Leute keine Nutionaljudcli, Trotzdem wollen sie ehrlich mitarbeiten, da sie, wie sie nti'diüeklii'h erklärten, «lie Verpflichtung des gesamten Judentums zur Schaffung einer nationalen Heimstiitie als einen fnlt ncoompli anr.ehcit. Wollen wir mit diesen Elementen ein Bündnis schließen, wobei wir unsere zlo nistischc Gesinnung bdnltcn und Jenen ihre eigene Weltamichamiitg lassen, im Interesse einer Vergrößerung der Arbeit in Palästina und der jüdischen Ehiwnnuerung. oder wollen wir .Wortklauberei treiben und unsere eigene zi 0 - nistische Verpflichtung vergessen, indem wir bei aiulercn die Ge s i 1111 un g8 p ro bc machen? Es ist bedai.eiiith, «laß der einfache Tatbestand immer wieder verschwiegen wird. Noch ungeheuerlicher ist aber, was Dr. Olftcksoh n im ״Haare?“ ausführt. Am 19. Februar, auf Grund eines kurzen telegraphischen Berichtes, schreibt GHieksobn einen langen Artikel, in welchem er seine volle Zustimmung zur ünmdmig einer Investment Bank ausspricht und erklärt, man müsse Dr. Ruppin für diese seine Leistung dankbar sein. Die selbstverständliche Tatsache, daß die Ortendung der I11vcrtttm.nt Hank nur «1er Kampagne Dr. Weizmann» zu danken ist und ohne diese nie zustande gekommen wäre, daß daher die beiden Fragen nur im Zusammenhang beurteilt werden können, wird einfach ignoriert. Dann, nach der Anerkenming der Wichtigkeit der Investment Bank folgt ein scharfer Angriff auf die Leute, die dieses Unternehmen gründen, weil sie die Parteilosigkeit dieser Aktion h.'tom'ti 1111«! weil sie in ihrer Einladung sagen, die Jewislt Agency solle allgemein jüdisch werden und nicht auf eine ,Partei beschränkt. (Dasselbe, was die Zionisten immer sagten.) Dann aber fährt er fort: ״Wichtiger aber als die An• schaumigen unserer Partner sind unsere eigenen Anschauungen, welche in diesen Verhandlungen zutage getreten sind. Efi besteht kein Zweifel mehr, daß in diesen Vorhandhingen von Dr. W e i z m a n n Vorschläge gemacht werden, welche weit über die Beschlüsse des Kongresses und des A.-C. Iiimmsgelicn. Wie bekannt, hat Dr. Weizmann nach Amerika als Grundlage und Text der Verhandlungen über die Jcwish Agency das bekannte Memorandum mitgenommen, welches an die Führer der englischen Juden geschickt worden war. Dieses Memorandum schlägt «len nichtzionistischen Organisationen im Gegensatz zu den Beschlüssen des Kongresses und des A.-G volle Beschlußkraft in ökoiiomisehen Fragen und das Recht zur Bestimmung des Palästina- Budgets auf nllen Gebieten «Ier Arbeit vor“ usw. Es ist unbegreiflich, mit welcher Bestimmtheit GUicksohn liier Dinge ah ״bekannt“ voraussetzt, von denen er selbst nicht einmal sagt, wieso sie ihm bekannt sind. Es ist der Gipfel der De magogic, wenn mau durch solche scheinbar linnnlosc Wörtchen wie ״wie bekannt“ usw., in den l.cscrn den selbstverständlichen Eindruck hervorruft, daß die Behauptungen richtig sind, die man selbst aus trüben Quellen geschöpft hat. Was immer Dr. Weizmann für Verhandlungen führt, nicmami hat das Recht ihm vorzuwerfen, daß er die Beschlüsse des Kongresses verletzt, bevor dies nicht erwiesen ist. Die Einzelheiten der Versammlung im Hotel Astor werden bald bekannt »ein und die Oeffentliclikeit wird sich selbst ein Urteil bilden können, ob hier die zionistische Sache verraten wurde oder nicht. Die Frage, ob eine Gruppe, welche selbst einen erheblichen Teil der Fonds beiträgt, auch ein Mitbestimmungsrecht in ökonomischen Fragen haben soll, ist eine außerordentlich schwierige, die zweifellos zu Verhandlungen Anlaß gibt. Aber das A.-C״ bzw. die Jahreskonferenz, die nach dem Kongrcfibcschiuß die letzte Entscheidung in diesen Fragen zu fällen hat, wird sich darüber schlüssig werden müssen, ob ein Modus einer derartigen Zusammenarbeit zu ermöglichen ist oder nicht. Aber nicht um hier eine sachliche Polemik zu führen weisen wir auf diesen Artikel hin, sondern um die Art und Weise zu brandmarken, wie hier unterirdisch Wühlarbeit geleistet wird und wie mit Hnlbwahrhcitcn gespielt wird. Die Behauptung So 1 o w c i t s c 11 i k s , daß Dr. Weizmann auf Grund des sogenannten Memorandums Verhandlungen in Amerika führt, wird als selbstverständlich hingenommen, ohne zu bedenken, daß die Verhandlungen in Amerika einen vollkommen anderen Charakter haben als die in London. In Amerika ist «Has Ziel weniger auf eine formelle Plattform gerichtet, ah auf ein konkretes Werk, das von der dortigen Judensdiaft getan werden soll. Statt dies zu verstehen und zu begrüßen und, wo nötig, auch frei zu kritisicrcn, sucht man bei uns die Atmosphäre .zu vergiften. Nicht dies ist der Weg, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu gelangen. Sprecbsaal .Wir erhalten folgende Zuschrift: Sehr geehrte Redaktion! Ich bitte Sie um Aufnahme #01gender Zeilen, «lie dazu bestimmt sind, «He Mißverständnisse, die durch die Notiz, ln Nr. 15 der ״J. R.“ vom 22 Februar entstehen könnten, aufzuklärcn. Dem offiziellen Bericht des Konfcrcnzpräsidiums der ostjüdischen Konferenz ist ein Naclibericht beigegeben, von dem ich annchnic, daß er vom Landcsvorstnnd der Z. V. f. D. stammt und der in seiner Fassung unbedingt den Eindruck erwecken muß, als ob ich im Laufe der Verhandlungen der Konferenz dem Gedanken der Gründung separater Organisationen das Wort gesprochen hätte. Ich muß vor allem feststellen, daß ich weder ln meinem Referate, 081״ im Laufe der Verhandlungen mich nur ein Wort über die Gründling von separaten ostjüdischen Organisationen, die außerhalb «Ier Z, V. f. 1). sielten würden, gesprochen habe. Seit vielen Jahren vertrete ich den Standjiunkt, dal! es unbedingt notwendig׳ ist, in der ostjikllsdien Arbeit andere Methoden aii/uwemlcn als in der Arbeit unter den WcstjiKien Deutschlands. Dieser Standpunkt hat sich in der Arbeit des Keren Hnjcssod und des Natinnnlfond* bis jetzt glänzend bewahrt und mich die Entwicklung der 0stjü«üse!u11׳ Gruppe in Berlin hat «lies zur Genüge bewiesen. Und nur die Anwendung dieser Methoden wurde von mir seit jeher propagiert, stets aber unter Betonung, daß diese Arbeit innerhalb der Zionistischen Organisation gemacht werden muß. Zwischen mir und dem Vorsitzenden der Z. V. f. D. Herrn Dr, Land 8 b erg bestand der Unterschied in der Methode der Arbeit, und ich habe auf der Konferenz nur meine Methode «Ier Arbeit verteidigt. Aus Gründen, die für mich unverständlich sind, ist seitens des Vorsitzenden der Z. V. f, I). Herrn Dr. Landsbcrg auf der Konferenz gegen mich ein Kampf um Formalicn geführt worden, meines Erachtens nach war jedoch unter dem Deckmantel dieser Formalten die Verteidigung der Methoden des Herrn Dr. Landsborg gemeint. Da ich dieser Methode der Arbeit nicht zustimmen konnte, habe icli selbstverständlich die Konsequenzen gezogen und auf eine Wahl ln den Arbeitsausschuß der ostjütfischen Zionisten verzichtet. Hätte Herr Eh-. Landsberg «He Frage klar gestellt und »ie nicht unter den Deckmantel einer Formalität, der ich übrigens ohne weiteres zugestiinmt habe, gesteckt, würde die Konferenz sicherlich unter einem anderen Geist gestanden haben. Die Akzentuierung in den betreffenden Notiz, daß Herr Dr. Stermann auch In seinem Referate den Standpunkt vertrat, daß die Arbeit innerhalb der Z. V. f. D. in Anlehnung an die Ortsgruppen und in engster Verbindung mit «licscn gemacht werden müsse und daß die Gründung osljiteltechcr Gmppen nur dann in Frage komme, wo sie, vom allgemein-zionistischen Gesichtspunkt aus gesehen, notwendig und zweckmäßig sei und die Arbeit der Ortsgruppen nicht gefährde, war schon deswegen über* ihi ig, weil von Dr. Stermann dies in seinem Referate gar nicht gesagt wurde und nicht gesagt werden konnte, da über Selbstverständlichkeiten gar keine Diskussion zu führen waren. Es ist keinem Teilnehmer der Konferenz je eingefallen, die zionistische Arbeit unter den Ostitiden außer* halb der Z. V. f. D. zu machen und das ostjinlischc Sckrcf.ariat hat sich niemand anderem als dein Landes Vorstand «!er Z. V. f. D. zu unterstellen. Wenn Herr Dr. Landsbcrg dies ausdrücklich zum Ausdruck gebracht hat, so geschah es deswegen, w’cil Herr Dr. Landsbcrg in der osfjüdischen Arbeit sich der Mitberatung des Arbeitsausschusses entziehen wollte, um evtl, seine Methode der Arbeit durchzusetzen. Dies muß in der Öffentlichkeit klar gestellt werden, damit man nicht «len Eindruck erweckt, als ob ich gegen die Zusammenarbeit mit dem Landesvorstand oder für die Unterstellung des ostjüdischen Sekretariats unter eine andere Körperschaft aufgetreten wäre. Wir wollen nun *bwarten, welche Methoden der Arbeit sich besser bewähren werden. Erst Erfahrungen werden die auf der ostjüdischen Konferenz begonnene Diskussion zu Ende führen können. Es liegt aber nicht Im Interesse einer gedeihlichen Arbeit, mit entstellten Tatsachen vor die Oeffentliclikeit zu treten. Es war meine Pflicht, dies der Ocffcntlichkclt mitzuteiien, damit durch die Notiz des Landes Vorstandes keine Mifiverständnisse entstehen. Mit Zionsgruß gez. Benzion Fett *' Hierzu ist folgendes zu sagen: Es wird nicht recht klar, was Herr Fett .,berichtigen“ will. 11t dem Bericht, den wir über die ostjüdmehe Konferenz bringen mußten, weil der uns von dem Präsidium zugegangene über «Jen eigentlichen Inhalt der Tagung nicht berichtete, ist mit keinem Wort gesagt, daß Herr Fett separate ©stjüdischc Organisationen zu grüwicn beabsichtige. Dagegen bestanden nicht nur auf der Konferenz, somlrrn auch in «len Verhandlungen, die ihr vorausgingen, Meinungsverschiedenheiten zwischen Herrn Fett und dem Lamlcsvorstand über die organisatorische Gestaltung der ostjüdischen Arbeit innerhalb der Z. V. f, L>. Herr l>r, Landsborg vertrat auf der Konferenz und auch vorher die Forderung, daß sicli die Arbeit unter «len Ostjuden methodisch einordnen müsse in die übrige Arbeit der Z. V. f. D., mit anderen Worten, daß die Organisation dieser Arbeit allein von der Z. V. f. D. auszugehen nabe. Aus der Korrespondenz, die vor der Konferenz mit der Arbeitsgemeinschaft geführt worden war, wurde klar, daß die Arbeitsgemeinschaft' das neu errichtete ostjüdische Sekretariat quasi als ein solches der Arbeitsgcmcinschaft betrachtet, und daß die Arbeitsgemeinschaft nicht nur beratenden Einfluß auf die Arbeit dieses Sekretariates bcanspruchte. So kam es 1. B., daß auf die Gestaltung der ostjüdischen Konferenz die Z. V. f. D. keinen Einfluß hatte. Die Arbeitsgemeinschaft nahm für sich das Recht in Anspruch, über die Tagesordnung dieser Konferenz zu bestimmen. Das politische Referat wurde trotz des rechtzeitigen Hinweises, daß dadurch die Tagung erschwert und geschädigt werde, nicht aligesetzt, und dies und andere Vorfälle führten dazu, daß Herr Dr. Landsbcrg schließlich auf der Konferenz, die nunmehr auch von Herrn Fett als selbstverständlich anerkannte Forderung stellte, daß in der Resolution zum Ausdruck komme, daß das ostjüdische Sekretariat ausschließlich dem Landes- Vorstand der Z. V. f. D. unterstehen solle. Davon, daß das ostjüdische Sekretariat sich der ״Mitberatung des Arbcitsausschusses" entziehen wolle, wie Herr Fett ״berichtigt“ war nicht nur nicht die Rede, sondern Herr Dr. Landsbcrg brachte auf der Konferenz und bei jeder sonstigen Gelegenheit zum Ausdruck, daß es wünschenswert sei, daß der Arbeitsau*- schuß dem Sekretariat beratend und anregend zur Seite stehen solle. Es handelt sich also nicht darum, wie die ״Berichtigung“ des Herrn Fett behauptet, daß der Streit um die Methoden der Arbeit unter den Ostjuden geht, sondern es galt, einen Wirrwarr auszuschaltcii, acr dadurch entstanden war, daß die Kompetenz für die organisatorische Stellung des Sckrctariats nicht abgegrenzt war, ein Zustand, der wesentlich dazu beigetragen hat, daß cs auf der ostjüdischen Konferenz zu keinerlei sachlichen Beratungen gekommen ist, und daß z. B. die Methoden der ostjüdischen Arbeit, deren Diskussion allerdings sehr wichtig gewesen wäre, nicht besprochen werden konnten, da das politische Referat und die daran anschließende Diskussion drei Viertel der Zeit in Anspruch nahmen. 12.AaswclsderZlonklensleucr־fclnnäu{je Illrdasl.Quartal 1924 vom 2. bis 5. März 1924 Ort Kontingent Eingang: *ora 8.&bl»&.8.U Iiiireiamt Kr :.Quartal M Ethlbetraf Bcuthcu 450,- 165,— 465,- _ Elberfeld ״,500 2 02,60 432,00 2068,- Freiburg 20,- 22,- ד-,22 — Gießen-Marburg 27,- Wetzlar 30,~ 3,- 3,- Heidelberg 50.- 32,— 37,- 13,- Ortelsburg 50.— 50,- 50,- — Osnabrück 400,--- 435,- ns,- «— Einzelne Zionisten 650.- 31,- 378,50 271,50 *) 1. Rate für 1. Qu. 4024. Eingang vom 2. 3. bis 5. 3. 102t: 530,00; ücs.imteingang f. 1. Qu. 1024: 0049,75; f. 2. Qu. 1021: 293,30; f, 3, u. 4. Qu. 1021: 343,60; Snmlcrspcndcn: 690,— . . Spezifikation; Elberfeld: Dr. Aaron, Abraham, Ader. Adler, Adlcrstein, Aitwel), Banker, Banker, Blnnkctt, Blatt, Bcrkowiiz, Dr. Büschel, Drcifuss, Drucker, Eppstein, Erdlicim, Fischer, Frogcl, M. Frogcl, Fuchs, Oiusburp, Olass, Glatzcr, Dr. Goldberg, Grüneberg, Oumpcrtz, GuttrcicH, Halber, Dr. Hcymann, Hochberg, Kailmanowitz, Kirchenbann», Klein, A.Koltek, Knick, Kunde!, Landau, B. l.ewin, 11, Lewin, Liclitinaim, Lcibaiz Maycr/ik, Neumann, Palcnka, Pattcntr.iger, Pattenträger, Rcichcubach, Rubin, Silbcrmami. Simon, Singer, Scbamowitz, Stern, Trauring, Walter, Wclzlcr, Wolkowitz, Wolsclionek, Zuckcrmami. Gleßcn-Marburg-Wctzlar» Prof. Frankel, Marburg, 3,—. Heidelberg: Mark, Sulkes je 10,—, Dr. Leibowitz, Tryfuß je 5,—, div, 2,—• Ortclsburtf: Dr. Goklbcrg, O. Lewv, Dr. Rosciibcrg je 13,—, W. Lcß 5,—, E. Garfunkel, H. Preuß je 3,—. Osnabrück: O, Stein 30,— (1. Rate einer Jahrcszchng.), Dr. Nethäm 25,—, 1*11. Nußbjuini 20.—, K. Mittwoch 15,—, P. Blum, Dr. lacobßohu, Dr. Klein je 10,—, Frau S. Lcwy, H. Richter je 5,—, M. Siißhlatt 3,—, div. 2,—. Einzelne Zionisten: Castrop: H. Tagcr 40,—. Recklinghausen-Süd: J. Kelez 20,—. Schweld־ Itftit 4,—.

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